Birkenberg

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unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,00 h
Entfernung:
ca. 7,50 km
Höhenunterschied:
ca. 185 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Ehrenberg - Steinberg - Raumberg - Krumhermsdorf - Schwarzbachtal - gelber Strich - Schmalspurbahntrasse - Ehrenberg

Birkenberg

Zuerst mal das Wichtigste vorne weg: dies ist keine Wanderempfehlung, sondern ein Erfahrungsbericht zum Wandern im nördlichen Teil von Ehrenberg. Wer eine ordentliche Wanderempfehlung sucht, sollte lieber auf der anderen Seite von Ehrenberg wandern gehen.
Ich habe mal wieder die Mädels zum Reiten beim Andershof (www.anders-hof.de)  weggebracht und wollte die Wartezeit mit einer kleinen Wanderung im nordöstlichen Teil von Ehrenberg verbringen. Vor jeder Wanderung schaue ich mir erst die Runde auf einer Wanderkarte an und meistens erstelle ich mir sogar auch die GPS-Strecke. So brauche ich in der Natur nicht ganz so viel über die Strecke herumrätseln. Genau das habe ich auch bei dieser Wanderung zum Birkenberg gemacht und deshalb sollte diese kleine Runde überhaupt kein Problem sein. Der Startpunkt liegt im Zentrum von Ehrenberg und von dort geht es die ersten paar hundert Meter auf der Straße in Richtung Lohsdorf (also bergabwärts). Auf der rechten Straßenseite kann man immer noch den alten Bahndamm der Schmalspurbahn entdecken und als Bürgersteig benutzen. Zwischendurch führt die ehemalige Bahnstrecke an dem Bahnhofsgebäude vorbei, das witzigerweise auch heute noch der Bundesbahn gehört (zumindest deuten die Schilder so etwas an). Eigentlich sollte ein paar Meter hinter dem Bahnhofsgebäude nach links ein Feldweg abbiegen, in der Praxis ist an der Stelle ein ehemaliger Bauernhof, aber irgendwie kein Weg zu sehen. Selbst wenn man an den Gebäuden vorbei blickt, ist nichts Begehbares zu entdecken und deshalb muss die Wanderung noch ein paar hundert Meter weiter bis zur Fahrstraße nach Krumhermsdorf weiter gehen. Na ja, die Realität  kann sich schon mal im Verhältnis zum Zeitpunkt der Kartenerstellung ändern.
Auf der nächsten nach links abbiegenden Straße muss man ein kleines Stückchen von ¼ Kilometer wandern, bis nach links hinter den letzten Häusern ein Feldweg abbiegt. Der Weg steigt leicht an und führt über einige Felder und Wiesen. In diesem Bereich trifft man normalerweise kaum irgendjemanden. standard_Hochsitz_bei_Ehrenberg_kleinIch vermute mal, dass das abends anders ist, da mir noch nie eine Stelle begegnet ist, an der mehr Hochsitze als hier stehen. Die Wiesen und Felder sind eigentlich so gut überblickbar, dass viel weniger Hochsitze notwendig wären, aber vermutlich unterschätze ich die Gewehre oder die Sehfähigkeiten der Jäger. Auf jeden Fall geht es über die großen Wiesen leicht ansteigend aufwärts, bis der breite Feldweg in den Wald verschwindet. Genau an dem Waldrand sollte denn auch ein Feldweg abbiegen und tatsächlich war hier ein Weg gut sichtbar. Dieser Feldweg sollte laut Karte bis auf die andere Seite der Wiese bzw. noch ein kleines Stück durch den Wald gehen. Tja, nur leider sah auch hier die Praxis mal wieder ganz anders aus. Der vorhandene Feldweg endete blöderweise an einem Hochsitz. Da ich aber dachte, dass vielleicht der Feldweg durch die Ackerarbeiten eines Bauern verschwunden ist, bin ich gleich mal am Feldrand/Waldrand weiter gewandert. Blöderweise wurde der Untergrund hinter dem Feld aber nicht besser, sondern wechselte in eine ordentlich sumpfige Wiese. Aber zurückgehen ist was für Schwächlinge und so bin ich in die Pfad_neben_Schwarzbacharm_kleingeplante Himmelsrichtung weiter gewandert. Überraschenderweise tauchte dann tatsächlich ein Pfad neben einem Bachlauf (ein Ausläufer des Schwarzbaches) auf. Na also, dann geht es halt auf diesem unbekannten Weg weiter. Seltsamerweise passierte ich schon nach wenigen Metern eine wilde Müllkippe, aber praktisch kann das ja nur ein gutes Zeichen sein, dass Zivilisation nicht mehr weit entfernt ist und tatsächlich standen links oben am Hang die ersten Häuser von Krumhermsdorf/Neuhäuser. Ich hätte mich auch auf dem Weg rüber zur Dorfstraße machen können, aber der Pfad führte immer noch am Waldrand und dem Bachlauf entlang und so bin ich weiter hier entlang gewandert. Nach 600 Metern hörte der Pfad tatsächlich mal wieder im Nichts vor einem Weidezaun auf. Die Straße war aber sehr gut sichtbar ein paar wenige Meter entfernt und so ging es quer über die Wiese runter zur Straße. Ich habe diese Straße genau am letzten Haus betreten und gestaunt, dass hier unten im Tal so eine ordentlich asphaltierte Straße lang läuft. Die eigentliche Dorfstraße ist vorher den Hang auf der gegenüberliegenden Talseite hoch gestiegen.
Nach einem angenehmen Stück von etwas weniger als ½ Kilometer stößt die Wanderung auf die bekannte Fahrstraße zwischen Ehrenberg und Krumhermsdorf. Der Weg verläuft parallel zum Schwarzbach und ist mit dem gelben Strich gelber Strich markiert. Der markierte Wanderweg führt nur ein kurzes Stück von 100 Metern über die Fahrstraße und biegt dann gleich nach rechts ab. Der Weg sieht eigentlich so aus, als wenn es sich nur um die Zufahrt zu dem ersten Haus von Krumhermsdorf handelt, aber tatsächlich führt der Wanderweg rechts neben dem Haus weiter am Schwarzbach entlang. Noch vor dem nächsten großen Haus geschlaengelter_Schwarzbach_kleinbiegt der markierte Wanderweg nach rechts ab und es geht weiter am Schwarzbach. Der Bachlauf ist wirklich interessant, weil er sich hier immer mal wieder einen neuen Verlauf ausdenken darf. Natürlich sind die Rahmenbedingungen durch die Hänge gegeben, aber trotzdem werden immer mal wieder neue Schleifen gebildet.
Nach ein paar Metern durch das Tal stößt man auf gleich mehrere gelbe Warnschilder mit so interessanten Inhalten wie: „Privatgrundstück; Betreten auf eigene Gefahr!“ oder noch besser: „Vorsicht!! freilaufender Bulle! LEBENSGEFAHR.“ Da aber der Weidezaun hier offen stand, machte ich mir keine weiteren Sorgen, auch wenn meine Jacke leuchtend rot war. Der Weg ist sehr angenehm zu wandern und zwischendurch lädt auch noch eine Bank zu einer Rast ein.
Nachdem man den Wald erreicht hat, sollte eigentlich nach rechts ein Weg auf den Birkenberg abbiegen, aber der gesamte Hang zeigt noch nicht mal eine Andeutung an Pfad und so bin ich den bekannten kleine_Bruecke_von_Schmalspurbahn_kleinund markierten Weg weiter gewandert. Bald erreichte der Waldweg die Bahndamm_Schmalspurbahn_Ehrenberg-Lohsdorf_kleinFahrstraße zwischen Ehrenberg und Lohsdorf, auf der es ein paar Meter in Richtung Lohsdorf weiter geht. Auf so einer Straße mit Leitplanken links und rechts macht das Wandern überhaupt keinen Spaß, aber zum Glück waren es auch nur 200 Meter, bis nach rechts der markierte Weg abbog. Hier geht es noch ein paar wenige Meter auf der gelben Wanderwegmarkierung weiter, bis nach rechts der ehemaligen Bahndamm der Schmalspurbahn abbiegt. Auf diesem sehr angenehmen Weg geht es jetzt wieder zurück nach Ehrenberg.
Ich bin überrascht, dass mich eine Wanderkarte auf einer so kurzen Strecke gleich drei Mal so ordentlich hereinlegen kann und damit ist ein ganz bestimmter Wanderkartenverlag mal wieder sehr unangenehm aufgefallen.

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    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Ehrenberg Schule mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Ehrenberg Ortmitte

Brand Wanderung

Diese Strecke ist das Gegenstück zum Spaziergang über die Brandstraße. Der Startpunkt ist der Wanderparkplatz am Ende des Polenztals. Dieser Parkplatz trägt den Namen Frinzthalmühle und befindet sich gleich an der Straße zwischen Bad Schandau/Porschdorf und Hohnstein.
Die Wanderung geht durch das sehr ruhige untere Polenztal bachaufwärts. Floessrechen_im_Polenztal_kleinDer Weg ist mit dem roten Punkt roter Punkt markiert. Mich verwundert immer wieder, dass auf diesem breiten Forstweg und bei der wunderbaren Natur in dem Tal fast kein Wanderer unterwegs ist. Ein paar Meter hinter der ehemaligen Mühle befindet sich ein neu gebauter Flussrechen, der die Ortsteile unterhalb des Polenztals, also Porschdorf und Rathmannsdorf, vor Treibholz schützen soll. Dieser Fangrechen ist im Jahr 2001 gebaut worden und hat im Frühjahrshochwasser 2005 gute Dienste geleistet. Nach ca. 1,5 Kilometer verlässt man den markierten Wanderweg an der Stelle, an der der markierte Weg auf die andere Bachseite rüber geht. Wenn man vorher noch irgendjemanden auf dem Weg getroffen hat, dann ist dies auf dem kommenden Teilstück vollkommen unwahrscheinlich. Fundamente_Polenztal-2_kleinZwischen dem Weg und dem Polenzbach befinden sich noch alte Fundamente aus dem 2. Weltkrieg. Was auch immer sie bedeuten, ich habe etwas von einem Tanklager oder von einem Hydrierwerk zur Erzeugung von Treibstoffen gehört. Fundamente_Polenztal-1_kleinAuf jeden Fall ist es irgend etwas sehr Schweres gewesen, weil man sonst nicht solche Fundamente gießen muss. Der breite Forstweg führt bis zum Gasthaus Waltersdorfer Mühle. Ab der ehemaligen Mühle ist der Weg mit dem Wanderwegkennzeichen roter Strich roter Strich markiert. Dieser Wanderwegmarkierung folgt man jetzt nach rechts den Berg hoch. Der Aufstieg erfolgt durch den Schulzengrund. Bei einigen anderen Wanderwegbeschreibungen wird immer der Weg über die Brandstufen empfohlen. Ich selber finde den Weg durch den Schulzengrund viel angenehmer, da man die Höhenmeter bis auf den Brand über eine längere Strecke erreicht und damit die Steigung bei weitem nicht so anstrengend ist wie auf den 850 Brandstufen. Außerdem ist der Schulzengrund eine sehr ruhige Schlucht, die tatsächlich so aussieht, als wenn man hier die Natur sich selber überlassen hat. In der Schlucht stehen einige uralte Buchen mit gewaltigen Ausmaßen. Am Ende des Schulzengrundes erreicht man die Brandstraße, wobei die Bezeichnung Straße eigentlich etwas irreführend ist, da hier oben höchstens die Autos von den Gastwirten und evtl. Übernachtungsgästen des Brandes fahren. Auf der Brandstraße geht es nach rechts, weiterhin auf der roten Wanderwegmarkierung, bis vor zur Brandaussicht. Diese ist ein wirklich schöner Platz. Irgendwann habe ich mal zu der Aussicht den Ausdruck gehört “Balkon der Sächsischen Schweiz”. Treffender kann man die Stelle kaum beschreiben. Vielleicht müsste man noch mit in den Namen bringen, dass man auf dem Balkon auch sitzen und sich mit einem kühlen Getränk erfrischen kann.
Bachdurchquerung_Tiefer_Grund-1_kleinNachdem man sich satt gesehen hat, geht es weiter auf dem roten Strich. Der Weg führt jetzt über die schon besagten 850 Stufen den Berg wieder hinunter. Bevor man sich aber die Stufen runter bewegt, sollte man erst noch einen kleinen Abstecher nach links zur Aussicht Hafersäcke machen. Von hier kann man sehr gut auf den Waitzdorfer Berg und die Waitzdorfer Wände blicken. Die Aussicht ist normalerweise angenehm ruhig und liefert einen schönen Blick auf die Felsen des Tiefen Grundes. Wie schon gesagt, jetzt geht es die Stufen runter. kleine_Bruecke_im_Tiefen_Grund_kleinUnten im Tal angekommen, geht es nach rechts auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich. Seit Frühjahr 2005, zumindest habe ich es dann erst entdeckt, führt der Wanderweg nicht mehr auf der Straße, sondern schlängelt sich an der rechten Seite des Baches am Hang entlang. Ein bisschen schade ist, dass die ursprüngliche Form des Pfades jetzt doch in eine “Standardform” mit kleinen Brücken geändert worden ist. In den ersten Jahren nach der Erstellung wurde der Bach noch auf großen Steinklötzen überquert, aber diese sollen durch einen Starkregen weggespült worden sein. Jetzt geht es gleich mehrmals auf ganz normalen kleine Brücken über den Bachlauf. Blöderweise sind die Standardfichtenbalken aber auch nicht als Brückenkonstruktionshölzer geeignet, sodass die Brücken einer überraschend häufigen Pflege/Reparatur bedürfen. Trotzdem ist es sehr lobenswert, dass dieser Pfad angelegt worden ist. Am Ende dieses Teilstücks erreicht man den Ausgangspunkt der Wanderung.

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alter Malerweg Teil 1

Start der Wanderung ist die Friedenlinde in Lohmen. Man sollte sich nicht täuschen lassen, die Friedenslinde ist der kleine Baum in der Mitte des Platzes. Die Linde in dem Vorgarten ist, laut der Hausbesitzerin, zwar noch älter, aber halt nicht die Friedenslinde. Leider hat an der Ursprungslinde der Zahn der Zeit stärker genagt und deshalb gibt es jetzt diesen kleinen Nachfolger. Die Wanderung geht auf der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich aus dem Dorf heraus. Zuerst geht der Weg über ein Feld, auf dem man erstklassig nach Pirna rüberblicken kann, dann muss man nur die Straße nach Wehlen überqueren und leider danach ein kleines Stück auf einer Straße weiterwandern. Zum Glück ist es nur die Zufahrtsstraße der kleinen Ortschaft Uttewalde und damit ist der Verkehr nur sehr gering. Felsentor_Uttewaldergrund_2_kleinDer markierte Weg führt quer durch die Ortschaft, gleich runter in den Uttewalder Grund. Der Abstieg in das Tal erfolgt über eine schmale Treppe. Im Grund angekommen geht es nach rechts, auf der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich weiter. Der Uttewalder Grund ist ein sehr schönes Tal der Sächsischen Schweiz. Dadurch dass die Felswände sehr nah beieinander stehen, ist das Klima in der Schlucht immer etwas frischer als draußen. Die Flora hat sich dieser kühleren Umgebung angepasst. Sehr unterhaltsam ist, dass an einigen Felsen irgendwelche in Tafeln in den Stein gemeißelt sind. So ist gleich beim Einstieg in den Grund eine Gedenktafel für den Heimatdichter Bruno Barthel (1885 – 1958). Ein paar Meter weiter befindet sich eine Inschrift im Felsen für einen Gust. Heynholds (1862). Der Höhepunkt dieser Tafel- Orgie ist der Freundschaftstein am Ende des Grundes. Hier sind gleich einige kleinere Tafel in den Felsen gemeißelt. Bevor man aber am Ende des Grundes ankommt, passiert man aber noch das Felsentor. Hier sind vor weit vergangenen Zeiten mehrere Felsblöcke in die Schlucht gestützt und kurz vor dem Boden hängen geblieben. Diese Stellen sind von einigen Malern auf Papier festgehalten worden. Bis jetzt sind mir drei Maler bekannt, Ludwig Richter (1803-1884), Franz Hablitschek (1824-1867) und Caspar David Friedrich (1774-1840). Im Gegensatz zu einem eiligen Foto sehen diese gemalten Bilder immer viel schöner aus und fangen den Grund viel besser ein. Am schon beschriebenen Freundschaftsstein geht es weiter ins Tal hinunter, jetzt aber auf der nächsten Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt.
Der Weguntergrund wandelt sich von einem kleinen Weg in einen gut ausgebauten Forstweg und im unteren Teil des Wehlener Grundes in eine asphaltierte Fahrstraße, die aber für den normalen Straßenverkehr gesperrt ist. Wer lieber auf einem kleineren Pfad, als auf dem Asphalt weiterspazieren möchte, der hat ab dem Beginn des Fahrstraße einige Hundert Meter die Möglichkeit auf der rechten Bachseite über einen Pfad zu spazieren. Der Weg führt über eine kleine Brücke wieder zurück auf die Straße. Der Pfad ist auch ganz hervorragend dazu geeignet, dass Kinder auf dem Pfad toben und die Eltern das Geschehen von der Straße beobachten können. Die Ortschaft Wehlen erreicht man oberen Ende, wo eine Informationstafel noch mal über den Uttewalder Grund ein paar Details darstellt. Wenn man sich vor der Brücke über den Bachlauf links hält, dann erreicht man den Marktplatz ohne auf einer echten Fahrstraße unterwegs zu sein.
Habe_in_Wehlen_kleinDen Marktplatz überquert diagonal man, um rechts neben der Kirche auf das Elbeufer zu stoßen. Auf dem Elbeweg geht es flussaufwärts. Von dem Weg hat man einen sehr schönen Blick in das Elbetal vor sich. Am linken Wegesrand steht noch ein altes Bauwerk, das die Häuser von Wehlen vor Eisgang und Treibgut bei Hochwasser schützte. Dieses Bauwerk wird Habe genannt. Es geht noch ein paar Meter weiter über den Elbeweg, bis zum letzten Haus, dass gleich am Weg steht. Hinter dem Haus geht es nach links den Hang hoch. Ausgeschildert ist der Weg mit Hinweis auf den Schwarzberggrund, den Steinernen Tisch und die Bastei. Elbeblick_von_Rathen_kleinDer Weg geht ungefähr 250 Meter den Berg hoch, bis nach rechts der Haldenweg abzweigt. Dieser Pfad ist ein relativ unbekannter Weg der vorderen Sächsischen Schweiz und dadurch auch sehr leer. Der Pfad führt die ganze Zeit an der Unterseite der Weißen Brüche entlang. Wirklich überraschend finde ich immer wieder auf dem Pfad, welche Mengen an kleinen Häusern hier oben herumstehen. Ich schätze mal, dass die alle irgendwann mal was mit den Steinbrüchen im Hintergrund zu tun hatten und heutzutage als nette kleine Wochenendhäuser genutzt werden. Nur wenige von denen sehen wirklich unbewohnt aus. Ich stelle es mir immer etwas sehr anstrengend vor, zu den Häuschen seinen Wocheneinkauf hoch zu zerren. Kurz vor der Ortschaft Rathen kommt der Haldenweg wieder auf den Elbeweg herunter. Damit sieht man, dass man auch von Wehlen nach Rathen einfach nur auf dem Weg hätte weiterspazieren können, aber das macht überhaupt keinen Spaß und man müsste sich die ganze Zeit den Weg mit den Radfahrern teilen.
In Rathen erreicht man wieder mal einen markierten Wanderweg. Es geht nach links auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich ein paar Meter am Bachlauf entlang. In Rathen merkt man deutlich, dass man hier auf ganze Touristenhorden eingestellt ist. Es gibt einige kleiner Gaststätten und eine ganze Ansammlung von diesen Souvenirläden. Ganz besonders viel Betrieb ist in der Ortschaft, wenn in der Felsenbühne Rathen (www.felsenbuehne-rathen.de) irgendetwas Tolles ausgeführt wird. Am Hotel Amselgrundschlösschen (www.amselgrundschloesschen.de) geht es nach links den Berg hoch. Der Weg steigt über einige Stufen zur Bastei auf. Die Bastei ist eine der Hauptattraktionen der Sächsischen Schweiz und das merkt man auch an den Besucherzahlen hier oben. Der Weg verläuft einmal über die alte Steinbrücke bis auf die andere Felsseite. Man folgt weiterhin der blauen Wegmarkierung und kommt schon nach sehr kurzer Zeit in ruhigere Bereiche des Basteigebiets. Die meisten Touristen treiben sich wirklich nur auf den asphaltierten Wegen herum und damit ist der weitere Weg in Richtung Schwedenlöcher wieder angenehmer. Felsentor_Schwedenloecher_kleinDer Bereich der Schwedenlöcher ist eine enge Felsschlucht, die wunderbar verschlungen vom Felsplateau herunterführt. Der Uttewalder Grund und die Schwedenlöcher haben einiges gemeinsam, beide sind eine sehr enge Schlucht, in beiden gibt es ein Felstor durch einen abgestürzten Felsen und beide besitzen das gleiche Klima.
Nachdem man die Schlucht der Schwedenlöcher hinter sich gelassen hat, erreicht man den Wanderweg zwischen dem Amselfall und dem Amselsee. ruhiger_Amselfall_kleinEs geht weiterhin auf dem blau markierten Weg nach links zum Amselfall. Der Amselfall ist ähnlich wie der Lichtenhainer Wasserfall einer dieser seltsamen Wasserfälle, die nur auf Aufforderung richtig sprudeln. Beide Wasserfälle werden von einer Gaststätte betrieben, aber nur der Amselfall hat auch noch eine Informationsstelle des Nationalparks. Der Weg verläuft weiterhin durch die Schlucht des Amselgrundes den Berg hoch. Am Ende des Aufstiegs erreicht man die Ortschaft Rathewalde. Hinter dem Parkplatz an der Kirche biegt man nach rechts ab, um dem Schild nach Hohnstein bzw. dem Hockstein zu folgen. Auf dieser Ortstraße geht es 160 Meter, bis die erste Straße wieder nach links abbiegt. Auf diesem Feldweg geht es hinter der Ortschaft in die Richtung der Fahrstraße zwischen Rathewalde und der Hocksteinschänke. An der Straße angekommen muss man leider ein paar Meter an der Straße entlang wandern. Vor dem Teilstück hat es mir ziemlich gegraut, da hier normalerweise starker Autoverkehr herrscht. Aber erfreulicherweise ist rechts neben der Straße ein neu angelegter Schotterpfad, damit ist dieses Teilstück dann doch gar nicht so schlimm gewesen. Der Pfad führt fast bis zur Hocksteinschänke. Die seltsame Kreuzung an der Hocksteinschänke muss man irgendwie diagonal überqueren. Ich empfehle gleich die erste Straße rechts zu gehen (also dem Schild Bad Schandau folgen) und dann die nächste Möglichkeit wieder nach links. Damit erreicht man die große Straße, die am Wochenende ihrem Namen alle Ehre macht: ehemalige Rennstrecke. Die Straße schlängelt sich mit zwei Spuren den Berg hoch und ist damit extrem beliebt bei Motorradfahrern. Von der Kreuzung muss man aber höchstens 100 Meter nach rechts bis zum Parkplatz gehen. Auf der anderen Seite des Parkplatzes startet der blaue Strich blauer Strich in die Richtung Hockstein. Der Hockstein ist erstklassiger Aussichtpunkt auf Hohnstein und das ruhige Polenztal. Normalerweise ist auf der Aussicht ziemliche Ruhe nur von Zeit zu Zeit werden auf dem Parkplatz Busladungen Touristen ausgekippt, die dann den Ausblick mit genießen.
Vom Hockstein erfolgt der Abstieg ins Polenztal durch die ziemlich lange Felsspalte. Hier hoffe ich immer, dass mir keiner entgegen kommt, sonst müsste mindestens einer in eine Ausweichposition verschwinden. Ganz besonders unterhaltsam dürfte es werden, wenn zwei Wandergruppen sich hier treffen sollten. Dann muss eine den Rückzug antreten. Bis jetzt hatte ich immer Glück, egal ob ich nach oben oder talwärts gegangen bin, es ist mir noch nie jemand entgegen gekommen. Der Weg führt auf einem eindeutigen Weg bis runter ins Polenztal. Unten angekommen folgt man weiterhin der Wanderwegmarkierung nach rechts. Bis zum Gasthaus “Zum Polenztal” ist der Weg ein breiterer Weg, der auch von Autos mitgenutzt werden darf. Hinter dem Biergarten der Gaststätte geht es nach links den Berg hoch in die Richtung Hohnstein. Der Weg steigt auf einem leicht holprigen Weg bis hoch zu den Wänden des alten Bärengeheges. Die alte Mauer ist auch heute noch sehr deutlich zu sehen. Der Wanderweg kommt unterhalb des Rathauses nach Hohnstein rein. Von dort folgt man einfachheitshalber der blauen Markierung weiterhin, um in einem kleinen Bogen durch die Ortschaft in die Richtung Brand geführt zu werden. Über die Brandstraße verläuft der weitere Wanderweg bis zur Brandaussicht. An der Aussicht hat man einerseits die Möglichkeit sich relativ billig zu erfrischen und ein paar Kalorien zu sich zu nehmen, andererseits das wichtigere, man hat einen fantastischen Ausblick ins Polenztal, nach rechts auf die vordere Sächsische Schweiz und nach links auf die hintere Sächsische Schweiz.
Nach dieser Pause geht es weiter auf der blauen Wegmarkierung. Wenn man von der Aussicht kommt, geht der Weg gleich hinter der Gaststätte nach rechts zu den Brandstufen. Dieser Abstieg zieht sich riesig lang hin, wenn man ihn bergaufwärts geht, da über 850 Stufen den Höhenunterschied bewerkstelligen. Zum Glück geht es nur die Stufen nur als Abstieg und so ist es bei weitem nicht so anstrengend. An der Fahrstraße im Tiefen Grund angekommen, geht der markierte Weg an der Straße entlang. Da ich diesen Weg einfach nicht so besonders toll finde, empfehle ich gleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf dem Ochelweg weiter zu gehen. Der Weg schlängelt sich die ganze Zeit oberhalb der beiden Straßen (Straße im Tiefen Grund und im Ochelgrund) an den Felsen entlang. Da der Weg ziemlich schlangenlinienförmig verläuft, ist der Weg natürlich länger. Wenn man unten auf der Straße entlang wandert, dann ist der Weg zwischen Brandstufen und Kohlmühle 3,5 Kilometer lang und wenn man oben über den Ochelweg wandert, dann ist Weg 4,8 Kilometer lang. Für diese Mehrkilometer von 1,3 Kilometer würde ich immer empfehlen auf dem oberen Weg entlangzugehen. Ganz besonders wo keinerlei Spuren von Malern im Bereich der Straße zu finden sind. Der Weg geht also oben über den Ochelweg, der leider keine Wanderwegmarkierung besitzt. Trotzdem ist der Wegverlauf super einfach, man geht einfach auf dem breiten Weg bis nach einiger Zeit die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich rechts den Kohlichtgraben herunter geht. Im Winter bilden sich im Kohlichtgraben riesige Mengen Eiszapfen. Diese Eiszapfen sind nicht so mächtig wie in der Gautschgrotte und damit für die Eiskletterer uninteressant, aber dafür sich es wirklich viele. Der Kohlichtgraben endet knapp oberhalb von Kohlmühle auf einer Straße. Auf dieser Straße geht es runter bis in die Ortschaft Kohlmühle. Gleich zum Anfang steht eine uralte Turmuhr. Normalerweise sind diese kleinen technischen Wunderwerke in irgendwelchen Gebäuden versteckt, aber hier steht eine in einem gläsernen Kasten mit einer sehr guten Erklärungstafel und so kann man sie hervorragend bestaunen.
Auch in Kohlmühle geht es auf der roten Wanderwegmarkierung weiter. Der Weg verläuft quer durch die kleine Ortschaft und geht knapp vor dem Linoleumwerk (www.likolit.de) über die Sebnitz und dann rechts neben den Bahnschienen entlang. Der Weg verläuft durch das sehr ruhige Sebnitztal. Zuerst noch eingegrenzt durch die Bahntrasse aber schon nach ein paar Metern geht es über mehrere große Wiesen und dann kurz vor der Buttermilchmühle den Berg das letzte Mal hoch nach Altendorf. In Altendorf endet die erste Etappe des Malerweges und kann aber über den Malerweg Teil 2 bis nach Schmilka fortgesetzt werden.
Diese Wanderung ist bis jetzt für mich die längste Wanderung mit den meisten Höhenmetern gewesen. Dabei sind das nur 30 Kilometer und mein Respekt vor den Leuten die innerhalb eines Tages 100 Kilometer schaffen wächst von Tag zu Tag. Aber die Strapaze hat sich gelohnt, da es doch sehr viele schöne Motive zu sehen gab. Ich war aber nach der Wanderung ziemlich kaputt und dachte eigentlich nicht, dass ich am nächsten Tag schon die zweite Etappe wandern könnte.

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Forstgraben

Auf diese Wanderung bin ich gekommen, als im Web gleich an mehreren Stellen bekanntgegeben wurde, dass der Eulengrund als Bergpfad markiert wäre. Es ist mir auch schon mal aufgefallen, dass der Forstgraben ganz blöde mitten auf der Straße durch den Tiefen Grund endet und man von dort nur sehr unangenehm auf der gut befahrenen Straße weiter wandern kann. Hier sollte mit dem Eulengrund eine brauchbare Alternative vorhanden sein. Überraschenderweise bin ich tatsächlich noch nie vorher durch den Eulengrund gegangen und das muss natürlich gleich mal geändert werden. Also geht es auf eine Erkundungstour.
Der Startpunkt liegt am Hohnsteiner Sportplatz. Von hier geht es auf der gegenüberliegenden Straßenseite den Schanzberg aufwärts. An dem Wohnhaus gegenüber des Sportplatzes geht man rechts vorbei. Blick_von_Napoleonschanze_zur_Hinteren_Saechsischen_Schweiz_kleinAuch wenn es so aussieht, als ob es nur ein Zugang zu dem Haus ist, so führt der Blick_ueber_Hohnstein_zum_Hohburkersdorfer_Rundblick_kleinFeldweg hinter dem Haus entlang und steigt dann über ein paar Weiden zum Schanzberg (die meisten Mitmenschen sprechen eher von der Napoleonschanze) hinauf. Nach den ersten paar Höhenmetern (genauer gesagt 45 Höhenmeter) erreicht man eine schöne und einfache Aussicht über die Vordere Sächsische Schweiz. Gleich mehrere Sitzplätze laden zum Verweilen und Genießen der Landschaft ein.
Nach dieser ersten schönen Stelle geht es weiter auf der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich nach links (Himmelsrichtung Süden) weiter. Meistens ist es so, dass quer über die große Wiese ein breiter Trampelpfad in die rechte hintere Ecke führt. Dort trifft man auch auf die grüne Wanderwegmarkierung, die sich am Waldrand entlang geschlängelt hat. Gleich in der Ecke der Wiese biegt nach links die grüne Wanderwegmarkierung auf den Ringflügelweg ab. Dieser Weg ist selbst bei Hochbetrieb in der Sächsischen Schweiz ganz selten begangen. Das ist wirklich ungewöhnlich, da der Waldweg sehr angenehm zu wandern ist. Nach etwas weniger als 1 ½ Kilometer wird die grüne Wanderwegmarkierung verlassen und es geht nach links auf der gelben Granitfelsen_am_Brandweg_kleinMarkierung gelber Strich in den Tiefen Grund hinunter. Auch dieser Abstieg ist recht angenehm zu wandern. Sehr ungewöhnlich ist, dass der Weg Brandweg heißt, denn eigentlich ist der Brand ziemlich weit davon entfernt. Auf dem Ringflügelweg und dem Brandweg kann man am Wegesrand und am Untergrund sehr gut erkennen, dass hier kein Sandstein, sondern Granit vorhanden ist. Auch sind die Täler viel mehr V-förmig als die U-förmigen des restlichen Sandsteingebirges.
Am Ende des Abstiegs erreicht man die Straße durch den Tiefen Grund, die aber nur überquert werden muss, um dann gleich gegenüber die gelbe Wanderwegmarkierung zu verlassen und auf dem Holländerweg in Richtung Waitzdorf weiter zu wandern. Ich finde es überhaupt nicht eingängig, dass hier auf der rechten Wegseite Kernzonenschilder stehen und man damit den Wald nur auf markierten Wegen betreten darf, aber gleichzeitig Bäume in dem Gebiet Blick_den_Tiefen_Grund_abwaerts_kleingefällt werden. Der Wanderweg steigt ganz leicht an und man geht 600 Meter auf dem breiten Waldweg. Blick_den_Tiefen_Grund_aufwaerts_kleinDann lässt sich erahnen, dass ein Trampelpfad nach rechts abbiegt. Hier führt ein Gratweg bis zu einer wunderbar ruhigen Aussicht, die einen netten Blick über den Tiefen Grund liefert. Von dieser Aussicht kann man einerseits viele Felsgebilde rund um den Tiefen Grund entdecken und außerdem hat man einen netten Blick, eingerahmt vom Felsental, auf den Lilienstein. Überraschenderweise stehen an der Aussicht kaum störende Bäume im Blickfeld und der Zugang sieht so aus, als wenn sich nur ganz selten andere Mitmenschen hierher verirren.
Es geht wieder die paar Meter bis auf den Waldweg zurück und dann weiter in Richtung Waitzdorf. Schon nach sehr wenigen Metern macht der Waldweg einen Bogen um den Eulengrund, in dem man deutlich auf der gegenüberliegenden Seite einen künstlichen Weg ins Tal erkennen kann. Nach ¼ Kilometer biegt der Weg runter in den Eulengrund ab. uralter_Eulengrund_kleinGleich an der ersten dicken Buche war der grüne Pfeil für die Markierung Bergpfad angebracht. entferntes_Bergpfadzeichen_Eulengrund_kleinAls ich den Abstieg unternommen habe, war dieser aber wieder abgeschliffen. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass die Markierung nicht von offizieller Seite angebracht und darum wieder entfernt wurde. Das ist sehr unangenehm, da man dem Abstieg bzw. dem Weg durch den Eulengrund deutlich ansehen kann, dass hier früher ein breiter Weg angelegt worden war. Damit müsste also die offizielle Wanderung vom Brandweg den ¾ Kilometer durch den Tiefen Grund auf der Fahrstraße bis zum unteren Ende des Eulengrunds bzw. des Forstgrabens herunter gehen. Das ist wirklich kein schöner Weg, aber so ist die Überlegung des Nationalparks.
Auch am unteren Ende des Eulengrunds war eine Markierung für den Bergpfad angebracht, aber auch diese ist abgeschliffen worden. Gleich gegenüber des Eulengrunds beginnt der Forstgraben. Der Aufstieg überwindet ziemlich genau 100 Höhenmeter, aber trotzdem ist der Felsendurchbruch_Forstgraben_kleinWeg relativ angenehm zu wandern. Anscheinend sind hier früher auch Fahrzeuge lang gefahren, da gleich an mehreren Stellen Bodenplatten und Bearbeitungsspuren zu erkennen sind. Ganz besonders offensichtlich ist das an einer Stelle, an der eine breite Durchfahrt in einen massiven Felsen geschlagen wurde. Inschrift_1810-1872_Forstgraben_kleinDass der Forstgraben schon ein uralter Waldweg ist, kann man gleich an mehreren Stellen rechts des Weges entdecken. Hier sind mindestens die Jahreszahlen 1712, 1810 und 1872 in die Felsen reingemeißelt. Am Ende des Forstgrabens erreicht man mit der Brandstraße eine der Wanderautobahnen in der Sächsischen Schweiz. Hier sind an schönen Wochenenden wirklich riesige Mengen Wanderer unterwegs. Gleich an der Kreuzung mit dem Forstgraben steht eine Sandsteinsäule, die an den tragischen Tod eines Pfarrers erinnern soll. Dieser Geistliche soll sich um 1795 in den Brandwänden verirrt haben und dann dort von den Felsen gestürzt sein.
Die Brandstraße ist so super beliebt, weil sie sehr angenehm von Hohnstein zur Brandaussicht führt. Dort gibt es nicht nur eine nette Aussicht, sondern auch noch die Möglichkeit, sich zu angenehmen Preisen mit fester und flüssiger Nahrung zu stärken. Die Wanderung führt aber nach rechts in Richtung Hohnstein. Die Brandstraße ist mit dem blauen Strich blauer Strich markiert. Nach ½ Kilometer passiert die Brandstraße den Waldborn, eine Quelle, die früher die Gaststätte am Brand mit frischem Wasser versorgte. Irgendwie ist es schwer vorzustellen, dass mit so einem kleinen Rinnsal eine Gaststätte versorgt werden kann, aber vermutlich sind es früher viel weniger Besucher gewesen und dann haben die paar Personen auch nicht solche Wassermengen verbraucht wie heutige Menschen.
Die Wanderung passiert knapp unter der Napoleonschanze den Wettinplatz mit einer der wenigen offiziellen Feuerstellen im Nationalpark und erreicht danach die Stadtgrenze von Hohnstein. Auch in der Verlängerung der Brandstraße geht es leicht abfallend durch das bewohnte Gebiet. Erst an dem ehemaligen Bahnhofsgelände geht es steiler bergab und dann mit der ersten Straße nach rechts (Kalkbruchweg) wieder aufwärts. Am Ende der kleinen Straße geht es nach links weiter. Freibad_Hohnstein_Fruehjahr_kleinDieser Weg verläuft auf der ehemaligen Bahntrasse der Schmalspurbahn und damit gibt es keine weiteren ernstzunehmenden Steigungen. Nach ein paar Metern sieht man auf der linken Seite das Freibad von Hohnstein und dort verläuft die Bahntrasse über ein uraltes Viadukt der Schmalspurbahn. Von hier muss man noch ein paar wenige Meter weiter bis zum Ausgangspunkt am Sportplatz wandern. Diese Wanderung ist eigentlich eine wirklich schöne Runde, wäre nicht das seltsame Stück durch den Eulengrund. Natürlich kann man den Weg gehen, aber der Nationalpark sieht es nicht so gerne und ganz dienstbeflissene Ranger könnten einem sogar ein Strafmandat ausstellen.

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Frinzberg

Die Wanderung zum Frinzberg ist dadurch entstanden, dass ich mal wieder mit dem Finger auf den Wanderkarten von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) herumgefahren und auf dem Frinzberg an einem Symbol einer “Alten Burgstätte” hängen geblieben bin. Sollte es auf dem Ausläufer vor der Brandaussicht eine alte Ruine geben? Das muss natürlich gleich mal untersucht werden. Der günstigste Startpunkt ist der Wanderparkplatz am Ende des Polenztals vor der Frinzthalmühle. Hier bietet sich ein kleiner Schlenker zu einem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte an. Dazu geht es ein paar wenige Meter auf der Fahrstraße bachabwärts und dann gleich auf das Gelände der ehemaligen Frinzthalmühle. Heutzutage sind hier einige unterschiedliche Firmen angesiedelt, so dass es gar nicht auffällt, wenn man über das Gelände wandert. Nach etwas weniger als 200 Metern befinden sich auf der linken Seite ein paar Garagen, die aber in einigem Abstand von der Felswand stehen. Die Garagen kann man auf der rechten Seite umrunden und dahinter ist ein deutlich sichtbarer Stolleneingang. Stollen_Schwalbe_3_Mondstein_Polenztal_kleinGenau solche Stollen sind im Elbtal bei der Ortschaft Strand in großer Menge zu finden. Im Dritten Reich sollten darin Mineralölfabriken entstehen. Alle diese Bauvorhaben wurden seinerzeit unter seltsamen Decknamen geführt und so hießen die Stollen an der Elbe Schwalbe 2/Eisenrose und hier im Polenztal Schwalbe 3/Mondstein. Im Gegensatz zu den Stollen an der Elbe handelt es sich im Polenztal aber nur um einen einzelnen 15 Meter langen Gang. Zum Glück ist in diesem Fall das Kriegsende schneller da gewesen, als dass hier noch viele KZ-Häftlinge bis zur Erschöpfung schuften mussten.
Die Wanderung führt über das Gelände der Frinzthalmühle und verlässt dieses im hinteren Teil wieder. Hier ist zwischen dem bebauten Gelände und dem Polenztalweg ein Zaun, der aber ein großes Tor und so einige Löcher neben der letzten großen Halle enthält.
Von hier geht es in das Polenztal hinein. Der Wanderweg ist mit dem roten Punkt roter Punkt markiert. Schon auf den ersten Metern ist man eigentlich ganz nah am Ziel der Wanderung, dem Frinzberg, aber praktisch liegen ziemlich genau 100 Höhenmeter dazwischen. Eine Abkürzung nach rechts den Hang hoch wäre vielleicht möglich, aber dann würde die Wanderung doch einige sehr schöne Stellen verpassen. Flussrechen_in_der_Polenz_kleinNach ein paar Metern durch das Polenztal erreicht man auf der linken Wegseite einen Flussrechen. Da der Bachlauf nach den Nationalparkregeln nicht mehr von Treibholz und umgefallenen Bäumen bereinigt wird, hat man hier zum Schutze der nachfolgenden bewohnten Gebiete einen Auffangzaun in die Polenz gestellt. Dieses Bauwerk ist wirklich stabil geraten und sollte bei geeigneter Pflege seine Arbeit wirklich gut verrichten.
Die Wanderung folgt weiterhin dem markierten Wanderweg durch das Polenztal, bis die Wanderwegmarkierung nach links abbiegt. Man könnte der Wegmarkierung zwar auch folgen, aber der schönere Weg verläuft auf der rechten Bachseite (von unten gesehen). Zumindest kommt hier noch etwas Interessantes neben dem Forstweg. Nach etwas weniger als einem Kilometer befinden sich mächtige Betonklötze zwischen dem Weg und der Polenz. Dies sollen Fundamente für die soeben erwähnte Treibstoffproduktion sein. Auch wenn sich die Natur inzwischen das gesamte Gebiet wieder zurück erobert hat, so wird es vermutlich noch Jahrhunderte dauern, bis auch diese massiven Reste verschwunden sind. Vielleicht nimmt sich der Nationalpark der Problemstelle an. Auf jeden Fall kann ich mir kaum jemanden vorstellen, der in diesem Fall dagegen protestieren würde.
Polenztalbruecke_an_der_Waltersdorfermuehle_kleinFahrbahn_Polenztalbruecke_an_der_Waltersdorfermuehle_kleinDie Wanderung erreicht bald die uralte Brücke (Baujahr 1898) an der Waltersdorfer Mühle, die aber nur passiert wird, um dann nach rechts den Aufstieg zur Brandebene zu beginnen. Die Wanderung ist ab dem Aufstieg mit dem roten Strich roter Strich markiert und im Verhältnis zu den Brandstufen ein wirklicher Spaziergang. Auch hier müssen etwas mehr als 130 Höhenmeter überwunden werden, Inschriften_von_Wegbauern_am_Schulzengrund_kleinaber das geht durch den Schulzengrund wirklich sehr angenehm. Nach 200 Metern leichtem Aufstieg befindet sich auf der rechten Wegseite gleich neben dem Weg eine größere Felsmurmel, in die einige seltsame Zeichen eingeritzt sind. Dabei soll es sich um Arbeitsgeräte von Wegbauern handeln, was mit einem kleinen bisschen Fantasie sein könnte. Erst mit den letzten paar Metern des Aufstieges wird es etwas steiler und dann ist schon die Brandstraße erreicht.
Als Wanderweg mag ich eigentlich die Brandstraße nicht besonders, aber auf dieser Wanderung ist es auch gerade mal ¼ Kilometer nach rechts und schon ist die tolle Brand-Aussicht erreicht. Häufig wird diese Aussicht auch “Balkon der Sächsischen Schweiz” genannt und wir finden das gar nicht übertrieben, da man vom Geländer eine wirklich schöne Aussicht über das Polenztal hinweg auf die Tafelberge der Sächsischen Schweiz hat.
Bevor sich die Wanderung aber an den Abstieg macht, kann man sich in der neuen Gaststube der Brandbaude ( www.brand-baude.de) noch einmal stärken. Dann geht es weiterhin auf der roten Wanderwegmarkierung die Brandstufen hinunter. Insgesamt soll es sich um etwas mehr als 850 Stufen handeln, aber die Wanderung macht eine kleine Unterbrechung am Felsfuß. Hier tritt man aus der Felsenschlucht in einen Bergsattel, an dem deutlich sichtbar ein Pfad geradeaus weiter verläuft. Salzlecke_von_1810_kleinNach wenigen Metern erreicht man eine Salzlecke aus dem Jahre 1810. Der Pfad führt mindestens bis zu dieser Stelle. Danach fängt eine kleine Erkundungstour an. Dazu geht man einfach weiter geradeaus und steigt leicht nach links den Hang hinauf. Der Pfad ist hier nicht besonders gut zu finden, aber spätestens, wenn man auf der ersten Ebene steht, ist er wieder sichtbar. Der Pfad schlängelt sich über drei Felserhebungen mit den dazwischenliegenden Einkerbungen. Praktisch muss man diesem Pfad einfach nur in die südliche Richtung folgen und nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man die gut sichtbare Höhle. Frinzberg_obere_Hoehle_kleinDass diese Höhle entweder komplett oder in großen Teilen künstlich ist, kann man auch als Normalsterblicher mit ein Paar offenen Augen erkennen. Oberhalb des Eingangs ist in den Felsen der Name Maria eingeritzt, wobei wir aber glauben, dass es sich dabei um ein späteres Werk handeln muss. Die vermuteten Bewohner hätten diesen Namenszug nicht so  geschrieben. Beim Frinzberg handelt es sich um eine ehemalige Vorburg der Burg Hohnstein, die auch schon unter mehreren anderen Namen (z.B. Frindsberg und Frintzbergk) im 15. Jahrhundert (urkundlich im Jahre 1456) erwähnt wurde. Die Burg Frinzberg Frinzberg_untere_Hoehle_kleinbestand aber aus zwei Höhlen und der zweite ausgearbeitete Raum befindet sich ein paar Meter unterhalb der ersten Ebene. Dazu steigt man die ersten paar Meter (ca. 8 Höhenmeter) von der Ebene ab und geht dann nach rechts. Nach wenigen Metern erreicht man eine zweite Höhle, die größer und tiefer als die erste ist. Nur dadurch, dass sie nicht ganz so extrem ausgebaut worden ist, fällt sie weniger auf.
Von hier aus geht es auf den Rückweg. Dazu muss man über den gleichen Pfad zurückfinden. Treppen_auf_dem_Frinzberg_kleinNetterweise haben die damaligen Burgbewohner an mehreren Stellen ein paar Stufen in den Felsen gearbeitet und so ist das Auf und Nieder doch ganz angenehm. Insgesamt muss man drei Mal auf Felsen hochsteigen. Bei der mittleren Erhebung führen jeweils Pfade links und rechts herum, aber das einzige Weiterkommen führt oben über die Ebene. Hier steigt eine Treppe in einer kleinen Felsspalte aufwärts. Überraschend schnell ist wieder die Salzlecke erreicht und es geht über den zweiten Teil die Brandstufen in den Tiefen Grund abwärts.
Über die Brandstufen und auch im Tiefen Grund folgt man der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich weiterhin. Bis vor wenigen Jahren verlief der markierte Wanderweg ziemlich hässlich über die Fahrstraße, aber netterweise ist inzwischen ein Pfad neben dem Bachlauf angelegt worden. Dass dieser Weg natürlich nicht ganz so eben wie die Fahrstraße ist, sollte jedem klar sein, aber dafür wird man maximal durch die Fahrzeuggeräusche gestört. Am Ende des Pfades erreicht die Wanderung den Ausgangspunkt an der Frinzthalmühle.
Wanderungen im Bereich des Polenztals und der Brandscheibe sind immer wieder sehr schön und auch diesmal ist es so gewesen. Mir hat die Wanderung zum Frinzberg so gut gefallen, dass ich sie zuerst mit meiner großen Tochter, anders herum als die beschriebene Wanderung, unternommen habe und kurze Zeit später noch mal mit meiner Frau so wie beschrieben. Auch beiden Mitwanderinnen hat es sehr gut gefallen und so wird dieser Insidertip weiterempfohlen.

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Frinzbergsteig

Zuerst mal das Wichtigste: Diese Wanderung führt gleich an mehreren Stellen durch die Kernzone und dort könnten Nationalparkranger den Wanderer “auf den rechten Weg weisen”. Aber seit weit mehr als 200 Jahren bewegen sich Menschen durch diese Gebiete und trotzdem ist es immer noch eine wunderbare Natur und so werden die paar Wanderer auch diesmal keine wesentliche Veränderung hervorrufen, auch wenn sie mal abseits der Wanderautobahnen unterwegs sind.
Der Ausgangspunkt zu dieser sehr netten Runde ist der Parkplatz Füllhölzelweg am Ziegenrücken zwischen Waltersdorf und der Hocksteinschänke. Die ersten 100 Meter geht es auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich dem Füllhölzelweg nach in den Wald hinein. Obwohl ich den Weg schon ein paar Mal entlangspaziert bin, ist mir noch nie aufgefallen, dass dort nach rechts ein Weg abzweigt. Hätte ich mir mal die Wanderkarte Bastei von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) aufmerksam angesehen, hätte mir der Weg eigentlich sofort auffallen müssen. Scheibenweg_am_Ziegenruecken_kleinSo bin ich erst durch Axel Mothes’ Buch “Stille Wege Band 1” darauf aufmerksam geworden. Der Scheibenweg führt super angenehm auf gleichbleibender Höhe am Hang entlang. Buttermilchloch_von_oben_kleinAuf der linken Seite befindet sich die Schlucht Buttermilchloch und zwischendurch kann man auch noch mal den Füllhölzelweg sehen. Rechts oberhalb von dem Pfad verläuft die Ziegenrückenstraße (auch Kaiser- oder Napoleonstraße genannt), die man aber nicht sieht, sondern von der man maximal ein paar lautere Fahrzeuge hört. Nach etwas mehr als einem Kilometer gabelt sich der Weg und man hält sich mehr links auf dem deutlicheren Pfad. Auf der Wanderkarte Bastei von Dr. Böhm sieht es so aus, als ob man einfach nur geradeaus das Tal weiter aufwärts wandern muss, aber in der Realität ist ein ganz kleiner Schlenker in dem Weg vorhanden. Ab dieser Stelle steigt der Weg ½ Kilometer an, um dann auf den Knotenweg (Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich) zu gelangen.
Auf diesem gut ausgebauten Forstweg geht es nach rechts weiter. Schon nach wenigen Metern historische_Waldweidesperre_Knotenweg_kleinfällt links vom Weg ein umzäunter Bereich auf, der früher die kleineren Tiere von einer Salzlecke fern gehalten hat. Auf dem Knotenweg erreicht man bald (< ½ Kilometer) die Ziegenrückenstraße, die nur überquert wird, um dann gleich weiter auf der grünen Wanderwegmarkierung in Richtung Hockstein zu wandern. 600 Meter nach der Überquerung der Straße erreicht man eine deutlich sichtbare Waldwegekreuzung, auf der es nach rechts zum Polenztalblick geht. tolle_Aussicht_Polenztalblick_abwaerts_kleinDer Zuweg ist 200 Meter lang und passiert einen Hochsitz und eine Wildwiese. Die Aussicht liefert, wie der Name schon erraten lässt, einen tollen Blick in beide Richtungen des Polenztals. Auf der linken Seite ist noch ein weiterer Felsen, der eigentlich auch so aussieht wie eine Aussicht, aber irgendwie kommt man nur auf einem wirklich unscheinbaren Trampelpfad dort hin und das Ergebnis ist ein etwas schlechterer Ausblick als der Polenztalblick. Es lohnt sich also wirklich nicht, die Stelle zu erkunden.
Die Wanderung führt wieder zurück zum Knotenweg Teufelsbruecke_am_Hockstein_klein(grüner Strich grüner Strich) und von dort nach rechts zum Hockstein. Das Erste, was man von dieser ursprünglichen Felsenwarte entdeckt, ist die steinerne Brücke, auch Teufelsbrücke genannt. Diese Brücke ist immerhin 1821 erbaut worden und die passende Inschrift befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite. Schutzhuette_auf_dem_Hockstein_kleinKurz vor der eigentlichen Aussicht befindet sich eine der wenigen verbliebenen Schutzhütten der Sächsischen Schweiz und knapp daneben, aber unauffällig versteckt, ein aus dem Felsen gearbeiteter Raum. Hier ist an einer Wand die Blick_vom_Hockstein_zur_Burg_Hohnstein_kleinJahreszahl 1699 zu lesen. Bevor die Wanderung durch die Wolfsschlucht absteigt, sollte man natürlich erst noch bis ganz vorne zur Felskanzel und damit der Aussicht rüber zur Stadt bzw. Burg Hohnstein gehen. Sehr erfreulich ist, dass sich zu dieser sehr schönen Aussicht nur relativ wenige Mitmenschen hinbegeben. Der Hockstein ist auch heutzutage noch ein kleiner Geheimtipp unter den besonderen Aussichten.
Der Abstieg durch die Wolfsschlucht beginnt gleich neben dem Felsenraum und führt über einige Eingang_Wolfsschlucht_Hockstein_kleinEisentreppen durch eine sehr schmale Schlucht. In der Schlucht sind gleich mehrere alte Inschriften zu entdecken. ungewoehnliche_Inschrift_Hockstein_kleinDie Auffälligste ist gleich am Anfang auf der rechten Felswand zu sehen. Hier hat jemand aus Rudolstadt seinen Namen verewigt und darunter ist die Jahreszahl 1841 zu lesen. Die Breite der Eisentreppe und damit der Schlucht ist für jeden Wanderer gut geeignet, nur wenn auf den paar Metern auch noch Gegenverkehr herrscht, wird es etwas schwieriger. Der Felsen spuckt einen am Felsfuß wieder aus und eigentlich geht der offizielle Weg nach links weiter. Nach rechts kann man aber auch durch den Blümelgrund absteigen. Der Weg ist sehr eindeutig zu erkennen und schon landet man auf dem Polenztalweg, der mit dem roten Punkt roter Punkt markiert ist. Polenz_und_Polenztalwaechter_kleinIn dieses wirklich wunderbare Tal geht es nach rechts hinein. Obwohl es eigentlich für wirklich jeden geeignet sein sollte, sind nur sehr wenige Wanderer hier unten anzutreffen. Damit kann man aber die Natur und ganz besonders den Bachlauf genießen. Der Bach erscheint mir immer besonders klar und an ihm (und der Kirnitzsch) kann man relativ einfach die doch sehr scheue Wasseramsel entdecken. Es ist schon ganz schön faszinierend, zuzusehen, wie der Piepmatz in dem Bach bei jeglicher Temperatur richtig tief taucht. Wegseite_Waltersdorfer_Muehle_kleinInsgesamt geht es 2 ½ Kilometer der roten Wanderwegmarkierung hinterher, bis zur urigen Waltersdorfer Mühle. Knapp hinter der Mühle biegt man links ab und überquert die Polenz auf einer alten Steinbrücke. Dahinter geht es auf dem gut ausgebauten Waldweg nach rechts weiter das Tal hinab. Auf diesem Waldweg geht es etwas mehr als einen Kilometer entlang, bis die rote Wanderwegmarkierung roter Punkt von rechts wieder auf den Weg stößt. Kurz dahinter (ca. 150 Meter) Aufstieg_Brandscharte_kleinsteht ein Kernzonenschild und nochmals 120 Meter dahinter versteckt sich die Brandscharte. Es ist wirklich immer wieder verwunderlich, Salzlecke_1810_an_den_Brandstufen_kleinwie häufig man an so einer Stelle vorbeiwandert und es einem einfach nicht auffällt, dass hier ein Aufstieg zum Brand bzw. zu den Brandstufen ist. Der Aufstieg überwindet zwar 70 Höhenmeter, aber irgendwie kam es mir auf meiner Runde gar nicht mal so steil vor und schon ist man am Fuße der oberen Brandstufen bzw. der Salzlecke aus dem Jahre 1810 angelangt.
Hier biegt die Wanderung nach rechts ab und führt erstmal die nächsten Meter ohne erkennbaren Weg auf den Frinzberg zu. Hier konnte sich bisher noch kein richtiger Trampelpfad ausbilden, da so ziemlich jeder Besucher dieses Berges einen anderen Weg wählt. Praktisch muss man aber nur auf den Hügel hinauf und noch vor dem höchsten Punkt ist dann auch wieder ein Pfad zu erkennen. Der Pfad heißt Frinzbergsteig und so manche historische Stufe erleichtert den Weg. Insgesamt geht es ½ Kilometer von der Salzlecke über den Frinzbergsteig, um dann vor einer boofenartigen Höhle ein paar weitere Stufen auf eine Erhöhung aufzusteigen. kuenstlicher_Raum_Burgwarte_Frinzberg_kleinHier befindet sich eine in den Felsen geschlagene Kammer, die eine mittelalterliche Burgwarte für die Burg Hohnstein war. Auf jeden Fall hat diese Station eine gigantische Aussicht über die Ebene vor Waltersdorf und rüber zum Lilienstein. Diese Stelle fordert zum Verweilen auf und die Ruhe ist einfach wunderbar.
Der weitere Weg war für mich Neuland, denn obwohl mir vorher schon mal ein Freund von diesem Zugang erzählt hatte, habe ich ihn einfach nicht gefunden. Jetzt gibt es das besagte Stufen_am_Frinzbergabstieg_kleinBuch von Axel Mothes und damit ist es sehr eindeutig, dass es einen brauchbaren zweiten Zugang zum Frinzberg geben muss. Insgesamt bin ich 1 ½ Mal um den hintersten Felsen des Frinzbergs herum gewandert, bis ich endlich begriffen habe, wo es hinunter geht. Praktisch ist es super einfach und eigentlich sind die Trampelspuren im Wald sehr leicht zu erkennen. Der Abstieg befindet sich an der südlichen Spitze, also der Verlängerung des Frinzbergsteigs, und führt sogar über ein paar Stufen im Felsen abwärts. Die ersten wenigen Meter erfolgen noch in südliche Richtung, um dann im spitzen Winkel nach rechts abzubiegen. Von dort führt der Pfad schräg den Hang hinunter und man gelangt nach einem einfach zu gehenden Abstieg auf den Wanderweg durch das Polenztal.
Auf der gegenüberliegenden Wegseite befindet sich das kleine Industriegebiet Frinzthalmühle. Eigentlich ist der Name schon ziemlich seltsam, da es überhaupt kein Frinztal gibt. Die Wanderung führt auf jeden Fall nach rechts wieder in das Polenztal hinein. Der Weg ist weiterhin mit der bekannten Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt gekennzeichnet. Nach ein paar hundert Metern passiert man wieder den Zugang zur Brandscharte und dann geht es auf die andere Seite des Baches. Obwohl es das gleiche Tal wie schon auf dem Hinweg ist, wirkt es von dieser Seite ganz anders. Nach etwas mehr als einem Kilometer auf dieser Bachseite erreicht man wieder die Walterdorfer Mühle. Knapp dahinter biegt nach links der rote Strich roter Strich ab und führt zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück.
Die Wanderung hat mir persönlich ganz besonders gut gefallen, da sie doch einige Neuigkeiten enthielt und besonders ruhige Aussichtpunkte. Damit nicht die großen Massen die Wanderung entdecken und mir danach vorwerfen, dass ich sie den Rangern in die Arme gelenkt habe, hat die Wanderung von mir nur 2 Punkte erhalten. In Wirklichkeit würde ich sie zwischen 4 und 5 Sternen sehen.

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Gautschgrotte

Nachdem uns ein netter Leser gemailt hatte und meinte, die Wanderung Hockstein könnte man auch noch anders ganz gut laufen, haben wir das gleich mal ausprobiert und folgendes ist dabei herausgekommen. Die Wanderung startet am Wanderparkplatz Ziegenrücken/Füllhölzelweg. Von diesem Ausgangspunkt geht es erstmal über die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich den Füllhölzelweg bergab. Der Weg verläuft mit einem sehr angenehmen Gefälle runter ins Tal, ist meistens ziemlich leer und führt bis runter in die Ortschaft Rathen. Hier unten ist schon ein ganzes Stück mehr Betrieb, aber das ist überhaupt kein Wunder bei den Touristenmagneten: Bastei, Felsenbühne, Amselfall und Amselsee. von_Rathen_den_Gansfelsen_kleinDie Wanderung biegt am Feuerwehrhaus nach rechts auf die Ortsstraße. Der Weg geht bis zum Amselsee_und_Lokomotive-2_kleinHotel “Amselgrundschlößchen” und hier wandert man nach rechts in den Amselgrund hinein. Die ersten paar Meter bis zum Zugang der Felsenbühne sind unmarkiert, ab dort ist der Weg mit dem grüner Strich grüner Strich markiert. Die Wanderung führt am Amselsee vorbei. Hier empfiehlt es sich, nicht auf dem breiten Weg entlang zu wandern, sondern über die Staumauer und auf der anderen Seeseite entlang zu gehen. Diese Seite ist viel ruhiger und bietet den schöneren Blick über den Amselsee. Am Ende des Wegs erreicht man den sogenannten Pionierweg. Ich habe immer gedacht, der Weg heißt so, weil er vielleicht irgendetwas mit der Pionierorganisation der DDR zu tun hätte, aber die Bezeichnung kommt daher, weil der Weg vom Königlich Sächsischen Pionier Bataillon 12 vom 12.April bis 21.Juli 1895 gebaut wurde, was man auf einer Gedenktafel an einem Felsen am Weg erfahren kann. Amselsee_von_Staumauer_kleinDa auch damals Pioniere nicht nur Fußvolk waren, ist der Weg sehr angenehm zu gehen. Man wandert mit einer sehr angenehmen Steigung wieder bergauf. Amselsee_und_Kleine_Gans_kleinDieser Aufstieg ist weiterhin mit dem grünen Strich markiert. Nachdem man fast wieder am Ziegenrücken angekommen ist, erreicht man eine Wiese auf der rechten Wegseite. Hier befindet sich auf der linken Wegseite ein steinerner Trog, der mit ein paar Steinsäulen umrahmt ist. Was auch immer das für eine Wanne ist, aber solche Dinger kann man immer wieder im Wald der Sächsischen Schweiz finden. Ein anderer ist z.B. am Franzosenborn neben dem Lilienstein zu finden, oder noch einer ist neben den Brandstufen zu sehen. Es wird vermutet, dass es mal Pferdetränken gewesen sind.
Den Ziegenrücken muss man nur überqueren, um dann gleich gegenüber am Parkplatz wieder auf dem grünen Strich weiter zu wandern. Der Weg führt fast ohne einen Höhenunterschied bis vor zur Burgwarte Hockstein. Einerseits hat man von der vorderen Aussicht einen super Blick in das Polenztal und über das Tal hinweg auf die Stadt/Burg Hohnstein und andererseits kann man auf dem Felsen noch deutliche Spuren der ehemaligen Burgwarte entdecken. So sieht man ein künstlich erweitertes Felsengemach, mehrere Falze an der Teufelsbrücke und noch vor der Teufelsbrücke einen hohen Erdwall. Ich finde die Teufelsbrücke immer wieder nett, und wenn man überlegt, dass diese steinerne Brücke schon fast 2 Jahrhunderte (Baujahr 1822) hält, dann wächst der Respekt noch mehr. Vom Hockstein geht es durch die Schlucht abwärts ins Polenztal. Der Abstieg erfolgt zuerst über einige sehr schmale Stufen und wenn man dann die Schlucht verlassen hat geht es weiter über ein paar normale Stufen bis nach unten. Ganz in der Nähe der Gaststätte Gedenktafel_Wilhelm_Lebrecht_Goetzinger_klein“Zum Polenztal” erreicht die Wanderung die Straße im Polenztal. Diese Straße ist nur die Zufahrt bis zur Gaststätte. Hier kann man sehr nett im Biergarten draußen sitzen und die Kinder können unbekümmert rumtoben. Das Einzige, was passieren kann, ist dass sie in die Polenz fallen und nass werden. Hinter der Gaststätte geht es dann mal wieder aus dem Tal heraus. Der Aufstieg ist mit der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich versehen. Es geht durch den Schindergraben hoch. Fast am Ende dieses Aufstiegs erreicht man das untere Tor des ehemaligen Bärengeheges. Hier sollen Bären für die Unterhaltung der Dresdener gehalten worden sein. Rechts neben der Bärengehegemauer sieht man in luftiger Höhe eine Gedenktafel für Wilhelm Lebrecht Götzinger. Götzinger hat von 1783 bis 1787 als Hauslehrer in Hohnstein gearbeitet und außerdem ist er in der Sächsischen Schweiz eine besonders erwähnenswerte Persönlichkeit, da er die Gegend als Erster ausführlich beschrieben hat.
Am Ende des Aufstiegs erreicht man einen meiner Lieblingswege. Hier geht es auf dem grünen Strich grüner Strich nach rechts entlang. Der Weg schlängelt sich oberhalb des Polenztals immer an den Felsen entlang und ist sehr angenehm zu gehen. Nach ungefähr 600 Metern auf dem Waldweg kann man nach links in eine Felsausbuchtung sehen. Hier weißt eine Tafel auf die Gautschgrotte hin und man sollte unbedingt einmal reingehen. Gautschgrotte_Wasserfall_kleinDiese Felsgrotte ist wirklich imposant. Rund um den Standort ragen die Felswände zwischen 10 und 20 Meter hoch und man kann deutlich eine weichere Felsschicht erkennen. Durch dieses weichere Gestein hat sich an der Gautschgrotte rundherum ein überhängender Felsen ausgebildet. Ganz besonders interessant soll es im Winter aussehen, wenn durch das hinabtropfende Wasser ein gewaltiger Eiszapfen entsteht. Ich habe sogar schon mal Bilder gesehen, auf denen an diesem Eiszapfen Kletterer Eiswandklettern übten. Irgendwie kann ich mir schönere Beschäftigungen bei eisigen Temperaturen vorstellen. Von der Grotte geht es wieder zurück auf den Wanderweg und dann weiter über den grünen Strich. An mehreren Stellen kann man auf der linken Felswand Inschriften erkennen. Ganz besonders gut lassen sich die Inschriften am Steinbruch, den man nach einem Kilometer auf der linken Seite entdecken kann, entziffern. Der Weg geht ein kleines Stück aufwärts und an einem künstlichen Felsdurchbruch kann man auf der linken Felswand sogar eine russische Inschrift lesen. Es geht weiter über die grüne Wanderwegmarkierung. Ungefähr nach 150 Metern erreicht man eine Kreuzung, an der es nach links in Richtung Hohnstein geht, die Wanderung verläuft aber weiter auf der Wanderwegmarkierung nach rechts. Der Wanderweg macht einen Bogen und dann sieht man links vor sich eine Wiese. Aussicht_Panoramafelsen_kleinHier bietet sich ein Abstecher zu einer erstklassigen Aussicht an. Es geht ziemlich genau 10 Meter vor der Wiese nach rechts, also gegenüber der Wiese, auf einem Pfad entlang. Der Weg führt 300 Meter vom markierten Weg weg, bis man zu der besagten Aussicht kommt. Von der Aussicht des Panoramafelsens, der ganz bestimmt nicht umsonst diesen Namen trägt, kann man einerseits in den Talkessel des Neuwegs, andererseits zu den Tafelbergen der Vorderen Sächsischen Schweiz blicken. Das beste an dieser Aussicht ist aber, dass man normalerweise hier keinen einzigen anderen Wanderer antrifft.
Nach einem angenehmen Aufenthalt an der Aussicht geht es wieder zurück auf den markierten Wanderweg. Ungefähr ½ Kilometer hinter der Wiese erreicht man die Kreuzung mit der roten Wanderwegmarkierung roter Strich. Hier verlässt man den grünen Strich und wandert nach rechts auf dem Neuweg ins Polenztal hinunter. Der Weg ist sehr angenehm zu gehen und nach ungefähr ¼ Stunde erreicht man die Polenz auf der Rückseite der Waltersdorfer Mühle. Heutzutage ist von der eigentlichen Mühle nichts mehr zu sehen, außer einem größeren Haus. Früher ist die Mühle ein beliebtes Ausflugslokal gewesen, aber die Zeiten scheinen vorbei zu sein. Die Wanderung geht einmal um die Waltersdorfer Mühle herum. Erwähnenswert ist die Brücke, auf der man die Polenz überquert, da an ihrer Stirnseite immerhin die Jahreszahl 1898 steht und dass man sich vor zwei Jahren (also 2005) eine große Mühe gegeben hat, die Brücke zu sanieren. Der Wanderweg geht weiterhin auf der roten Wanderwegmarkierung entlang. Nach 300 Metern im Polenztal biegt der markierte Wanderweg nach links aus dem Tal heraus ab. Der Aufstieg führt wieder bis zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück.
Aussicht_vom_Carolastein_kleinWer jetzt noch Lust auf eine weitere ruhige Aussicht hat, der sollte ca. 100 Meter auf der Straße in  Richtung Waltersdorf wandern. Nach links biegt die Zufahrt zur ehemaligen Sandgrube ab. Hier gehts um die Schranke herum und dann hält man sich gleich links. Der Pfad führt an einer Wiese entlang und man sieht den Carolastein schon. Hier geht ein Pfad den Felsen hoch und nach einem leichten Aufstieg erreicht man eine sehr ruhige Aussicht. Von der Aussicht blickt man auf die Felsen gegenüber des Polenztals und man kann auch die Aussicht oberhalb des Panoramafelsens wiederfinden. Der Rückweg zum Ausgangspunkt der Wanderung erfolgt über den gleichen Weg, wie man zum Carolastein hingekommen ist.
Damit ist eine ganz nette Wanderung zu Ende gegangen, die selbst bei großem Betrieb in der Sächsischen Schweiz noch ganz angenehm ruhig ist. Was mich schwer verwunderte ist, dass mir diese Wanderung als Kinderwanderung empfohlen wurde. Eine Runde von 15 Kilometern ist für unsere Zwerg noch viel zu lang, aber es gibt ja auch Kinder, die älter sind und dann doch einiges mehr aushalten.

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Geopfad Goßdorf

In der Sächsischen Zeitung wurde im Sommer 2015 vom Geopfad in Goßdorf berichtet. Da wir Lehrpfade immer interessant finden und man tatsächlich meistens noch etwas dabei lernen kann, haben wir uns gleich mal auf den Weg gemacht. Der Startpunkt ist das Goßdorfer Freibad. Hier steht eine große Tafel, die den Streckenverlauf und die geologische Vergangenheit rund um Goßdorf erklärt. Sehr gut finden wir, dass der Text auch noch in Tschechisch vorhanden ist. Damit man sich nicht merken muss, wo der Geopfad entlang läuft, kann man auf einem Faltblatt eine Übersichtskarte mitnehmen. Diese reicht sehr gut dazu aus, die richtigen Wege zu finden. Netterweise hat der Geopfad sogar eine eigene Internetseite www.geopfad-gossdorf.com, auf der das Faltblatt auch noch mal vorhanden ist. Markiert ist der Rundweg mit einem netten, kleinen Symbol in der Form eines rauchenden Vulkans.
Vom Freibad geht es an den Huetten_historische_Geraetschaften_Gossdorf_klein8 Hütten mit der historischen landwirtschaftlichen Technik vorbei. Obwohl diese einzelnen Stationen schon 2007 errichtet wurden, sehen sie auch heute noch sehr gut gepflegt aus. Normalerweise werden solche Informationsstellen einmal mit viel Enthusiasmus aufgebaut, aber dann nicht weiter gepflegt. Das scheint hier anders zu sein und die fleißigen Geister sind die Mitglieder des Vereins des Freibades Goßdorf. Am Ende der Straße geht es nach rechts in Richtung Gickelsberg. Schon bald ist die Hauptzufahrt von Goßdorf erreicht, die aber nur überquert wird und auf der gegenüberliegenden Blick_auf_Gickelsberg_kleinStraßenseite geht es auf einem unauffälligeren Feldweg weiter dem Gickelsberg entgegen. Am Ende des Weges wandert man ein Ministück (100 Meter) nach links und dann im spitzen Winkel auf einer Hauszufahrt nach rechts. Von hier hat man schon eine fantastische Aussicht auf die Ebene der gegenüberliegenden Elbeseite mit den einzelnen Tafelbergen. Diese Aussicht hat das Haus am Ende der Zufahrt zu jeder Jahreszeit. Es wird an der Vorderseite passiert und gleich hinter dem Gelände beginnt der eigentliche Aufstieg auf den Gickelsberg. Blick_vom_Gickelberg_auf_Gossdorf_kleinAuch wenn der Gipfel gar nicht so weit ist, merkt man die 60 Höhenmeter durch den steilen Aufstieg doch ganz gut. Das Gemeinste ist aber, dass durch den Wald auf dem Gipfel und den nur schmalen Wiesenstreifen die Aussicht ziemlich eingeschränkt und eigentlich sogar schlechter als ein paar Höhenmeter tiefer an der Zufahrt zu dem Haus am Hang ist. Dafür kann man hier oben aber gut erkennen, dass man auf einem ehemaligen Vulkan steht.
Das fällt ganz besonders auf, wenn man von dem Rastplatz nach hinten weg in den Wald geht. Hier sind zwar nicht die typischen Basaltsäulen wie sonst auf vielen der Vulkanreste in der Sächsischen Schweiz, aber noch viele Basaltmurmeln zu entdecken. Im Ursprung war der Wanderweg so geplant, dass es auf der Rückseite des Gickelsbergs heruntergehen sollte, aber der jetzt aktuelle Wegeverlauf führt auf dem gleichen Weg wie der Aufstieg wieder abwärts, bis nach links (von oben kommend) ein gut sichtbarer und markierter Waldweg abbiegt. Der kleine Waldstreifen von 100 Metern wird durchquert und dann geht es weiter über eine Wiesenlandschaft. Nach insgesamt etwas weniger als 400 Metern biegt die Wanderung nach rechts ab. Blick_ueber_Gossddorf_auf_Schrammsteine_kleinEs handelt sich um die Alte Goßdorfer Straße mit einer Allee aus Birken. Auf diesem Feldweg wird man mit einer sehr netten Aussicht bis an den Dorfrand geführt. Ganz kurz vor Goßdorf gabelt sich der Weg, man geht nach rechts in den Ort hinein und dann gleich wieder links parallel zum Ortsrand weiter. Die Wanderung passiert einen Bauernhof mit Stallungen tolles_Wohnhaus_Gossdorf_kleinund dann einige ehemalige Bauernhäuser. Gleich an mehreren dieser Häuser stehen Messingtafeln, die den Ursprung und ein bisschen Historie erklären. Hier kann man sogar Häuser aus dem Jahre 1688 entdecken und mindestens eins dieser älteren Häuser ist gerade ganz hervorragend saniert worden. Dabei fallen besonders die Rasenfläche auf dem Carportdach und die interessante Gartengestaltung auf.
Der Weg führt wieder ein Stück aus der Ortschaft heraus und steigt dabei auch leicht an, um dann nach 150 Metern rechts Blick_vom_Hankehuebel_auf_Hintere_Saechsische_Schweiz_kleinin die Richtung des Hankehübels abzubiegen. Auch wenn der Name des Berges schon verrät, dass der Aufstieg nicht besonders herausfordernd ist, so ist die Aussicht von dem Hankehübel ganz hervorragend. Man hat einen wirklich schönen Panoramablick und das mit einer angenehmen Ruhe. Höchstens die Pferde und Kühe auf der angrenzenden Wiese sind ungewöhnlich neugierig und gesprächig.
Vom Hankehübel geht es wieder die bekannten 200 Meter herunter, bis man nach links die erste Möglichkeit, in die Ortschaft abzubiegen, erreicht. Der Weg mit dem netten Namen Butterlecke wird für ca. 400 Meter bis zur Bergstraße abwärts gewandert. Die Bezeichnung Bergstraße passt sehr gut, da sie am Rand der Ortschaft sehr ungewöhnlich steil ins Sebnitztal hinab führt. Hier fahren nur die mutigsten und sichersten Autofahrer und dadurch hält sich der Verkehr sehr in Grenzen. In den Wintermonaten ist die Straße, auch ohne Schnee, schon häufiger gesperrt gewesen, Steinbruch_unterhalb_Gossdorf_kleinda sich der Winterdienst nicht herunter getraut hat. Am Ortsausgang befindet sich auf der rechten Straßenseite ein deutlich zu erkennender Steinbruch, in dem früher Granit abgebaut wurde. Die Straße wird für ziemlich genau einen Kilometer abwärts gewandert, bis nach rechts der Kohlichtgraben abzweigt. Ausgeschildert ist diese Schlucht mit dem Malerwegsymbol und dem gelben Strich gelber Strich. Der Kohlichtgraben hat wirklich zu jeder Jahreszeit etwas Besonderes. Dadurch, dass die Felsen sehr nah beieinander stehen und sich der kleine Kohlichtbach darin schlängelt, ist die Schlucht immer ziemlich frisch. Das fällt ganz besonders im Winter auf, wenn sich die schönsten Eiswände der gesamten Sächsischen Schweiz bilden. Leider ist die Schlucht schon nach ¾ Kilometer zu Ende und es geht nach rechts weiter dem gelben Strich hinterher.
Die Wanderung führt ½ Kilometer weiter durch dieses sehr ruhige Tal aufwärts. Auf halber Strecke befindet sich die Grenze zwischen Sandstein und Granit, die sogenannte Lausitzer Verschiebung, bei der sich eine riesige Granitplatte über den Sandstein geschoben hat.  Nach dem besagten ½ Kilometer biegt der erste Weg nach rechts ab. Blick_auf_den_Hankehuebel_kleinDer Waldweg führt ein kleines Stück abwärts, um dann den Kohlichtbach zu überqueren und wieder hoch auf die Ebene vor Goßdorf zu steigen. Nach dem kleinen Anstieg und ein paar Meter über einen Feldweg stößt man nach insgesamt ¾ Kilometer auf den befestigten Querweg, dem man nach links folgt. Schon bald hat man wieder die Hütten der Landwirtschaftlichen Geräteausstellung erreicht. Hier geht es nach rechts bis zum Ausgangspunkt zurück.
Die Runde ist angenehm ruhig und wirklich zu jeder Jahreszeit gut zu wandern. Selbst wenn der Bereich des Nationalparks mal wieder vollkommen überlaufen ist, begegnet man hier auf der Runde nur ganz selten anderen Wanderern. Sehr erfreut hat uns, dass an einigen Stationen passende Informationstafeln stehen, die alle netterweise von einem Sponsor unterstützt werden. Hoffentlich werden sie nicht so schnell von Deppen ruiniert, weil das für die Ersteller des Geopfades eine herbe Niederlage sein dürfte. Ganz besonders, weil es aus einer lobenswerten Privatinitiative entstanden ist.

 

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Halben

Die Wanderung Halben ist dadurch entstanden, dass ich auf irgend einer Internetseite ein Foto von der Gautschgrotte von oben gesehen habe. Das hat mich gleich mal neugierig gemacht und so bin ich zur ersten Planung mit dem Finger über die Wanderkarte gefahren. Siehe da, es gibt einen sehr schönen Zugang zur oberen Kante der Gautschgrotte. Aber zuerst gibt es noch eine Überraschung zwischendurch und deshalb hier die vollständige Wanderbeschreibung:
Der Startpunkt liegt am großen Wanderparkplatz in Hohnstein. Von hier geht es nach rechts auf die Burg zu. Nach etwas mehr als 100 Metern biegt nach links die Straße Am Breiten Stein ab. Diese Straße ist eine Sackgasse und geht mit einer ziemlichen Steigung nach oben. Aussicht_Ritterfelsen_kleinAuch wenn die Straße für Autofahrer gesperrt ist, so kommt man als Wanderer durch. Oben erreicht man dann die Waldstraße. Auf ihr geht es weiter, bis man auf der rechten Seite eine kleine Wiese zwischen den Häusern antrifft. Burg_Hohnstein_vom_Ritterfelsen_kleinAn dieser Wiese steht eine steinerne Hinweistafel mit der Aufschrift “Nach dem Ritterfelsen”. Auch wenn ich kaum einen besonderen Ausblick erwartet habe, bin ich doch hinabgestiegen und vollkommen überrascht worden, solch eine schöne und dazu noch ruhige Aussicht vorzufinden. Man kann auf gleicher Höhe zur Burg Hohnstein hinüber blicken und wenn man über das Polenztal sieht, erkennt man die Felsen des Hocksteins. Dieser kleine Abstecher hat sich wirklich gelohnt.
Die Wanderung geht wieder zurück und man wandert weiter auf der Waldstraße. Burg_Hohnstein_von_Halben_kleinAuch wenn ich das Gelatsche durch eine Ortschaft im Verhältnis zu einer schönen Waldwanderung nicht so mag, ist es doch  schön, die wohlerhaltenen Häuser auf der rechten Straßenseite zu sehen. Die Waldstraße geht hinter dem neuen Hotel in den Wald. Hier wandert man noch ein paar Meter auf dem größeren Waldweg entlang, bis die erste Möglichkeit nach rechts abbiegt. An der Schranke geht man vorbei und dann betritt man ein Waldstück, das wirklich vollkommen menschenleer aussieht. Felsen_von_Halbenaussicht_kleinDer Weg gabelt sich gleich mehrmals, aber man hält sich am besten immer rechts, dann erreicht man nach ca. 700 Metern den Felskessel der Gautschgrotte_von_oben_kleinGautschgrotte. Von der rechten Seite kann man sehr gut in den Felskessel rein sehen und auf der Felszunge hat man ein wunderbar ruhiges Plätzchen. Leider war der Felsen zu meiner Wanderzeit schon ziemlich feucht und damit schlüpfrig, so dass ich kein tolles Foto geschossen habe. Aber trotzdem kann man diesen ruhigen Platz erstklassig genießen.
Zurück geht es auf dem gleichen Weg wie man gekommen ist, bis man den breiten Waldweg erreicht. Der weitere Weg folgt über den Waldweg, der schräg links, ein paar Meter neben dem Waldrand, entlang geht. Nach wenigen Metern fällt auf der linken Wegseite ein seltsamer Bewuchs auf. Eine Steintafel erklärt so ungefähr, woher die Bäume stammen. Die Inschrift der Tafel ist: Vorliegendes Forstfeld wurde vom Jahr 1833 bis 1840 mühevoll und kostspielig angebaut durch den Revierförster Zschachlitz. Die Wanderung überquert den nun folgenden breiteren Wanderweg nur und auf der gegenüberliegenden Seite geht es auf einem Pfad weiter. Nach etwas weniger als 100 Metern erreicht man die Brandstraße. Auch wenn in dem Namen das Wort Straße vorkommt, so fahren hier nur die Versorgungsfahrzeuge für die Brand-Aussicht und ein paar Hotelgäste. Dafür sind zu beliebten Zeiten wie z.B. Sonntag- und Feiertagnachmittags umso mehr Spaziergänger unterwegs. Auf dieser Wanderautobahn geht die Wanderung 150 Meter nach rechts, bis auf der linken Wegseite eine größere Wiese auftaucht. Hier weist ein Schild auf den Aufstieg zur Napoleonschanze hin. Ein unscheinbarer Pfad schlängelt sich über die Wiese bis hinauf auf die Höhe. Von den beiden Aussichten im ersten Teil der Wanderung, dem Ritterfelsen und oberhalb der Gautschgrotte, hatte man schöne Ausblicke auf einige Felsen. Mit der Napoleonschanze kommt ein weiterer Aussichtspunkt zu der Wanderung hinzu, der aber keine Felsen, sondern eine erstklassige Fernsicht liefert. Bei dieser Aussicht kann man sehr gut verstehen, warum sich die Soldaten genau auf diesem Hügel eine Schanze gebaut haben. Der Überblick über einen riesigen Landstrich ist sehr gut möglich und die Verteidigungsmöglichkeiten waren mit den damaligen Waffen erstklassig. Angeblich sollen auf dem Hügel 3 Stellungen mit Kanonen gewesen sein. Ich habe nur noch zwei Vertiefungen entdeckt. Vielleicht war die dritte Position dort, wo heutzutage das eingezäunte Wasserhaus steht.
Nach einer hoffentlich erholsamen Pause geht es auf dem grünen Strich grüner Strich den Hang nach rechts (von der Aussicht auf das Polenztal/Brandstraße gesehen) herunter. Die Angabe nach rechts ist natürlich ein bisschen dämlich auf einem Hügel, vielleicht ist die Richtungsangabe nördlich bzw. Richtung Freibad besser. Es geht auf jeden Fall über einen Hohlweg zwischen zwei Kuhweiden abwärts. Nach ungefähr ½ Kilometer erreicht man ein altes Viadukt_Schmallspurbahn_Hohnstein_kleinViadukt der ehemaligen Schmalspurbahn zwischen Kohlmühle und Hohnstein. Ich bin immer wieder überrascht, dass diese netten alten Bauwerke auch nach sechs Jahrzehnten ohne Nutzung immer noch so gut erhalten in der Landschaft stehen. Die Wanderung passiert das Freibad von Hohnstein an der linken Seite (von oben gesehen). Unterhalb des Schwimmbades erreicht man die Fahrstraße und hier geht es nach links. Nach einer kurzen Strecke vor dem Friedhof von Hohnstein entlang erreicht man den Ausgangspunkt der Wanderung.
Damit ist eine sehr schöne Wanderung zu Ende gegangen, die so ziemlich alles beinhaltet, was eine nette Runde in der Sächsischen Schweiz ausmacht: Es gab mehrere schöne Aussichten, einige schöne Felsansichten und ein paar ruhige Stellen.

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Brandführung

Hier beschreibe ich erstmals eine von zertifizierten Nationalparkführern durchgeführte Wanderung. Ich war einfach mal neugierig, wie diese ihre Wanderungen organisieren. Hierbei muss man aber zwei Nationalparkführertypen unterscheiden. Es gibt die Nationalparkwacht, die beim Nationalpark Sächsische Schweiz angestellt ist und ihre Führungen kostenlos anbietet, und es gibt die ausgebildeten Nationalparkführer, die sehr viele Führungen im Bereich der Sächsischen Schweiz anbieten und als Selbstständige unterwegs sind. Welche Führungen angeboten werden und wie viel sie kosten, kann man der Internetseite des Nationalparks (www.nationalpark-saechsische-schweiz.de) entnehmen. Genau über diese Internetseite habe ich mir dann auch diese Führung herausgesucht. Den Abend vorher habe ich mich unter der angebenden Telefonnummer bei der Nationalparkführerin angemeldet. Hier gab es die ersten zwei erfreulichen Überraschungen. Einerseits wurde die Wanderung von zwei Nationalparkführern begleitet und zweitens wurden einige Teilnehmer mit dem Privatwagen der Nationalparkführer abgeholt. Burg_Hohnstein_vom_Hockstein_aus_kleinDa es sich um eine Streckenwanderung handelte, waren mehrere Autos notwendig, damit auch irgendwie der Hin- und Hertransport funktionierte. Der vereinbarte Termin wurde äußerst genau eingehalten und so ging es in einem kleinen Autokonvoi von drei Fahrzeugen zum Endpunkt. Hier haben wir ein Auto stehen gelassen und sind weiter zum Ausgangspunkt der Wanderung an der Hocksteinschänke gefahren. Hier haben sich mir die beiden Nationalparkführer kurz vorgestellt. Den restlichen Teilnehmern der Führung brauchten sich die beiden nicht mehr vorstellen, da sie schon die ganze Woche mit ihnen unterwegs waren. Es waren Irina und Holger Natusch aus Dresden (www.iodnatusch.com).
Vom Parkplatz gingen wir bis zum Hockstein. Kurz vor dem Hockstein gab es auf der kleinen steinernen Brücke, der Teufelsbrücke, die erste ausführliche Erklärung dazu und dass diese auf mehreren Bildern von Malern in der Sächsischen Schweiz zu sehen ist. Nach wenigen weiteren Wandermetern erreichten wir dann die Hocksteinaussicht. Hier wies Hr. Natusch auf das kleine in den Felsen geritzte Muehlespiel_auf_Hockstein_kleinMühlespiel hin. Ich habe dieses Brettspiel auch schon mehrere Male gesehen und immer gedacht, dass es eine andere Variante von normalen Spuren der Touristen ist. Aber da habe ich wohl falsch gelegen. Es kann sich auch um ein 600 Jahre altes Überbleibsel der Burgwarte Hockstein handeln. Hier haben anscheinend die Wachen auch noch andere Beschäftigungen verfolgt, als das Tal zu bewachen. Ganz genau weiß man es aber nicht. Vom Hockstein ging es durch die Wolfsschlucht runter ins Polenztal. Diese Schlucht soll dem Librettisten Kind des Freischütz als Inspiration zur Wolfsschluchtszene gedient haben. Obwohl unsere gesamte Gruppe nur 7 Leute umfasste, zog sich der Abstieg doch ziemlich in die Länge. Kein Wunder, denn die enge Wolfsschlucht bietet doch fürs Auge und die anderen Sinne so viele Eindrücke von „schön bis schaurig“, so dass die entgegenkommende Gruppe sich in Geduld üben musste.
Im Polenztal sind wir ein kurzes Stück bachabwärts bis zum Schindergraben gewandert und dann durch diese Schlucht wieder aus dem Tal heraus gestiegen. Am Ende der Schlucht erfolgte eine ausführliche Erklärung zum ehemaligen Bärengarten und der Gedenktafel für Wilhelm Leberecht Götzinger. Kurz oberhalb der Gedenktafel erreichten wir den Weg, der sich oberhalb des Polenztales entlang schlängelt. Diesem sind wir dann nach rechts in Richtung Brandaussicht gefolgt. Nach ein paar Metern auf dem Weg haben wir noch einen Abstecher zur Gautschgrotte unternommen. Diese Schichtfugenhöhle ist ganz besonders interessant im Winter, wenn sich durch das kleine Rinnsal ein mächtiger Eiszapfen bildet. An ähnlichen Eisbildungen nahe Hohnsteins können sich dann die ganz besonders mutigen Kletterer im Eisklettern übern. Auch in der Grotte fiel mal wieder ein Spezialgebiet von Hr. Natusch auf. Er kennt sich gut mit allen möglichen alten Inschriften an Felsen in der Sächsischen Schweiz aus. In der Gautschgrotte war einmal eine Tafel angebracht, die aber leider verloren gegangen ist. Ihre Umrisse sind aber auch heute noch sehr deutlich zu sehen und genau auf solche Sachen hat Hr. Natusch auf der gesamten Führung sehr nett hingewiesen. Auf dem weiteren Weg von der Gautschgrotte in Richtung Brandaussicht sind solche Mengen an größeren und kleineren Inschriften in den Felsen zu sehen, dass ich wirklich sprachlos war. Zum Teil sind es Inschriften in Form eines Namens und einer Jahreszahl, dazu würde man heute sehr wahrscheinlich Inschrift_E_Simchen_1901_kleinGraffiti sagen, oder es sind richtig ausführliche Inschriften, die an irgend etwas Besonderes erinnern sollen. So befindet sich eine Inschrift auf einem Felsen, der gleich neben dem Weg liegt, die nur einen Namen (E. Simchen) und die Jahreszahl (1901) enthält. Eine weitere Inschrift befindet sich auf der linken Seite in einem Irina_und_Holger_Natusch_Inschrift_kleinFelsendurchbruch. Auch diese Inschrift ist nur eine Name, diesmal aber von einer russischen Stadt, ich glaube es war Wolgograd. Weiter ging es auf dem Weg mit der grünen Wegmarkierung grüner Strich immer in gleich bleibender Höhe in Richtung Brandaussicht. Erst als wir die Brandstraße erreicht haben, sind wir nach rechts abgebogen und bis vor zur Brandaussicht weiter gegangen. Hier hatten wir das riesige Glück, dass kaum ein anderer Wanderer da war und wir gleich zwei Tische in Beschlag nehmen konnten. Von der Brandaussicht haben wir den Ausblick bei herrlichem Sonnenschein und einem leckeren Eis genossen. So kann man sehr gut verstehen, warum diese Aussicht auch noch den Beinamen “Balkon der Sächsischen Schweiz” trägt. Hoch interessant war die Information, dass ab dem Frühjahr 2007 hier oben eine weitere Informationsstelle des Nationalparks Sächsische Schweiz öffnet. Heutzutage fällt schon der sanierte Zustand des Gebäudes auf. Was dem gegenüber leider noch ein bisschen fehlt. Schade, dass die jetzigen Pächter der Gaststätte ihren sehr freundlichen Service einstellen. Es soll aber schon ein Nachfolger in den Startlöchern stehen. Hoffentlich ist er auch so freundlich wie die jungen Leute, die bis jetzt die Gaststätte betrieben haben.
Von der Brandaussicht sind wir noch kurz zur Hafersackaussicht gegangen. Diese Aussicht ist, wenn man von der Brandaussicht kommt, rechts zu finden. Hier hat man einen prächtigen Blick auf den Tiefen Grund. Von der Aussicht ging es dann wieder das kleine Stück bis zur Brandstraße zurück. Die Brandstraße haben wir dann ungefähr 250 Meter bis zur Abzweigung in den Baumstumpf_Schulzengrund_kleinSchulzengrund verfolgt. Der Abstieg durch den Schulzengrund ist mit dem roten Strich roter Strich markiert und gehört für mich zu einem der schönsten Wege. Man hat zwar keine Aussicht, was bei einem Grund nicht wirklich ungewöhnlich ist, aber dafür sieht er genau so aus, wie ich mir eine Kernzone im Nationalpark vorstelle. Hier ist die Natur sich wirklich selber überlassen worden. Es liegen und stehen mächtige Buchen kreuz und quer herum. Das sieht wirklich toll aus und hier kann man sich sehr gut vorstellen, wie ein Urwald entsteht (falls man in Westeuropa überhaupt von Urwald sprechen kann). Wenn man sich einen von den umgefallenen Riesen näher ansieht, dann entdeckt man Tausende von kleinen Löchern. Hier haben die Holzwürmer angefangen, die erste sichtbare Zersetzung des Baumes zu beginnen. Ich fand es sehr überzeugend, was ich mal von einem Nationalparkranger gehört habe, dass ein Baum nach seinem Tod mit dem zweiten Leben anfängt. Das kann man im Schulzengrund sehr schön sehen. Über so einen Baum machen sich Tausende von Tieren und natürlich auch einige Pflanzen bzw. Pilze her und damit bietet der tote Baum dann noch eine weitere Lebensgrundlage. Der Abstieg von der Brandebene durch den Schulzengrund ist durch ein geringes Gefälle sehr angenehm. Am Ende des Grundes erreicht man das Polenztal in der Nähe der alten Waltersdorfer Mühle. Früher soll die Waltersdorfer Mühle ein äußerst beliebtes Ausflugslokal gewesen sein. In den letzten Jahren ist das Anwesen ziemlich heruntergekommen, aber erfreulicherweise kann man jetzt (2006) wieder Sanierungstätigkeiten und mindestens am Wochenende einen kleinen Gaststättenbetrieb erkennen. Die Floessrechen_im_Polenztal_kleinletzten 3 Kilometer der Führung gingen an der linken Bachseite der Polenz entlang. Kurz vor dem Parkplatz an der Frinzthalmühle haben wir noch einen kleinen seitlichen Abstecher zum Fangrechen gemacht. Wanderergruppe_Fangrechen_kleinHier war gerade ein ganz seltsamer Bagger damit beschäftigt, im Flussbett und neben dem Fangrechen herumzuwurschteln. Wie ich jetzt im Nachhinein gelernt habe, handelt es sich bei diesem Bagger um einen so genannten Schreitbagger, der mit einer gewaltigen Geländegängigkeit aufwartet. Die letzten paar Meter bis zum Parkplatz haben wir in aller Ruhe absolviert und damit war die Führung dann auch zu Ende. Jetzt mussten nur noch die beiden Autos am Ausgangspunkt wieder abgeholt werden und damit war eine sehr informative Runde abgeschlossen. Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit den beiden Nationalparkführern Irina und Holger Natusch zu gehen, und obwohl die Runde viel länger gedauert hat als zum Anfang angegeben, so ist sie an keiner Stelle langweilig gewesen. Jetzt verstehe ich auch, warum die restlichen Teilnehmer schon eine ganze Woche mit den beiden unterwegs waren.

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