Wachberg

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Karte:
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Dauer:
ca. 3,00 h
Entfernung:
ca. 10,00 km
Höhenunterschied:
ca. 360 Meter
beste Reisezeit:
 
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Elbsandsteingebirge;
Kompass
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Saupsdorf - Hohe Straße - grüner Strich - Kalklöcher - Stumbauers Eck - Kirnitzschtalstraße - Räumichtmühle - Räumichtbach - Gedenkstein - Hinteres Räumicht - SBB-Hütte - Rölligmühle - gelber Punkt - Sonnenhof - Gnauckmühle - Hinterhermsdorfer Straße - Grenzbach - roter Strich - Prof. Alfred Meiche Weg - Wachberg - Wachbergstraße - Saupsdorf

Wachberg

Die Wanderung Wachberg startet an dem riesigen Wanderparkplatz in Saupsdorf. Hier findet man ganz sicher immer einen Parkplatz. Irgendwie war ich leicht irritiert über den Parkscheinautomaten. An ihm klebte ein Zettel mit dem Hinweis, dass im Moment keine Papierrolle mehr in dem Automaten wäre, aber der Automat trotzdem funktioniert. Jetzt kam bei mir die Frage auf, warum ich den dann Geld in den Automaten werfen sollte. Bekannte aus Saupsdorf haben mich dann ein paar Tage später aufgeklärt, dass der Parkscheinautomat mehr als eine Spendenmaschine zur Verschönerung von Saupsdorf angesehen werden muss. Wenn ich genau hingesehen hätte, dann wäre mir bestimmt auch das Schild oberhalb des Automaten mit dem passenden Hinweistext aufgefallen und dann erklärt sich auch der Post-It.
Von dem Parkplatz startet die Wanderung nach rechts auf der Straße mit dem eindeutigen Namen “Hohe Straße”. Der Wanderweg ist am dem Parkplatz mit einer ganzen Anzahl Wanderwegmarkierungen gekennzeichnet aber verfolgenswert ist der grüne Strich grüner Strich. Zuerst geht es an dem alten Genossenschaftsgelände vorbei, das mit einem riesigen, nagelneuen Einfahrtstor versehen worden ist. Saupsdorfer_Raeumicht_kleinDer Weg steigt zum Anfang noch leicht an. Hier sollte man sich unbedingt noch einmal in Richtung Saupsdorf umdrehen und den Anblick genießen. Oberhalb vom Dorf kann man schon das Ziel der Wanderung sehen: Der Wachberg. Es geht weiter auf dem markierten Weg, durch eine etwas ungewöhnliche Landschaft. Auf der Rückseite des Berges befinden sich einige große Wiesen, auf denen noch ein paar Kleingärten angelegt sind. Wenn man sich aufmerksam umsieht, dann entdeckt man, dass es vor einiger Zeit noch viel mehr gewesen sind, aber heutzutage nicht mehr genutzt werden. Sturmbauers_Eck_kleinDas ganze Gebiet nennt man Räumicht. Wenn man dem Wanderweg folgt, erreicht man bald den Aussichtspunkt Sturmbauers Eck. Diese Aussicht liegt zwar oberhalb der Verbindungsstraße zwischen Kirnitztal und Hinterhermsdorf, aber trotzdem ist es ein angenehmer, ruhiger Platz.
Von der Aussicht steigt man über einen schmalen Pfad runter ins Tal. Jetzt kommt das unangenehmste Teilstück, man muss nämlich nach links auf der Fahrstraße die nächsten 300 Meter gehen. Zum Glück ist der Verkehr auf dieser Straße nur gering und so geht es bis zur nächsten kleinen Brücke, um davor nach links auf dem Waldweg weiter zu wandern. Warum auch immer der markierte Weg auf der Straße weiter geführt wird, auf dem Waldweg ist das Wandern viel angenehmer. Raeumichtmuehle_kleinKurz vor der Räumichtmühle wird der Waldweg zu einem Pfad und endet am Gartenzaun der Gaststätte wieder auf der Straße. Auf der Verkehrsinsel an der Räumichtmühle steht ein uralter Straßenvermessungsstein von 1860. Raeumichtmuehle_Strassenvermessungsstein_kleinAuf der Straße geht es bis zur Bushaltestelle, um dann auf der rechten Seite der Straße wieder parallel auf einem Waldweg weiter zu wandern. Auch dieser Weg landet nach ein paar hundert Meter (genau gesagt 650 Meter) wieder auf der Straße. Jetzt geht es ca. 50 Meter zurück auf der Straße, um dann nach rechts auf der Zufahrtsstraße zur Rölligmühle/Hütte des Sächsischen Bergsteigerbundes weiter zu wandern. An der Straßenkreuzung wird mal wieder an einen dunkeln Teil der deutschen Geschichte mit einem Gedenkstein erinnert. Der Inhalt des Gedenksteines ist:
Am 23.April 1945 wurden hier die Häftlinge der Todeskolonne aus dem Faschistischen KZ Schwarzheide Ernst Stern, Josef Kohut, Kurt Klauber, Franz Grünfeld, Otto Ledec, Viktor Weisel, ein unbekannter Franzose und ein Pole von SS-Mördern erschossen.
Huette_des_Saechsischen_Bergsteigerbundes_Vorderseite_kleinZuerst geht es an der so genannten Hütte des Sächsischen Bergsteigerbundes (www.bergsteigerbund.de) vorbei. Das Wort Hütte finde bei diesem sehr schönen Haus, die nicht ganz passende Beschreibung. Auf dem weiteren Weg durchquert man die Rölligmühle. Das ist sogar wörtlich zu nehmen, da es durch die Durchfahrt des Haupthauses geht. Auch wenn man auf einer Fahrstraße entlang wandert, Roelligmuehle_Saegehaus_Teich_kleinso ist der Autoverkehr nur sehr gering. Normalerweise sind es nur die Anwohner/Gäste zu den einzelnen Mühlen und der Gaststätte des Sonnenhofs im Hinteren Räumicht. Roelligmuehle_Wohnhaus_kleinAm Sonnenhof weißt eine sehr informative Tafel auf die unterschiedlichen Verwendungen des Sonnenhofes hin. Aus meiner eigenen Erfahrungen sind die Übernachtungs- und Essensmöglichkeiten im Sonnenhof sehr gut und weiter zu empfehlen. Ich hatte selber amerikanische Gäste, die in Hinterhermsdorf übernachten wollten und die waren sehr zufrieden mit dem Sonnenhof und der Gastfreundlichkeit.
Der Weg verläuft weiter durch dieses extrem ruhige Tal, vorbei an der Gnauckmühle. Auch hier weißt eine Gedenktafel an die Schandtaten aus dem Dritten Reich hin. Es geht nach links auf der asphaltierten Straße in die Richtung Saupsdorf weiter. Auch auf dieser Straße zwischen Saupsdorf und Hinterhermsdorf ist normaler überhaupt kein Verkehr, da sie für den normaler Verkehr gesperrt ist. Dieser Straße folgt man ungefähr 500 Meter, bis sie einen Knick nach links macht. Nach rechts geht es auf einem Feldweg weiter bis nach ungefähr 100 Metern ein kleiner Pfad, am Waldrand entlang, den Berg hoch geht. Diese Abzeigung ist mit einem unauffälligen Schild “Zugang Meiche Weg” gekennzeichnet und steigt bis zum besagten Prof.-Alfred-Meiche-Weg an. Das man den Weg erreicht hat, kann man ganz einfach daran erkennen, dass dieser Weg mit zwei Wanderwegmarkierungen gekennzeichnet ist. Auf der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich geht es nach links weiter in die Richtung Wachberg. Der Weg schlängelt sich durch den dichten Wald bis auf den Wachberg hoch. Oben angekommen hat man in der Wachbergbaude die Möglichkeit sich bei einem hervorragenden Ausblick zu stärken. Vor der Gaststätte gibt es ein paar Plätze zum draußen Sitzen.
Von der Terrasse geht der rot markierte Weg nach rechts den Berg runter nach Saupsdorf. In Saupsdorf sind noch einige der uralten Umgebindehäuse zu sehen. Auch in Saupsdorf befindet sich gleich an der Hauptstraße eine der Tafel zum Thema KZ-Häftlinge. Der Inhalt dieser Tafel ist:
Vom 21. bis zum 23.April 1945 lagerten in den Gehöften Sturm, Berger und Henke Kirche_von_Saupsdorf_kleindie KZ-Häftlinge der Todeskolonne aus Schwarzheide. Der 16. jährige Jaroslav Fried verteilte Getreidekörner gegen den quälenden Hunger.
 In Saupsdorf erreicht man wieder den Ausgangspunkt der Wanderung. Auch wenn die Wanderung einige Meter auf asphaltierten Straßen entlang geht, so ist dieses nicht besonders unangenehm und man wird mit dem Ausblick vom Wachberg belohnt. Es muss einen nicht verwundern, wenn der Wachberg auch die Krone der Sächsischen Schweiz genannt wird.

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    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Saupsdorf Am Wachberg mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Saupsdorf

Waldhusche

Ich habe die Waldhusche irgendwann mal aus einem Zufall heraus entdeckt. Eigentlich war ich auf dem Weg von Hinterhermsdorf ins Kirnitzsch und bin dabei durch das Gebiet der Waldhusche gekommen. Da ich die damals gesehenen Ausstellungsstücke schön für sehr interessant empfunden habe, haben wir, Familie Geier, einen Ausflug zu dem Gelände unternommen.

Eingang_WaldhuscheAls erste Empfehlung zu der Erkundung, man sollte sich unbedingt vor Beginn der Runde in der Gaststätte Buchparkhalle den kleinen Waldführer kaufen. Er kostet 2,50 € und man bekommt sogar noch einen Teilausschnitt aus H. Böhm seiner Hinterhermsdorfkarte. Der Waldführer erklärt alle Stationen und liefert noch ein paar wissenswerte Details zum Wald. An den Stationen befinden sich keine erklärenden Hinweise. Die Wanderung lässt sich mit einem Kinderwagen und einem bisschen gutem Willen bewältigen.

WurzelgangDer Startpunkt ist der große Parkplatz an der Buchenparkhalle. Von dort geht es durch das unübersehbare Eingangsportal. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen der gelben Wegmarkierung zu folgen und deshalb geht es wenigstens die ersten paar Meter auf diesem Weg entlang. Nach ein paar Metern kommt schon die erste Attraktion, die aber schon leicht abseits liegt. Die rote Markierung zweigt nach links ab und man kann den Wurzeltunnel erreichen. Es ist so super interessant wie unterschiedlich die einzelnen Wurzelform und -größen sind. Noch besser ist die Idee, dass man unter den Wurzeln her kriechen kann. So bekommt man einen wirklich anschaulichen Eindruck und es macht auch Kindern mehr als ausreichend Spaß.

LohrindengewinnungVon dem Wurzelgang geht es wieder zurück auf den gelb markierten Weg. Nach ein paar Metern erreicht man eine Station, an der aus Baumrinde zwei kleine Gestelle gebaut worden sind, um Baumrinde zu trocknen. Diese Baumrinde ist früher zur Herstellung von Gerbsäure benutzt worden,  um Leder und Häute zu Bearbeitung. Die Station heißt Lohrindengewinnung. Hinter dieser Station ist uns die gelbe Wegmarkierung verloren gekommen, da sie wieder auf dem gleichen Weg zurückgeht.

Kreuzspinne_WHWir sind also auf dem gleichen Weg weitergegangen und haben vermutlich die unterhaltsamste Station für unsere Tochter entdeckt. Es ist ein riesiges Spinnennetz mit einer wirklich großen Spinne. Es ist so groß das sie drunter, als auch drauf herum klettern konnte. Wirklich sehr schön gemacht. Hoffentlich machen nicht irgendwelche Wahnsinnigen das Ding kaputt, bzw. hoffentlich hat der Nationalpark immer das Geld kleine Wartungsarbeiten an dieser Station durchzuführen.

Klafter_WHWeiter geht es auf dem Weg, der an der Stelle mit der roten Markierung versehen ist, bis zum großen „Kreisverkehr“. An diesem Platz sind gleich zwei unterschiedliche Stationen aufgebaut. Einerseits sind an einer Stelle unterschiedlich große Holzstapel aufgeschichtet. Sie verdeutlichen sehr gut, das es unterschiedliche Größen an Holzmaßen gibt:

Fußlänge Ein Klafter ist Entspricht

Schragen_WH

Preußen 0,31385 Meter 108 handelsübliche Kubikfüße 3,3389 m³
Sachsen 0,2833 Meter 108 handelsübliche Kubikfüße 2,45 m³
Darmstadt 0,25 Meter 100 handelsübliche Kubikfüße 1,5625 m³

SaegegatterAußerdem wird an einem andern Holzstapel das historische Verkaufmaß in Sachsen, genannt Schragen, verdeutlicht. 1 Schragen beinhaltet 3 Klafter, wobei beim Nadelholz die Scheitlänge ./. Ellen (0,86 m), die Stapelhöhe 3 Ellen (1,7 m) und die Stapelbreite 3 Ellen (5,1 m) entspricht. Beim Hartholzschragen kann die Scheitlänge entweder ./. Ellen (1,0m) oder ./. Ellen (1,27m) betragen. Die zweite Station an dem „Kreisverkehr“ ist ein nachgebautes Sägegatter. An dem Ding kann man sich sehr gut vorstellen, wie früher Baumstämme längs getrennt würden.

Waldhusche_obenHinter dem Sägegatter geht es auf der gelben Markierung den Berg runter. Der markierte Weg biegt nach ein paar Metern vom dem Forstweg nach links in einen kleineren Weg ab. Der Weg führt zu einer der aufwendigsten Stationen, der Waldhusche. Waldhusche_PrallwandDie Namensgeberin der Ausstellung ist eine riesige Holzrutsche, um gefällte Baumstämme kontrolliert den Hang runter zu bekommen. Leider habe ich das bis jetzt noch nie im Einsatz gesehen. Das dürfte wirklich beeindruckend sein, wenn ein Baumstamm mit Schwung den Berg runter schießt und dann unten von einer Prallwand aufgefangen wird. Um die Wanderung mit einem Kinderwagen bewältigen zu können, muss man jetzt auf den Forstweg zurück und dann den Berg runter. Für alle anderen geht es gleich neben der Waldhusche den Hang runter zum unteren Ende der Rutsche.

KaeferspielUnten aus der Senke geht es jetzt weiter über den gelben Strich auf der anderen Seite den Berg hoch. Fast oben auf dem Berg angekommen erreicht man neben der Hinterhermsdorfer Wettineiche die nächste Station. An dieser Station geht es um Identifizierung von unterschiedlichen Käfern. Anhand eines simplen Spieles kann man die Namen der Käfer, ihrer Spuren und ihrem Aussehen zuordnen.

AussichtsplattformWeiterhin geht es auf dem gelben bzw. auch roten und blauem Weg. Für die Fahrer eines Kinderwagens geht es ein paar Meter weiter geradeaus und dann im spitzen Winkel wieder zurück, die anderen folgen einfach nur dem Weg über die Stufen den Berg hoch. Nach ein paar Metern erreicht man eine wirklich schön gemachte Aussichtsplattform, die zu einer kleinen Rast einlädt. Bei schönem Wetter lädt die Aussichtplattform auch zu einem kleinen Picknick ein.

Feldgehoelz_FernrohrDie nächste Station ist nur einen Katzensprung von der Station Aussichtplattform entfernt. An der Station Feldgehölz kann man durch eine Art Fernglas einen Grünstreifen mit sehr unterschiedlichen Sträuchern und Bäumen beobachten. Das Fernglas sieht zwar eher so aus, als wenn es eine Kanone wäre, aber man kann wirklich gut gezielt einzelne Bäume anpeilen und dann auch mit mehren Personen nacheinander ansehen.

Balancierparcour_Station_StaemmeJetzt geht es auf der Wegmarkierung roter Strich weiter zur letzten Station dem Balancierparcour. Eigentlich sind es zwei unterschiedliche Stationen, die aber beide etwas mit Balancieren zu tun haben. Auf der einen Station sind einige Holzstämme im Boden eingegraben und man kann von einem zum anderen Stamm springen bzw. balancieren. Balancierparcour_Stationsteil_2Der zweite Teil der Station sind zwei Baumstämme, die sich immer weiter von einander entfernen. Das ist bestimmt witzig wenn man zu zweit auf dem Ding rumturnt. Jetzt geht es die letzten paar Meter weiter bis zum Ausgangspunkt dem Parkplatz an der Buchenparkhalle. Die Runde hat mir und meiner Familie so gut gefallen, das wir ganz sicher dieses Jahr noch mal zur Waldhusche kommen werden um uns dann die restlichen Stationen auch noch anzusehen.

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Waldkundliche Führung

Vom Nationalpark Sächsische Schweiz werden einige geführte Wanderungen angeboten und so habe ich im Juni 2006 auf der Internetseite des Nationalparks folgende Beschreibung gefunden:

Waldkundliche Führung in der Waldhusche
Ziele und Methoden von Waldpflegeeingriffen am Beispiel der diesjährigen Durchforstungen in dem waldgeschichtlichen Freigelände Waldhusche in Hinterhermsdorf.
Termin:               
SA 10.06.2006   10.30 Uhr
Anmeldung:         keine
Treffpunkt:           Eingang Waldhusche, Buchenparkhalle Hinterhermsdorf
Zeitdauer:            ca. 2 Stunden
Konzept und Durchführung: Matthias Böttger (Sachgebietsleiter Nationalparkwacht)

Auch bei dieser Führung war es wie schon wie bei den beiden anderen Führungen (Bastei mit Nationalpark Ranger und Waldhuschenführung), dass die Teilnehmerzahl sehr überschaubar war. Außer uns war nur noch eine Familie mit zwei Mädchen dabei. Zum Glück hat der Nationalpark Ranger noch ein paar Minuten gewartet, sonst hätten wir eine Einzelführung gehabt. Diesmal hatten wir das Glück, das Herrn Matthias Böttger die Führung durchführte. Er ist der Nationalparkwachtleiter und überzeugte mit einem gigantischen Hintergrundwissen. Startpunkt der Wanderung war der Eingang in die Waldhusche am Parkplatz der Buchenparkhalle. Von dort ging es erstmal geradeaus in die Richtung des Eingangs Beize. Herr Böttger erklärt den Sinn der Durchforstungsmaßnahmen, dass man versuche wieder die ursprünglichen Baumsorten wie z.B. die Tanne im Nationalpark zu stärken und durch eine Gruppenbildung die Baumsorten in ihrem Artenschutz zu unterstützen. Durchforstung dient dazu, konkurrenzschwächere Baumarten in bestimmten Anteilen erhalten zu können (sie würden sonst mehr oder weniger von konkurrenzstärkeren (Buche) verdrängt werden). Darüber hinaus soll noch die genetische Information aller standortheimischen Bäume erhalten werden. Zum meiner großen Überraschung ist die ganz normale Tanne in den deutschen Wäldern eine Baum, der nur noch sehr selten vorkommt. So stehen in ganz Sachsen nur noch 2000 Alttannen und davon in der Sächsischen Schweiz 600 Stück.  AussichtsplattformKurz vor dem Ein- bzw. Ausgang Beize sind wir nach links auf die Aussicht oberhalb des alten Försterhauses gegangen. Herr Böttger erklärte dort, welche Baumsorten zu den Ursprungssorten der Region gehörten. Leider habe ich mir nur gemerkt, dass es die Eichen, Weißtannen und Buchen sind. Durch einen netten nachträglichen Hinweis von H. Böttger (per Mail) weiß ich inzwischen wieder etwas mehr zu den Baumarten, die ursprünglich in der Sächsischen Schweiz heimisch waren:

  1. auf trockenen nährstoffarmen Standorten: Kiefer, Birke, Eiche (z. T. Buche)

  2. auf mittleren Standorten (meist mit Lößlehmaufwehung): Buche, Weißtanne, Zitterpappel, Linde, Eberesche, Weißbuche, (+ Baumarten von 1)

  3. auf guten Standorten (Bachauen, Basaltdurchbrüche, Granit der Lausitzer Überschiebung): Ahorn, Ulme, Esche, Erle, (+ Baumarten von 2)

  4. nur in den feuchtkühlen Schluchten: Fichte (neben Baumarten von 2 und 3)

Heutzutage befinden sich aber in den Wäldern der Sächsischen Schweiz einige Bäume wie z.B. Lärchen, Fichten, Roteiche, Weymoutskiefer, Lärche, Douglasie usw. die nicht standortheimisch sind und dadurch verdrängen sie durch ihre Konkurrenzkraft standortheimische Baumarten. Bei einigen dieser Bäume versucht man die Sorten wieder zu reduzieren und zurückzudrängen.
Von der Aussicht ging es über ein paar Stufen runter auf den Wanderweg mit der roten Markierung roter Strich. Gleich am Ende der Stufen steht eine Douglasie, an der die Teilnehmer der Führung abschätzen sollten, wie hoch sie ist. Da am Stamm in gleichem Abstand breite Ringe angebracht waren, konnte man sich die Höhe ungefähr ausrechnen. Aber die ganze Gruppe war schon ziemlich von den 38 Metern überrascht. 
Waldhusche_obenDer Weg führte weiter runter ins Tal. Es ging vorbei am alten Försterhaus, das in naher Zukunft als weitere Informationsstelle ausgebaut werden soll. Am Feuchtbiotop wurde ein kleiner Zwischenstopp eingelegt, um das Leben in dem kleinen Teich zu bestaunen. Es waren Libellen, Kaulquappen und Molche zu sehen. Von diesem Punkt ging es am Namensgeber des Gebietes, der Waldhusche, den Hang hoch.  Prallwand_WaldhuscheDie Waldhusche wurde nicht in Aktion gezeigt, da nachmittags noch die Waldhuschenführung stattfand und dann diese riesige Holzrutsche zum Einsatz kam. Am oberen Ende der Waldhusche verließ die ganze Gruppe die normalen Waldwege und es ging nach rechts quer durch den Wald. Zum Glück hatten wir den Nationalpark Ranger dabei und so brauchten wir uns weniger Gedanken machen, ob der Weg richtig ist. Der Weg durch den Wald verlief über einen schmalen Pfad, auf dem gefällte Bäume mit Hilfe einer Seilbahn sehr schonend durch den Wald transportiert worden sind. Leider war diese Seilbahn schon wieder demontiert worden. Diese Konstruktion hätte ich doch sehr gerne gesehen. Auf jeden Fall waren die Spuren auf dem Waldboden nur sehr unwesentlich und im Verhältnis zu einem normalen Forstfahrzeug überhaupt nicht zu erkennen.
Nach dem Abstieg den Hang hinter, haben wir dann einen Pfad mit dem Namen Mühlleite erreicht. Diesem Pfad sind wir ein kleines Stück (ca. 80 Meter) nach links gefolgt und dann noch ein weiteres Stückchen den Hang hinunter gestiegen. Nach ein paar Metern hat uns Herr Böttger anhand einer einzelnen Tanne erklärt, dass hier Waldpflegearbeiten zum Schutze dieser einen Tanne durchgeführt wurden. Diese Tanne stand eingeklemmt durch ein paar Fichten im Wald. Damit die Tanne wieder genug Platz zum Wachsen hatte, sind die Fichten drum herum gefällt worden. Die größte Überraschung war, dass die Tanne genauso alt war, wie die jetzt weiterer entfernten Fichten. Der einzige Unterschied ist, dass die Fichten einen Stammdurchmesser von geschätzten 30 – 40 cm und die Tanne mit mickrigen 10 – 15 cm haben. Beide Baumsorten sollen ein ungefähres Alter von 60 Jahren haben. Es ging wieder die paar Meter bis auf den Pfad zurück und dann weiter nach rechts. Vierzonenwald_kleinDem Pfad sind wir 250 Meter gefolgt, um dann nach rechts zu einem Aussichtpunkt oberhalb der Dorfbachwand abzubiegen. Von der Aussicht hat man einen sehr guten Überblick in den Talkessel und hier hat H. Böttger erklärt, wie man früher die Wälder in einem Rollsystem immer wieder gepflanzt, herangezogen und gerodet hat. Auf dem südlichen Hang des Pohlshorns kann man noch sehr deutlichen einen dieser vierstufigen Wälder von der Aussicht aus sehen.
Von der Aussicht ging es dann weiterhin auf dem Pfad entlang und damit wurde der Aschhübel einmal umrundet. Der Weg erreichte den “Kreisverkehr”, an dem die alten Holzmaßeinheiten dargestellt werden und die nachgebaute Brettholzsäge ausgestellt ist. Der weitere Weg führte rechts neben der Säge auf dem Forstweg bis zur Spinne mit ihrem riesigen Spinnennetz. Hier durften die Kinder eine kleine Spielpause einlegen und H. Böttger berichtete, dass die Konstruktion des Spielgeräte schon einmal nachgearbeitet werden musste, da man nicht davon ausgegangen war, dass auch eine ganze Schulklasse in das Spinnennetz gehen könnte. Von diesem sehr schönen Anschauungsobjekt ging es dann die letzten paar Meter bis zum Parkplatz. Hier mussten wir uns leicht sputen, da die Wanderung ein ganzen Stückchen länger gedauert hatte, als zum Anfang veranschlagt und wir Nachmittags auch noch die Waldhuschenführung mitmachen wollten.
Auch diese Führung hat uns sehr gut gefallen und langsam verstehe ich, warum manchmal in der Kernzone, bzw. die Ranger sprechen lieber vom Ruhebereich, des Nationalparks noch so mancher Baum mit einer Säge umgelegt wird. Nochmals ein Danke schön an H. Böttger von der Nationalparkwacht. Er hat die Führung sehr interessant gemacht und sein gigantische Fachwissen auch Laien wie uns sehr gut rüber gebracht.

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Weißbachtal

Die Wanderung im Weißbachtal ist der kleine Bruder der Grenzwanderung bei Hinterhermsdorf. Diese Wanderung ist nur ein Teilstück (genauer gesagt die Hälfte) der sehr schönen Grenzwanderung. Der Startpunkt ist der große Parkplatz im Zentrum von Hinterhermsdorf. Von hier geht es zuerst bis zur rechten Ecke des Erbgerichtes, um von dort auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich aus dem Dorf herauszugehen. Weifbergturm_vom_Oberdorf_kleinDer Weg ist sehr angenehm und verläuft fast gerade auf den Weifberg mit seinem Aussichtturm zu. Dieser Weg ist aber nicht der eigentliche Zugang zum Weifberg und deshalb biegt die Wanderwegmarkierung kurz vor dem Berg nach rechts ab. Die Wanderung führt an der Gaststätte Zum Schäferräumicht vorbei. Hier gehe ich aber davon aus, dass man nach 1 ½ Kilometern noch keine Erfrischung braucht und deshalb kein Halt eingelegt werden muss. Pfad_in_Weissbachtal_kleinEin paar Meter hinter dem Gasthof beginnt der Abstieg runter ins Weißbachtal. Ein bisschen aufmerksamer muss man nach ca. 900 Metern sein, da hier der markierte Weg nach links abbiegt und man mit einem normalen Orientierungssinn ganz sicher nicht nach links (also Norden) gehen würde. Der Weg führt auf einem normalen Forstweg den Hang hinauf. Zwischendurch wird noch ein breiterer Forstweg und ein Holzsammelplatz überquert. An dem Holzsammelplatz geht der markierte Pfad schräg nach links in den Wald. Der Abstieg bis runter an den Weißbach erfolgt über ein angenehmes Gefälle.
Grenzstein_im_Weissbachtal_kleinBeim Weißbach angekommen, geht der weitere Weg nach rechts immer am Bachlauf entlang. Der Weg ist wunderschön zu gehen und überrascht mit einer himmlischen Ruhe. Sehr unterhaltsam sind meiner Ansicht nach die Überbleibsel von einem Staat, den es heutzutage nicht mehr gibt. Wenn man sich die Grenzsteine ein bisschen gründlicher ansieht, dann stellt man fest, dass von der Beschriftung DDR nur noch der mittlere Buchstabe übrig geblieben ist. Die beiden äußeren Buchstaben sind zugespachtelt worden, aber irgendwie lässt sich die Geschichte nicht so einfach entfernen und so kann man die Spuren noch an einigen Grenzsteinen erkennen.
Messer_an_der_Kirnitzsch_kleinDer Weg unten am Weißbach entlang ist ein kleinerer Pfad, der sich die ganze Zeit bis zur Mündung in die Kirnitzsch durch das Tal schlängelt. Aufgrund der Anzahl Wanderer hier unten braucht man ganz sicher keine besondere Zeit zu wählen, da bis heute das Weißbachtal sich noch nicht als besonderes Wanderziel herumgesprochen hat. Besonders schön ist aber die Wanderzeit im Hochsommer, da in dem Weißbachtal eine sehr angenehme kühle Witterung vorherrscht. Kurz nachdem der Weißbach in die Kirnitzsch mündet, erreicht man zwei ganz einsam stehende Häuser im Tal. Beide Häuser sehen sehr gepflegt aus und das erste bietet gleich zwei Besonderheiten. Das erste Auffällige ist ein riesiges Holzmesser. Es ist fast 2 Meter lang und anscheinend dem Bewohner des Hauses zum 60. Geburtstag geschenkt worden. Das zweite Beachtenswerte ist die Tafel neben der Haustüre. Sie beinhaltet folgende Aufforderung:
Ich bin der Wald,
ich bin uralt,
ich hege den Hirsch,
ich hege das Reh,
ich schütze euch vor Sturm,
ich schütze euch vor Schnee,
ich hüte die Scholle,
ich wahre die Quelle,
ich bau euch das Haus,
ich heiz euch den Herd,
drum ihr Menschen
haltet mich wert.
Haeuser_im_Loch_bachaufwaerts_kleinHaeuser_im_Loch_bachabwaerts_kleinDem ist nicht mehr hinzuzufügen und das sollte wirklich jeder verinnerlichen. Aber vermutlich ändert sich langsam aber sicher die Einstellung zum Wald wieder. Inzwischen wird doch ganz gerne wieder das Material Holz bei Bauwerken eingesetzt, es tauchen riesige Mengen an Leuten mit Kettensäge und einem Holzsammelschein im Wald auf um Heizkosten zu sparen und zu guter Letzt gehen die Mitmenschen wieder gerne in den Wald, da sie erkannt haben, wie groß der Erholungswert von einem Aufenthalt im Wald ist.
Kurz hinter dem zweiten Haus biegt der markierte Weg nach links in den Wald ab. Diese Stelle übersieht man ziemlich schnell, da der Pfad im Verhältnis zu dem Waldweg wirklich unscheinbar ist. Es ist aber auch überhaupt nicht schlimm, wenn man den Waldweg weiter den Hügel herunter läuft, da die beiden (Pfad und Waldweg) nach ein paar hundert Metern wieder aufeinander stoßen. Der weitere Weg verläuft an der Kirnitzsch entlang und ist immer noch mit dem gelben Strich markiert. Nach einem Bogen erreicht man die alte Niedermühle. Inzwischen ist irgendein guter Geist damit beschäftigt, die Gebäude und Anlagen der Mühle wieder herzurichten. Der Mühlgraben und das Stauwehr sind in den letzten Jahren repariert worden und die Dächer der einzelnen Gebäuden sind wieder neu gedeckt worden. Sehr interessant ist ein kleiner Zettel über die Historie der Mühle im linken Fenster neben der Haustüre. Der markierte Wanderweg geht gleich hinter dem rechten Haus auf einem unauffälligen Pfad am Hang entlang. Die Verführung ist zu groß, einfach unten im Tal zu bleiben und die Kirnitzsch auf zwei Brücken zu überwinden und wieder auf den markierten Weg zu stoßen. Aber dieser Weg ist nicht erlaubt, da damit die Grenze an zwei nicht erlaubten Stellen überschritten wird. Nachdem auch der markierte Pfad wieder auf dem etwas breiteren Waldweg angekommen ist, geht es nur noch wenige Meter (ca. 30 m) weiter an der Kirnitzsch entlang. Danach steigt der markierte Weg nach rechts den Hang hoch. Der Weg ist ausgeschildert mit Hinterhermsdorf/Taubenstein. Auf der linken Wegseite liegt gleich zum Anfang die unscheinbare Reißershöhle, und die Schlucht, die nach oben gestiegen wird, heißt Reißersgrund. Nach dem größten Teil des Aufstieges erreicht man eine Abzweigung zum Taubenstein. Diese Aussicht sollte man sich nicht entgehen lassen. Es ist zwar keine Wahnsinnsaussicht, aber man hat einen schönen Ausblick in das dicht bewaldete Kirnitzschtal. Bei dieser Aussicht kann man die Niedermühle noch mal von oben sehen.
Gedenkstein_Wilhelm_Poehlig_kleinVon der Aussicht geht der Weg weiterhin auf der gelben Markierung. Er führt am Gedenkstein für Wilhelm Pöhlig vorbei. Auf dem Gedenkstein steht folgendes geschrieben: Hier verschied am 24. Juli 1889 der Waldarbeiter Wilhelm Pöhlig aus Hinterhermsdorf auf dem Heimweg von der Arbeit in Folge eines Schlagflusses. Sein Andenken gewidmet von den Mitarbeitern. Der Weg führt durch den Ortsteil Neudorf nach Hinterhermsdorf rein. Kurz vor der Ortschaft hat man noch mal eine sehr schöne Stelle, an der man von einer Bank aus in ein grünes Tal am Dorfrand blicken kann. Der Weg bzw. die Straße führt gleich am Fuße der kleinen beschaulichen Kirche und dem Museum Waldarbeiterstube vorbei. Auch wenn man jetzt eine Wanderrunde erfolgreich beendet hat, so sollte man diesen beiden Orten noch einen kurzen Blick würdigen.
Damit ist eine der schönsten Runden der Sächsischen Schweiz beendet. Diese Wanderung ist genauso schön, nur ein ganzes Stückchen kürzer, als die Grenzwanderung.

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Winterschleuse

Ich wollte schon immer mal wissen, ob die Obere Schleuse von Hinterhermsdorf im Winter tatsächlich abgelassen wird und wie dann der Bachlauf aussieht. Die Runde soll nicht die normale langweilige Obere- Schleusenrunde werden, trotzdem startet die Wanderung von der Buchenparkhalle am Rande der Waldhusche entlang. Der Wanderweg ist mit dem gelben Punkt gelber Punkt markiert und verläuft am Waldrand um die Hackkuppe herum. Von dem Weg hat man einen erstklassigen Blick auf das Tal von Hinterhermsdorf bis rüber zum Weifberg. Besonders romantisch sieht Aussicht_von_Hackkuppe_kleindiese Aussicht aus, wenn es geschneit hat und der Himmel dazu blau leuchtet. Auf der linken Wegseite kann man einen alten Steinbruch erkennen, in dem in weit vergangenen Zeiten Basalt abgebaut worden ist. Die Wanderung führt einmal über den Hügel und auf der gegenüberliegenden Seite erreicht man eine Station der Waldhusche, die im ersten Moment wie ein Kanonenrohr aussieht, aber eher zum Beobachten des Waldrandes gedacht ist. Hier biegt der markierte Wanderweg nach rechts ab und nach ein paar Metern ist auf der linken Wegseite eine Aussichtsplattform. Von hier kann man ganz hervorragend auf die neu Nationalpark-Informationstelle_BeizeHaus_kleineröffnete (Mitte 2008) Informationsstelle Beizehaus des Nationalparks Sächsische Schweiz hinunter blicken. Die Wanderung führt noch ein kleines Stück (50 Meter) weiter auf dem gelben Punkt, bis nach links ein paar Stufen absteigen. Nach einem kleinen Abstieg erreicht man die Zufahrt zur Informationsstelle und der folgt man nach links. Bis jetzt ist jede der Informationsstellen vom Nationalpark Sächsische Schweiz sehr gelungen und informativ, sodass man hier einen kleinen Schlenker hinein unternehmen sollte. Leider war ich mit meiner Winterwanderung so früh unterwegs, dass die Türe noch für Besucher verschlossen war. Ein Besuch wird aber ganz sicher noch nachgeholt.
Die Wanderung führt weiterhin den Hang hinunter und passiert bald einen Tümpel mit einem äußerst stabilen Aussichtssteg. Von dem Steg kann man sehr gut den Teich bzw. das Leben im Teich von oben beobachten. Die Wanderung geht von dem Teich weiter geradeaus den Hang hinunter. Auf der linken Hangseite kann man das untere Ende der Waldhusche erkennen. Diese Rutsche für Baumstämme ist der Namensgeber für dieses Waldgebiet. Wenige Meter nachdem nach links der markierte Weg abgebogen ist und die Wanderung weiter geradeaus zum Dorfbachgrund von Hinterhermsdorf absteigt, befindet sich auf der linken Wegseite ein Schneetorte_Waldhusche_kleinAnschauungsobjekt von einem Meiler. Da es vom Nationalpark Sächsische Schweiz gebaut und gepflegt wird, ist es in einem sehr guten Zustand und liefert ein gut verständliches Funktionsprinzip. Sehr lustig sieht dieser Meiler aus, wenn es geschneit hat. Dann ist es nicht mehr ein Erd- bzw. Holzhügel, sondern eine Torte, von der sich ein Riese schon ein Stück herausgeschnitten hat. Nach dem leicht abfallenden Weg erreicht man den Dorfbach und diesem folgt man nach links. Nach ein paar Metern passiert man den Wildzaun, den man natürlich wieder hinter sich schließt, weil man sonst, wie bei meiner Wanderung, am nächsten Tag die Spuren von richtig vielen Wildtieren im Schnee entdecken kann. Von der linken Hangseite fließt ziemlich viel Wasser über die Felsen und dadurch, dass auf diese Talseite wenig Sonne hinkommt, bilden sich richtig große Eisvorhänge. Dem Hinterhermsdorfer Dorfbach folgt man, bis der Bach in der Kirnitzsch endet.
Die Kirnitzsch ist jetzt die Orientierungshilfe für die nächsten 1 ¾ Stunden (ca. 8,5 Kilometer). Niedere_Schleuse_im_Winter_kleinDer Weg ist mit dem blauen Strich blauer Strich markiert und man folgt dieser Markierung bachaufwärts (nach links also). Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man die Niedere Schleuse, die aber nicht nur im Winter, sondern immer leer ist. Achtung_Wehranlage_Schild_Kirnitzsch_kleinDas Staubecken ist in den letzten Jahren immer weiter vom Bach mit Sand und Geröll gefüllt worden und heutzutage nur noch als Anschauungsobjekt zu gebrauchen. Ziemlich komisch finde ich die Schilder mit der Aufschrift: Achtung Wehranlage. Die Kirnitzsch dürfte meiner Ansicht nach heutzutage vollkommen ungeeignet dafür sein, dass man mit jeglichem Bötchen drauf fährt. Einerseits liegen riesig viele Bäume kreuz und quer im Bachlauf herum und selbst bei der Schneeschmelze ist in der Kirnitzsch nur relativ wenig Wasser. Die Wanderung folgt weiterhin dem breiten Weg durch das Tal der Kirnitzsch. Nach 1 ¼ Kilometern erreicht man die Marienquelle. In der Quelleneinfassung befindet sich eine kleine Aussparung, in der schon mehrere Male ein kleiner goldener Engel gestanden hat. Im Winter 2008/2009 war es dem Engel mal wieder zu kalt und er hatte sich in wärmere Gefilde verdrückt. Nach 5 weiteren Wanderminuten ändert sich deutlich das Aussehen des Tals in eine breite Wiese mit einem ruhigen Bachlauf. Insgesamt sind es ungefähr 2 ½ Kilometer, die man am Rande der Wiese entlang wandert und an denen es am extremsten auffällt, dass hier unten sehr selten andere Wanderer unterwegs sind. So vom Gefühl her würde ich schätzen, dass selbst bei perfektem Wetter höchstens 50 Wanderer pro Tag in diesem wunderschönen Tal unterwegs sind. Im Winter dürfte die Zahl auf maximal eine Handvoll sinken. Nach den besagten 2 ½ Kilometern wird das Tal schlagartig enger und das merkt man ganz extrem im Sommer, da dann die Temperatur sinkt.
Da die Felswände relativ nah am Bachlauf stehen, verläuft jetzt die Wanderung auf einem Pfad in einem leichten Hoch und Runter. Nur an einer Stelle wird es im Winter etwas schwieriger, da es über ein paar Stufen den Hang hoch geht. Kirnitzschtal_vor_der_Schleuse_im_Winter_kleinDadurch, dass man ungefähr 80 Meter über dem Kirnitzschbach wandert, hat man immer wieder eine sehr nette Aussicht auf den Bachlauf bzw. in das Tal hinein. Die restliche Strecke erfolgt über gut gehbare Pfade bis zur Staumauer der Oberen Schleuse. Schon vom Pfad aus kann man die Antwort auf meine ursprüngliche Frage sehen: Die Obere Schleuse wird tatsächlich im Winter abgelassen. Von oben kann man aber nur schlecht erahnen, wie tief das Staubecken ist und deshalb empfiehlt sich der Haeuschen_Staumauer_Obere_Schluese_im_Winter_kleinAbstieg bis auf die Staumauer. Im Winter ist der Zugang zur Staumauer schwerer zu erreichen, zumindest wenn Schnee gefallen ist und schon einige Wanderer versucht haben bis zur Staumauer vorzudringen. Dann sind die Stufen ziemlich glatt, aber unter Zuhilfenahme des Geländers kommt man runter. Spuren_im_Schnee_an_Oberer_Schleuse_kleinIch war überrascht, wie tief das Becken ist und welche Mengen an Tierspuren hier unten durch die geöffnete Schleuse führen. So einige Tiere (ich würde mal auf Fischotter tippen) haben es geschafft, entgegen der Strömung die Schleuse zu passieren.
Der Aufstieg wieder hoch auf den eigentlichen Pfad ist einfacher als der Abstieg. Dann geht es nach rechts auf der bekannten Markierung weiter. Leere_Obere_Schleuse_im_Winter_kleinIm Bereich der Oberen Schleuse fällt es extrem auf, dass im Winter kein Tourist in der Sächsischen Schweiz verweilt. In den wärmeren Jahreszeiten hört man im Bereich der Schleuse immer irgendwelche Stimmen. Das kann variieren zwischen den Erzählungen der Bootsführer, dem Gegacker von ein paar Weibern und der Geräuschkulisse einer Schulklasse. Im Gegensatz dazu ist im Winter hier eine wahnsinnige Ruhe. Man kann die Natur wunderbar genießen. winterliche_Kirnitzsch_kleinNach ½ Kilometer oberhalb der leeren Oberen Schleuse erreicht man die Bootsstation. Hier lagern die Boote fein säuberlich in einem Schuppen. Ein paar Meter hinter dem Schuppen sind am Felsen Hochwassermarkierungen, die wirklich überraschen. Die höchste Markierung ist weit mehr als mannshoch und dürfte damit fast 3 Meter höher als die Standardwasserhöhe sein. Da das Datum auf der Markierung der 14.VII.27 ist, kann es sich nur um einen gigantischen Regenschauer/Gewitterguss handeln. Danach dürfte das Kirnitzschtal ganz neu sortiert aussehen. Zumindest würden heutzutage die ganzen Bäume im Flussbett zu einem Damm zusammengeschoben werden und eine breite Schneise der Verwüstung anrichten.
Klobunker_Obere_Schleuse_kleinNachdem man die Bootsstation passiert hat, geht es an den Aufstieg. Zu allererst erreicht man den Klobunker. Toilettenhaeuschen_Obere_Schleuse_kleinWenn man dieses neu errichtete Toilettenhaus von unten kommend sieht, dann ist man bzw. bin ich sprachlos. Vielleicht kann mir mal irgendjemand erklären, was sich der Architekt dabei gedacht hat. Wenn man von oben kommend das Gebäude sieht, dann macht es einen ganz netten Eindruck, aber von unten hat es mehr mit einem massivem Bunker zu tun. Ob hier unten tatsächlich solche Randalierer unterwegs sind, dass man das Gebäude so gestalten musste, bezweifele ich ernsthaft. Der Aufstieg hoch zur Buchenparkhalle ist relativ angenehm, da die Steigung doch ziemlich gering ist. Nach einem ¾ Kilometer befindet Dachshoehle_kleinsich auf der rechten Wegseite ein überhängender Felsen und in der rechten Ecke ist die Dachshöhle. Leider bin ich zu kräftig bzw. zu dick angezogen 🙂 um in die Höhle reinzukriechen, aber vermutlich ist es auch eher eine Aufgabe für Kinder. Auf jeden Fall geht es ein ganzes Stück (12 Meter) in diese Einsturzhöhle (tektonische Klufthöhle) und diese Krabbeltour haben, nach den Spuren zu urteilen, doch schon einige unternommen. Ein paar Meter hinter der Dachshöhle passiert man den breiten Forstweg, der im Sommer auch von den Pferdekutschen genutzt wird. Im Winter kann man auch Spuren von Langläufern auf dem Weg entdecken. Mir sind zwar persönlich noch keine Langläufer in der Sächsischen Schweiz begegnet, aber am Parkplatz der Waldhusche stand auch ein Schild, dass dort in 200 Meter Entfernung die Langlaufloipe beginnen würde. Hinter dieser Wegkreuzung geht die Wanderung auf die letzten 1,3 Kilometer. Die ersten paar Meter sind noch leicht ansteigend, aber dann wandert man auf einen sehr breiten Waldweg bis zur Buchenparkhalle und damit zum Ausgangspunkt der Wanderung. Damit ist eine sehr schöne Wanderrunde zu Ende gegangen, die sich ganz hervorragend als eine Winterrunde in der Sächsischen Schweiz anbietet. Das einzige Manko an dieser Runde ist, dass man nicht Kahn fahren kann, aber dafür hat man ein sehr angenehmes romantisches Tal ganz für sich alleine.

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Steinberg

Diese Wanderung war dadurch entstanden, dass ein netter Mitmensch im Forum der Stiegen- und Wanderfreunde (www.sandsteinwandern.de) gefragt hatte, wer denn Lust hätte, den Steinberg von Hinterhermsdorf zu erkunden. Bisher war ich nur ein einziges Mal auf diesem Hügel und fand ihn wirklich super langweilig. Aber in den letzten Wochen war der Berg durch Forstarbeiten stark in die lokale Presse gekommen und so haben wir in einer Gruppe von 10 Leuten diese Erkundung unternommen. Das Ziel der Wanderung sollte nicht nur der Steinberg und damit die Spuren der Forstmaschinen sein, sondern mehrere Teilnehmer der Wanderung wollten diese hinterste Ecke der Sächsischen Schweiz überhaupt ein bisschen kennenlernen.
Der Startpunkt liegt an der Hinterhermsdorfer Buchenparkhalle. Von hier geht es auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich die Buchenstraße hinunter in die Ortsmitte. Nachdem man das Erbgericht passiert hat, biegt vor dem Haus des Gastes nach rechts die Weifbergstraße ab. Blick_auf_Weifberg_und_Weifbergturm_kleinDiese Ortsstraße steigt leicht an und führt dann über ein paar Felder zum Weifbergturm. Der Turm fällt schon von Weitem auf, wie er aus dem Wald des Weifberges herausragt. Am Waldrand biegt nach rechts ein Pfad ab, dem man bis zur Schutzhütte folgt, Blick_vom_Weifberg_Richtung_Boehmische_Schweiz_kleinum dann in dem Wald bis hoch zum Turm zu gehen. Die Aussicht vom Turm sollte man sich nicht entgehen lassen und deshalb die 173 Stufen hoch steigen. Als wir die Wanderung unternommen haben, war es ordentlich windig, aber erst oberhalb der Baumwipfel pfiff der Wind auch ordentlich in den Turm. Sehr überraschend war, dass der Turm nur sehr wenig schaukelte. Der ganz neue Eisenturm in Janov, den ich einen Tag vorher besucht hatte, schwankte viel mehr.
Vom Weifberg geht es auf der breiten Zufahrt herunter. Spätestens am Ende dieses Waldweges erreicht man die Alte Nixdorfer Straße, die nach rechts weiter gewandert wird. Hier ist der Wanderweg wieder mit dem blauen Strich blauer Strich gekennzeichnet. Ab dem Waldrand wechselt die Wanderwegmarkierung in den gelben Strich gelber Strich, aber es handelt sich immer noch um die Alte Nixdorfer Straße. Nach ¼ Kilometer im Wald erreicht man die mit dicken Pollern geschützte Grenze. Danach geht es weiter, bis auf der rechten Wegseite ein einzelnes Haus auftaucht. Noch vor diesem Haus biegt nach rechts ein Feldweg ab, auf dem man weiter wandert. Ziemlich genau nach ½ Kilometer erreicht man einen Zaun und die Reste eines Tores. Das sind Relikte des früheren Sperrgebietes rund um den Hanelberg, weil hier eine mobile Radarstation beheimatet war. Heutzutage sind nur noch die Fahrzeughallen, die Mannschaftsunterkünfte und die breite Auffahrt auf den Berg zu entdecken. Wenn man heutzutage die paar Meter auf den Hanelberg hochgestiegen ist, kann man leider kaum noch die Landschaft drum herum sehen, da sich die Natur die Fläche zurückerobert hat. Der Hanelberg hat oben eine Betonplattform, die früher als Standfläche für die mobile Radarstation diente. Sehr seltsam ist, was denn von hier oben überhaupt beobachtet wurde.
Die Wanderung führt wieder zurück bis zu dem einzelnen Haus und dann nur 70 Meter auf der Alten Nixdorfer Straße in Richtung Hinterhermsdorf. Hier passiert man auf der rechten Wegseite einen uralten Gedenkstein für ein Blitzschlagopfer (Franz Schneider; Oekonom, den 30. Juni 1889 durch Blitz) und dann biegt nach links die gut sichtbare Kalkstraße ab. Auf dieser sehr bequemen Forststraße geht es in Richtung Grenze. Erst ganz kurz vor der Grenze wandelt sich der Weg in einen kleinen aber gut sichtbaren Waldweg. Als erstes erreicht man zwei Fahrzeugsperren, die die Durchfahrt verhindern und nach ein paar weiteren Metern ist die eigentliche Grenze mit den typischen Steinen gekennzeichnet. Ganz knapp hinter der Grenze gabelt sich der Weg und hier sollte man den linken Weg wählen. Der rechte Weg führt ein Stück parallel zu dem anderen Weg und landet auch wieder auf diesem, aber zwischendurch muss man dort mit so einigen Brombeerranken kämpfen.
Der linke Weg ist immer noch die Kalkstraße und wächst auf der deutschen Seite auch wieder zu einer großen Forststraße an. Eiszapfen_im_Weissbachtal_klein700 Meter hinter der Grenze erreicht man die erste Kreuzung und hier geht es nach links auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich ins Weißbachtal hinunter. Felsplatte-Eingang_Hoehle_an_der_Teufelswand_kleinBis zum Bachlauf geht es ein paar Meter abwärts und dann auf einem sehr schönen Pfad gleich neben dem Weißbach entlang. Der Weißbach ist auch gleichzeitig die Grenzlinie zu Tschechien und der böhmischen Kernzone. Nach ziemlich genau einem Kilometer passiert die Wanderung einen deutlich über den Weg hängenden Felsen. Hier befindet sich am Grenzstein 21/25 auf der gegenüberliegenden Bachseite die versteckte Höhle an der Teufelswand. Bei dieser Höhle handelt sich um gleich mehrere große Sandsteinplatten, die sich an die Felswand gelehnt haben und dadurch einen schmalen, aber sehr hohen und langen Gang gebildet haben.
Die Wanderung führt noch ein paar hundert Meter durch das Weißbachtal bis zum Grenzstein 22/10. Trasse_im_Weissbachtal_kleinKurz davor hat der Nationalpark bzw. Sachsenforst im Winter 2013/2014 mit schwerer Technik den netten Waldweg auf einen breiten Forstweg erweitert. Dadurch, dass nur noch braune Erde als Untergrund vorhanden ist, sieht das schon wirklich erschreckend aus. So ist aus einem romantischen Pfad ein hässlicher Forstweg geworden. Wurzel_Niederer_Steinbergweg_kleinIch bin mal stark gespannt, wie viele Jahre die Natur braucht, um diese Zerstörung wieder heile zu machen. Was die Natur auf jeden Fall nicht mehr reparieren kann, sind die abgetrennten Wurzeln an gleich mehreren Fichten. Genau so ein Baum steht gleich am unteren Ende des Eulengrunds (also am schon beschriebenen Grenzstein 22/10). Der Eulengrund war noch nie ein ernstzunehmender Wanderweg, aber er war wenigstens in der Natur noch zu erkennen. Im Februar 2014 war nur noch der untere Zugang zu finden und dann ging die Wanderung über eine dicke Schicht abgeschnittener Fichtenäste aufwärts. Ziemlich überraschend war, dass richtig viele Käferbäume in dem Grund noch standen. Ob hier tatsächlich nur gesunde Bäume gefällt wurden oder ob die Borkenkäferbäume später noch entfernt werden sollen, konnten wir auf der Wanderung nicht herausfinden.
Blöderweise haben wir den Abzweig zu dem Waldweg rechts von diesem Tal übersehen oder vielleicht war er auch verschwunden und so ging es kreuz und quer den Hang hinauf. 150 Meter neben dem Eulengrund verläuft ein Waldweg etwas oberhalb und auch dieser war zu einer mächtigen Forststraße “ausgebaut”. Von hier geht es weiter aufwärts in Richtung Steinberg. Der Hemmebergweg biegt 150 Meter vor dem Gipfel nach rechts ab und führt eigentlich um den Steinberg herum. Da das Ziel aber schon der Gipfel ist, biegt man nach 100 Metern im spitzen Winkel nach links ab (Niederer Steinbergweg), um dann wieder nach 100 Metern den senkrechten Aufstieg zum Gipfel zu wählen. Von dem Weg aufwärts waren nur vereinzelt die Spuren von ein paar wenigen Forstfahrzeugen zu sehen, aber in diesem Bereich sind sie nicht so besonders schlimm. Auf dem Gipfel muss man dann feststellen, warum der Steinberg nicht zu den besonders erwähnenswerten Zielen der Hinteren Sächsischen Schweiz gehört. Es gibt einfach nichts zu entdecken und eine Aussicht ist überhaupt nicht vorhanden. Von dem Gipfel geht es dann in westliche Richtung, also auf der vom Aufstieg entgegengesetzten Seite, abwärts. Nur 150 Meter unterhalb des höchsten Punktes des Steinbergs erreicht man den Forwarderspuren_Oberen_Steinbergweg_kleinOberen Steinbergweg, dem man nach links folgt. Hier sind die Spuren der Forstmaschinen schon ein ganzes Stück deutlicher, aber das Maximum an Forstspuren kam nach etwa 100 Metern. Hier kreuzt wieder der Niedere Steinbergweg und auf ihm sollte es nach rechts den Hang in Richtung Kalkstraße hinunter gehen. Forwarderspuren_Niederer_Steinbergweg_kleinVor ein paar Jahren (2012) hat der Nationalpark noch erklärt, dass Bäume nur in den Wintermonaten gefällt werden können, da dann der Boden gefroren ist und die Auswirkungen eingeschränkt sind. Dieses Jahr (2013/2014) ist aber der Winter zum größten Teil ausgefallen und so kann man am Niederen Steinbergweg die verheerenden Spuren sehen, die entstehen, wenn man trotzdem mit schwerem Gerät in den Wald einrückt. Die Forwarder (Wald-Lkws) haben sich hier den Hang hochgefräst und zwei knietiefe Furchen gegraben. Auf unserer Wanderung hat sich hier die Gruppe gespalten. Der eine Teil ist durch die Furchen abgestiegen und hat danach kiloschwere Wanderschuhe gehabt, der zweite Teil ist den steileren Hang abgestiegen und damit sauberer geblieben.
Ich war einer der Wanderer in den Furchen und habe damit wie ein Schwein ausgesehen. Das Einzige wirklich lustige war die seltsame Gangart, die eher aussah wie ein Weg durch Pudding oder eine nette Schlitterpartie. Nach 400 Metern endete der zerstörte Waldweg auf der Kalkstraße. Auch dieser breite Forstweg sah nicht wie gewohnt aus, aber immerhin versanken wir nicht mehr im Matsch. Peschkestein_1822_Kalkbusch_kleinDie Kalkstraße geht es nach links für nur ¼ Kilometer hinunter, um dann nach 200 Metern rechts auf den Heidelbachweg abzubiegen. Dieser rot markierte Wanderweg roter Strich wird nur für 150 Meter hoch gewandert, um dann kurz hinter der Obermühle nach links auf den breiten Waldweg abzubiegen. Der unmarkierte Weg verläuft ein kurzes Stück parallel zum Heidelbachweg bis zu einem neu angelegten Teich. Hier steigt der Waldweg nach links in den Kalkbusch neben einem kleinen Bachlauf hoch. Dieser relativ breite Waldweg ist eine Sackgasse, die kurz hinter dem Peschkestein aufhört. Dieser Gedenkstein ist auch das Ziel von diesem Abstecher. Der Stein steht ein paar Meter (40 Meter) neben dem Weg und stammt immerhin aus dem Jahre 1822.
Die weitere Wanderung führt wieder auf dem bekannten Weg bis zur Obermühle zurück. Der neu angelegte neuer_Kalkteich_Obermuehle_kleinTeich oberhalb der Obermühle hat Anfang 2014 ganz seltsam türkisfarben geleuchtet. Kalkkruemel_Obermuehle_kleinDas liegt vermutlich daran, dass hier Kalk ins Wasser gelangt ist und sich jetzt erstmal absetzen muss. Gleich oberhalb des Teiches und auch an dem Teich unterhalb der Obermühle kann man Kalkbrocken entdecken. Diese stammen aus der Blick_vom_Langkweg_nach_Neudorf_kleinGrenzlinie zwischen dem Sandstein und der Lausitzer Überschiebung. Die Wanderung führt einmal komplett durch das Grundstück der Obermühle und am Ende der Zufahrt geht es nach rechts auf dem Langkweg den Hang aufwärts. Die Wanderung steigt bis zu den paar Häusern am Langkweg auf und dann wieder hinunter bis zur Hinterdaubitzer Straße. Auf dieser Straße geht es nach rechts hoch bis Hinterhermsdorf. Damit man auch wieder so einigermaßen nett bis zum Ausgangspunkt an der Buchenparkhalle gelangt, folgt man ab dem Apartmenthaus Zum Wildschütz der gelben Wanderwegmarkierung gelber Punkt. Die letzten Meter dieser Wanderung führen unterhalb einer Kleingartenkolonie entlang und von hier hat man noch mal einen netten Blick über die Ortschaft. Damit ist die Wanderung zu Ende gegangen. Es war eine nette, aber nicht spektakuläre Wanderung. Was sehr ungewöhnlich auf dieser Runde war, sind die wilden Spuren der Forstarbeiten des Nationalparks bzw. der beauftragten Forstleute. Aus meiner Sicht ist es vollkommen unverständlich, wie ein Nationalpark so von der Natur schwärmen (Grundsatz Natur – Natur sein lassen) kann und sogar Wanderern Strafen aufbrummt, wenn sie den Weg verlassen und gleichzeitig so mit der Natur umgeht. Hier stoßen die beiden Seiten, Außendarstellung und wirtschaftliche Interessen, so stark aufeinander, dass die Glaubwürdigkeit mal wieder ordentlich gelitten hat.

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