Altarstein

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Ø 3,3 (139 Stimmen)
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Karte:
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Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 11,00 km
Höhenunterschied:
ca. 440 Meter
beste Reisezeit:
 
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Hinterhermsdorf und die Schleusen;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Hinterhermsdorf - Buchenparkhalle - roter Strich - Königsplatzweg - Königsplatz - Tunnel - Tunnelweg - Hollweg - Kirnitzschtal - grüner Strich - Brückengrund - Stimmersdorfer Weg - Altarstein - Brückengrundweg - Kirnitzschtal - roter Strich - Lindigtgründel - grüner Punkt - Aussicht Lindigtblick - Waldhusche - Eingang Aschehübel - Buchenparkhalle

Altarstein

Die Wanderung startet am großen Platzplatz der Buchenparkhalle. Die ersten paar Meter geht es auf dem roten Strich roter Strich in die Richtung der oberen Schleuse. Nach ungefähr 450 Meter zweigt der rote Strich nach rechts ab. Wenn vorher noch einige Wanderer unterwegs waren, um zur oberen Schleuse zu marschieren, so ist ab jetzt angenehme Wanderruhe eingekehrt. Der Weg führt über einen Wanderweg zu einer der schönsten Aussichten der Sächsischen Schweiz. Dass der Weg und der darauf folgende Aussichtpunkt einigermaßen angenehm ist, kann man auch an seinem Namen gut erkennen: Königsplatz/weg. Wenn man das Glück hat, an dieser wunderbaren Aussicht alleine zu sein, dann ist es sehr schwierig, sich wieder loszureißen.
Tunnel_von_unten_kleinVon der Aussicht geht es wieder ein paar Meter zurück, um dann den Berg über einige Stufen herabzusteigen. Eine witzige Stelle ist noch der so genannte Tunnelweg. Hier geht es tatsächlich durch einen kleinen Naturtunnel, der dadurch entstanden ist, dass ein paar Felsen in eine Felsspalte gefallen sind. Es geht weiter den Weg bergabwärts, bis man im Tal auf einen breit ausgebauten Forstweg trifft. Auf diesem Forstweg verlassen wir die rote Wegmarkierung und gehen nach rechts weiter runter ins Tal. Ungefähr 150 Meter hinter dieser Weggabelung, befindet sich links an der Felswand eine kleine Inschrift, die auf den Straßenbau von diesem Forstweg hinweist. Es geht weiter den breiten Forstweg ins Tal, bis man auf die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich kommt. Auf dieser Wegmarkierung geht es nach rechts 450 Meter an der Kirnitzsch entlang, bis der grüne Strich nach links abbiegt. Jetzt geht es aus dem Kirnitzschtal wieder heraus. Altarstein_von_unten_kleinDer Weg ist zum Anfang ein breiter Forstweg, der mit der Entfernung vom Kirnitzschtal immer schmaler wird und kurz vor dem Altarstein nur noch ein kleiner Pfad ist. Den Altarstein kann man kaum übersehen. Ich hatte den Altarstein schon mehrere Male auf Fotos gesehen und bin von einem Stein ausgegangen, der die Größe eines Tisches hat. Als ich dann vor ihm stand, war das eine ziemliche Überraschung. Man erkennt ihn sofort, da er gleich neben dem Weg liegt und ein unübersehbares Format hat. Auf der Seite des Weges befinden sich zwei unterschiedliche Inschriften:

Inschrift auf der rechten Seite des Altarstein:
Hier hielten verfolgte böhmische Protestanten unter Kaiser Ferdinand d. II um das Jahr 1630 Gottesdienste ab.

Inschrift auf der  Mitte des Altarstein:

Die Revierverwalter des Hinterhermsdorfer Reviers:
Haberlein um 1632 H. Schlegel 1855 – 1882
V. Müller 1668 – 1684 A. Plant 1882 – 1893
G. Kühnel 1684 – 1736 R. Sinz 1893 – 1903
G. Puttrich 1736 – 1771 C. v. Egidy 1903 – 1912
G. Felke 1771 – 1810 J. Hübner 1912 – 1921
E. Rinck 1810 – 1826 E. Schönfelder 1921 – 1931
E. Rudorf 1826 – 1834 Dr. Wobst 1931 – 1943
E. Voigt 1834 – 1845
F. Laube 1845 – 1855

Vom Altarstein geht es noch ein paar Meter weiter auf dem grünen Strich, bis dieser nach links abbiegt. Es geht weiter geradeaus, jetzt auf der Wegmarkierung roter Strich roter Strich. Der Weg geht langsam wieder runter ins Kirnitzschtal. Im Kirnitzschtal angekommen, geht es nach links 100 Meter dem Bachlauf folgend, um dann gleich wieder nach rechts den Berg hochzugehen. Der Weg ist weiterhin mit dem roten Strich gekennzeichnet. Lindigthoehle_kleinEs ist erst ein schmaler Pfad, der sich durch eine Schlucht den Berg hoch bewegt, dann aber als breiter Forstweg weiter verläuft. Nachdem man 250 Meter auf dem breiten Forstweg gegangen ist, erreicht man die Lindigthöhle. Die Höhle ist 12 Meter breit und 6 Meter tief. Mit diesen Ausmaßen ist es meiner Vorstellung nach nur ein Felsüberhang. Wären die Abmessungen anders herum, würde die Bezeichnung Höhle besser passen. Aber durch dieses Aussehen ist die Lindigthöhle sehr einfach zu finden. Das nächste Ziel dieser Wanderung ist jetzt der Lindigtblick. Dieser Aussichtpunkt liegt fast genau oberhalb von der Lindigthöhle. Es gibt nur einen legalen Weg zu dieser wirklich lohnenswerten Aussicht. Diesen Weg erreicht man, in dem man weiter auf dem roten Strich bis zur Wegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt geht. Wer an der Aussicht Königsplatz das Pech hatte, dass man die Aussicht nicht alleine genießen konnte, so wird man an dieser Aussicht ganz sicher niemanden treffen. Nachdem man lange genug die Ruhe und den schönen Ausblick genossen hat, geht es wieder zurück auf der grünen Wegmarkierung.
Waldhusche_Eingang_Aschehuebel_kleinMan könnte dieser Markierung bis zum Parkplatz an der Buchenparkhalle folgen. Es gibt aber noch einen kleinen Schlenker, den man sich nicht entgehen lassen sollte. 100 Meter nachdem man die breite Forststraße wieder erreicht hat, kommt einer der Eingänge zur Hinterhermsdorfer Waldhusche. Diesen Eingang, mit dem Namen Aschehübel, passiert man und dann geht es gleich nach rechts den blauen Wegmarkierungen hinterher. Der Weg führt an einigen interessanten und lehrreichen Plätzen vorbei.
Pflanzkamp_kleinWenn man der blauen Markierung nach rechts den Berg hoch folgt, erreicht man nach kurzer Strecke die erste Station. Die Station sieht im Moment etwas wild aus, aber dieses ist Absicht, da man aus dem Wald die ortsuntypischen Bäume entfernt hat. Jetzt soll auf diesem Berg wieder die typische Spielzeug_am_Pflanzkamp_kleinFelsriffbestockung der Sächsischen Schweiz (Kiefer, Lärche, Birke, Heidekraut) zurückfinden. Die nächste Station ist meiner Ansicht nach schon viel faszinierender. Die Station nennt sich Pflanzkamp und ist ein kleiner eingezäunter Bereich, in dem alle möglichen Bäume aus Samen großgezogen werden. Auch finde ich das Spielzeug sehr nett, an dem man herausfinden soll, welcher Zapfen zu welchem Baum gehört. Sehr gut gemacht. Hoffentlich macht das Ding keiner kaputt. Streunutzung_kleinWeiter geht es an der Seite vom eingezäunten Bereich entlang auf der blauen Markierung zur nächsten Station, der Streunutzung. Früher haben die Menschen die oberste Schicht des Waldes (Blätter und Nadeln) im Herbst für ihre Tiere eingesammelt. Welche Menge an Material dabei zusammen kommt ist an dieser Station sehr anschaulich dargestellt. Auf einem eingezäunten Bereich von 10 x 10 Meter ist die Streuschicht in einem nebenstehenden Behälter gesammelt worden. Es ist wirklich beeindruckend wie viel das ist. Station_Streunutzung_Behaelter_kleinDie nächste Station ist die Wildverbissstation. An dieser Stelle wird verdeutlicht, wie man die jungen Bäume vor dem Wild schützen kann und was passiert, wenn man die Pflanzen nicht schützt. An dieser Station verlassen wir die blaue Markierung und gehen einfach nur geradeaus zu einer meiner Lieblingsstationen: Station_Wurzeltunnel_kleindem Wurzeltunnel. Auch wenn ich schon häufig die unterschiedlichen Formen der Wurzeln im Wald gesehen habe, so sind diese Formenunterschiede an dieser Station auf wirklich einfache Art und Weise dargestellt. Vom Wurzeltunnel geht es auf der roten Markierung bis zum Parkplatz.
Damit hat man eine sehr schöne Runde durch die Sächsische Schweiz beendet. Auf dieser Wanderung hat es alles gegeben, was für mich für eine schöne Wanderrunde ausmacht: schöne Aussicht, einigermaßen Ruhe und so manches Interessante zu sehen.

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    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Hinterhermsdorf Erbgericht mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Hinterhermsdorf Buchenparkhalle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00 €

Aussichtsturm Winterberg

Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass ich in irgendeiner Online-Nachricht gelesen hatte, dass der Turm auf dem Großen Winterberg nach 30 Jahren wieder für Besucher eröffnet worden ist. Also bin ich auf die Internetseite des Großen Winterbergs (www.grosser-winterberg.de) gegangen und habe beim Herumstöbern diese Wanderung gefunden. Da dort stand, dass man für die Wanderung 9 Stunden einplanen soll, wollte ich mal herausfinden, ob ich das nicht schneller hinbekomme. Auf der Internetseite des Großen Winterbergs ist die Runde natürlich mit dem Startpunkt auf dem höchsten Berg der Sächsischen Schweiz beschrieben. Das ist für mich aber der falsche Punkt und deshalb beginnt meine Runde bei der Buchenparkhalle, ist aber sonst identisch mit der beschriebenen Runde vom Großen Winterberg. Ich habe die Wanderung zu Ostern 2009 durchgeführt und ahnte schon zum Start, dass nicht nur die Temperatur extrem sein würde. In Hinterhermsdorf waren bei der Buchenparkhalle schon 10°C, das änderte sich aber rasant mit dem Abstieg runter ins Kirnitzschtal. Dazu geht die Wanderung am Waldrand auf der Dorfseite die ersten paar Höhenmeter auf die Hackkuppe. Markiert ist der Weg hier mit dem gelben Punkt gelber Punkt. Auf der Hackkuppe hat man eine sehr schöne Aussicht über ganz Hinterhermsdorf bis rüber zum Weifberg bzw. dem Weifbergturm. Auf der anderen Seite der Hackkuppe geht es wieder den Hang hinunter und man passiert mindestens einen alten Steinbruch, in dem früher Basalt abgebaut worden ist. Spätestens an der nächsten Wegkreuzung entdeckt man mehrere Stationen der Waldhusche und auf der gegenüberliegenden Wegseite eine größere Aussichtsplattform. Von diesem Aussichtspunkt kann man über die Senke des Hinterhermsdorfer Dorfbaches und das Gelände der Informationsstelle Beize blicken. Diese Informationsstelle des Nationalparks Sächsische Schweiz soll auch der neuer_Kletteruebungspfad_Beize_kleinnächste Punkt der Wanderung sein. Um dorthin zu gelangen, bieten sich gleich drei unterschiedlichste Wege an. Zuallererst der langweilige Weg nach rechts und dann über die Zufahrtsstraße bis zum Haus, oder der schmale Zick-Zack-Weg auf der linken Hangseite, und dann gibt es noch den ganz neu eingerichteten (Anfang 2009) Kletterweg am Felsen unterhalb der Aussicht. Hier ist eine Kletterstrecke mit Klammern und einem Sicherungsseil am Felsen befestigt, die auch von Kindern selbstständig begangen werden kann, ohne dass die Mamis mal wieder um Jahre altern.
Der Informationsstelle des Nationalparks sollte man einen kurzen Besuch abstatten, um dann weiter runter ins Tal abzusteigen. Dieser Abstieg ist mit dem roten Strich roter Strich markiert. Nach wenigen Metern erreicht man einen kleinen Teich mit einem tollen Aussichtspunkt, von dem man perfekt das Leben im Teich beobachten kann. Am nächsten Wegknick verlässt man schon den markierten Weg und geht weiter geradeaus den Hang hinunter. Auf der linken Wegseite steht der Namensgeber des waldgeschichtlichen Freigeländes, die Waldhusche, und ein Schau-Kohlenmeiler. Die Wanderung erreicht bald den Dorfbach von Hinterhermsdorf und an diesem geht es nach links bergab. Der Abstieg bis runter zur Kirnitzsch ist sehr angenehm zu gehen und wird seltsamerweise nur sehr selten von anderen Wanderern genutzt. Dem relativ breiten Forstweg an der Kirnitzsch folgt man auch weiterhin bergabwärts. Hier ist die Wanderung mit dem blauen Strich blauer Strich markiert. Auch wenn die blaue Markierung bald die Kirnitzsch verlässt, so geht es noch weiter an der Kirnitzsch entlang, bis nach links die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich in die Richtung des Zeughauses abbiegt. Kirnitzsch_am_Dreisteigensteg_kleinHier wird die Wanderung das erste Mal etwas anstrengender, da es doch relativ steil den Dreisteigensteig hoch geht. Dieser Aufstieg ist nicht nur steil, sondern auch noch durch ziemlich großes Wurzelwerk relativ uneben. Aber man wandert halt in der Natur und so will man nicht schon hier klagen. Der markierte Wanderweg führt bis zum Zeughaus. Hier könnte man schon das erste Mal einkehren, aber das empfiehlt sich in dem Stadium der Wanderung noch nicht.
Am Zeughaus biegt man nach rechts in Richtung des Großen Zschand auf die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich ab. Die Wanderung geht noch ein paar Meter den Großen Zschand runter, um dann aber auf die Zeughausstraße hoch zum Hinteren Raubschloss bzw. Winterstein abzubiegen. Auch wenn die Wanderung schon so einige Höhenmeter aufweist, sollte man unbedingt bis auf das Hintere Raubschloss hochklettern. Lorenzsteine_vom_Hintern_Raubschloss_gesehen_kleinDer Aufstieg ist schon etwas anspruchsvoller, aber dafür ist die Aussicht auch gigantisch. Nach diesem etwas größeren Abstecher geht es weiter der roten Wanderwegmarkierung hinterher. Der Weg schlängelt sich unterhalb der Bärenfangwände entlang, bis die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich kreuzt. Hier wird die rote Markierung verlassen und es geht über einen ganz angenehmen Aufstieg durch die Heringslöcher aufwärts. Mit diesem Aufstieg bewältigt man 220 Höhenmeter, die aber gar nicht so unangenehm auffallen. Kleiner_Winterberg_vom_Hinteren_Raubschloss_kleinWenn man aber auf den höchsten Berg der Sächsischen Schweiz möchte, dann lässt sich das ohne Höhenmeter kaum bewältigen. Bis jetzt war der Große Winterberg, zumindest von der Aussicht her, immer eine Enttäuschung. Aussichtsturm_Grosser_Winterberg_kleinHier oben gibt es zwar eine ganz nette Möglichkeit einzukehren und man konnte behaupten, auf dem höchsten Berg der Sächsischen Schweiz gewesen zu sein, aber die Buchen rundherum verhindern jegliche Sicht. Das ist jetzt durch die Sanierung des Aussichtsturms wieder anders geworden. Die Aussicht ist zwar immer noch nicht perfekt, aber man kann schon ganz gut einen Rundblick erhalten. Ein paar Bäume sind leider zu hoch und die südwestlichen Ausläufer des Winterbergs versperren die Aussicht, aber so ist es schon viel besser als früher. Ganz besonders toll ist, wie schön der Aussichtsturm saniert worden ist. alte_Wandinschriften_Aussichtsturm_kleinInzwischen ist eine ganz neue Holzkonstruktion mit einer mächtigen Schutztüre auf den Turm gesetzt worden und im Treppenhaus sind die alten “Graffitis” erhalten geblieben. Verbotsschild_Beschreiben_von_Waenden_Winterberg_kleinSehr schön ist auch das Gemälde im unteren Teil des Treppenhauses mit der Inschrift: “Das Anschreiben der Wände wird nicht gestattet; 1851”. Anscheinend hat ein Verbotsschild auch damals schon ähnliche Wirkungen gehabt wie heute.
Die Wanderung führt nach diesem Zwischenstopp weiter auf dem Seitenweg des Großen Winterbergs. Dazu wandert man hinter dem alten Eishaus, welches heute ein Informationshaus des Nationalparks ist (das zweite auf dieser Wanderung), ein paar Meter auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich weiter. Nach einer Strecke von 300 Metern erreicht man den Fremdenweg, der früher den Weg zum Prebischtor und an der Grenze entlang ermöglichte. Aus dieser Zeit stammen vermutlich auch die unterschiedlichen Steinsäulenwegweiser mit den heutzutage verbotenen Wegen. Ein paar Meter vor dem Katzstein, einem einsam stehenden Felsen am Wegesrand, verlässt man den blauen Strich und folgt dem grünen Punkt grüner Punkt in die Richterschlüchte. Die ersten paar Meter bis ungefähr zum Krinitzgrab sind sehr angenehm zu gehen, danach wechselt der Untergrund in ein ziemlich hubbeliges Murmelfeld. Dabei handelt es sich aber auch nur um ein kurzes Stück von schätzungsweise 200 – 300 Meter, denn danach ist schon der Grund der Richterschlüchte erreicht und man kann wieder normal weiter wandern.
Die Richterschlüchte enden im Großen Zschand. Von der groben Richtung her musste die Wanderung eigentlich nach rechts weiter gehen, aber dann würde man den tollen Weg an den Thorwalder Wänden verpassen. Deshalb wird der Große Zschand noch ein ganzes Stück (fast einen Kilometer) nach unten verfolgt, um dann nach rechts auf die bekannte Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich abzubiegen. Um den Weg an den Thorwalder Wänden zu erreichen, muss man wieder mal ein paar Meter (ca. 400 Meter) aufsteigen. Dann biegt die Wanderung nach rechts ab. Der gesamte Weg an den Thorwalder Wänden ist mit dem grünen Strich markiert, aber es ist auch gar nicht schwierig, den passenden Weg hier entlang zu finden, da es weit und breit keinen abzweigenden Weg gibt. Bis vor ein paar Jahren war das Geschlängel unterhalb der Felswände ein Geheimtipp und nur für Genießer des Wanderns. Dadurch, dass diese Strecke aber wirklich in jedem Wanderführer (inklusive unserer Internetseite) ganz besonders gelobt wird, haben sich die Wandererzahlen doch deutlich erhöht. Nach fast einer Stunde auf dem Thorwalder Wände Weg erreicht man die Hickelhöhle. Wie bei einigen Höhlen der Sächsischen Schweiz handelt es sich auch hier eher um eine breitere als tiefe Höhle. Dafür aber um ein schon ziemlich imposantes Gebilde.
Die Hickelhöhle ist aber auch das Kennzeichen, dass der horizontale Pfad jetzt zu Ende ist und es über die Thorwalder Wände hinweg geht. Auf der westlichen Seite führen ein paar Stufen auf die Felsen hinauf und dann geht es auch schon wieder über Stufen in die Hinteren Pechschlüchte hinunter. Das nächste Ziel der Wanderung ist der Altarstein, der aber sehr einfach neben dem grün markierten Wanderweg zu finden ist. Zum Altarstein verirrt sich kaum noch jemand, obwohl er gleich neben einem offiziellen Wanderweg steht. Irgendwie ist diese Ecke der Sächsischen Schweiz so abgelegen, dass doch einige Wanderer von der Entfernung abgeschreckt werden.
Das ändert sich aber schon mit dem Erreichen des Kirnitzschtals wieder. Auch wenn man nicht von Besuchermassen sprechen kann, so sind doch hier schon ein paar mehr Wanderer und auch manchmal Radfahrer unterwegs. Ab dem Kirnitzschtal folgt die Wanderung der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich. Der Weg durch das Kirnitzschtal ist ein ganz besonders schöner Weg. Zuerst ist es noch ein breiter Forstweg, der auch von so manchem Fahrzeug genutzt wird, aber spätestens ab dem Grenzübergang Hinterdittersbach wandelt sich der Weg in einen beschaulichen Pfad. Kirnitzsch_von_oben_kleinZum Anfang verläuft die Wanderung so ziemlich auf der Höhe des Baches entlang, aber nach ungefähr ⅓ der Strecke wird das Tal zu eng und es geht ein Stück am Hang hinauf. Zwischendurch muss auch mal eine Höhle als Streckenverlauf genutzt werden. Ungefähr nach einer Stunde Wanderung an der Kirnitzsch erreicht man die untere Bootsstation der Oberen Schleuse. Diesen Spaß einer kleinen Bootstour sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Richtung von unten nach oben fahren auch viel weniger gestaute_Kirnitzsch_kleinGäste und so kann es schon mal vorkommen, dass der Bootsführer eine Einzelfahrt für einen unternimmt. Das macht er natürlich nicht, weil er so besonders menschenfreundlich ist, sondern um seinen Kahn für die nächste Fuhre Besucher nach oben zu bringen. Mit der Bootstour hat man dann auch noch mal die Chance, sich so einigermaßen zu erholen, da es hinter der oberen Bootsstation noch mal richtig bergauf geht. Da ich im gesamten Kirnitzschtal keinen einzigen Wanderer getroffen hatte und es schon so aussah, als wenn der Bootsbetrieb eingestellt wäre, bin ich auf dem Parallelweg zur Kirnitzsch gewandert. Auf halber Strecke kam mir dann doch tatsächlich noch ein Boot entgegen. Diese kleine Erholung hätte mir eigentlich schon ganz gut getan, da die Wanderung doch mächtig anstrengend war. Aber so bin ich hinter der oberen Bootsstation den Berg hoch gekrochen. Obwohl der Aufstieg eigentlich ganz human ist, so kam er mir diesmal doch ziemlich lang vor. Aber eigentlich ist es auch gar kein Wunder, denn immerhin ist die Wanderung 31 Kilometer lang und fast 1.200 Höhenmeter sind zu absolvieren. Die Buchenparkhalle wird über den blau markierten Wanderweg erreicht und damit ist eine spitzenmäßige Wanderung zu Ende gegangen. In dieser Wanderung ist wirklich alles eingebaut, was die hinterste Ecke der Hinteren Sächsischen Schweiz bietet und ich freue mich, dass die Empfehlung des Großen Winterbergs so gut gelungen war. Ein kleiner Nachtrag noch: Ich habe die angegebene Wanderzeit um ½ Stunde unterschritten, aber es war schon zum Teil ein ziemliches Geflitze, da ich ja zum allabendlichen Grillen wieder rechtzeitig zu Hause sein wollte.

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Der Weg ist das Ziel

Von Hinterhermsdorf hatte ich in unserer Tagespresse gelesen, dass eine große Lauf-, Radfahr- und Wanderveranstaltung durchgeführt würde. Da ich zu der eigentlichen Veranstaltung keine Zeit hatte, habe ich mir die Strecken, die zum Wandern vorgesehen waren, mal angeguckt und gleich beschlossen, dass die Strecke „24 km Nationalpark-Trail Wandern“ für eine Vorabwanderung das Richtige ist. Beschrieben wurde die Runde wie folgt:
24 km Nationalpark-Trail
Titel: Panoramatour 24 km Laufen, Walken, Wandern, Radeln – GPS
Distanz: 24 km
Höhenmeter: 600 hm
Belag: Unbefestigter Weg
Kategorie: Laufen Nordic Walking
Ich habe mir die GPS-Koordinaten für die Strecke heruntergeladen und bin zum Startpunkt in Bad Schandau gefahren. Dadurch, dass ich die Wanderung einen Tag früher unternommen habe als offiziell geplant war, waren keinerlei Beschilderungen zu erwarten, aber wozu hat man die GPS-Strecke? Gleich vom Marktplatz in Bad Schandau geht es über die Kirchstraße hoch zur Poststraße und dort nach rechts. Schon nach wenigen Metern erreicht man die Kirnitzsch. Auf der gegenüberliegenden Bachseite befindet sich der Stadtpark von Bad Schandau, Luther_Denkmal_Bad_Schandau_kleinder nur einmal durchquert werden muss und gleich links neben dem Hotel Lindenhof beginnt der Aufstieg aus dem Elbtal. Schon nach ein paar wenigen Metern auf dem sogenannten Lutherweg hat man eine sehr nette Aussicht über die Dächer von Bad Schandau und erreicht das große Lutherdenkmal. Im Ursprung ist das Denkmal schon im Jahre 1817 Aussicht_oberhalb_Lindenhof_auf_Schandau_kleinangelegt und um 1900 noch mal erneuert worden. Es ist ganz schön seltsam, dass man hier oben fast nie jemanden antrifft, obwohl es eine sehr nette Stelle ist. Wenn man sich die Felswand genauer ansieht, dann kann man sogar die Jahreszahl 1796 am rechten Rand entdecken. Die Wanderung führt den Lutherweg weiter aufwärts und passiert noch einmal eine nette Aussicht ins Elbtal. brauner_Luchs_Ostrau_kleinHier steht gleich hinter einer Bank ein geschnitzter Luchs, was auch ein Hinweis auf die nächste Zwischenstation der Wanderung ist. Am Aufzug, mit dem man von Bad Schandau nach Ostrau hoch fahren kann, befindet sich ein Gehege mit zur Zeit zwei Luchsen. Es handelt sich um Vater und Sohn, die Mutter hat sich mit einem gewagten Sprung von einem Baum von dannen gemacht.
Der Aufstieg endet an den Häusern von Ostrau und es geht auf dem Ostrauer Ring weiter. Hier fallen gleich mehrere sehr große Häuser auf, die zwar alle unterschiedlich aussehen, aber trotzdem dem gleichen Stil entsprechen. Es handelt sich um frühe Fertighäuser, die nun immerhin schon ein Jahrhundert hier stehen und einfach eine nette Abwechslung schoene_Sendig-Villen_kleinauf dieser Wanderung sind. Am Ende des Ostrauer Rings erreicht man eine schöne Aussicht über die Ostrauer Scheibe rüber zum Falkenstein und den Schrammsteinen. Blick_Ostrau_auf_Falkenstein_Schrammsteine_kleinAls nächstes folgt man der Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt in die Richtung der Falkensteinklinik bzw. dann weiter in Richtung Schrammsteine. Seltsamerweise muss man vom Ortsausgang bis zum nächsten Parkplatz auf der Landstraße entlang wandern. Das ist zum Glück nicht so besonders schlimm, da nur wenige Fahrzeuge hier entlang fahren, aber so richtig angenehm ist wandern auf einer Landstraße nie. Ab dem Parkplatz geht es weiter auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich in Richtung Schrammsteine. Auf der rechten Straßenseite befindet sich die Zufahrt zum Zschiehädelhof (www.zschiehaedelhof.de), wo eigentlich ein guter Haltepunkt für eine Stärkung wäre, wenn man nicht gerade erst losgegangen wäre.
Die Wanderung folgt weiterhin der roten Markierung, auch wenn die Fahrstraße nach rechts abbiegt. Hier wird der Weg für eine Wanderung wieder angenehmer und es geht über eine riesig lange Strecke durch den Wald der Hinteren Sächsischen Schweiz. Nach ein paar hundert Metern passiert man ein paar Häuser auf der rechten Wegseite und gegenüber weist eine frisch sanierte Sandsteinsäule den Weg in Richtung der Hohen Liebe und der Schrammsteine. Die Wanderung verlässt am Steinbrecherweg die rote Wanderwegmarkierung und wechselt auf den grünen Strich grüner Strich. Es geht über einen angenehmen Waldweg weiter bis zum Wenzelweg. Dieser ist eine breite Forststraße, die zwar einfach zu wandern, aber nicht gerade interessant ist. Nach ein paar hundert Metern biegt der grün markierte Wanderweg nach rechts ab und folgt dem Zeughausweg. Blick_von_Untere_Affensteinpromenade_auf_Blossstock_kleinAuf der linken Wegseite wird die große Wildwiese passiert. Hier wäre es eigentlich viel netter, auf der gegenüberliegenden Seite entlang zu wandern, da man von dort einen schönen Blick auf die Felsen der Schrammsteinkette hat, aber die geplante Strecke führte über den Zeughausweg. Die Wanderung bleibt weiterhin auf dem Zeughausweg, auch wenn sich zwischendurch die Wegmarkierung auf den grünen Punkt grüner Punkt ändert. Der Weg schlängelt sich in größeren Schleifen unterhalb der Affensteine entlang und bietet zwei Mal einen Blick nach vorne auf die Felsnadeln Brosinnadel und Bloßstock.
Nachdem der Bloßstock einmal umrundet wurde, erreicht man den Dietrichsgrund und damit die bekannte Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich. Dieser kennzeichnet in diesem Fall die Zeughaustraße, der man nach rechts folgt. Auch wenn die Wanderwegmarkierung schon bald von dem breiten Forstweg abbiegt, so folgt man weiterhin der Zeughausstraße. Nach etwas weniger als 2 Kilometern auf der Zeughausstraße kann man auf der rechten Wegseite so einige Tannenbäume entdecken. Nachdem es fast nur noch Fichten in der Sächsischen Schweiz gab, sind alle diese Tannen in den letzten Jahrzehnten angepflanzt wurden. Langsam entwickeln sie sich zu großen Bäumen.
Bald erreicht man auf der rechten Wegseite die Blick_von_unten_auf_Quenenwiese_kleinQuenenwiese und hier wandert man mal wieder ein paar wenige Meter auf der grünen Wanderwegmarkierungen grüner Strich, bis nach 100 Metern die Zeughausstraße nach rechts abbiegt. Die Zeughausstraße wird jetzt mal wieder zu einer stinklangweiligen Forststraße, die sich schnurgerade durch den Wald zieht. Zwischendurch freut man sich schon, wenn ein Ameisenvolk eine Fichte mit deutlich sichtbaren Spuren aushöhlt. Bevor man den Großen Zschand erreicht, kann man durch den Wald nach vorne den Großen Teichstein erahnen. Nachdem der Große Zschand und damit die rote Wanderwegmarkierung roter Strich erreicht sind, wandert man nach rechts weiter. Obwohl der Große Zschand auch einer von den breiten Waldwegen ist, ist er doch kein langweiliger Forstweg. Nationalparkinformationshaus_Zeughaus_und_Teichstein_kleinSpätestens nach ½ Kilometer steht auf der rechten Seite eine Nationalparkinformationsstelle, in die man unbedingt einen Abstecher unternehmen sollte. In jedem Nationalparkhaus wird ein anderes Thema behandelt und so ist jedes einen Abstecher wert. Im Fall des Hauses am Zeughaus ist es das Thema der Jagd. Sobald man aus der Informationsstelle wieder heraustritt, sieht man vier hölzerne Liegen und einen Rastplatz auf der Wiese. Von dort hat man einen sehr schönen Blick auf die Felsen des Großen Teichsteins. Der Platz bietet sich ganz hervorragend für eine Rast an. Wer denn mehr auf richtiges Essen steht oder sogar an einer akuten Unterhopfung leidet, für den bietet sich natürlich der Biergarten oder die Gaststube gleich nebenan an.
Nach diesem ziemlich abwechslungsreichen Fleckchen geht es auf der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich weiter. Noch in dem Bereich des Zeughauses passiert man einen der vielen Wettin-Plätze, die an die 800-jährige Herrschaft (1089 – 1889) der Wettiner in Sachsen erinnert. Der relativ leicht ansteigende Waldweg heißt seltsamerweise Saupsdorfer Weg. Da diese Bezeichnung nun wirklich nicht so richtig schlüssig erscheint, wird der Weg aber auch manchmal Hinterhermsdorfer Weg genannt. Immerhin ist in eine Felswand die Jahreszahl 1828 eingemeißelt Zugang_Baerenfang_Saupsdorfer_Weg_kleinDer Weg führt über den Sattel zwischen Teichstein und Thorwalder Wänden und dann hinunter ins Kirnitzschtal. Noch bevor der Weg aber hinunter führt, weist nach links ein Schild auf den historischen Bärenfang hin. Damit es nicht ganz so langweilig ist, kann man hier einen kurzen Abstecher unternehmen.
Im Kirnitzschtal angekommen, geht es nach rechts weiter den Bach aufwärts. Hier kommen als leere_Niedere_Schleuse_Kirnitzschtal_kleinAbwechslung die Niedere Schleuse, eine Schwarzpulverkammer und die Marienquelle. Der eigentliche Bachlauf ist auch ganz abwechslungsreich. sprudelnde_Marienquelle_Kirnitzsch_kleinAuch wenn schon so einige Male nach links Hinterhermsdorf ausgeschildert ist, so wandert man doch erst 3 Kilometer durch das Kirnitzschtal, um dann zum Rudorfstein abzubiegen. Ausgeschildert sind hier die Lindigtstraße und mal wieder Hinterhermsdorf. Inschrift_am_Rudorfstein_kleinDer Rudorfstein ist eigentlich eine unscheinbare Felsmurmel am Wegesrand, bei der unter einem Felsüberhang eine Inschrift aus dem Jahre 1833 auf den Bau der Lindigtstraße hinweist. Die Steigung ist, wie so ganz typisch für eine Forststraße, sehr angenehm und so geht es immer weiter hinauf in Richtung Buchenparkhalle. Zwischendurch stößt auch noch die rote Wanderwegmarkierung roter Strich auf die Forststraße und nach wenigen Metern auf dieser Markierung kann man links vom Weg die Lindigthöhle entdecken. Sie ist eine der typischen Schichtfugenhöhle des Sandsteingebirges, die aber dafür schon relativ groß ist. Zwischendurch regnerischer_Blick_auf_Hinterhermsdorf_kleinwechselt die Markierung der Lindigtstraße von dem roten Strich in einen grünen Punkt grüner Punkt, welchen man bis hinein nach Hinterhermsdorf verfolgt. Zwischendurch wird die Buchenparkhalle und damit eine Möglichkeit, sich zu stärken, passiert. Von der Buchenparkhalle bzw. der Buchenstraße hat man einen netten Blick über Hinterhermsdorf. In der Verlängerung der Buchenstraße erreicht man das Haus des Gastes und damit das Ziel der Wanderung.
Für mich war diese Wanderung eine Enttäuschung. Entweder habe ich irgendetwas falsch verstanden, aber mit der Beschreibung „Panoramatour 24 km Laufen, Walken, Wandern, Radeln“ hätte ich mir eine ganz andere Qualität vorgestellt. Auf dieser Strecke gab es nur am Anfang und Ende einen Blick in die Landschaft. Der restliche Weg führte über breite Forststraßen querfeldein durch die Hintere Sächsische Schweiz und war damit ziemlich langweilig. Vermutlich hätte ich mir die Strecke vorher genauer ansehen sollen, dann hätte ich gesehen, dass es an keiner Stelle auf Felsen hoch geht. So wie diese Strecke jetzt ist, kann man sie dazu benutzen, in einer Gruppe zu wandern und sich dauerhaft zu unterhalten oder über eine lange Zeit unterwegs zu sein und sich Gedanken über Gott und die Welt zu machen. Auf jeden Fall wird man nicht durch besonders spektakuläre Blicke in die Landschaft abgelenkt.

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Dorfrundgang Hinterhermsdorf

Wenn man in der Nähe von Hinterhermsdorf wandert, trifft man automatisch auf kleine Informationstafeln zum Heimatkundlichen Dorfrundgang. Der Startpunkt und die Übersichtstafel zu diesem Spaziergang befinden sich am Erbgericht im Zentrum von Hinterhermsdorf. Auf der größten Tafel zu diesem Dorfrundgang befindet sich auch ein Lageplan der einzelnen Tafeln/Stationen im Ort. Damit lässt sich der Rundgang ganz hervorragend nachvollziehen bzw. auch mit einem fehlenden Schild weiter führen. Deshalb gibt es den Plan auch hier noch mal zum Ausdrucken:

Plan_der_Stationen_Dorfrundgang_Hinterhermsdorf

Vom Parkplatz/Erbgericht geht es zuerst in Richtung Buchenparkhalle (südliche Richtung) und schon gleich an der ersten Hausecke hängt die Informationstafel Nr. 1. Auf der Tafel wird sehr überzeugend die Herkunft des Namens Hinterhermsdorf erklärt und kurz auf die historische Entwicklung des Erbgerichts eingegangen. Von dem großen Platz vor dem Erbgericht geht es nur um das Haus mit der Tafel Nr. 1 herum und dann gleich nach rechts auf der kleinen Gasse weiter. Schon nach wenigen Metern stößt die Gasse wieder auf die Fahrstraße (Schandauer Straße). Gleich am Gemeindehaus hängt die Tafel Nr. 2 mit einer Auflistung der ehemals in Hinterhermsdorf alte_Schule_neuer_Dorfplatz_Hinterhermsdorf_kleinangesiedelten Geschäfte und dass es sogar mal eine Tankstelle mitten im Ort gegeben hat. Für die nächste Tafel (Nr. 3) spaziert man ca. 25 Meter die Schandauer Straße weiter bis zu dem schön gestalteten Platz mit dem Brunnen. Mindestens zweimal im Jahr (Weihnachten und Ostern) wird dieser Brunnen super schön geschmückt und daran kann man auch immer wieder feststellen, dass es eine gut funktionierende Dorfgemeinschaft gibt. Auf der Rückseite des Brunnens hängt die Tafel Nr. 3, die den Dorfplatz und das ehemalige Schulgebäude erklärt. Was auf der Tafel verschwiegen wird ist, dass das Schulgebäude vor ein paar Jahren durch ein Feuer ganz böse zerstört wurde und jetzt wieder so wunderbar aufgebaut worden ist.
Die nächste Tafel befindet sich gleich auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes. Auf der Tafel Nr. 4 wird das Verhältnis der Hinterhermsdorfer zum Wald in den vergangenen Jahrhunderten beschrieben. Heutzutage befinden sich zwar auch noch große Waldflächen um den Ort herum, aber nachdem jegliche Forstarbeiten weitläufig in mindestens ganz Sachsen ausgeschrieben werden, haben die Bewohner von Hinterhermsdorf kaum noch eine Chance auf Arbeitseinsätze in der Nähe ihres Wohnortes. Auch wird das dann gewonnene Holz nicht in der Nähe des Waldes verarbeitet, sondern mit riesigen LKWs kreuz und quer durch das Land gefahren.
Um das nächste Schild zu entdecken, geht es von der Schandauer Straße weg und in östliche Richtung auf der Zufahrt weiter. Nach 30 Metern erreicht man einen der ursprünglich 13 Bauernhöfe von Hinterhermsdorf. Bauernhof_Tafel_5_Hinterhermsdorf_kleinPassend zu der eigentlichen Tafel Nr. 5 befindet sich noch gleich daneben eine Tafel mit den einzelnen Gehöften und den dazugehörenden Feldern. Es sieht auf der Tafel schon ziemlich seltsam aus, wie die riesig langen Felder in einem Bogen verlaufen, aber praktisch ist das einfach nur das Ergebnis der Landschaftsform. Noch heute kann man die ursprünglichen Felder sehr gut in der Natur erahnen, da mehrere Feldwege in der Bogenform aus dem Ort herausführen.
Die Wanderung führt noch ein paar Meter (ca. 30 Meter) in die Richtung der Felder, bis die erste Möglichkeit nach links abbiegt. Diese kleinere Dorfstraße führt parallel zum Feldrand und muss nur einmal, nach 50 Metern, kurz für die Tafel Nr. 6 nach links verlassen werden. Hier befindet sich ein wirklich sehr schön aussehender Bauernhof, der zwar über der Türe die Jahreszahl 1840 trägt, aber diese Steine sind nach einem Brand 1890 einfach nur wiederverwendet worden. Die nächste Tafel befindet sich wieder an der Dorfstraße, die parallel zum Feld verläuft und so geht es wieder bis zu dieser zurück und dann nach links. Die Tafel mit der Nr. 7 befindet sich auf der rechten Seite an einer Scheune und beschreibt sehr gut, was und in welcher Zahl sich früher in einem Bauernhof befand. Bevor man die nächste Tafel erkundet, bietet sich hier auch noch ein kurzer Abstecher in die Gaststätte Zum Wanderstübel (www.wanderstuebel.de) an. Hier kehren nicht nur die Wandersleute gerne ein, sondern auch die Einheimischen.
Für die nächste Tafel geht es noch ein kurzes Stück in der Verlängerung der Dorfstraße parallel zum Feld weiter. Hier befindet sich nur noch eine Wiese, aber mit einem deutlich zu erkennendem Trampelpfad. Bald erreicht man einen Garagenplatz und ein weiteres Gehöft. Die Tafel Nr. 8 befindet sich an der Zufahrt zum Grundstück und erklärt, dass eigentlich die Felder früher für eine wirtschaftliche Nutzung zu klein gewesen sind und erst durch eine spätere Erweiterung in westliche Richtung vergrößert wurden. Durch diese Maßnahme war auf einmal dieses Gehöft das größte von Hinterhermsdorf.
Der Spaziergang führt jetzt von der nordwestlichen Seite von Hinterhermsdorf weg und steigt runter zur Hauptstraße, der schon bekannten Schandauer Straße. Genau zu dieser Straße liefert die Tafel Nr. 9 dann auch die passenden Informationen. Es ist schon ziemlich verwunderlich, dass die heutige Hauptzufahrtsstraße erst im Jahre 1874 gebaut worden ist. Links neben der Tafel vom Heimatkundlichen Dorfrundgang hängt eine viel traurigere Tafel. Von diesen Steintafeln hängen so einige auf der Strecke von Neustadt über Sebnitz rüber nach Böhmen. Sie handeln vom Todesmarsch Schwarzheide und einem sehr dunklem Teil der deutschen Geschichte. Aber es soll auf dieser Wanderung eher zum Thema Hinterhermsdorf weiter gehen und so wird die nächste Tafel in Richtung Dorfmitte gesucht. Die Tafel Nr. 10 hängt am Gasthof Zur Hoffnung (www.gasthof-zur-hoffnung.de)  und erzählt die Geschichte dieser Gaststätte und Pension. Es ist schon ziemlich beeindruckend, Schild_Gasthof_zur_Hoffnung_Hinterhermsdorf_kleinwenn man überlegt, dass hier schon seit mehr als einem Jahrhundert Urlauber mit Stärkung und Unterkunft versorgt werden. Sehr nett ist auch das Schild gleich über der Haustür: „Gasthof zur Hoffnung. Schöner schattiger Garten. Freundliche Zimmer mit guten Betten. Warme und kalte Speisen zu jeder Tageszeit. Gutgepflegte Biere und Weine. Ausspannung. Hochachtend Wilhelm Richter.“ Das ist eine nette einladende Begrüßung und kann auch über 100 Jahre später noch begeistern.
Die Tafel Nr. 11 steht wieder ein paar Meter weiter in Richtung Dorfmitte, aber diesmal auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Das ist ziemlich komisch, da gerade auf dieser Tafel das Haus Schandauer Straße 68 beschrieben wird. Ein zweites Thema dieser Tafel ist der Untergrund mit der Grenzlinie Lausitzer Verschiebung zwischen Granit und Sandstein.
Tja und ab dieser Stelle fing bei uns das Elend mit den Tafeln an. Von der Tafel Nr. 11 verlässt der Heimatkundliche Dorfrundgang die Schandauer Straße und führt über die Straße namens Dorfbachweg weiter. Blöderweise waren im Winter 2011/2012 hier alle Tafeln verschwunden und meistens haben wir nur noch die Pfosten mit den Anschraubspuren entdeckt. Ob die Tafeln nur zur Überholung im Winterschlaf waren oder irgendwelche Vandalen sie abgerissen haben, konnten wir bis jetzt nicht herausfinden, aber wir werden die Stelle ganz sicher noch ein paar Mal anschauen. Dann wird es natürlich eine Aktualisierung zu den Tafeln 12 – 15 geben.
Die nächste Tafel befindet sich dann, wenn man den Dorfbachweg in Richtung Dorfmitte spaziert, gleich am Anfang der Straße namens Beize. Geburtshaus_Wildschuetz_Jans_Carl_Gottlieb_Dietrich_kleinDas erste Haus auf der linken Seite ist richtig schön wieder hergerichtet worden und die Tafel Nr. 16 erklärt, dass in dem Haus der Wildschütz Carl Gottlieb Dietrich (auch Jahnslieb oder Jans genannt) geboren ist und gewohnt hat. Der Name Jans taucht im Bereich Hinterhermsdorf gleich an ganz vielen Stellen auf, so gibt es einen Janslochweg, ein Jansloch, einen Jans Fang usw. Von der Tafel geht es ungefähr 100 Meter auf der Straße namens Beize in Richtung Ortausgang, bis die erste Möglichkeit, nach links abzubiegen, kommt. Blick_auf_Ortsmitte_Hinterhermsdorf_von_der_Beize_kleinEs handelt sich um einen kleineren Pfad, der als Verbindungsweg zu den Häusern links der Straße dient. Sehr komisch ist, dass die dann erreichte Straße keinerlei Verbindung mit der vorhergehenden hat, aber auch Beize heißt. Kurz bevor man die Straße erreicht, befindet sich die Tafel Nr. 17. Auf ihr wird sehr schön aufgezählt, welche unterschiedlichen Berufsgruppen es im Jahre 1850 in Hinterhermsdorf gab. Sehr interessant ist, dass es insgesamt 148 Häuser gab und darin 1148 Einwohner lebten. Bauernhof_Beize_Hinterhermsdorf_kleinHeutzutage dürfte es, im Gegensatz zu damals, ungefähr die Hälfte oder sogar nur noch 1/3 der Bewohner pro Haus sein. Die Berufsbezeichnung Hausierer ist aus heutiger Sicht die seltsamste in der Aufzählung, aber sie beschreibt die Mitmenschen, die die Waren aus Hinterhermsdorf in das umliegende Land verteilten.
Die nächste Tafel befindet sich gleich an den Blumentopf_mit_Jahreszahl_1849_Hinterhermsdorf_kleinersten Häusern und erklärt die Herkunft des Namens Beize. Außerdem werden auf der Tafel Nr. 18 die beiden südlichsten Bauernhöfe erklärt. Beide befinden sich schon im Bereich des Sandsteins und kämpfen dadurch mit fehlendem Grundwasser und außerdem sind die Grundstücke für einen wirtschaftlichen Betrieb zu klein. Gleich unterhalb der Tafel steht ein Blumentopf, der ganz bestimmt vorher eine ganz andere Funktion hatte. Sehr interessant ist, dass eine Jahreszahl eingemeißelt ist: 1849.
Die nächsten beiden Tafeln Nr. 19 und 19a stehen an der Buchenstraße und beschreiben, dass diese Straße schon wirklich uralt ist und womöglich Behmerweg_heutzutage_Buchenstrasse_Hinterhermsdorf_kleinsogar schon vor der Entstehung von Hinterhermsdorf vorhanden war. Am unteren Ende der Straße (Buchenparkstraße Nr.10) befindet sich ein kleines Haus, das früher zur Kontrolle der Einreisenden diente. Genau darüber klärt die Tafel Nr. 19a auf. Die Wanderung passiert das Haus eigentlich nicht und wenn man doch bis zu ihm herunter gewandert ist, muss man wieder 100 Meter die Buchenparkstraße hoch wandern. Die Wanderung sollte nämlich eigentlich nur ein paar Meter die Buchenparkstraße herunter gehen, um dann vor dem ersten Haus auf der rechten Straßenseite (von oben kommend) wieder abzubiegen.
Schon nach ein paar Metern auf dem Feldweg erklärt die Tafel Nr. 20, dass sich dieses Anwesen nicht ganz in der Nähe der dazugehörenden Felder befindet, da dort kein Brunnen gebaut werden konnte bzw. kein Wasser fließt. ehemaliger_Loeschteich_Hinterhermsdorf_kleinEin paar Meter unterhalb des Hauses befindet sich heutzutage ein schön angelegtes Biotop, das früher als Löschteich und zur Gewinnung von Eisklötzen für das Kühlhaus einer Fleischerei genutzt wurde. Solche Löschteiche findet man heutzutage immer noch in allen Ortschaften, aber zum Glück gibt es heutzutage auch noch unterirdische Wasserleitungen, die bei einem Brand große Wassermengen zur Verfügung stellen können. Heutzutage dürfen sich alle möglichen Lebewesen in den alten Teichen vergnügen.
Die Tafel Nr. 21 befindet sich an der Kreuzung zwischen dem Feldweg und der Neudorfstraße und erklärt, dass die Straße ein uralter Zugang zu den Kalkbrüchen im Weißbachtal ist. Wer denn die Tafel Nr. 21 verpasst hat, weil er geradeaus dem Feldweg gefolgt ist, wird diese Tafel auf dem Rückweg über die Neudorfstraße entdecken. Die östlichste Tafel Nr. 22 befindet sich auf dem Lehmhübelweg mit der roten Wanderwegmarkierung roter Strich gleich hinter dem letzten Haus Windbruchflaeche_Neudorf_Hinterhermsdorf_kleinauf der linken Wegseite. Hier hat man einen freien Blick auf eine Wiesenlandschaft östlich von Hinterhermsdorf und auf der Tafel wird erklärt, dass diese freie Fläche durch einen gewaltigen Windbruch entstanden ist. Die Bewohner in diesem Bereich waren Kleinbauern und Waldarbeiter und haben die Einwohnerzahlen von Hinterhermsdorf innerhalb kurzer Zeit ordentlich ansteigen lassen.
Zu der nächsten Tafel geht es wieder ein paar Meter zurück in das bewohnte Gebiet, um dann gleich an der ersten Möglichkeit (70 Meter hinter der Tafel Nr. 22) nach rechts leicht abfallend herunter zu wandern. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite von der Pension Zum Wildschütz (www.wildschuetzhaus.de) befindet sich in der Stützmauer ein Brunnen, der auf der Tafel Nr. 22a erklärt wird. Die Pension Zum Wildschütz sieht wirklich toll aus und wenn man sich vorstellt, dass es sich um eines der ersten Häuser vom Neudorf handelt, ist die Sanierung eine wirklich hervorragende Leistung. An dem Haus kann man in den typischen Wanderjahreszeiten jederzeit vorbeikommen und es herrscht immer Trubel im Garten.
Die Wanderung führt über die Neudorfstraße in Richtung Ortsmitte zurück. Ziemlich genau 400 Meter von der letzten Tafel entfernt fällt auf der rechten Straßenseite ein ziemlich großes Backsteingebäude auf, an dessen Zaun die Tafel Nr. 23 über die Historie dieses Hauses aufklärt. Es ist schon sehr interessant, dass sich das Haus von einer Forstverwaltung (deshalb auch das riesige Geweih an der Hauswand) über eine Schule zum Kindergarten entwickelt hat. Die nächste Tafel steht an der Kreuzung der Neudorfstraße mit der bekannten Buchenstraße. Es handelt sich um die Tafel Nr. 24, die auf den unscheinbaren Wegweiser an der Kreuzung hinweist. Es ist schon wirklich verwunderlich, dass die Sandsteinsäule über 180 Jahre an so einer Stelle überlebt hat. Tafel Nr. 25 befindet sich ein paar Meter Museum_Waldarbeiterstube_Hinterhermsdorf_kleinauf der Buchenstraße in Richtung Dorfmitte gleich an der Waldarbeiterstube. Diese Tafel weist nur darauf hin, dass man einen kurzen Abstecher in das alte Umgebindehaus unternehmen soll. Dieser Abstecher ist nicht besonders zeitaufwendig und es ist immer wieder interessant, wie liebevoll der Heimatverein von Hinterhermsdorf (www.heimatverein-hinterhermsdorf.de) hier einige Werkzeuge der Waldarbeiter austellt und einen bunten Garten angelegt hat.
Gleich gegenüber von der Waldarbeiterstube geht es ein paar wenige Meter hoch zur Engelskirche von Hinterhermsdorf und noch vor dem eigentlichen Eingang auf das Grundstück steht die Tafel (Nr. 26) , die einerseits die Entwicklung der Kirchgemeinde und den eigentlichen Kirchenbau und die Namensentstehung Engelskirche erklärt. Der Dorfrundgang führt über den Friedhof mit seinen beeindruckend alten Grabsteinen und dem schönen Blick über das Dorfzentrum, um dann auf der linken (nördlichen) Seite durch die Friedhofsmauer das Grundstück wieder zu verlassen. Am Ende des Pfades befindet sich gleich an der Grundstücksecke die nächste Tafel (Nr. 27), die das Gebiet Schäferräumicht und Langk kurz erklärt. Der Weg rechts neben der Tafel, mit dem Namen Viehbigt, ist vor der Reformation der Weg der Hinterhermsdorfer zu ihrer Kirche in Brtníky (Zeidler) gewesen. Es ist schon sehr beeindruckend, welche riesigen Strecken die Gläubigen früher für ihren Weg zum Gottesdienst in Kauf genommen haben. Aber damit ist dann auch erklärt, warum in Brtníky (Zeidler) und Mikulášovice (Nixdorf) so riesige Kirchen standen bzw. stehen.
Gleich ein paar ganz wenige Meter links neben der letzten Tafel befindet sich auch schon die Tafel Nr. 28. Auf ihr wird der Name Viehbigt und das Pfarramt von Hinterhermsdorf erklärt. Es ist aus der heutigen Sicht schon sehr ungewöhnlich, dass zu einem Pfarramt auch noch eine Bauernwirtschaft gehört, aber vermutlich fällt einem heutzutage das einfach nur nicht mehr auf, welchen Besitz die Kirche hat. Der Dorfrundgang geht weiter in die Richtung der großen Halle auf der linken Seite. ehemaliger_LPG-Stall_Hinterhermsdorf_kleinDie Tafel Nr. 29 befindet sich an der linken Seite/Zufahrt der Halle und erklärt, dass es früher eine Milchviehanlage war und jetzt als Pferdestall benutzt wird. Es ist schon wirklich beeindruckend, welche kräftigen Pferde hier im Stall stehen, aber es sind halt auch keine Ponys, auf denen ein paar Mädels reiten, sondern richtige Nutzpferde, die große Pferdekutschen ziehen oder im Wald Holz rücken.
Die letzte Tafel (Nr. 30) befindet sich gleich am Wohnhaus unterhalb der großen Halle. Dieses Haus war der Wohnsitz des Floßmeisters, der früher dafür verantwortlich war, dass die gefällten Bäume in Richtung Elbe bewegt wurden. Anscheinend war es ein gut bezahlter Job, da er sich immerhin einen relativ großen Dreiseitenhof bauen konnte. Damit ist eine sehr interessante Dorfrunde zu Ende gegangen, die nicht nur für die Erwachsenen mal wieder einige Neuigkeiten bot, sondern auch die kleineren Mitwanderer hatten großen Spaß, die vielen Tafeln zu finden. Der Heimatkundliche Dorfrundgang hat allen Teilnehmern ausreichend Abwechslung geliefert und es ist schön, dass sich der Heimatverein Hinterhermsdorf so viel Mühe gemacht hat. Umsonst wird das Dorf eben nicht so häufig ausgezeichnet.

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Hirschewald

Wir wollten mal wieder eine Wanderung unternehmen, die abseits der normalen Besuchermassen der Sächsischen Schweiz verläuft und dazu bieten sich Runden im Bereich von Hinterhermsdorf immer wieder an. Der Startpunkt dieser Wanderung liegt an der Zufahrtsstraße von Hinterhermsdorf, an dem Parkplatz/Bushaltestelle Räumicht. Gleich auf der dem Parkplatz gegenüberliegenden Straßenseite biegt die Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt ins Räumicht ab. Auch wenn es sich um eine Fahrstraße handelt, so sind hier nur wenige Autos zu den Gaststätten und Pensionen unterwegs. Nach 200 Metern gabelt sich die Straße und Holzbackofen_Bauernstuebel_kleineigentlich ist es vollkommen egal, in welche Richtung man weitergeht, weil beide Straßen nach wenigen hundert Meter wieder aufeinander treffen. Wenn man aber den Weg nach links wählt, kann man hinter der Gaststätte Bauernstübel (www.bauernstuebel-roellig.de) den Holzbackofen entdecken. Hier werden jeden Donnerstag super leckere Brote gebacken, die nicht nur verführerisch duften, sondern auch, vielleicht mit ein bisschen Butter, super gut schmecken. Ein kleines Manko ist, dass man die Brote spätestens einen Tag vorher bestellen muss. Aber man kann sie natürlich auch in der Gaststube des Bauernstübels zu essen bekommen.
Die Wanderung führt weiter das Räumicht hinauf und nach ein paar weiteren Metern passiert man die nächste Gaststätte namens Sonnenhof (www.sonnenhof-hinterhermsdorf.de). Auch hier kann man (genauso gut wie im Bauernstübel) einkehren, aber eigentlich ist man noch nicht ausreichend dafür gewandert. Sehr unterhaltsam sehen die Galloway-Rinder hinter dem Sonnenhof aus. Im Gegensatz zu den normalen Rindern auf den Weiden der Sächsischen Schweiz sind diese Viecher viel widerstandsfähiger und können z.B. den gesamten Winter draußen auf der Weide stehen bleiben. Natürlich müssen die Galloways bei hohem Schnee zugefüttert werden, aber auch dann sehen diese schwarzen Riesen im Schnee ganz schön interessant aus.
Die Wanderung führt weiter das Tal hoch und passiert bald auf der linken Straßenseite ein wunderbares, uraltes Haus, das schon 1706 erstmals erwähnt und in den letzten Jahren richtig hochwertig saniert wurde. Nicht nur die Außenseiten sehen perfekt aus, sondern auch die Bilder auf der Webseite (www.nobel-ferienhaus.de) von der Innenseite sind sehr geschmackvoll. Bis hoch zur Gnauckmühle folgt man der gelben Wanderwegmarkierung. Hier wird dann die Markierung verlassen und es geht nach links in Richtung Saupsdorf weiter. Die Straße ist eigentlich die kürzeste Verbindung zwischen Saupsdorf und Hinterhermsdorf, aber für den Durchgangsverkehr gesperrt und so kann man den nächsten ½ Kilometer ziemlich ungestört wandern.
Dann biegt nach rechts der erste gut sichtbare Feldweg ab. Schon nach wenigen Metern über die Wiese geht es durch den Wald weiter. Nach 70 Metern gabelt sich der Weg und eigentlich sieht der Abzweig nach links besser aus, aber praktisch führt dieser nur zu einem Misthaufen, sodass man besser nach rechts gehen sollte. Der Weg steigt durch eine Senke immer weiter an und nach ½ Kilometer stößt die blaue Wanderwegmarkierung blauer Strich mit auf den Weg. Weifberg_mit_Aussichtsturm_kleinDieser Kennzeichnung folgt man weiter in Richtung Weifberg. Nachdem man den oberen Waldrand erreicht hat, kann man mit einem Blick über die Wiese den Weifberg und damit das nächste Ziel der Wanderung entdecken. Wenn man dem blauen Strich folgt, erreicht man diesen Berg nach ein paar Höhenmetern. Vom eigentlichen Weifberg hat man überhaupt keine brauchbare Aussicht und deshalb sollte man unbedingt die 173 Stufen Blick_vom_Weifbergturm_Richtung_Hintere_Saechsische_Schweiz_kleinauf den Turm hoch steigen. Die Rundumsicht ist wirklich beeindruckend und ungewöhnlicherweise sind nur zu den Hauptwanderzeiten mehr als eine Handvoll Besucher hier oben. Ziemlich komisch ist es, wenn es ein wenig stürmisch ist. Der Turm ist fast komplett aus Holz gebaut und dieser Werkstoff ist recht elastisch. Damit kann der Turm schon ein wenig wackeln, aber das macht seiner Stabilität überhaupt nichts aus. Das menschliche Gehirn sieht das etwas anders und nur die hartgesottensten Mitmenschen halten es bei dem Geschaukel länger hier oben aus.
Von dem Turm und dem Weifberg geht es wieder auf der bekannten Seite herunter und der blauen Wanderwegmarkierung hinterher nach Hinterhermsdorf. Auf dem Weg vom Weifberg herunter kann man nach rechts in Richtung Hintere Sächsische Schweiz blicken und dabei wirkt es so, als ob man von oben auf die Felsen hinunter blickt. Es ist tatsächlich so, dass man auf den ersten Metern auf dem Feldweg höher ist als der Falkenstein und die komplette Schrammsteinkette. Gleich am Ortsrand von Hinterhermsdorf erreicht man einen kleinen privaten Parkstreifen und dahinter steht eine nette Sammlung Grenzsteine. Hier kann man sich ganz gut dran machen zu erraten, um was für Steine es sich handelt.
Die Wanderung führt an der Touristeninformation nach Hinterhermsdorf hinein. Gegenüber des Erbgerichts biegt eine kleinere Dorfstraße ab, die zuerst parallel zur Schandauer Straße verläuft und dann an dem schönen Dorfplatz auf diese stößt. Ganz besonders nett ist dieser Platz zu Ostern, wenn der Brunnen mit einer Unzahl an Ostereiern geschmückt ist. Aber auch im Sommer hat der Platz seinen Reiz. Wirklich beeindruckend ist der riesige Steintrog mit seiner Wasserfüllung. So ein Schwergewicht zu transportieren und dann an der passenden Stelle abzusetzen, ist bestimmt eine ordentliche Herausforderung. Von dem Platz geht es ein paar wenige Meter auf der Straße mit dem Namen Beize (rot roter Strich markiert) entlang, bis nach rechts der Dorfbachweg abbiegt. Wie der Name des Weges vermuten lässt, geht es parallel zum Dorfbach abwärts.
Am unteren Ende des Dorfes passiert man einen Eingang in die Waldhusche. Es handelt sich um einen Wildzaun mit einem ordentlichen Tor. Diese Wildsperre steht in den letzten Jahren fast immer sperrangelweit offen, sodass sie keine Funktion mehr hat. Vermutlich wissen aber die Rehe und Wildschweine sowieso, dass man mit einem kurzen Schwenk auch um diese Sperre herum gehen könnte. Praktisch kann man es sich sehr gut vorstellen, dass in Hinterhermsdorf im Winter die Wildtiere bis weit in die Ortschaft vordringen. Die Wildschweinspuren in der Waldhusche sind ziemlich eindeutig.
Von den eigentlichen Stationen der Waldhusche entdeckt man am Dorfbachweg nichts und nach etwas mehr als ½ Kilometer passiert die Wanderung auch schon den unteren Ausgang der Waldhusche. Wiese_am_Hinterhermsdorfer_Dorfbach_kleinHier fallen ganz besonders die Wiese rechts neben dem Bachlauf und links die freistehenden Felsen des Dorfbachsteins auf. ½ Kilometer nachdem man die Waldhusche verlassen hat, biegt nach rechts der breite Saupsdorfer Streuweg ab. In dieses Waldgebiet verirrt sich normalerweise kaum ein Wanderer, obwohl man hier sehr wohltuend wandern kann. Der Forstweg ist so bequem angelegt, dass auch die großen Holztransporter hier lang fahren können und dadurch sind die Steigungen sehr angenehm zu bewältigen. So breit ausgebaute Forsttrassen sind natürlich mit der längeren Wanderzeit ein wenig langweilig, Spuren_Gewittersturm_Hirschewald_kleinaber im Sommer 2012 hatte hier ein Gewittersturm dem Wald ganz böse zugesetzt. Da der Forst große Angst hatte, dass der Borkenkäfer nun gewaltig zuschlagen würde, hat man mit reichlicher Großtechnik in gelichteter_Hirschewald_kleinRekordzeit den kompletten Hirschewald beräumt. Jetzt kann man beobachten, wie aus der langweiligen Fichtenmonokultur ein Mischwald entsteht. Den Wanderweg durch den Hirschewald findet man sehr einfach, indem man immer auf den breitesten Forstwegen bleibt. Nach 400 Metern auf dem Saupsdorfer Streuweg erreicht man eine Kreuzung, an der es nach rechts weiterhin auf dem breiten Weg geht. Nach einer Gesamtstrecke von etwas mehr als einem Kilometer auf dem Saupsdorfer Streuweg erreicht man die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich. Hier geht es im spitzen Winkel nach links auf dem Oberen Hischewaldweg und der grünen Wegmarkierung weiter. Auf diesem Forstweg bleibt man ¼ Kilometer, bis nach rechts die Brettmühlschlüchte und der Parkplatz Räumicht ausgeschildert sind. Damit hat man dann den Ausgangspunkt der Wanderung erreicht.
Diese Wanderung ist keine besonders spektakuläre Runde, aber immerhin bietet sie mit dem Weifberg eine sehr schöne Aussicht und der Hirschewald und Hinterhermsdorf überhaupt sind immer wieder ein angenehmer ruhiger Bereich. Selbst wenn in der gesamten restlichen Sächsischen Schweiz riesige Mengen Besucher unterwegs sind, kann man hier immer noch angenehm ruhig durch den Wald wandern.

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Jansloch

Diese Wanderung war ursprünglich dadurch entstanden, dass mich eine nette Leserin meiner Internetseiten per Mail gefragt hat, ob ich das Jansloch kennen würde und ob man heutzutage den Weg noch begehen kann. Sie hatte die Beschreibung dieses Aufstiegs aus Axel Mothes Stiegenbuch “Der Weg ist das Ziel” Band 2. In dem Buch wurde schon darauf hingewiesen, dass heutzutage der Weg nicht mehr erlaubt ist, da er durch die Kernzone geht. Da ich aber durch die Mail neugierig geworden war, musste natürlich eine Erkundungstour in das wunderschöne Kirnitzschtal unternommen werden. Irgendwie hat mich der Wahnsinn geritten, als ich mir als Wandertermin einen sonnigen Samstagnachmittag in den Osterschulferien ausgesucht hatte. Der Parkplatz an der Buchenparkhalle in Hinterhermsdorf war gerappelt voll und die ersten paar Meter in Richtung der oberen Schleuse mit Menschenmassen gefüllt. Blick_vom_Koenigsplatz_kleinDas war 2007 und nun,  im Sommer 2016, wollte ich mal nachsehen, ob sich dort unten etwas verändert hat. Der Weg verläuft nach wie vor auf der roten  Wanderwegmarkierung roter Strich  bis zum Königsplatz. Das nächste Teilstück der Wanderung hatte ich auf der Wanderkarte Hinterhermsdorf von Dr. Böhm entdeckt. Es ist ein Pfad, der von der Vorderseite des Königsplatzes herunter geht. Über viele Jahre war dieser Abstieg ein versteckter Pfad, der nur von wirklich wenigen Wanderern gekannt und genutzt wurde. Inzwischen ist er offiziell mit einer Wanderwegmarkierung gekennzeichnet, wird aber immer noch nur selten benutzt, da er nur in den sehr ruhigen, südwestlichen Bereich zwischen Hinterhermsdorf und Kirnitzschtal führt. Zuerst führt der Weg noch auf Höhe der Aussicht am Hang entlang, bis er deutlich sichtbar nach links absteigt. Es geht zuerst noch an einer Felszunge entlang, bis der Pfad über ein paar Stufen und einen schrägen Weg in die Senke absteigt. Unten angekommen erreicht man die Alte Böhmerstraße, die es nach links weiter den Berg hinunter geht. Schwarzpulverkammer_alte_Boehmerstrasse_kleinDa es sich eher um eine Forststraße als um einen Wanderweg handelt, ist hier keine Wegmarkierung zu finden. Kurz vor der nächsten Wegkreuzung (ca. 10 Meter) kann man auf der rechten Wegseite eine der alten Schwarzpulverkammern im Felsen entdecken. Heutzutage fehlt der Kammer die Türe, so dass man bis hinten zur eigentlichen Schwarzpulvernische durchblicken kann. Früher ist dieses Schwarzpulver zum Entfernen der Baumstümpfe aus dem Waldboden benutzt worden. An der schon erwähnten Kreuzung geht die Wanderung nach rechts weiter hinunter zur Kirnitzsch.
Nach ¼ Kilometer auf diesem Weg erreicht man den Wanderweg an der Kirnitzsch. Jetzt geht es auf dem blauen Strich blauer Strich den Bachlauf hinauf (also nach links). Pfad_und_Wassergras_Kirnitzsch_kleinDie Kirnitzsch hat im ersten Teil noch ein breiteres Tal, so dass sie sich gemütlich hin und her schlängeln kann. Es ist immer wieder faszinierend, dass man innerhalb von wenigen Jahren zusehen kann, wie sich der Bach immer wieder ein neues Bachbett sucht und eine neue Schleife anlegt und wieder weglässt.
Nach ungefähr 1 ½ Kilometern wird das Kirnitzschtal enger und der Bach verläuft ziemlich geradlinig. Zugang_Jansloch_kleinSchon nach der nächsten Kurve um einen Felsen auf der linken Seite verleitet ein breiterer Weg, sich zu verlaufen. Der Weg ist eigentlich besser ausgebaut als der Pfad an der Kirnitzsch entlang. Da aber das Ziel das Jansloch sein sollte, geht es unten am Bach entlang. Etwas mehr als ½ Kilometer hinter dem abzweigenden Pfad passiert man zuerst zwei riesige Fichten. riesige_Fichte_Kirnitzschtal_kleinWie groß diese Bäume wirklich sind, kann man aus dem Tal heraus kaum einschätzen, aber die Stämme sehen schon gewaltig aus. Knapp hinter diesen beiden Bäumen steigt der markierte Wanderweg über eine Treppe ein paar Meter aus dem Tal heraus. Pfad_durch_Baerenhoehle_kleinDann kommt eine nette, relativ lange Höhle, die man sehr gut durchwandern kann, nur manchmal ist der Untergrund etwas feucht und matschig. Dahinter geht es noch ein paar Stufen aufwärts, bis der Wanderweg nach rechts abbiegt. Hier geht es ein paar wenige Meter (maximal 10 Meter) weiter geradeaus, um dann nach links einem Trampelpfad zu folgen. Links oben sieht man schon eine weitere Höhle, die auch einfach durchgangen werden kann. Auf der Rückseite ist ein kleines Stück unterhalb des Ausgangs der weiterführende Pfad. Diesen wandert man ca. 150 Meter um einen Felsausläufer herum, um dann einen Aufstieg durch die Felsen zu entdecken. Aufstieg_Jansloch_kleinDer untere Teil sieht nur nach einer flachen Felsspalte aus, sobald man aber am Felsfuss steht, sieht man auch ein paar künstliche Stufen. Der Aufstieg ist wirklich nicht kompliziert und schon steht man oben auf dem Felsen. Dadurch, Stufen_im_Aufstieg_Jansloch_kleindass sich hier jeder einen eigenen Weg gesucht hat, ist im Jahre 2016 kein richtiger Pfad mehr zu erkennen. Ganz besonders dadurch nicht, dass hier oben so einige Fichten dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind. Diese Bäume liegen jetzt kreuz und quer und man muss über sie hinwegklettern oder auf ihnen das Balancieren üben. Spätestens nach 150 Metern auf der Ebene erreicht man einen ordentlichen Waldweg. Auf dem Janslochweg geht es nach rechts weiter. Nach ein paar hundert Metern (ca. 350 Meter) erreicht man einen gut ausgebauten Waldweg mit der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich. Nach ein paar Metern auf diesem Forstweg erreicht man den Wettinplatz. Hier erinnert ein Gedenkstein an die 800jährige Herrschaft der Wettiner. Hinter dem Wettinplatz folgt man der Ausschilderung Buchenparkhalle. Zwischendurch verlässt die Wanderung den breiten Forstweg und steigt auf einem alten Waldweg aufwärts. Es geht am Cupetiusstein vom 17. Juni 1834 vorbei. Cupetiusstein_Hinterseite_kleinCupetiusstein_Vorderseite_kleinDie Inschrift auf der Vorderseite erinnert an den Tod von Johann Gottlieb Cupetius am 17. Juni 1834 in Folge eines Blutschlags. Bei dem Gedenkstein ist es besonders interessant, dass es sogar auf der Rückseite eine Inschrift gibt. Ein paar Meter hinter dem Gedenkstein erreicht man die „Wanderautobahn“ zwischen dem Parkplatz und der Oberen Schleuse. Dieser letzte Weg ist mit dem blauen Strich blauer Strich markiert. Es geht nach links bis zum Ausgangspunkt zurück.
Damit ist eine Wanderung zu Ende gegangen, die mir 2016 schon viel besser gefallen hat als 2007. Zunächst bin ich nicht wieder auf die blödsinnige Idee gekommen, an einem sonnigen Osterferienwochenende im Bereich der Oberen Schleuse zu wandern. Das eigentliche Jansloch ist verhauen und heutzutage nicht mehr begehbar. Aber der Weg über die Bärenhöhle ist eine sehr nette und abwechslungsreiche Alternative. Vielleicht wird das Jansloch irgendwann mal wieder passierbar, aber darauf mache ich mir bei den Wegekonzepten im Bereich der Kernzonen des Nationalparks sehr wenig Hoffnungen. Was ich noch als eine kleine Entschuldigung für die riesigen Besucherzahlen im Bereich der Buchenparkhalle und der Oberen Schleuse zu meinem Wandertermin im Nachhinein erfahren habe war, dass an dem Tag (14.04.2007) die neuen Kähne auf der Oberen Schleuse getauft wurden.

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Kleinsteinhöhle

Ich durfte mal wieder Papataxi spielen und unsere beiden kleinen Gören zu ihrer Freundin nach Saupsdorf fahren. Da ich aber keine Lust hatte, wieder kreuz und quer durch die halbe Sächsische Schweiz nach Hause zu fahren und dann das Gleiche nochmal, um die beiden irgendwann wieder abzuholen, habe ich gleich mal eine ordentliche Wanderung unternommen. Schon mal vorweggenommen, es ist eine super Wanderung geworden.
Der Startplatz liegt also in Saupsdorf, wo man netterweise seit dem Sommer 2013 sogar kostenlos parken darf. Von dem Parkplatz geht es nach rechts ein paar wenige Meter (100 Meter) auf der Hauptstraße Aussicht_vom_Wachberg_zum_Weifberg_Saupsdorf_kleinbis zur abknickenden Vorfahrtsstraße. Hier biegt nach links die Wachbergstraße mit der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich ab. Dieser Wegmarkierung folgt man und nach den ersten 140 Höhenmetern erreicht man die Gaststätte “Wachbergbaude” und damit die schöne Aussicht vom Wachberg herunter. Früher wurde die Aussicht auch Schweizerkrone genannt und das ist ein netter Beiname für eine der höchsten Aussichtspunkte der Sächsischen Schweiz.
Von hier geht es nach links über den grünen Punkt grüner Punkt in Richtung des Dr.-Alfred-Meiche-Wegs. Der Waldweg führt abwärts durch einen dichten Wald mit ziemlich hohen Fichten. Auf der rechten Wegseite kann man an ein paar Stellen die Grenzsteine nach Tschechien sehen. Insgesamt sind es 1 ½ Kilometer auf dem Waldweg, bis nach links der grün markierte Wanderweg abbiegt. Hier geht es aus dem Wald heraus. Zuerst passiert man das Gelände der Waldmühle. Als ich diese Wanderung unternommen habe, war es ganz schön heiß und da war es ziemlich gemein, den leuchtend blauen Pool neben dem Haupthaus zu sehen.
Auf der Zufahrt der Waldmühle geht es weiter durch das Tal bis zur Landstraße an der Saupsdorfer_Richtermuehle_kleinSaupsdorfer Richtermühle. Gleich neben dem Eingang des Gebäudes hängt ein Gedenkstein an einen wirklich grässlichen Teil der deutschen Geschichte. Der Text auf dem Gedenkstein ist: „Am 21. April 1945 erreichte der Häftlingszug aus dem KZ Schwarzheide diese Mühle. Häftlinge stürzten zum Bach hinunter um zu trinken. SS-Männer prügelten sie in die Kolonne zurück.“
Für die weitere Wanderung muss man ein ganz kleines Stück (ca. 20 Meter) nach links auf der Landstraße entlang wandern, um dann gleich hinter der Richtermühle wieder auf der grünen Wanderwegmarkierung nach rechts abzubiegen. Der jetzt begangene Wanderweg ist sehr angenehm und eine schöne Verbindung nach Ottendorf. Nach 1 ½ Kilometer erreicht man die Fahrstraße zwischen dem Kirnitzschtal und Ottendorf. Auf dieser Dorfstraße geht es nach rechts aufwärts. Nach 400 Metern steht auf der linken Straßenseite ein Gedenkstein an Kurt Glaser. Gleich dahinter biegt eine Parallelstraße (Parkstraße) von der Hauptstraße ab und hier wandert man 200 Meter in die gleiche Richtung, um nochmal auf die Hauptstraße zu gelangen und dann gleich hinter dem nächsten Haus wieder links abzubiegen. Der Weg führt in einer Schleife den Hang hinauf und am Ortsrand macht es den Eindruck, als ob der Weg in einem Bauernhof endet, aber man kommt hier sehr gut aus der Ortschaft heraus. Dieser Feldweg mündet nach 100 Metern in einen Querweg, den man nach links weiter wandert. Nach 200 Metern gabelt sich der Weg und man nimmt nicht den verführerischen Weg geradeaus, sondern man geht nach rechts weiter. Der Feldweg steigt noch ein ganz kleines Stück an, um dann einen Blick über Ottendorf in die Landschaft freizugeben. Obwohl es deutlich zu merken ist, dass man auf einen Berg hoch gestiegen ist, hat der Berg anscheinend keinen Namen bzw. ist in keiner mir bekannten Wanderkarte einer eingetragen. Nur in einer Karte stand die Bezeichnung Lochräumicht, was aber irgendwie nicht nach einem Berg klingt. Dass so ein Berg keinen Namen hat, ist ziemlich ungewöhnlich und eigentlich schon fast schade, da es am Waldrand einen sehr netten Platz mit schöner Aussicht gibt.
Nachdem man 30 Meter am Waldrand entlang gewandert ist, biegt in den Wald hinein ein unscheinbarer Weg ab. Dieser fällt leicht ab und es geht ungewöhnlich einfach runter in das Tal der Pietzschmühle. Deren Gelände wird am untersten Gebäude erreicht und hier muss man ein kurzes Stück die Straße aufwärts wandern. Jahreszahl_1761_Pietzschmuehle_Ottendorf_kleinDabei passiert man oberhalb des eigentlichen Mühlengeländes ein uraltes Haus, das im Jahre 2013 grundlegend saniert wird. Immerhin kann man an dem Gebäude die Jahreszahlen 1761 (Hauswand) und 1884 (Türsturz) lesen. Obwohl im Sommer 2013 das Dach nur provisorisch gedeckt war, lebten so einige Bewohner in Form eines Wespennestes in ihm. Mir würde mit solchen Untermietern eine Sanierung nicht so richtig Spaß machen.
Bald erreicht man einen nach rechts abzweigenden Waldweg, der mit dem gelben Punkt gelber Punkt gekennzeichnet ist und folgt diesem. Die Markierung führt ein kurzes Stück auf einem breiten Waldweg neben dem Bachlauf entlang und biegt dann ab in Richtung Arnstein. lustiges_gelbe_Wanderwegmarkierung_kleinSo einige der gelben Wanderwegmarkierungen hat irgendein netter Mitmensch mit Gesichtern versehen. Das sieht wirklich lustig aus. Der Weg ist angenehm zu gehen und passiert eine überraschende Aussicht mit dem Namen Tägers Wonne. Der auffällige Berg, auf den man von der Aussicht blickt, ist der Heulenberg auf der gegenüberliegenden Kirnitzschtalseite. Links neben dem Berg befindet sich ein tiefer Einschnitt und daneben sind zwei einzelne Gipfel zu sehen. Aus dieser Perspektive kann man sehr gut sehen, dass eigentlich das Große Pohlshorn ein Stückchen niedriger ist als das Kleine Pohlshorn.
Nach einem etwas wilden Abstieg – so mancher Regenschauer hat an dem Weg genagt – geht es ein Stück fast horizontal weiter und dann erreicht man den Zugang zum Arnstein. Den Abstecher hoch auf den Felsen sollte man unbedingt unternehmen. Die ersten paar Meter erfolgen noch unterhalb des eigentlichen Felsens über einige unterschiedliche Stufen. Nachdem man den Felsfuß erreicht hat, geht es rechts bis zum eigentlichen Zugang. Der Aufstieg erfolgt über ein Felsband mit Geländer und dann durch eine relativ enge Stelle. Hier kommt man mit dem Rucksack auf dem Rücken nicht durch, aber man kann ihn ja auch mal kurz in der Hand tragen und so sollte doch jeder Wanderer in der Sächsischen Schweiz die Stelle passieren können. Nach noch ein paar Stufen Blick_vom_Arnstein_in_die_Hinteren_Saechsische_Schweiz_kleinerreicht man den Gipfel mit der wirklich tollen Aussicht. Von hier blickt man sehr schön in das Tal der Hinteren Sächsischen Schweiz. Dabei sind die wichtigsten Felsen z.B. Bloßstock, Falkenstein, Kuhstall, Schrammsteine und die beiden Winterberge zu sehen. Kaempfer_am_Arnstein_kleinDer Arnstein trägt auch noch den Beinamen Ottendorfer Raubschloss und dazu passend kann man hier oben einige Spuren entdecken. Am auffälligsten ist natürlich die Regenzisterne, aber auch an mehreren anderen Stellen kann man z.B. Darstellungen im Sandstein entdecken, die uralt aussehen. So sind deutlich ein Krieger am oberen Gipfelplateau und ein Gesicht am Abstieg zu entdecken. Das gleiche Gesicht wird noch ein weiteres Mal auf der Wanderung zwischen dem Arnstein und der Kleinsteinhöhle zu entdecken sein.
Die Wanderung führt auf jeden Fall wieder herunter bis zum gelb markierten Waldweg gelber Punkt. Hier geht es nach links in einem großen Bogen um den Arnstein herum und dann ein ganzes Stück oberhalb der Kirnitzschtalstraße weiter. Die Wanderwegmarkierung ändert sich in einen roten Strich roter Strich, auf dem man fast ohne Höhenunterschied in Richtung Kleinsteinhöhle weiter wandert. Nachdem man fast einen Kilometer auf der roten Wanderwegmarkierung gewandert ist, umrundet der Wanderweg eine richtig dicke Felsmurmel. Geischt_am_Neuen_Weg_Arnstein_kleinAls das Ding (es handelt sich um einen offiziellen Klettergipfel namens Grünling) vom Felsen abgebrochen ist, hat es bestimmt ordentlich gerumpelt. Zwei Schleifen oder auch 350 Meter weiter gewandert, liegt auf der linken Seite gleich neben dem Weg ein kleinerer Felsen (ca. 1 Meter Durchmesser), auf dem das gleiche Gesicht wie am Arnstein eingemeißelt ist. Hier sind die Bewohner des Arnsteins also damals auch schon durch den Wald gezogen.
Von hier ist es noch etwas weniger als ein Kilometer, bis nach links der Aufstieg zum Kleinstein beginnt. Der Aufstieg ist ausgeschildert und weiterhin mit dem roten Strich gekennzeichnet. Schon nach kurzer Strecke biegt nach links ein deutlich sichtbarer Pfad ab, den man unbedingt gehen sollte. leere_Kleinsteinhoehle_kleinEr führt zur Kleinsteinhöhle, die wirklich sehenswert ist. Einerseits frönen hier oft Kletterer ihrem Hobby, bei denen es immer wieder Spaß macht zuzusehen und andererseits ist der Blick aus der riesigen Höhlenöffnung in die Landschaft schon was Besonderes. Die Höhle besteht aus zwei Felsen, die aneinander stehen und dadurch eine Felsspalte von 10 Meter Höhe und 12 Meter Breite gebildet haben. Mit diesen Ausmaßen ist die Kleinsteinhöhle die zweitgrößte Höhle der Sächsischen Schweiz (die größte ist der Kuhstall). Besonders bekannt ist sie durch ein Bild von Ludwig Richter aus dem Jahre 1820 geworden. Das Bild sieht zwar ein ganzes Stück anders aus als in der Natur (es ist kein freistehendes Felsentor und dahinter konnten auch damals bestimmt keine Menschen stehen), aber das wird unter künstlerischer Freiheit verbucht. Das eigentliche Felsentor ist auf jeden Fall ganz eindeutig auf seinem Bild getroffen.
Von der Kleinsteinhöhle geht es die paar Meter zurück bis auf die rote Wanderwegmarkierung roter Strich und dann weiter aufwärts. Aussicht_von_oberhalb_Kleinsteinhoehe_Heulenberg_kleinAls kleine Unterbrechung für den Aufstieg bieten sich die beiden Aussichten an. Die Kleinsteinhöhle wird schon selten von anderen Wanderern besucht, aber den Weg aufwärts zu den beiden Aussichten und dann weiter nach Saupsdorf benutzen nur ganz wenige und so kann man den Blick in die Landschaft vollkommen alleine genießen. Von der Kleinsteinhöhle bis zum Ortseingang von Saupsdorf sind es 1 ½ Kilometer und dann geht es noch mal ein Stück durch Saupsdorf bis zum Ausgangspunkt. Auf dem Weg durch die Ortschaft hat man gleich zum Anfang einen netten Blick über den Ort und rüber zum Wachberg.
Die Wanderung hat mir super gut gefallen und alles, was eine tolle Wanderung in der Sächsischen Schweiz enthalten sollte, war vorhanden: Sandsteinfelsen, Aussichten, Ruhe und etwas Besonderes mit dem Arnstein und der Kleinsteinhöhle. Auf jeden Fall war die Wanderung viel besser, als mit dem Auto zwei Mal durch die Gegend zu fahren. Die Wanderung werde ich im Gegensatz zu einer Autofahrt und dem Rumtrödeln zu Hause nicht so schnell vergessen. Vermutlich war es sogar noch viel gesünder.

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Königsplatz

Ich hatte meiner großen Tochter versprochen, dass ich mit ihr eine Runde Boot fahre, und so wurde eine Wanderung zum Königsplatz, einer sehr schönen Ecke in der hinteren Sächsischen Schweiz, mit einer Bootsfahrt kombiniert. Pferdekutsche_und_neue_Boote_kleinGestartet haben wir unsere Wanderung an der Buchenparkhalle. Besonders weit sind wir vom Parkplatz nicht gekommen, da wir schon bei der Einfahrt zum Parkplatz eine Pferdekutsche überholt haben. Meine Tochter und ich beschlossen, mit der Kutsche runter zur Schleuse zu fahren. neue_Boote_Obere_Schleuse_kleinWir mussten nur eine ¼ Stunde warten und schon ging die Fahrt los. Die Preise für eine einfache Fahrt betrug 2006 für Erwachsene 4,50 € und für Kinder bis 12 Jahre 2,00 €. Als eine besonders nette Geste mussten wir zusammen nur 5,00 € bezahlen, da meine Große für den Kutscher noch nicht als halbe Portion galt. Ich habe mich sehr über dieses freundliche Entgegenkommen gefreut. Die Fahrt ging gemächlich den Berg runter und wurde nur von zwei Zwischenfällen unterbrochen: einmal hat das eine Pferd das andere in den Hals gebissen. Dafür hat es einen Anpfiff vom Kutscher erhalten und für die Fahrgäste gab es den Hinweis, dass ein Sohn seine Mutter nicht beißt. Wie wahr, auch Töchter sollten ihren Vater oder ihre Mutter nicht beißen. Den zweiten Schreck gab es in einer Kurve, als auf einmal ein Geländewagen angefahren kam. Ich hätte zwar nicht gedacht, dass die Kutsche an dem großen Auto vorbei passt, aber es ging doch ganz gut. Ein bisschen schade war, dass der Kutscher sehr ruhig gewesen ist. Irgendwie hatte ich gedacht, dass er von sich aus wenigstens ein paar Sachen zum Flößen, der Sächsischen Schweiz oder Hinterhermsdorf erzählt, aber dem war nicht so. Wasserlassen_von_Booten_kleinWenn man ihm aber ein paar Fragen stellte, dann antwortete er gerne und wusste viel. Die Fahrt bis kurz oberhalb der oberen Bootsstation hat ungefähr 40 Minuten gedauert.
Zu dieser Zeit sollten gerade die  Multicar_klein Boote auf der Oberen Schleuse erneuert werden. Es gab aber das Problem, dass man nicht so recht wusste, wie man die großen Kähne die letzten paar Meter bis in die Kirnitzsch bekommen sollte. Der Kutscher sagte noch, dass man extra ein paar der ganz alten Bootsfahrer gefragt hatte, wie denn wohl früher die Boote da runter gebracht worden sind. Die Antwort soll gewesen sein, dass man sie im Schnee die letzten paar Meter hat rutschen lassen. Als wir nun zur Endhaltestelle unserer Kutschfahrt kamen, standen auf der rechten Wegseite noch drei dieser neuen Kähne. Ein weiteres der neuen Boote war wenige Minuten bevor wir eintrafen unter Zuhilfenahme von einem Haufen technischer Mittel ins Wasser gebracht worden. Was habe ich noch so alles gesehen: ein Multicar, einen Bagger, ein riesig langes Stahlseil, gleich mehrere Seilwinden, eine besonders raffinierte Seilkonstruktion zwischen Seilkonstruktion_Obere_Schleuse_klein zwei mächtigen Bäumen und einen einzelnen Anhänger, der anscheinend als Schlitten diente. Leider waren wir genau eine Bootsfahrt zu spät gekommen, sonst wären wir auf der Jungfernfahrt dabei gewesen. So sind wir für 1,50 € mit einem alten Boot die Kirnitzsch abwärts gefahren. Die Bootsfahrt war wie immer eine dieser netten Rätselpartien, in denen der Bootsfahrer sagt: Jungfernfahrt_Obere_Schleuse_klein Dort sehen Sie die Schlange, den Opa, die soundso und so weiter, man fragend auf die Felsen sieht und sich denkt, ob man vielleicht doch etwas hätte trinken sollen, möglicherweise würde man dann auch alles mögliche erkennen. Super witzig war, als uns das neue Boot entgegen kam, die Unterhaltung zwischen den Bootsführern. Zuerst ging es noch in einem fachlichen Tonfall, wie sich das Boot denn auf seiner ersten Fahrt steuern ließ. Danach schwenkte die Unterhaltung aber in nette Faxen um. Der Bootsführer in dem neuen Boot meinte nämlich, dass das Boot sich bei der Eskimorolle wie die alten Boote benommen hätte: Alle Passagiere wären herausgefallen. In dem Moment schauten gleich mehrere Gäste auf den kleinsten Passagier, meine Tochter, und nachdem ich ihr kurz erklärt hatte, was eine Eskimorolle ist, konnten sich einige vor Lachen kaum noch im Boot halten, da sie ziemlich erschrocken guckte. Nach wenigen Sekunden merkte aber auch sie, dass hier die Erwachsenen mal wieder Blödsinn machten, und dann musste auch sie grinsen. Der Bootsführer erklärte noch, welche weiteren Wege man ab der Staumauer einschlagen könnte, und dann war die Fahrt auch schon beendet.
Aufstieg_Hermannseck_kleinIch hatte mir vorgenommen, dass wir den Aufstieg auf dem roten Strich roter Strich aus dem Kirnitzschtal machen wollten. Damit der Aufstieg nicht nur ein langweiliges Hochkrabbeln auf ein paar Treppen wird, sind wir durch die schmale Hermannsstiege unterhalb des Hermannsecks gekrochen. Hier konnte meine Tochter ihre Größe erstklassig ausspielen. Sie ist wie ein Wiesel auf der schmalen Treppe nach oben geflitzt und hatte ausreichend Spaß dran, und ich bin am laufenden Bande an den Wänden angestoßen. Oben angekommen, habe ich mich an der Schlegelhütte über einen netten Rastplatz gefreut. Von der Schlegelhütte hat man einen schönen Blick über das hintere Kirnitzschtal. Leider ist an der Aussicht immer etwas mehr Betrieb, da sehr viele Besucher der Oberen Schleuse über die normalen Stufen aus dem Tal kommen und dann eben die paar Meter bis zur Aussicht gehen. Dann ging es auf dem roten Strich weiter in Richtung Wettinplatz. Der eigentliche Gedenkstein an das 800-jährige Jubiläum des Hauses Wettin liegt ein bisschen versteckt an einer Wegkreuzung, da aber eine Schutzhütte gleich daneben steht, sollte man die Stelle trotzdem finden. Ab dem Wettinplatz geht es auf dem breiten Forstweg der Wanderwegmarkierung weiter nach. Der Forstweg macht einen großen Schlenker, die Wanderwegführung kürzt diese Schleife aber über einen kleineren Weg ab. Dann geht es ein weiteres Stückchen auf dem Forstweg, bis nach rechts der markierte Weg abbiegt. Der Weg steigt mit einer normalen Steigung an. Kurz bevor es richtig auf den Felsen hoch geht, kommt noch eine kleine Attraktion in Form eines Tunnelgangs. Hier haben sich ein paar Felsen so nett hinsortiert, dass ein richtiger Tunnel entstanden ist. Schutzhuette_Koenigsplatz_klein Der weitere Aufstieg ist nicht so besonders schwer, und danach geht es erstmal nach links zum Aussichtspunkt Königsplatz. Diese Aussicht ist eine der schönsten der Sächsischen Schweiz und ganz sicher der schönste Platz im Gebiet von Hinterhermsdorf. Eine Informationstafel erklärt ganz gut den geschichtlichen Hintergrund zu diesem Platz.
Koenigsplatz_Sitzbank_kleinNachdem man sich satt gesehen hat, geht es weiterhin auf dem roten Strich entlang. Zuerst ist der Weg noch ein Pfad, der aber nach wenigen Metern in einen Waldweg übergeht und dann die letzten paar Meter vor der Buchenparkhalle in einer Wanderautobahn endet. Das letzte Stück ist nämlich die Verbindung vom Parkplatz Buchenparkhalle zur Oberen Schleuse. Auf diesem Weg ist immer viel Betrieb, aber die letzten paar Meter muss man das halt ertragen.
Damit ist eine sehr schöne Wanderung zu Ende gegangen, die auch zur vollen Zufriedenheit von Zwergen verläuft. Wer die Runde für die mitwandernden Kinder perfektionieren möchte, der kann sich nach der Wanderung noch auf die Terrasse der Buchenparkhalle setzen und ein leckeres Eis ausgeben. Damit ist man ganz sicher der allerliebste Papi den es gibt.

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Kerbensteig

Ich hatte schon so hier und da vom Kerbensteig gelesen und irgendwie wurde dieser Pfad immer ganz besonders gelobt. Nachdem ich ihn auf den Wanderkarten der Sächsischen Schweiz erst mal an einer vollkommen falschen Stelle gesucht habe (ich hatte ihn im unteren Bereich des Kirnitzschtals vermutet), bin ich dahinter gekommen, dass sich der Steig in der Nähe von Hinterhermsdorf befindet. Da der Weg über den Kerbensteig nicht ganz legal ist, sollte man sich vor dem Wandern dazu Gedanken machen, ob man die Erkundungstour trotzdem unternehmen möchte. Aus meiner Sicht hat sich der Ausflug runter ins hintere Kirnitzschtal gelohnt, aber sicherheitshalber hatte ich den Wanderzeitpunkt auch auf einen Wochentag in den späten Herbst gelegt, sodass die Gefahr, erwischt zu werden, möglichst gering war.
Der Startpunkt liegt an der Buchenparkhalle in Hinterhermsdorf. Von hier geht es auf einem sehr angenehmen Wanderweg zuerst mal in Richtung Königsplatz. Dazu folgt man der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Das erste Stückchen geht schnurgerade neben einer Schrebergartensiedlung entlang, aber schon am Ende der Gärten biegt der Wanderweg nach rechts ab und der Waldweg wird interessanter. Noch vor dem Königsplatz passiert man die Aussicht Grünstellige, die einen schönen Blick auf die Wälder in Richtung Grenze liefert. Diese Aussicht ist im Gegensatz zu dem Königsplatz viel seltener besucht und hätte die Wanderung nicht gerade erst begonnen, könnte man hier ein hervorragendes Picknick machen. herbstlicher_Zugang_Koenigsplatz_kleinEs geht weiter in Richtung Königsplatz. Der Waldweg verläuft auf fast gleichbleibender Höhe durch einen Buchenwald, der ganz besonders schön in der herbstlichen Sonne strahlt, aber auch sonst viel schöner als so ein langweiliger Fichtenwald ist. Der Königsplatz ist eine wirklich einfach zu erreichende Aussicht mit 2 ½ Bänken und einer Schutzhütte mit Aussicht. Von hier kann man sehr schön auf den Raumberg, den Großen Winterberg und das Tal der Hinteren Sächsischen Schweiz blicken.
Für die weitere Wanderung geht es wieder ein kurzes Stück (ca. 100 Meter) zurück, um dann nach rechts über die Stufen der roten Wanderwegmarkierung zu folgen. Blick_von_oben_in_Tunnel_am_Koenigsplatz_kleinBeim Abstieg passiert man einen großen, schräg abfallenden Tunnel, der aber ohne jegliches Kriechen passiert werden kann. Dieser Durchgang ist größtenteils dadurch entstanden, dass zwei Felsen auf eine Felsspalte gefallen sind, aber damit man so komfortabel wie heute durch wandern kann, wurde der eigentliche Weg noch ein Stück tiefer und auch in der Breite ausgebaut. herbstlicher_Abstieg_und_Felsen_vom_Koenigsplatz_kleinAuch hinter dem Tunnel geht es weiter abwärts, bis ein richtig breiter Forstweg erreicht wird. An dieser Kreuzung wird die rote Wanderwegmarkierung verlassen und man wandert auf dem Forstweg nach rechts weiter. Der sogenannte Hollweg ist mit dem Kirnitzschtal ausgeschildert und wurde laut einer Inschrift auf der linken Wegseite in den Jahren 1926 – 1934 von den Erwerbslosen von Hinterhermsdorf erbaut. Ziemlich auffällig sind die beiden Quadrate auf der Inschrift, die deutlich herausgemeißelte Hakenkreuze erahnen lassen. Nach einem ¾ Kilometer passiert man eine Felsmurmel auf der linken Wegseite, auf der zwei Jahreszahlen (1793 und 1896) und eine Person mit einem Waldhorn zu sehen sind.
Nachdem der Forstweg das Tal der Kirnitzsch erreicht hat, geht es nach links auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich weiter. Maeander_in_der_Kirnitzsch_kleinDer Weg an der Kirnitzsch entlang ist immer wieder ein Wohlgenuss und überraschenderweise trifft man hier unten auch relativ selten andere Wanderer. Auf den ersten 1 ½ Kilometern hat die Kirnitzsch noch genügend Platz, um reichlich Mäander (Flussschlingen) zu bilden, aber dann rücken die Felswände Aufwendige_Baumrettung_Kirnitzschtal_kleinzueinander und der Bach kann nur noch geradlinig durch das Tal fließen. Ziemlich komisch sah im Herbst 2011 ein Baum bzw. die Konstruktion drum herum in dem breiten Stück der Kirnitzsch aus. Hier war ein Baum mit mehreren Stämmen ins Bachbett gefallen und auf der tschechischen Bachseite war eine super stabile Stützkonstruktion gebaut worden. So viel Mühe für die Rettung eines Baumes weist schon auf ziemlich viel Naturliebe oder einen besonderen Spieltrieb hin.
Nach wenigen Metern in dem engeren Teil des Tals fällt nach vorne ein vollkommen mit gefällten Bäumen verbarrikadierter Aufstieg auf. Es handelt sich um den Rotkehlweg, der aus dem Tal hoch nach Hinterhermsdorf führt. Irgendwie ist es aber doch sehr seltsam, wenn man einerseits einen einzelnen Baum mit so viel Aufwand stützt und andererseits für eine Sperrung mehrere Bäume auf den Weg metzelt. Für diese Wanderung ist der Rotkehlweg aber auch uninteressant, da es noch weiter auf der blauen Wanderwegmarkierung bis zu den Steinstufen vor der Wolfsschlucht geht.
Hier beginnt der wirklich lustige Teil der Wanderung. Gleich auf der gegenüberliegenden Bachseite befindet sich der Anfang des Kerbensteigs. Um auf die andere Bachseite zu gelangen, gab es früher eine Brücke, aber heutzutage muss man entweder über einen querliegenden Baum balancieren oder die Wanderschuhe ausziehen und durch die immer kalte Kirnitzsch waten. lustige_Steintuermchen_Kerbensteig_kleinTatsächlich führt auf der tschechischen Seite ein ganz netter Pfad gleich am Bach entlang. Super lustig sehen nach ein paar Metern die unzähligen Steintürmchen aus. Wer auch immer die vielen Kerbensteig_Kirnitzsch_kleindutzend Türmchen auf den Felsvorsprung gestapelt hat, er hat bestimmt gewaltig Spaß dabei gehabt. Der Kerbensteig führt noch ein Stückchen weiter, bis ein Felsen das Weiterkommen am Bach versperrt. Die Spuren zeigen aber deutlich den Hang hinauf und deshalb bin ich dort hoch gekrochen. Steintreppe_gegenueber_Kerbensteig_kleinAuf der gegenüberliegenden Bachseite ist in luftiger Höhe eine Steintreppe in den Felsen gearbeitet, aber irgendwie habe ich nicht erkannt, wie man dort hinkommen sollte. Es sieht eigentlich so aus, als wenn der Weg an der Unterseite der Treppe nach rechts (von gegenüber gesehen, also Bachaufwärts) auf dem Felsenband weiter geht. So kann es also gar nicht so falsch sein, über den Felsausläufer zu wandern und dann gleich wieder in die Pytlácká rokle (Raubschützenschlüchte) abzusteigen, um an die Kirnitzsch hinunter zu gelangen. Beim Aufstieg auf den Felsen fällt auf der rechten Seite im Graben eine ziemlich große Hütte auf, die zwar heutzutage eingefallen ist, aber relativ aufwendig hier im Gelände versteckt liegt.
Nach dem Abstieg, der überraschend einfach bis zur Kirnitzsch hinunter geht, steht man am Bachrand und gegenüber ist eine angeschwemmte Ebene zu sehen. Also die Wanderschuhe zum zweiten Mal ausziehen und hinüber waten. Irgendwie hatte ich gehofft, von der Ebene auf das Felsband und damit dann die Treppe aufwärts zu kommen, aber das war leider nichts. abgeschliffene_Felswaende_Kirnitzschtal_kleinAuf der Sandbank lagen seltsamerweise zwei Holzkonstruktionen (einmal zwei Stämme zu einem Steg verbunden und mehrere Latten zu einer kleinen Platte verbunden), aber irgendwie war nur ein super steiler Aufstieg durch eine Schlucht sichtbar. Von der Sandbank die Kirnitzsch in beide Richtungen geblickt, fallen die Felswände mit den polierten Flächen im unteren Teil auf. Hier kommt man ganz sicher auch nur durch einen ordentlich nassen Spaziergang weiter und der Rückweg noch mal durch den Bach hat mir überhaupt nicht gefallen. So ging es in der Schlucht aufwärts mit einer ordentlichen Kletterpartie. Eigentlich ist nur ein Absatz im ganz unteren Teil besonders anspruchsvoll und dann geht es ganz gut bis hoch zum offiziellen Wanderweg.
Dieser ist mit dem bekannten blauen Strich blauer Strich markiert und wird für diese Wanderung nach rechts weiter gegangen. Etwas mehr als ½ Kilometer ist jetzt als Erholung zu genießen, um dann nach links abzubiegen. Treppe_durch_Felsspalte_Hermannseck_kleinWer diese Tour wandert, sollte natürlich nicht den schlappen Aufstieg über die breiten Stufen wählen, sondern den Weg durch die langgezogene Felsspalte. Der Aufstieg ist mit dem roten Strich roter Strich gekennzeichnet und mit dem Hermannseck ausgeschildert. Die Aussicht nach dem Aufstieg ist nicht gerade spektakulär, weil man nur in das dicht bewaldete Kirnitzschtal blickt, aber immerhin schaut man von einer Felskanzel ins Tal.
Die Wanderung folgt weiter der roten Wanderwegmarkierung. Auf dem ersten hebstlicher_Wettinplatz_Hinterhermsdorf_kleinTeilstück bis zum Wettinplatz stehen am Wegesrand so einige uralte verknöcherte Eichen. Am Wettinplatz hat der Nationalpark die mächtigen herbstlicher_Koenigsplatzweg_kleinBäume aus Wegsicherungspflichten gefällt. Ich finde, das sieht sehr seltsam aus, da jetzt genauso wie an der Buchenparkhalle nur noch Stümpfe herumstehen. Vom Wettinplatz geht es auf dem sehr gut ausgebauten Forstweg in Richtung Buchenparkhalle weiter. Nach 200 Metern auf dem unmarkierten Forstweg biegt nach links ein breiter, aber etwas stärker ansteigender Waldweg in Richtung Buchenparkhalle ab. Dieser Weg sieht ganz besonders toll im Herbst aus, weil dann die gelben Blätter der Buchen besonders leuchten. Die letzten Meter bis zur Buchenparkhalle werden auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich bewältigt.
Irgendwie hatte ich mir von dem Kerbensteig aber einfach mehr versprochen, als nur einen Pfad, der 300 Meter neben der Kirnitzsch entlang läuft. Vermutlich ist der Weg früher auch viel schöner gewesen, da der Zugang mit zwei Brücken erfolgte und man dadurch einen netten Blick in das Kirnitzschtal hatte und außerdem kein blödes Klettern unternehmen musste.

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Kerbensteig Stufen

Auf der Wanderung Kerbensteig sind mir von der anderen Kirnitzschseite die Stufen in dem Felsen aufgefallen, aber ich habe zu dem Zeitpunkt nicht gesehen, wie man dorthin kommt. Auch die Karte von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) half diesmal irgendwie nicht so richtig weiter, aber netterweise kam dann Anfang des Jahres eine Mail von einem aufmerksamen Leser unserer Webseite, der sehr gut den Zugang zu den Stufen erklärte. Das musste natürlich gleich mal untersucht werden und so ist diese nette Tour entstanden. Die Wanderung ist auf der Webseite nur mit 2 Sternen bewertet, um nicht ganz so viele Wanderer auf diese Insiderstrecke zu locken, aber eigentlich müsste es eine Bewertung im Bereich der 4 Sterne sein.
Der Startpunkt für diese Strecke befindet sich an der Hinterhermsdorfer Buchenparkhalle. Von hier geht es über den schnurgeraden Waldweg mit der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich in Richtung Obere Schleuse. Cupetiusstein_Hinterhermsdorf_kleinDer Wanderweg führt zuerst zwischen dem Wald und der Kleingartenanlage entlang und dann noch ein ganzes Stück geradeaus in den Wald. Nach insgesamt einem Kilometer biegt der markierte Wanderweg nach links ab, aber die Wanderung führt noch ein kurzes Stück weiter geradeaus, um dann nach rechts abwärts zu gehen. Schon nach ganz wenigen Metern findet man auf der rechten Seite den Cupetiusstein. Sehr ungewöhnlich an diesem Gedenkstein ist, dass er immerhin schon aus dem Jahre 1834 stammt und nicht nur auf der Vorderseite eine Inschrift hat, sondern auch auf der Rückseite einen Text von den Gedenkenden enthält.
Der breite Waldweg ist schon vor sehr langen Zeiten angelegt worden, da auf der linken Wegseite die Jahreszahl 1829 zu lesen ist. Nach 400 Metern auf dem unmarkierten Waldweg erreicht man den sehr breiten Forstweg mit der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich, der man dann nach rechts weiterhin abwärts folgt. Ungefähr nach ¼ Kilometer auf der breiten Forststraße erreicht man einen der vielen Wettin-Plätze, die an das 800-jährige Bestehen (1089-1889) der Wettiner Herrschaft erinnert. Hier folgt man noch ein kurzes Stück der grünen Wegmarkierung, um dann auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich, die zuerst ein Stückchen gleichzeitig verläuft, weiter zu wandern. Die Wanderung führt runter zum Hermannseck bzw. dem Kirnitzschtal. Am Hermannseck gibt es eigentlich zwei Wege, wobei im Abstieg nur der linke zu empfehlen ist. Der rechte, der knapp neben der Schutzhütte abwärts geht, ist einfach zu schmal für einen Abstieg und außerdem sehr ärgerlich, wenn andere Wanderer entgegen kommen. Am Ende des Abstiegs verlässt man die rote Wanderwegmarkierung und es geht nach rechts auf dem blauen Strich blauer Strich weiter.
Mit dem Wanderweg an der Kirnitzsch ist es schon ziemlich komisch. An den beiden Bootsstationen der Oberen Schleuse trifft man häufiger andere Wanderer, aber sobald man sich unterhalb des Hermannsecks befindet, Zugang_Schwarzes_Tor_und_Kerbensteig_kleinist wieder wunderbare Ruhe eingekehrt. Auf diesem Wanderweg muss man jetzt 600 Meter wandern, bis nach links eine absichtlich mit Bäumen gefüllte Schlucht auftaucht. Es handelt sich um den uralten Abstieg zum Schwarzen Tor auf der tschechischen Seite. Da es noch immer Mitmenschen gibt, die diesen Geheimtipp kennen, ist der Abstieg gut zu erkennen und auch nicht besonders schwierig. Der Abstieg hat zwischendurch sogar einige Stufen, daran kann man erkennen, dass es sich um einen wirklich uralten Weg handelt. Kurz bevor man am Bach ankommt, empfiehlt es sich, nach rechts abzubiegen, um den östlichsten Teil des Kerbensteiges zu erreichen. Dieser Pfad ist anscheinend im Jahre 1839 nur zum Zwecke des Tourismus angelegt worden und den Spuren nach zu urteilen, ist dieses mit ziemlich großem Aufwand passiert. Teile des Weges verlaufen über ein Felsband, fehlenden_Bruecke_Kerbensteig_Felsbahn_kleinaber auch gleich an mehreren Stellen mussten Teile des Felsens weggeklopft werden. Das lässt sich sehr gut an mindestens drei Stellen feststellen. Auch sind früher gleich mehrere Brücken und Stege in den Kerbensteig eingebaut gewesen, die aber leider heutzutage nicht mehr vorhanden sind. So ist der weitere Weg an einer dieser Stellen unterbrochen, da nur noch ein ganz schmales horizontales Felsband vorhanden ist und es an dieser Stelle geschätzte 30 Meter senkrecht abwärts in die Kirnitzsch geht. Hier sollte man lieber nicht herunterfallen und deshalb geht es wieder zurück.
Blöderweise sind damit dann die Stufen immer noch nicht erreicht und so muss der Kerbensteig von der anderen Seite untersucht werden. Kerbenstein_am_Hang_kleinDazu geht es wieder auf der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich ein paar Meter das Tal hinunter. Nach ca. 180 Metern wird der Hang runter ins Kirnitzschtal flacher und beim aufmerksamen Beobachten kann man einen Trampelpfad entdecken. Nach einem leichten Abstieg erreicht man von dieser Seite den nächsten Teil des Kerbensteigs. Hier sind zuerst zwei Dinge ganz besonders auffällig. Das erste ist der breit ausgearbeitete Weg am schrägen Hang, der wieder in die Richtung der fehlenden Stege führt. Treppenstufen_vom_Kerbensteig_kleinDie zweite interessante Stelle sind die Stufen runter zur Kirnitzsch. Nicht nur, dass die Stufen auch nach fast 200 Jahren immer noch ganz gut aussehen und leicht zu begehen sind, es befinden sich sogar noch die senkrechten Stäbe eines Geländers neben den Treppenstufen. Obwohl diese Eisenstangen ziemlich verrostet aussehen, sind sie immer noch ungewöhnlich stabil. Inschrift_am_Kerbensteig_kleinNachdem man die Stufen hinunter gestiegen ist, fällt in der Felswand eine Inschrift mit folgendem Text auf: Diesen Felsen = Wege veranstaltete, der H. Maj: v. Dieskau veranschlagt, d: H. Bau = Cont. Loose gebaut, d:Floszvorst: Sturm 1836. Dieser wirre Text soll ungefähr bedeuten, dass Major von Dieskau bei Herrn Loose den Bau beauftragt hat und der Floßförster Sturm den Weg im Jahre 1836 gebaut hat.
An dieser Stelle führte früher eine Brücke auf die andere Kirnitzschseite, die aber heutzutage fehlt. Blöderweise endet die Treppe dann auch etwas zu hoch oberhalb der Kirintzsch, sodass auch ein Durchwaten (egal ob auf die andere Bachseite oder bis zum unteren Ende der Bärenhöhle) unmöglich ist. So muss man wieder das Stückchen bis zum offiziellen Wanderweg hoch krabbeln und diesem nach links auf der bekannten blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich folgen. Baerenhoehle_im_Kirnitzschtal_kleinDafür wird man dann auch schon nach wenigen Metern mit der interessanten Bärenhöhle belohnt. Der Wanderweg führt einmal quer durch diese relativ lange Höhle und wenn man den Kopf ein kleines Stück einzieht, kommt man auch ganz gut durch das dunkle Loch. Auf der anderen Seite muss man noch ein paar Stufen absteigen und dann geht es super angenehm gleich neben der Kirnitzsch weiter bergab.
Nach etwas weniger als einem Kilometer weitet sich das Kirnitzschtal und meistens kann man das auch breiteres_Kirnitzschtal_kleinsehr gut an der ansteigenden Temperatur feststellen. Hier kommt die Sonne einfach besser bis zum Grund des Tals. Ungefähr 1 ¼ Kilometer weiter auf dem sehr angenehmen Pfad stößt von links ein breiter Wanderweg aus dem Tschechischen zur Wanderung dazu. Sehr genau ½ Kilometer dahinter befand sich in früheren Jahren auf der linken Seite die Ziegengrundbrücke über die Kirnitzsch. Leider ist diese Brücke heutzutage nicht mehr vorhanden. In dem ganz besonders schönen Tal dahinter befindet sich der bekannte Luchsstein. Der Nationalpark weiß dieses auch und hat gleich mal auf die große Wiese in die Mitte eins dieser typischen Kernzonenschilder aufgestellt. Eigentlich kann man sich schon ganz gut daran orientieren, dass bei jedem dieser Schilder irgendetwas Interessantes vorhanden ist.
Für diese Wanderung ist das Schild eine gute Orientierung, da hier nach rechts den Hang hinauf ein sehr gut versteckter Pfad aufsteigt. Es handelt sich um den Nickelsbergweg. Wer diesen versteckten Weg nicht auf Anhieb findet, der kann auch ½ Kilometer weiter wandern und über die Lindigtstraße nach Hinterhermsdorf aufsteigen. Im Gegensatz zur Lindigtstraße führt der Nickelsbergweg durch ein vollkommen vergessenes Waldstück namens Finsterwäldchen. Insgesamt geht es einen Kilometer ziemlich geradeaus durch diesen Wald und dann erreicht man wieder einen breiten Forstweg, der auch mit so manchen Benutzungsspuren versehen ist. Es handelt sich um die Alte Böhmerstraße, die nach links weiter in Richtung Buchenparkhalle verfolgt wird. Bald erreicht die Wanderung die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt, die die letzten paar Meter bis zum Ausgangspunkt kennzeichnet.
Diese Wanderung war schon ziemlich interessant, da mal wieder ein paar Stellen dazwischen waren, die gezeigt haben, dass es in der Sächsischen Schweiz auch nach ein paar hundert Wanderungen immer noch was zu entdecken gibt.

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