Luchse

Luchsnachwuchs_im_Schnee_klein

Informationstafel am Bad Schandauer Luchsgehege:

Der Eurasische Luchs (Lynx lynx), auch Nordluchs genannt, zähle zur Familie der Katzen und gilt als größte Katzenart in Europa.

Steckbrief

  • sitzender_Luchsnachwuchs_kleinDer Luchs besitzt ein dunkelfleckiges Fell aus ca. 6 cm langen Grannenhaaren und einen kurzen Schwanz mit einer Länge von ca. 20 cm.
  • Die Schulterhöhe des Luchses misst 60 – 75 cm,
  • die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 80 – 120 cm.
  • Das Gewicht des Männchens (Kuder) reicht von 20 bis 25 kg. Das Weibchen (Luchsin) ist ca. 20% leichter.
  • Der Luchs kann in freier Wildbahn 15 bis 17 Jahre, in Gefangenschaft sogar über 20 Jahre alt werden.

Eigenschaft

  • Der Luchs kann als Anschleich- und Lauerjäger kurzzeitig mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 Kilometer pro Stunde sprinten.
  • Seine sehr kräftigen Katzenpfoten ermöglichen eine Fortbewegung nach dem Schneeschuhprinzip.
  • Die charakteristischen Pinselohren und der lange Backenbart perfektionieren das Hörvermögen.
  • Seine sehr leistungsstarken Augen sind sechs Mal lichtempfindlicher als die des Menschen.

Lebensraum

Der Luchs ist ein scheuer Einzelgänger.

Je nach Landschaftsart beträgt die Reviergröße der Katze 120 bis 400 km’. Er benötigt große, möglichst zusammenhängende Wälder. Alte, hohe Laub- und Mischwälder mit dichtem Unterholz bieten ihm bei der Jagd gute Deckung.

Wenn Luchse ruhige und ungestörte Verstecke finden, können sie auch in unmittelbarer Nähe des Menschen auftreten. Diese Areale sind für den Waldbesucher schwer zugängliche Gebiete (geschützte Landschaftsgebiet), wie z.B. Felsen mit unwegsamen Klüften und Schluchten.

Einem Luchs in freier Wildbahn zu begegnen ist sehr unwahrscheinlich, denn der Luchs meidet den Menschen

Ernährung

Als reiner Fleischfresser ernährt sich der Luchs von Kleinsäugern, Hasen, Rehen und Hirschkälbern. Im Überraschungsangriff mit der Taktik „Anpirschen, Lauern. Sprung” tötet er dabei seine Beute durch einen gezielten Biss in die Kehle.

Die Größe seines Jagdreviers ist von der Beutedichte abhängig. Im Jahr benötigt der Luchs 50 — 60 Beutetiere in der Größe eines Rehs. Durch seine großen Reviere und der damit verbundenen Seltenheit des Luchses, gefährdet er allerdings nie den Wildbestand.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit des Luchses, die Ranzzeit, beginnt im Februar und endet im April.

Die Luchsweibchen gebären nach einer Tragezeit von 10 Wochen zwei bis drei blinde, behaarte Junge. Die jungen „Nesthocker” werden bis zu 5 Monate gesäugt und verbleiben bis zu fast einem Jahr bei der Mutter.

Der Luchs im Elbsandsteingebirge gestern und heute

Wie in weiten Teilen Europas war auch der Luchs im Elbsandsteingebiet angesiedelt. Als Jagdschädling oder auch wegen seines kostbaren Felles wurde er stark verfolgt und in weiten Gebieten, so auch hier Mitte des 18. Jh., ausgerottet. Auf natürlichem Weg tauchte der Luchs zur Mitte des 20. 1h. im Elbsandsteingebirge vereinzelt wieder auf.

Heute ist er als bedrohte Tierart durch Naturschutz- und Jagdrecht geschützt und als wichtiges Glied unserer heimischen Tierwelt erkannt und meist zurückgewünscht.

Umfangreiche Informationen zu den Besonderheiten des Elbsandsteingebirges und der dazugehörigen Tier- und Pflanzenwelt erhaben sie Im Nationalparkzentrum Sächsische Schweiz in Bad Schandau. In einem der modernsten Besucherzentren Deutschlands können Sie in die Geheimnisse der Natur eintauchen, Zusammenhänge verstehen und sich neugierig machen lassen auf die bewusste Erkundung der einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft.

Wanderungen im Elbsandstein