Weißbachtal

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Dauer:
ca. 3,00 h
Entfernung:
ca. 11,50 km
Höhenunterschied:
ca. 335 Meter
beste Reisezeit:
 
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Hinterhermsdorf und die Schleusen;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Hinterhermsdorf - Haus des Gastes - gelber Strich - Viehbigt - Schäferäumicht - Folgenweg - Heidelbach - Bammelweg - Weißbachtal - Kirnitzsch - Im Loch - Niedermühle - Taubensteingrund - Taubenstein - Lehmhübelweg - Hinterhermsdorf - Neudorf - Neudorfstraße - gelber Strich - Haus des Gastes

Weißbachtal

Die Wanderung im Weißbachtal ist der kleine Bruder der Grenzwanderung bei Hinterhermsdorf. Diese Wanderung ist nur ein Teilstück (genauer gesagt die Hälfte) der sehr schönen Grenzwanderung. Der Startpunkt ist der große Parkplatz im Zentrum von Hinterhermsdorf. Von hier geht es zuerst bis zur rechten Ecke des Erbgerichtes, um von dort auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich aus dem Dorf herauszugehen. Weifbergturm_vom_Oberdorf_kleinDer Weg ist sehr angenehm und verläuft fast gerade auf den Weifberg mit seinem Aussichtturm zu. Dieser Weg ist aber nicht der eigentliche Zugang zum Weifberg und deshalb biegt die Wanderwegmarkierung kurz vor dem Berg nach rechts ab. Die Wanderung führt an der Gaststätte Zum Schäferräumicht vorbei. Hier gehe ich aber davon aus, dass man nach 1 ½ Kilometern noch keine Erfrischung braucht und deshalb kein Halt eingelegt werden muss. Pfad_in_Weissbachtal_kleinEin paar Meter hinter dem Gasthof beginnt der Abstieg runter ins Weißbachtal. Ein bisschen aufmerksamer muss man nach ca. 900 Metern sein, da hier der markierte Weg nach links abbiegt und man mit einem normalen Orientierungssinn ganz sicher nicht nach links (also Norden) gehen würde. Der Weg führt auf einem normalen Forstweg den Hang hinauf. Zwischendurch wird noch ein breiterer Forstweg und ein Holzsammelplatz überquert. An dem Holzsammelplatz geht der markierte Pfad schräg nach links in den Wald. Der Abstieg bis runter an den Weißbach erfolgt über ein angenehmes Gefälle.
Grenzstein_im_Weissbachtal_kleinBeim Weißbach angekommen, geht der weitere Weg nach rechts immer am Bachlauf entlang. Der Weg ist wunderschön zu gehen und überrascht mit einer himmlischen Ruhe. Sehr unterhaltsam sind meiner Ansicht nach die Überbleibsel von einem Staat, den es heutzutage nicht mehr gibt. Wenn man sich die Grenzsteine ein bisschen gründlicher ansieht, dann stellt man fest, dass von der Beschriftung DDR nur noch der mittlere Buchstabe übrig geblieben ist. Die beiden äußeren Buchstaben sind zugespachtelt worden, aber irgendwie lässt sich die Geschichte nicht so einfach entfernen und so kann man die Spuren noch an einigen Grenzsteinen erkennen.
Messer_an_der_Kirnitzsch_kleinDer Weg unten am Weißbach entlang ist ein kleinerer Pfad, der sich die ganze Zeit bis zur Mündung in die Kirnitzsch durch das Tal schlängelt. Aufgrund der Anzahl Wanderer hier unten braucht man ganz sicher keine besondere Zeit zu wählen, da bis heute das Weißbachtal sich noch nicht als besonderes Wanderziel herumgesprochen hat. Besonders schön ist aber die Wanderzeit im Hochsommer, da in dem Weißbachtal eine sehr angenehme kühle Witterung vorherrscht. Kurz nachdem der Weißbach in die Kirnitzsch mündet, erreicht man zwei ganz einsam stehende Häuser im Tal. Beide Häuser sehen sehr gepflegt aus und das erste bietet gleich zwei Besonderheiten. Das erste Auffällige ist ein riesiges Holzmesser. Es ist fast 2 Meter lang und anscheinend dem Bewohner des Hauses zum 60. Geburtstag geschenkt worden. Das zweite Beachtenswerte ist die Tafel neben der Haustüre. Sie beinhaltet folgende Aufforderung:
Ich bin der Wald,
ich bin uralt,
ich hege den Hirsch,
ich hege das Reh,
ich schütze euch vor Sturm,
ich schütze euch vor Schnee,
ich hüte die Scholle,
ich wahre die Quelle,
ich bau euch das Haus,
ich heiz euch den Herd,
drum ihr Menschen
haltet mich wert.
Haeuser_im_Loch_bachaufwaerts_kleinHaeuser_im_Loch_bachabwaerts_kleinDem ist nicht mehr hinzuzufügen und das sollte wirklich jeder verinnerlichen. Aber vermutlich ändert sich langsam aber sicher die Einstellung zum Wald wieder. Inzwischen wird doch ganz gerne wieder das Material Holz bei Bauwerken eingesetzt, es tauchen riesige Mengen an Leuten mit Kettensäge und einem Holzsammelschein im Wald auf um Heizkosten zu sparen und zu guter Letzt gehen die Mitmenschen wieder gerne in den Wald, da sie erkannt haben, wie groß der Erholungswert von einem Aufenthalt im Wald ist.
Kurz hinter dem zweiten Haus biegt der markierte Weg nach links in den Wald ab. Diese Stelle übersieht man ziemlich schnell, da der Pfad im Verhältnis zu dem Waldweg wirklich unscheinbar ist. Es ist aber auch überhaupt nicht schlimm, wenn man den Waldweg weiter den Hügel herunter läuft, da die beiden (Pfad und Waldweg) nach ein paar hundert Metern wieder aufeinander stoßen. Der weitere Weg verläuft an der Kirnitzsch entlang und ist immer noch mit dem gelben Strich markiert. Nach einem Bogen erreicht man die alte Niedermühle. Inzwischen ist irgendein guter Geist damit beschäftigt, die Gebäude und Anlagen der Mühle wieder herzurichten. Der Mühlgraben und das Stauwehr sind in den letzten Jahren repariert worden und die Dächer der einzelnen Gebäuden sind wieder neu gedeckt worden. Sehr interessant ist ein kleiner Zettel über die Historie der Mühle im linken Fenster neben der Haustüre. Der markierte Wanderweg geht gleich hinter dem rechten Haus auf einem unauffälligen Pfad am Hang entlang. Die Verführung ist zu groß, einfach unten im Tal zu bleiben und die Kirnitzsch auf zwei Brücken zu überwinden und wieder auf den markierten Weg zu stoßen. Aber dieser Weg ist nicht erlaubt, da damit die Grenze an zwei nicht erlaubten Stellen überschritten wird. Nachdem auch der markierte Pfad wieder auf dem etwas breiteren Waldweg angekommen ist, geht es nur noch wenige Meter (ca. 30 m) weiter an der Kirnitzsch entlang. Danach steigt der markierte Weg nach rechts den Hang hoch. Der Weg ist ausgeschildert mit Hinterhermsdorf/Taubenstein. Auf der linken Wegseite liegt gleich zum Anfang die unscheinbare Reißershöhle, und die Schlucht, die nach oben gestiegen wird, heißt Reißersgrund. Nach dem größten Teil des Aufstieges erreicht man eine Abzweigung zum Taubenstein. Diese Aussicht sollte man sich nicht entgehen lassen. Es ist zwar keine Wahnsinnsaussicht, aber man hat einen schönen Ausblick in das dicht bewaldete Kirnitzschtal. Bei dieser Aussicht kann man die Niedermühle noch mal von oben sehen.
Gedenkstein_Wilhelm_Poehlig_kleinVon der Aussicht geht der Weg weiterhin auf der gelben Markierung. Er führt am Gedenkstein für Wilhelm Pöhlig vorbei. Auf dem Gedenkstein steht folgendes geschrieben: Hier verschied am 24. Juli 1889 der Waldarbeiter Wilhelm Pöhlig aus Hinterhermsdorf auf dem Heimweg von der Arbeit in Folge eines Schlagflusses. Sein Andenken gewidmet von den Mitarbeitern. Der Weg führt durch den Ortsteil Neudorf nach Hinterhermsdorf rein. Kurz vor der Ortschaft hat man noch mal eine sehr schöne Stelle, an der man von einer Bank aus in ein grünes Tal am Dorfrand blicken kann. Der Weg bzw. die Straße führt gleich am Fuße der kleinen beschaulichen Kirche und dem Museum Waldarbeiterstube vorbei. Auch wenn man jetzt eine Wanderrunde erfolgreich beendet hat, so sollte man diesen beiden Orten noch einen kurzen Blick würdigen.
Damit ist eine der schönsten Runden der Sächsischen Schweiz beendet. Diese Wanderung ist genauso schön, nur ein ganzes Stückchen kürzer, als die Grenzwanderung.

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    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Hinterhermsdorf Erbgericht mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Hinterhermsdorf Ortsmitte
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00 €

Winterschleuse

Ich wollte schon immer mal wissen, ob die Obere Schleuse von Hinterhermsdorf im Winter tatsächlich abgelassen wird und wie dann der Bachlauf aussieht. Die Runde soll nicht die normale langweilige Obere- Schleusenrunde werden, trotzdem startet die Wanderung von der Buchenparkhalle am Rande der Waldhusche entlang. Der Wanderweg ist mit dem gelben Punkt gelber Punkt markiert und verläuft am Waldrand um die Hackkuppe herum. Von dem Weg hat man einen erstklassigen Blick auf das Tal von Hinterhermsdorf bis rüber zum Weifberg. Besonders romantisch sieht Aussicht_von_Hackkuppe_kleindiese Aussicht aus, wenn es geschneit hat und der Himmel dazu blau leuchtet. Auf der linken Wegseite kann man einen alten Steinbruch erkennen, in dem in weit vergangenen Zeiten Basalt abgebaut worden ist. Die Wanderung führt einmal über den Hügel und auf der gegenüberliegenden Seite erreicht man eine Station der Waldhusche, die im ersten Moment wie ein Kanonenrohr aussieht, aber eher zum Beobachten des Waldrandes gedacht ist. Hier biegt der markierte Wanderweg nach rechts ab und nach ein paar Metern ist auf der linken Wegseite eine Aussichtsplattform. Von hier kann man ganz hervorragend auf die neu Nationalpark-Informationstelle_BeizeHaus_kleineröffnete (Mitte 2008) Informationsstelle Beizehaus des Nationalparks Sächsische Schweiz hinunter blicken. Die Wanderung führt noch ein kleines Stück (50 Meter) weiter auf dem gelben Punkt, bis nach links ein paar Stufen absteigen. Nach einem kleinen Abstieg erreicht man die Zufahrt zur Informationsstelle und der folgt man nach links. Bis jetzt ist jede der Informationsstellen vom Nationalpark Sächsische Schweiz sehr gelungen und informativ, sodass man hier einen kleinen Schlenker hinein unternehmen sollte. Leider war ich mit meiner Winterwanderung so früh unterwegs, dass die Türe noch für Besucher verschlossen war. Ein Besuch wird aber ganz sicher noch nachgeholt.
Die Wanderung führt weiterhin den Hang hinunter und passiert bald einen Tümpel mit einem äußerst stabilen Aussichtssteg. Von dem Steg kann man sehr gut den Teich bzw. das Leben im Teich von oben beobachten. Die Wanderung geht von dem Teich weiter geradeaus den Hang hinunter. Auf der linken Hangseite kann man das untere Ende der Waldhusche erkennen. Diese Rutsche für Baumstämme ist der Namensgeber für dieses Waldgebiet. Wenige Meter nachdem nach links der markierte Weg abgebogen ist und die Wanderung weiter geradeaus zum Dorfbachgrund von Hinterhermsdorf absteigt, befindet sich auf der linken Wegseite ein Schneetorte_Waldhusche_kleinAnschauungsobjekt von einem Meiler. Da es vom Nationalpark Sächsische Schweiz gebaut und gepflegt wird, ist es in einem sehr guten Zustand und liefert ein gut verständliches Funktionsprinzip. Sehr lustig sieht dieser Meiler aus, wenn es geschneit hat. Dann ist es nicht mehr ein Erd- bzw. Holzhügel, sondern eine Torte, von der sich ein Riese schon ein Stück herausgeschnitten hat. Nach dem leicht abfallenden Weg erreicht man den Dorfbach und diesem folgt man nach links. Nach ein paar Metern passiert man den Wildzaun, den man natürlich wieder hinter sich schließt, weil man sonst, wie bei meiner Wanderung, am nächsten Tag die Spuren von richtig vielen Wildtieren im Schnee entdecken kann. Von der linken Hangseite fließt ziemlich viel Wasser über die Felsen und dadurch, dass auf diese Talseite wenig Sonne hinkommt, bilden sich richtig große Eisvorhänge. Dem Hinterhermsdorfer Dorfbach folgt man, bis der Bach in der Kirnitzsch endet.
Die Kirnitzsch ist jetzt die Orientierungshilfe für die nächsten 1 ¾ Stunden (ca. 8,5 Kilometer). Niedere_Schleuse_im_Winter_kleinDer Weg ist mit dem blauen Strich blauer Strich markiert und man folgt dieser Markierung bachaufwärts (nach links also). Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man die Niedere Schleuse, die aber nicht nur im Winter, sondern immer leer ist. Achtung_Wehranlage_Schild_Kirnitzsch_kleinDas Staubecken ist in den letzten Jahren immer weiter vom Bach mit Sand und Geröll gefüllt worden und heutzutage nur noch als Anschauungsobjekt zu gebrauchen. Ziemlich komisch finde ich die Schilder mit der Aufschrift: Achtung Wehranlage. Die Kirnitzsch dürfte meiner Ansicht nach heutzutage vollkommen ungeeignet dafür sein, dass man mit jeglichem Bötchen drauf fährt. Einerseits liegen riesig viele Bäume kreuz und quer im Bachlauf herum und selbst bei der Schneeschmelze ist in der Kirnitzsch nur relativ wenig Wasser. Die Wanderung folgt weiterhin dem breiten Weg durch das Tal der Kirnitzsch. Nach 1 ¼ Kilometern erreicht man die Marienquelle. In der Quelleneinfassung befindet sich eine kleine Aussparung, in der schon mehrere Male ein kleiner goldener Engel gestanden hat. Im Winter 2008/2009 war es dem Engel mal wieder zu kalt und er hatte sich in wärmere Gefilde verdrückt. Nach 5 weiteren Wanderminuten ändert sich deutlich das Aussehen des Tals in eine breite Wiese mit einem ruhigen Bachlauf. Insgesamt sind es ungefähr 2 ½ Kilometer, die man am Rande der Wiese entlang wandert und an denen es am extremsten auffällt, dass hier unten sehr selten andere Wanderer unterwegs sind. So vom Gefühl her würde ich schätzen, dass selbst bei perfektem Wetter höchstens 50 Wanderer pro Tag in diesem wunderschönen Tal unterwegs sind. Im Winter dürfte die Zahl auf maximal eine Handvoll sinken. Nach den besagten 2 ½ Kilometern wird das Tal schlagartig enger und das merkt man ganz extrem im Sommer, da dann die Temperatur sinkt.
Da die Felswände relativ nah am Bachlauf stehen, verläuft jetzt die Wanderung auf einem Pfad in einem leichten Hoch und Runter. Nur an einer Stelle wird es im Winter etwas schwieriger, da es über ein paar Stufen den Hang hoch geht. Kirnitzschtal_vor_der_Schleuse_im_Winter_kleinDadurch, dass man ungefähr 80 Meter über dem Kirnitzschbach wandert, hat man immer wieder eine sehr nette Aussicht auf den Bachlauf bzw. in das Tal hinein. Die restliche Strecke erfolgt über gut gehbare Pfade bis zur Staumauer der Oberen Schleuse. Schon vom Pfad aus kann man die Antwort auf meine ursprüngliche Frage sehen: Die Obere Schleuse wird tatsächlich im Winter abgelassen. Von oben kann man aber nur schlecht erahnen, wie tief das Staubecken ist und deshalb empfiehlt sich der Haeuschen_Staumauer_Obere_Schluese_im_Winter_kleinAbstieg bis auf die Staumauer. Im Winter ist der Zugang zur Staumauer schwerer zu erreichen, zumindest wenn Schnee gefallen ist und schon einige Wanderer versucht haben bis zur Staumauer vorzudringen. Dann sind die Stufen ziemlich glatt, aber unter Zuhilfenahme des Geländers kommt man runter. Spuren_im_Schnee_an_Oberer_Schleuse_kleinIch war überrascht, wie tief das Becken ist und welche Mengen an Tierspuren hier unten durch die geöffnete Schleuse führen. So einige Tiere (ich würde mal auf Fischotter tippen) haben es geschafft, entgegen der Strömung die Schleuse zu passieren.
Der Aufstieg wieder hoch auf den eigentlichen Pfad ist einfacher als der Abstieg. Dann geht es nach rechts auf der bekannten Markierung weiter. Leere_Obere_Schleuse_im_Winter_kleinIm Bereich der Oberen Schleuse fällt es extrem auf, dass im Winter kein Tourist in der Sächsischen Schweiz verweilt. In den wärmeren Jahreszeiten hört man im Bereich der Schleuse immer irgendwelche Stimmen. Das kann variieren zwischen den Erzählungen der Bootsführer, dem Gegacker von ein paar Weibern und der Geräuschkulisse einer Schulklasse. Im Gegensatz dazu ist im Winter hier eine wahnsinnige Ruhe. Man kann die Natur wunderbar genießen. winterliche_Kirnitzsch_kleinNach ½ Kilometer oberhalb der leeren Oberen Schleuse erreicht man die Bootsstation. Hier lagern die Boote fein säuberlich in einem Schuppen. Ein paar Meter hinter dem Schuppen sind am Felsen Hochwassermarkierungen, die wirklich überraschen. Die höchste Markierung ist weit mehr als mannshoch und dürfte damit fast 3 Meter höher als die Standardwasserhöhe sein. Da das Datum auf der Markierung der 14.VII.27 ist, kann es sich nur um einen gigantischen Regenschauer/Gewitterguss handeln. Danach dürfte das Kirnitzschtal ganz neu sortiert aussehen. Zumindest würden heutzutage die ganzen Bäume im Flussbett zu einem Damm zusammengeschoben werden und eine breite Schneise der Verwüstung anrichten.
Klobunker_Obere_Schleuse_kleinNachdem man die Bootsstation passiert hat, geht es an den Aufstieg. Zu allererst erreicht man den Klobunker. Toilettenhaeuschen_Obere_Schleuse_kleinWenn man dieses neu errichtete Toilettenhaus von unten kommend sieht, dann ist man bzw. bin ich sprachlos. Vielleicht kann mir mal irgendjemand erklären, was sich der Architekt dabei gedacht hat. Wenn man von oben kommend das Gebäude sieht, dann macht es einen ganz netten Eindruck, aber von unten hat es mehr mit einem massivem Bunker zu tun. Ob hier unten tatsächlich solche Randalierer unterwegs sind, dass man das Gebäude so gestalten musste, bezweifele ich ernsthaft. Der Aufstieg hoch zur Buchenparkhalle ist relativ angenehm, da die Steigung doch ziemlich gering ist. Nach einem ¾ Kilometer befindet Dachshoehle_kleinsich auf der rechten Wegseite ein überhängender Felsen und in der rechten Ecke ist die Dachshöhle. Leider bin ich zu kräftig bzw. zu dick angezogen 🙂 um in die Höhle reinzukriechen, aber vermutlich ist es auch eher eine Aufgabe für Kinder. Auf jeden Fall geht es ein ganzes Stück (12 Meter) in diese Einsturzhöhle (tektonische Klufthöhle) und diese Krabbeltour haben, nach den Spuren zu urteilen, doch schon einige unternommen. Ein paar Meter hinter der Dachshöhle passiert man den breiten Forstweg, der im Sommer auch von den Pferdekutschen genutzt wird. Im Winter kann man auch Spuren von Langläufern auf dem Weg entdecken. Mir sind zwar persönlich noch keine Langläufer in der Sächsischen Schweiz begegnet, aber am Parkplatz der Waldhusche stand auch ein Schild, dass dort in 200 Meter Entfernung die Langlaufloipe beginnen würde. Hinter dieser Wegkreuzung geht die Wanderung auf die letzten 1,3 Kilometer. Die ersten paar Meter sind noch leicht ansteigend, aber dann wandert man auf einen sehr breiten Waldweg bis zur Buchenparkhalle und damit zum Ausgangspunkt der Wanderung. Damit ist eine sehr schöne Wanderrunde zu Ende gegangen, die sich ganz hervorragend als eine Winterrunde in der Sächsischen Schweiz anbietet. Das einzige Manko an dieser Runde ist, dass man nicht Kahn fahren kann, aber dafür hat man ein sehr angenehmes romantisches Tal ganz für sich alleine.

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Steinberg

Diese Wanderung war dadurch entstanden, dass ein netter Mitmensch im Forum der Stiegen- und Wanderfreunde (www.sandsteinwandern.de) gefragt hatte, wer denn Lust hätte, den Steinberg von Hinterhermsdorf zu erkunden. Bisher war ich nur ein einziges Mal auf diesem Hügel und fand ihn wirklich super langweilig. Aber in den letzten Wochen war der Berg durch Forstarbeiten stark in die lokale Presse gekommen und so haben wir in einer Gruppe von 10 Leuten diese Erkundung unternommen. Das Ziel der Wanderung sollte nicht nur der Steinberg und damit die Spuren der Forstmaschinen sein, sondern mehrere Teilnehmer der Wanderung wollten diese hinterste Ecke der Sächsischen Schweiz überhaupt ein bisschen kennenlernen.
Der Startpunkt liegt an der Hinterhermsdorfer Buchenparkhalle. Von hier geht es auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich die Buchenstraße hinunter in die Ortsmitte. Nachdem man das Erbgericht passiert hat, biegt vor dem Haus des Gastes nach rechts die Weifbergstraße ab. Blick_auf_Weifberg_und_Weifbergturm_kleinDiese Ortsstraße steigt leicht an und führt dann über ein paar Felder zum Weifbergturm. Der Turm fällt schon von Weitem auf, wie er aus dem Wald des Weifberges herausragt. Am Waldrand biegt nach rechts ein Pfad ab, dem man bis zur Schutzhütte folgt, Blick_vom_Weifberg_Richtung_Boehmische_Schweiz_kleinum dann in dem Wald bis hoch zum Turm zu gehen. Die Aussicht vom Turm sollte man sich nicht entgehen lassen und deshalb die 173 Stufen hoch steigen. Als wir die Wanderung unternommen haben, war es ordentlich windig, aber erst oberhalb der Baumwipfel pfiff der Wind auch ordentlich in den Turm. Sehr überraschend war, dass der Turm nur sehr wenig schaukelte. Der ganz neue Eisenturm in Janov, den ich einen Tag vorher besucht hatte, schwankte viel mehr.
Vom Weifberg geht es auf der breiten Zufahrt herunter. Spätestens am Ende dieses Waldweges erreicht man die Alte Nixdorfer Straße, die nach rechts weiter gewandert wird. Hier ist der Wanderweg wieder mit dem blauen Strich blauer Strich gekennzeichnet. Ab dem Waldrand wechselt die Wanderwegmarkierung in den gelben Strich gelber Strich, aber es handelt sich immer noch um die Alte Nixdorfer Straße. Nach ¼ Kilometer im Wald erreicht man die mit dicken Pollern geschützte Grenze. Danach geht es weiter, bis auf der rechten Wegseite ein einzelnes Haus auftaucht. Noch vor diesem Haus biegt nach rechts ein Feldweg ab, auf dem man weiter wandert. Ziemlich genau nach ½ Kilometer erreicht man einen Zaun und die Reste eines Tores. Das sind Relikte des früheren Sperrgebietes rund um den Hanelberg, weil hier eine mobile Radarstation beheimatet war. Heutzutage sind nur noch die Fahrzeughallen, die Mannschaftsunterkünfte und die breite Auffahrt auf den Berg zu entdecken. Wenn man heutzutage die paar Meter auf den Hanelberg hochgestiegen ist, kann man leider kaum noch die Landschaft drum herum sehen, da sich die Natur die Fläche zurückerobert hat. Der Hanelberg hat oben eine Betonplattform, die früher als Standfläche für die mobile Radarstation diente. Sehr seltsam ist, was denn von hier oben überhaupt beobachtet wurde.
Die Wanderung führt wieder zurück bis zu dem einzelnen Haus und dann nur 70 Meter auf der Alten Nixdorfer Straße in Richtung Hinterhermsdorf. Hier passiert man auf der rechten Wegseite einen uralten Gedenkstein für ein Blitzschlagopfer (Franz Schneider; Oekonom, den 30. Juni 1889 durch Blitz) und dann biegt nach links die gut sichtbare Kalkstraße ab. Auf dieser sehr bequemen Forststraße geht es in Richtung Grenze. Erst ganz kurz vor der Grenze wandelt sich der Weg in einen kleinen aber gut sichtbaren Waldweg. Als erstes erreicht man zwei Fahrzeugsperren, die die Durchfahrt verhindern und nach ein paar weiteren Metern ist die eigentliche Grenze mit den typischen Steinen gekennzeichnet. Ganz knapp hinter der Grenze gabelt sich der Weg und hier sollte man den linken Weg wählen. Der rechte Weg führt ein Stück parallel zu dem anderen Weg und landet auch wieder auf diesem, aber zwischendurch muss man dort mit so einigen Brombeerranken kämpfen.
Der linke Weg ist immer noch die Kalkstraße und wächst auf der deutschen Seite auch wieder zu einer großen Forststraße an. Eiszapfen_im_Weissbachtal_klein700 Meter hinter der Grenze erreicht man die erste Kreuzung und hier geht es nach links auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich ins Weißbachtal hinunter. Felsplatte-Eingang_Hoehle_an_der_Teufelswand_kleinBis zum Bachlauf geht es ein paar Meter abwärts und dann auf einem sehr schönen Pfad gleich neben dem Weißbach entlang. Der Weißbach ist auch gleichzeitig die Grenzlinie zu Tschechien und der böhmischen Kernzone. Nach ziemlich genau einem Kilometer passiert die Wanderung einen deutlich über den Weg hängenden Felsen. Hier befindet sich am Grenzstein 21/25 auf der gegenüberliegenden Bachseite die versteckte Höhle an der Teufelswand. Bei dieser Höhle handelt sich um gleich mehrere große Sandsteinplatten, die sich an die Felswand gelehnt haben und dadurch einen schmalen, aber sehr hohen und langen Gang gebildet haben.
Die Wanderung führt noch ein paar hundert Meter durch das Weißbachtal bis zum Grenzstein 22/10. Trasse_im_Weissbachtal_kleinKurz davor hat der Nationalpark bzw. Sachsenforst im Winter 2013/2014 mit schwerer Technik den netten Waldweg auf einen breiten Forstweg erweitert. Dadurch, dass nur noch braune Erde als Untergrund vorhanden ist, sieht das schon wirklich erschreckend aus. So ist aus einem romantischen Pfad ein hässlicher Forstweg geworden. Wurzel_Niederer_Steinbergweg_kleinIch bin mal stark gespannt, wie viele Jahre die Natur braucht, um diese Zerstörung wieder heile zu machen. Was die Natur auf jeden Fall nicht mehr reparieren kann, sind die abgetrennten Wurzeln an gleich mehreren Fichten. Genau so ein Baum steht gleich am unteren Ende des Eulengrunds (also am schon beschriebenen Grenzstein 22/10). Der Eulengrund war noch nie ein ernstzunehmender Wanderweg, aber er war wenigstens in der Natur noch zu erkennen. Im Februar 2014 war nur noch der untere Zugang zu finden und dann ging die Wanderung über eine dicke Schicht abgeschnittener Fichtenäste aufwärts. Ziemlich überraschend war, dass richtig viele Käferbäume in dem Grund noch standen. Ob hier tatsächlich nur gesunde Bäume gefällt wurden oder ob die Borkenkäferbäume später noch entfernt werden sollen, konnten wir auf der Wanderung nicht herausfinden.
Blöderweise haben wir den Abzweig zu dem Waldweg rechts von diesem Tal übersehen oder vielleicht war er auch verschwunden und so ging es kreuz und quer den Hang hinauf. 150 Meter neben dem Eulengrund verläuft ein Waldweg etwas oberhalb und auch dieser war zu einer mächtigen Forststraße “ausgebaut”. Von hier geht es weiter aufwärts in Richtung Steinberg. Der Hemmebergweg biegt 150 Meter vor dem Gipfel nach rechts ab und führt eigentlich um den Steinberg herum. Da das Ziel aber schon der Gipfel ist, biegt man nach 100 Metern im spitzen Winkel nach links ab (Niederer Steinbergweg), um dann wieder nach 100 Metern den senkrechten Aufstieg zum Gipfel zu wählen. Von dem Weg aufwärts waren nur vereinzelt die Spuren von ein paar wenigen Forstfahrzeugen zu sehen, aber in diesem Bereich sind sie nicht so besonders schlimm. Auf dem Gipfel muss man dann feststellen, warum der Steinberg nicht zu den besonders erwähnenswerten Zielen der Hinteren Sächsischen Schweiz gehört. Es gibt einfach nichts zu entdecken und eine Aussicht ist überhaupt nicht vorhanden. Von dem Gipfel geht es dann in westliche Richtung, also auf der vom Aufstieg entgegengesetzten Seite, abwärts. Nur 150 Meter unterhalb des höchsten Punktes des Steinbergs erreicht man den Forwarderspuren_Oberen_Steinbergweg_kleinOberen Steinbergweg, dem man nach links folgt. Hier sind die Spuren der Forstmaschinen schon ein ganzes Stück deutlicher, aber das Maximum an Forstspuren kam nach etwa 100 Metern. Hier kreuzt wieder der Niedere Steinbergweg und auf ihm sollte es nach rechts den Hang in Richtung Kalkstraße hinunter gehen. Forwarderspuren_Niederer_Steinbergweg_kleinVor ein paar Jahren (2012) hat der Nationalpark noch erklärt, dass Bäume nur in den Wintermonaten gefällt werden können, da dann der Boden gefroren ist und die Auswirkungen eingeschränkt sind. Dieses Jahr (2013/2014) ist aber der Winter zum größten Teil ausgefallen und so kann man am Niederen Steinbergweg die verheerenden Spuren sehen, die entstehen, wenn man trotzdem mit schwerem Gerät in den Wald einrückt. Die Forwarder (Wald-Lkws) haben sich hier den Hang hochgefräst und zwei knietiefe Furchen gegraben. Auf unserer Wanderung hat sich hier die Gruppe gespalten. Der eine Teil ist durch die Furchen abgestiegen und hat danach kiloschwere Wanderschuhe gehabt, der zweite Teil ist den steileren Hang abgestiegen und damit sauberer geblieben.
Ich war einer der Wanderer in den Furchen und habe damit wie ein Schwein ausgesehen. Das Einzige wirklich lustige war die seltsame Gangart, die eher aussah wie ein Weg durch Pudding oder eine nette Schlitterpartie. Nach 400 Metern endete der zerstörte Waldweg auf der Kalkstraße. Auch dieser breite Forstweg sah nicht wie gewohnt aus, aber immerhin versanken wir nicht mehr im Matsch. Peschkestein_1822_Kalkbusch_kleinDie Kalkstraße geht es nach links für nur ¼ Kilometer hinunter, um dann nach 200 Metern rechts auf den Heidelbachweg abzubiegen. Dieser rot markierte Wanderweg roter Strich wird nur für 150 Meter hoch gewandert, um dann kurz hinter der Obermühle nach links auf den breiten Waldweg abzubiegen. Der unmarkierte Weg verläuft ein kurzes Stück parallel zum Heidelbachweg bis zu einem neu angelegten Teich. Hier steigt der Waldweg nach links in den Kalkbusch neben einem kleinen Bachlauf hoch. Dieser relativ breite Waldweg ist eine Sackgasse, die kurz hinter dem Peschkestein aufhört. Dieser Gedenkstein ist auch das Ziel von diesem Abstecher. Der Stein steht ein paar Meter (40 Meter) neben dem Weg und stammt immerhin aus dem Jahre 1822.
Die weitere Wanderung führt wieder auf dem bekannten Weg bis zur Obermühle zurück. Der neu angelegte neuer_Kalkteich_Obermuehle_kleinTeich oberhalb der Obermühle hat Anfang 2014 ganz seltsam türkisfarben geleuchtet. Kalkkruemel_Obermuehle_kleinDas liegt vermutlich daran, dass hier Kalk ins Wasser gelangt ist und sich jetzt erstmal absetzen muss. Gleich oberhalb des Teiches und auch an dem Teich unterhalb der Obermühle kann man Kalkbrocken entdecken. Diese stammen aus der Blick_vom_Langkweg_nach_Neudorf_kleinGrenzlinie zwischen dem Sandstein und der Lausitzer Überschiebung. Die Wanderung führt einmal komplett durch das Grundstück der Obermühle und am Ende der Zufahrt geht es nach rechts auf dem Langkweg den Hang aufwärts. Die Wanderung steigt bis zu den paar Häusern am Langkweg auf und dann wieder hinunter bis zur Hinterdaubitzer Straße. Auf dieser Straße geht es nach rechts hoch bis Hinterhermsdorf. Damit man auch wieder so einigermaßen nett bis zum Ausgangspunkt an der Buchenparkhalle gelangt, folgt man ab dem Apartmenthaus Zum Wildschütz der gelben Wanderwegmarkierung gelber Punkt. Die letzten Meter dieser Wanderung führen unterhalb einer Kleingartenkolonie entlang und von hier hat man noch mal einen netten Blick über die Ortschaft. Damit ist die Wanderung zu Ende gegangen. Es war eine nette, aber nicht spektakuläre Wanderung. Was sehr ungewöhnlich auf dieser Runde war, sind die wilden Spuren der Forstarbeiten des Nationalparks bzw. der beauftragten Forstleute. Aus meiner Sicht ist es vollkommen unverständlich, wie ein Nationalpark so von der Natur schwärmen (Grundsatz Natur – Natur sein lassen) kann und sogar Wanderern Strafen aufbrummt, wenn sie den Weg verlassen und gleichzeitig so mit der Natur umgeht. Hier stoßen die beiden Seiten, Außendarstellung und wirtschaftliche Interessen, so stark aufeinander, dass die Glaubwürdigkeit mal wieder ordentlich gelitten hat.

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Sturmbauers Eck

Die Sächsische Schweiz war mal wieder durch ein langes Wochenende gerappelt voll und die Wahrscheinlichkeit, mittags noch einen Parkplatz im Kirnitzschtal zu ergattern, tendierte Richtung null. Also haben wir den Startpunkt dieser Wanderung nach Saupsdorf verlegt, da der große Parkplatz dort immer eine sehr gute Alternative ist. Von diesem Startpunkt führt die Wanderung auf der Straße mit dem Namen Hohe und der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich in Richtung Kirnitzschtal. Blick_auf_Saupsdorf_mit_blauem_Himmel_kleinAls erstes passiert man das Gelände der Genossenschaft Saupsdorf mit dem gigantischen Eisentor und dann geht es leicht aufwärts bis zur ersten Aussicht. Bei dieser Aussicht muss man sich einmal herumdrehen und erhält damit einen netten Blick über die Ortschaft bis hoch zur Wachbergbaude (das Haus auf der gegenüberliegenden Hangseite).
Die Wanderung steigt noch ein kurzes Stück in der Ortschaft an, um dann ziemlich horizontal, zuerst über ein paar wenige Felder und durch den Wald, in Richtung Sturmbauers Eck weiter zu führen. ¼ Kilometer hinter dem letzten Haus verlassen die gelbe und rote Wanderwegmarkierung den grün markierten Wanderweg, dem man weiterhin folgt. Bald passiert man mehrere Schrebergärten mit ein paar vereinzelten Gartenhäusern. Am letzten Garten biegt der grün markierte Wanderweg nach rechts im spitzen Winkel ab. Diese Stelle ist immer wieder ein Rätsel, weil weit und breit keine Wegmarkierung zu erkennen ist. Zumindest gilt das für die Kreuzung, aber ein Stückchen den Weg hinunter befindet sich dann auf der linken Wegseite ein ungewöhnlich großes grün-weißes Schild. Die ersten paar Meter führen über eine Wiese und dann an ein paar jungen Bäumen entlang. Bisher war es immer so, dass die Wiese und auch manchmal der Weg von Wildschweinen umgearbeitet wurden. Irgendetwas Besonderes muss hier sein, dass das Schwarzwild sich solch eine Mühe macht, die Grasschicht so gründlich umzugraben.
Der Wanderweg erreicht nach etwas mehr als 100 Metern den Wald und führt dann bis zur Aussicht Sturmbauers Eck. Aussicht_vom_Sturmbauers_Eck_kleinDie Aussicht gibt den Blick in das Kirnitzschtal bachabwärts frei, wobei ganz besonders der Kegel des Zätzschenhorns auffällt. Der Abstieg vom Sturmbauers Eck liegt etwas versteckt auf der linken Seite und führt in ein paar Zickzack-Kurven ins Kirnitzschtal. Der Weg ist ziemlich abwechslungsreich, aber nicht besonders schwer und schon bald erreicht man die Fahrstraße durch das Tal. Eigentlich müsste man 200 Meter nach rechts auf der Straße wandern, aber netterweise befindet sich hier ein langgezogener Parkplatz, der sehr gut als Alternativweg benutzt werden kann. Gleich gegenüber von der unteren Einfahrt führt ein Waldweg mit der roten Wanderwegmarkierung roter Strich in Richtung Kleinstein bzw. Kleinsteinhöhle. Schon nach wenigen hundert Metern erreicht man eine seltsame Stelle, da hier die rote Wanderwegmarkierung geradeaus und nach rechts abbiegt. Auf jeden Fall folgt man hier der Ausschilderung Kleinstein nach rechts aufwärts. Die ersten paar Meter führen bis an den Felsen und dann geht es mit so einigen Stufen aufwärts. Nach einem ersten Schlenker biegt relativ unauffällig nach links an einer Felsenfläche ein Weg ab. Gleich auf den ersten Metern überquert man eine Minispalte mit zwei Balken. Diese Stelle ist wirklich nicht schwierig und höchstens mit ganz großer Höhenangst ein Problem. Außerdem sind am Felsen auch noch ein paar Halteeisen angebracht, sodass selbst übervorsichtige Mütter ihre Zwerge alleine gehen lassen können. Der Weg endet an der wirklich schönen Kleinsteinhöhle. tropfenfoermige_Kleinsteinhoehle_kleinDer Name ist leicht irreführend, da man automatisch bei dieser Bezeichnung an ein dunkles, feuchtes Loch denkt. Das ist in diesem Fall überhaupt nicht so, sondern es handelt sich eher um zwei Felsen, die zusammen einen hohen Raum (10 Meter hoch, 10 Meter breit und 7 Meter tief) bilden und von beiden Seiten offen sind. Sehr unterhaltsam am Kleinstein bzw. der Kleinsteinhöhle ist, dass einerseits sehr häufig Kletterer zu bestaunen sind und andererseits die Höhle schon von den klassischen Malern entdeckt wurde. Auf deren Bildern sieht die Höhle zwar ein ganzes Stück größer aus, als sie wirklich ist, aber durch die Tropfenform hat sie auch wirklich was Besonderes.
Da die Höhle eine Sackgasse ist, geht es für die weitere Wanderung die paar Meter auf dem Zugang zurück, um dann nach links weiter aus dem Kirnitzschtal herauszusteigen. Als erstes passiert obere_Aussicht_Kleinsteinman gleich zwei kleinere Höhlen, wobei die rechte so ziemlich alle mitwandernden Kinder dazu animiert durchzukrabbeln. Noch ein paar wenige Stufen weiter erreicht man eine Aussicht, auf der man schon die gleiche Höhe wie den Kleinstein erreicht hat. Dadurch hat man die nächste Möglichkeit, den Kletterern zuzusehen und natürlich erhält man einen sehr schönen Blick auf die Hintere Sächsische Schweiz. Dieser Blick wird mit der Aussicht eine Etage höher noch besser und dafür muss man nur wenige Meter auf der schmalen Treppe aufsteigen.
Nach diesen sehr schönen und auch meistens sehr ruhigen Aussichten folgt man der bekannten roten Wanderwegmarkierung weiter. Die Strecke überwindet noch ein paar unauffällige herbstliches_Saupsdorf_und_Wachberg_kleinHöhenmeter und führt ½ Kilometer durch einen Wald, um erst über ein Feld und dann an einem Waldrand in Richtung Saupsdorf zu verlaufen. An dem Waldrand hat man einen netten Blick über Saupsdorf hinweg rüber auf den Wachberg und damit auch wieder auf die Wachbergbaude. Die Wanderung erreicht bald die bekannte Kreuzung mit der grünen Wegmarkierung und dann geht es zurück hinunter in den Ort.
Diese Runde ist wirklich keine besonders spektakuläre Runde, aber ganz gut als Alternative zu benutzen, wenn mal wieder das Kirnitzschtal bzw. die Hauptpunkte der Sächsischen Schweiz vollkommen überlaufen sind. Selbst die mitwandernden Kinder waren bei unserer Runde ganz zufrieden und nur auf den letzten Metern wurde es ihnen etwas langweilig.

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Thorwalder Wände

Mir ist mal wieder eine Wanderung aus den Anfängen der Webseite in die Hände gefallen, bei der ich mir sicher bin, dass es sich um eine der besonders schönen Runden handelt, die aber blöderweise eine ziemlich mangelhafte Beschreibung hat. Deshalb habe ich mich auf den Weg gemacht, die Wanderung zu den Thorwalder Wänden zu wiederholen. Die ursprüngliche Beschreibung befindet sich hier und daran kann man sehr gut erkennen, wie sich die Wanderbeschreibungen in den letzten 10 Jahren entwickelt haben.
Entgegen der gewöhnlichen Wege zu den Thorwalder Wänden startet diese Wanderung im Zentrum von Hinterhermsdorf. Vom großen Parkplatz in der Mitte der Ortschaft führt die Wanderung nach rechts, um dann hinter dem großen Gebäude gleich nochmal nach rechts abzubiegen. Trog_Dorfplatz_Hinterhermsdorf_kleinDie kleinere Straße führt bis auf den zentralen Dorfplatz mit seinem riesigen Wassertrog aus Granit. Das Ding dürfte auch ohne Wasser schon ein paar Tonnen wiegen und ist ein netter Blickfänger für den Platz. Hier startet auch die rote Wanderwegmarkierung roter Strich, der man ab jetzt ein ordentliches Stück hinterher wandert. Das nächste Ziel der Wanderung soll die Beize sein, wobei in dieser Ecke von Hinterhermsdorf auf einmal alles Beize heißt. Der Ortsteil, die Straße, der Eingang in die Waldhusche und auch die Informationsstelle des Nationalparks heißen so. In die Informationsstelle des Nationalparks sollte man unbedingt einen kurzen Abstecher unternehmen, weil jedes dieser Häuser super gut an ein jeweils eigenes Thema heranführt. Bei diesem hier wird man auf spielerische Art über den Borkenkäfer informiert, was besonders geschickt ist, weil die Waldhusche mehr für die kleineren Besucher angelegt worden ist.
Die Waldhusche ist ein richtig tolles Außengelände des Nationalparks (der eigentliche Nationalparks natürlich auch), das immer weiter entwickelt wird und selbst beim einfachen Durchwandern eine ganze Menge tolle Stationen bietet. Deshalb geht es jetzt vom Nationalparkinformationshaus weiter abwärts auf der Wanderwegmarkierung roter Strich. In der Senke angekommen ueberarbeitete_Waldhusche_2012_kleinist eine der Stationen z.B. ein Steg oberhalb eines Tümpels, von dem man ganz hervorragend das Treiben im Wasser beobachten kann. Wenige Meter neben dieser Stelle kann man den Namensgeber der Waldhusche entdecken. Hier ist eine dieser riesigen Holzrutschen wieder aufgebaut und eine Informationstafel erklärt die Funktionsweise. Sehr lustig ist der erste Satz auf der Tafel: Hier verbirgt sich kein altertümlicher Freizeitspaß für Holzfäller, sondern ….
Der rote Wanderstrich wird weiter durch die Waldhusche verfolgt und nach einem Kilometer erreicht man das untere Ende des Geländes. Hier führt der Wanderweg zuerst auf der gut ausgebauten Lindigtstraße und dann durch das kleinere Lindigtgründel weiter abwärts ins Kirnitzschtal. Im Kirnitzschtal angekommen wandert man nur 100 Meter nach links, um dann auch gleich wieder nach rechts aufwärts zu gehen. Dieser Waldweg auf der Rückseite der Thorwalder Wände ist einer der ruhigsten Wanderwege der Hinteren Sächsischen Schweiz. Das liegt ganz einfach daran, dass dieses Waldstück so ziemlich am entferntesten von jeglichen Verkehrsmitteln liegt. Der Waldweg lässt sich super angenehm wandern und erst ganz kurz, bevor es über die Thorwalder Wände geht, wird der Aufstieg anstrengend. Hickelhoehle_an_den_Thorwalderwaenden_kleinImmerhin ragen die Thorwalder Wände 100 Meter in die Höhe und genau dieses Stück muss man einmal überwinden, um auf der gegenüberliegenden Seite zur Hickelhöhle abzusteigen. Die Hickelhöhle ist eine ziemlich breite, aber nicht so besonders tiefe Höhle. Sie ist der Startpunkt für den Thorwalderwändeweg.
Hier wird die rote Wanderwegmarkierung verlassen und es geht auf dem grünen Strich grüner Strich weiter. Der Weg am Fuße der Thorwalder Wände ist ein sehr netter Weg, der nur von relativ wenigen Wanderern besucht wird, da es in einem gigantischen Geschlängel durch die Landschaft geht und man damit nicht besonders schnell Strecke macht. Dafür führt die Wanderung auf einem Pfad entlang, typischer_Pfad_Thorwalderwaende_kleinder nur ganz wenige Höhenmeter bewältigt und mit jeder Schleife einen neuen Blickwinkel freigibt. Auf der Strecke fällt auf, dass aus dem einen Gebiet mit Borkenkäferbefall inzwischen 4 Gebiete geworden sind. Das dürfte die Strafe dafür sein, wenn man den Borkenkäfer nicht schnell bzw. überhaupt nicht bekämpft. In dem Ursprungsgebiet des Käferbefalls wurden inzwischen die abgestorbenen Fichten gefällt und auf dem Waldboden sind die ersten Pionierpflanzen gewachsen.
Das vordere Ende des Thorwalderwändeweges ist nach einer Stunde erreicht. Dann geht es nach links den Hang hinunter in den Großen Zschand. Die paar Höhenmeter sind leicht geschafft und im Tal angekommen, geht es weiterhin auf der grünen Wanderwegmarkierung nach rechts bis kurz vor die Häuser am Zeughaus. Im Bereich des Zeughauses gibt es vier größere Gebäude. Links des Weges befindet sich die Gaststube (in die man sehr gut einkehren kann), verlassenes_Forsthaus_am_Zeughaus_kleinoberhalb steht ein Bettenhaus, ein kleines Stückchen das Tal abwärts findet man eine weitere Informationsstelle des Nationalparks und auf der rechten Wegseite sieht man das ehemalige Jagdhaus. Leider wird es in den letzten Jahren nicht mehr genutzt, aber anscheinend werden vom Nationalpark erhaltende Maßnahmen durchgeführt. Gleich neben diesem Gebäude führt die grüne Wanderwegmarkierung wieder den Berg rauf. Ganz zum Anfang des Aufstieges befindet sich rechts neben dem Weg ein unauffälliger Wettinplatz, der an das 800-jährige Jubiläum des Hauses Wettin im Jahre 1889 erinnert.
Nach einer Strecke von einem ¾ Kilometer und 60 Höhenmetern erreicht man eine Kreuzung, an der man eigentlich geradeaus auf der grünen Wanderwegmarkierung weiter gehen müsste. Blick_vom_Teichstein_auf_das_Zeughaus_kleinNach links ist aber ein Aussichtspunkt namens Großer Teichstein ausgeschildert und genau diese Stelle sollte man sich nicht entgehen lassen. Deshalb verlässt man den markierten Wanderweg und es geht über den langgezogenen Teichstein bis zur vorderen (westlichen) Aussicht. Der Zugang erfolgt über ein paar Naturstufen und einen Pfad, die aber ziemlich einfach zu bewältigen sind. Auf der rechten Pfadseite kann man schon an mehreren Stellen nett rüber zum Kanstein blicken. Die Aussicht gibt einen tollen Blick auf die Hintere Sächsische Schweiz frei. Ganz ulkig ist, dass man gleich vor der Aussicht die Gebäude am Zeughaus sehen kann und von hier oben nett in den Biergarten des Zeughauses blickt.
Nach dieser ersten schönen Aussicht muss man wieder bis zum bekannten Wanderweg zurückgehen, um dann Kirnitzsch_an_dem_Dreisteigensteg_kleinüber die grüne Wanderwegmarkierung grüner Strich ins Kirnitzschtal abzusteigen und auf der gegenüberliegenden Seite in Richtung des Großen Pohlshornes wieder hoch zu kriechen. Immerhin sind es wieder mal 170 Höhenmeter bis hoch zum Blick_vom_Grossen_Pohlshorn_mit_Kanstein_kleinGroßen Pohlshorn, aber dafür wird man mit einer sehr ruhigen Aussicht belohnt. Außerdem gibt es kaum eine Alternative, da Hinterhermsdorf ziemlich weit oben liegt. Die Wanderung führt weiterhin auf der grünen Wanderwegmarkierung in Richtung Hinterhermsdorf. Das erste Stück wandert man durch einen sehr angenehmen ruhigen Wald (Hirschewald), aber kurz vor Hinterhermsdorf kommt dann ein nicht ganz so schönes Teilstück auf der Zufahrtsstraße. Der offizielle Wanderweg führt tatsächlich auf der Landstraße entlang, aber zum Glück sind es nur die Anlieger und die Besucher von Hinterhermsdorf, die hier über die Straße fahren. An der rechten Straßenseite befinden sich zwei kleinere Rastplätze. Der Erste ist nur eine Holzbank mit einem hölzernen Fahrradständer und der Zweite ist ein kleinerer Sitzplatz, der von der Straße überhaupt nicht auffällt. Rastplatz_Hinterhermsdorf_1874_kleinDas Ungewöhnliche ist, dass dieser Rastplatz sehr schön in Stein gearbeitet ist und an der Stirnseite die Jahreszahl 1874 zu entdecken ist. Bei dieser Jahreszahl handelt es sich um das Baujahr der Zufahrtsstraße. Obwohl Hinterhermsdorf schon viel länger besteht, ist von der deutschen Seite erst zu dem Zeitpunkt eine Verbindungsstraße in Kirnitzschtal angelegt worden.
Kurz hinter diesem alten Rastplatz erreicht man dann auch schon die Ortsgrenze und damit hat man nur noch ein paar Meter auf der Hauptstraße bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Diese Wanderung ist eine wirklich schöne Runde und würde das letzte Stück nicht so blöde über die Landstraße erfolgen, hätte sie 5 Sterne verdient.

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Todesmarsch

Ich weiß, dass es wirklich sonderbar ist, eine Wanderung Todesmarsch zu nennen, aber ich bin inzwischen an so vielen Gedenktafeln an diesen Marsch vorbeigekommen, dass ich versuchen möchte, alle Tafeln auf einmal zusammen zu veröffentlichen. Dazu habe ich den Startpunkt an die Bushaltestelle der Ortschaft Rugiswalde gelegt. Da es sich um eine Streckenwanderung handelt, empfiehlt sich die Anreise mit dem Bus sowieso.
Der Todesmarsch genannte Weg von 600 Konzentrationslagerinsassen ging vom KZ Schwarzheide über Kamenz, Sebnitz, Saupsdorf, Hinterhermsdorf durch das Khaatal bis nach Theresienstadt. Unterwegs war die Hälfte der Gefangenen ums Leben gekommen. Inhaftiert waren im KZ Schwarzheide ca. 1.000 Gefangene, bei denen es sich meistens um tschechische Juden handelte, die bei der Braunkohlen- und Benzin AG (BRABAG) arbeiten mussten. In diesem Werk sollte synthetischer Treibstoff hergestellt werden.
In der Ortschaft Rugiswalde steht zunächst ein Gedenkstein mit dem folgenden Inhalt: “In der gesetzlosen Zeit wurden hier am 15. Mai 1945 erschossen: Willy Trepte, Emma Trepte, Erfried Schuster, Max Thonig, Hans Winkler, Julius Liebing, Wolfgang Lücke. Gewidmet im Mai 2005”. Der Todesmarsch fand aber in der Zeit vom 18. April 1945 bis zum 08. Mai 1945 statt, somit hat dieser Gedenkstein wohl nichts damit zu tun. Das erste Denkmal zum Todesmarsch steht an der Zufahrt zur Ortschaft Gedenktafel_Rugiswalde_Todesmarsch_Strecke_kleinRugiswalde. Es handelt sich um eine sehr aufwändige Tafel. Auf der Vorderseite befindet sich in Sandstein geschrieben folgender Text: “Am 21. April 1945 zog hier die Häftlingskolonne aus dem KZ Schwarzheide vorüber, auch als Todeskolonne bekannt, weil von 600 Antifaschisten etwa 300 umgebracht wurden.” Auf der Rückseite der Tafel ist in einer Edelstahlplatte der Verlauf des Marsches mit den einzelnen Stationen abgebildet. Hier kann man dann auch deutlich erkennen, dass unsere Wanderung eigentlich nur einem ganz kleinen Stück des Weges dieser armen Menschen folgt. Insgesamt ist der Todesmarsch etwas mehr als 200 Kilometer lang. Ich vermute, dass damals der Marsch über die normalen Fahrstraßen erfolgte, was aber natürlich heutzutage überhaupt nicht mehr möglich ist. Deshalb geht die Wanderung an der Gedenktafel auf dem Fahrrad-/Wanderweg weiter in Richtung Sebnitz. Der Weg führt durch den Wald und macht nur einmal einen Schlenker nach rechts, um die Bahnlinie zwischen Sebnitz und Neustadt zu überqueren. Die nächste Ortschaft, die man auf dieser Wanderung erreicht, ist Sebnitz. Sebnitz muss einmal komplett durchquert werden, um auf der südlichen Seite durch den Ortsteil Hertigswalde weiter zu gehen. Irgendwo in Sebnitz muss eine Gedenktafel für den Todesmarsch hängen, aber bis heute habe ich sie nicht finden können. Auf der Hertigswalder Straße befindet sich auf der linken Straßenseite eine Tafel mit der Inschrift: “Am 21. April 1945 verweilte hier die Todeskolonne aus dem KZ Schwarzheide für Minuten, denn kranke und hungrige Häftlinge waren zusammengebrochen. Sie wurden blutig geschlagen und auf die Todeskarren geworfen.” Die Strecke geht weiter den Hang hinauf, bis nach rechts der blau markierte Wanderweg blauer Strich eine kleine Abkürzung nimmt. Nach wenigen Metern stößt die Wanderung aber an der Gaststätte Waldhaus schon wieder auf die Fahrstraße. Der damalige Weg wird ganz sicher die Straße entlang bis nach Saupsdorf gegangen sein, dies ist aber heutzutage nicht mehr empfehlenswert und deshalb biegt die Wanderung nach links auf den Prof.-Meiche-Weg ab. Der Weg steigt ziemlich anstrengend auf den Wachberg hoch, um dann mit dem gelben Strich gelber Strich wieder runter nach Saupsdorf zu kommen. Im Ortszentrum von Saupsdorf hängt die nächste Gedenktafel. Der Inhalt dieser Tafel ist: “Vom 21. bis 23. April 1945 lagerten in den Gehöften Sturm, Berger und Henke die KZ-Häftlinge der Todeskolonne aus Schwarzheide. Der 16 jährige Jaroslav Fried verteilte Getreidekörner gegen den quälenden Hunger.
Von Saupsdorf geht der Weg weiter in Richtung Hinterhermsdorf bis zur Gedenktafel_Todesmarsch_Gnauckmuehle_kleinGnauckmühle. Hier hängt an dem Ferienheim eine weitere steinerne Gedenktafel mit dem Inhalt: “Am 21. April 1945 ermordete hier ein SS-Kommando der Todeskolonne aus dem KZ Schwarzheide die Antifaschisten Harry Braun, Josef Lichtenstein, Josef Ruzicka, Paul Polacek, Oskar Sabota und einen unbekannten Franzosen.” An der Gnauckmühle biegt der Marsch seltsamerweise nach rechts ab und führt runter ins Gedenktafel_Todesmarsch_Hinterhermsdorfer_Raeumischt_kleinRäumicht. Am Ende der Straße, noch unterhalb der SBB-Hütte, befindet sich ein weiterer großer Gedenkstein mit folgendem Inhalt: “Am 23. April 1945 wurden hier die Häftlinge der Todeskolonne aus dem Faschistischen KZ Schwarzheide Ernst Stern, Josef Kohut, Kurt Klauber, Franz Grünfeld, Otto Ledec, Victor Weisel, ein unbekannter Franzose und ein Pole von SS-Mördern erschossen.” Von hier steigt die Strecke wieder nach Hinterhermsdorf hoch und kurz hinter dem Ortseingang befindet sich auf der linken Straßenseite eine weitere Tafel, die aber nicht darauf schließen lässt, ob der Marsch auch hier vorbeigekommen ist. Der Inhalt ist: “Die SS-Wachmannschaft der Todeskolonne aus dem KZ Schwarzheide ermordete im April 1945 auf dem Territorium des Kreises Sebnitz 33 Häftlinge. Von 600 Antifaschisten überlebten etwa 300, gerettet durch die Widerstandsgruppe unter Leitung von Paul Bergmann, Karel Karlovsky, Gilbert Dupau u.a.”. Die Wanderung geht weiter hoch in die Dorfmitte und hier kann man auf dem Grabstein_Hinterhermsdorfer_Firedhof_kleinFriedhof neben der Kirche einen einzelnen Grabstein entdecken, auf dem ein seltsamer Text steht, der darauf hindeutet, dass hier vier Opfer des Todesmarsches beerdigt sind: “Hier ruhen 4 Opfer des Faschismus und des Krieges; Johannes Kessler aus Hohen-Leipa CSR; unbekannte Tote tot aufgefunden; unbekannter Toter Alter etwa 85 Jahre; Walter Wenzel aus Pöschen Krs. Daula CSR geb. 16.05.1867, am 18.7.1945 tot aufgefunden, umgebettet am 25.10.1951” Das ganz eigenartige an diesem Grabstein ist, dass die Anzahl der Toten im Nachhinein geändert worden ist. Anscheinend hat es ein fünftes Opfer gegen, das in der Mitte des Steines beschrieben war, aber im Nachhinein entfernt worden ist.
Die letzte Etappe geht runter ins Kirnitzschtal. Dazu bietet sich die Fahrstraße durch das Neudorf ganz gut an. Der Weg fällt leicht ab und nach etwas mehr als 2 Kilometern erreicht man die Kirnitzsch. Unterhalb des Gedenktafel_Todesmarsch_Moenchstein_kleinMönchsteins befindet sich gleich neben dem Rastplatz eine weitere Tafel mit folgendem Inhalt: “In Hinterhermsdorf ermordete die SS-Wachmannschaft der Todeskolonne aus dem faschistischen KZ Schwarzheide die Antifaschisten Paul Fischer, Wilhelm Slatin, Herbert Altschul, Friedrich Kaufmann, Erwin Teichner, Kurt Altschuh, den Polen Matzesky und einen Franzosen.” Diese Tafel ist schon mehrere Male demoliert worden, konnte aber wieder repariert werden. Die Spuren auf der Tafel sind aber geblieben. Das letzte Stück der Erkundung führt jetzt über den Grenzübergang nach Tschechien rüber. Wenige Meter (120 Meter) hinter dem Grenzhäuschen befinden sich in einem rechten Seitental des hoelzerne_Gedenktafel_Todesmarsch_Khaatal_kleinKhaatals ein großer neu errichteter Gedenkstein und eine kleinere Holztafel. Früher hat hier zur Erinnerung an die Toten ein großes Holzkreuz gestanden, das aber auch zerstört worden ist. Die hölzerne Tafel hat folgenden Inhalt: “NA TOMTO MISTE BYLI 23.DUBNA 1945 PRI POCHODU SMRTI ZABITI; PAUL FISCHER 85343; MATEJSKY/POLAK/114137; WILHELM SLATIN 85956; HERBERT ALTSCHUL 85180; ERWIN TEICHNER 86070; FRIEDRICH KAUFMANN 85857; KURT ALTSCHUL 85878; NEZNAMY FRANCOUZ; CEST JEJICH PAMATGE; KAMATNIK OBNOVIL; KCT KRASNA LIPA 1998; SPD 05.” Neben dieser Tafel steht ein richtig großer Gedenkstein aus schwarzem Granit. Gedenkstein_Todesmarsch_Khaatal_kleinAuch dieser ist in Tschechisch geschrieben und der Inhalt ist wie folgt: “Památce oběti nacismu; Na prahu svobody, dne 23.dubna 1945 zahynuli na tomto mistě zločinnou rukou stráži SS, na pochodu smrti z koncentračniho tábora Schwarzheide / pobočky Sachsenhausenu / v Německu tito tehdejši vězni: Kurt Altschul nar. 31.5.1918 z Prahy; Herbert Altschul nar. 26.4.1924 z Prahy; Pavel Fischer nar. 31.10.1902 z Havličkova Brodu; Bedrich Kaufmann nar. 25.11.1911 z Prahy; Vilém Slatin nar. 16.10.1921 z Prahy; Karl Teichner nar. 16.12.1910 z Česke Skalice; vězeň Meciejski z Polska; netnámý vězeňz Francie; Necht jsou jejich duše zapsány do knihy života.
Damit ist die eigentliche Wanderung beendet. Dass man von diesem Endpunkt wieder zurück nach Hinterhermsdorf zur Bushaltestelle muss, sollte jedem klar sein und so geht es wieder über den Weg in Richtung Neudorf bzw. Hinterhermsdorf zurück.
Ich habe schon so einige Wanderungen durchgeführt, die einfach nur schief gelaufen sind oder einfach keinen Spaß gemacht haben, aber diese Wanderung schlägt wahnsinnig aufs Gemüt. Durch die vielen Tafeln kann man sich so einigermaßen in die Lage dieser armen Menschen rein versetzten und es entsteht ein Bild vorm Auge, das einen sehr traurigen Eindruck macht. Ich kann immer nur wieder hoffen, dass so ein Mist nie wieder in Deutschland oder von deutschem Boden aus passiert. Eigentlich sollte so etwas auch nie wieder in der Welt passieren, aber dem widerspricht schon der Blick in die Tageszeitung. Diese Wanderung ist überhaupt nicht zu empfehlen, da sie leider nichts mit einer schönen Erholung in einer wunderbaren Landschaft zu tun hat.

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