Belvedere

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Karte:
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Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 13,00 km
Höhenunterschied:
ca. 364 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Böhmische Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Elbetal - Dürrkamnitzschlucht - roter Strich - Elbleiten - Belvedere - Allee - Arnsdorf - blauer Strich - Dürrkamnitzschlucht - Elbe

Belvedere

Nachdem uns die Runde am Rosenkamm sehr gut gefallen hat, sollte jetzt noch eine Wanderung oberhalb der Böhmischen Elbe stattfinden. Die Grundidee zu dieser Wanderung ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern eine Wanderempfehlung von Dr. Rölke (www.bergverlag-roelke.de). Diese Wanderung ist im Wander- und Naturführer Böhmische Schweiz von Dr. Rölke enthalten. Was uns als erstes bei der Beschreibung von Hr. Rölke verwundert hatte, war, dass er den Startpunkt auf einen Miniparkplatz hinter der Ortschaft Hřensko (Herrnskretschen) gelegt hatte. Uns hatte es verwirrt, dass man erst von dem Elbetal durch eine Klamm hochsteigen soll. Aber wenn man die Runde gewandert ist, dann versteht man warum.
Also wie schon gesagt, ist der Startpunkt 700 Meter hinter dem Ortsausgang von Hřensko (Herrnskretschen). In den Karten von Dr. Böhm ist an dem Ende der wilden Dürrkamnitzschlucht eine Gaststätte eingezeichnet. Duerrkamnitzschlucht_kleinDas ist sehr nett gemeint, weil eigentlich müsste eher eine rote Laterne dort eingezeichnet sein. Der Parkplatz fasst nur 5 – 7 Autos, aber wenn ich das richtig gesehen habe, dann kann man auch auf der Straßenseite zur Elbe sein Auto abstellen. Der Aufstieg durch die wilde Dürrkamnitzschlucht ist mit dem roten Strich roter Strich markiert. Nach wenigen Metern durch die Schlucht weiß man, warum Dr. Rölke diesen Weg gewählt hat. Dies ist eine der ganz besonders schönen Schluchten der Sächsischen bzw. hier der Böhmischen Schweiz. Links und rechts des Weges stehen sehr abwechslungsreiche Felswände und es ist immer wieder verwunderlich, wie der Minibach Namens Suchá Kamenice (Dürrkamnitz) solch eine Schlucht fräsen kann. Gleich im unteren Teil liegen riesige Felsmurmeln, die irgendwie von größeren Wassermassen hier runter transportiert worden sind, so dass man anscheinend in anderen Größenordnungen als dieses Rinnsal denken muss. Wenn man von unten aus Bunker_Duerrkamnitzschlucht_von_unten_kleindem Elbetal die Schlucht hoch wandert, dann muss man schon die Augen gut aufmachen, um auf der linken Seite den Bunker_Duerrkamnitzschlucht_von_oben_kleinBunker zu sehen. Am Hang im unteren Teil der Schlucht steht ein kleinerer Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Da dieser Bunker aber ausreichend stabil gebaut worden ist, wird er vermutlich viel länger stehen bleiben als die zwei Mühlen, die in der Schlucht früher gestanden haben. Heutzutage kann man nur noch das Stauwehr im Bachlauf entdecken. Faszinierend finde ich, mit was für riesigen Blöcken man das Ding gebaut hat und dass diese Felsklötze selbst in den letzten 100 Jahren weggespült wurden. Wenn man dann weiter dem Bach entgegen wandert, kommt man an einer steinernen Steinere_Bank_Duerrkamnitzschlucht_kleinBank am rechten Felsen vorbei. Diese in den Felsen geschlagene Bank hängt heute in reichlich einem Meter Höhe. Wir gehen davon aus, dass die Bank früher auf Bodenniveau gestanden hat, und da oberhalb die Jahreszahlen 1848-1908 eingeschlagen sind, so kann man gut sehen, dass innerhalb von einem Jahrhundert das Bachtal um einen Meter abgetragen worden ist. Der Aufstieg geht weiterhin durch das wildromantische Tal. Nach ungefähr 1,7 Kilometern biegt der rot markierte Weg nach rechts in die Richtung Belveder ab. Der Waldweg ist im Winter 2006/2007 grundlegend überarbeitet worden. Im Frühjahr 2007 sah er noch ziemlich zerwühlt aus. Aber das richtet die Natur schon wieder. Nach noch einem kleineren Stück den Hang hoch, erreicht man die Ortschaft Labská Stráň (Elbleiten). Hier hat man das erste Mal einen erstklassigen Ausblick zu den Felsen des Prebischtors. Wenn so einigermaßen schönes Wetter bzw. Sicht ist, dann kann man auch das rote Dach der Gaststätte am Prebischtor als Anhaltspunkt in der Felswand finden. Wenn man hinweg über das ganze Elbetal blickt, sieht man den anscheinend kleinen Zirkelstein. Die Wanderung geht quer durch die Ortschaft auf der roten Markierung entlang und vom Ortsausgang bis zum Namensgeber der Wanderung ist es dann nur noch ½ Kilometer. Vom Fels aus sieht man schon die Gaststätte Belvedér.
Panorama_Belveder_klein
Die Aussicht ist im 18. Jahrhundert vom Fürst Franz-Karl Clary-Aldringen angelegt worden. Damals ist die Aussicht auch für Theateraufführungen genutzt worden. Deshalb befindet sich auch diese Belvedere_Felsnische_kleinNische an der Felswand und die ungewöhnliche Stufenanordnung an der Ebene. Gleich neben der Aussicht befindet sich eine größere Gaststätte mit einer schönen großen Belvedere_Aussichtsplattform_kleinBelvedere_Aussicht_kleinTerrasse. Die Gaststätte ist bei Deutschen sehr beliebt, da man auch mit dem Auto bis an die Aussicht bzw. Gaststätte fahren kann und die Preise in einem sehr angenehmen Rahmen liegen. Zwischen der Aussicht und dem ehemaligen Schloss Binsdorf (leider 1790 abgebrannt) gibt es eine schnurgerade ehemalige_Allee_Schloss_Binsdorf_kleinAllee, auf der die Wanderung weiter verläuft. Eigentlich stimmt die Bezeichnung schnurgerade nicht ganz, da die Strecke nur auf der Wanderkarte schnurgerade ist. In der Realität geht es kurz hinter der Aussicht Belvedere einen Hügel hoch und damit bekommt die Schnur einen Höhenkomponente. Durch diesen Hügel bietet sich aber nochmal eine super Panoramaaussicht an. Nachdem man fast bis zur Spitze des Hügels hoch gewandert ist, sollte man sich umdrehen und den Blick in die Landschaft genießen.
Panorama_Elbleiten_klein
Der Weg ist sehr angenehm zu gehen. Ein bisschen komisch sind die bearbeiteten Felsbrocken links und rechts des Weges. Es sind Klötze, die so ungefähr alle 50 Meter aufrecht in der Erde gesteckt haben. Heutzutage fehlen ein paar oder sind umgestürzt, aber trotzdem kann man deutlich den alten Zustand sehen. Vom Ortsausgang Labská Stráň (Elbleiten) geht es 1,6 Kilometer auf der ehemaligen Allee entlang. Ich weiß, dass es für Wanderer ohne Navigationssystem bzw. irgendeinem anderem Wegmesser schwierig ist, 1,6 Kilometer abzuschätzen, aber irgendwie bietet sich kein besseres Erkennungszeichen an. Vielleicht hilft es, dass ein durchschnittlicher Wanderer die Stelle nach ca. 20 Minuten erreicht haben sollte. An der Stelle verlässt man auf jeden Fall den markierten Weg nach links. Der Weg biegt im spitzen Winkel ab. Nach kurzer Strecke gabelt sich der Weg noch mal und es geht nach rechts weiter, bis an den Waldrand. Genau am Waldrand biegt nach rechts der so genannte Arnsdorfer Panoramaweg ab. Im Winter 2006/2007 ist der Weg vollständig untergepflügt worden, aber schon im Frühjahr 2007 sind so viele Traktoren über den Feldrand gefahren, dass es auch für Wanderer kein Problem mehr ist, auf den Traktorspuren bis Arnoltice (Arnsdorf) zu finden. Ganz witzig sieht der Blick nach Arnoltice (Arnsdorf) zum Anfang aus. Kirche_Arnsdorf_kleinBlick_vom_Panoramaweg_Kirche_Arnsdorf-Rosenberg_kleinDa die Ortschaft in einer Senke liegt, kann man erst nur den leuchtend weißen Kirchturm sehen. Auf die Kirche steuert man auch die ganze Zeit drauf zu. Leider ist es wie mit sehr vielen Kirchen in Tschechien so, dass je näher man kommt, desto schlimmer sieht sie aus. Auch der Kirchengemeinde von Arnoltice (Arnsdorf) fehlt das nötige Geld, um diese riesige Kirche zu erhalten, und so sind die Standbilder zerfallen, der Putz in großen Teilen abgeblättert und das Dach hat im Kirchenschiff ein Loch. Aber vermutlich ist das auch kein Wunder, da sich die Bewohnerzahl der Gemeinde Arnoltice (Arnsdorf) innerhalb von 45 Jahren (von 1961 zu 2006) um 75 % (von 896 Bewohner auf 224) reduziert hat.
Auf der rechten Seite der Kirche (von vorne gesehen) geht die Wanderung auf dem blau markierten Weg blauer Strich weiter. Zuerst geht es noch ein Stück durch die Ortschaft, aber schon nach ½ Kilometer erreicht man die ersten Ausläufer des Baches Suchá Kamenice (Dürrkamnitz). Der blau markierte Weg führt durch den oberen Teil der Dürrkamnitzschlucht und endet genau an der Stelle, an der man mit der roten Markierung aus der Schlucht in Richtung Belvedere abgebogen ist. Die Schlucht wird anscheinend sehr häufig zum Freiübernachten benutzt. Ich habe noch nie auf so kurzer Strecke solche Mengen Boofen gesehen. Auf einer Strecke von einem Kilometer sind mindestens drei ordentlich eingerichtete Boofen am Bachlauf zu sehen. Die letzten Meter der Wanderung gehen jetzt auf der roten Markierung roter Strich den schon bekannten Weg durch die Schlucht wieder hinunter.
Damit ist eine sehr schöne Wanderung zu Ende gegangen, die gleich mehrere schöne Aussichtpunkte geboten hat, eine Stückchen Historie gezeigt hat, zu allein Zeiten angenehm ruhig war und eine beeindruckende Schlucht beinhaltete.

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    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit S-Bahn bis zur Haltestelle Böhmen / Schöna mit dem VVO-Navigator und dann weiter mit dem Tschechischen Navigator (jizdnirady.idnes.cz).
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Dürrkamnitz

Bielhorn

Auch wenn ich schon häufiger auf Karten der Böhmischen Schweiz die Aussicht oberhalb von Hřensko (Herrnskretschen) gesehen habe, kam mir nie die Idee, mal dorthin zu gehen. Nachdem aber das Stiegenbuch zur Böhmischen Schweiz im Heimatbuchverlag (www.heimatbuchverlag.de) herauskam und dort das Bielhorn auch erwähnt wurde, musste doch mal eine Erkundungstour unternommen werden. Kleine_Kapelle_Janov_kleinDer Startpunkt liegt in Janov (Jonsdorf) am Golfplatz. Hier befinden sich an dem Altersheim bzw. der Stadtverwaltung einige Parkplätze, die perfekt als Startpunkt funktionieren. Kleine_Kapelle_Janov_Innenseite_kleinVon dort geht es erstmal bis zur Hauptstraße zurück. Dabei passiert man eine nette Sandsteinplastik von zwei Kindern, die hier vor einem ziemlich heruntergekommenen Haus steht. An der Kreuzung mit der Hauptstraße befindet sich die frisch sanierte Kapelle Johannes des Täufers. Hier geht es nach rechts auf der Hauptstraße weiter. Der Verkehr hält sich sehr in Grenzen und ist nicht besonders unangenehm. Nach 100 Metern biegt nach rechts die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich ab. Die ersten paar Meter führen noch durch bebautes Gebiet und dann geht es in einem Bogen um den Golfplatz. Es ist immer wieder interessant, den Golfspielern zuzusehen und selbst wenn keine Kinder mit bei der Wanderung dabei sind, reizt es, nach einem Golfball außerhalb des Golfplatzes zu suchen.
Nachdem man ¼ Kilometer zwischen dem Golfplatz und dem Wald entlang gewandert ist, biegt die Wanderung an der ersten Möglichkeit links in den Wald ab. Hier wandert man 100 Meter in den Wald, um dann wiederum nach links abzubiegen. Der Waldweg ist sehr gut zu erkennen und verläuft ziemlich parallel zum Waldrand. Nach 400 Metern kommt die einzige schwierige Stelle auf der Wanderung. Hier geht es nach rechts den Hang hinunter. Der Weg geradeaus sieht wirklich verführerisch schön aus, aber leider endet er nach etwas weniger als ½ Kilometer im Nichts. Spätestens dann müsste man (wie wir es angestellt haben) kreuz und quer über den Hang absteigen. Deshalb ist es sinnvoller, hier schon den Weg hinunter zu gehen. Nach ein paar hundert Metern leichtem Abstieg erreicht man eine Wegkreuzung, auf der es nach links auf gleichbleibender Höhe weiter geht. Der Weg ist ein Pfad, der aber gut zu riesiges_Rohr_Jonsdorf_kleinerkennen und leicht zu wandern ist. Nach etwas mehr als einem Kilometer wird der Pfad nach links im spitzen Winkel verlassen. Bunker_bei_Jonsdorf_Bielhorn_kleinDie Stelle kann man kaum übersehen, da genau vor einem ein mächtiges Rohr am Hang den Weg versperrt. Der Waldweg steigt durch seine Schräge angenehm an und nach ¼ Kilometer erreicht man eine kleinere Wiese. Hier geht es nach rechts weiter und schon nach ganz wenigen Metern fällt ein ungewöhnlicher Fremdkörper im Wald auf. Hier steht einer der vielen Bunker der Schöberlinie knapp neben dem Waldweg. Diese Ungetüme werden noch viele Jahrhunderte dort verrotten und an einen wirklich schlechten Teil der Geschichte erinnern.
Die Wanderung geht über einen gut sichtbaren Pfad auf dem Grat in Richtung Bielhorn. Knapp vor der Aussicht fällt auf der linken Seite ein mächtiges Geländer auf, das hinunter zur Fahrstraße führt. Blick_vom_Bielhorn_auf_Herrnskretschen_kleinZuerst geht es aber bis vor zu Aussicht. Das Bielhorn ist ein wirklich schöner Platz, von dem man hinunter auf den Trubel von Hřensko (Herrnskretschen) blickt, dabei aber hier oben in angenehmer Ruhe sitzt. Die Aussicht am Bielhorn besteht aus einem Rastplatz mit einer Bank und einem gepflegten Geländer. Auffällig an der Aussicht sind Bügel am Felsen, an denen man sehr gut erkennen kann, dass hier früher ein massives Geländer gestanden hat und rechts neben der eigentlichen Aussicht noch ein weiterer Felsen mit Aussicht vorhanden ist.
Jetzt geht es den Zickzackweg mit dem gewaltigen Geländer abwärts. Der Abstieg ist ziemlich schnell geschafft und dann steht man auf der Straße zwischen Janov (Jonsdorf) und Hřensko (Herrnskretschen). deutscher_Grabstein_oberhalb_Herrnskretschen_kleinHier befinden sich gleich einige interessante Stellen. Zuallererst fällt natürlich der Friedhof auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf. Dieser Friedhof war über Jahrzehnte zugewuchert und einfach in Vergessenheit geraten, aber netterweise wurde er Johann_Christoph_Hiebel_Bilder_kleinAnfang 2014 komplett freigeschnitten und damit hat man wieder einen freien Blick über die Gräber. Zunächst soll die Wanderung aber ein paar Meter nach links die Straße hoch gehen. Knapp oberhalb der kleinen Kapelle sind in der linken Felswand die verschnörkelten Initialen JG und die Jahreszahl 1883 mit den Buchstaben LR zu entdecken. Auch wenn diese Jahreszahl schon relativ alt ist, so gibt es nur ganz wenige Meter weiter unter dem Felsüberhang die noch viel ältere Jahreszahl 1737. Die Stelle ist gleich mit vier Gemälden und Ornamenten geschmückt und durch die Inschrift „Johann Christoph Hiebel Anno 1737“ gekennzeichnet. Johann Hiebel (geboren 1681 in Ottobeuren, gestorben 15.06.1755 in Prag) war Kirchenmaler und hat einige Kirchen in Tschechien mit Wand- und Deckengemälden verschönert. Ganz besonders viele Gemälde hat Herr Hiebel in der Jesuitenkirche Maria von Litoměřice (Leitmeritz) erstellt.
Von dieser Stelle wandert man die Straße wieder abwärts. Zuerst passiert man natürlich wieder den Friedhof und dann erreicht man in der nächsten Kurve Baenke_Unteres_Bielhorn_kleindas Untere Bielhorn. Dort fallen die beiden großen steinernen Bänke und die große Gedenksäule auf. Das Denkmal sollte eigentlich an die Opfer des Ersten Weltkrieges erinnern, aber hier sind die ursprünglichen Tafeln verloren gekommen. Von dem massiven Sandsteingeländer hat man einen sehr netten Blick in das Tal von Hřensko (Herrnskretschen) und den Bachlauf der Kamenice (Kamnitz). Es ist schon ganz schön faszinierend, dass dieses Mini- Bächlein aus dem gewaltigen Bachbett ausbrechen und den größten Teil der Ortschaft überfluten kann. Das kann man sehr gut auf der Informationstafel neben der linken Bank erkennen.
Kapelle_oberhalb_Herrnskretschen_kleinDie Wanderung führt wieder auf der Straße ein paar Meter hoch bis zu dem kleinen Parkplatz bzw. der Treppe zum Friedhof. Von den meisten Gräbern sind nur noch die Umrandungen vorhanden, aber auch ein paar Grabsteine stehen und liegen herum. Die Familiennamen, die wir mehrmals auf den Grabsteinen gelesen haben, sind Richter, Fischer und Ettrich. Der Weg über den Friedhof endet auf einem Waldweg mit großen Sandsteinplatten. Auch wenn eigentlich die Wanderung bergab gehen sollte, so weckt eine sehr gut erhaltene Kapelle oberhalb des Friedhofes das Interesse. Wir glauben, dass die Kapelle aus einer späteren Zeit als der Friedhof stammt, da ihr Zustand viel besser ist, aber seltsamerweise kann man keinerlei Namen lesen. Sehr ungewöhnlich ist auch, dass die massive Platte auf der Gruft immer noch unbeschadet aussieht.
Die Wanderung steigt nach diesem überraschenden Platz weiter hinunter ins Tal. Ziemlich am Ende Haus_zur_Acetylenherstellung_Herrnskretschen_kleindes Grundes erreicht man ein sehr ungewöhnliches Gebäude. In dem Komplex wurde Anfang des 20. Jahrhundert Acetylen für die Beleuchtung hergestellt. Dabei wurde Calciumcarbid und Wasser gemischt und daraus entstand das sehr explosive Gas. Damit die Bevölkerung nicht schon bei der Produktion gefährdet wurde, hatte man damals dieses ungewöhnliche Haus in der Schlucht errichtet. Die Beleuchtung ist natürlich durch Strom ersetzt worden und so kann man das Gebäude heutzutage als Ferienhaus mieten. Ganz schön lustig sehen die ganzen Trolle aus, die aus allen möglichen und unmöglichen Felsspalten vor dem Haus herausblicken.
Die Wanderung führt die paar Meter bis zur Hauptstraße in Hřensko (Herrnskretschen) hinunter. Hier geht es nach links das Tal der Kamenice (Kamnitz) abwärts. Die Straße rechts vom Bachlauf ist viel interessanter, da dort so einige Restaurants und Verkaufsstände ihre Waren anbieten. Die Straße endet an der Elbe und hier geht man ganz wenige Meter nach links bis zum Ende der Verkaufsstände (ca. 50 Meter). Dort steigt eine hölzerne Treppe aus dem Elbtal hinaus. Obwohl er ein gekennzeichneter Wanderweg gelber Strich ist, ist der Pfad ist im Sommer häufig ziemlich zugewuchert, aber normalerweise kommt man trotzdem ganz gut aufwärts. Blick_Elbeabwaerts_vom_Elisalexfelsen_kleinNach ein paar hundert Metern Wanderweg und 35 Höhenmetern Blick_vom_Elisalexfelsen_ins_Kamnitztal_kleinerreicht man den Elisalexfelsen, auf dem mal eine Burg in Planung war. Eigentlich ist es wirklich schade, dass vor der Realisierung das Geld knapp geworden ist, aber so darf wenigsten jeder die Aussicht auf die Elbe und das Treiben in Hřensko (Herrnskretschen) genießen. Der Platz ist ganz hervorragend geeignet, nach den ersten paar Höhenmetern eine Verschnaufpause einzulegen. Auch ist es ganz lustig, die Aussicht auf dem Bielhorn zu suchen. Der Platz müsste eigentlich von hier zu sehen sein, aber in der Praxis versteckt er sich ganz hervorragend.
Danach geht es weiter auf der gelben Wanderwegmarkierung. Hinter der Aussicht verläuft der Weg zuerst noch ein kurzes Stück auf dem verwachsenen Pfad, aber dann geht es immer angenehmer weiter in Richtung Janov (Jonsdorf). tolle_Flaschenbruecke_Jonsdorf_kleinZwischendurch passiert man an einer Wegkreuzung einen der historischen Wegweiser, der ganz bestimmt schon so manches miterlebt hat. So steht auch hier knapp oberhalb der Sandsteinsäule wieder mal einer der Bunker am Hang. Der Wald wird mit zunehmender Nähe zur Ortschaft lichter und der Wanderweg wird breiter. Gleich am Ortsrand steht zwischen ein paar hohen Bäumen der Grundkörper einer Windmühle,  aus der, nachdem sie lange als Ruine herumstand, jemand ein sehr ansehnliches Gebäude gemacht hat. Gleich neben der Windmühle befindet sich ein Teich, der mindestens im Sommer mit einer super interessanten Brückenkonstruktion ausgestattet wird. Die Brücke bzw. der Steg führt quer über den Teich und erhält seinen Auftrieb aus ganz vielen Plastikflaschen. Diese Konstruktion haben wir jetzt schon im zweiten Jahr gesehen und zumindest an heißen Sommertagen ist sie ein willkommener Spielplatz für Kinder.
Die gelbe Wanderwegmarkierung erreicht die Hauptstraße ziemlich in der Mitte des Orts und hier geht es nach rechts auf dem bekannten Weg bis zum Ausgangspunkt. Es war mal wieder ziemlich überraschend, dass man nach so vielen Wanderungen in der Sächsischen bzw. Böhmischen Schweiz noch so einen netten Platz wie das Bielhorn und so interessante Stellen wie den deutschen Friedhof entdecken kann. Das einzige wirklich Schwierige an der Runde ist, den Weg zwischen dem Golfplatz und dem Gratweg zu finden. Hier sollte man sich wirklich nicht von dem schicken Weg am Waldrand verführen lassen, sondern wie erwähnt den Abstieg nehmen.

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Böhmisches Tor

Ich habe schon einige Male auf der Rückseite des Großen Zschirnsteins ein Hinweisschild zum Böhmischen Tor gesehen, aber irgendwie konnte ich mir nichts darunter vorstellen. Auf einer Webseite von Fahrradfahrern hatte ich ein Bild des Böhmischen Tors gesehen und dieses so gedeutet, dass es sich dabei um einen Felsgrund handeln müsste. So etwas muss natürlich untersucht werden und das geht nun mal mit einer Wanderrunde am Besten. Mir ist kein besserer Startpunkt als die Miniortschaft Reuterhof für diese Wanderung eingefallen und von hier geht es erstmal auf dem Gelobtweg in Richtung Grenze. Die ersten Meter führen durch eine Kleingartenanlage mit schon ziemlich großen Gartenhäuschen und dann verlässt die Wanderung das bewohnte Gebiet und folgt dem Forstweg. Nach ein paar Metern überquert man die Wanderwegmarkierung gelber Strich. Es wäre zwar auch möglich, dieser Markierung nach rechts zu folgen, aber ich empfinde den Geradeausweg als viel schöner. Das einzige Manko daran ist, dass der Rückweg dann auf dem gleichen Waldweg erfolgt. Aber so weit sind wir noch lange nicht. Der Wanderweg führt weiterhin auf einem gut ausgebauten Waldweg mit einer fast gleichbleibenden Höhe Miniziskaquelle_kleinbis zur Ziskaquelle. Auch wenn die Wanderung an dieser Quelle noch weiter auf dem Waldweg entlang geht, so verführt doch ein kleines Schild mit der Inschrift: “Ziskaquelle; Trinkwasser; Nimm dir einen frischen Trunk – bleibst ewig jung.” Damit die Wirkung schon am Anfang der Wanderung einsetzen kann, habe ich gleich mal eine Handvoll zu mir genommen und bin daraufhin weiter in Richtung Grenze gewandert. Die Wanderung erreicht bald den Gelobtbach und damit die Grenzmarkierungen auf der linken Wegseite. Jetzt steigt die Wanderung auf dem Forstweg leicht an bis auf den höchsten Punkt der gesamten Wanderung. Hier biegt nach links der neu markierte Wanderweg grüner Strich grüner Strich ab. Grenzuebergang_Boehmisches_Tor_kleinAusgeschildert ist hier schon das Böhmische Tor bzw. Niedergrund. Nach ungefähr hundert Metern erreicht man das Česká brána (Böhmische Tor). Mann, war ich enttäuscht. Das Böhmische Tor ist nichts anderes als der Grenzübergang. Es ist weit und breit kein imposanter Felsen zu sehen, der dem mächtigen Namen entspricht. Der Grenzübergang sieht aus wie ein ganz gewöhnlicher Wandergrenzübergang.
In der ersten Planung sollte die Wanderung dann in einem riesigen Bogen südöstlich des Böhmischen Tores weiter gehen, da aber der Weg ziemlich zugewuchert war, habe ich diese Idee schnell verworfen und bin weiterhin auf der grünen Wanderwegmarkierung weiter marschiert. Nach ungefähr 1,2 Kilometern erreicht man einen größeren Platz, der anscheinend sogar mit einer Feuerstelle ausgestattet ist. Hier weisen gleich mehrere unterschiedliche Hinweisschilder die Richtungen. Jetzt folgt man dem Weg nach links der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich nach. Ausgeschildert ist ein Rastplatz namens Kamenka bzw. das Fernziel Dolní Žleb (Niedergrund). Dieses abfallende Tal ist mal mehr, mal weniger feucht und so fließt ein Bächlein mit dem Rastplatz_Kamenka_kleinNamen Dolnožlebský (Lehmischbach) immer parallel zum Wanderweg. Zwischendurch wird das Bächlein an dem besagten Rastplatz Kamenka zu einem kleinen Teich gestaut. Obwohl der Teich nur wenige Quadratmeter umfasst, so befinden sich einige gut sichtbare Fische in ihm und es stehen unterschiedlichste Sitzmöglichkeiten auf der einen Teichseite. Die Wanderung geht weiterhin der gelben Wanderwegmarkierung hinterher. Zwischendurch gabelt sich der Weg, hier hält man sich rechts, um weiter ins Elbetal abzusteigen. Bodenbelag_Lehmischbachweg_kleinGanz besonders auffällig ist der Untergrund des Weges. Einerseits kann es ziemlich feucht und ein wenig matschig werden, aber komischerweise ist der Weg mit richtig aufwändigen Sandsteinklötzen gepflastert. Zum Teil sind die Platten nur längs des Weges verlegt, zum Teil aber auch im Fischgrätenmuster. Das sieht sehr nett aus und es wäre schon sehr interessant herauszufinden, wie uralt dieses Pflaster ist. Ich glaube nicht, dass sich noch irgendjemand in der Neuzeit solch eine riesige Mühe geben würde. In den letzten Jahrzehnten würde so ein Waldweg eher betoniert oder asphaltiert.
Die Wanderung führt immer weiter runter ins Elbetal. Zwischendurch biegt der markierte Wanderweg nach links ab und fällt für einen so breiten Waldweg schon relativ steil ab. Ein paar Meter vor den ersten Häusern von Dolní Žleb (Niedergrund) Quelleneinfassung_oberbalb_Niedergrund_kleinbefindet sich auf der linken Wegseite eine seltsam eingemauerte Quelle. Dadurch, dass ein paar Ziegel in der Einmauerung fehlen, kann man anhand des Rauschens ganz gut erahnen, wie hoch die Schüttung der Quelle ist. Anscheinend wird das Quellwasser auch noch irgendwie in der untenliegenden Ortschaft verwendet, da ein Rohr aus der Ummauerung herausführt. Als erstes erreicht man am Dorfrand die elenden Reste einer Mühle. Diese passiert man und steigt weiter runter zur Elbe bzw. dem Weg neben der Bahnlinie.
Ab der Kirche bieten sich zwei unterschiedliche Wege an. Einerseits kann man auf dem Elberadweg zurückwandern oder ein paar Meter oberhalb der Bahnlinie. Welche Variante man auswählt, würde ich davon abhängig machen, welcher Wochentag bzw. wie viel Verkehr auf dem Radweg ist. Bei vielen Fahrradfahrern würde ich immer den Weg am Hang benutzen. Der Weg oberhalb der Bahnlinie ist sehr nett, aber im Sommer schon ziemlich zugewuchert und damit wird einem der dauerhafte Blick auf die Elbe verwehrt. tolle_Baenke_am_Elberadweg_kleinDieses Problem hat man auf dem Elberadweg natürlich nicht. Hier bieten sich auch noch sehr auffällige Bänke für eine kleine Rast an. Nach ungefähr der halben Strecke (ca. 1 Kilometer) Biberspuren_an_der_Elbe_kleinbis zur Grenze kann man rechts oben an der Felskante des Elbetals die Gaststätte Belveder und die Aussichtsplattform sehen. Wenn man die Sträucher und kleineren Bäume an der Wasserkante beobachtet, dann kann man deutlichste Spuren von Bibern erkennen. Ich glaube zwar nicht, dass diese interessanten Tierchen es schaffen werden, die Elbe zu stauen, aber irgendetwas müssen sie ja auf der Durchreise fressen.
Die Wanderung erreicht den ungewöhnlich stabil gesicherten Grenzübergang zwischen Deutschland und Tschechien. Gleich hinter dieser Grenzbarriere geht es nach links unter der Bahnstrecke hindurch. Auf der rechten Seite des steilen Aufstiegs steht die ehemalige Gelobtbachmühle. Wenn man nach ein paar Metern Aufstieg über den Schuppen sehen kann, dann stellt man fast, dass sich dahinter ein sehr nett gepflegtes Wohngebäude befindet. oberer_Wasserfall_Grenzsee_kleinAn dieser Stelle stößt auch wieder der Weg von oberhalb der Bahntrasse auf den Gelobtbach. Nach den ersten paar schon ziemlich steilen Aufstiegshöhenmetern erreicht man den Grenzsee und die beiden dazugehörigen Wasserfälle. Grenzsee_Gelobtbachmuehle_kleinWenn der Gelobtbach weniger Wasser führt, dann leuchtet das künstlich angelegte Staubecken richtig schön blau. Die Farbe weist aber auch darauf hin, dass selbst im Sommer mit richtig kalten Wassertemperaturen zu rechnen ist. Komischerweise hat schon mehrmals ein längerer Stock neben dem Becken gelegen. Mit diesem Stock kann man sehr gut untersuchen, wie tief das Becken ist und mit Überraschen feststellen, dass selbst an der Felswandseite immer noch eine Wassertiefe von fast 3 Metern erreicht wird.
Die Wanderung führt weiter durch das Gelobtbachtal nach oben. Der Weg ist relativ schmal, schlängelt sich DDR_Grenzstein_kleinmehrere Male über den Bach und passiert mehrere Grenzsteine. Einer von den ersten Grenzsteinen hinter dem Grenzsee fällt besonders auf, da hier tatsächlich noch die DDR überlebt hat. Eigentlich sind auf allen Grenzsteinen die drei Buchstaben der DDR zugespachtelt und durch ein einfaches D ersetzt worden. Entweder hat sich hier jemand die Mühe gemacht, die Vergangenheit wieder hervorzukratzen oder dieser Grenzstein hat sich einfach in der Umstellungsphase gut versteckt. Der Aufstieg am Gelobtbach ist zwar anstrengend, aber man wird durch dieses sehr nette Tal doch reichlich entschädigt. Nach einem Gesamtaufstieg von ziemlich genau 200 Höhenmetern und ungefähr 1,5 Kilometern erreicht man die schon bekannte Ziskaquelle. Ob es was hilft, hier noch einen weiteren Schluck aus der Quelle zu nehmen, weiß ich leider nicht, nur, dass die Wanderung nach rechts oberhalb der Quelle weitergeht. Man folgt dem breiten Forstweg bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Damit ist eine ganz nette Runde zu Ende gegangen, die mich am Böhmischen Tor zwar enttäuscht hat, aber dann doch noch durch das Tal des Dolnožlebský (Lehmischbach) und den Gelobtbach richtig nett geworden ist.

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Christianenburg/Schneeberg

Diese Wanderung ist durch ein paar Reklametafeln an der Straße von Děčín (Tetschen) nach Sněžník (Schneeberg) entstanden. Auf diesen großen Tafeln wird für eine Gaststätte namens Kristin Hrádek (Christianenburg) geworben. Der Name Christianenburg hörte sich interessant an und die Lage mitten im Wald machte mich neugierig. Also habe ich gleich mal eine Erkundungswanderung gestartet, die wie folgt aussieht:

Der Startpunkt der Wanderung ist der kleine Parkplatz auf der Rückseite des Schneebergs. Dieser Parkplatz ist nicht gerade groß, Christianenburg_Zufahrt_kleinaber bis jetzt war immer noch ein Plätzchen frei, da die meisten anderen Besucher des Schneebergs von der Vorderseite kommen. Vom Parkplatz startet die Wanderung über die Straße zwischen Děčín (Tetschen) und Sněžník (Schneeberg). Direkt auf der dem Parkplatz gegenüberliegenden Straßenseite geht eine schmale, aber asphaltierte Straße in den Wald hinein. Auch wenn es sich um eine Fahrstraße handelt, Christianenburg_Hotel_kleinso muss man keine Befürchtungen wegen des Verkehrsaufkommens haben, da es sich nur um die Zufahrt zur Gaststätte und dem Hotel handelt. Insgesamt verläuft die Straße 2 Kilometer in den Wald hinein bis zum Namensgeber der Wanderung. Das Jagdschloss Christianenburg wurde vor 200 Jahren als ein Privatdomizil der Fürstenfamilie Thun aus Tetschen errichtet. Zwischendurch ist es einmal komplett abgebrannt und die Vertreibung der Deutschen aus Böhmen ist auch nicht spurlos vorbeigegangen. Aber seit ein paar Jahren hat sich wieder jemand des Anwesens angenommen und so ist es heute ein sehr nett aussehender Gebäudekomplex. Christianenburg_komplett_kleinHeutzutage befindet sich in dem schönsten Haus auf der linken Seite das Hotel, in dem größten Haus ist in der unteren Etage ein Restaurant und in dem rechten Haus sind noch ein paar sehr geschmackvoll eingerichtete Hotelzimmer untergebracht. Zu dem Hotel gehört eine riesige Wildwiese und ein Freizeitbereich. Alles ist in einem ziemlich guten Zustand. Wirklich überrascht waren wir von der Speisekarte. Da die Christianenburg (www.kristinhradek.cz) im Ursprung ein Jagdschloss gewesen ist, hat man sich im Restaurant an diese Historie erinnert und so werden unterschiedlichste Wildspezialitäten angeboten. Sehr ansprechend ist der eigentliche Gastraum mit seinen großen Gewölben. Hier kann man mit Genuss die böhmische Küche genießen. Ein kleines Manko ist, dass sich die Preise im Verhältnis zu vergangenen Tagen an die deutschen Restaurantpreise angenähert haben.

Von diesem Teilziel geht die Wanderung dann wieder ein paar Meter auf der Straße zurück. Von dem Bereich der Christianenburg geht es ein paar Höhenmeter (höchstens 10 Meter) herunter, bis rechts ein Trafohaus auftaucht. Vor dem Häuschen biegt nach rechts ein Waldweg ab, dem die Wanderung jetzt folgt. Nach 300 Metern steht auf der linken Seite diesmal ein Haus im Wald, das als Kennzeichen für eine Richtungsänderung hilft. An dieser Wegkreuzung biegt man nach links ab und jetzt geht es auf einem dieser typischen Forstwege durch den Böhmischen Wald. Der Weg ist sehr angenehm zu wandern, da fast kein Höhenmeter überwunden werden muss. Der ganze Bereich im Wald ist sehr ruhig und man trifft nur selten andere Mitmenschen. Auf unserer Wanderung waren es nur ein paar Pilzsammler kurz vor der Fahrstraße. Auch wenn alle Wanderkarten für diesen Bereich ein paar Wege eingezeichnet haben, so ist der Streckenverlauf sehr einfach zu finden und man muss nur einmal an einem etwas größeren Holzsammelplatz, der nach ca. 1,3 Kilometern erreicht wird, nach links abbiegen. Auf diesem gut ausgebauten Waldweg wandert man 200 Meter, bis der breite Weg nach links abbiegt, aber geradeaus ein schönerer Waldweg weiter führt. Auf dem breiten Weg könnte man auch weiter gehen, aber dann müsste man ½ Kilometer auf der Landstraße entlangwandern. Deshalb der Weg über den grasbedeckten Waldweg, dem einfach immer weiter in südliche Richtung gefolgt wird. 

Der Wanderweg endet auf der besagten Landstraße und man muss nur ganz wenige Meter nach rechts bis zur Bushaltestelle wandern. Gleich an der Bushaltestelle steigt ein kleinerer, aber gut sichtbarer Waldweg den Hang des Schneebergs hoch. Vogelbaum_Birken_Schneeberg_kleinZwischendurch muss man noch einen etwas steileren Hang mit ein paar Sandsteinfelsen erklimmen. Oben angekommen, erreicht man den Querweg, der ebenfalls auf allen Wanderkarten eingezeichnet ist. Hier sollte man nicht hoffen, dass man einen gut ausgebauten Waldweg findet, aber wenn man sich an den weißen Strichen an den Bäumen orientiert, dann findet man den Weg. Je länger man auf diesem Pfad unterwegs ist, desto deutlicher wird er sichtbar. Der Weg führt eigentlich die ganze Zeit parallel zum Fuße des Schneeberges entlang und trotzdem ist der Berg nur selten auf der linken Seite zu sehen. Das ist irgendwie besonders verwunderlich, da man nicht durch einen dichten Wald wandert, sondern es eher durch eine lockere Ansammlung von Birken und Vogelbeerbäumen (Eberesche) geht. Nachdem man mehr als ¼ des Schneeberges umrundet hat, erreicht man die Fahrstraße hinauf auf den Schneeberg. Auf diesem angenehmen Aufstieg geht es jetzt endlich rauf auf den Berg. Ausblick_Schneeberg_Richtung_Saechsische_Schweiz_kleinDer weitere Weg ist mit dem roten Strich roter Strich markiert. Wirklich toll ist die Stelle, an der die Straße auf einmal den Blick in die Landschaft freigibt. An dieser Stelle stehe ich immer und freue mich über die uneingeschränkte Fernsicht. Schneeberg_Aussichtsturm_kleinNachdem man auch die letzten paar Meter auf den Schneeberg geschafft hat, bietet sich gleich auf der linken Seite ein Aussichtspunkt an. Erst auf hier fällt einem auf, wie riesig hoch (über 700 Höhenmeter) man jetzt eigentlich ist und warum man den Schneeberg von so ziemlich überall in der Sächsischen Schweiz aus sieht. Von dieser Aussicht geht es über den asphaltierten Weg bis zum Aussichtsturm bzw. der Gaststätte. Ich glaube nicht, dass man unbedingt auf den Turm steigen muss, da es einige Aussichtspunkte auf dem Schneeberg gibt und auf der noch kommenden Runde über den Schneeberg ein Blick in alle Himmelsrichtungen möglich ist. Gleich an der Gaststätte befindet sich einer dieser Aussichtspunkte, der netterweise mit einer großen Kupferplatte über die böhmischen Berge informiert.

Von diesem Zwischenstopp geht es an der südlichen Kante des Schneeberges auf dem rot markierten Weg weiter. Auf diesem Pfad kommt man an mehreren schönen Aussichten vorbei, die alle einen netten Ausblick auf den Böhmischen Wald und die Stadt Děčín (Tetschen) bieten. Ausblick_Schneeberg_Richtung_Zschirnstein_kleinAm hinteren Ende (östliche Seite) des Schneeberges steigt man wieder von dem Berg ab. Auch hier kommt noch eine nette Aussicht, an der man rüber zum höchsten Felsen der Sächsischen Schweiz, dem Großen Zschirnstein, blicken kann. Der Abstieg geht über einige Steine und einen ziemlich unebenen Weg nach unten. Nachdem man den Abstieg erfolgreich gemeistert hat, biegt nach links die grüne Wanderwegmarkierung grüner Strich ab. Auf ihr geht es jetzt die letzten paar Meter bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Damit endet eine Runde, die von der Streckenführung nicht ganz so einfach zu finden war, aber wenn man sich mit einer einigermaßen ordentlichen Wanderkarte ausrüstet, dann ist der Weg zu finden. Die Mühe für diese Streckenfindung lohnt sich auf jeden Fall, da es sonst nur den Weg über die Fahrstraße gibt und das macht nun mal überhaupt keinen Spaß. Die Christianenburg hat mich erfreut und inzwischen verstehe ich auch ganz gut, warum vom Fuchsteich ein Trampelpfad über die Grenze zur Christianenburg führt.

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Donnerberg

Nachdem ich Anfang dieses Jahres die Erkundung des Karlshauses veröffentlich habe, hat mich ein netter Leser darauf hingewiesen, dass man vom Karlshaus auch noch ganz hervorragend über den Donnerberg weiter wandern kann. Außerdem stand im neuen Buch (Geheimnisvolle Wege im Sandstein und anderswo Band I) von Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de) ein Hinweis auf einen Gedenkstein ganz in der Nähe des Karlshauses, der ja auch gleich mit der Wanderung besucht werden könnte. Also geht es nach relativ kurzer Zeit ein weiteres Mal in Richtung Karlshaus.
Der Startpunkt liegt in Mezní Louka (Rainwiese). Von hier geht es auf der dem großen Hotel gegenüberliegenden Straßenseite los. Hier befindet sich ein Campingplatz, auf dem auch noch einige kleine Hütten stehen. Links am Rand stehen ein paar neue moderne Ferienhäuser, die auch sehr beliebt sind. Der Weg quer durch das Gelände ist mit dem grünen Strich grüner Strich gekennzeichnet. Gleich hinter dem Campingplatz beginnt der Wald und hier herrscht höchstens noch auf den nächsten 200 Metern ein wenig Betrieb. Danach wird es sehr ruhig. Teich_im_Donnergrund_kleinDer Waldweg passiert zwei Teiche und auch wenn nach ½ Kilometer der grüne Wanderweg nach rechts abbiegt, so wandert man weiter geradeaus. Nach wenigen Metern passiert man eine riesige Futterkrippe und dann geht es an den ersten Aufstieg. Knueppelweg_Donnergrund_kleinDer Weg nach oben ist ziemlich breit und fällt besonders dadurch auf, dass als Untergrund ganz viele Baumstämme liegen. Damit wird auf jeden Fall verhindert, dass der nächste Gewitterschauer den Waldweg ausspült.
Der Aufstieg heißt Donnergrund und nach 110 Höhenmetern ist es geschafft. Danach geht es super angenehm weiter. Auf der linken Wegseite sind rote Ringe an die Bäume gemalt. Das soll darauf hinweisen, seltsames_Bauwerk_am_Donnerberg_kleindass hier die Grenze der böhmischen Nationalpark-Kernzone verläuft. Auf dieser Wegseite fällt auf der weiteren Wanderung ein sehr rätselhaftes Bauwerk auf. Eigentlich sieht es so aus wie zwei Widerlager einer Brücke, aber die wären an der Stelle ziemlich unsinnig, da in einem Abstand von 10 Metern ein Hang und damit ein Weg verläuft. Aber irgendetwas wird sich der Baumeister damals schon gedacht haben.
Ein Stück weiter findet man auf der rechten Wegseite eine kleine Quelleinfassung. Hier soll es nachher zum Karlshaus hinauf gehen, aber vorher wird noch eine andere interessante Stelle erkundet. Dazu wandert man auf dem bequemen Waldweg weiter bis 100 Meter hinter dem gut sichtbaren Forststein mit der Nummer 90. Hier ist auf der linken Wegseite keine Kernzone mehr und so darf man in den Grund absteigen. Vom Weg aus kann man schon sehen, dass sich dort in der rechten Seite des Grundes eine Schichtfugenhöhle befindet. Gedenkstein_Aldringen_in_der_Huehnerboofe_kleinDiese Höhle ist tatsächlich eine der offiziellen böhmischen Boofen und heißt Hühnerboofe. Bis ins 2013 hat dort in der Boofe ein Gedenkstein an Hieronymus Grafen Clary v. Aldringen gestanden, aber irgendwelche fleißigen Mitmenschen haben das wuchtige Ding auf den Berg Karlshaus hinaufgeschleppt. Wenn man sich aus der Boofe den steilen Hang ansieht, dann ist das bestimmt ein ordentliches Stück Arbeit gewesen.
Für die weitere Wanderung muss man wieder auf den Waldweg hoch krabbeln und die paar Meter bis zu der bekannten Quelle zurückkehren. Im Jahre 2013 lag die kleine Schutzhütte der Quelle zerstört neben der Quelleinfassung, aber netterweise ist sie im Jahre 2014 wiederhergestellt worden und leuchtet jetzt mit neuen Brettern. Wenn man über die Quelle hinweg blickt, dann sieht man im Hintergrund eine Felswand, die in einer Ecke einen relativ flachen Aufstieg bietet. Genau dorthin geht es. Von der Quelle bis zur Felswand muss man sich so einigermaßen einen Weg durch ein paar Minifichten bahnen, aber das sind nur ein paar wenige Meter und ab der Felswand geht es dann auf einigen kreuz und quer liegenden Stufen aufwärts. Da die Steigung wirklich nicht groß ist, kommt man ganz gut hinauf. Noch gleich an der unteren Felswand befindet sich die Jahreszahl 1710, was wohl auf keine touristische Erschließung, sondern eher auf Jäger oder Förster hinweist. An mehreren Treppen_zum_Karlshaus_kleinStellen kann man Bearbeitungsspuren an den Felsen erahnen und natürlich sind die Stufen künstlichen Ursprungs. Im unteren Teil des Aufstieges sind die Stufen ein wenig durcheinander, aber im oberen Teil liegen sie noch perfekt in einer Felsaussparung. Dadurch, dass diesen Aufstieg nur ganz wenige Leute kennen, liegen die Stufen voller Laub und Nadeln und dadurch fühlt man sich wie ein Entdecker auf dem Weg zu einer Pyramide (so eine im Dschungel in Guatemala – nach Ägypten sah es eher nicht aus). Zumindest hat der weibliche Teil unserer Familie das so empfunden. Das ursprüngliche Karlshaus hat auf dem linken (östlichen) Blick_vom_Karlshaus_zum_deutschen_Raumberg_kleinFelsplateau gestanden. Seit 2014 steht auf dem Plateau des Karlshauses der Gedenkstein an Hieronymus Grafen Clary v. Aldringen. Diese Felsplatte soll schon bis zum Ende des 2. Weltkrieges hier oben gestanden haben und jetzt ist sie wieder zu ihrem angestammten Platz heraufgetragen worden. Die Inschrift besagt folgendes: “Zum ewigen Andenken an Hieronymus Grafen Clary v. Aldringen; Leutnant in einem Panzer-Regiment gefallen am 28. Juli 1941 bei Sokolowka in der Ukraine im 24. Lebensjahre.” Leider ist die Aussicht zugewachsen, was früher ganz bestimmt anders gewesen ist. Heutzutage hat man nur noch eine Sichtachse hinüber zum deutschen Raumberg.
Für die weitere Wanderung geht es wieder ein ganz kleines Stück vom Karlhaus herunter und gleich auf der gegenüberliegenden Seite des Sattels (10 Höhenmeter unterhalb des Karlshauses) wieder aufwärts. Wenn man sich hier ein wenig an der linken Hangseite entlang bewegt, dann ist es der einfachste Weg. Auch wenn der Weg hier nur mit sehr viel Fantasie in den Heidelbeersträuchern zu entdecken ist, lässt er sich doch gut erahnen, da es einfach Pfad_zum_Donnerberg_kleinauf dem Grat entlang geht. Gleich mehrmals hat man einen wirklich guten Blick in die böhmische Landschaft. 400 Meter hinter dem Bergsattel befindet sich der Bouřňák (Donnerberg) auf der rechten Seite. Der Aufstieg bis hoch auf den Gipfel des Bouřňák (Donnerberg) ist nicht lohnenswert, Blick_vom_Donnerberg_nach_Boehmen_kleinda er leider komplett bewachsen ist. Dafür hat man am linken Rande noch mal eine schöne Aussicht, da hier in den letzten Jahren ein Streifen Wald gerodet wurde. Genau dieser Streifen ist auch eine passende Gelegenheit, von dem Berg abzusteigen. Man könnte zwar noch ohne ein Problem weiter am Hang bzw. auf dem Grat weiter wandern, aber hier ist ein deutlicher breiter Waldweg zu erkennen, der durch den Grund abwärts führt.
Dieser sehr leichte Abstieg endet auf dem Dlouhá úbočnicová cesta (Schlafgrund). Diesen Waldweg geht es Abstieg_durch_Schlafgrund_kleinzuerst nach rechts und dann mit der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich weiter abwärts. Obwohl ich kurz vorher auf der Wanderung Karlshaus den Dlouhá úbočnicová cesta (Schlafgrund) hochgestiegen war, hatte ich dabei nicht mitbekommen, dass es den stark ausgespülten Waldweg und gleich daneben einen breiten Wanderweg gibt. Im Abstieg sieht man beide Wege sofort und es ist sehr empfehlenswert, den Weg links zu wählen. Am Ende des Abstiegs stößt man wieder auf den bekannten Weg mit der roten Wanderwegmarkierung und hier geht es nach links bis zum Ausgangspunkt in Mezní Louka (Rainwiese). Es ist immer wieder nett, wenn Leser unserer Wanderbeschreibungen noch Verbesserungen schicken. So haben wir wieder mal eine Stelle kennengelernt, die wir so ganz bestimmt nicht ausprobiert hätten. Natürlich ist es auch toll, dass es Autoren gibt, die in Kleinserien Bücher herausbringen und darin immer wieder weitere verborgene Stellen beschreiben. Danke schön.

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Donnergrund

Die Wanderung Donnergrund ist dadurch entstanden, dass uns ein netter Leser unserer Wanderbeschreibungen eine andere Variante der Luchsstein-Wanderung empfahl. Bei unserer ersten Luchsstein-Erkundung ging es von Deutschland aus zur besagten Felsmurmel und diesmal sollte es von Böhmen aus rüber gehen. Der Startpunkt liegt in Mezní Louka (Rainwiese). Hier findet man immer einen Parkplatz, aber leider schlagen die Tschechen inzwischen gewaltig über die Stränge und verlangen für ein Tages-Park-Ticket 5 €. Wenn man überlegt, dass der Mindestlohn für eine 40-Stunden-Arbeitswoche in Tschechien 8 000 CZK (entspricht 315 € Stand: Anfang 2008) pro Monat beträgt, dann sind 5 € ein typischer Fall von Touristennepp. Ganz besonders, wenn man z.B. in Brtníky (Zeidler) für 7 € ein vollständiges Essen mit Getränk bekommt.
Die Wanderung startet nach links, wenn man auf das Hotel Mezní Louka blickt. Der Weg führt ein kurzes Stück (höchstens 100 Meter) auf der Fahrstraße entlang, bis nach links die Zufahrt zum Campingplatz kommt. Hier biegen die beiden Wanderwegmarkierungen roter und grüner Strich grüner Strich ab. Aufstieg_Donnergrund_kleinDer Weg führt über den Campingplatz mit den festen Hütten und verschwindet dann in den Wald dahinter. Beide Wegmarkierungen biegen nacheinander nach rechts ab, die Wanderung geht aber immer weiter geradeaus. Auch wenn der Weg an der Stelle schon Donnergrund heißt, so sollte man sich nicht täuschen lassen, da es zwischen den Hundsteinen und dem Donnerberg hindurchgeht. Damit steigt der Weg bis zur höchsten Stelle der Wanderung an, um dann auf der gegenüberliegenden Seite wieder herunter zu gehen. So ungefähr 200 Meter hinter dem höchsten Punkt kommt dann die einzige wirklich schwierige Stelle, und das auch nur im Sinne der Streckenfindung. Links vom Weg steht eins dieser seltsamen grünen Schilder mit der Aufschrift: Zugang_Kleiner_Ziegengrund_klein1. ZÓNA NÁRODNÍHO PARKU. AUSSERHALB DER MARKIERTEN WANDERWEGE EINTRITT VERBOTEN. Dieses Schild haben wir überhaupt nicht verstanden, da der Weg schon seit die beiden Wanderwegmarkierungen abgebogen sind unmarkiert ist. Auch würde dieser breite Forstweg in einem großen Bogen um den Donnerberg herum führen und das ohne jegliche Markierung. Oder ist mit markiertem Wanderweg womöglich nur der Eintrag in einer Wanderkarte gemeint? Dann wäre der weitere Weg über den Pfad nach links legalisiert. Falls man diesen Abzweig verpasst, dann wird der aufmerksame Wanderer spätestens nach weiteren 200 Metern noch eine Zugangsmöglichkeit auf den Pfad entdecken. Uns ist es selber auch so passiert, deshalb wissen wir das so genau. Der Pfad führt wunderbar ruhig immer weiter abwärts. Auf der linken Wegseite befindet sich eine Felswand mit einer ganzen Ansammlung Inschriften. Das auffälligste ist ein männlicher Kopf, der aussieht wie ein Felsinschrift_Irokese_kleinIrokese, oder vielleicht ein russischer Soldat mit Käppi. Außerdem sind noch einige Herzen und Jahreszahlen in den Felsen gemeißelt. Die Jahreszahlen weisen drauf hin, dass dieses Tal schon seit ein paar Jahrhunderten begangen wird. Ein paar Jahreszahlen, die wir auf Anhieb entziffern konnten, sind 1923, 1880 und 1842. Der Pfad führt durch den Kleinen Ziegengrund, der eine sehr ruhige Felsschlucht ist, bis zur deutschen Grenze.Kleiner_Ziegengrund_klein Ab der Grenze geht es nach links auf der Grenzlinie weiter. Auch wenn es sich beim weiteren Streckenverlauf nur um einen Pfad handelt, so ist er durch die Grenzsteine sehr einfach zu finden und nach 200 Metern erreicht man den Luchsstein auf der rechten Wegseite. Luchsstein_im_Schnee_kleinDie Inschrift auf dem Felsen zeigt einerseits einen Luchs in originaler Lebensgröße und andererseits den Hinweis darauf, dass auf sächsischer Seite der letzte Luchs 1743 vom Förster Joh. Gottfried Puttrich erschossen wurde. In letzter Zeit sind wieder Luchse hier eingewandert. Sie sind aber sehr scheu, so dass man sie nicht zu Gesicht bekommt. Selbst der Revierförster der Hinteren Sächsischen Schweiz hat während seiner gesamten Arbeitszeit keinen Luchs zu sehen bekommen, und das, obwohl er sogar gleich im Nationalpark am Zeughaus gewohnt hat.
Der weitere Weg führt durch das Lindengründel nach oben, um nach einem ¾ Kilometer auf den grün markierten Wanderweg grüner Strich zu treffen. Hier geht es nach links bis zum Altarstein. Der markierte Wanderweg verläuft sehr angenehm mit nur einer kleineren Steigung bis zum Altarstein. Auch wenn die Wanderung den grün markierten Wanderweg ca. 30 Meter vor dem Altarstein_im_Schnee_kleinAltarstein verlässt, so sollte man sich dieses Naturdenkmal nicht entgehen lassen. Ich finde es immer wieder verwunderlich, dass Menschen für ihren Glauben solche Strapazen auf sich nehmen und aus Böhmen bis hierher gewandert sind, um ihren Gottesdienst abzuhalten. Vermutlich ist so etwas heutzutage, zumindest in unseren Religionsgemeinschaften, nicht mehr vorstellbar. Um die Wanderung auf dem geplanten Weg fortzusetzen, geht es wieder die besagten 30 Meter zurück, um dann nach rechts abzubiegen. Die ersten paar Meter des Weges führen noch fast horizontal am Berg entlang, dann geht es aber ein bisschen steiler aufwärts. Der Weg führt zwischen den südlichen Ausläufern der Thorwalder Wände und den Hundsteinen hindurch. Wenn man von unten kommt, dann erinnert diese Stelle an Thorwalder_Waende_Felssenke_Caspar_David_Friedrich_kleinCaspar David Friedrich. Nachdem man auch auf diese Erhöhung hoch geschnaubt ist, geht es auf der gegenüberliegenden Seite wieder herunter. Der Streckenverlauf ist ziemlich einfach zu finden und nach dem Abstieg erreicht man den roten Wanderweg roter Strich. Hier traf uns dann fast der Schlag, als wir die Menschenmassen sahen. Bis dahin waren uns am Ostersamstag ganze drei Wanderer auf der gesamten Strecke begegnet und jetzt kamen uns auf dem letzten Kilometer gut 50, meist Deutsche, entgegen, die vermutlich alle zum Prebischtor unterwegs waren. Auf jeden Fall folgt man der roten Markierung nach links, bis man den Ausgangspunkt der Wanderung wieder erreicht. Ganz witzig sieht noch das erste Haus an der Straße aus. Hier ist eine Wandmalerei mit einem plastisch aus der Wand ragenden Hirsch zu sehen. An der Seite des Hauses steht ein Jäger. Ob diese Verschönerung nun Kitsch oder Kunst ist, kann man sich drüber streiten, auf jeden Fall hat sich hier jemand ziemlich viel Arbeit gemacht.
Das war eine sehr nette Wanderung, nicht zu lang, nicht zu kurz, nicht übermäßig anstrengend, schön ruhig. Dies ist eine Bewertung von mir, Steffi, der Ehefrau. Für Ingo wird es eher ein Nachmittagsspaziergang gewesen sein, so für zwischen Mittagessen und Kaffeetrinken…

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Drachenstiege

Die Drachenstiege ist wirklich nicht unsere Stiege bzw. Wanderung. Nachdem wir es jetzt mehrmals versucht haben, sind wir einmal daran gescheitert, dass ein Schild auf die Brutzeit von seltenen Vögeln hinwies und die nächste drei Male haben wir einfach in den vollkommen falschen Tälern gesucht. Das hat man davon, wenn man das Buch (Axel Mothes Bergpfade Band 3 www.stiegenbuchverlag.de), in dem die Stiege beschrieben ist, zu Hause lässt oder einfach nur dem Orientierungssinn vertraut. Aber im 5. Anlauf sollte es dann doch klappen.
Der Startpunkt ist die Buchenparkhalle in Hinterhermsdorf. Von hier muss man natürlich erst mal runter in Kirnitzschtal. Dazu geht es vom Parkplatz nach rechts auf der Höllstraße auf der Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt entlang. Nach 400 Metern verlässt die Wanderung den grün markierten Wanderweg und es geht unmarkiert weiter geradeaus. Ausgeschildert ist an der Kreuzung der Königsplatz. Das ist zwar ein wenig komisch, da diese nette Aussicht wieder links oben liegt, aber als erste Orientierung ist sie trotzdem ganz gut zu gebrauchen. Den Aufstieg, der aber nicht hochgegangen wird, erreicht man nach etwas weniger als einem Kilometer. Auf der gegenüberliegenden Seite biegt nach rechts ein Forstweg ab. Es handelt sich um den Finsterwäldchenweg, der einfach nur geradeaus verfolgt wird. Je weiter man geht, desto netter wird der Weg. Abstieg_Nickelsbergweg_kleinZuerst ist es noch ein Forstweg, der dann in einen anmutigen Waldweg und dann mit dem Nickelsbergweg in einen Pfad wechselt. Erst ganz kurz vor dem Kirnitzschtal muss man den Weg etwas suchen, aber es geht tatsächlich über ein paar uralte Stufen abwärts. Hier ist eine ordentliche Karte oder ein GPS-Gerät schon sehr hilfreich. Früher ist der Nickelsbergweg viel häufiger begangen worden, aber seit die Ziegengrundbrücke verschwunden ist und außerdem der weitere Weg in Richtung Luchsstein durch den Nationalpark verboten wurde, sind die Stufen nur noch ein ruhiger Weg für Insider. Wer zu große Befürchtungen hat, den passenden Weg nicht zu finden, der kann auch einfach die Alte Böhmerstraße (links von den Wegen Finsterwäldchenweg und Nickelsbergweg) wählen.
Am Ende von beiden Möglichkeiten wandert man nach links auf der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich das Kirnitzschtal aufwärts. Schon nach wenigen hundert Metern sieht man geradeaus den Grenzübergang für Wanderer und Radfahrer. Hier wird die blaue Wanderwegmarkierung schon wieder verlassen und es geht über die Kirnitzsch hinweg. Gleich hinter der Brücke befindet sich einer der typischen böhmischen Rastplätze, die wirklich toll gepflegt werden und für einen Rastplatz mitten im Wald sehr gut ausgestattet sind (Fahrradständer, Landkarte, Bänke, Tisch und überdacht). Direkt vor diesem Rastplatz verläuft die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich, die jetzt nach links weiter verfolgt wird. Gleich hinter dem Rastplatz weist ein Schild darauf hin, dass der Waldweg für Radfahrer gesperrt ist und durch seine Lage weit abseits jeglicher Ortschaften ist der Weg auch sehr ruhig. Der Wanderweg steigt leicht an und man kann über eine wirklich lange Strecke feststellen, dass es ein Gratweg ist. Sehr seltsam ist, dass auf der linken Wegseite die roten Ringe an den Bäumen die tschechische Kernzonengrenze signalisieren, Huette_und_Krippe_am_Jankenwaldweg_kleinaber seit mehreren Jahren deutliche Spuren von Forstfahrzeugen zu sehen sind. Nach etwas mehr als 2 Kilometern biegt der Weg nach rechts ab und macht einen Bogen um eine Hütte und eine Krippe. Forstmaschine_beim_Buendeln_kleinAn dieser Stelle habe ich jetzt schon mehrmals riesige Berge Holz liegen gesehen. Auf der letzten Wanderung waren es Berge an Restholz (Kronen- und Wurzelholz), das gerade von einer seltsamen Forstmaschine zu Bündeln (ca. 1 Meter Durchmesser und 3 Meter Länge) geschnürt wurde. Die Maschine ist, wie fast jede Forstmaschine, ein gewaltiges Fahrzeug, das auch aus der gleichen Fertigungslinie wie ein Panzer sein könnte. Die Holzbündel sollen danach in einem Biomassekraftwerk verwertet werden. Bisher habe ich immer nur gesehen, dass solche Holzreste in riesige Container geschreddert werden.
Die Wanderung folgt weiterhin der grünen Markierung. Ein paar hundert Meter hinter der Wildwiese taucht auf der linken Wegseite ein Felsen auf, nur wenige Meter höher als alles drum herum. Nach noch ein paar Metern weiter auf dem Waldweg erreicht man eine Kreuzung mit mindestens vier größeren Wegen. kleine_neue_Jungferntanne_kleinGeradeaus steht ein Stumpf von einem mächtigen Baum. Bei diesem hat es sich um die sogenannte Jungferntanne gehandelt. An dieser Stelle soll sich ein junges Mädchen bei einem Köhler vor einem Verfolger in Sicherheit gebracht haben. Netterweise ist vom Nationalpark Böhmische Schweiz auf der gegenüberliegenden Wegseite wieder eine neue Tanne mit einem stabilen Schutzzaun angepflanzt worden. Gleich an diesem Zaun ist eine geschnitzte Tafel aufgestellt worden, auf der die Geschichte erklärt wird. Unverschämter Weise haben aber irgendwelche Idioten den deutschen Text stark zerkratzt.
An dieser Kreuzung wird die grüne Wanderwegmarkierung verlassen und es geht auf der Markierung blauer Strich blauer Strich nach links in Richtung Černá brána (Schwarzes Tor) weiter. 10 Meter hinter der Kreuzung biegt der markierte Wanderweg von dem Forstweg ab und führt auf einem abwechslungsreichen Waldweg hinunter. Nur bei ganz feuchtem oder sehr kaltem (unter 0°) Wetter ist der Abstieg unangenehm, weil sich dann das Rinnsal neben dem Pfad bemerkbar macht. Nach einem Kilometer erreicht man das Bächlein Červený potok (Rotes Floß). Hier ist nach links das Černá brána (Schwarzes Tor) ausgeschildert. Dazu müsste man ein ganzes Stück (1 Kilometer) dem Bachlauf folgen. Da die Strecke aber schon lang genug ist, haben wir diesmal das unübersehbare Felsentor ausgelassen und es geht weiter auf dem markierten Wanderweg. Fast gegenüber von dem Abstieg geht es auch gleich wieder aus dem Tal heraus. Der Aufstieg überwindet 50 Höhenmeter und dann geht es auf einem sehr angenehmen Waldweg für ½ Kilometer weiter.
Dort fällt in der ersten Linkskurve auf der linken Seite eine Schlucht runter ins Kirnitzschtal bzw. zur Oberen Schleuse auf. Auf der gegenüberliegenden Seite (also rechte Wegseite) befindet sich ein flacher Zugang in einen Grund. Genau hier ist man richtig. Man sollte sich bewusst sein, dass man damit die tschechische Kernzone betritt und sich Ärger einhandeln kann. Die ersten paar hundert Meter (¼ Kilometer) sind ganz flach und dann erreicht man eine große Felsmurmel, die ziemlich in der Mitte des Grundes liegt. Hinter ihr hält man sich rechts und es geht auf einem Zick-Zack-Trampelpfad den Hang hinauf. Der Aufstieg ist relativ leicht und bald erreicht man eine Felsenterasse mit einem deutlich sichtbaren Pfad nach links und rechts. Hier kann man zuerst ein paar Meter nach rechts wandern, um eine kleine Höhle und die Jahreszahl 1913 zu entdecken. Der eigentliche Weg zur Drachenstiege führt aber in die andere Richtung und so geht es über einen wirklich deutlich sichtbaren Pfad weiter. grosse_Hoehle_an_der_Drachenstiege_kleinSchon bald erreicht man einen großen Felsenkessel mit einer ungewöhnlich großen Höhle bzw. Überhang. Sie hat die gleiche Form und Größe wie die Hickelhöhle und Sachsenhöhle Drachenstiege_von_unten_kleinin der Sächsischen Schweiz. Auf dem Weg zur Höhle kann man auf der gegenüberliegenden Seite die Felsspalte mit dem Namen Drachenstiege schon entdecken. Nachdem man den Felskessel einmal umrundet hat, geht es an den Aufstieg durch die Drachenstiege. Über das Wort Stiege muss man sich keine großen Sorgen machen, der Jahreszahl_1929_RKON_Drachenstiege_kleinAufstieg ist relativ einfach und nur das herunter rutschende Laub ist ein kleines Hindernis. Am Anfang und in der Schlucht kann man mehrere Jahreszahlen entdecken. Wir haben mindestens die Zahlen 1901, 1921 und 1929 gefunden. Damit ist es sehr eindeutig, dass es sich um einen historischen Aufstieg auf die Ebene Käs und Brot handelt.
Nachdem man den Aufstieg erfolgreich bewältigt hat, muss man unweigerlich noch mal zurück blicken und von Drachenstiege_von_oben_kleindort sieht der Weg wirklich schwierig und erschreckend steil aus. Gleich am Ausstieg aus der Drachenstiege stößt man auf den Pfad zwischen dem Felsen Dravci skala (Käs und Brot) und in die andere Richtung Pytlak (Bittler). Die Wanderung folgt dem Pfad nach links weiter in Richtung Pytlak (Bittler). Je weiter man auf dem Weg wandert, desto breiter wird er und bald steht man vor einer Schranke mitten im Wald. Das ist irgendwie ziemlich seltsam, da bis hierhin ganz sicher kein Fahrzeug unterwegs ist. An der Stelle befindet sich auch nicht die Grenze der tschechischen Kernzone, aber irgendjemand kontrolliert hier, ob Wanderer die Stelle passiert haben. Normalerweise geht man auf der linken Seite durch die Schranke. Hier ist eine Kerbe in der Schranke und irgendjemand stellt da immer wieder einen Stock mit einem eingeklemmten Ästchen dran. Sobald man den Stock anhebt, fällt das Ästchen auf den Boden. Auf solche Ideen kommen eigentlich nur Ranger.
Auf der anderen Seite der Schranke geht es auf dem angenehmen Waldweg um den Pytlak (Bittler) herum. Auf der linken Wegseite kann man zwischendurch an einer kleineren Felswand die Jahreszahl 1905 (oder ist es sogar 1805) lesen. Damit weiß man, dass hier der richtige Wanderweg verläuft. Nach 1 ¼ Kilometer erreicht man wieder eine Schranke und einen dieser gut ausgebauten Radwege im Böhmischen Wald. riesige_Abfahrt_beim_Bittler_kleinAuf der gegenüberliegenden Wegseite steht eine Holzhütte mit dem Namen Piket. Dort geht es nach links weiter. Schon nach wenigen Metern passiert man eine sehr auffällige Stelle. Hier ist extra für den Forstweg eine riesige Abfahrt in den Felsen gearbeitet worden. Das ist mit heutigen Großgeräten bestimmt kein Problem mehr, aber die Spuren an den Seitenwänden deuten darauf hin, dass diese Arbeiten schon vor sehr langer Zeit durchgeführt wurden. Heutzutage sind die größten Nutznießer von dieser Streckenführung die Radfahrer. Obwohl die Fahrradstrecke ganz sicher nur in eine Richtung Spaß macht. Immerhin geht es auf den nächsten 1 ½ Kilometern  ungefähr 100 Höhenmeter abwärts, bis wieder mal einer dieser schönen tschechischen Rastplätze erreicht wird.
Hier geht es nach rechts auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich weiter. Dieser Waldweg verläuft ziemlich parallel zur Kirnitzsch und nach ein paar hundert Metern passiert man die uralte Wolfstafel (immerhin von 1640) auf der linken Wegseite. Felsen_am_Grenzuebergang_kleinDer Wanderweg verläuft immer noch auf dem tschechische Radweg Nr. 3031, der aber in diesem Bereich relativ wenig befahren wird. Ziemlich genau einen Kilometer hinter der Wolfstafel erreicht man den Grenzübergang, um wieder zurück nach Deutschland zu gelangen. Das nächste Stückchen ist nur als Radweg gekennzeichnet und gleich hinter der Kirnitzschbrücke steht eine ausführliche Informationstafel des Nationalparks Sächsische Schweiz. Nach ½ Kilometer erreicht man eine Wiese, einen Rastplatz in Pilzform und den markierten Wanderweg roter Strich roter Strich. herbstliche_Wildwiese_Liebschenraeumicht_kleinDiesem folgt man ein Ministück von 200 Metern nach rechts, bis nach links die große Wiese des Liebschenräumicht auftaucht. Gleich neben der Wiese führt ein Forstweg mit einer angenehmer Steigung bis hoch nach Hinterhermsdorf. Es handelt sich um die ehemalige Hinterdaubitzer Straße, die aber heutzutage von nur noch wenigen der abgelegenen Häuser im Kirnitzschtal als Fahrstraße benutzt wird. Nachdem die Wanderung in Hinterhermsdorf angekommen ist, kann man auf der linken Seite die Buchenparkhalle leicht oberhalb des Feldes sehen. Für die letzten Meter folgt man der gelben Wanderwegmarkierung gelber Punkt nach links.
Insgesamt haben wir fünf Anläufe für die Erkundung gebraucht. Zwei Mal sind wir ungefähr 50 Meter (einmal am unteren Ende und einmal am oberen Ausgang) neben der Drachenstiege gewesen. Drachenstiegesuche_kleinDas lässt sich ganz hervorragend auf den ausgezeichneten Bewegungen links auf der Karte erkennen. Erst unter Zuhilfenahme der neuen Karte von Rolf Böhm haben wir es dann endlich geschafft und im Nachhinein betrachtet hat sich der Aufwand gelohnt. Das Wandern in der Böhmischen Schweiz ist immer wieder ein Wohlgenuss mit wirklich großer Ruhe, beeindruckenden Felsen und immer neu zu entdeckenden Stellen.

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Eiland

Die Wanderung Eiland startet eigentlich an einer vollkommen falschen Stelle. Ich habe den Start aber an den Parkplatz hinter Rosenthal gelegt, damit man am Ende noch durch einen sehr schönen Grund wandern kann. Der Startpunkt ist der Parkplatz an den Zollhäusern und damit muss die Wanderung erstmal runter ins Bielatal gehen. Dazu wandert man wieder den ¾ Kilometer bis zum Ortsanfang von Rosenthal zurück. Hinter dem ersten Haus (Scheune) auf der linken Straßenseite zweigt der Obere Mühlsteig ab. Heutzutage ist der alte Mühlsteig mit einem wirklich harten Untergrund aus Betonplatten ausgelegt, aber das geht auch nur bis zur ersten Kreuzung. Hier stößt man auf die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich, der man jetzt weiter runter ins Bielatal folgt. Der Weg ist relativ angenehm und schon erreicht man die asphaltierte Straße bei der Miniortschaft Ottomühle. Auf dieser Straße wandert man weiterhin der Wanderwegmarkierung hinterher. Die Wanderung geht ein paar Meter nach links das Bielatal aufwärts, bis ein unauffälliger Weg nach rechts zwischen zwei Wohnhäusern abzweigt. Der rot markierte Wanderweg steigt hier wieder aus dem Bielatal heraus und steuert über einen ziemlich geradlinigen Waldweg auf die Aussicht Grenzplatte zu. Ostrov_Eiland_von_Grenzplatte_kleinKurz vor der Aussicht macht der markierte Wanderweg einen Haken bis zur Felskante, damit auch ganz sicher kein Wanderer diesen schönen Ausblick verpasst. Die Aussicht ist wirklich äußerst schön und, obwohl sie einer der meist angesteuerten Plätze des Bielatals ist, noch relativ ruhig. Von der Aussicht Grenzplatte hat man einerseits einen schönen Ausblick auf das Bielatal mit seinen Felsen und andererseits einen Blick runter auf die Ortschaft Ostrov (Eiland). Nach diesem Schlenker ab von dem eigentlich schnurgeraden Waldweg geht es auf dem markierten Wanderweg weiter. Grenzbefestigung_bei_Grenzplatte_kleinNach kurzer Wanderzeit passiert man auf der linken Wegseite die Grenzbefestigungen. Diese Durchfahrsperre wird seit ein paar Jahren nicht mehr gepflegt und so kann man zusehen, wie sich die Natur dran zu schaffen macht. Vielleicht wird der ganze Spaß irgendwann mal ordentlich zurückgebaut, was ich schwer vermute, da schon an sehr vielen Stellen die ehemaligen Grenzbefestigungen verschwinden. An der Stelle wird die Grenze aber nur tangiert und es geht noch mal auf deutschem Gebiet weiter in die Richtung Moorteich/Zeisigstein. Die Wanderung führt durch einen sehr ruhigen Wald, der aber ziemlich typisch für die Wälder im Rosenthal/Bielatal-Gebiet ist. 1 ½ Kilometer hinter der Grenzbefestigung erreicht man eine größere Kreuzung, an der nach links der gelbe Wanderweg abbiegt. Würde man ein kleines Stückchen weiter wandern, dann würde man den Moorteich erreichen. Jetzt geht die Wanderung aber der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich hinterher. Dieser Waldweg soll Mehlsteig heißen und diesem folgt man. Nach ca. 1/2 km gabelt sich der Weg, man folgt dem linken Abzweig, bis man einen breiten Forstweg erreicht, den man aber nur überquert. Ab hier ist der Wanderweg nicht mehr markiert, aber weiterhin sehr einfach zu finden. Die Wanderung geht einfach geradeaus weiter. Auch wenn der Waldweg immer schmaler wird, so ist man auf dem richtigen Weg und nach ½ Kilometer geht es zwischen einigen Felsen ein Stückchen abwärts. Der Pfad ist ziemlich einfach zu gehen und nach etwas mehr als 100 Metern hinter den Felsen erreicht man einen befahrbaren Waldweg. Hier biegt man nach links in die Richtung der deutsch-tschechischen Grenze ab. Nach ein paar hundert Metern überschreitet man die Grenze und findet auf der linken Kastanie_bei_Rajec_Raiza_kleinWegseite einen ehemaligen Garten bzw. vermutlich sind es mehrere Gärten gewesen. Deutlich sind noch Mauern zur Begradigung und Abtrennung zu erkennen. Kapelle_bei_Rajec_Raiza_kleinAuch fällt nach wenigen Metern ein riesiger Kastanienbaum auf. Auf der gegenüberliegenden Wegseite steht eine Kapelle, in der bestimmt mal eine Heiligenfigur gestanden hat. Heutzutage ist nicht nur die Figur verschwunden, sondern auch der Putz von dem Gebäude abgefallen. Trotzdem werden anscheinend immer noch Kerzen aufgestellt. Als ich an dem Ding vorbeigewandert bin, standen gleich drei Teelichter drin. Auch ist die Kapelle wieder so einigermaßen hergerichtet worden, da der Mörtel zwischen den Natursteinen nachgearbeitet aussieht. Die Wanderung erreicht nach wenigen Metern die ersten Häuser von Rajec (Raiza). Der Großteil der Häuser hier sieht aus, als wenn sie nur als Ferien- bzw. Wochenendhäuser benutzt würden. Einige Häuser sind erstklassig hergerichtet und so manches sieht viel besser aus als in Deutschland. Am Dorfende bzw. eigentlich ist es ja der Dorfanfang befindet sich eine Gaststätte bzw. ein Hotel_lesni-zatisi_kleinHotel (www.lesni-zatisi.cz), das anscheinend bei Deutschen ziemlich beliebt ist. Auf dem Parkplatz stand zumindest ein ganzer Fuhrpark deutsche Autos. Hinter dieser Ortschaft kommt eigentlich ein hässliches Stück der Wanderung, aber zum Glück war es in der Praxis gar nicht so unangenehm. Es geht über 1,4 Kilometer auf der Zufahrtsstraße von Rajec (Raiza). Die Ortschaft Rajec (Raiza) ist nur eine Miniortschaft und so ist der Straßenverkehr ziemlich gering. Auf meiner Wanderung bin ich selbst bei erstklassigem Wetter keinem einzigen Auto begegnet und so war dieses Teilstück gar nicht so schlimm wie zuerst vermutet. Nach den besagten 1 ½ Kilometern steht auf der rechten Straßenseite eins dieser typischen böhmischen Kreuze. Gegenüber auf der Straßenseite biegt ein Waldweg ab, dem man jetzt folgen sollte. Nach ca. ¼ Kilometer biegt nach rechts ein Waldweg ab, dem man hinterher geht und damit auf die Rückseite der Felsen_von_Tyssaer_Waende-2_kleinTiské Stěny (Tyssaer Wände) kommt. Zum Anfang fällt es einem überhaupt nicht auf, dass man sich hinter dieser sehr schönen Felsformation befindet. Das Einzige, das drauf hindeuten könnte, sind Stimmen, die von dort in den Wald ertönen könnten. Nachdem man ziemlich genau einen Kilometer durch den Wald gewandert ist, stößt man auf eine Lichtung, an der der Waldweg nach rechts abknickt. Hier sollte man dem breiteren Weg auf die Tiské Stěny (Tyssaer Wände) zu folgen und schon nach 300 Metern ist man an den Felswänden angekommen. Vollkommen komisch ist, dass man von der Rückseite ohne eine Gebühr auf den Felsen kommt. Wenn man die Weg_auf_Tyssaer_Waende_kleinTyssaer Wände von der Vorderseite oder von der Gaststätte aus betreten möchte, muss man einen Eintritt bezahlen. Auf den Felsen angekommen, geht es nach links weiter. Der Wanderweg ist auf den Felsen mit dem roten Strich roter Strich markiert und dieser Markierung geht es jetzt für ein ganzes Stück hinterher. Die Tiské Stěny (Tyssaer Wände) sind eine der größten touristischen Attraktionen der Böhmischen Schweiz und trotzdem nur extrem selten überlaufen. Der Weg über die Felsen bietet einen sehr schönen Einblick in dieses Felslabyrinth. Am östlichen Ende verlässt man das Gebiet wieder. Hier hat man eine Möglichkeit, sich zu erfrischen, da sich gleich am Ein- bzw. Ausgang der Tiské Stěny (Tyssaer Wände) eine Gaststätte mit relativ humanen Preisen befindet.
An dieser Gaststätte geht es über den Parkplatz auf dem rot markierten Wanderweg weiter in den Wald. Das erste Stück des Waldweges ist noch relativ langweilig, aber nach einem ¾ Kilometer steigt der Weg in einer Schlucht abwärts. Der Weg ist ziemlich uneben, aber noch ganz gut zu gehen. Bei meiner letzten Wanderung waren aber an der Stelle zwei Mütter mit Kinderwagen und einer ganzen Gruppe Kleinkindern unterwegs und dazu kann ich nur sagen, dass der Weg überhaupt nicht zum Schieben von Kinderwagen geeignet ist. Einen der Kinderwagen habe ich in einem erbärmlichen Regenschauer den Berg runter getragen, aber so richtig schön war das nicht. Nach dem Abstieg durch den Grund erreicht man die Ortschaft Ostrov (Eiland). Den markierten Wanderweg verlässt man mit Erreichen der Fahrstraße und hier geht es nach links weiter in die Miniortschaft hinein. ehemaliges_Schwimmbad_in_Ostrov-Eiland_kleinAuf der linken Seite befindet sich gleich eine ganze Ansammlung von Teichen, die aber leider in früheren Zeiten besser ausgesehen haben. Mehrere von den Teichen haben sogar Betoneinfassungen, weil sie anscheinend früher als Schwimmbad benutzt wurden. So richtig gut sieht nur noch einer der Teiche aus, der gegenüber von den Polizeigebäuden ist. Ein bisschen weiter nach links hinten versetzt steht das sehr schick hergerichtete Hotel Ostrov (www.hotelostrov.com) . Von außen macht dieses Hotel schon einen sehr schönen Eindruck, aber auf der Internetseite sind noch viel schönere Bilder von der Innenausstattung zu sehen. Das sieht sehr geschmackvoll und gemütlich aus.
Die Wanderung führt einmal quer durch die Ortschaft Ostrov (Eiland) und ich bin immer wieder erfreut, dass auch in den hintersten Ecken der schoenes_Haus_in_Ostrov-Eiland_kleinBöhmischen Schweiz auf einmal richtig schöne Häuser gebaut oder saniert werden. Genauso ist es in Ostrov (Eiland). Auf den letzten paar Metern vor der Grenze befinden sich gleich mehrere schöne Beispiele hierfür. Nachdem man die Ortschaft auf der Hinterseite wieder verlassen hat, geht die Wanderung in das Bielatal hinein. Nach wenigen Metern passiert man die ehemalige Grenze. An dieser Stelle sind im Frühjahr 2008 die Grenzbarrieren entfernt gewesen und man sieht nur noch links und rechts des Weges die ehemaligen Hindernisse. Der Forstweg geht ziemlich geradlinig durch das obere Bielatal. Nach einem ¾ Kilometer stößt von links die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich mit auf den Wanderweg. Es geht mit dieser Wegkennzeichnung weiter durch das Bielatal, bis nach ca. 700 Metern der markierte Weg nach rechts abbiegt. Hier steigt die Wanderung aus dem Bielatal heraus. Durch den Grund der Dürren Biela geht es aufwärts. Als ich die Wanderung durchgeführt habe, verfinsterte sich ab dieser Stelle der Himmel ziemlich und in der Entfernung konnte ich schon das Grummeln eines Gewitters hören. Normalerweise war geplant gewesen, dem gelben Strich bis hoch zum Grenzübergang Eulenthor zu folgen, aber jetzt musste eine Abkürzung eingeschlagen werden. Nach den ersten 400 Metern an der Dürren Biela entlang zweigt in der ersten Rechtskurve ein Pfad, nach links den Berg hoch, ab. Dieser Pfad steigt ziemlich steil aufwärts und nach diesem Aufstieg erreicht man einen Forstweg, den man wenige Meter nach links verfolgt. Nach weniger als 100 Metern zweigt nach rechts ein schnurgerader Forstweg ab, der auf die Alte Schneeberger Straße führt. Dieser Straße folgt man nach links. Damit hat die Wanderung eine kleine Abkürzung genommen und ich hatte gehofft, dem Regenschauer noch entkommen zu können. Dem war leider nicht so. Jetzt fing es auf den letzten paar Metern bis zum Parkplatz wie aus Eimern an zu schütten. Nicht, dass es mit dem Regen schon genug gewesen wäre, auf der freien Fläche vor dem Parkplatz krachten auch noch zwei Donner über mir zusammen. Jetzt wurde die Wandergeschwindigkeit auf Lauftempo erhöht und ein triefend nasser Wanderer erreichte sein Auto. Trotzdem war es eine ziemlich schöne Wanderung, die zur Nachahmung empfohlen werden kann. Nur vielleicht sollte man nicht bei einem Gewitter über eine plane Ebene flitzen.

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Edmundsklamm

Die Wanderung Edmundsklamm ist ganz anders, als man es wahrscheinlich erwartet. Fast alle Besucher im Edmundova soutěska (Edmundsklamm) wandern bzw. fahren mit dem Boot bachaufwärts und biegen dann nach links in Richtung Mezna/Prebischtor ab. Unsere Wanderung macht es anders und es kommt eine richtig schöne Runde dabei heraus. Hier kommt die Beschreibung.
Der Startpunkt liegt am Ende des Edmundova soutěska (Edmundsklamms) in Hřensko (Herrnskretschen). Hier befinden sich gleich zwei Parkplätze, die beide ähnlich teuer, aber als Ausgangspunkt sehr gut geeignet sind. ehemaliges_Stauwehr_Edmundsklamm_kleinDen ersten Teil der Wanderung zu finden ist sehr einfach, da man nur dem Bach Kamenice (Kamnitz) aufwärts folgen muss. Schon nach wenigen Metern beginnt eine ganz besonders schöne Schlucht, mit riesigen Felsen und einem etwas größeren Bach. Wer es geschafft hat, am Vormittag in die Schlucht zu kommen, der wird bei Sonnenschein mit wunderbaren Bildern und leuchtenden Farben belohnt. Auf dem Weg entlang des Baches fällt sehr schnell auf, dass der Weg an vielen Stellen künstlich angelegt bzw. erweitert wurde. Blick_von_der_Staumauer_Edmundsklamm_kleinDies ist auf Anweisung des Fürsten Edmund Clary-Aldringen im Jahre 1889 passiert, damit der Tourismus in der Region gefördert werden sollte. Staumauer_Edmundsklamm_kleinDie damaligen Investitionen sollen angeblich innerhalb eines Jahres wieder hereingekommen sein. Heutzutage könnte ich mir das zwar nicht vorstellen, aber vielleicht war so etwas früher möglich. Insgesamt muss man etwas mehr als 1 ½ Kilometer durch die Schlucht wandern, dann erreicht man die untere Bootsstation. Hier gilt es, eine Gebühr am Kassenhäuschen zu bezahlen romantische_Kahnfahrt_Edmundsklamm_klein(Anfang 2010 waren es 3,- €) und dann heißt es warten, bis der nächste Kahn ablegt. Ungefähr alle 20 Minuten fährt einer. Die Kahnfahrt ist schon ziemlich lustig und je weniger Urlauber in dem Boot sitzen, desto besser sind die Kahnfahrer drauf. Ich kann mich immer wieder köstlich amüsieren, was man alles in den Felsen an Tieren und Gebäuden erkennen soll. kuesntlicher_Wasserfall_im_Edmundsklamm_kleinVielleicht sollte tatsächlich ein bestimmter Promillewert Pflicht werden, damit die Phantasie ein bisschen mehr angeregt wird. Besonders nett ist der Wasserfall und ganz besonders grässlich ist es bestimmt zu Christi Himmelfahrt/Vatertag, wenn die sternhagelvollen Kerle auf dem Nachhauseweg sind.
Nachdem die kleine Ruhepause für die Beine (1 Kilometer Bootsfahrt) beendet ist, geht es noch ein Stückchen durch das Tal der Kamenice (Kamnitz). Gleich zum Beginn des zweiten Teilstücks hinter der Kahnfahrt beginnt ein Tunnelgang, der zwischendurch mit einem Fenster ausgestattet ist. Bei diesem Tunnel stellen wir uns immer wieder vor, wie so etwas heutzutage gebaut würde und schon weiß man, warum damals die Investitionskosten innerhalb eines Jahres wieder hereingekommen sind. Heutzutage müsste der Untergrund ebener sein, die Durchgangshöhe müsste auch für Riesen geeignet sein und eine Beleuchtung wäre natürlich auch selbstverständlich. Zum Glück hat man diesen Weg schon damals angelegt, so ist ein bisschen Abenteuer mit eingebaut.
Nach 600 Metern erreicht man die grüne Wanderwegmarkierung grüner Strich, die hier das Tal der Kamenice (Kamnitz) quert. Hier verlässt man die restlichen Wanderer und steigt nach rechts auf dem Mezní můstek (Stimmersdorfer Steig) aufwärts. Der Weg führt zuerst durch eine Felsschlucht aufwärts und dann in einem dichten Wald (Stimmersgrund) weiter. Wenige Meter bevor der grün markierte Wanderweg den Waldrand erreicht, biegt nach rechts an den paar Häusern der Hájenky (Kuttelburg) der gelb markierte Strich gelber Strich ab, dem man folgt. Der Wanderweg führt parallel zum Waldrand noch ein Stück durch den Wald und dann kommt eine richtige Überraschung. Die Wanderung geht zuerst ein paar Meter am Golfplatz von Jonov (Jonsdorf) vorbei und dann führt der markierte Weg quer über das Grün. Wanderweg_ueber_Golfplatz_Jonsdorf_kleinAuf der Webseite des Golfclubs (www.golfjanov.cz) ist die Lage der einzelnen Fairways zu sehen und dass der Wanderweg zwischen der Bahn 3 und 4 verläuft. Für uns war es einerseits eine gelungene Abwechslung, im noch grauen Frühjahr über dieses satte Grün zu wandern, aber andererseits beobachtet man doch ziemlich aufmerksam die einzelnen Golfspieler um einen herum, um abzuschätzen, ob nicht doch so ein weißer Golfball angeschossen kommt. Die Wanderung führt durch ein kleines Wäldchen mitten auf dem Golfplatz. Da wir noch nie auf einem Golfplatz waren und vermutlich auch in Zukunft nicht wieder vorhaben, einen zu besuchen, waren wir aber trotzdem neugierig, wie hart denn so ein Golfball ist. Mit einem bisschen Glück haben wir in dem Wäldchen tatsächlich so ein weißes Bällchen gefunden und beschlossen, von so einem Geschoss wollen wir lieber nicht getroffen werden. Ganz besonders, wo es hinter dem Wäldchen quer über den Fairway Nr. 5 geht. Hier befindet sich der Abschlag auf der rechten Wanderwegseite.
Nachdem diese interessante Abwechslung gemeistert und man wieder über das umgrenzende Zäunchen gestiegen ist, geht es am Rande des Spielfeldes entlang. Die Wanderung folgt immer noch der gelben Wanderwegmarkierung. Nachdem man den Golfplatz einmal überquert hat, erreicht man die Ortschaft Janov (Jonsdorf). Hier geht es bis zur Hauptstraße und auf der gegenüberliegenden Straßenseite gleich wieder aus dem Ort heraus. Auf der westlichen Seite von Janov (Jonsdorf) passiert man dann eine alte Windmühle, die sich in einem sehr gut gepflegten Zustand befindet. ehemalige_Windmuehle_Jonsdorf_kleinLeider fehlen der Mühle die Windmühlenflügel, aber selbst bei vollkommener Windstille auf der restlichen Wanderung zieht an diesem Punkt immer ein Windzug über die Felder. Hier hat in weit vergangenen Zeiten ein Müller die Natur aufmerksam beobachtet und für seine Zwecke einen sehr passenden Ort gefunden.
Jetzt beginnt langsam der Abstieg ins Elbe-/Kamnitztal. Das erste größere Stück erfolgt mit nur sehr leichtem Gefälle über ein paar Wiesen und dünne Wälder. Auch wenn man eigentlich immer der gelben Wanderwegmarkierung folgen sollte, so muss man wissen, dass sich der Weg nach etwas weniger als 2 Kilometern (hinter der Mühle) gabelt, und man hier nach rechts gehen muss. An dieser Stelle ist irgendwie die Wanderwegmarkierung verloren gekommen. Blick_vom_Elisalex-Felsen_auf_Kamnitz_kleinDanach führt die Wanderwegmarkierung in die Richtung des Labská vyhlídka (Elisalex-Felsen). Blick_vom_Elisalex-Felsen_auf_Elbe_kleinAuf dieser Ecke zwischen Elbe und der Kamenice (Kamnitz) sollte zu der Zeit von Fürst Edmund Clary-Aldringen eine Sommerresidenz gebaut werden, was aber aus Geldmangel ausblieb. Wenn man auf dieser Aussicht steht, kann man sich aber schon sehr gut vorstellen, wie wunderschön ein Gebäude hier wäre. So aber können heutzutage auch Wanderer diesen Ausblick in die beiden Täler genießen. Was an dieser Aussicht wirklich ungewöhnlich ist, dass sich hierhin fast kein anderer Wanderer verirrt. Besonders komisch ist diese Einsamkeit, wenn man nur ca. 100 Meter Luftlinie von großen Besuchermassen bei den Ständen der Vietnamesen entfernt ist.
Von diesem schönen Platz geht es jetzt über so einige Serpentinen runter nach Hřensko (Herrnskretschen). Der Wanderweg endet mit einer Holztreppe (Vorsicht: furchtbar stolperanfälliges Stufenmaß, unbedingt gut festhalten!) an der Elbestraße zwischen den Verkaufsständen. Um wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung zu gelangen, empfiehlt sich die Straße zwischen den Verkaufsständen neben der Kamenice (Kamnitz). Wir staunen immer wieder über die Artikel, die von den Vietnamesen hier verkauft werden, aber irgendwie gibt es anscheinend reichlich Käufer für diese Ware. Immerhin gibt es diese Stände, zwar in geringer werdender Zahl, schon seit ein paar Jahrzehnten. Spätestens mit der kleinen Kirche wird es dann aber wieder ruhiger und bald ist der Ausgangspunkt der Wanderung Edmundsklamm erreicht.
Damit ist eine für uns vollkommen überraschend schöne Wanderung zu Ende gegangen. Nicht nur, dass wir uns über den herrlichen Anblick des Kamnitztals bei Sonnenschein, die ungewöhnlich geringe Anzahl Besucher im Klamm, den abwechslungsreichen Weg über den Golfplatz und den Ausblick von der Aussicht Elisalex-Felsen gefreut haben. Es war eine rundum perfekte Wanderung.

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Einsiedel

Diese Wanderung ist durch die Überlegung entstanden, dass Rugiswalde so nah an der Grenze liegt und bestimmt eine ehemalige Straße rüber nach Horní Poustevna (Ober-Einsiedel) führt. Das wollte ich mir mal ansehen. Außerdem hatte ich schon mehrmals davon gelesen, dass in naher Zukunft die Bahnverbindung zwischen Sebnitz und Dolní Poustevna (Nieder-Einsiedel) wieder aktiviert werden soll. Auch dies erschien mir ansehenswert. Also geht es los:
Der Startpunkt liegt in Rugiswalde am Todesteich_Rugiswalde_kleinkleinen Teich. Dieser Parkplatz ist sehr einfach zu finden, da man auf der abknickenden Dorfstraße genau auf diesen Parkplatz drauf zu fährt. Dieser Platz hat gleich drei erwähnenswerte Besonderheiten: Zuallererst eine kleine Stele mit dem eingravierten Text “In der gesetzlosen Zeit wurden hier am 15. Mai 1945 erschossen: Willy Trepte, Emma Trepte, Erfried Schuster, Max Thonig, Hans Winkler, Julius Liebing, Wolfgang Lücke. Gewidmet im Mai 2005”. Zuerst dachte ich, das müssten auch Teilnehmer am sogenannten Todesmarsch sein, aber dieser war in der Zeit von 20. – 22. April in der Nähe von Rugiswalde. Das zweite Erwähnenswerte dieses Ortes ist der kleine Teich. Zu diesem Teich gibt es die Sage, dass an der Stelle früher das Kirchlein der Ortschaft Frohnau stand. Über der Ortschaft soll ein Fluch gelegen haben und so soll der Ort in der Tiefe verschwunden sein. Zuweilen soll man die Kirchglocke vom Grunde des Teiches hören. Nach diesen eher düsteren Sachen gibt es auch noch einen sehr erfreulichen Punkt aus der Neuzeit. Rechts neben dem Parkplatz sind einige kleinere als auch größere Bäume gepflanzt. Diese Bäume tragen alle ein nettes Schild mit Kindernamen und deren jeweiliges Geburtsdatum. Diese Idee mit den sogenannten Geburtsbäumen empfinde ich als eine sehr tolle Sache und hoffentlich wird es lange als ein Brauch weitergeführt.
Nach diesen ersten paar interessanten Punkten schon am Start geht die Wanderung auf der Dorfstraße nach links ins Dorf hinein. Nach ungefähr 400 Metern erreicht man einen sehr nett Dorfplatz_Rugiswalde_kleinhergerichteten Dorfplatz mit einem ziemlich schmucken Informationshäuschen. Gleich dahinter befindet sich am rechten Hang der Skilift von Rugiswalde. Ich finde es immer wieder erstaunlich, einen Skilift im Bereich Skilift_Rugiswalde_kleinder Sächsischen Schweiz zu finden, denn in den letzten Jahren ist das Schneeaufkommen doch ziemlich armselig, aber mindestens in Rugiswalde und Sebnitz gibt es noch gute Geister, die solch eine Anlage pflegen und am Leben erhalten. In Rugiswalde scheint man aber auch der Natur ein bisschen nachzuhelfen, da links von der Skipiste eine Schneekanone steht. An der untersten Säule des Skiliftes hängt ein Schild mit folgenden technischen Daten: Skilift HLB 15,5; Massensporthang Rugiswalde; Technische Daten; Hersteller IG Liftbau BSG Fort. Neustadt; Baujahr: 1988; Fabr.-Nr.: 1; Geschwindigkeit m/s: 2,6; Anzahl der Gehänge: 32; Förderleistung 600 Personen/h; Liftlänge: 310 m; Höhenunterschied: 70 m. Die Wanderung führt weiter durch das Dorf, bis am unteren Ende des Dorfes die Grenze erreicht wird. Seit Tschechien zu den Schengener Staaten gehört, braucht man sich keine Gedanken mehr zu dem Grenzübergang machen. Hier darf man einfach so darüber wandern. Im Frühjahr 2008 lagen noch ein Felsbrocken und eine Barriere im Wege, aber das wird sich in der nächsten Zeit bestimmt noch ändern. Der Forstweg fällt gemächlich bis zur Ortschaft Horní Poustevna (Ober-Einsiedel) ab. Horní Poustevna (Ober-Einsiedel) ist nicht gerade eine riesige Ortschaft und man erreicht die Hauptstraße am einzigen bunten Farbtupfer, der Tankstelle. Wenige Meter bevor man die Hauptstraße erreicht, geht nach rechts ein Feldweg hinter dem ersten Haus den Hang wieder hoch. Da ich nichts besonders Interessantes in Horní Poustevna (Ober-Einsiedel) entdeckt habe, geht es auf diesem Weg schon wieder aus der Ortschaft heraus. Mit ziemlich der gleichen Steigung, wie es eben runter auf das Dorf zu gegangen ist, geht es jetzt wieder nach oben. Auch wenn dieser Teil des böhmischen Waldes überhaupt keine Wanderwegmarkierung besitzt, ist es relativ einfach, den Weg zu finden. Ziemlich verwunderlich ist, dass auf einmal, mitten im Wald, an einer Lichtung ein ziemlich ordentliches Haus steht. Wer auch immer hier im einsamen Wald wohnt, der hat auf jeden Fall eine wunderbare Ruhe. Selbst Wanderer dürften hier kaum vorbeikommen, zumindest ist mir auf der ganzen Strecke zwischen den beiden Einsiedel-Orten keiner begegnet. Der Aufstieg ist beendet an einer auffälligen Futterkrippe_Gerstenberg_kleinFutterkrippe. Hierbei handelt es sich einerseits um eine normale Futterkrippe, wie man sie auch überall in Deutschland im Wald findet, und ein ordentlich gebautes Holzhaus, das anscheinend als Heulager benutzt wird. Diese Schuppen habe ich schon einige Male in der Böhmischen Schweiz gesehen und mich darüber gewundert, wie ordentlich die Dinger gebaut sind. Diese Wildfütterungsstelle steht sehr gut sichtbar gleich neben dem Weg und hier geht es nach links den Hang wieder abwärts. Auch dieser Abstieg ist einfach zu finden, nur einmal nach 400 Metern sollte man nicht dem verführerischen Weg geradeaus folgen, weil man sonst wieder am Ausgangspunkt bzw. dem einsamen Waldhaus herauskommt. Hier empfiehlt sich also, nach rechts abzubiegen. Nach einer ganz angenehmen Waldwanderung erreicht man die Teich_Nieder_Einsiedel_kleinTeiche bei Dolní Poustevna (Nieder-Einsiedel). Ob diese Teiche außer zum Angeln auch noch als Badeteiche benutzt werden, war leider im Frühjahr 2008 bei 7° Grad Außentemperatur nicht so richtig zu erkennen. Aber der Rand des Teiches deutet ein bisschen darauf hin. Wenn man dem Weg nach links folgt, erreicht man den Bahnhof_Nieder_Einsiedel_kleinBahnhof von Dolní Poustevna (Nieder-Einsiedel). Hier war ich wirklich überrascht. Der Bahnhof ist für solch eine kleine Ortschaft wirklich riesig. Er hat zwar nur einen Bahnsteig, was aber bei einer Sackgasse an Bahnlinie nicht wirklich verwunderlich sein sollte, aber an der größten Stelle befinden sich immerhin 5 Gleisstränge. Diese sind anscheinend früher für den Güterverkehr genutzt worden. Heutzutage sehen die ehemaligen Lagerhallen verlassen, aber immer noch gepflegt aus. Am Ende der Bahngleise kann man gut sehen, wo früher die Bahnverbindung nach Deutschland weiterging. Die ehemalige Bahntrasse ist immer noch deutlich zu sehen, obwohl sie ziemlich zugewuchert ist und ein Teil der Schienen und Schwellen herausgerissen worden sind. Hier empfiehlt es sich aber nicht, weiter zu gehen, da es anscheinend dann in Deutschland nur noch den weiteren Weg über die befahrene Bahnlinie gibt. Das möchte ich natürlich niemanden empfehlen und so geht es wieder ein kleines Stück bis zu den Teichen zurück. Hier zweigt nach ca. 200 Metern ein Weg nach links ab. Damit erreicht man eine kleinere Schrebergartenanlage in Deutschland. Diese Gärten liegen noch vor der deutschen Bahnlinie und sind ganz gut von den Teichen aus zu sehen. Ein kleines Zick-Zack über die Wiese verkürzt den Weg ganz angenehm. An der Kleingartenanlage sieht man auch noch ziemlich deutlich die Grenzbefestigungen, damit keiner den Weg mit dem Auto gleich durch bzw. an den Gärten entlang wählt.
Am Ende der Gärten befindet sich ein unbeschrankter Bahnübergang und schon ist man auf der äußersten Straße (Dr.-Steudner-Straße) von Sebnitz angekommen. Dieser folgt man ein kleines Stück nach rechts, bis sich die erste Möglichkeit bietet, nach links auf die Parallelstraße zu kommen. Dieser (Dr.-Hesse-Straße) folgt man nach rechts bis zum Ende. Hier steigt der Weg hoch zum Finkenberg. Der Aufstieg bewirkt zwar schon wieder einige Höhenmeter, aber entlohnt auch mit einer sehr netten Aussicht über Sebnitz in die Hintere Sächsische Schweiz. Oben auf dem Finkenberg befindet sich die Finkenbaude (www.finkenbaude.de), die mit ihrer schönen Terrasse zum Verweilen einlädt. Spätestens ab der Finkenbaude ist die Wanderung mit dem blauen Strich blauer Strich markiert und damit geht es nach dieser schönen Aussicht wieder den Berg herab. Der Weg führt ziemlich parallel zur Fahrstraße zwischen Sebnitz und Neustadt durch den Wald entlang. Kurz bevor man die Bahnlinie mal wieder über- bzw. unterquert, stößt man neben dem Kreiskrankenhaus auf ein Haus_ohne_Fenster_in_Dr-Steudner-Strasse_kleinKinder- und Jugendwohnheim und ein wirklich überraschendes Haus. Dieses Haus steht ein bisschen unterhalb der Dr.-Steudner-Straße und hat einen sehr schön gepflasterten Hof. Wenn man ganz genau hinsieht, dann entdeckt man, dass überhaupt keine Fenster im Haus enthalten sind, sondern nur angemaltes Holz. Selbst wenn man wenige Meter vor dem Haus steht, fällt einem das überhaupt nicht auf. Sehr nett gemacht und ganz sicher besser als eine Ruine mit zerstörten Fenstern. In diesem Zustand war das Haus im Frühjahr 2008. Im Haustürsturz befindet sich die Jahreszahl 1805.
Der Weg geht weiter unter der besagten Bahnlinie drunter her und dann durchquert man die Sportanlage „Solivital“. Der Wanderweg geht wirklich quer durch das Sport- und Freizeitzentrum und die einfachste Orientierungshilfe ist der hohe Zaun des Fußballfeldes. In der hinteren rechten Ecke des Fußballfeldes verlässt der markierte Wanderweg das Sport- und Freizeitzentrum und steigt ziemlich steil ein letztes Mal den Berg hoch. Der Aufstieg hoch auf den Gerstenberg ist der steilste in dieser Wanderung, aber mit einem gemächlichen Tempo ganz gut zu schaffen. Nach 200 Metern Aufstieg erreicht man ein Hinweisschild auf den Peststein_Sebnitz_kleinPeststein. Diese eher unscheinbare Felsmurmel liegt 100 Meter abseits des Wanderweges im Wald. An ihr steht ein Gedenkstein mit der Aufschrift “Allhier ruhet in ihrem Erlöser Jesu Christo sanft und selig die Weyland viel Ehr und Tugend belobte Frau Maria Wunderlichin geborene Schusterin aus dem Gerichte von Rugiswalde des weyl. Ehr und Wohlgeachteten Mstr. Wunderlichs allhiesigen Bürgers und Schneiders liebgewesenes Eheweib welche in der damaligen Gantagion 1680 d.17. Augusti hier auszen in einer Hütten verstorben und alleine aus dieser Stadt ihr Leben sel. Beschlossen ihres Alters 31 Jahr 3. Monat …”(ab hier kann man den Stein nicht mehr lesen).
Die Wanderung geht wieder zurück auf den markierten Wanderweg und damit den Berg weiter hoch. Auf der linken Hangseite fallen immer wieder seltsame Steinhaufen auf. Ich glaube nicht, dass die von der Natur so dort hingestapelt worden sind, aber wozu sie denn dienten, erschließt sich mir leider nicht. Der blau markierte Weg geht auf der Rückseite der ehemaligen Gaststätte Stiller Fritz vorbei. Eigentlich ist es sehr schade, dass diese Gaststätte nicht mehr besteht, denn ich könnte mir doch ziemlich gut vorstellen, dass bei dem Verkehrsaufkommen doch der eine oder andere Autofahrer oder Biker hier anhält. Ganz besonders, wenn man die Aussicht runter in die Hintere Sächsische Schweiz feststellt. Mir war es bis zu dieser Wanderung auch noch nicht aufgefallen, aber man kann genau an der Gaststätte zwischen zwei Bergrücken runter ins Tal blicken. Die Wanderung führt die letzten paar Meter an der Zufahrtsstraße von Rugiswalde entlang, bis man den Ausgangspunkt der Wanderung erreicht hat. Damit ist die Wanderung Einsiedel zu Ende gegangen. Eigentlich ist sie nicht besonders zu empfehlen. Einerseits ist fast nichts besonderes auf der Strecke zu sehen und andererseits ist es an so mancher Stelle etwas sehr schwierig, den richtigen Weg zu finden. Dafür geht 1/3 des Wanderweges durch einen wunderbar ruhigen Wald, und dieses Stück macht den eigentlichen Reiz der Strecke aus.

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