Tyssaer Wände

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Ø 3,6 (127 Stimmen)
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,00 h
Entfernung:
ca. 4,00 km
Höhenunterschied:
ca. 185 Meter
beste Reisezeit:
 
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
Wanderweg und Pfad Treppen
Klettern
empfohlene Karten:
Elbsandsteingebirge;
Kompass
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Tyssa - Tyssaer Wände - westliche Seite - östliche Seite - Vorderseite - Tyssa

Tyssaer Wände

Die Wanderung der Tyssaer Wände Wasserhahn_Tyssa_kleinstartet mitten in der Ortschaft Tyssa (Tisá). Gleich gegenüber der Kirche befindet sich ein Parkplatz, der anscheinend meistens kostenlos ist. Nur zu echten Urlauberhochzeiten muss man eine Parkplatzgebühr entrichten. Recht neben der Kirche geht es den Hang hoch. Gegenüber von der Kircheneingangstüre steht ein wirklich schick aussehender Wasserhahn. Irgendwie kann ich mir sehr gut vorstellen, wie sich schon vor hundert Jahren Leute an dem Ding mit Wasser versorgt haben. Der Aufstieg bis zum Eingangsbereich der Tyssaer Wände ist sehr angenehm. Zuerst geht es über ein paar Stufen bis zu einem Gedenkstein hoch und dann verläuft der Weg schräg nach links bis zum Eingangsbereich der Tyssaer Wände. Im Eingangsbereich steht eine kleine Hütte, in der eine nette Dame sitzt und einen drauf aufmerksam macht, dass man zum Betreten der Tyssaer Wände 30 Kč bezahlen muss. Netterweise kann man das Geld natürlich auch in Euros bezahlen. noerdliche_Tyssaer_Waende_kleinWenn ich mich richtig erinnere, dann war der Eintrittspreis im Oktober 2005 0,70 €. Im ersten Moment war ich leicht irritiert, dass man einen Eintrittspreis für das Betreten einer Landschaft bezahlen muss, aber dann habe ich mich dran erinnert, dass es z.B. in den USA vollkommen normal ist und so ziemlich alles aus den USA irgendwann in Europa ankommt. Vielleicht setzt sich so etwas dann auch für den Nationalpark Sächsische Schweiz durch.
Felsspalte_2_Tyssaer_Waende_kleinDer Wanderweg wird durch das typische Wegekennzeichen eines Naturlehrpfades grüner Querstrich gekennzeichnet. Außerdem sind alle möglichen Stationen nochmals durchnummeriert und damit ist dann auch gleich der genaue Streckenverlauf definiert. Bevor man jedoch nach links in die Felsen verschwindet, sollte man noch einen kurzen Blick auf die Informationstafel „Geologie der Tyssaer Wände“ werfen. Nach diesen ersten Grundlageninformationen geht es auf der westlichen Seite (linke Seite) auf die Felsen. Der Weg geht über ein paar Stufen durch eine Felsspalte auf die Felsplattform. Von hier oben hat man einen ganz hervorragenden Ausblick auf die Ortschaft Tyssa und die Vorderseite der Tyssaer Wände.
Felsspalte_Tyssaer_Waende_kleinNach diesem optischen Wohlgenuss, geht es auf der gegenüberliegenden Seite wieder herunter. Der Weg schlängelt sich zuerst auf der Vorderseite der Felsen entlang, bis es ab dem Wendepunkt durch eine Felsspalte zum Kassenhäuschen zurückgeht. Der Weg dorthin ist toll und es macht richtig Spaß durch die breiten Felsspalten zu klettern. Der Weg erinnert schwer an das Labyrinth, nur dass man hier durch die Breite der Weg nicht schmutzig wird.
Vom Kassenhäuschen geht es auf der Rückseite der Felsen weiter. Dieses Teilstück der Wanderung hat wieder eine ganz andere Charakteristik. Der Weg verläuft sehr angenehm am Felsfuß entlang, auf der linken Seite befindet sich der Wald und wenn man Glück hat ist eine angenehme Ruhe vorhanden. Gleich zwei Tafeln weisen am Wegesrand auf unterschiedliche Natur hin. Felsloch_Tyssaer_Waende_kleinDie eine Tafel beschäftigt sich mit der Vogelwelt, die andere mit der Pflanzenwelt der Tyssaer Wände. Fast am Ende der Tyssaer Wände geht es wieder hoch auf das Felsplateau. Auf dem Felsplateau kann man nach links bis zur Touristeninformation wandern. Hier befindet sich auch eine Gaststätte, in der man sich erfrischen und im Sommer sogar draußen sitzen kann. Gleich an diesem zweiten Eingang in die Tyssaer Wände steht auch noch eine weitere Informationstafel zum historischen Tourismus an den Tyssaern Wänden.
Von diesem Punkt aus gibt es zwei Möglichkeiten wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück zu kehren. Einerseits kann man an der Vorderseite zurück wandern, andererseits ist der viel schönere Weg über das ganze Felsplateau bis zum Kassenhäuschen zurück zu gehen. Von dem Eingangsbereich steigt man dann den schon bekannten Weg wieder herunter bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Eigentlich ist das nicht gerade eine Wanderung, sondern eher ein angenehmer Spaziergang, den man selbst mit den kleinsten Kindern ganz hervorragend absolvieren kann.
Kleiner Nachtrag zu den Preisen: Seit dem EU-Beitritt scheint die tschechische Inflation gravierend zu sein. Das Parken kostet inzwischen 40 Kc (ca. 2 €) und der Eintritt liegt bei 1,50 €.

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    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Böhmen / Schöna mit dem VVO-Navigator und dann weiter mit dem Tschechischen Navigator (jizdnirady.idnes.cz).
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Tyssa Ortsmitte
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 2,00 €

Tyssaer Wände & Schneeberg

Die Wanderung zum Schneeberg und den Tyssaer Wänden sind wir im April 2002 schon einmal gegangen, aber damals war uns nicht bewusst, dass man nicht unbedingt über die hässliche, wirklich schnurgerade Straße zwischen den beiden Hauptpunkten wandern muss. Netterweise hat uns genau auf diesen Umstand der Betreiber der Webseite www.saechsische-schweiz.info hingewiesen und damit konnte die Wanderung nett aufgewertet werden. Da uns unsere ursprüngliche Wanderung nur sehr eingeschränkt gefallen hat, haben wir gleich mal den kompletten Vorschlag für die Runde übernommen und noch ein paar Abstecher mit eingebaut. Damit ist eine komplett neue Wanderung entstanden, die mit dem ursprünglichen Reinfall nichts mehr zu tun hat.
Als Wanderzeitpunkt hatte ich mir einen Sonntag Mitte März ausgesucht, an dem eigentlich schönes Wetter sein sollte. Die Realität hatte aber leider nichts mit dem Wetterbericht zu tun. Zu meinem Wanderzeitpunkt war es ganz leicht am nieseln und so war weit und breit kein Wanderer oder Kletterer unterwegs. Der Startpunkt liegt im Bielatal am Parkplatz Ottomühle. Von hier geht es auf der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich leicht ansteigend dem Bachlauf entgegen. Steg_Singeborn_kleinDie kleine Ortschaft ist schnell durchquert und dann geht es in das meistens sehr ruhige Bielatal. Nach ziemlich genau einem Kilometer auf dem gut ausgebauten Forstweg passiert man den Singeborn mit seinem Zugangssteg. Die Geschichte zu dieser Quelle ist, dass der Rosenthaler Pfarrer mit der Schuljugend zur Osterzeit hierher gezogen ist und mit Gesang Weihwasser geholt hat. Heutzutage gibt es in den umliegenden Dörfern nur noch ganz wenige Jugendliche und  nur noch eine einzügige Grundschule. Dass man da zu so einem Umzug mit Gesang unterwegs war, kann man sich heutzutage kaum noch vorstellen.
Die Wanderung geht auch weiterhin auf dem Forstweg durch das Bielatal, wenn die rote Wandermarkierung nach links das Tal verlässt. Im Winter 2014/15 sind riesige Mengen Holz im Bielatal geschlagen worden. Netterweise war der Forstweg schon wieder glattgezogen, nur an einer Stelle lag am Wegesrand noch ein kleiner Schneehaufen. Ich habe den kleinen Hügel fotografiert, da ich eigentlich dachte, es wäre der einzige Schnee, den ich an diesem Wandertag sehen würde. Insgesamt geht es vom Ortsausgang Ottomühle 3 ½ Kilometer auf dem Forstweg entlang, bis man den Grenzübergang erreicht hat. Direkt hinter dem Grenzübergang befindet sich die Ortschaft Ostrov (Eiland) und komischerweise lag gleich ab der Grenze Schnee. Im Dorf ging es noch so einigermaßen, aber auf der gegenüberliegenden Ortsseite waren es auf einmal ein paar Zentimeter. Ohne dass man es bei der Wanderung merkt, liegt die Ortschaft 100 Meter höher als der Startpunkt der Runde und das kann schon den Unterschied zwischen Schnee und Regen ausmachen. winterliches_Himmelreich_kleinAuf der Ortsstraße trifft man auf die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich und diesem wird auch gleich nach rechts in Richtung Tiské Stěny (Tyssaer Wände) gefolgt. Die Wanderung führt spürbar aufwärts und bald wird der Felsenkessel Himmelreich erreicht. Die hier stehenden Felsen sehen zu jeder Jahreszeit nett aus und laden zu einer kleinen Rast ein.
Auf dem weiteren Weg nach oben geflasterter_Weg_beim_Himmelreich_kleinfällt ganz besonders auf, dass hier vor langer Zeit ein gepflasterter Weg angelegt worden ist. Dadurch, dass es ein bisschen geschneit hatte und der Weg heutzutage nicht mehr besonders eben ist, war der Aufstieg schon ein ganzes Stück winterliches_Felsentor_Tyssaer_Waende_kleinanstrengender als üblich. Etwas mehr als einen Kilometer später wird die Turistická chata (Touristenbaude) bzw. der östliche Teil der Tiské Stěny (Tyssaer Wände) erreicht. Um einen Bogen über die Felsen zu unternehmen, müssen Erwachsene einen winterlicher_Felsen_Tyssaer_Waende_kleinObolus von 30 Kronen und Kinder 15 Kronen (Stand Winter 2014/15) entrichten. Danach gibt es ein wirklich lohnenswertes Felsenlabyrinth mit so einigen netten Aussichten. Der markierte Weg ist ein Rundweg, mit dem man wieder zum Ausgangspunkt zurück gelangt.
Es geht für die weitere Wanderung auf der breiten Fahrstraße ein Stück (600 Meter) aufwärts, also nach links. So ein Latschen auf einer Landstraße ist bei weitem kein Genuss, aber leider lässt es sich hier nicht vermeiden. winterlicher_Rastplatz_Tyssa-Schneeberg_kleinGleich an der ersten Möglichkeit geht es nach rechts auf einem Waldweg von der Straße weg. Nach kurzer Strecke gabelt sich der Weg und man folgt dem linken. Damit gelangt man bald auf den gekennzeichneten Radweg Nr. 3017. Auch dieser Weg ist schnurgerade, aber immerhin ist es ein Waldweg und ziemlich genau in der Mitte gibt es einen netten Rastplatz mit gleich zwei unterschiedlichen Karten (normale Karte und Skiloipenkarte).
Der Weg endet in der Ortschaft Schneeberg an der kleinen, aber gut gepflegten Kirche. Als ich die Kreuzung erreichte, war von dem eigentlichen Schneeberg überhaupt nichts zu sehen. Er versteckte sich perfekt im Nebel. Tja, eigentlich braucht man bei dichtem Nebel auch nicht auf den Schneeberg hoch zu kriechen, aber wenn man schon da ist, dann kann man die paar Meter als nettes Training betrachten. Also geht es auf der gegenüberliegenden Straßenseite der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich hinterher. Nach ½ Kilometer biegt der markierte Wanderweg nach links ab und der Aufstieg beginnt. winterlicher_Zugang_Schneeberg_kleinNach den ersten paar Metern über eine Wiese wechselt der Untergrund in einen angelegten Granitweg, genauso wie zwischen dem Himmelreich und den Tiské Stěny (Tyssaer Wände). Auch hier war es ganz schön hässlich, mit der leichten Schneeschicht aufzusteigen. Ganz komisch war, dass nicht nur Schnee dort lag, sondern auch noch 1 – 3 cm lange Eiskristalle. Ich habe erst ein ganzes Stück später begriffen, dass diese Kristalle an den Bäumen durch den Nebel entstanden waren. Nach dem ordentlichen Aufstieg geht es noch ein paar hundert Meter auf der Ebene bis vor zum Aussichtsturm bzw. der Gaststätte. eisiges_Gelaender_kleinObwohl ich durch das Navigationssystem sehr genau wusste, dass ich knapp vor dem Aussichtsturm stehen müsste, konnte ich ihn erst sehen, als ich kaum noch 100 Meter davon entfernt war. Damit war dann auch geklärt, dass ein Aufstieg nicht so richtig lohnenswert wäre. Sehr interessant sah das Geländer am Turmfuß aus. Hier hatten sich durch den Nebel und den konstanten Wind richtig lange Eiskristalle gebildet.
Nachdem man sich hoffentlich bei besserer Aussicht satt gesehen und auch für das leibliche Wohl etwas gefunden hat, geht die Wanderung auf der Zufahrtsstraße zurück. Bis zur Dresdener Aussicht führt die Zufahrt horizontal entlang und dann geht es mit einem angenehmen Gefälle abwärts. Am Ende der Zufahrt erreicht man die abknickende Vorfahrtsstraße, auf der es Hotel_Schweizer_Hof_Schneeberg_kleinnach rechts weiter geht. Hier wandert man der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich hinterher. Zuerst passiert man ein paar Häuser, inklusive dem schick aussehenden Schweizer Hof, und dann geht es außerhalb der Ortschaft 400 Meter auf der Landstraße weiter, bis die blaue Wanderwegmarkierung nach links in den Wald abbiegt. Damit ist das elende Straßenlatschen erledigt und die Wanderung wird wieder ruhiger. Nach etwas mehr als einem Kilometer taucht auf der linken Wegseite die Grenze auf und man kann einen Haken der Wanderung ein wenig abkürzen, wenn man einfach links auf der Grenze entlang wandert. Hier ist zwar kein markierter Wanderweg vorhanden, aber ein deutlich sichtbarer Trampelpfad folgt den Grenzsteinen. Nachdem man ¼ Kilometer der Grenze gefolgt ist, sind rechts gleich mehrere Waldwege zu sehen. An dieser Kreuzung steht eine der vielen historischen Sandsteinsäulen, Wasserbecken_Duerre_Biela_kleindie den Hang hinunter den Weg zur Schweizermühle weist. Man folgt der Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt den Dürrebielegrund hinunter. Sehr abwechslungsreich sieht die Dürre Biela gleich neben dem Forstweg durch die vielen unterschiedlichen Wasserbecken aus. Am Ende des Abstiegs erreicht man den schon bekannten Weg durch das Bielatal. Hier könnte man geradewegs nach rechts bis zum Ausgangspunkt zurück wandern.
Da das aber zu langweilig ist, wird der Forstweg nach ½ Kilometer auf dem Lattenweg verlassen. Eingang_Schwedenhoehle_kleinEs geht ein paar Höhenmeter aufwärts, bis nach links die erste Möglichkeit abbiegt. Ausgeschildert sind dort die Schwedenhöhle und die Verlassene Wand. In den angenehmeren Jahreszeiten (zumindest für die Kletterer) hängen hier an den Felsen und Nadeln überall die Felsakrobaten. Ich habe immer wieder großen Respekt vor dieser Körperbeherrschung und dem Vertrauen in kleine Eisenhaken. Die Wanderung geht auf jeden Fall weiter auf dem Waldweg und erreicht nach ½ Kilometer den Wegweiser auf die Schwedenhöhle und das Eisloch. Der kurze Abstecher bis zu diesen Höhlen ist schnell gemeistert und schon können die besonders Mutigen das Versteck vor den räuberischen Schweden erkunden. Auf jeden Fall sollte man eine ordentliche Taschenlampe dabeihaben, weil sonst schon nach der ersten Ecke die Erkundung zu Ende ist.
Für die weitere Wanderung folgt man dem bekannten Waldweg weiter und schon bald endet der Weg auf der Forststraße im Bielatal. Mit dem breiten Weg geht es auf der roten Wanderwegmarkierung roter Punkt die ersten Meter in die Ortschaft Ottomühle hinein. Nach 300 Metern biegt nach links die letzte Abwechslung für diese Wanderung ab. Die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich führt zwischen den Häusern ein paar Höhenmeter aufwärts. Blick_Richtung_Ausgang_Bennohoehle_kleinHier ist die Bennohöhle ausgeschildert. Am Ende der Gärten geht es einfach weiter geradeaus und schon bald erreicht man einen breiten Waldweg, an dem gleich zweifach die Bennohöhle wieder ausgeschildert ist. Im Gegensatz zur Schwedenhöhle ist die Bennohöhle geräumig und leicht zu erforschen. Trotzdem ist es sehr interessant, diese Höhle zu erkunden. Zuerst geht es ein paar Stufen in die Höhle hinunter (ca. 20 Meter) und dann kann man wieder ein Stückchen aufsteigen oder nochmal 15 Meter absteigen. Insgesamt ist die Höhle 13,8 Meter tief, aber man braucht keinerlei Kenntnisse oder Vorrichtungen, um sie zu erkunden.
Das letzte Stück der Wanderung geht wieder auf dem Waldweg zurück und dann nach links in einem kleinen Schlenker um die Ortschaft herum. Dann wird der Glasergrund erreicht, in dem es abwärts bis zur Dorfstraße hinunter geht. Hier werden die letzten Meter nach links bis zum Ausgangspunkt am Parkplatz auf der Wanderwegmarkierung roter Punkt bewältigt.
Auch wenn das Wetter auf meiner Wanderung nicht so ganz mitgespielt hat, war die Wanderung ein ganzes Stück besser als der erste Versuch, die Tyssaer Wänden und den Schneeberg zu erkunden. Außerdem hat damit der Schneeberg seinem Namen alle Ehre gemacht und war so einigermaßen angenehm mit Schnee verziert. Wiedermal war es so, dass wenige Höhenmeter den Unterschied zwischen Regen und Schnee ausgemacht haben, aber zum Glück ist das in einem Mittelgebirge nicht ganz so ausschlaggebend.

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Tyssaer Wände 2

In dem großformatigen Urlaubermagazin “Sächsische Schweiz” vom Tourismusverband Sächsische Schweiz (www.saechsische-schweiz.de) sind immer mal wieder tolle Empfehlungen für Freizeitaktivitäten und diesmal (2009) interessierte mich ganz besonders eine Wanderung zu den Tyssaer Wänden. In Tisá (Tyssa) bin ich doch schon einige Male gewesen, aber auf einem netten Weg dorthin zu kommen ist immer wieder eine Herausforderung. Der Startpunkt liegt in Deutschland am großen Parkplatz vor der Ottomühle. Von hier geht es immer der Biela entgegen. Immer wieder stoßen irgendwelche Wanderwegmarkierungen dazu und verschwinden wieder, aber für diese Wanderung brauch man die alle nicht. Es geht einfach der Talstraße immer weiter hinterher. Nachdem man die Ortschaft durchquert hat, wird die Wanderung ruhiger. Der Weg durch das Tal ist einer der schnellsten Wege und wird sehr gerne von Wanderern genommen um z.B. zur Grenzplatte zu gelangen oder von ihr wieder weg zu wandern. Trotzdem sind die Besucherzahlen hier unten ganz anders als z.B. auf den Wanderautobahnen der Hinteren Sächsischen Schweiz. Am Ortsausgang befindet sich auf der linken Wegseite die Station der Bergrettung und wenn man kurz davor über das Gebäude schaut, sieht man den überhängenden Felsen des Großvaterstuhls. Die Kletterer an dem Felsen finde ich immer wieder beeindruckend, wenn nur mit einer Hand unterhalb des Felsens gehangen wird. Ich bin noch nicht mal in der Lage, drei Klimmzüge zu machen. Nach einer Strecke von ca. 1,7 Kilometern passiert man eine Kreuzung mit einem steinernen Wegweiser und es geht immer noch auf der Forststraße durch das Bielatal. Ungefähr 1 ½ Kilometer hinter der Steinsäule erreicht man die Grenze, die aber heutzutage nur noch symbolischen Wert hat, und damit dann auch den Ortsrand von Ostrov (Eiland). Bei diesem Ort kann man sehr gut beobachten, wie die Erweiterung der EU in die Richtung Osten ein wahres Aufblühen bewirkt. Früher lag Ostrov (Eiland) so im Abseits, dass es sich nur noch um einen Ort der alten Leute handelte. Inzwischen kehrt wieder Leben in den Ort und es wird wieder investiert. Das schönste Beispiel dafür ist das Hotel (www.hotelostrov.com) in Ostrov (Eiland).
Diealtes_Pflaster_Richtung_Tyssaer_Waende_klein Wanderung führt durch den Ort hindurch, bis der rot markierte Wanderweg roter Strich nach rechts abbiegt und ziemlich direkt auf einen Campingplatz, wo es aber auch feste Hütten gibt, zusteuert. Als ich die Wanderung zu Ostern 2009 unternommen habe, saß auf der Terrasse des Hauptgebäudes eine große Gruppe junge Leute, die erstklassig gesungen haben. Ich habe zwar kein Wort verstanden, aber es hörte sich ganz hervorragend an und war eine sehr gelungene Abwechslung. Kurz vor dem Campingplatz biegt der markierte Weg nach links ab und führt aus dem Ort hinaus. Felsoffnung_Afrika_Tyssaer_Waende_kleinDer Wanderweg führt ziemlich angenehm in die Richtung der Tyssaer Wände und nur einmal muss man über einen ziemlich unebenen Weg ein paar Höhenmeter zwischen Felswänden aufsteigen. interessante_Felsgebilde_Tyssaer_Waende_kleinDie Wanderwegmarkierung führt die Wanderung bis ans östliche Ende der Tyssaer Wände. Hier befindet sich eins der beiden Kassenhäuschen, an denen man einen Obolus für die Besichtigung der Felswände bezahlen muss. Das sind deutsche Besucher normalerweise nicht gewohnt, aber in Tschechien (und z.B. auch in den USA) ist eine Benutzungsgebühr für besondere Naturdenkmäler nichts Ungewöhnliches. Felsschlucht__Tyssaer_Waende_kleinFelsnadel_Tyssaer_Waende_kleinZu dem Besuch der Tyssaer Wände sollte man sich zusätzlich noch das kleine Heft mit den Erklärungen gönnen. Auf dem gesamten Rundweg findet man überall deutlich sichtbare Nummern, die ohne das Heftchen nur eine Orientierungshilfe sind, aber mit dem Heft kann man noch so manche lustige Erklärung zu den Felsen erhalten. So kann man ein paar Tiere in versteinerter Form sehen oder auch bewiesen bekommen, dass man zu fett ist. Der Weg führt in einer großen “8” über bzw. hinter den Felsen entlang und bietet viele unterschiedliche Aussichten auf Felsen. Villa_2_Tisa_kleinAuf der Vorderseite Villa-1_Tisa_klein(also die südliche Seite) kann man schön auf die Ortschaft Tisá (Tyssa) hinunter sehen. Ganz besonders fallen dabei gleich mehrere Häuser, bzw. vielleicht wäre die Bezeichnung Villen besser, auf, die in den letzten Jahren wieder richtig schön herausgeputzt worden sind.
Die Felsenlandschaft der Tyssaer Wände verlässt man auch wieder an der östlichen Seite. Jetzt wird es interessant, weil dieser Weg den meisten Wanderern der Sächsischen Schweiz (inklusive mir) unbekannt sein dürfte. Dazu geht es wieder ca. 150 Meter zurück auf der bekannten Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich, bis diese nach rechts abbiegt. Hier wandert man einfach weiter geradeaus auf einem typischen Waldweg im Bereich des Schneebergs/Tyssaer Wände. Der Weg verläuft ziemlich gerade durch den Wald, nur an einer Stelle gabelt er sich, wobei sich die Wanderung auf dem Hauptweg nach links hält. Nachdem die Wanderung ¼ Kilometer unmarkiert verläuft, Aussicht_Richtung_Tyssaer_Waende_kleinweist ein Schild mit der Aufschrift “Vyhlídka na tiské stěny; 30 m; Neznačeno” auf eine Aussicht zur Rückseite der Tyssaer Wände. An dieser Aussicht stellt man dann fest, dass die Wanderung auf einer Felsplatte verläuft und zwischen den Tyssaer Wänden und dieser Felsplatte eine große Senke liegt. Die Felswand vor einem heißt Bürschschlitzwände.
Die Wanderung geht von der Aussicht wieder zurück auf den breiten Waldweg und nach links. Der Weg ist sehr angenehm zu gehen und nach 1 ½ Kilometern erreicht man die Grenze nach Deutschland. Noch ist der Grenzübergang mit einer Schranke gekennzeichnet, aber bei meinem Besuch war das Schloss an der Schranke schon nicht mehr abgeschlossen. Irgendwie ist diese Stelle ziemlich komisch, da es sich hier um die erste Grenzschranke handelt. Wenn man jetzt nach links weiter wandert, erreicht man nach etwas weniger als Zugang_Glassergrung_Fundament_klein200 Metern eine Kreuzung. Auf der linken Wegseite befindet ein sehr stabiles Fundament, das ganz bestimmt noch irgendetwas mit Wehrtechnik zu tun hat. So etwas Stabiles baut kein normaler Mensch und es wird auch noch die nächsten 200 Jahre vollkommen unverändert hier vergraben bleiben. Deshalb kann man den Klotz gut zur Orientierung nehmen. Grenzuebergang_Glasergrund_kleinHier geht es nach rechts in Richtung Deutschland zurück. Im Frühjahr 2009 sah es hier wirklich lustig aus. Die ersten paar Meter des Weges waren ziemlich zugewuchert, dann kam eine weitere Grenzschranke und dahinter ein perfekt ausgebauter Waldweg. Dieser Waldweg war so perfekt glatt, dass der Eindruck entstand, er wäre asphaltiert. Irgendwann hat mal ein anderer Wanderer es mit den Worten beschrieben: Die Waldwege im Bereich Bielatal/Rosenthal sind viel besser als die Ortsstraßen. Eigentlich ist das traurig, aber in diesem Fall stimmt es.
Die Wanderung führt also über den glatten Weg weiter geradeaus und geht in den Glasergrund über. Der Weg hier entlang ist nicht besonders aufregend, da es ziemlich gerade immer weiter runter in das Bielatal geht, aber dafür herrscht hier eine sehr angenehme Ruhe. Von der Grenze geht es fast 4 Kilometer geradeaus, bis man in der Miniortschaft Ottomühle wieder an der Fahrstraße durch das Bielatal ankommt. Hier geht es nach links bis zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück.
Damit ist eine ganz nette Wanderung zu Ende gegangen, die eine Alternative zu den gewöhnlichen Tyssaer Wände Wanderungen ist. Diese Wanderung bietet sich auch ganz hervorragend bei Hochbetrieb in der Sächsischen Schweiz an. Dann hat man höchstens bei den Tyssaer Wänden mit etwas mehr an Besuchern zu rechnen.

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Wilde Klamm – Edmundsklamm

Eigentlich habe ich diese Runde schon mehrmals in abgewandelter Form beschrieben, da es aber doch immer wieder Spaß macht, sich mit den Boot durch die Schlucht fahren zu lassen, wird hier noch mal eine Variante beschrieben:
Startpunkt ist der große Parkplatz hinter dem Hotel Mezní Louka (Rainwiese). Von hier geht es erst ein paar Meter (höchstens 100 Meter) nach rechts auf der Straße vor dem Hotel entlang, bis nach rechts der blau markierte Weg blauer Strich abbiegt. Auf diesem Weg steigt man mit einem sehr angenehmen Gefälle ins Tal hinunter. Warum auch immer es so ist, auf jeden Fall macht der Weg selbst bei schönsten Wetter immer einen ziemlich dunklen Eindruck. Vermutlich liegt es an dem dichten Fichtenwald. An der ersten Wegkreuzung verlässt unsere Wanderroute den markierten Weg und es geht auf dem breiten unmarkierten Weg nach rechts. Der Weg folgt einem kleineren Bachlauf, der nach einem ½ Kilometer im Kamnitzbach, bzw. in tschechischer Sprache heißt der Bach Kamenice, endet. Der Kamnitzbach ist dann schon ein ganz ansehnlicher Bach, und nach der allgemein gültigen Definition, dass der Unterschied zwischen Bach und Fluss die Schiffbarkeit ist, Eisensteg_Kamnitzbach_klein müsste er nach wenigen Metern Kamnitzfluss heißen. Zuerst muss man aber noch zwischen dem Bach und der Felswand entlang wandern. Zum Teil ist die Schlucht schon so eng, dass ein Weiterkommen nur mit besonders raffinierten Konstruktionen möglich ist. So hat man zum Teil an die Felswand einen eisernen Steg befestigt, der einem den Weg bis zur ersten Bootsstation überhaupt erst ermöglicht. Wilde_Klamm_Kamnitzbach_kleinNachdem man dann die oberste Bootsstation erreicht hat, muss man meistens kurz warten, bis einer der Bootsfahrer auftaucht und mit einem auf das Boot steigt. Bei der oberen Station, dieser Bereich nennt sich Wilde Klamm, ist es so, dass die Gebühr im Boot bezahlt wird. In welchem Zeitrhythmus die Fahrten stattfinden, habe ich bis heute nicht herausgefunden. Auf jeden Fall ist es so, dass man sehr häufig ein anderes Boot auf dem gestauten Bach bzw. eigentlich müsste es ja jetzt ein Fluss sein, antrifft. Anscheinend fahren auch viel mehr Leute den Fluss aufwärts als die Wanderrichtung, die ich empfehle. Damit kann es aber auch tatsächlich sein, dass man eine ganz private Bootsfahrt erhält und in der Gegenrichtung 20 Leute im Boot sitzen. Genau das ist mir jetzt schon zweimal passiert.
Nach den 500 Metern Bootsfahrt erreicht man die Bootsstation an der Staumauer. Hier hat man für die Fische extra eine Fischtreppe eingerichtet. Ich habe jetzt diese Treppe schon mehrere Male bestaunt, aber mich auch drüber gewundert, Felsentor_Kamnitzbach_kleindass sie eigentlich nie richtig in Betrieb ist. Der Abfluss durch die Fischtreppe war jedes Mal durch Bretter verschlossen gewesen und nur ein kleines Rinnsal konnte überhaupt ablaufen. Der Großteil des Wassers lief wie gewohnt über die Staumauer. Durch das 1 cm hohe Rinnsal glaube ich aber nicht, dass irgendeinem Fisch die Treppe nützt. Der Weg geht weiter dem Fluss nach. Im Gegensatz zum oberen Weg geht jetzt der Wanderweg zum Teil durch mehrere Tunnel, die in den Felsen getrieben worden sind. Auf ungefähr halber Strecke zwischen den beiden Bootsfahrten befindet sich ein Bereich, in dem früher eine kleine Gaststätte zum Verweilen einlud. Heutzutage steht das Gebäude der Gaststätte noch, aber die Wanderer werden durch einen Kiosk/Imbiss versorgt. Hinter diesem Bereich erreicht man bald die Stelle, an der ein Wanderweg die Schlucht kreuzt. Nach links geht es nach Růžová (Rosendorf) hoch, nach rechts würde es nach Mezná (Stimmersdorf) gehen. An dieser Kreuzung stoßen die meisten Wanderer ins Tal und damit ist es auch klar, warum in den Booten im Edmundsklamm immer viel mehr Betrieb ist, als im Wilden Klamm. Was mich dann aber vollkommen überrascht hat, ist die kleine Hütte, die hier unten in der Schlucht auf einmal (seit Anfang 2006) steht. Hier scheint doch tatsächlich der Nationalpark Böhmische Schweiz eine Gebühr für das Betreten der Schlucht zu verlangen. Das hat mich schwer verwundert. Auf meiner Wanderung musste ich noch keine Gebühr bezahlen, da ich von oben durch das Tal kam, aber die Hütte am unteren Ende der Schlucht war geöffnet und hier wurde jeder zur Kasse gebeten. Grundsätzlich habe ich gegen so eine Gebühr überhaupt nichts einzuwenden, solange sie dann auch irgendwie für den Erhalt oder die Pflege des Gebiets genutzt wird. So bin ich es gewohnt, dass z.B. die Nationalparks in den USA auch von jedem Besucher eine kleine Gebühr verlangen. Aber dann findet man auch einen ordentlichen Service in Form von sauberen Sanitäreinrichtungen und einer regelmäßigen Müllentsorgung vor. Davon sind aber die drei gebührenpflichtigen Bereiche (Prebischtor, Edmundsklamm und Tyssaer Wände) in der Böhmischen Schweiz weit entfernt. So empfinde ich diese Gebühr als reine Touristen- Abzocke und hoffe, dass sich das in der nächsten Zeit noch ändert. Die Gebühr scheint im Edmundsklamm 25 Kronen zu sein. Zu dem Preis kommt dann natürlich noch die eigentliche Kahnfahrt hinzu. Dass man für diesen Transport bezahlen muss, ist für mich verständlich, da hier ja immerhin eine Leistung erbracht wird. Wasserfall_Edmundsklamm_kleinWenn man an der oberen Bootstation des Tichá soutěska (Edmundsklamm) ankommt, muss man die Gebühr an dem kleinen Häuschen entrichten und dann hoffentlich nicht zu lange auf seine Fahrt warten. Bei dieser Bootsfahrt gibt es, zusätzlich zu den üblichen Felsendeutungen (z.B. hier sieht man eine Schlange, einen Großvater, einen Delphin usw.), noch eine Überraschung in Form eines Wasserfalls. Diesen Wasserfall betätigt der Bootsführer und es sieht schon wirklich nett aus, wie die Wassermassen über die Felswand schießen. Nach etwas weniger als einem Kilometer erreicht man die Staumauer und damit natürlich die unterste Bootsstation. Staumauer_Fischtreppe_Edmundsklamm_kleinAuch hier hat man eine Fischtreppe gebaut, die noch ein bisschen aufwendiger aussieht als die Fischtreppe vom Wilden Klamm. Danach geht es die letzten paar Meter (ca. 2,1 Kilometer) durch die Schlucht bis zur Fahrstraße weiter. An dem Ende der Schlucht befinden sich gleich mehrere Gaststätten, die alle mit einer Erfrischung für den geschafften Wanderer locken. Jetzt kommt eigentlich das unangenehmste Teilstück der Wanderung. Es geht am Rande der Fahrstraße zwischen Hřensko (Herrnskretschen) und Mezní Louka (Rainwiese) den Berg hoch. Hier sind üblicherweise immer eine ganze Menge Wanderer unterwegs, da der Parkplatz am Ende von Hřensko (Herrnskretschen) die nächste Möglichkeit für das Prebischtor ist. Da das nächste Ziel der Wanderung die Ortschaft rechts oberhalb der Straße sein sollte und auf mehreren Wanderkarten mindestens zwei Pfade nach dort oben eingezeichnet waren, habe ich den Hang äußerst aufmerksam beobachtet. Leider habe ich erst an der Abzweigung zum Prebischtor den Weg hoch zur Ortschaft Mezná (Stimmersdorf) gefunden. Vielleicht sollte ich mich tatsächlich nur noch auf die Wanderkarten von Hr. Böhm verlassen, weil in seiner Karte zur Böhmischen Schweiz kein Pfad eingezeichnet war. Die Wanderung steigt auf einem breiten Forstweg mit der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich den Hang hinauf. Der Weg ist sehr angenehm zu gehen und nach etwas mehr als 3 Kilometern erreicht man dann die Ortschaft Mezná (Stimmersdorf). Der Ort ist vollständig auf Urlauber bzw. hungrige Touristen eingestellt. So viele Gaststätten und Hotels wie in dieser Miniortschaft sind wirklich selten im ganzen Grenzgebiet zu finden. Denkmal_Stimmersdorf_kleinDie Wanderung geht auf das letzte Teilstück und das ist die Straße zwischen Mezná (Stimmersdorf) und Mezní Louka (Rainwiese). Die Straße ist keine Durchgangsstraße, sondern nur die Zufahrt nach Mezná (Stimmersdorf) und damit nur selten befahren. Auf halber Strecke steht auf der rechten Straßenseite ein Gedenkstein für Opfer der beiden Weltkriege von Stimmersdorf. Das sehr sonderbare an diesem Gedenkstein ist, dass alle Namen entfernt worden sind und man jetzt nur noch sehr grob erkennen kann, dass es irgendwann mal deutsche Namen gewesen sein müssen. Was ist den Menschen damals nur in den Kopf gekommen, alle Namen auszuhacken, aber den Stein stehen zu lassen? Von hier geht es die letzten paar Meter bis zum Ausgangspunkt zurück. Man erreicht den Parkplatz von der Rückseite. Damit ist eine ganz nette Runde beendet, die leider durch das Teilstück auf der Fahrstraße ein wenig getrübt wurde. Aber trotzdem gehört die Runde mit der wunderschönen Wilden Klamm und Edmundsklamm zu einer der schönsten Wanderungen der Böhmischen Schweiz.
Durch einen netten Hinweis eines Lesers dieser Wanderung gibt es eine sehr gute Information:
Der Gedenkstein (Stimmersdorf) für die Opfer der beiden Weltkriege wurde restauriert. An 3 Seiten des Steines wurden neue Granittafeln mit den Namen der Opfer angebracht. Unter den Namen sind auch die Deutschen zu verzeichnen. Die 4. Seite (vom Weg abgewandte) hat noch einen ausgemeißelten Schriftzug den man aber nicht entziffern kann.

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Wildwasserfahrt

Also erst mal eine kurze Aufklärung, dass es sich nicht um eine echte Wildwasserfahrt handelt. Das ist meiner Erkenntnis nach in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz nicht mehr möglich. Früher ist auf der Kirnitzsch durch das Ziehen der beiden Schleusen bei Hinterhermsdorf im Herbst hin und wieder eine Flutwelle entstanden, die für Wildwasserfahrten genutzt wurde, aber durch das heute herumliegende Holz dürfte das unmöglich sein. Hier müsste erst mal der Bachlauf aufgeräumt werden, was aber nicht das Ziel der beiden Nationalparks ist. Der Wanderungsname ist geklaut aus einem Wanderführer, der aber leider heutzutage nicht mehr erhältlich ist. Dabei handelt es sich um den Wanderführer “Böhmische Schweiz” (ISBN 80-86050-30-0) von den beiden Autoren Petr David und Vladimír Soukup (Verlag Soukup & David www.soukup-david.com). Hierin ist diese Wanderung beschrieben und hat die Überschrift “Eine Wildwasserfahrt über das Meer der Steine”. Auf diese Wanderung hat mich ein netter Leser unserer Internetseiten aufmerksam gemacht und dafür bin ich sehr dankbar. Das kann ich jetzt schon mal sagen, es war eine spitzenmäßige Empfehlung. Hier kommt jetzt meine eigene Beschreibung:
Der Startpunkt liegt in der Ortschaft Doubice (Daubitz). Hier habe ich gleich mal wieder die Länge des Ortes überschätzt und schon war ich wieder auf der nördlichen Seite aus dem Dorf herausgefahren, ohne einen brauchbaren Parkplatz entdeckt zu haben. Deshalb habe ich unseren Wagen an dem erstbesten Waldweg abgestellt und musste mit Überraschen feststellen, dass die Wanderung genau an dieser Stelle einige Stunden später Holzfigur_Stara_hospoda_kleinwieder herauskommen sollte. Also ging es von dort erst mal bis in den Ort zurück. Holzfiguren_Doubice_Schneewittchen_und_die_sieben_Zwerge_kleinAn der einzigen ernstzunehmenden Kreuzung befindet sich das auffällige Gasthaus “Stará hospoda” (www.starahospoda.cz). Hier stehen überraschend viele Holzstatuen im Garten der Gaststätte herum. Bei mehreren der Figuren lässt sich über Geschmack streiten, aber es sind auch ganz besonders lustige und schöne (z.B. Schneewittchen und die sieben Zwerge) dabei.
Die Wanderung führt weiter durch den Ort und dann ein kurzes Stück (höchstens 400 Meter hinter dem letzten Haus) über die kleine Landstraße in Richtung Dolní Chřibská (Niederkreibitz). Die Wanderung ist ab der Gaststätte mit dem gelben Strich gelber Strich markiert und genau dieser biegt dann auch nach rechts von der Landstraße ab. Als ich die Wanderung im Sommer 2009 unternommen habe, war am Tag zuvor ein richtiges Gewitter durch die Böhmische Schweiz gezogen. Schon auf der Hinfahrt begegnete mir eine Straßenkehrmaschine, die versuchte, über die Straße geschwemmte Erde wegzukehren. Als ich jetzt von der Straße in den Waldweg abbog, tauchte gleich das nächste Hindernis auf. Bachueberquerung_nach_Gewitter_bei_Doubice_kleinDer kleine Bach (Pekelský Důl) war angeschwollen und zu einem ordentlichen Bach mit einer Breite von 10 Metern angewachsen. Das Wasser war nicht tief, aber gleich zum Anfang der langen Wanderung durch ein einige Zentimeter tiefes Wasser-Matsch-Gemisch zu waten, erschien mir als nicht besonders sinnvoll. So habe ich erst mal einen kleinen Schlenker eingelegt und bin doch im Wasser gelandet.
Die Wanderung steigt erst parallel des Baches aufwärts und dann geht es der gelben  Wanderwegmarkierung weiter hinterher. Es geht insgesamt 1 ½ Kilometer leicht ansteigend aufwärts. Bild_an_Dreipfotiges_Buechel_kleinNach diesen ersten 100 Höhenmetern erreicht man eine mächtige Buche, an der es nach links weitergeht. Die Wanderung verläuft sehr angenehm ruhig durch den Wald und passiert Dreipfotiges_Buechel_kleinzwischendurch eine ungewöhnliche Buche mit dem Namen Třípackový buk (Dreipfotiges Büchel). Wer auch immer das auf dem Schildchen übersetzt hat, ich würde mal deuten, dass es eigentlich dreistämmige Buche heißen soll. Man erreicht nach einem Kilometer die ehemalige Jagdhütte U Eustacha. Hier wechselt der Weguntergrund und es geht auf einem schmaleren Weg nach links runter. Hier wird der Weg abwechslungsreicher und steigert sich bis hin zu einem Felsenlabyrinth. In diesem Felsenlabyrinth wird der Weg auch ein kleines bisschen anspruchsvoller (es geht über eine Leiter in einen Höhlengang). Theodorgang_kleinDieses Teilstück heißt Theodorova hala (Theodorhalle) bzw. zwischen den Felsen Theodorova chodba (Theodorgang). Auf dem weiteren gelb markierten Weg erreicht man die Smolárna (Pechofen). Krone_1849_kleinIn diesem breiten Talkessel soll einerseits in weit vergangenen Zeiten Pech aus Kiefern gewonnen worden und außerdem sich die Einheimischen vor den Napoleonischen Truppen versteckt haben. Auf jeden Fall sicher ist, dass an der linken Felswand eine königliche Krone und das Datum 10.6.1849 eingemeißelt ist. Die Wanderung führt noch ein kleines Stück abwärts und erreicht bald die Zufahrtsstraße zur Na Tokání (Balzhütte).
Auf der Zufahrtsstraße wechselt die Wanderwegmarkierung in den blauen Strich blauer Strich und es geht ein paar Meter nach rechts, bis man die Minisiedlung mit den hinterstes_Haus_in_Balzhuette_kleinschwarzen Häusern im Wald erreicht. Heutzutage ist die Na Tokání (Balzhütte) ein beliebter Rastplatz von Wanderern und Radfahrern. Im Ursprung, vor mehr als 450 Jahren, war diese Siedlung für Jäger und später für Gäste des Grafen Kinský (1574 – 1634). Leider sind die Gebäude mit einer großen Sammlung Jagdtrophäen im Jahre 1905 abgebrannt. Da diese Wanderung doch einen ziemlich großen Bogen durch die Böhmischen Wälder unternimmt, bietet sich eine der Gaststätten der Na Tokání (Balzhütte) als Rastplatz an. Bis heute habe ich die vorderste und die hinterste Gaststätte ausprobiert und beide waren gut und sehr günstig.
Die Wanderung führt durch die Siedlung und dann weiter auf der blauen Wanderwegmarkierung. Hinter der Siedlung beginnt einer der ruhigsten und angenehmsten Wanderwege der Böhmischen Schweiz. Auf diesem relativ breiten Waldweg trifft man normalerweise nie irgendjemanden und wenn doch, dann ist man fast davon überrascht. Vermutlich liegt es daran, dass die meisten Wanderer einzelne kleine Hauptattraktionen (z.B. Balzhütte) herauspicken, Hubertusbuche_kleinaber vor einem Waldweg mit einer Länge von mehr als 5 Kilometern zurückschrecken. Hubertusbuche_Gemaelde_kleinAuf der rechten Wegseite taucht eine relativ große Buche auf, die mit einem schönen Gemälde geschmückt ist. Auf dem Gemälde steht, dass es sich bei der Buche um die Buk sv. Huberta (Hubertusbuche) handelt. Die Wanderung verläuft weiterhin auf dem Waldweg und erreicht dann die Jungferntanne. Tja, von der ehemals mächtigen Tanne steht nur noch ein Stumpf auf der rechten Wegseite. Auf der gegenüberliegenden Seite sollte eigentlich eine besonders erwähnenswerte Buche mit zwei mächtigen Stämmen stehen, aber auch hier hat im Frühjahr 2009 einer der Teile keine Standfestigkeit mehr gehabt und jetzt ist es nur noch eine ganz gewöhnliche alte Buche. Die Wanderung folgt weiterhin der blauen Markierung und erreicht nach einem Abstieg von 80 Höhenmetern den Zugang zum Schwarzen Tor. Schwarzes_Tor_bei_der_Kirnitzsch_kleinDieses unübersehbare Felsentor sollte man sich nicht entgehen lassen und dafür muss man einmal nach links in die Schlucht bis fast zur Kirnitzsch wandern. Komischerweise stehen gleich am Beginn der Schlucht und dann noch einmal wenige Meter vor dem Schwarzen Tor lustige grüne Schilder, die behaupten, dass der markierte Weg hier endet und man doch bitte umkehren soll. Früher ist der Weg durch das Schwarze Tor einer der Hauptwanderwege gewesen und am Ende der Schlucht führte eine Brücke über die Kirnitzsch. Auch wenn diese Wanderung weiterhin durch den Böhmischen Wald führen soll, so kann ich solche Schilder nicht verstehen, da 160 Meter westlich des Schwarzen Tores der Wanderweg durch das Kirnitzschtal verläuft.
Nach der Besichtigung des Felsentores geht die Wanderung wieder durch die Schlucht bis zur blauen Wanderwegmarkierung zurück und dann nach links hoch. Der Weg verläuft parallel zur Kirnitzsch und damit zum Grenzverlauf und macht ein leichtes Hoch und Runter. Kurz bevor man den Wander-/Radfahrergrenzübergang erreicht, passiert man eine größere Wolfstafel_Kirnitzschtal_kleinFelsmurmel auf der linken Wegseite mit der Wolfstafel. Darauf wird über die Jagd eines Hegers namens Grohmann auf zwei Wölfe im Jahre 1640 berichtet. Die Inschrift ist über Jahrzehnte unter einer Wurzel versteckt gewesen und durch einen Blitzeinschlag wieder zu Tage gefördert worden.
Zwischen der Tafel und dem Grenzübergang biegt nach rechts eine unscheinbare Schlucht ab. Hier befindet sich wenige Meter vom Weg entfernt eine kleine Gedenkstätte an ein düsteres Stück deutscher Geschichte. Wenige Tage vor Kriegsende wurden durch dieses Tal Insassen eines Konzentrationslagers getrieben und hier sind leider mehrere umgebracht worden. Vor ein paar Jahren wurde diese Gedenkstelle traurigerweise zerstört, aber jetzt wieder mit einem stabilen Gedenkstein ausgestattet. Die Wanderung geht noch ein Stückchen an der Grenze entlang, bis sich Grenze und Kirnitzsch voneinander trennen. Jetzt wandert man an der Křinice (Kirnitzsch) weiter. Der Wanderweg ist mit dem roten Strich roter Strich gekennzeichnet. Im tschechischen Teil der Kirnitzsch heißt das Tal Kyjovské údolí (Khaatal) und ist sehr gut ausgebaut. Den Weg durch das Tal muss man mit den Radfahrern teilen, aber bis jetzt sind mir hier nur sehr gesittete Radfahrer begegnet. haessliche_Touristenbruecke_Kirnitzsch_kleinNach ungefähr 2 Kilometern durch das Tal erreicht man die Turistický most (Touristenbrücke), die auch schon in den Anfängen des Tourismus ein Knotenpunkt von Wanderwegen war. Sehr interessant ist die Informationstafel, auf der die Brücke in früheren Zeiten abgebildet ist. Auf dem Bild ist eine schöne zierliche Brücke mit zwei schicken Besucherinnen zu sehen. Wenn man sich die Brücke heutzutage ansieht, dann hat der riesige betonierte Klotz überhaupt nichts mehr mit der damaligen Brücke zu tun. Aber auch die Wanderer (inklusive mir) sehen heutzutage bei weitem nicht mehr so fein aus.
Die Wanderung folgt der Křinice (Kirnitzsch) noch einen ¾ Kilometer, bis nach rechts die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich abbiegt. Hier wechselt der Wanderuntergrund schnell in einen Pfad, der an manchen Stellen schon ganz gut ansteigt und mit so einigen Wurzeln überwuchert ist. Ziemlich überraschend ist, dass man am Ende dieses Weges wieder auf einem dieser gut ausgebauten Radwege (Radwegnummer 3031) ankommt. Hier beginnt das letzte Stück der Wanderung von etwas mehr als 2 Kilometern. Dazu wandert man auf dem breiten Waldweg mit der grünen Wanderwegmarkierung weiter. Zwischendurch trennen sich der Radweg und die Wanderwegmarkierung, aber wenige Meter vor dem Ausgangspunkt der Wanderung stoßen sie wieder aufeinander.
Die Böhmischen Wälder bzw. die Böhmische Schweiz ist sowieso ein viel ruhigeres Wandergebiet als die Sächsische Schweiz, aber mit dieser Wanderung findet man die sehr große Ruhe. Wenn man diese Runde an einem Wochentag unternimmt, dann grenzt es schon fast an ein Wunder, jemand anderes anzutreffen. Wenn denn überhaupt, dann bei der Na Tokání (Balzhütte) und in der Ortschaft Doubice (Daubitz).

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Zwerchloch – Quaderberg

Diese kleinere Wanderung ist dadurch entstanden, dass Herr Bellmann vom Heimatbuchverlag (www.heimatbuchverlag.de) ein Stiegenbuch zur Böhmischen Schweiz herausgebracht hat und dort gleich ein paar Stiegen und interessante Stellen nordöstlich des Stoličná hora (Quaderbergs) eingetragen sind. massive_Bank_Decin_kleinObwohl ich schon so einige Male über diesen Berg gewandert bin, waren mir viele Stellen unbekannt und so haben wir uns gleich mal auf eine Erkundungstour begeben. Den Startpunkt haben wir an den Ortseingang von Děčín (Tetschen) unterhalb des kleinen Spielplatzes bzw. des Parks gelegt. Von dort geht es sehr angenehm durch den Park aufwärts. Zuerst fällt dort eine riesige Bank auf, die einfach aus einem mächtigen Baumstamm herausgeschnitten worden ist. Auf dem Weg nach oben stehen einige Erklärungstafeln, die über besondere Bäume und Stellen im Park informieren. In dem Park sollte man sich links halten, da dort gleich an der ersten Möglichkeit der eigentliche Aufstieg beginnt. Man hätte auch gleich am Spielplatz die betonierte Fahrstraße aufwärts wandern können, aber der Weg durch den Park und der darauffolgende Aufstieg sind viel sehenswerter. Die betonierte Straße endet an der Schießanlage des Deciner Schützenvereins und auch der Wanderweg trifft an dieser Stelle darauf. Normalerweise ist das stabile Eingangstor verschlossen, sodass die Aussicht ins Elbtal von der Außenseite genossen werden muss. Aber es wird in kurzer Zeit noch eine viel schönere Aussicht erreicht. Dazu geht es gleich am Tor nach rechts den Pfad aufwärts. Blick_auf_Decin_von_Kaiseraussicht_kleinDer Aufstieg erfolgt über so einige Stufen und macht einen Haken oberhalb der Schießbahn. Dann kommt man an die Kaiseraussicht mit einem Obelisk, von der man einen tollen Blick über Děčín (Tetschen) hat. Der Platz ist sehr gut für eine kurze Erholung nach dem Aufstieg geeignet.
Auf der Rückseite der Aussicht startet ein super angenehmes Teilstück auf der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Es ist schon ziemlich ungewöhnlich, dass hier oben auf dem Stoličná hora (Quaderberg) so eine große Ebene ist. Nach ¼ Kilometer verlässt man den roten Strich und geht geradeaus auf einem ziemlich geraden Wanderweg weiter. Etwas weniger als 1 Kilometer geht es unmarkiert durch den Wald, bis der rote Strich roter Strich von links wieder zum Waldweg dazustößt. Hier wird der gerade Weg verlassen und es geht ganz kurz dem roten Strich nach links entgegen. Nach 10 Metern biegt vollkommen unauffällig nach rechts ein Pfad ab, der in einem wilden Zickzack den Hang hinabführt. Am Ende gabelt sich der Weg und zuerst wandert man nach rechts weiter. Schon nach ganz wenigen Metern erreicht man einen von vier Türmen einer ehemaligen Trinkwasserleitung. Diese Leitung soll im Jahre 1881 eingeweiht worden sein und das besonders Raffinierte ist, dass damals der 400 Meter Turm_von_Trinkwasserleitung_1881_kleinlange Stollen von beiden Seiten in den Berg getrieben wurde. Heutzutage lacht man mit den technischen Hilfsmitteln über diese Aufgabe, aber damals war es schon eine Herausforderung. Der Stollen scheint ziemlich tief zu sein, in den Schaft des ersten Turms kann man hineinsehen und der Boden ist nicht zu erkennen.
Zwischen diesem Turm und dem nächsten befindet sich ein sehr ungewöhnlicher Bachlauf in einer riesigen, teils betonierten, teils aus dem Felsen herausgearbeiteten Rinne. Gleich neben dieser Rinne führt ein Weg aufwärts. Auch wenn einige Sandsteinstufen hier den Aufstieg vereinfachen, sollte man vorsichtig sein, da bei unserer Wanderung mindestens zwei davon komisch kippelten. Der Bach läuft über mehrere große Stufen und dahinter heißt es, die Rinne für die weitere Wanderung zu durchqueren. Der Bach ist normalerweise nicht so tief, dass man sich irgendwelche Sorgen wegen nasser Füße machen müsste. Aber Vorsicht: bei Frost sollte man diese Wanderung so nicht machen, denn wenn die Rinne gefroren ist, könnte man ziemlich schnell nach unten gelangen…  Damit man auch die richtige Stelle erwischt, sollte man die gegenüberliegende Seite aufmerksam beobachten. Dort ist an einer Stelle deutlich zu sehen, dass da ein Pfad weiter geht. Aufstieg_Samielsteig_kleinDieser Pfad sieht so aus, als ob er in beide Richtungen (bachauf- und -abwärts) weiter führt, für diese Wanderung geht es aber 50 Meter nach links, um dann den Hang hoch zu steigen. Abstieg_Samielsteig_kleinHier kommt eine kleine Klettereinlage, um dann auf einem Pfad weiter in östliche Richtung zu gelangen. Nach 150 Metern geht es mit einer weiteren kleinen Klettereinlage wieder abwärts. Am Ende des Abstieges erreicht man wieder das Bachbett, das auf der linken Seite auf einer Betonbrücke überquert wird.
Die Wanderung erreicht die bekannte Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich, der nach rechts weiter gefolgt wird. Schon bald passiert man eine Kläranlage, die ungewöhnlicherweise überhaupt nicht stinkt, aber die Geruchsbelästigung war vorher im Bereich der beiden Türme schon vorhanden und vermutlich ist das auch der Grund für die breite Rinne oberhalb der Trinkwasserleitung. Hinter der Kläranlage passiert man ein paar Häuser und eine Halle. Dann geht es wieder in den Wald des Stoličná hora (Quaderberg) und nach insgesamt ½ Kilometer erreicht man wieder die bekannte Stelle, an der es nach rechts im Zickzack abwärts geht. Hier geht es nochmals abwärts, um dann unten an der Weggabelung diesmal nach links weiter zu wandern. Felswand_im_Baeckenloch_Kaiserweg_kleinAuch wenn wir die Stelle nach ein paar Metern gar nicht als so gefährlich angesehen haben, ist hier ein alter Feuerwehrschlauch als Handlauf angebracht. Vermutlich ist es eher eine moralische Unterstützung, Andachtsstaette_im_Baeckenloch_kleinaber es ist auf jeden Fall wieder ein kleiner Hinweis, wie man mit geringsten Mitteln, ohne Umweltverträglichkeitsgutachten, Ausschreibung und Bauantrag etwas hinbekommen kann. Hinter dieser Stelle geht es ein paar Stufen hinunter und dann passiert man eine höhere Felswand. Ziemlich am Ende der Wand ist eine kleine Nische mit einem Marienbild in den Felsen geschlagen worden. So manche Kleinigkeit ist noch neben dem Bild abgelegt worden, sodass es schon wie ein Minialtar aussieht.
Der weitere Wanderweg ist ganz gut zu erkennen und so geht man zuerst 400 Meter bis zu einer Spitzkehre nach links bergan. Dort steigt man noch ein paar Meter weiter auf, um eine Bank in einer Höhle zu passieren. Die Höhle ist unwesentlich, aber sie schützt die Bank vor Verwitterung. Auf der Armlehne steht „13. 16.2. V Čertovce 1973. 13.“. Was auch immer die paar Buchstaben sagen möchten.
Von dieser Höhle bzw. Bank wandert man noch 100 Meter auf dem Pfad weiter bis zu einer markanten Felswand. Wenn man auf der rechten Pfadseite eine Quelleeinfassung sieht, ist man ein paar wenige Meter zu weit gewandert. Links neben der Felswand beginnt eine Schräge, an der an der links am Felsen die Jahreszahl 1879 auffällt. Hier geht es aufwärts. Der Weg nach oben ist so Bildnis_Bernadette_Soubirous_kleineinigermaßen zu erahnen und man kommt ganz gut hinauf bis zur eigentlichen Höhle, die Zwerchloch heißt. In der Höhle fällt als erstes ein Bild der Ordensschwester Bernadette Soubirous Felsinschriften_1566_im_Zwerchloch_kleinund außerdem eine Vielzahl an Jahreszahlen (1566, 1775, 1790, 1848, 1870, 1879) auf. In der Wand des Zwerchlochs befinden sich einige Löcher und in einem stecken mehrere eingeschweißte Seiten mit Informationen zu dem Bild. Leider ist der Text nur in Tschechisch, aber Wikipedia liefert eine sehr ausführliche Beschreibung zu Bernadette Soubirous. Was auch immer diese kleine Grotte im Stoličná hora (Quaderberg) mit der heiliggesprochenen Schwester zu tun hat, erschließt sich uns nicht, aber vermutlich ist es eins der vielen Geocaches in der Sächsischen bzw. Böhmischen Schweiz oder vielleicht ist es auch ganz einfach nur eine kleine Gedenkstätte. Die Höhle soll 1631 auch als Zufluchtsstätte des letzten Ritters von Bünau gedient haben. Ein riesig großes Versteck ist die Höhle nicht, aber immerhin hatte er eine schöne Aussicht auf die Elbe.
Bei der Höhle bzw. dem Zugang kann man dann mal wieder gut feststellen, dass der Weg aufwärts meistens einfacher Blick_von_Zwerchloch_auf_Elbe_kleinals der Abstieg ist. In diesem Fall liegt es hauptsächlich daran, dass der Untergrund ziemlich locker ist und man nur schlecht Halt finden kann. Unter Zuhilfenahme von Wurzeln und ein paar Büschen geht es abwärts. Wer das Glück hat, ein Seil dabeizuhaben, kann dieses als psychologische Hilfe hier sehr gut einsetzen. sommerliche_Elbwarte_Decin_kleinGanz schön schauerlich fanden wir beim Abstieg, dass in einem der Felslöcher gleich neben der Jahreszahl 1879 ein Knochen lag. Aber so wild ist der Abstieg wirklich nicht. Wieder auf dem Weg angekommen, geht die Wanderung nach links weiter. Schon nach ein paar Metern passiert man die in Stein gefasste Zwergentränke und kurz dahinter geht es über ein paar Serpentinen hoch auf den Stoličná hora (Quaderberg). Noch bevor man die Ebene erreicht, fällt einem ein Pavillon auf, der dann auch schnell erreicht ist. Von der 1890 gebauten sogenannten Elbwarte hat man einen netten Blick hinunter ins Elbtal.
Gleich an dieser schönen Aussicht führt die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich entlang. Obelisk_Deciner_Kaiseraussicht_kleinDieser folgt man nach rechts in Richtung Děčín (Tetschen). Schon nach wenigen hundert Metern erreicht man die bekannte Kaiseraussicht. Hier geht es nach links auf der roten Wanderwegmarkierung den Hang bergab. geschnitzte_Bank_Quaderberg_kleinNach dem Abstieg geht man die letzten paar Meter nach rechts durch den schönen Park bis hinunter zum Ausgangspunkt der Wanderung. Auf dem Weg passiert man ein paar Holzkunstwerke und eine nette Sitzecke mit der Inschrift Loretoruh 1903.
Es ist immer wieder verwunderlich, was sich so alles in einer Landschaft wie der Sächsischen bzw. Böhmischen Schweiz entdecken lässt. Es gibt nicht nur tolle Aussichten und Felsentäler, sondern auch Stellen, an denen sich schon seit Jahrhunderten Menschen aufhalten.

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Schwarzes Tor

Nachdem ich jetzt schon einmal mit dieser Wanderung reingefallen bin, aber davon ausgehe, dass das Grundkonzept der Wanderrunde ganz in Ordnung ist, habe ich sie dann doch noch mal versucht. Die Ursprungsversion (Eiswanderung) habe ich um einen weiteren Abstecher verbessert und hier kommt die Beschreibung:
Die Wanderung habe ich zum Männertag 2005 durchgeführt. Der Termin war ganz bewusst so gewählt gewesen, da man an dem Tag gar nicht erst versuchen sollte in die beiden Teile des Nationalparks zu gehen, da dann Horden an Wanderern unterwegs sind. Wirklich erschrocken war ich, als ich am Parkplatz von der Buchenparkhalle ankam. Um kurz nach 10:00 war der Paktplatz schon zu 2/3 gefüllt und ich habe das erste Mal einen Stau am Parkscheinautomaten gesehen. Ich befürchtete schlimmstes im Bezug auf eine ruhige Wanderung.
Schwarzpulverhoehle_draussen_kleinDie Wanderung startet man nach rechts auf dem breiten Forstweg, der vor dem Parkplatz entlanggeht und mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert ist. Vom Parkplatz geht es ca. 400 Meter bis zur ersten Abzweigung. An dieser Stelle verlässt man den markierten Weg und es geht nach links den Berg herunter. Schwarzpulverhoehle_drinnen_kleinDa dieser Weg auch von Forstfahrzeugen benutzt werden könnte, geht es in einem angenehmen Gefälle ins Kirnitzschtal herunter. Kurz bevor es nach rechts auf den Hollweg weiter zur Kirnitzsch geht, kann man in der rechten Felswand eine Holztüre sehen. Bei der Wanderung stand diese Türe tatsächlich mal offen und ich konnte sehr gut sehen, wie eine alte Schwarzpulverkammer von innen aussieht. Früher wurde in dieser Kammer das Schwarzpulver aufbewahrt, um auch noch Wurzel aus dem gerodeten Wald zu entfernen. Eine weitere dieser Kammern gibt es im Großen Zschand.
An der Kirnitzsch angekommen geht es nach links auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich. Auch wenn der markierte Wanderweg nach ein paar Metern nach links verschwindet, geht es weiter geradeaus, genau auf den neuen Wanderergrenzübergang. Der Name des Grenzübergangs scheint noch nicht so richtig festgelegt zu sein. Bis jetzt habe ich die Varianten Rabenstein und Hinter-Dittersbach gehört. Mir selber würde die Variante Hinter- Dittersbach besser gefallen, auch wenn es diese Ortschaft nicht mehr gibt, aber als kleines Gedenken an die Ortschaft wäre der Name schon ganz nett. Gleich hinter dem Grenzübergang geht der Wanderweg nach links weiter. Leicht irritierend ist, dass hier der Weg durch eine Schranke versperrt wird, obwohl der Weg mit dem grünen Strich grüner Strich markiert ist. Vermutlich soll die Schranke aber eher irgendwelche Autofahrer am Weiterfahren hindern. Der Weg geht über ein normales Gefälle den Berg hoch.
Die grüne Wanderwegmarkierung führt die nächsten 3,3 Kilometer sehr angenehm ruhig durch den Böhmischen Wald, bis die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich erreicht wird. Auf ihr geht es nach links weiter, wobei man gut auf den Streckenverlauf achten muss. Der Wanderweg geht nicht wie man annehmen könnte auf dem breiten Forstweg weiter, sondern geht schräg links in den dichten Wald. Die Wegmarkierung ist im Frühjahr 2005 sehr schwer zu finden, aber wenn man weiß, dass es nicht auf dem Forstweg, sondern auf dem Pfad weitergeht, dann sollte man den Eingang finden. schwarzes_Tor_kleinDem Pfad folgt man den Hang runter, durch eine enger werdende Schlucht, bis der  breite Weg im Tal erreicht ist. Der kleine Bach in dem Tal heißt Rotes Floß. An dem Bächlein läuft man jetzt talwärts (also nach links), durch ein nettes schmales Tal mit einer ungewöhnlichen Natur, bis zum Schwarzen Tor. Da ich zum Anfang überhaupt nicht wusste, was das schwarze Tor ist und mir aber dachte, der Name hört sich interessant an, bin ich durch das Tal gewandert und habe die ganze Zeit Ausschau gehalten nach einem möglichen schwarzen Tor. Im Nachhinein gesehen, so viel Mühe hätte ich mir nicht machen müssen. Hinter-Dittersbach-heute_kleine_Bruecke_kleinDas Schwarze Tor ist ein unübersehbares Tor, da es sich quer über den Weg spannt. Wenn man durch das Tor durchgegangen ist, erreicht man dahinter gleich die Kirnitzsch. Über den Fluss ist an der Mündung des Tals früher die Schönlinder Brücke gewesen. Heutzutage sieht man davon nur noch die beiden Brückenauflager, aber die eigentliche Brücke ist nicht mehr vorhanden. Ganz schwer verwundert war ich, dass mir auf der gesamten Wanderung höchstens 10 Wanderer begegnet sind, nur im Bereich des Schwarzen Tors schätzungsweise 50 Leute unterwegs waren. Es waren unterschiedlichste Gruppen und sie machten auch nicht den Eindruck, als wenn sie durch die kalte Kirnitzsch gewatet wären. Entweder war es ein dummer Zufall, oder es gibt noch irgendwo eine Brücke, die zwar kein offizieller Übergang ist, aber trotzdem die Kirnitzschüberquerung ermöglicht.
Um die Wanderung auf legale Weise fortzusetzen, geht es wieder durch das Tal zurück, bis zur ersten Möglichkeit nach links abzubiegen. Quelle_Hadi_Pramen_kleinAuf diesem Pfad geht der blau markierte Weg den Berg hoch. Der markierte Wanderweg schlängelt sich erst auf einem schmalen Pfad entlang, um zuerst an der Quelle Hadi Pramen vorbei zu führen und dann aber auf einem breiten Forstweg bis an den Grenzübergang weiterzulaufen. Wenn man den Grenzübergang in Sichtweite hat, dann weißt eine alte Steintafel an einem Felsbrocken auf die Wolfsjagd hin. Denkmal_Todesmarsch_kleinKurz vor dem Grenzübergang, sieht man an einem Weg, der nach rechts geht, eine in Stein gefasste Quelle und wenn man diesen Weg reingehen würde, dass Resultat von ein paar Idioten. Bis vor ein paar Jahren stand an der Stelle ein Denkmal, das den Opfern des Todesmarsches vom April 1945 gewidmet war. Leider ist es inzwischen abgesägt und es ist nur noch der ein Fundament und ein Pfosten zu sehen. Meiner Ansicht nach, muss so etwas nun wirklich nicht sein.
Vom Grenzübergang Hinter-Daubitz (Zadni Doubice) geht es wieder zurück nach Deutschland. Die ersten paar Meter (500 Meter) verläuft die Wanderung an der Kirnitzsch entlang, um dann auf die Wanderwegmarkierung roter/gelber Strich roter Strich zu treffen. Auf dieser Wanderwegmarkierung geht es jetzt die nächsten 150 Meter nach rechts, um dann aber auch schon wieder nach links den Berg hoch nach Hinterhermsdorf zu gehen. Der breite Forstweg führt an einer lang gezogenen Waldwiese vorbei und geht mit einer mäßigen Steigung in den Ortsteil Neudorf. Im Neudorf angekommen biegt man die erste Möglichkeit nach links wieder ab. Der Weg ist mit dem gelben Punkt gelber Punkt markiert. Zuerst geht es am Forstamt von Hinterhermsdorf vorbei und danach unterhalb der Kleingartenanlage. Am Ende des Weges erreicht man die Straße zur Buchenparkhalle und nach den letzten 100 Metern auf dieser Straße ist der Ausgangspunkt dieser Wanderung wieder erreicht.
Was mich an dieser Wanderung wirklich verwundert hat, ist die schöne Ruhe, obwohl unwahrscheinlich viele Menschen unterwegs gewesen sind. Der Parkplatz war bei meiner Rückkehr bis zum Rand voll, aber anscheinend sind alle entweder zu der oberen Schleuse gegangen oder haben die Richtung Nationalpark eingeschlagen. Außerdem habe ich mich über die Runde jetzt doch gefreut, dass sie gar nicht so schlecht ist, wie ich sie das erste Mal empfunden hatte.

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Sebnitz – Nixdorf

Der Weg beginnt unterhalb der Gaststätte Waldhaus. Der unangenehmste Teil dieser Wanderung sind die 300 Meter auf der asphaltierten Straße Richtung Sebnitz. Am Waldhaus folgt man dem Waldweg nach rechts. Ausgeschildert ist er mit den Worten Tomášov (Thomasdorf) und dem gelben Strich gelber Strich. Der Hügel hinter dem Gaststättengelände ist eine alte Müllhalde, die heutzutage mit mehreren Schichten abgedeckt ist und eigentlich nur noch durch den Zaun und den fehlenden höheren Bewuchs auffällt. Auf dem weiteren Weg passiert man gleich zweimal Stellen, die nach links einen schönen Blick in Richtung Sebnitz bzw. auf Hertigswalde ermöglichen. Nach einer Strecke von etwas weniger als einem Kilometer erreicht man die Grenze, die zwar hier immer noch sehr gut gegen Fahrzeuge gesichert ist, aber als Wanderer kommt man heutzutage sehr angenehm rüber. Es geht noch ½ Kilometer weiter auf der gelben Wanderwegmarkierung, bis man die kleine Siedlung namens Tomášov (Thomasdorf) erreicht. Gaststaette_Thomasdorf_kleinKapelle_Thomasdorf_kleinGleich hinter der kleinen Kapelle auf der rechten Seite befinden sich eine Gaststätte und eine Ferienhaussiedlung. Die Wanderung verlässt die gelbe Wanderwegmarkierung nach links auf dem ersten ernstzunehmenden Weg und man wandert einen sehr gut ausgebauten Waldweg entlang. Der Weg führt einmal ¼ um den Tanečnice (Tanzplan) herum, um dann nach 2 Kilometern auf eine Kreuzung mit der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich zu stoßen. Nach links würde es nach Sebnitz hinunter gehen, aber das nächste Ziel ist der Gipfel des Tanečnice (Tanzplans) und deshalb wandert man nach rechts weiter. Dafür, dass der Berg mit 597 Metern höher ist als der höchste Berg der Sächsischen Schweiz (Großer Winterberg mit 556 Metern), kommt man überraschend angenehm hinauf. Ein bisschen muss man aufpassen, dass man nach einem ¾ Kilometer nicht übersieht, dass es nach rechts auf einem Pfad hoch zum Gipfel geht. Die Markierung zeigt es zwar an, aber sie ist ziemlich unauffällig und der Weg geradeaus sehr verführerisch. Die letzten 30 Höhenmeter sind dann auch schnell geschafft und auf Tanzplan_Turmdem Gipfel befindet sich eine Gaststätte mit sehr angenehmen Preisen und super freundlichen Bedienungen. Gleich daneben steht der 26 Meter hohe Bismarckturm. So richtig hinter die Öffnungszeiten der Gaststätte bin ich noch nicht gekommen. Im Moment scheinen es nur die Tage zwischen Mai und September zu sein. Auch Tanzplan_Restaurantwenn die 15 Kronen Turmbesteigungsgebühr (Stand Winter 2016/17) in der Gaststätte bezahlt werden sollen, darf man in der kalten Jahreszeit den Turm auch ohne Eintritt besteigen. Ohne den Turm steht man in einem dicht gewachsenen Wald ohne Aussicht da und so ist der Aufstieg selbstverständlich und auch wirklich lohnenswert.

Vom Tanzplan geht man die Fahrstraße den Berg wieder hinunter. Nach ein paar Metern stellt man fest, dass man auch bis fast zum Gipfel mit dem Auto fahren könnte, da ein Parkplatz auftaucht. Aber wer will schon mit dem Auto auf einen Berggipfel fahren. Also weiter die Straße runter. Giebel_Kirche_Nixdorf_kleinAm Ende des Weges geht man nach links Richtung Mikulášovice (Nixdorf). Auch wenn die Straße auf Wanderkarten nach einer echten Straße aussieht, ist sie doch nur eine Innenraum_Kirche_Nixdorf_kleinZufahrtsstraße und deshalb nicht besonders stark befahren. Nach 2 Kilometern erreicht man die Hauptstraße von Mikulášovice (Nixdorf) und wandert diese nach rechts. Wenn man sich die Gebäude ansieht, dann kann man sehr gut sehen, Nixdorf_schoenes_Hausdass diese Stadt/Dorf irgendwann mal reich gewesen ist. So ist die Kirche ein Augenschmaus und einige Häuser werden auch wieder schön hergerichtet. Auf der nächsten Straße nach rechts (wieder Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich) geht es schon wieder aus Nixdorf hinaus. Man folgt der Beschilderung Hinterhermsdorf/alte Nixdorfer Straße. Nixdorf_Schwimmbad_3Einen Kilometer nach Verlassen der Hauptstraße kommt man an das gut gepflegte Natur-Freibad von Nixdorf. Hier ist es bestimmt im Sommer sehr gut auszuhalten. An der Weggabelung geht es nach links. Nixdorfstrasse_BlitzopferMan folgt der alten Nixdorfer Straße, vorbei an einem Grabstein, der an ein Blitzschlagopfer erinnert, bis an die Grenze. Sehr interessant sind die Erklärungstafeln über die Berge, die umliegenden Dörfer und die Wege. Vom Grenzübergang geht es zum Weifberg. Von dem 32 Meter hohen Weifbergturm_2Aussichtsturm hat man eine wunderschöne Aussicht über die ganze hintere Sächsische Schweiz. Der Ausblick ist beeindruckend und auch von nicht ganz so geübten Wanderern gut zu erreichen. Das einzige kleine Hindernis könnte die Windempfindlichkeit des Turmes sein. Bei stärkerem Wind bewegt sich der Turm in der Spitze schon ziemlich hin und her. Vom Weifberg geht es ein paar Meter den Weg wieder zurück und vor dem Wald nach links auf den Prof. Meiche-Weg. Auf diesem sehr ruhigen Weg geht es so ziemlich über Stock und Stein die 5 Kilometer zum Parkplatz zurück. Der Weg ist die ganz Zeit mit dem blauen Strich ausgeschildert. Aussicht_vom_Wachberg_Saupsdorf_kleinZwischendurch kann man noch eine Rast auf dem Wachberg machen. Der Wachberg ist der Hausberg von Saupsdorf und mit einer Gaststätte auch für das leibliche Wohl seiner Besucher zuständig. Auch auf diesem Berg hat man einen schönen Blick über Saupsdorf und Teile der hinteren Sächsischen Schweiz. In die Böhmische Schweiz kann man von diesem Berg nicht sehen. Vom Wachberg wandert man die Reststrecke bis zum Parkplatz immer am Wald entlang.

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Aldringen Stein

Die Wanderung zum Aldringen Stein ist dadurch entstanden, dass Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de) den Felsen in seinem Buch Heimat- und Naturgeschichte der Sächsischen Schweiz Band 3 sehr interessant beschrieben hat und so etwas gleich mal in der Natur angeschaut werden muss.
Der Startpunkt zu dieser Wanderung liegt in der Ortschaft Mezní Louka (Rainwiese) auf dem großen Parkplatz hinter dem Hotel. Von hier geht es auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich von der Straße in Richtung Ziegenrücken bzw. Gabrielensteig. Noch in der Ortschaft passiert man die Touristeninformation auf der linken Wegseite. Sehr nett sind die neue_Ferienhaeuser_Rainwiese_kleintollen Landschaftsfotos an den riesigen Fenstern. Auf der rechten Wegseite befinden sich ein paar Ferienhäuser, die im Frühjahr 2013 nagelneu waren. Ziemlich schön sehen auch die hoelzerner_Jaeger_Rainwiese_kleinBilder auf der Webseite (www.uforta.cz) vom Inneren der Häuser aus. Dann geht es aus der Ortschaft Mezní Louka (Rainwiese) auf dem Ziegenrücken heraus. Der Waldweg steigt langsam an; es handelt sich um einen wirklich uralten Verbindungsweg nach Deutschland. Heutzutage geht es leider nur noch bis zum Gabrielensteig, aber das reicht für diese Wanderung auch.
Der Schwarze Grund, in dem sich der Aldringen Stein befinden soll, fällt deutlich sichtbar gegenüber des Großen Zschand- Zugangs ab. Blöderweise befindet sich der nette Sitzplatz aber in einem anderen, steinerner_Wegweiser_Gabrielensteig_Grosser_Zschand_kleinkleineren Ausläufer des Schwarzen Grundes und deshalb habe ich insgesamt 4 Anläufe gebraucht, den Stein zu finden. So wandert man ein paar Meter weiter in Richtung Prebischtor. Den Abzweig in den Großen Zschand passiert man an der Sandsteinsäule und folgt von der steinerneren Hinweissäule dem Gabrielensteig ¼ Kilometer. Den kleineren Ausläufer in den Schwarzen Grund erreicht man genau vor den ersten künstlichen Holzstufen. Aldringen_Stein_Vorderseite_kleinHier geht es sehr unscheinbar nach links in den Grund hinein und dann entdeckt man nach 60 Metern die beiden mannshohen Felsen mit dem eingearbeiteten Sitzplatz. Wenn man den richtigen Einstieg zum Schwarzen Grund gefunden hat, dann ist auch der Aldringen Stein sehr einfach zu finden. Rechts neben dem eigentlichen Sitzplatz ist in den Felsen die Inschrift “Graf Aldringen Stein” eingearbeitet. Rueckseite_Aldringen_Stein_kleinEs war schon ein ziemlicher Glücksmoment, endlich den steinernen Sitzplatz gefunden zu haben. Der Schwarze Grund ist ein wirklich gut überschaubares Tal und dann ist es wirklich ärgerlich, immer wieder unverrichteter Dinge umzukehren. Vermutlich war ich einfach nur zu dämlich, den Text in Axel Mothes Buch richtig zu deuten. Zum Glück war der Aldringen Stein aber auch noch auf einer Wanderkarte (Hinterhermsdorf 1:16.666 Meinhold) aus dem Jahre 1913 eingezeichnet und ein netter Mitmensch hat mich darauf aufmerksam gemacht.
Natürlich könnte man nach dem Finden des Aldringen Steins sofort wieder zum Ausgangspunkt zurück gehen, aber wenn man schon in dieser Ecke der Böhmischen Schweiz ist, dann kann man hervorragend noch bis zum Prebischtor wandern. Dazu geht es aus dem Schwarzen Grund aufwärts bis zum Gabrielensteig mit der bekannten Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Dem Gabrielensteig folgt man nach links. Der Pfad schlängelt sich auf gleichbleibender Höhe am Felsfuß entlang. An mehreren Stellen werden mit sehr schönen Informationstafeln Besonderheiten des Elbsandsteingebirges erklärt. Nach ein paar hundert Metern auf dem Gabrielensteig steigt der Weg ein paar Stufen hoch und hinter diesen Stufen kann man sehr Grafenkrone_Aldringen_kleineinfach auf der rechten Felswand eine Krone entdecken. Diese Krone sieht ein bisschen wie die Grafenkrone des böhmischen Fürstengeschlechts Clary und Aldringen aus. Vermutlich könnte das Wappen aber auch hunderte andere Wappen, in denen vier Felder enthalten sind, darstellen. Auf jeden Fall ist es ein Wappen und ganz bestimmt nicht erst in den letzten Jahrzehnten angebracht worden.
Die Wanderung über den Gabrielensteig ist wirklich angenehm, aber nur im Winter kann man auch ein bisschen in die Landschaft blicken. In den Jahreszeiten mit Laub auf den Bäumen ist der weitläufige Blick nur an einem, höchstens zwei Punkten möglich. Dafür wandert man an so einigen hohen Felswänden entlang, die immer wieder unterschiedliche Formen aufweisen. Zum Teil ist die Zersetzung der Felsen durch große Sandflächen unterhalb der Felsen zu erkennen Hoehlenbaum_Gabrielensteig_kleinund an mehreren Stellen kann man durch hoch stehende Wurzeln erahnen, dass so manche Sandschicht von den Besuchern abgetragen worden ist. An mehreren Stellen werden Ausläufer bzw. winterlicher_Zuckerhut_am_Gabrielensteig_kleinEinschnitte der Felsen durch Bögen umwandert und diese können schon ganz schön imposant aussehen. So kann man beim Umrunden des Becksteins zum böhmischen Zuckerhut hoch blicken, der ganz besonders auffällig mit einer Schneeschicht aussieht. Natürlich ist die große Felswand am Gabrielensteigturm auch ein Hingucker.
Nachdem man 3,5 Kilometer auf dem Gabrielensteig gewandert ist, wird noch ein kleinerer Felsenausläufer des Prebischtors umrundet, bei dem man von beiden Seiten das größte natürliche Felsentor von Europa entdecken kann. Blick_vom_Garbielensteig_zum_Prebischtor_kleinObwohl ich die Strecke über den Gabrielensteig schon sehr häufig gegangen bin, ist mir dies tatsächlich erst mit dieser Wanderung aufgefallen. Vermutlich liegt es daran, dass man eher in die Weite der Landschaft blickt, als nach vorne den Felsen hoch. Das Prebischtor ist ein zweischneidiges Schwert, da einerseits wirklich sehr viele Besucher hier oben herumlaufen, aber andererseits ist der Blick schon wirklich etwas Besonderes. Deshalb sollte man den kurzen Abstecher bis hoch zum Felsentor unbedingt unternehmen, aber es ist besser, die Wanderung bzw. den Zeitpunkt so legen, dass man nicht in der Hauptwanderzeit unterwegs ist. Ein weiteres ungewöhnliches Manko des Prebischtors ist, winterlicher_Bogen_Prebischtor_kleindass man einen kleinen Obolus als Eintritt bezahlen muss. Im Frühjahr 2013 waren es 3 € für Erwachsene und 1 € ermäßigt. In den Wintermonaten ist das Prebischtor geschlossen und höchstens am Wochenende (dann aber kostenlos) betretbar. Von den westlichen Aussichten hat man einen wirklich fantastischen Ausblick auf die böhmische Landschaft, die Felsen der Langgrundwände und natürlich das eigentliche Prebischtor. Gleich neben dem Prebischtor befinden sich auch mehrere Möglichkeiten, das Verhungern oder die Unterhopfung zu verhindern.
Der Abstieg vom Prebischtor erfolgt wieder auf dem gleichen Zickzackweg wie auf dem Hinweg und am Ende geht es nach rechts auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich weiter. Der Weg erfolgt mit einem angenehmen Gefälle durch den Langen Grund bzw. der Weg wird auch Pelagiensteig genannt und endet auf der Straße zwischen Rainwiese und Herrnskretschen. Diese Straße muss nur überquert werden und auf der gegenüberliegenden Straßenseite geht es auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich wieder aufwärts. Die Steigung hoch nach Mezná (Stimmersdorf) ist sehr angenehm und es fällt fast nicht auf, Wasserwerke_im_Lange_Biele_kleindass man 3 Kilometer auf dem Mlýnská cesta (Mühlweg) unterwegs ist. Zwischendurch kann man im Tal der Dlouhá Bělá (Lange Biele) so einige umzäunte Gebäude entdecken. Dabei handelt es sich um Wasserwerke, die das Grundwasser anzapfen und damit die Bewohner der Böhmischen Schweiz versorgen. Fast am Ende des Mlýnská cesta (Mühlweg) hat man noch mal einen schönen Blick rüber auf die Felsen rund um das Prebischtor tolles_Wandgemaelde_Stimmersdorf_kleinund dann geht es in die Ortschaft hinein. Hier ist wirklich jedes Haus auf hungrige und durstige Touristen eingestellt und man kann relativ günstig einkehren. Auf der rechten Straßenseite kann man in den wärmeren Zeiten sehr nett draußen auf der Terrasse sitzen und mit einer Stärkung winterlicher_Zufahrt_Stimmersdorf_kleinden Blick in die Landschaft genießen. Die letzten Meter (1 ½ Kilometer) führen dann über die einzige Zufahrtsstraße der Ortschaft zum Ausgangspunkt zurück. Dadurch, dass Mezná (Stimmersdorf) nur aus den paar Restaurants und Häusern besteht, hält sich der Verkehr so einigermaßen in Grenzen und man kann auch hier noch mal den Blick auf die Felsen genießen. Auf halber Strecke erinnert ein Gedenkstein an die im Krieg gefallenen Soldaten und netterweise sind die Namen in den letzten Jahren wiederhergestellt worden. Dadurch, dass es sich mehrheitlich um deutsche Namen gehandelt hat, waren diese kurz nach dem Krieg entfernt worden. Am Ende der Straße wird wieder die Ortschaft Mezní Louka (Rainwiese) erreicht und damit ist eine nette Runde durch die Böhmische Schweiz geschafft. Wir haben die ersten drei Wanderungen im Winter unternommen und es war mit der Ausnahme von glatten Wegen eine sehr angenehme Runde. Nur die letzte Erkundungstour fand im Mai statt und deshalb sind auch die Bilder vom Aldringen Stein ohne Schnee.

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Balzhütte

Nachdem ich mit der Wanderung Rudolfstein festgestellt hatte, wie schön die Gegend nördlich von Jetřichovice (Dittersbach) ist, sollte es diesmal eine größere Runde werden. Die Runde, wie ich sie gelaufen bin und jetzt hier beschreibe, ist ziemlich genau so auch in dem erstklassigen Wanderführer Böhmische Schweiz von Dr. Rölke (www.bergverlag-roelke.de) beschrieben. Die Wanderung startet im Zentrum von Jetřichovice (Dittersbach). Hier befindet sich gleich eine ganze Ansammlung von Parkplätzen. Es gibt den einen offiziellen Parkplatz rechts neben der Kirche und noch eine ganze Ansammlung im Bereich vor dem Kindererholungsheim bzw. den Gaststätten. Von allen Ausgangspunkten geht es auf jeden Fall nach links auf der Wanderwegmarkierung Kindererholungsheims_in_Dittersbach_kleingelber Strich gelber Strich aus der Ortschaft heraus. Nach wenigen Metern erreicht man das riesige Gelände des Kindererholungsheims mit dem prächtigen Gebäude. Im Gegensatz zur Wanderung Rudolfstein geht es diesmal aber rechts an dem Grundstück entlang, weiterhin auf dem markierten Weg. Die Wanderung passiert noch ein paar kleinere Hütten, die rechts hinten im Grundstück des Kindererholungsheim stehen und dann geht es ins Harový dùl (Stammbrückental) hinaus. Nach wenigen Metern kann man auf der linken Wegseite die deutlichen Spuren des Waldbrandes im Sommer 2006 sehen. Im Jahre 2008 konnte man schon wieder die ersten kleinen Pflänzchen erkennen, die als Pionierpflanzen den Vorreiter für einen neuen Wald spielen. Bis aber diese Narbe wieder zugewachsen ist, werden noch einige Jahre vergehen. Auch wenn es hier durch einen Grund geht, so steigt der Weg mit der Zeit an und erreicht kurz vor der Balzhütte den höchsten Punkt der Wanderung. Hier wechselt man auch auf die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich und folgt dieser Markierung nach links.
Balzhuette_Restaurant_kleinObwohl die Balzhütte ein ganzes Stück von der nächsten Parkmöglichkeit bzw. Zivilisation entfernt ist, ist hier an schönen Tagen schon einiges los. Dass die Balzhütte so weit von jeglichen Ortschaften entfernt ist, liegt an der Geschichte der Siedlung. Im Ursprung ist hier ein Rastplatz für Jäger des Fürsten Kinsky gewesen. In den Wäldern um die Balzhütte wurde Jagd auf Waldvögel und insbesondere auf balzende Auerhähne betrieben und daraus resultiert auch der Name. Schwimmbad_Balzhuette_kleinHeutzutage befindet sich hier eine Gaststätte mit relativ angenehmen Preisen und lädt zum Verweilen ein. Was mir persönlich gut gefällt, ist die Farbe der Gebäude. Dadurch, dass die vier Gebäude schwarz gestrichen sind, passen sie sich ganz gut in den Wald ein und wirken nicht wie ein störender Farbklecks in der Natur. Der einzige leuchtende Farbklecks in diesem Bereich ist das blau gestrichene Schwimmbecken, welches aber nur sichtbar wird, wenn man links auf den Felsen hochsteigt. In den Kopf des Felsen ist eine richtige große Wanne für ein Schwimmbecken eingebaut. Auf dem markierten Weg wird die Siedlung nun wieder verlassen.

Jetzt beginnt ein längeres Stück Waldwanderung, das mit einer überraschenden Ruhe aufwartet. Hubertusbuche_kleinDer gut ausgebaute Waldweg schlängelt sich am Felsfuß der Hohen Wand entlang und ist sehr angenehm zu wandern. Hubertusbuche_Gemaelde_kleinNach etwas mehr als 2 Kilometern auf diesem Weg steht auf der rechten Wegseite die Hubertusbuche mit einem Gemälde in ca. 4 Meter Höhe. Auf dem Bild ist deutlich zu sehen, dass genau diese Buche dort gemalt ist. Das Gemälde der Hubertusbuche (buk sv. huberta) ist mit sehr kräftigen Farben gemalt und sieht so aus, als wenn es entweder in der letzten Zeit erst erstellt oder restauriert wurde. Die Wanderung geht weiter auf dem blau markierten Wanderweg bis zur sogenannten Jungferntanne. Im Bereich dieser Wegkreuzung soll in weit vergangenen Zeiten ein Mädchen vor einem Jäger bei einem Köhler Unterschlupf gefunden haben. Zum Andenken neue_Jungferntanne_kleindaran hat an der dicken Tanne in der Mitte der Kreuzung ein Bild gehangen. Ein renoviertes Bild ist von dem inzwischen abgestorbenen Baum weiter an eine Buche gewandert. Auch diesem Baum geht es nicht so richtig gut und ihm ist ein dicker Teil abgebrochen. Dafür steht gleich daneben eine neugepflanzte Tanne mit einem Zaun drum herum. Schild_am_Jungferntanne_kleinAn dem Zaun befindet sich ein geschnitztes Schild mit der Geschichte des Mädels. Der Text steht dort in Tschechisch und Deutsch, wobei leider der deutsche Text beschädigt ist. Er lautete: „An dieser Stelle stand vor Jahren die sog. Jungfertanne. Ein mächtiger Sturm, der hier am 08. Sep.1932 tobte, riss die trockene Krone des damals schon drei Jahre abgestorbenen Baums zu Boden. Der Rest des Stamms blieb damals noch für einige Zeit stehen. Ein Teil des Holzes wurde zum Schmücken der herrschaftlichen Balzhütte verwendet. An der gleichen Stelle pflanzten Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz am 31. Okt. 2011 eine neue Jungfer Tanne. Die sechs Jahre alte Pflanze wuchs aus im Nationalpark gewonnen Samen auf.“

 Die Wanderung verlässt die blaue Markierung und biegt nach links auf die grüne Markierung grüner Strich ab. Auch dieser Weg führt ziemlich einsam durch den Wald und spätestens hier weiß man, dass es gut ist, wenn man keine Kinder mit bei der Wanderung dabei hat. So ein Weg, der einfach nur durch den ruhigen Wald führt, ist überhaupt nicht das richtige für das wandernde Jungvolk. Selbst mir wurde dieses Teilstück schon ein wenig langweilig, da ich diese Wanderung alleine unternommen hatte. Auf dem Stück ging mir schon durch den Kopf, mit wie viel Sternchen ich die Wanderung bewerten wollte und das Ergebnis war nicht wirklich positiv, aber es sollte noch anders kommen. Was die Meinung zu dieser Wanderung hier noch verschlechterte, war, dass mich ein übelster Regenschauer erwischt hatte und jetzt noch ein körperliches Unwohlsein dazu kam. Nach einer Strecke von 3 Kilometern erreicht man die Kirnitzsch bzw. den Grenzübergang rüber nach Hinterhermsdorf. Hier hat bis nach dem 2. Weltkrieg die Ortschaft Zadní Jetřichovice (Hinterdittersbach) gestanden. Es gibt einige Webseiten (z.B. www.hinterdittersbach.de), auf denen alte Bilder dieser Siedlung zu sehen sind. Anscheinend haben hier unten im Kirnitzschtal bis kurz nach dem 2. Weltkrieg 7 größere Häuser gestanden. Im Ursprung ist sogar die Planung gewesen, dass die Kirnitzschtalbahn bis hier hinten fahren sollte. Das wäre dann eine Straßenbahnstrecke von insgesamt 20 Kilometer geworden und damit das dreifache von der heutigen Strecke. Ob diese Ausbaustufe der hinteren Sächsischen Schweiz gut getan hätte, bezweifele ich, zumindest wären damit die Besucherzahlen im hinteren Kirnitzschtal viel höher geworden. Bis 1945 führte die Böhmerstraße quer zwischen den Häusern hindurch und außerdem kreuzten sich hier gleich mehrere Wanderwege, so dass früher in diesem tiefen Tal weitaus mehr Betrieb geherrscht hat als jetzt. Heutzutage kann man von dieser ehemaligen Siedlung nur noch kleine unauffällige Spuren erkennen.

Von hier geht es auf den Rückweg. Die nächsten paar Meter vom Grenzübergang wieder zurück ins Böhmische sind weiterhin mit dem grünen Strich markiert. Nach einer Strecke von einem ¾ Kilometer biegt der markierte Wanderweg nach rechts ab, die Wanderung bleibt aber noch ein kleines Stück auf dem breiten Weg im Tal. Teich_am_Muellergrund_kleinDie nächsten 400 Meter geht es auf dem Waldweg, der auch als einer der gut ausgebauten Radwege markiert ist, weiter, bis gegenüber des Tümpels der Mlýnská rokle (Müllergrund) abbiegt. Eine kleine Schranke dient zur Besucherlenkung, vermutlich soll aber nur verhindert werden, dass durch den Grund Radfahrer oder andere Fahrzeuge fahren. Es ist aber erlaubt, die Strecke zu Fuß zu bewältigen und wirklich lohnenswert. Muellergrund_aufwaerts_kleinDer Mlýnská rokle (Müllergrund) ist ein wunderbar natürlicher Weg mit einer extremen Ruhe. Auf der linken Wegseite befinden sich gleich einige Brücken, die zwar so gebaut sind, als wenn hier Forstfahrzeuge drüber fahren sollten, aber inzwischen sehen die Brücken eher so aus, dass man auch als Fußgänger lieber außen herum geht. Seitental_Muellergrund_kleinAber die Wanderung führt sowieso nur den Mlýnská rokle (Müllergrund) weiter aufwärts. Auf der rechten Seite zweigen mehrere romantische Gründe ab, die aber auch alle so aussehen, als wenn sie ins Nichts führen. Der Weg durch den Grund steigt kaum merklich 100 Höhenmeter an, bis wieder ein markierter Wanderweg erreicht wird. Dieser roten Wanderwegmarkierung roter Strich folgt man nach links. Hier erreicht man nach ein paar Metern einen asphaltierten Waldweg. Warum auch immer dieser Waldweg so luxuriös ausgebaut ist, auf jeden Fall führt er leicht ansteigend bis zum Kleinen Prebischtor. Das Kleine Prebischtor ist sehr leicht auf der rechten Seite zu erreichen und es ist im Gegensatz zum Großen Prebischtor sogar erlaubt, oben auf den Felsbogen drauf zu steigen.

Von hier geht es weiter, jetzt aber abwärts, auf der roten Wanderwegmarkierung zum nächsten Ziel, dem Hohenleipaer Raubschloss. Dieses Raubschloss auf dem Saunstein ist immer wieder einen Aufstieg wert. Die einzigen beiden Gründe dagegen wären besonders große Besuchermassen, die im schmalen Aufstieg fest hängen, oder dichter Nebel. Zu allen anderen Zeiten sollte man unbedingt durch die Felsspalte auf den Felsen hoch kraxeln. Vom Saunstein geht es weiter den Berg hinunter, bis zur alten Hohenleipaer Straße bzw. später wechselt der Straßenname in Böhmerstraße. Die Wanderung folgt dieser Straße nach links, weiterhin mit der roten Wanderwegmarkierung. Heutzutage ist die Straße für den Verkehr gesperrt, aber man kann deutlich dem Untergrund ansehen, dass es sich früher um eine normale Verbindungsstraße gehandelt hat. Dieser Straße folgt man ein kleines bisschen mehr als 1 Kilometer, um dann mit der Wanderwegmarkierung nach rechts abzuzweigen. Jetzt geht es noch die ersten paar Meter auf einem angenehmen Waldweg entlang, der aber bald über ein paar ausgewaschene Stufen aufwärts strebt. Der Aufstieg wird aber bald belohnt, da es am Fuße des Koliště (Golischt) über den Jubiläumsweg mit einer sehr netten Aussicht entlang geht. Nach einer Strecke von 1 ½ Kilometern verlässt die Wanderung die rote Wanderwegmarkierung und biegt nach rechts auf die grüne Markierung grüner Strich ab. Jetzt kommt das letzte Stück der Wanderung und dazu muss man natürlich wieder den Hang absteigen. Dieses erfolgt über einen sehr angenehmen Forstweg, an dem man deutlich erkennen kann, dass es relativ viel Arbeit war ihn anzulegen. Nachdem man fast im Tal angekommen ist, wandert man ein paar Meter über einen Waldweg mit einer richtig hohen Sandschicht, die von den Forstfahrzeugen immer mal wieder umgepflügt wird. Kurz hinter diesem großen Sandkasten müssen die letzten 10 Höhenmeter überwunden werden und dann erreicht man eine Marienfelsen_von_unten_kleingroße Wiese mit einem sehr guten Blick von unten auf den Mariina skála (Marienfelsen). Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie die Hütte auf diesen Felsen gebaut wurde. Die Wanderung erreicht die Ortschaft Jetřichovice (Dittersbach) wieder am Kindererholungsheim und damit ist eine ganz nette Runde zu Ende gegangen. Das erste Stück war durch den riesig langen Waldweg ein wenig langweilig (zumindest Besucher der Sächsischen Schweiz sind solche langen Waldwege ohne Aussicht nicht gewohnt), aber dafür wurde das zweite Stück umso besser und damit ist dann doch noch eine richtig hochwertige Wanderung entstanden.

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