Unteres Bielhorn

Informationstafel am Unteres Bielhorn

Auf dem Aussichtspunkt stand ein Denkmal der Opfer des Ersten Weltkrieges, dessen Schöpfer war im Jahr 1925 der Bildhauer Friedrich Tampe (1887-1945) aus Podmokly (Bodenbach). Eine Reihe von anderen Kriegsdenkmälern des Bildhauers Tampe ist in anderen Ortsteilen von Tetschen zu sehen. An die Kriegsopfer erinnerte auch die größte Glocke der Kirche in Herrnskretschen. Sie wurde 1924 durch Richard Herold aus Chomutov (Komotau) gegossen. Die Inschrift auf der Glocke lautet: „Leistet Fürbitte für die gefallenen Helden aus der Grenzgemeinde”.

Der „Streckweg”

Er befindet sich unter dem Unteren Bielhorn und führt in Richtung Janov (Jonsdorf). Dieser Weg stammt aus dem 16. Jahrhundert und diente zum Gütertransport nach Ceskä Kamenice (Böhmisch Kamnitz). Die Einwohner von Herrnskretschen gingen diesen Pfad, um die Messen in den Kirchen in Rüiovä (Rosendorf) oder Arnoltice (Arnsdorf) besuchen zu können, bis im Jahr 1787 in Herrnskretschen die Kirche des Heiligen Johann Nepomuk errichtet wurde. Am Kirchenweg wurde 1874 ein Friedhof mit einer pseudogotischen Grabkapelle des berühmten Geschlechts Clar errichtet. Die Clars waren berühmte Holzhändler aus Herrnskretschen.

Die Hochwasser

Die Hochwasser gehören gemeinsam mit den Felsenabstürzen zu der Geschichte von fifensko (Herrnskretschen). Die Gasthausmieter in Herrnskretschen verpflichteten sich in den Mietsverträgen, „bei Hochwasser unverzüglich die Möbel aus den Lokalen auf die bereitgestellten Boote zu schaffen”. Die wiederholten Elbhochwasser sind seit dem Mittelalter schriftlich nachweisbar. Die erste Nachricht über ein Hochwasser auf der Kamnitz stammte aus dem 18. Jahrhundert. Während des Tausendjährigen Hochwassers 1845 stieg das Wasser an einem einzigen Tag bis zur Kanzel der Kirche in Herrnskretschen. Dieses Hochwasser dokumentierte der Priester Joachim Preyss (1791-1869) auf seinen Bildern. Ein Hochwasser, das statistisch gesehen alle 500 Jahre vorkommen kann, kam im August 2002 nach Herrnskretschen. Die Elbe stieg damals um 11m an.

Die Acetylenzentrale

In der Seitenschlucht am Streckweg wurde ein einzigartiges Gaswerk gebaut. Ein mehrstufiges Gebäude aus grob bearbeiteten Quadern wurde 1905 fertig gestellt. Es war eines der ersten Gebäude dieser Art in Böhmen. In der Zentrale wurde aus Kalziumkarbid das farblose Acetylengas hergestellt.

Wanderungen im Elbsandstein