Zeidlerburg

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 19,50 km
Höhenunterschied:
ca. 434 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
lang
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Böhmische Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Hinterhermsdorf - Haus des Gastes - blauer Strich - Neudorf - gelber Strich - Neudorfstraße - gelber Punkt - Langk - Langkweg - Hinterdaubitzer Straße - roter Strich - Kirnitzschtal - Grenzübergang Hinterdaubitz - roter Strich - Khaatal - Radweg 3032 - Touristenbrücke - grüner Strich - Zeidlerburg - Preußenlager - Sternberg - Zeidler - blauer Strich - Zeidlerbach - Kirnitzsch - Grenzübergang - gelber Strich - Langewiesenweg - Im Loch - Liebschenräumicht - Hinterdaubitzer Straße - Hinterhermsdorf - Neudorf - gelber Strich - Neudorfstraße - Haus des Gastes

Zeidlerburg

Diese Wanderung ist dadurch entstanden, dass mich zwei Leser angeschrieben haben, ob wir nicht irgendwann mal eine Runde zusammen wandern könnten. Da ich ganz sicher nichts dagegen habe, hatten wir uns am Karfreitag in Hinterhermsdorf verabredet. Da die beiden sich sehr gut in Hinterhermsdorf auskannten, machten sie gleich einen sehr guten Vorschlag für die Wanderung, in eine Region, die ich bis dahin noch nicht erwandert hatte. Hier kommt die passende Beschreibung zu der Runde.
Der beste Startpunkt der Wanderung ist der große Parkplatz im Zentrum von Hinterhermsdorf. Von hier geht die Wanderung erstmal in die Richtung Neudorf. Das heißt, die ersten paar Meter der Wanderung erfolgen auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich und dann weiter auf dem gelben Strich gelber Strich über die Neudorfstraße. Nach ungefähr 300 Metern auf dieser wenig befahrenen Straße liegen links hinter den Wohnhäusern mehrere Industriehallen der Stahl- und Anlagenbau GmbH Hinterhermsdorf. Diese Hallen passiert man noch und dann geht es hinter den Hallen auch schon aus der Ortschaft auf dem gelb markieren Wanderweg gelber Punkt heraus. Auch diesem markierten Wanderweg folgt man nur ein kurzes Stück von 400 Metern, bis man noch mal nach links auf Hinterhermsdorf Rueckseite_Hinterhermsdrof_im_Schnee_kleinherunter blicken kann. Hier wird der markierte Weg verlassen und es geht nach rechts unmarkiert auf dem Weg “Am Langk” entlang. Der Weg geht leicht abfallend an mehreren Häusern vorbei, die hier vereinzelt am Hang herumstehen. Erst auf den letzten Metern fällt der Weg steiler bergab und nach diesem Teilstück erreicht man die Hinterdaubitzer Straße, welche die Verlängerung der Neudorfstraße ist. Warum auch immer hier überhaupt noch von einer Straße gesprochen wird, ist mir ein Rätsel, da es sich nur noch um einen unbefestigten Forstweg handelt. Aber vermutlich ist es früher eine Verbindungsstraße zwischen Hinterhermsdorf und Hinterdaubitz, das es heutzutage aber nicht mehr gibt, gewesen. Auf jeden Fall führt auch dieser Forstweg weiter ins Tal hinunter. Nachdem man merklich am tiefsten Punkt angekommen ist, geht es nach rechts auf der roten/gelben Strichmarkierung roter Strich für ca. 150 Meter weiter. Hier gabelt sich der Weg schon wieder und die Wanderung geht nach links auf dem unmarkierten Weg zum deutsch-tschechischen Grenzübergang. Die Ortschaft Zadní Doubice (Hinterdaubitz), die sich früher hier unten im Tal befunden hat, ist heutzutage fast spurlos verschwunden, nur der Grenzübergang wird immer noch so genannt. Das kleine Grenzhäuschen, das heutzutage noch hier unten im Tal steht, wird aber bestimmt in der nächsten Zeit auch verschwinden, da es ja nach dem Beitritt von Tschechien in die EU und damit zu den Schengener Staaten vollkommen unnötig wird.
Hinter dem Grenzübergang geht es nach links auf der roten Markierung roter Strich in Richtung Khaatal. Hier ist die Strecke sehr einfach zu finden, da es die ganze Zeit an der Kirnitzsch, bzw. in Tschechien heißt der Bach Křinice, entlang geht. Der Weg durch das Tal ist wirklich sehr schön und anscheinend ist die Luft hier unten auch ganz besonders sauber, da gleich an mehreren größeren Felswänden die gelbe Schwefelflechte zu sehen ist. Nach einer Strecke von ziemlich genau 3 Kilometern erreicht man die „Turistický most” (Touristenbrücke). Nach 2/3 der Strecke hat man zwar auch schon eine Brücke passiert, aber diese Brücke war nur die armselige Zufahrt zu einem Waldstück. Bei der „Turistický most” (Touristenbrücke) quert der grün markierte Wanderweg grüner Strich die Křinice (Kirnitzsch). Daran kann man einerseits die Touristenbrücke gut erkennen und andererseits ist der Platz (überdachter Rastplatz und Wanderhinweisschilder) hinter der Brücke schon ganz gut zu erkennen. Hier verlässt man das Khaatal und es geht nach links auf der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich weiter. Der markierte Weg biegt zweimal im spitzen Winkel nach links ab, solange man sich aber immer an der Wanderwegmarkierung orientiert, ist der Streckenverlauf sehr einfach zu finden. Nach einer Strecke von etwas mehr als einem Kilometer und 100 Höhenmetern befindet sich links der Zugang zur Zugang_Zeidlerburg_kleinBrtnický hrádek (Zeidlerburg). Der Zugang ist mit einem separaten Symbol gekennzeichnet und führt über eine ziemliche Berg- und Talstrecke. Zeidlerburg_kleinTrotzdem sollte man sich diesen Punkt nicht entgehen lassen und die paar Meter von der Wanderroute abweichen. Im Ursprung handelt es sich bei der Zeidlerburg um eine Wachburg, die sich aber, anscheinend wie viele Burgen, in ein Räubernest gewandelt hat. Auf jeden Fall kann man noch sehr deutlich die Spuren dieses Gebäudes am Felsen erkennen, da sich in dem runden Felsen eine große rechteckige Aussparung befindet. Ob es sich dabei um den Keller des Gebäudes und schon um einen Wohnraum handelte, wird man vermutlich nach mehreren Jahrhunderten als Ruine nicht mehr klären können. Dass der Zugang heutzutage so schön einfach ist, verdankt man einem Gebirgsverein, der einige Stufen in den Felsen geschlagen hat. Die Mannschaft der Burgen wachten über die Handelswege und später über die in den tiefen Wäldern entstehenden Glasbläseröfen. Eine weitere Art, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, zeigen Reste von Pechhütten und Kohlemeilern zur Gewinnung von Holzkohle.
Über diesen Zugang geht es wieder zurück zum ursprünglichen Wanderweg. Diesem folgt man weitere 100 – 150 Meter, um diesmal nach rechts in den Wald abzubiegen. Zugang_Grosses_Preussenlager_kleinDer Name des nächsten Ortes ist schwer irreführend: Velký pruský tábor (Großes Preußenlager). Grosses_Preussenlager_kleinDieser Felsenüberhang ist nicht etwa von den Preußen als Lagerplatz genutzt worden, sondern von den Einheimischen als Versteck vor den marodierenden Soldaten. Der Zugang erfolgt durch eine enge Spalte, die irgendwann in vergangenen Zeiten auch noch erweitert worden ist. Das Versteck ist wirklich gut gewählt und ganz bestimmt nicht so einfach zu finden gewesen.
Die Wanderung geht weiter auf dem grünen Wanderweg. Überraschenderweise trifft man dann auf ein paar Gebäude mitten im Wald, die leider heutzutage einen sehr trostlosen Eindruck machen. Es handelt sich um eine ehemalige Feriensiedlung, Kreuz_Sternberg_kleindie auf dem Grundstück des Jagdschlösschens Šternberk (Sternberg) gebaut wurde. Der Wanderweg macht einen Bogen um die Lichtung und auf der gegenüberliegenden Seite passiert man ein Kreuz und eine eingefasste Quelle_Sternberg_kleinQuelle. Der markierte Wanderweg geht parallel zu einer Überlandstromleitung auf die Ortschaft Zeidler zu. Der Weg steigt leicht an bis zum höchsten Punkt der gesamten Wanderung, um dann knapp hinter der Bergkuppe aus dem Wald heraus zu treten. Der Weg verläuft jetzt über eine Wiese und damit ist die Markierung nicht mehr ganz so einfach zu finden. Wenn man aber weiß, dass der Wanderweg immer noch an den Hochspannungsmasten entlang geht, dann entdeckt man die Markierungen an den Pfosten. Der Weg verläuft auf der rechten Seite neben der Stromleitung bis runter in den Ort Brtnický (Zeidler). Die Hauptstraße erreicht man neben dem schoenes_Haus_Zeilder_kleinwunderschönen Haus, welches im Winter 2007/2008 gerade von innen saniert wurde. Dabei handelt es sich um die ehemalige Villa des Feinstrickwarenherstellers Johan Klinger, dessen Fabriken leider nicht mehr existieren (eine stand unmittelbar hinter der Villa und wurde geschliffen). Heute ist in diesem Haus eine Sozialstation für behinderte Menschen untergebracht. 1839 gründete Johan Klinger in Brtníky (Zeidler) die traditionelle Strickindustrie. Die Strickprodukte höchster Qualität, produziert von der Familie Klinger in Brtníky (Zeidler), Mikulašovice (Nixdorf), Křečany (Ehrenberg) aber auch in Wien, waren in ganz Europa bekannt. Brtníky (Zeidler) erlebte in der Zeit einen ungeahnten Aufstieg und hatte über 3000 Einwohner. Heute leben nur noch ca. 200 ständige Einwohner im Ort.
Die weitere Wanderung muss jetzt leider ein paar Meter nach links über die Hauptstraße weiter gehen, aber zum Glück sind auf tschechischen Ortsstraßen bei weitem nicht so viele Autos unterwegs wie in Deutschland. Nach ungefähr ½ Kilometer auf der Straße biegt links der blau markierte Wanderweg blauer Strich in die Richtung Kopec, einem Ortsteil von Brtniky, ab. Auch dies ist immer noch eine Ortsstraße, aber hier trifft man wirklich nur sehr selten ein Auto an. Auf der blauen Markierung geht es zuerst noch ein ganzes Stück durch die letzten Ausläufer der Ortschaft Kopec (Hemmehübel) und dann beginnt das Tal des Brtnický potok (Zeidlerbachs). Tradition hatte in Kopec das Glockengießerhandwerk in der Nr. 36. Von hier stammte der berühmte Glockengießer Zachariás Dittrich, der 1740 nach Prag ging, wo er berühmt wurde. Zu Brtniky gehört auch die Burg Brtnický hradek (Räuberschloss), die heute ein Anziehungspunkt für viele Touristen ist.
Gleich zum Anfang des Waldes weist eine Tafel auf den ehemaligen Standort einer Mühle bzw. eines Sägewerks hin. Dass in dem Tal damals ein größerer Betrieb gestanden hat, ist heutzutage kaum mehr vorstellbar. Ein paar Meter hinter der ersten Informationstafel befindet sich eine Gedenkstätte in Form einer Steinsäule. Im ersten Moment könnte man bei dieser Säule denken, es handelte sich um eins dieser in Böhmen häufigen Kreuze, aber hier wird an den Tod eines Johannes Zimmer erinnert. Der Weg geht durch das sehr ruhige Tal des Brtnický potok (Zeidlerbachs) und folgt dem blauen Strich, bis der Bach in die Kirnitzsch mündet. Damit hat man dann auch wieder die deutsche Grenze erreicht und hier bietet sich gleich mal eine etwas andere Grenz- bzw. Bachüberquerung an. Auf der rechten Wegseite befindet sich der Weißbach und in dessen Bachlauf liegen Felsbrocken, damit auch Wanderer ohne Weitsprungerfahrung den Bach überqueren können. Durch den Weißbach verläuft auch noch die Grenze, aber seit die Tschechische Republik zur EU bzw. dem Schengener Abkommen gehört, kann man die Grenze hier ohne Befürchtungen übertreten. Durch dieses kleine Abenteuer muss man außerdem hier unten im Kirnitzschtal keine Strecke zweimal laufen, sondern es geht auf der anderen Bachtalseite über den gelben Strich gelber Strich nach links weiter. Nach einer kurzen Strecke (½ Kilometer) erreicht man zwei einsame Häuser. Die Adresse zu diesen beiden Häusern ist dann schon selbsterklärend: Im Loch. Die einzigen Mitmenschen, die hier von Zeit zu Zeit störend vorbeikommen, dürften ein paar Wanderer und der Postbote sein. Die Wanderung führt bis zum ungewöhnlichen Rastplatz am Mönchstein. Hier stehen unter dem gewaltig überhängenden Mönchstein zwei Bänke und ein Tisch, an denen ich aber noch nie einen Wanderer rasten gesehen habe. Irgendwie sind nicht nur mir die Felsmassen zu erdrückend. Hinter diesem Felsen geht es unmarkiert den Berg hoch nach Hinterhermsdorf. Da es sich um einen Forstweg handelt, der aber auch vom besagten Postboten befahren wird, ist die Steigung sehr angenehm und nach diesen letzten 2 ½ Kilometern hat man die 180 Höhenmeter überwunden. Damit ist eine sehr nette Runde beendet und wieder einmal habe ich mich drüber gefreut, mit ein paar Lesern der Internetseiten eine Wanderung unternommen zu haben. Herzlichen Dank an Susanne und Michael aus Celle bzw. Saupsdorf.

Herunterladen

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Hinterhermsdorf Erbgericht mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Hinterhermsdorf Ortsmitte
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00 €

Ziegengrund

Als wir auf der Wanderung zum Karlshaus unterwegs waren, fiel uns ein Kernzonenschild am Wegesrand auf. Diese Schilder sind stets ein deutlicher Hinweis auf irgendetwas Interessantes, das dahinter versteckt ist und in diesem Fall war es der Weg in den Kleinen Ziegengrund. Bevor man zu dieser Wanderung startet, sollte man sich aber dessen bewusst sein, dass es zwei Mal ein Stück auf unmarkierten Wegen durch die Kernzone geht und sich bitte nicht bei uns darüber beschweren.
Die Wanderung beginnt am riesigen Parkplatz in Mezní Louka (Rainwiese). Von hier geht es zuerst einmal bis vor das Hotel. Wenn man von dem Hotel auf die gegenüberliegende Straßenseite blickt, biegt an der rechten Seite die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich ab. Die ersten paar Meter führen noch über einen Campingplatz und dann geht es in den Wald hinein. Nach etwas mehr als ½ Kilometer biegt die grüne Wanderwegmarkierung nach rechts ab, hier wird aber weiter auf dem Waldweg geradeaus gewandert. Schon bald nimmt die Steigung des Weges ordentlich zu und man staunt, wie hier Forstmaschinen hochfahren können. Damit der Weg anscheinend nicht ganz so wild durchgewühlt wird, ist er mit aneinander gelegten Baumstämmen ausgelegt. Nach ½ Kilometer und 100 Höhenmetern geht es noch ein kurzes horizontales Stück weiter, um dann das schon erwähnte Schild anzutreffen. Hier wird darauf hingewiesen, dass der Weg eigentlich nicht betreten werden darf, da es sich um die Zone 1 (die tschechische Kernzone) handelt. Praktisch können wir es nicht so ganz verstehen, warum ein Weg, der nachweislich seit mindestens 250 Jahren benutzt wurde, heutzutage einfach gesperrt wird. Vermutlich werden die paar wenigen Wanderer in dem Grund auch kaum einen nennenswerten Schaden verursachen. Einen viel größeren Schaden richten unserer Ansicht nach die Förster mit der Kettensäge an, die gleich viele dutzend Bäume in dem Tal kreuz und quer umgelegt haben. Der Pfad steigt leicht abfallend in den Grund ab. Pfad_im_Kleinen_Ziegengrund_kleinGleich an mehreren Stellen haben die Förster neue kleine Schonungen angelegt, die mit ganz seltsamen Zäunen umgeben sind. Diese Zäune bestehen aus zwei Lattenreihen, über die eine dichte Reihe ausgerissene Jungfichten gehangen sind. Eine sehr ungewöhnliche Konstruktion, die aber sicherlich wirkungsvoll sein wird. Inschriften_Kleiner_Ziegengrund_Maennerprofil_kleinAuf dem weiteren Weg den Ziegengrund hinunter fallen gleich zwei Stellen mit alten Inschriften und Jahreszahlen auf. So kann man gleich mehrmals die Jahreszahl 1823 entdecken und dann die Zahl 1842 und ein Profilbild eines Mannes. Kurz (350 Meter) vor der Grenze bzw. dem Ende des Kleinen Ziegengrundes passiert die Wanderung ein Gebiet, in dem der Borkenkäfer zugeschlagen hat. Das sieht im ersten Moment nicht besonders schön aus, aber entspricht eher dem Motto des Nationalparks „Natur Natur sein lassen“.
Unterhalb dieses Borkenkäferbereichs kann man dann auch sehr schön sehen, wie sich diese kleinen Übeltäter weiter in Richtung Deutschland fressen, da ein dichter, unserer Ansicht nach hässlicher Fichtenwald folgt. Hier sind immer wieder vereinzelt Bäume schon befallen und so wird sich die Natur gegen die Monokulturen durchsetzen. Ganz kurz vor der Grenze befinden sich rechts vom Weg mehrere Tümpel, die im Sommer 2014 ein erstklassiges Mückenbrutrevier waren. Aber im Gegensatz zu Zecken oder Bremsen sind ein paar Mücken gar nicht so schlimm. Felsmurmel_Luchsstein_kleinDie Grenze ist durch die vielen unterschiedlichen Schilder kaum zu übersehen und hier geht es nach links weiter. Nach weniger als 200 Metern ist der Luchsstein erreicht. An dieser Felsmurmel ist ein deutlich sichtbarer Luchs eingemeißelt und die Jahreszahl 1743. Die Inschrift darüber erinnert daran, dass ein Förster hier einen Luchs erschossen hat. Heutzutage ist es eher anders herum und man freut sich, endlich wieder Spuren von diesen Katzen zu entdecken.
Überraschenderweise ist bis zum Luchsstein ein Bergpfad (grüner Pfeil Bergpfad) ausgeschildert und genau auf diesem geht es jetzt durch das Lindengründel aufwärts. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man den Brückengrundweg mit der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich, auf dem es nach links weiter geht. Dieser Waldweg ist sehr angenehm zu wandern und hier trifft man wirklich nur ganz selten andere Wanderer an, da der Weg für den größten Teil der sommerlicher_Altarstein_kleinLeute viel zu weit von einem Parkplatz oder sonstiger Zivilisation entfernt liegt. Vermutlich ist das aber auch der Grund, warum man hier auf einmal nach ½ Kilometer auf den Altarstein trifft. Hier sollen anno 1630 verfolgte böhmische Protestanten ihren Gottesdienst abgehalten haben und dazu ist natürlich ein so abgelegener Platz sehr gut geeignet.
Die Wanderung folgt weiterhin der grünen Wanderwegmarkierung, erst den Stimmersdorfer Weg abwärts und dann nach links die Hinteren Pechschlüchte aufwärts. Zuerst ist die Steigung kaum merklich, aber je näher man den Thorwalder Wänden kommt, umso anstrengender wird es. Aber genau aus diesem Grund hat der Treppengrund seinen Namen. Es geht bis zum Scheitelpunkt mit so einigen Stufen aufwärts und dann auf der gegenüberliegenden Seite ein paar Meter wieder abwärts. Grundsätzlich könnte man natürlich bis zur Hickelhöhle und dann die Hickelschlüchte hinunter wandern, aber die Strecke kannten wir schon zu gut und so haben wir nach 80 Metern Abstieg den nach links abbiegenden Zugang zum Klettergipfel (schwarzer Pfeil Kletterzugang) gewählt. Aussicht_Langes_Horn_Grosser_Zschand_kleinDieser Pfad schlängelt sich am Felsenfuß des Langen Horns durch eine Vielzahl an Heidelbeeren und ist über eine Strecke von ¾ Kilometer wirklich leicht zu wandern. Nach rechts geht es in ein Ameisenloewen_Trichter_Langes_Horn_kleinpaar Metern Entfernung zwar ordentlich abwärts, aber dafür hat man auch immer wieder einen schönen Blick über die oberen Ausläufer des Großen Zschands bzw. die Partschenhörner. Was an diesem Pfad auch noch besonders auffällt, sind die vielen hundert trichterförmigen Löcher im Sand neben der Felswand. Pfad_am_Langen_Horn_Grosser_Zschand_kleinDabei handelt es sich um die Fallen des Ameisenlöwen. Dieses kleine Insekt hat sich am tiefsten Punkt des Trichters eingegraben und wartet darauf, dass sein Opfer in die Sandkuhle fällt und dann entkräftet immer weiter nach unten rutscht. Nach dem besagten ¾ Kilometer wird der Pfad von einer Felsspalte unterbrochen, an der wir uns nicht weiter getraut haben. Grundsätzlich geht der Pfad dort weiter, aber wir sind dann in den Zeichengrund abgestiegen. Der Abstieg ist überraschend angenehm und endet auf dem oberen Weg durch den Großen Zschand.
Hier geht es für diese Wanderung nach links weiter und nach ¼ Kilometer wird die Grenze mit ihrem Schilderwald passiert. Kurz dahinter passierte uns dann das Missgeschick, dass wir einen tschechischen Ranger bei seiner Brotzeit störten. Eigentlich sah es zu ulkig aus, wie er auf einmal mit seiner Tasse in der einen und Bemme in der anderen Hand vor uns stand. Er stellte sich sehr angenehm in Tschechisch und Englisch vor und erklärte uns, dass wir hier in der Zone 1 unterwegs wären und nicht weiter gehen dürften. Er hat uns sehr nett, aber bestimmt wieder zurück geschickt. Da er auf die Sperrung des Weges beharrte, sind wir wieder zurückgegangen. Es ist wirklich zu doof, dass hier der uralte, breite und gut ausgebaute Weg auf einer Strecke von etwas mehr als einem Kilometer einfach gesperrt ist. Wir vergleichen es damit, das auf einmal dem Bundesverkehrsminister einfällt, dass die A4 bei Chemnitz auf einer Strecke von 20 Kilometern wegen Lärmschutzmaßnahmen gesperrt wird. Es ist vollkommen uninteressant, ob die Straße schon seit Jahrzehnten/Jahrhunderten befahren wird und selbst wirtschaftliche Interessen sind uninteressant. Die bestehende Straße wird für jede Art von Verkehr gesperrt und damit ist das Thema beendet.
Für uns war es eine ordentliche Verlängerung der Wanderstrecke, da wir jetzt einen Bogen um den pausierenden Ranger auf östlicher Seite unternommen haben. Das war nicht gerade einfach, aber immerhin sind wir wieder auf dem Zugang zum Großen Zschand gelandet und damit ging es auf dem geplanten Weg weiter. Schon bald war der rot markierte Wanderweg roter Strich zwischen dem Prebischtor und Mezní Louka (Rainwiese) erreicht. Mit großem Überraschen mussten wir hier ein Auto des Nationalparks entdecken. Auch die tschechischen Ranger scheinen nicht gerade die bewegungsfreudigsten Mitmenschen zu sein und mit ihren Kisten bis an die so gelobte Kernzone heranzufahren. Nur weil der Ranger uns sehr nett behandelt hat (und keinerlei Strafe erhoben hat) sind seine Reifen nicht entlüftet worden (nein, sowas würden wir nicht wirklich tun – Anm. d. Ehefrau). Nach ein paar angenehmen Metern (ca. ¾ Kilometer) auf dem tschechischen Ziegenrücken erreicht man wieder den Ausgangspunkt Mezní Louka (Rainwiese).
Natürlich ist uns bewusst, dass es eine Kernzone gibt und man diese nur auf markierten Wegen betreten soll. Wir glauben aber nicht, dass durch ein paar Wanderer das Gleichgewicht der Natur ins Wanken gerät, wenn man auf den uralten Wegen wandert. Aber durch einen Weg_durch_sommerlichen_Grossen_Zschand_kleinWanderweg zwischen dem Großen Zschand und Mezní Louka (Rainwiese) könnte man eine tolle Verbindung zwischen den zwei Nationalparks tatsächlich herstellen und nicht nur an offiziellen Stellen mit schönen Phrasen von der Verbindung und Zusammenarbeit schwafeln. Die Wanderung hat eigentlich eher 3 oder 4 Sterne verdient, aber wir wollen lieber keine Wanderer auf die Strecke schicken, die im Nachhinein uns vorwerfen, dass es irgendeine Form an Ärger gegeben hat. Deshalb sind in der sichtbaren Bewertung nur 2 Sterne vorhanden und die Zufallswanderer werden der Strecke überhaupt keine nähere Beachtung schenken.

Herunterladen

Theodorenhalle

Ich wollte mal wieder dem Trubel in der Sächsischen Schweiz entweichen und habe einen Ausflug in die östliche Böhmische Schweiz unternommen. Hier kann man mit einer sehr großen Wahrscheinlichkeit ganz angenehm ruhig wandern. Der Startpunkt dieser Wanderung liegt am nördlichen Ortausgang von Doubice (Daubitz). 300 Meter hinter dem letzten Haus biegt nach links ein breiter Waldweg ab, der als Fahrradweg 3031 markiert ist. Hier an der Einfahrt können ein paar Autos abgestellt werden und so kann man die Stelle gut als kostenlosen Parkplatz benutzen. Schon nach wenigen Metern (50 Meter) in den Wald hinein zweigt nach rechts ein Waldweg mit der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich ab. Innerhalb kürzester Zeit schrumpft der Waldweg zu einem Pfad, der aber trotzdem recht gut zu gehen ist. Dieser Pfad hat nur einen gravierenden Nachteil: wenn es ordentlich geregnet hat und die kleinen Fichten links und rechts des Weges noch feucht sind, dann kann man schon zu Beginn der Wanderung hier nasse Beine bekommen. Nach etwas mehr als ½ Kilometer stößt der Wanderweg wieder auf den Fahrradweg 3031, den man schon vom Startpunkt der Wanderung kennt. Im Gegensatz zur Sächsischen Schweiz sind die Radwege in Böhmen super gut ausgeschildert/nummeriert und so werden sie auch gerne genutzt. Auf der tschechischen Seite sind viel mehr Radfahrer als Wanderer unterwegs, ganz im Gegensatz zur deutschen Seite der Grenze. Deshalb sollte man auf dem nächsten Kilometer ein bisschen achtgeben, aber auf dem Teilstück trifft man noch relativ wenige Radfahrer.
Nach dem besagten Kilometer auf dem Rad-/Wanderweg/grünen Strich passiert die Wanderung Zugang_Divoka_Rokle_kleinauf der linken Seite den Hřebec (Hengstberg) und biegt dann nach links ab. Die Stelle ist für Radfahrer mit einer Schranke versperrt, Weg_Divoka_Rokle_kleinda der Weg dahinter doch ziemlich verführerisch aussieht, um auf der gut ausgebauten Strecke hinunter zu flitzen. So wandert man leicht abfallend auf dem super angenehmen Weg Divoka Rokle (Hřebcovy důl). Nach ein paar hundert Metern fällt auf der rechten Wegseite ein deutlich bearbeiteter Felsklotz auf, Rote_Quelle_kleinder anscheinend extra für den Wegebau halbiert wurde. Der Felsen ist aber schon vor ein paar Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten bearbeitet worden, da er fast an allen Stellen von einer ordentlichen Moosschicht überzogen ist. Je länger man in den Grund absteigt, desto enger rücken die Felsen an den Weg heran. Nach einer Strecke von etwas mehr als 2 Kilometern erreicht man die kleine Quelle Červený pramen (Rote Quelle), die ganz besonders durch ihre kleine “Hundehütte” auffällt.
Nach noch ein paar hundert Metern stößt von rechts die blaue Wegmarkierung blauer Strich zu der Wanderung dazu. Die Wanderwegmarkierung führt noch einen halben Kilometer weiter im Grund abwärts. Hier im untersten Teil des Grundes wird der Weg trotz Wanderwegmarkierung schmaler. Hier stehen zwar links und rechts des Weges richtig hohe Fichten, aber am Boden sind sehr viele kleine Fichten (2 Meter hoch) gewachsen. Trotzdem kann man den Weg auch weiterhin super gut wandern. Nach ½ Kilometer auf der blauen Wegmarkierung biegt man eigentlich nach links ab. Hier bietet sich aber noch ein Abstecher von einem Kilometer (einfache Strecke) geradeaus an. Dann erreicht man ein unübersehbares Felsentor, das den Weg überspannt. Das Černá brána (Schwarzes Tor) befindet sich wenige Meter vor der Mündung des Minibächleins Červený potok (Rotes Floß) in die Kirnitzsch.
Dieser Weg bis zum Felsentor ist eine Sackgasse und deshalb muss man wieder bis zur blauen Wegmarkierung zurück wandern. Da es die gesamte Wanderung bis hierhin nur abwärts gegangen ist, muss man jetzt über einen ziemlich hubbeligen Pfad aufsteigen. Der Untergrund ist genau das andere Extrem zu der bisherigen Strecke bzw. dem gesamten Abstieg, den man bis hierher gewandert ist. Trotzdem macht der Weg hier entlang Spaß (solange es nicht gefroren ist). Gemaelde_Jungferntanne_Panenska_jedle_kleinInsgesamt geht es einen Kilometer über diesen Aufstieg, bis man die Panenská jedle (Jungferntanne) erreicht. Von der Tanne ist heutzutage nur noch ein 6 Meter hoher Stumpf übrig geblieben. Früher hat hier ein Gemälde gehangen, das die Geschichte von einem Mädchen erzählte, das sich hier bei einem Jäger vor einem aufdringlichen Köhler in Sicherheit bringt. Das Bild ist über Jahrzehnte verschwunden gewesen, aber im Jahre 2010 wieder aufgetaucht. Es ist das erste Ölgemälde auf dieser Wanderung und hängt jetzt an einer mächtigen Buche, die aber leider auch schon zur Hälfte abgebrochen ist.
Jetzt geht die Wanderung wieder super angenehm weiter auf der bekannten blauen Wanderwegmarkierung. Gemaelde_Hubertusbuche_Buk_sv_Huberta_kleinNach 1 ½ Kilometer hängt an einer großen Buche das nächste Gemälde. Es handelt sich um die Buk sv. Huberta (Hubertusbuche). Wenn man normalerweise in den Wäldern der Sächsischen und Böhmischen Schweiz nur neumodische Hinweisschilder findet, dann ist so ein aufwändiges Ölgemälde eine echte Bereicherung. Sehr nett, dass sich hier irgendein Mitmensch so viel Mühe gibt und die Landschaft so unauffällig verschönert. Hoffentlich werden die Bilder nicht von irgendwelchen Trotteln zerstört, aber zum Glück hängen sie hoch genug.
Insgesamt wandert man fast 4 Kilometer auf dem Waldweg zwischen der Panenská jedle (Jungferntanne) und der Na Tokání (Balzhütte). mittleres_Haus_Balzhuette_Na_Tokani_kleinDort erreicht man ziemlich untypische Häuser im Wald. Dabei handelt es sich um eine ehemalige Jagdunterkunft für die Familie des Fürsten Kinsky und Aufzuchtstation für Auerhähne. Heutzutage befinden sich hier gleich drei Gaststätten, in die man zu vernünftigen Preisen und ganz guter Qualität einkehren kann. Eine ganz besondere Attraktion versteckt sich gegenüber des mittleren Hauses: ungefähr 100 Meter rechts neben der Straße befindet sich oben in dem Felsen ein blaues Schwimmbecken. Hier sollte man natürlich nicht ein 25-Meter-Becken erwarten, aber es ist schon ein ganzes Stück größer als eine Badewanne. Obwohl ich schon einige Male an dieser Stelle gewesen bin, habe ich aber bis heute noch nie Wasser in dem Becken gesehen.
Die Wanderung geht hinter dem letzten Haus noch 200 Meter weiter auf der Zufahrtsstraße, bis vollkommen unauffällig nach links der gelbe Strich gelber Strich in den Wald abbiegt. Obwohl es sich um den zweiten ernstzunehmenden Aufstieg handelt, geht es zuerst noch ein paar Höhenmeter abwärts und dann beginnt in der Senke der Aufstieg. Gleich zum Anfang fällt ein Felsklotz auf der linken Wegseite auf, der irgendwann mal in weit vergangenen Wappen_Fuerst_Kinsky_kleinZeiten vom Felsen abgebrochen und senkrecht zum Liegen gekommen ist. So sind die sonst waagerechten Felsfugen hier senkrecht und damit wird der Felsen viel schneller verwittern, als sonst der Sandstein. Nach ein paar Metern Aufstieg ist in der rechten Felswand das Wappen der Fürstenfamilie Kinsky mit dem Datum 10.06.1849 zu sehen. Knapp dahinter gabelt sich der Weg und es gibt zwei unterschiedliche Wanderwege für den Aufstieg. Treppe_Enge_Stiege_Uzke_schody_kleinBeide sind mit der gelben Wegmarkierung gekennzeichnet. Der linke Aufstieg ist der komfortablere mit einigen breiten Stufen. Der rechte Weg führt durch mehrere enge Felsspalten, die aber auch alle mit gut gehbaren Stufen ausgestattet sind. Aussicht_oberhalb_Enge_Stiege_Uzke_schody_kleinBei diesen Stufen handelt es sich aber um Eisenstufen, die gut mit dem Begriff schmale Hühnerleiter beschrieben werden könnten. Auch wenn der Ausdruck Uzké schody (Enge Stiege) ein wenig übertrieben ist, da eine Stiege doch meistens etwas anspruchsvolles ist, so ist es ein ganz hervorragender Aufstieg, der oben gleich mit mehreren schönen Aussichten belohnt.
Die Wanderung folgt weiter der gelben Wegmarkierung bergaufwärts und schon bald sind die Felsklotz_Theodorenhalle_kleinabwechslungsreichen Durchgänge bei der Theodorenhalle erreicht. Durchgang_Theodorenhalle_kleinDer Namensgeber dieses Bereiches ist Theodor von Thun – Hohenstein. Dabei handelt es sich um den Schwager von Rudolf Fürst Kinsky von Wchinitz und Tettau. Damit der Aufstieg durch die Schlucht überhaupt erst möglich wurde, sind die Felsen an ein paar Stellen bearbeitet worden und so kommt man heutzutage sehr angenehm aufwärts. Auch nachdem man die beiden Felsspalten mit der Felsenüberdachung passiert hat, geht es durch so einige Engstellen weiter.  Je weiter man nach oben kommt, desto breiter werden die Schluchten und dann geht es weiter, Jagdhuette_U_Eustacha_kleinbis man die ehemalige Jagdhütte Gemaelde_Jagdheiliger_Sv_Eustach_kleinU Eustacha erreicht. Die Hütte steht tatsächlich noch am Wegesrand, aber sie wirkt eigentlich eher wie eine der Waldarbeiterhütten, wäre nicht das nächste Ölgemälde auf der gegenüberliegenden Wegseite. Das Gemälde hängt ziemlich weit oben in einer Buche (ca. 5 Meter Höhe) und zeigt einen Mann mit einem Sperr und einen mächtigen Hirsch. Oben drüber steht Sv. Eustach, was die Person auf dem Bild zu dem Jagdheiligen macht.
Nachdem man einen weiteren ¾ Kilometer der gelben Wanderwegmarkierung gefolgt ist, ist auf der Wanderkarte ein Berg namens Bor (Heedberg) eingetragen. In der Natur ist der Hügel auch zu sehen, aber von einem Berg würde ich hier wirklich nicht sprechen. Baum_Dreipfotiges_Buechel_Tripackovy_buk_kleinIch würde mal schätzen, dass der Hubbel 5 Meter über dem Weg liegt. 200 Meter hinter dem Hügel biegt der gelbe Wanderweg rechtwinklig nach rechts ab. Wenn man hier noch 50 Meter weiter geradeaus wandert, dann erreicht man noch ein weiteres Ölgemälde. Dieses Gemälde ist an einer Buche mit ungewöhnlich dicken Ästen angebracht und der Baum ist sehr ähnlich auf dem Gemälde auch wiedergegeben worden. Gemaelde_Dreipfotiges_Buechel_Tripackovy_buk_kleinDas Gemälde hat den Titel Třípackový buk (Dreipfotiges Büchel) und gleich an der Buche geht auch ein Waldweg abwärts, der schon nach ganz wenigen Metern wieder auf die gelbe Wanderwegmarkierung zurückführt. ½ Kilometer hinter der Třípackový buk (Dreipfotiges Büchel) erreicht man eine Kreuzung mit dem Fahrradweg 3076, auf dem man nach links weiter wandert. Der Weg ist sehr angenehm zu gehen und entweder noch nicht bei den Fahrradfahrern bekannt oder durch seinen zum Teil doch ziemlich unebenen Untergrund einfach nur unbeliebt. Eine seltsame Stelle erreicht man nach einem ¾ Kilometer. Hier befindet sich auf der linken Wegseite eine große Wildwiese mit Stangen, an denen man normalerweise Pferde festmacht. An dem Ding steht auch irgendwas von Úvaziště (Stellplatz, Liegeplatz) und gefördert durch die EU. Die Wanderung geht noch etwas mehr als ½ Kilometer weiter, bis der bekannte Radweg 3031 erreicht wird. Wenn man diesem Weg nach rechts folgt, dann erreicht mal bald (nach ca. 300 Metern) den Ausgangspunkt der Wanderung.
Diese Wanderung ist sehr empfehlenswert, ganz besonders durch die wunderbare Ruhe auf der Runde. Nette Abwechslungen sind auf dieser Wanderung die vielen Gemälde, die immer mal wieder zu persönlichen Interpretationen einladen.

Herunterladen

Thomasdorf

Auch wenn ich die Wanderung in ähnlicher Form schon einmal hier beschrieben habe, so entstand diese Runde dadurch, dass Bekannte aus Saupsdorf meinten, sie wären noch nie auf dem Tanzplan gewesen und das muss natürlich sofort geändert werden. Daraus ist dann diese Wanderung entstanden, die tatsächlich noch ein bisschen besser ist als der erste Versuch. Den Startpunkt haben wir auf den großen Parkplatz von Saupsdorf gelegt. Von dort geht die Strecke erstmal ein paar Meter den Wachberg hoch. Da es aber überhaupt nicht notwendig ist, am Anfang schon bis ganz auf den Berg hinauf zu schnauben, verlässt die Wanderung nach ca. 400 Metern die asphaltierte Straße und biegt nach links auf einen Feldweg ab. Der Feldweg führt in einem Bogen auf gleichbleibender Höhe um den Wachberg herum, bis man den Prof.-A.-Meiche-Weg erreicht. Kapelle_in_Thomasdorf_kleinDiesem Weg am Waldrand folgt man nach links. Markiert ist der Weg mit dem blauen Strich blauer Strich und führt geradewegs auf die Fahrstraße unterhalb der Gaststätte Waldhaus. Rapunzelturm_in_Thomasodrf_kleinAuf der Straße wandert man bis zum Waldhaus (ca. 400 Meter) und dann biegt die Wanderung in Richtung tschechische Grenze nach rechts ab. Der Weg geht geradewegs auf die Miniortschaft Tomášov (Thomasdorf) zu. Das erste Gebäude der Ortschaft ist eine kleine Kapelle auf der rechten Wegseite. Rechts dahinter befindet sich eine Ferienanlage, die in den letzten Jahren wieder neu hergerichtet worden ist. Auf der gegenüberliegenden Wegseite befinden sich mehrere Wohnhäuser, wobei eins mit einem sehr nett hergerichteten Turm auffällt. Der Turm überragt das eigentliche Wohnhaus zwar nur ein kleines Stück, aber irgendwie sieht er so wie der Turm von Rapunzel aus.
Die Wanderung verlässt die Fahrstraße nach links und es geht weiter in einem großen Bogen um den westlichen Teil des Tanečnice (Tanzplanes). Der Forstweg ist sehr angenehm zu wandern, da fast kein Höhenunterschied zu bewältigen ist und außerdem ist auf dem Weg nie ein Mensch unterwegs. Nach einer Strecke von 2,1 Kilometern erreicht man die erste gut sichtbare Wegkreuzung mit einer Informationstafel. Hier kreuzt der gelb markierte Wanderweg gelber Strich den Forstweg und dieser Markierung folgt man nach rechts den Hang zum Tanečnice (Tanzplan) hoch. Im Gegensatz zum Forstweg steigt der Waldweg merklich an und auf den letzten paar Metern bis zum Gipfel werden noch ein paar Höhenmeter überwunden. Aussicht_vom_Bismarkturm_am_Tanzplan_kleinAuf dem Gipfel angekommen, findet man eine äußerst beliebte Gaststätte und einen Aussichtsturm vor. Da der Tanečnice (Tanzplan) dicht bewachsen ist, hat man keinerlei Aussicht und so empfiehlt es sich, den Aussichtsturm zu besteigen. Da der Tanečnice (Tanzplan) ein ziemlich hoher Berg (597 Meter) der Sächsischen bzw. Böhmischen Schweiz ist, hat man von hier eine erstklassige Aussicht. Im und am Aussichtsturm informieren gleich mehrere Tafeln über die Geschichte. Auch dieser Turm wird, wie so häufig bei Aussichtstürmen, Bismarckturm genannt.
Vom Tanečnice (Tanzplan) geht es über die geschotterte Fahrstraße herunter. Dieser Weg ist mit dem blauen Strich blauer Strich markiert. Die Hälfte des Abstieges auf der Straße vom Tanečnice (Tanzplan) ist für Lieferfahrzeuge und Fahrradfahrer reserviert. Danach erreicht man einen Parkplatz, auf dem eigentlich auch Besucher der Gaststätte parken könnten, aber irgendwie sind hier nur sehr selten Autos abgestellt. Vielleicht ist es den Leuten einfach zu anstrengend, noch den Kilometer zu wandern, wo man es doch in einigen Ortschaften an der Grenze viel einfacher haben kann, eine Gaststätte zu besuchen. Der Abstieg endet auf der Zufahrtsstraße von Tomášov (Thomasdorf). Der Straße folgt man wenige Meter nach rechts, bis nach links ein Waldweg abbiegt. Diesem Weg könnte man jetzt bis zur Rückseite des Wachberges folgen, da aber unsere Mitwanderer noch einen Geocaching- Punkt hinter der Ortschaft Tomášov (Thomasdorf) suchen wollten, haben wir dorthin einen kleinen Abstecher unternommen. Dazu ging es wieder nur wenige Meter auf dem Waldweg entlang, Suehnekreuz_hinter_Thomasdorf_kleinum dann nach rechts abzubiegen. Dieser Weg verläuft parallel zur Zufahrtsstraße von Tomášov (Thomasdorf) und wir sind ca. ¼ Kilometer auf ihm geblieben, bis auf der linken Seite ein paar Meter in den Wald hinein ein steinernes Kreuz auftauchte. Es steht so ungefähr 25 Meter neben dem Waldweg und soll angeblich von einem Mörder als Sühnekreuz aufgestellt worden sein. Dafür, dass dieses Kreuz schon seit dem 21.Oktober 1753 hier im Wald stehen soll, ist es in einem sehr gut erhaltenen Zustand. Auf jeden Fall hätten wir dieses Kreuz niemals entdeckt, würden sich unsere Mitwanderer nicht mit dieser neumodischen Variante der Schatzsuche beschäftigen.
Die Wanderung führt wieder auf den Waldweg zwischen Tomášov (Thomasdorf) und Wachberg zurück, um dann nach rechts in Richtung Wachberg weiter zu gehen. Dieser Weg verläuft zwischen einer Weide und dem Waldrand sehr angenehm auf den Wachberg drauf zu. Nach etwas mehr als einem Kilometer erreicht man einen Abzweig nach rechts mit einem neu aufgestellten Hinweisschild zum Wachberg. Der Aufstieg auf den Wachberg ist von dieser Ausblick_vom_Wachberg_nach_Saupsdorf_kleinSeite überraschend einfach und schon hat man eine tolle Aussicht erreicht. Früher ist die Aussicht bzw. der Berg auch die Schweizerkrone genannt worden und das ist schon eine ganz nette Bezeichnung für diesen schönen Ort. Auch hier könnte man sich noch mal in der Gaststätte stärken, um dann auf der Zufahrtsstraße runter nach Saupsdorf abzusteigen. Normalerweise wäre ich immer über den rot markierten Wanderweg abgestiegen, aber auch die Zufahrtsstraße zum Wachberg bietet einen sehr schönen Ausblick auf Saupsdorf und die Hintere Sächsische Schweiz. Damit ist eine sehr nette Wanderung zu Ende gegangen, die mit besonders schönen Aussichten und einem sehr angenehmen Höhenprofil aufwartete. Ganz besonders hat uns gefallen, dass der Aufstieg auf den Wachberg von der Rückseite super leicht war und das versteckte Sühnekreuz war auch sehr interessant.

Herunterladen

Tyssaer Wände

Die Wanderung der Tyssaer Wände Wasserhahn_Tyssa_kleinstartet mitten in der Ortschaft Tyssa (Tisá). Gleich gegenüber der Kirche befindet sich ein Parkplatz, der anscheinend meistens kostenlos ist. Nur zu echten Urlauberhochzeiten muss man eine Parkplatzgebühr entrichten. Recht neben der Kirche geht es den Hang hoch. Gegenüber von der Kircheneingangstüre steht ein wirklich schick aussehender Wasserhahn. Irgendwie kann ich mir sehr gut vorstellen, wie sich schon vor hundert Jahren Leute an dem Ding mit Wasser versorgt haben. Der Aufstieg bis zum Eingangsbereich der Tyssaer Wände ist sehr angenehm. Zuerst geht es über ein paar Stufen bis zu einem Gedenkstein hoch und dann verläuft der Weg schräg nach links bis zum Eingangsbereich der Tyssaer Wände. Im Eingangsbereich steht eine kleine Hütte, in der eine nette Dame sitzt und einen drauf aufmerksam macht, dass man zum Betreten der Tyssaer Wände 30 Kč bezahlen muss. Netterweise kann man das Geld natürlich auch in Euros bezahlen. noerdliche_Tyssaer_Waende_kleinWenn ich mich richtig erinnere, dann war der Eintrittspreis im Oktober 2005 0,70 €. Im ersten Moment war ich leicht irritiert, dass man einen Eintrittspreis für das Betreten einer Landschaft bezahlen muss, aber dann habe ich mich dran erinnert, dass es z.B. in den USA vollkommen normal ist und so ziemlich alles aus den USA irgendwann in Europa ankommt. Vielleicht setzt sich so etwas dann auch für den Nationalpark Sächsische Schweiz durch.
Felsspalte_2_Tyssaer_Waende_kleinDer Wanderweg wird durch das typische Wegekennzeichen eines Naturlehrpfades grüner Querstrich gekennzeichnet. Außerdem sind alle möglichen Stationen nochmals durchnummeriert und damit ist dann auch gleich der genaue Streckenverlauf definiert. Bevor man jedoch nach links in die Felsen verschwindet, sollte man noch einen kurzen Blick auf die Informationstafel „Geologie der Tyssaer Wände“ werfen. Nach diesen ersten Grundlageninformationen geht es auf der westlichen Seite (linke Seite) auf die Felsen. Der Weg geht über ein paar Stufen durch eine Felsspalte auf die Felsplattform. Von hier oben hat man einen ganz hervorragenden Ausblick auf die Ortschaft Tyssa und die Vorderseite der Tyssaer Wände.
Felsspalte_Tyssaer_Waende_kleinNach diesem optischen Wohlgenuss, geht es auf der gegenüberliegenden Seite wieder herunter. Der Weg schlängelt sich zuerst auf der Vorderseite der Felsen entlang, bis es ab dem Wendepunkt durch eine Felsspalte zum Kassenhäuschen zurückgeht. Der Weg dorthin ist toll und es macht richtig Spaß durch die breiten Felsspalten zu klettern. Der Weg erinnert schwer an das Labyrinth, nur dass man hier durch die Breite der Weg nicht schmutzig wird.
Vom Kassenhäuschen geht es auf der Rückseite der Felsen weiter. Dieses Teilstück der Wanderung hat wieder eine ganz andere Charakteristik. Der Weg verläuft sehr angenehm am Felsfuß entlang, auf der linken Seite befindet sich der Wald und wenn man Glück hat ist eine angenehme Ruhe vorhanden. Gleich zwei Tafeln weisen am Wegesrand auf unterschiedliche Natur hin. Felsloch_Tyssaer_Waende_kleinDie eine Tafel beschäftigt sich mit der Vogelwelt, die andere mit der Pflanzenwelt der Tyssaer Wände. Fast am Ende der Tyssaer Wände geht es wieder hoch auf das Felsplateau. Auf dem Felsplateau kann man nach links bis zur Touristeninformation wandern. Hier befindet sich auch eine Gaststätte, in der man sich erfrischen und im Sommer sogar draußen sitzen kann. Gleich an diesem zweiten Eingang in die Tyssaer Wände steht auch noch eine weitere Informationstafel zum historischen Tourismus an den Tyssaern Wänden.
Von diesem Punkt aus gibt es zwei Möglichkeiten wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück zu kehren. Einerseits kann man an der Vorderseite zurück wandern, andererseits ist der viel schönere Weg über das ganze Felsplateau bis zum Kassenhäuschen zurück zu gehen. Von dem Eingangsbereich steigt man dann den schon bekannten Weg wieder herunter bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Eigentlich ist das nicht gerade eine Wanderung, sondern eher ein angenehmer Spaziergang, den man selbst mit den kleinsten Kindern ganz hervorragend absolvieren kann.
Kleiner Nachtrag zu den Preisen: Seit dem EU-Beitritt scheint die tschechische Inflation gravierend zu sein. Das Parken kostet inzwischen 40 Kc (ca. 2 €) und der Eintritt liegt bei 1,50 €.

Herunterladen

Zwerchloch – Quaderberg

Diese kleinere Wanderung ist dadurch entstanden, dass Herr Bellmann vom Heimatbuchverlag (www.heimatbuchverlag.de) ein Stiegenbuch zur Böhmischen Schweiz herausgebracht hat und dort gleich ein paar Stiegen und interessante Stellen nordöstlich des Stoličná hora (Quaderbergs) eingetragen sind. massive_Bank_Decin_kleinObwohl ich schon so einige Male über diesen Berg gewandert bin, waren mir viele Stellen unbekannt und so haben wir uns gleich mal auf eine Erkundungstour begeben. Den Startpunkt haben wir an den Ortseingang von Děčín (Tetschen) unterhalb des kleinen Spielplatzes bzw. des Parks gelegt. Von dort geht es sehr angenehm durch den Park aufwärts. Zuerst fällt dort eine riesige Bank auf, die einfach aus einem mächtigen Baumstamm herausgeschnitten worden ist. Auf dem Weg nach oben stehen einige Erklärungstafeln, die über besondere Bäume und Stellen im Park informieren. In dem Park sollte man sich links halten, da dort gleich an der ersten Möglichkeit der eigentliche Aufstieg beginnt. Man hätte auch gleich am Spielplatz die betonierte Fahrstraße aufwärts wandern können, aber der Weg durch den Park und der darauffolgende Aufstieg sind viel sehenswerter. Die betonierte Straße endet an der Schießanlage des Deciner Schützenvereins und auch der Wanderweg trifft an dieser Stelle darauf. Normalerweise ist das stabile Eingangstor verschlossen, sodass die Aussicht ins Elbtal von der Außenseite genossen werden muss. Aber es wird in kurzer Zeit noch eine viel schönere Aussicht erreicht. Dazu geht es gleich am Tor nach rechts den Pfad aufwärts. Blick_auf_Decin_von_Kaiseraussicht_kleinDer Aufstieg erfolgt über so einige Stufen und macht einen Haken oberhalb der Schießbahn. Dann kommt man an die Kaiseraussicht mit einem Obelisk, von der man einen tollen Blick über Děčín (Tetschen) hat. Der Platz ist sehr gut für eine kurze Erholung nach dem Aufstieg geeignet.
Auf der Rückseite der Aussicht startet ein super angenehmes Teilstück auf der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Es ist schon ziemlich ungewöhnlich, dass hier oben auf dem Stoličná hora (Quaderberg) so eine große Ebene ist. Nach ¼ Kilometer verlässt man den roten Strich und geht geradeaus auf einem ziemlich geraden Wanderweg weiter. Etwas weniger als 1 Kilometer geht es unmarkiert durch den Wald, bis der rote Strich roter Strich von links wieder zum Waldweg dazustößt. Hier wird der gerade Weg verlassen und es geht ganz kurz dem roten Strich nach links entgegen. Nach 10 Metern biegt vollkommen unauffällig nach rechts ein Pfad ab, der in einem wilden Zickzack den Hang hinabführt. Am Ende gabelt sich der Weg und zuerst wandert man nach rechts weiter. Schon nach ganz wenigen Metern erreicht man einen von vier Türmen einer ehemaligen Trinkwasserleitung. Diese Leitung soll im Jahre 1881 eingeweiht worden sein und das besonders Raffinierte ist, dass damals der 400 Meter Turm_von_Trinkwasserleitung_1881_kleinlange Stollen von beiden Seiten in den Berg getrieben wurde. Heutzutage lacht man mit den technischen Hilfsmitteln über diese Aufgabe, aber damals war es schon eine Herausforderung. Der Stollen scheint ziemlich tief zu sein, in den Schaft des ersten Turms kann man hineinsehen und der Boden ist nicht zu erkennen.
Zwischen diesem Turm und dem nächsten befindet sich ein sehr ungewöhnlicher Bachlauf in einer riesigen, teils betonierten, teils aus dem Felsen herausgearbeiteten Rinne. Gleich neben dieser Rinne führt ein Weg aufwärts. Auch wenn einige Sandsteinstufen hier den Aufstieg vereinfachen, sollte man vorsichtig sein, da bei unserer Wanderung mindestens zwei davon komisch kippelten. Der Bach läuft über mehrere große Stufen und dahinter heißt es, die Rinne für die weitere Wanderung zu durchqueren. Der Bach ist normalerweise nicht so tief, dass man sich irgendwelche Sorgen wegen nasser Füße machen müsste. Aber Vorsicht: bei Frost sollte man diese Wanderung so nicht machen, denn wenn die Rinne gefroren ist, könnte man ziemlich schnell nach unten gelangen…  Damit man auch die richtige Stelle erwischt, sollte man die gegenüberliegende Seite aufmerksam beobachten. Dort ist an einer Stelle deutlich zu sehen, dass da ein Pfad weiter geht. Aufstieg_Samielsteig_kleinDieser Pfad sieht so aus, als ob er in beide Richtungen (bachauf- und -abwärts) weiter führt, für diese Wanderung geht es aber 50 Meter nach links, um dann den Hang hoch zu steigen. Abstieg_Samielsteig_kleinHier kommt eine kleine Klettereinlage, um dann auf einem Pfad weiter in östliche Richtung zu gelangen. Nach 150 Metern geht es mit einer weiteren kleinen Klettereinlage wieder abwärts. Am Ende des Abstieges erreicht man wieder das Bachbett, das auf der linken Seite auf einer Betonbrücke überquert wird.
Die Wanderung erreicht die bekannte Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich, der nach rechts weiter gefolgt wird. Schon bald passiert man eine Kläranlage, die ungewöhnlicherweise überhaupt nicht stinkt, aber die Geruchsbelästigung war vorher im Bereich der beiden Türme schon vorhanden und vermutlich ist das auch der Grund für die breite Rinne oberhalb der Trinkwasserleitung. Hinter der Kläranlage passiert man ein paar Häuser und eine Halle. Dann geht es wieder in den Wald des Stoličná hora (Quaderberg) und nach insgesamt ½ Kilometer erreicht man wieder die bekannte Stelle, an der es nach rechts im Zickzack abwärts geht. Hier geht es nochmals abwärts, um dann unten an der Weggabelung diesmal nach links weiter zu wandern. Felswand_im_Baeckenloch_Kaiserweg_kleinAuch wenn wir die Stelle nach ein paar Metern gar nicht als so gefährlich angesehen haben, ist hier ein alter Feuerwehrschlauch als Handlauf angebracht. Vermutlich ist es eher eine moralische Unterstützung, Andachtsstaette_im_Baeckenloch_kleinaber es ist auf jeden Fall wieder ein kleiner Hinweis, wie man mit geringsten Mitteln, ohne Umweltverträglichkeitsgutachten, Ausschreibung und Bauantrag etwas hinbekommen kann. Hinter dieser Stelle geht es ein paar Stufen hinunter und dann passiert man eine höhere Felswand. Ziemlich am Ende der Wand ist eine kleine Nische mit einem Marienbild in den Felsen geschlagen worden. So manche Kleinigkeit ist noch neben dem Bild abgelegt worden, sodass es schon wie ein Minialtar aussieht.
Der weitere Wanderweg ist ganz gut zu erkennen und so geht man zuerst 400 Meter bis zu einer Spitzkehre nach links bergan. Dort steigt man noch ein paar Meter weiter auf, um eine Bank in einer Höhle zu passieren. Die Höhle ist unwesentlich, aber sie schützt die Bank vor Verwitterung. Auf der Armlehne steht „13. 16.2. V Čertovce 1973. 13.“. Was auch immer die paar Buchstaben sagen möchten.
Von dieser Höhle bzw. Bank wandert man noch 100 Meter auf dem Pfad weiter bis zu einer markanten Felswand. Wenn man auf der rechten Pfadseite eine Quelleeinfassung sieht, ist man ein paar wenige Meter zu weit gewandert. Links neben der Felswand beginnt eine Schräge, an der an der links am Felsen die Jahreszahl 1879 auffällt. Hier geht es aufwärts. Der Weg nach oben ist so Bildnis_Bernadette_Soubirous_kleineinigermaßen zu erahnen und man kommt ganz gut hinauf bis zur eigentlichen Höhle, die Zwerchloch heißt. In der Höhle fällt als erstes ein Bild der Ordensschwester Bernadette Soubirous Felsinschriften_1566_im_Zwerchloch_kleinund außerdem eine Vielzahl an Jahreszahlen (1566, 1775, 1790, 1848, 1870, 1879) auf. In der Wand des Zwerchlochs befinden sich einige Löcher und in einem stecken mehrere eingeschweißte Seiten mit Informationen zu dem Bild. Leider ist der Text nur in Tschechisch, aber Wikipedia liefert eine sehr ausführliche Beschreibung zu Bernadette Soubirous. Was auch immer diese kleine Grotte im Stoličná hora (Quaderberg) mit der heiliggesprochenen Schwester zu tun hat, erschließt sich uns nicht, aber vermutlich ist es eins der vielen Geocaches in der Sächsischen bzw. Böhmischen Schweiz oder vielleicht ist es auch ganz einfach nur eine kleine Gedenkstätte. Die Höhle soll 1631 auch als Zufluchtsstätte des letzten Ritters von Bünau gedient haben. Ein riesig großes Versteck ist die Höhle nicht, aber immerhin hatte er eine schöne Aussicht auf die Elbe.
Bei der Höhle bzw. dem Zugang kann man dann mal wieder gut feststellen, dass der Weg aufwärts meistens einfacher Blick_von_Zwerchloch_auf_Elbe_kleinals der Abstieg ist. In diesem Fall liegt es hauptsächlich daran, dass der Untergrund ziemlich locker ist und man nur schlecht Halt finden kann. Unter Zuhilfenahme von Wurzeln und ein paar Büschen geht es abwärts. Wer das Glück hat, ein Seil dabeizuhaben, kann dieses als psychologische Hilfe hier sehr gut einsetzen. sommerliche_Elbwarte_Decin_kleinGanz schön schauerlich fanden wir beim Abstieg, dass in einem der Felslöcher gleich neben der Jahreszahl 1879 ein Knochen lag. Aber so wild ist der Abstieg wirklich nicht. Wieder auf dem Weg angekommen, geht die Wanderung nach links weiter. Schon nach ein paar Metern passiert man die in Stein gefasste Zwergentränke und kurz dahinter geht es über ein paar Serpentinen hoch auf den Stoličná hora (Quaderberg). Noch bevor man die Ebene erreicht, fällt einem ein Pavillon auf, der dann auch schnell erreicht ist. Von der 1890 gebauten sogenannten Elbwarte hat man einen netten Blick hinunter ins Elbtal.
Gleich an dieser schönen Aussicht führt die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich entlang. Obelisk_Deciner_Kaiseraussicht_kleinDieser folgt man nach rechts in Richtung Děčín (Tetschen). Schon nach wenigen hundert Metern erreicht man die bekannte Kaiseraussicht. Hier geht es nach links auf der roten Wanderwegmarkierung den Hang bergab. geschnitzte_Bank_Quaderberg_kleinNach dem Abstieg geht man die letzten paar Meter nach rechts durch den schönen Park bis hinunter zum Ausgangspunkt der Wanderung. Auf dem Weg passiert man ein paar Holzkunstwerke und eine nette Sitzecke mit der Inschrift Loretoruh 1903.
Es ist immer wieder verwunderlich, was sich so alles in einer Landschaft wie der Sächsischen bzw. Böhmischen Schweiz entdecken lässt. Es gibt nicht nur tolle Aussichten und Felsentäler, sondern auch Stellen, an denen sich schon seit Jahrhunderten Menschen aufhalten.

Herunterladen

Schwarzes Tor

Nachdem ich jetzt schon einmal mit dieser Wanderung reingefallen bin, aber davon ausgehe, dass das Grundkonzept der Wanderrunde ganz in Ordnung ist, habe ich sie dann doch noch mal versucht. Die Ursprungsversion (Eiswanderung) habe ich um einen weiteren Abstecher verbessert und hier kommt die Beschreibung:
Die Wanderung habe ich zum Männertag 2005 durchgeführt. Der Termin war ganz bewusst so gewählt gewesen, da man an dem Tag gar nicht erst versuchen sollte in die beiden Teile des Nationalparks zu gehen, da dann Horden an Wanderern unterwegs sind. Wirklich erschrocken war ich, als ich am Parkplatz von der Buchenparkhalle ankam. Um kurz nach 10:00 war der Paktplatz schon zu 2/3 gefüllt und ich habe das erste Mal einen Stau am Parkscheinautomaten gesehen. Ich befürchtete schlimmstes im Bezug auf eine ruhige Wanderung.
Schwarzpulverhoehle_draussen_kleinDie Wanderung startet man nach rechts auf dem breiten Forstweg, der vor dem Parkplatz entlanggeht und mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert ist. Vom Parkplatz geht es ca. 400 Meter bis zur ersten Abzweigung. An dieser Stelle verlässt man den markierten Weg und es geht nach links den Berg herunter. Schwarzpulverhoehle_drinnen_kleinDa dieser Weg auch von Forstfahrzeugen benutzt werden könnte, geht es in einem angenehmen Gefälle ins Kirnitzschtal herunter. Kurz bevor es nach rechts auf den Hollweg weiter zur Kirnitzsch geht, kann man in der rechten Felswand eine Holztüre sehen. Bei der Wanderung stand diese Türe tatsächlich mal offen und ich konnte sehr gut sehen, wie eine alte Schwarzpulverkammer von innen aussieht. Früher wurde in dieser Kammer das Schwarzpulver aufbewahrt, um auch noch Wurzel aus dem gerodeten Wald zu entfernen. Eine weitere dieser Kammern gibt es im Großen Zschand.
An der Kirnitzsch angekommen geht es nach links auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich. Auch wenn der markierte Wanderweg nach ein paar Metern nach links verschwindet, geht es weiter geradeaus, genau auf den neuen Wanderergrenzübergang. Der Name des Grenzübergangs scheint noch nicht so richtig festgelegt zu sein. Bis jetzt habe ich die Varianten Rabenstein und Hinter-Dittersbach gehört. Mir selber würde die Variante Hinter- Dittersbach besser gefallen, auch wenn es diese Ortschaft nicht mehr gibt, aber als kleines Gedenken an die Ortschaft wäre der Name schon ganz nett. Gleich hinter dem Grenzübergang geht der Wanderweg nach links weiter. Leicht irritierend ist, dass hier der Weg durch eine Schranke versperrt wird, obwohl der Weg mit dem grünen Strich grüner Strich markiert ist. Vermutlich soll die Schranke aber eher irgendwelche Autofahrer am Weiterfahren hindern. Der Weg geht über ein normales Gefälle den Berg hoch.
Die grüne Wanderwegmarkierung führt die nächsten 3,3 Kilometer sehr angenehm ruhig durch den Böhmischen Wald, bis die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich erreicht wird. Auf ihr geht es nach links weiter, wobei man gut auf den Streckenverlauf achten muss. Der Wanderweg geht nicht wie man annehmen könnte auf dem breiten Forstweg weiter, sondern geht schräg links in den dichten Wald. Die Wegmarkierung ist im Frühjahr 2005 sehr schwer zu finden, aber wenn man weiß, dass es nicht auf dem Forstweg, sondern auf dem Pfad weitergeht, dann sollte man den Eingang finden. schwarzes_Tor_kleinDem Pfad folgt man den Hang runter, durch eine enger werdende Schlucht, bis der  breite Weg im Tal erreicht ist. Der kleine Bach in dem Tal heißt Rotes Floß. An dem Bächlein läuft man jetzt talwärts (also nach links), durch ein nettes schmales Tal mit einer ungewöhnlichen Natur, bis zum Schwarzen Tor. Da ich zum Anfang überhaupt nicht wusste, was das schwarze Tor ist und mir aber dachte, der Name hört sich interessant an, bin ich durch das Tal gewandert und habe die ganze Zeit Ausschau gehalten nach einem möglichen schwarzen Tor. Im Nachhinein gesehen, so viel Mühe hätte ich mir nicht machen müssen. Hinter-Dittersbach-heute_kleine_Bruecke_kleinDas Schwarze Tor ist ein unübersehbares Tor, da es sich quer über den Weg spannt. Wenn man durch das Tor durchgegangen ist, erreicht man dahinter gleich die Kirnitzsch. Über den Fluss ist an der Mündung des Tals früher die Schönlinder Brücke gewesen. Heutzutage sieht man davon nur noch die beiden Brückenauflager, aber die eigentliche Brücke ist nicht mehr vorhanden. Ganz schwer verwundert war ich, dass mir auf der gesamten Wanderung höchstens 10 Wanderer begegnet sind, nur im Bereich des Schwarzen Tors schätzungsweise 50 Leute unterwegs waren. Es waren unterschiedlichste Gruppen und sie machten auch nicht den Eindruck, als wenn sie durch die kalte Kirnitzsch gewatet wären. Entweder war es ein dummer Zufall, oder es gibt noch irgendwo eine Brücke, die zwar kein offizieller Übergang ist, aber trotzdem die Kirnitzschüberquerung ermöglicht.
Um die Wanderung auf legale Weise fortzusetzen, geht es wieder durch das Tal zurück, bis zur ersten Möglichkeit nach links abzubiegen. Quelle_Hadi_Pramen_kleinAuf diesem Pfad geht der blau markierte Weg den Berg hoch. Der markierte Wanderweg schlängelt sich erst auf einem schmalen Pfad entlang, um zuerst an der Quelle Hadi Pramen vorbei zu führen und dann aber auf einem breiten Forstweg bis an den Grenzübergang weiterzulaufen. Wenn man den Grenzübergang in Sichtweite hat, dann weißt eine alte Steintafel an einem Felsbrocken auf die Wolfsjagd hin. Denkmal_Todesmarsch_kleinKurz vor dem Grenzübergang, sieht man an einem Weg, der nach rechts geht, eine in Stein gefasste Quelle und wenn man diesen Weg reingehen würde, dass Resultat von ein paar Idioten. Bis vor ein paar Jahren stand an der Stelle ein Denkmal, das den Opfern des Todesmarsches vom April 1945 gewidmet war. Leider ist es inzwischen abgesägt und es ist nur noch der ein Fundament und ein Pfosten zu sehen. Meiner Ansicht nach, muss so etwas nun wirklich nicht sein.
Vom Grenzübergang Hinter-Daubitz (Zadni Doubice) geht es wieder zurück nach Deutschland. Die ersten paar Meter (500 Meter) verläuft die Wanderung an der Kirnitzsch entlang, um dann auf die Wanderwegmarkierung roter/gelber Strich roter Strich zu treffen. Auf dieser Wanderwegmarkierung geht es jetzt die nächsten 150 Meter nach rechts, um dann aber auch schon wieder nach links den Berg hoch nach Hinterhermsdorf zu gehen. Der breite Forstweg führt an einer lang gezogenen Waldwiese vorbei und geht mit einer mäßigen Steigung in den Ortsteil Neudorf. Im Neudorf angekommen biegt man die erste Möglichkeit nach links wieder ab. Der Weg ist mit dem gelben Punkt gelber Punkt markiert. Zuerst geht es am Forstamt von Hinterhermsdorf vorbei und danach unterhalb der Kleingartenanlage. Am Ende des Weges erreicht man die Straße zur Buchenparkhalle und nach den letzten 100 Metern auf dieser Straße ist der Ausgangspunkt dieser Wanderung wieder erreicht.
Was mich an dieser Wanderung wirklich verwundert hat, ist die schöne Ruhe, obwohl unwahrscheinlich viele Menschen unterwegs gewesen sind. Der Parkplatz war bei meiner Rückkehr bis zum Rand voll, aber anscheinend sind alle entweder zu der oberen Schleuse gegangen oder haben die Richtung Nationalpark eingeschlagen. Außerdem habe ich mich über die Runde jetzt doch gefreut, dass sie gar nicht so schlecht ist, wie ich sie das erste Mal empfunden hatte.

Herunterladen

Sebnitz – Nixdorf

Der Weg beginnt unterhalb der Gaststätte Waldhaus. Der unangenehmste Teil dieser Wanderung sind die 300 Meter auf der asphaltierten Straße Richtung Sebnitz. Am Waldhaus folgt man dem Waldweg nach rechts. Ausgeschildert ist er mit den Worten Tomášov (Thomasdorf) und dem gelben Strich gelber Strich. Der Hügel hinter dem Gaststättengelände ist eine alte Müllhalde, die heutzutage mit mehreren Schichten abgedeckt ist und eigentlich nur noch durch den Zaun und den fehlenden höheren Bewuchs auffällt. Auf dem weiteren Weg passiert man gleich zweimal Stellen, die nach links einen schönen Blick in Richtung Sebnitz bzw. auf Hertigswalde ermöglichen. Nach einer Strecke von etwas weniger als einem Kilometer erreicht man die Grenze, die zwar hier immer noch sehr gut gegen Fahrzeuge gesichert ist, aber als Wanderer kommt man heutzutage sehr angenehm rüber. Es geht noch ½ Kilometer weiter auf der gelben Wanderwegmarkierung, bis man die kleine Siedlung namens Tomášov (Thomasdorf) erreicht. Gaststaette_Thomasdorf_kleinKapelle_Thomasdorf_kleinGleich hinter der kleinen Kapelle auf der rechten Seite befinden sich eine Gaststätte und eine Ferienhaussiedlung. Die Wanderung verlässt die gelbe Wanderwegmarkierung nach links auf dem ersten ernstzunehmenden Weg und man wandert einen sehr gut ausgebauten Waldweg entlang. Der Weg führt einmal ¼ um den Tanečnice (Tanzplan) herum, um dann nach 2 Kilometern auf eine Kreuzung mit der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich zu stoßen. Nach links würde es nach Sebnitz hinunter gehen, aber das nächste Ziel ist der Gipfel des Tanečnice (Tanzplans) und deshalb wandert man nach rechts weiter. Dafür, dass der Berg mit 597 Metern höher ist als der höchste Berg der Sächsischen Schweiz (Großer Winterberg mit 556 Metern), kommt man überraschend angenehm hinauf. Ein bisschen muss man aufpassen, dass man nach einem ¾ Kilometer nicht übersieht, dass es nach rechts auf einem Pfad hoch zum Gipfel geht. Die Markierung zeigt es zwar an, aber sie ist ziemlich unauffällig und der Weg geradeaus sehr verführerisch. Die letzten 30 Höhenmeter sind dann auch schnell geschafft und auf Tanzplan_Turmdem Gipfel befindet sich eine Gaststätte mit sehr angenehmen Preisen und super freundlichen Bedienungen. Gleich daneben steht der 26 Meter hohe Bismarckturm. So richtig hinter die Öffnungszeiten der Gaststätte bin ich noch nicht gekommen. Im Moment scheinen es nur die Tage zwischen Mai und September zu sein. Auch Tanzplan_Restaurantwenn die 15 Kronen Turmbesteigungsgebühr (Stand Winter 2016/17) in der Gaststätte bezahlt werden sollen, darf man in der kalten Jahreszeit den Turm auch ohne Eintritt besteigen. Ohne den Turm steht man in einem dicht gewachsenen Wald ohne Aussicht da und so ist der Aufstieg selbstverständlich und auch wirklich lohnenswert.

Vom Tanzplan geht man die Fahrstraße den Berg wieder hinunter. Nach ein paar Metern stellt man fest, dass man auch bis fast zum Gipfel mit dem Auto fahren könnte, da ein Parkplatz auftaucht. Aber wer will schon mit dem Auto auf einen Berggipfel fahren. Also weiter die Straße runter. Giebel_Kirche_Nixdorf_kleinAm Ende des Weges geht man nach links Richtung Mikulášovice (Nixdorf). Auch wenn die Straße auf Wanderkarten nach einer echten Straße aussieht, ist sie doch nur eine Innenraum_Kirche_Nixdorf_kleinZufahrtsstraße und deshalb nicht besonders stark befahren. Nach 2 Kilometern erreicht man die Hauptstraße von Mikulášovice (Nixdorf) und wandert diese nach rechts. Wenn man sich die Gebäude ansieht, dann kann man sehr gut sehen, Nixdorf_schoenes_Hausdass diese Stadt/Dorf irgendwann mal reich gewesen ist. So ist die Kirche ein Augenschmaus und einige Häuser werden auch wieder schön hergerichtet. Auf der nächsten Straße nach rechts (wieder Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich) geht es schon wieder aus Nixdorf hinaus. Man folgt der Beschilderung Hinterhermsdorf/alte Nixdorfer Straße. Nixdorf_Schwimmbad_3Einen Kilometer nach Verlassen der Hauptstraße kommt man an das gut gepflegte Natur-Freibad von Nixdorf. Hier ist es bestimmt im Sommer sehr gut auszuhalten. An der Weggabelung geht es nach links. Nixdorfstrasse_BlitzopferMan folgt der alten Nixdorfer Straße, vorbei an einem Grabstein, der an ein Blitzschlagopfer erinnert, bis an die Grenze. Sehr interessant sind die Erklärungstafeln über die Berge, die umliegenden Dörfer und die Wege. Vom Grenzübergang geht es zum Weifberg. Von dem 32 Meter hohen Weifbergturm_2Aussichtsturm hat man eine wunderschöne Aussicht über die ganze hintere Sächsische Schweiz. Der Ausblick ist beeindruckend und auch von nicht ganz so geübten Wanderern gut zu erreichen. Das einzige kleine Hindernis könnte die Windempfindlichkeit des Turmes sein. Bei stärkerem Wind bewegt sich der Turm in der Spitze schon ziemlich hin und her. Vom Weifberg geht es ein paar Meter den Weg wieder zurück und vor dem Wald nach links auf den Prof. Meiche-Weg. Auf diesem sehr ruhigen Weg geht es so ziemlich über Stock und Stein die 5 Kilometer zum Parkplatz zurück. Der Weg ist die ganz Zeit mit dem blauen Strich ausgeschildert. Aussicht_vom_Wachberg_Saupsdorf_kleinZwischendurch kann man noch eine Rast auf dem Wachberg machen. Der Wachberg ist der Hausberg von Saupsdorf und mit einer Gaststätte auch für das leibliche Wohl seiner Besucher zuständig. Auch auf diesem Berg hat man einen schönen Blick über Saupsdorf und Teile der hinteren Sächsischen Schweiz. In die Böhmische Schweiz kann man von diesem Berg nicht sehen. Vom Wachberg wandert man die Reststrecke bis zum Parkplatz immer am Wald entlang.

Herunterladen

Christianenburg/Schneeberg

Diese Wanderung ist durch ein paar Reklametafeln an der Straße von Děčín (Tetschen) nach Sněžník (Schneeberg) entstanden. Auf diesen großen Tafeln wird für eine Gaststätte namens Kristin Hrádek (Christianenburg) geworben. Der Name Christianenburg hörte sich interessant an und die Lage mitten im Wald machte mich neugierig. Also habe ich gleich mal eine Erkundungswanderung gestartet, die wie folgt aussieht:

Der Startpunkt der Wanderung ist der kleine Parkplatz auf der Rückseite des Schneebergs. Dieser Parkplatz ist nicht gerade groß, Christianenburg_Zufahrt_kleinaber bis jetzt war immer noch ein Plätzchen frei, da die meisten anderen Besucher des Schneebergs von der Vorderseite kommen. Vom Parkplatz startet die Wanderung über die Straße zwischen Děčín (Tetschen) und Sněžník (Schneeberg). Direkt auf der dem Parkplatz gegenüberliegenden Straßenseite geht eine schmale, aber asphaltierte Straße in den Wald hinein. Auch wenn es sich um eine Fahrstraße handelt, Christianenburg_Hotel_kleinso muss man keine Befürchtungen wegen des Verkehrsaufkommens haben, da es sich nur um die Zufahrt zur Gaststätte und dem Hotel handelt. Insgesamt verläuft die Straße 2 Kilometer in den Wald hinein bis zum Namensgeber der Wanderung. Das Jagdschloss Christianenburg wurde vor 200 Jahren als ein Privatdomizil der Fürstenfamilie Thun aus Tetschen errichtet. Zwischendurch ist es einmal komplett abgebrannt und die Vertreibung der Deutschen aus Böhmen ist auch nicht spurlos vorbeigegangen. Aber seit ein paar Jahren hat sich wieder jemand des Anwesens angenommen und so ist es heute ein sehr nett aussehender Gebäudekomplex. Christianenburg_komplett_kleinHeutzutage befindet sich in dem schönsten Haus auf der linken Seite das Hotel, in dem größten Haus ist in der unteren Etage ein Restaurant und in dem rechten Haus sind noch ein paar sehr geschmackvoll eingerichtete Hotelzimmer untergebracht. Zu dem Hotel gehört eine riesige Wildwiese und ein Freizeitbereich. Alles ist in einem ziemlich guten Zustand. Wirklich überrascht waren wir von der Speisekarte. Da die Christianenburg (www.kristinhradek.cz) im Ursprung ein Jagdschloss gewesen ist, hat man sich im Restaurant an diese Historie erinnert und so werden unterschiedlichste Wildspezialitäten angeboten. Sehr ansprechend ist der eigentliche Gastraum mit seinen großen Gewölben. Hier kann man mit Genuss die böhmische Küche genießen. Ein kleines Manko ist, dass sich die Preise im Verhältnis zu vergangenen Tagen an die deutschen Restaurantpreise angenähert haben.

Von diesem Teilziel geht die Wanderung dann wieder ein paar Meter auf der Straße zurück. Von dem Bereich der Christianenburg geht es ein paar Höhenmeter (höchstens 10 Meter) herunter, bis rechts ein Trafohaus auftaucht. Vor dem Häuschen biegt nach rechts ein Waldweg ab, dem die Wanderung jetzt folgt. Nach 300 Metern steht auf der linken Seite diesmal ein Haus im Wald, das als Kennzeichen für eine Richtungsänderung hilft. An dieser Wegkreuzung biegt man nach links ab und jetzt geht es auf einem dieser typischen Forstwege durch den Böhmischen Wald. Der Weg ist sehr angenehm zu wandern, da fast kein Höhenmeter überwunden werden muss. Der ganze Bereich im Wald ist sehr ruhig und man trifft nur selten andere Mitmenschen. Auf unserer Wanderung waren es nur ein paar Pilzsammler kurz vor der Fahrstraße. Auch wenn alle Wanderkarten für diesen Bereich ein paar Wege eingezeichnet haben, so ist der Streckenverlauf sehr einfach zu finden und man muss nur einmal an einem etwas größeren Holzsammelplatz, der nach ca. 1,3 Kilometern erreicht wird, nach links abbiegen. Auf diesem gut ausgebauten Waldweg wandert man 200 Meter, bis der breite Weg nach links abbiegt, aber geradeaus ein schönerer Waldweg weiter führt. Auf dem breiten Weg könnte man auch weiter gehen, aber dann müsste man ½ Kilometer auf der Landstraße entlangwandern. Deshalb der Weg über den grasbedeckten Waldweg, dem einfach immer weiter in südliche Richtung gefolgt wird. 

Der Wanderweg endet auf der besagten Landstraße und man muss nur ganz wenige Meter nach rechts bis zur Bushaltestelle wandern. Gleich an der Bushaltestelle steigt ein kleinerer, aber gut sichtbarer Waldweg den Hang des Schneebergs hoch. Vogelbaum_Birken_Schneeberg_kleinZwischendurch muss man noch einen etwas steileren Hang mit ein paar Sandsteinfelsen erklimmen. Oben angekommen, erreicht man den Querweg, der ebenfalls auf allen Wanderkarten eingezeichnet ist. Hier sollte man nicht hoffen, dass man einen gut ausgebauten Waldweg findet, aber wenn man sich an den weißen Strichen an den Bäumen orientiert, dann findet man den Weg. Je länger man auf diesem Pfad unterwegs ist, desto deutlicher wird er sichtbar. Der Weg führt eigentlich die ganze Zeit parallel zum Fuße des Schneeberges entlang und trotzdem ist der Berg nur selten auf der linken Seite zu sehen. Das ist irgendwie besonders verwunderlich, da man nicht durch einen dichten Wald wandert, sondern es eher durch eine lockere Ansammlung von Birken und Vogelbeerbäumen (Eberesche) geht. Nachdem man mehr als ¼ des Schneeberges umrundet hat, erreicht man die Fahrstraße hinauf auf den Schneeberg. Auf diesem angenehmen Aufstieg geht es jetzt endlich rauf auf den Berg. Ausblick_Schneeberg_Richtung_Saechsische_Schweiz_kleinDer weitere Weg ist mit dem roten Strich roter Strich markiert. Wirklich toll ist die Stelle, an der die Straße auf einmal den Blick in die Landschaft freigibt. An dieser Stelle stehe ich immer und freue mich über die uneingeschränkte Fernsicht. Schneeberg_Aussichtsturm_kleinNachdem man auch die letzten paar Meter auf den Schneeberg geschafft hat, bietet sich gleich auf der linken Seite ein Aussichtspunkt an. Erst auf hier fällt einem auf, wie riesig hoch (über 700 Höhenmeter) man jetzt eigentlich ist und warum man den Schneeberg von so ziemlich überall in der Sächsischen Schweiz aus sieht. Von dieser Aussicht geht es über den asphaltierten Weg bis zum Aussichtsturm bzw. der Gaststätte. Ich glaube nicht, dass man unbedingt auf den Turm steigen muss, da es einige Aussichtspunkte auf dem Schneeberg gibt und auf der noch kommenden Runde über den Schneeberg ein Blick in alle Himmelsrichtungen möglich ist. Gleich an der Gaststätte befindet sich einer dieser Aussichtspunkte, der netterweise mit einer großen Kupferplatte über die böhmischen Berge informiert.

Von diesem Zwischenstopp geht es an der südlichen Kante des Schneeberges auf dem rot markierten Weg weiter. Auf diesem Pfad kommt man an mehreren schönen Aussichten vorbei, die alle einen netten Ausblick auf den Böhmischen Wald und die Stadt Děčín (Tetschen) bieten. Ausblick_Schneeberg_Richtung_Zschirnstein_kleinAm hinteren Ende (östliche Seite) des Schneeberges steigt man wieder von dem Berg ab. Auch hier kommt noch eine nette Aussicht, an der man rüber zum höchsten Felsen der Sächsischen Schweiz, dem Großen Zschirnstein, blicken kann. Der Abstieg geht über einige Steine und einen ziemlich unebenen Weg nach unten. Nachdem man den Abstieg erfolgreich gemeistert hat, biegt nach links die grüne Wanderwegmarkierung grüner Strich ab. Auf ihr geht es jetzt die letzten paar Meter bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Damit endet eine Runde, die von der Streckenführung nicht ganz so einfach zu finden war, aber wenn man sich mit einer einigermaßen ordentlichen Wanderkarte ausrüstet, dann ist der Weg zu finden. Die Mühe für diese Streckenfindung lohnt sich auf jeden Fall, da es sonst nur den Weg über die Fahrstraße gibt und das macht nun mal überhaupt keinen Spaß. Die Christianenburg hat mich erfreut und inzwischen verstehe ich auch ganz gut, warum vom Fuchsteich ein Trampelpfad über die Grenze zur Christianenburg führt.

Herunterladen

Donnerberg

Nachdem ich Anfang dieses Jahres die Erkundung des Karlshauses veröffentlich habe, hat mich ein netter Leser darauf hingewiesen, dass man vom Karlshaus auch noch ganz hervorragend über den Donnerberg weiter wandern kann. Außerdem stand im neuen Buch (Geheimnisvolle Wege im Sandstein und anderswo Band I) von Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de) ein Hinweis auf einen Gedenkstein ganz in der Nähe des Karlshauses, der ja auch gleich mit der Wanderung besucht werden könnte. Also geht es nach relativ kurzer Zeit ein weiteres Mal in Richtung Karlshaus.
Der Startpunkt liegt in Mezní Louka (Rainwiese). Von hier geht es auf der dem großen Hotel gegenüberliegenden Straßenseite los. Hier befindet sich ein Campingplatz, auf dem auch noch einige kleine Hütten stehen. Links am Rand stehen ein paar neue moderne Ferienhäuser, die auch sehr beliebt sind. Der Weg quer durch das Gelände ist mit dem grünen Strich grüner Strich gekennzeichnet. Gleich hinter dem Campingplatz beginnt der Wald und hier herrscht höchstens noch auf den nächsten 200 Metern ein wenig Betrieb. Danach wird es sehr ruhig. Teich_im_Donnergrund_kleinDer Waldweg passiert zwei Teiche und auch wenn nach ½ Kilometer der grüne Wanderweg nach rechts abbiegt, so wandert man weiter geradeaus. Nach wenigen Metern passiert man eine riesige Futterkrippe und dann geht es an den ersten Aufstieg. Knueppelweg_Donnergrund_kleinDer Weg nach oben ist ziemlich breit und fällt besonders dadurch auf, dass als Untergrund ganz viele Baumstämme liegen. Damit wird auf jeden Fall verhindert, dass der nächste Gewitterschauer den Waldweg ausspült.
Der Aufstieg heißt Donnergrund und nach 110 Höhenmetern ist es geschafft. Danach geht es super angenehm weiter. Auf der linken Wegseite sind rote Ringe an die Bäume gemalt. Das soll darauf hinweisen, seltsames_Bauwerk_am_Donnerberg_kleindass hier die Grenze der böhmischen Nationalpark-Kernzone verläuft. Auf dieser Wegseite fällt auf der weiteren Wanderung ein sehr rätselhaftes Bauwerk auf. Eigentlich sieht es so aus wie zwei Widerlager einer Brücke, aber die wären an der Stelle ziemlich unsinnig, da in einem Abstand von 10 Metern ein Hang und damit ein Weg verläuft. Aber irgendetwas wird sich der Baumeister damals schon gedacht haben.
Ein Stück weiter findet man auf der rechten Wegseite eine kleine Quelleinfassung. Hier soll es nachher zum Karlshaus hinauf gehen, aber vorher wird noch eine andere interessante Stelle erkundet. Dazu wandert man auf dem bequemen Waldweg weiter bis 100 Meter hinter dem gut sichtbaren Forststein mit der Nummer 90. Hier ist auf der linken Wegseite keine Kernzone mehr und so darf man in den Grund absteigen. Vom Weg aus kann man schon sehen, dass sich dort in der rechten Seite des Grundes eine Schichtfugenhöhle befindet. Gedenkstein_Aldringen_in_der_Huehnerboofe_kleinDiese Höhle ist tatsächlich eine der offiziellen böhmischen Boofen und heißt Hühnerboofe. Bis ins 2013 hat dort in der Boofe ein Gedenkstein an Hieronymus Grafen Clary v. Aldringen gestanden, aber irgendwelche fleißigen Mitmenschen haben das wuchtige Ding auf den Berg Karlshaus hinaufgeschleppt. Wenn man sich aus der Boofe den steilen Hang ansieht, dann ist das bestimmt ein ordentliches Stück Arbeit gewesen.
Für die weitere Wanderung muss man wieder auf den Waldweg hoch krabbeln und die paar Meter bis zu der bekannten Quelle zurückkehren. Im Jahre 2013 lag die kleine Schutzhütte der Quelle zerstört neben der Quelleinfassung, aber netterweise ist sie im Jahre 2014 wiederhergestellt worden und leuchtet jetzt mit neuen Brettern. Wenn man über die Quelle hinweg blickt, dann sieht man im Hintergrund eine Felswand, die in einer Ecke einen relativ flachen Aufstieg bietet. Genau dorthin geht es. Von der Quelle bis zur Felswand muss man sich so einigermaßen einen Weg durch ein paar Minifichten bahnen, aber das sind nur ein paar wenige Meter und ab der Felswand geht es dann auf einigen kreuz und quer liegenden Stufen aufwärts. Da die Steigung wirklich nicht groß ist, kommt man ganz gut hinauf. Noch gleich an der unteren Felswand befindet sich die Jahreszahl 1710, was wohl auf keine touristische Erschließung, sondern eher auf Jäger oder Förster hinweist. An mehreren Treppen_zum_Karlshaus_kleinStellen kann man Bearbeitungsspuren an den Felsen erahnen und natürlich sind die Stufen künstlichen Ursprungs. Im unteren Teil des Aufstieges sind die Stufen ein wenig durcheinander, aber im oberen Teil liegen sie noch perfekt in einer Felsaussparung. Dadurch, dass diesen Aufstieg nur ganz wenige Leute kennen, liegen die Stufen voller Laub und Nadeln und dadurch fühlt man sich wie ein Entdecker auf dem Weg zu einer Pyramide (so eine im Dschungel in Guatemala – nach Ägypten sah es eher nicht aus). Zumindest hat der weibliche Teil unserer Familie das so empfunden. Das ursprüngliche Karlshaus hat auf dem linken (östlichen) Blick_vom_Karlshaus_zum_deutschen_Raumberg_kleinFelsplateau gestanden. Seit 2014 steht auf dem Plateau des Karlshauses der Gedenkstein an Hieronymus Grafen Clary v. Aldringen. Diese Felsplatte soll schon bis zum Ende des 2. Weltkrieges hier oben gestanden haben und jetzt ist sie wieder zu ihrem angestammten Platz heraufgetragen worden. Die Inschrift besagt folgendes: “Zum ewigen Andenken an Hieronymus Grafen Clary v. Aldringen; Leutnant in einem Panzer-Regiment gefallen am 28. Juli 1941 bei Sokolowka in der Ukraine im 24. Lebensjahre.” Leider ist die Aussicht zugewachsen, was früher ganz bestimmt anders gewesen ist. Heutzutage hat man nur noch eine Sichtachse hinüber zum deutschen Raumberg.
Für die weitere Wanderung geht es wieder ein ganz kleines Stück vom Karlhaus herunter und gleich auf der gegenüberliegenden Seite des Sattels (10 Höhenmeter unterhalb des Karlshauses) wieder aufwärts. Wenn man sich hier ein wenig an der linken Hangseite entlang bewegt, dann ist es der einfachste Weg. Auch wenn der Weg hier nur mit sehr viel Fantasie in den Heidelbeersträuchern zu entdecken ist, lässt er sich doch gut erahnen, da es einfach Pfad_zum_Donnerberg_kleinauf dem Grat entlang geht. Gleich mehrmals hat man einen wirklich guten Blick in die böhmische Landschaft. 400 Meter hinter dem Bergsattel befindet sich der Bouřňák (Donnerberg) auf der rechten Seite. Der Aufstieg bis hoch auf den Gipfel des Bouřňák (Donnerberg) ist nicht lohnenswert, Blick_vom_Donnerberg_nach_Boehmen_kleinda er leider komplett bewachsen ist. Dafür hat man am linken Rande noch mal eine schöne Aussicht, da hier in den letzten Jahren ein Streifen Wald gerodet wurde. Genau dieser Streifen ist auch eine passende Gelegenheit, von dem Berg abzusteigen. Man könnte zwar noch ohne ein Problem weiter am Hang bzw. auf dem Grat weiter wandern, aber hier ist ein deutlicher breiter Waldweg zu erkennen, der durch den Grund abwärts führt.
Dieser sehr leichte Abstieg endet auf dem Dlouhá úbočnicová cesta (Schlafgrund). Diesen Waldweg geht es Abstieg_durch_Schlafgrund_kleinzuerst nach rechts und dann mit der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich weiter abwärts. Obwohl ich kurz vorher auf der Wanderung Karlshaus den Dlouhá úbočnicová cesta (Schlafgrund) hochgestiegen war, hatte ich dabei nicht mitbekommen, dass es den stark ausgespülten Waldweg und gleich daneben einen breiten Wanderweg gibt. Im Abstieg sieht man beide Wege sofort und es ist sehr empfehlenswert, den Weg links zu wählen. Am Ende des Abstiegs stößt man wieder auf den bekannten Weg mit der roten Wanderwegmarkierung und hier geht es nach links bis zum Ausgangspunkt in Mezní Louka (Rainwiese). Es ist immer wieder nett, wenn Leser unserer Wanderbeschreibungen noch Verbesserungen schicken. So haben wir wieder mal eine Stelle kennengelernt, die wir so ganz bestimmt nicht ausprobiert hätten. Natürlich ist es auch toll, dass es Autoren gibt, die in Kleinserien Bücher herausbringen und darin immer wieder weitere verborgene Stellen beschreiben. Danke schön.

Herunterladen