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Update zu den Boofen

Nachdem ich mich vorletzte Woche über die Boofensperrungen ausgelassen habe, musste ich mir aber doch noch mal wieder alle legalen Boofen anschauen, damit ich auch ganz sicher sein kann, dass sich in den drei Jahren seit meinem letzten Besuch nichts Weltbewegendes geändert hat. Vielleicht hat sich ja in der Coronazeit wirklich etwas ernsthaft verändert, wobei mir auch bei den letzten Übernachtungen nichts Unangenehmes aufgefallen war.

Insgesamt bin ich innerhalb von fünf Tagen,  83 km und 3.117 Höhenmetern (😊) in 53 der legalen Boofen  gewesen und ich muss sagen, es gibt Positives, aber auch weniger Gutes zu berichten. Nur in einer Boofe lag Müll: in der Bussardboofe war so einiges (z.B. Flaschen und Ravioliodosen) in eine Felsspalte entsorgt worden. In einer Boofe am Torstein hat irgendein Depp seine Muschelschalen den Hang hinunter gekippt. Vielleicht dachte er, das sei ein natürliches Material oder so, wenn er denn überhaupt was gedacht hat. (Wer, bitteschön, nimmt denn Muscheln mit zum Boofen?) Und bitte, liebe Ranger, kommt jetzt nicht mit dem Argument, dass ihr die Boofen am laufenden Bande reinigt. Ich habe zwei Fotos , die vier Jahre auseinander liegen und den gleichen Müll zeigen. Und noch ein weiterer Punkt würde einem regelmäßigen Besuch der Ranger stark widersprechen: in vier Boofen sind leider tatsächlich deutliche Feuerstellen zu erkennen und in wirklich vielen anderen Boofen (ich habe außer den vieren noch zwölf weitere gezählt) kann man irgendwo Kohlereste entdecken. So etwas würden vorbeischauende Ranger doch sicher sorgfältig entfernen, um niemanden erst auf dumme Gedanken kommen zu lassen. Mit so vielen Feuerstellen in den Boofen hätte ich tatsächlich nicht gerechnet und sie haben mich wirklich wütend gemacht, ist das doch Wasser auf die Mühlen derer, die das Boofen verbieten möchten.

Noch ein paar Worte zu den Besucherzahlen bzw. Boofenbenutzern. Ich bin insgesamt fünf Tage durch die Hintere Sächsische Schweiz geflitzt und habe mir die Boofen angesehen. In den Boofen habe ich nur vier Nutzer entdeckt. Natürlich ist die Woche vor Ostern noch nicht die Hauptbesucherzeit, aber irgendwo müssen ja die rechnerischen 166 Besucher pro Tag dann doch sein. Auf meinen Wanderungen sind mir außerdem insgesamt sieben Wanderer mit den typischen großen Rucksäcken begegnet. Also sind die Hauptbesuchszeit der Boofen nicht bei schönem Wetter und einer kurzen Woche im Frühling, sondern noch irgendwann anders. Ich würde die fünf Touren gerne mal an den langen Wochenenden im Mai wiederholen, aber dann sollten die Boofen schon gesperrt sein. Vielleicht könnte der Nationalpark mal seine Zahlen offenlegen und die Zählmethode veröffentlichen. In den offiziellen Boofen gibt es auf jeden Fall keinerlei Zählvorrichtungen.

Wer ein bisschen mehr als die zusammengefassten Punkte lesen möchte, für den gibt es hier eine Übersicht meiner Inspektionstour.

Boofensperrung

Nachdem jetzt mein Name sogar schon als Befürworter der Boofensperrungen genannt wird, muss ich meine Meinung dazu doch mal äußern.

In den ersten Beiträgen des Nationalparks war die Rede von 30.000 Besuchern in den Boofen. Wer ein bisschen anfängt zu rechnen, wird sehr schnell feststellen, dass diese Zahl viel zu hoch ist. Wenn man davon ausgeht, dass die meisten Besucher einer Boofe doch eher die warmen Jahreszeiten bevorzugen, dann sind das 180 Tage. Davon könnte man noch die Regentage abziehen, aber die würden die paar Besucher in der kalten Jahreszeit ausgleichen. Macht also 170 Boofer pro Tag und auf die 58 Boofen verteilt müssten jeden Tag drei Leute in jeder offiziellen Boofe liegen.

Jetzt hat der Nationalpark in der nächsten Erklärung geschrieben, dass sich die Boofer gleichmäßig auf die legalen und illegalen Boofen verteilen. Das heißt, in allen legalen Boofen liegen immer noch 15.000 Leute pro Jahr bzw. 1,5 Leute pro Nacht pro legale Boofe. Wenn also 15.000 Leute illegal im Felsen übernachten, wäre es doch erstmal sinnvoll, diese Zahl durch die Nationalpark-Ranger gravierend zu senken. Dabei würde es schon reichen, wenn fünf bis zehn Mal im Jahr ein Ranger mit einem Polizisten (so wird es z.B. in Tschechien gemacht) abends spazieren geht und das Ergebnis medienwirksam verbreitet.

Ich habe schon so einige Male in den Boofen übernachtet und habe jede offizielle Boofe mindestens schon zweimal besucht. Da ich auch sonst viel im Nationalpark unterwegs bin, sind mir auch die illegalen Boofen bekannt. Dass die Boofen zu „Müllkippen“ verkommen, kann ich in keiner Weise bestätigen. Die einzigen menschlichen Hinterlassenschaften sind das Resultat von nächtlichen Austritten und die Taschentücher bzw. das Toilettenpapier. Das ist wirklich nicht schön, aber auch in der restlichen Natur zu finden.

Dass die Boofen von „offiziellen Veranstaltern“ mit großen Gruppen besucht werden, ist mir bisher nur zweimal so ähnlich begegnet: Das erste Mal waren es zwei Lehrer, die mit ein paar Schülern das besondere Naturerlebnis genossen haben. Da die Gruppe schon vorher ein ganzes Stück durch den Nationalpark gewandert war und die Lehrer den Kindern hervorragendes Benehmen beigebracht hatten, war es ungewöhnlich leise und um 21:00 Uhr haben die ersten geschlafen. Die Gruppe ist viel früher als wir aufgebrochen und die Lehrer haben die Kinder darauf hingewiesen, dass die beiden anderen Boofer (also wir) weiter schlafen wollen. Das Benehmen der Gruppe war perfekt. Die zweite Gruppe waren auch Kinder und Jugendliche, die von einer Boofe morgens früh herunter kamen. Obwohl es schon 11:00 Uhr war, hat die Gruppe viel weniger Radau gemacht als so manche Wanderer. Erfreulicherweise hing an jedem zweiten Rucksack ein Müllbeutel. Damit waren meine bisherigen Erfahrungen mit Gruppen sehr positiv und ich habe mich drüber gefreut, dass Kindern und Jugendlichen die Natur und das Verhalten in der Natur damit nahegebracht wird.

Was wirklich hässlich und unentschuldbar ist, sind die Waldbrände. Dabei sind aber auch Unterschiede zu machen. Nicht jeder der 20 Waldbrände ist durch Besucher einer Boofe entstanden und dazu kann ich mich an keinen einzigen Waldbrand in den letzten fünf Jahren erinnern, der von einer offiziellen Boofe ausgegangen ist. Vielleicht haben ein paar wenige Waldbrände auch ihren Ursprung von einer offiziellen Boofe, aber durch deren Lage und den Untergrund (Sand) kann sich ein Feuer nicht ausbreiten. Berechtigterweise gehört es aber zu den grundlegenden Regeln, dass kein offenes Feuer gemacht wird.

Was ich mir selber gut vorstellen kann ist, dass durch die größeren Besuchermengen in der Coronazeit die Tierwelt und dabei besonders die Vögel gelitten haben. Grundsätzlich bin ich zwar verwundert, dass z.B. der Schwarzstorch zwischen Kohlmühle und dem Ochelgrund mindestens schon zwei Jahre wohnt und an meiner Heimatadresse ein Nest ungefähr 400 Meter neben der Bundesstraße hat, aber ich hoffe, dass die angegebenen Zählungen des Nationalparks stimmen. Wenn ich mir aber anschaue, wo sich die Boofen befinden und in welchem Bereich die Vögel (also der Schwarzstorch und der Wanderfalke) brüten, dann sind dort nur extrem wenige Boofen. Vielleicht könnte man eher die zeitlichen Begrenzungen wie bei den Kletterfelsen auch auf die Brutzeit reduzieren. So werden z.B. die meisten Gipfel (immerhin 20 Stück) schon am 01.04. wieder für die Kletterer freigegeben.

Aus meiner Sicht ist das zeitliche Begrenzen oder auch das komplette Sperren einer offiziellen Boofe eine weitere Variante, die Besucher aus dem Nationalpark heraus zu drängen. Ich würde eher empfehlen, dass die Nationalpark-Ranger ihrer hauptsächlichen Arbeit, der Besucherbetreuung und der Durchsetzung der Regeln des Nationalparks, nachgehen und auch die Anzahl der Ranger wieder auf ein sinnvolles Maß angehoben wird. Damit sollten die Ranger z.B. das illegale Boofen als Erstes unterbinden. Dabei ließen sich die großen Distanzen sehr gut mit vereinzelten Drohnenflügen und einer Wärmebildkamera überbrücken. Das Argument, dass Drohnen im Nationalpark nicht erlaubt sind, gilt nicht mehr, seit auch Filmaufnahmen per Drohne gemacht werden.

Neue Wanderung: Unangenehme Wanderung

Ich habe diese Wanderung 5 Tage vor dem ersten Herbststurm (Ignatz und Hendrik) unternommen. Die eigentliche Strecke ist spitzenmäßig, aber leider sind die vielen kreuz und quer und verhakten Bäume kein Genuss. Was mich stark verwundert hat, dass selbst der touristisch wichtigste Weg (Malerweg) der Sächsischen Schweiz nicht freigeschnitten war. Nach den beiden Stürmen dürfte es jetzt noch viel schlimmer aussehen, da doch einige Bäume zu dem Hindernislauf dazu gekommen sein sollten.

Deshalb kann ich nur sagen: Vergessen Sie das Wandern mindestens in den nächsten 2 Jahren in dem hinteren Teil (Zschand, Hinterhermsdorf, Obere Schleuse) der Sächsischen Schweiz.

Aktualisierte Wanderung: Knechtsbach

Netterweise hat uns eine Leserin drauf hingewiesen, dass an der Runde Knechtsbach die beiden Kreuze am Wegesrand Tafeln mit Erklärungen erhalten haben. Als wir das erste Mal an ihnen vorbeigekommen sind, waren die Inschrift leider nicht mehr zu entziffern und so ist es sehr hilfreich, dass jetzt Erklärungen für die beiden Kreuze vorhanden sind. Danke an die nette Leserin für den Hinweis.

Unwetter Juli 2021

Da mich jetzt schon mehrere Leser gefragt haben, wie die Lage in der Sächsischen Schweiz nach dem Unwetter ist, habe ich ein paar Bilder zusammengestellt und jeweils Kommentare dazu geschrieben.

Für die Anreise zum Startpunkt der Wanderungen sind im Moment noch zwei Straßen gesperrt:

  • Von Ottendorf ins Kirnitzschtal
  • und die Durchgangsstraße in Krippen
  • Die Wasserfallstraße von Lichtenhain runter zum Wasserfall war schon vorher gesperrt und sieht jetzt nach dem Unwetter noch viel schlimmer aus.
  • Der Parkplatz von Hrensko ist durch einen tiefen Graben unbenutzbar.

Bisher sind mir zwei Stellen begegnet, die nach dem Unwetter für Wanderer unpassierbar geworden sind:

  • Der untere Teil vom Gelobtbach
  • und der Altendorfer Dorfbachklamm. Dieser lässt sich aber hervorragend durch den Verbindungsweg zwischen Altendorf und der Ostrauer Mühle umgehen.

Ich selber habe zu der Zeit des Unwetters in Postelwitz/Bad Schandau festgesteckt. Leider hat ein Minikanal die B172 überflutet. Das Resultat war, dass ich unser Auto in der Auffahrt nach Ostrau stehen gelassen habe und zu Fuß nach Hause gewandert bin.