Lamprecht Kreuz

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Informationstafel zum Lamprecht Kreuz:

Der Bautzener Naturwissenschaftler und Heimatforscher Professor Guido Lamprecht, geboren am 25.01.1856 in Leipzig, war Oberstudienrat am Bautzener Gymnasium und Mitglied der naturwissenschaftlichen Gesellschaft „Isis” und erlag auf einer alljährlichen Naturkundewanderung am 7.Mai 1922 am hohen Birkicht in Cunnersdorf einem Herzschlag. Ihm zu Ehren stellte die „Isis”-Gesellschaft am 24. 09.1922 dort ein Eichenkreuz auf. Aus deren Mitteilung von 1922/23 (Heft 11) ist zu lesen:

„Unter der liebenswürdigen Führung der Herren vom Gebirgsverein Neustadt gelangten die Teilnehmer durch das im Schmuck der Herbstblumen und der überreichen Obsternte prangende Dorf Polenz nach dem hohen Birkicht. Gegen 11 Uhr fanden sich dort auch ein die Mitglieder der Familie Lamprecht, und aus dem benachbarten Cunnersdorf hatten sich der Herr Gemeindevorsteher Ufer, sowie die Herren Waldbesitzer Sengeboden, Leuner, Herr Lehrer Höhne und eine Anzahl Knaben und Mädchen der oberen Klassen eingefunden, aus Hohnstein ein früheres treues Isismitglied. Die Kinder legten einen selbstgebundenen Kranz nieder. Der erste Vorsteher gedachte in Worten der Erinnerung des Heimgegangenen, dankte besonders den Stiftern und den Schöpfern des Kunstwerks, den Herren Holzbildhauern Liebig und Schneider, befahl es den Nachbewohnenden zu treuem Schutze und weihte es als ein Zeichen dankbarer Erinnerung an dem Heimgegangenen, als ein Momento mori für alle ein Zeichen treuer Heimatliebe. Im Namen der Familie sprach Herr Studienassessor Friedrich Lamprecht (Sohn) kurze Dankesworte.”

Dieses Gedenkkreuz pflegte die Gemeinde jahrelang bis 1990. Seine Tochter kam viele Jahre zum Todestag ihres Vaters hierher und hängte einen Kranz an das Kreuz.

Guido Lamprechts wissenschaftliche Arbeit lag darin, eine exakte Wettervorhersage durch die Erforschung von Wetterperioden zu treffen, die er auch in Zeitungen veröffentlichte. Er ging dabei nicht nur von den bisher wissenschaftlich gebräuchlichen Luftdruckverhältnissen aus, sondern beobachtete einen Wetterring, der bestätigte: „ Das die Erde einen ringförmigen Begleiter besitze, ähnlich dem Saturn, und das dieser durch Einwirkung von Sonne und Mond gesteuerte Ring von höchstem Einfluss auf das Wetter sei”. Er beobachtete nach einer langjährigen statistischen Methode Niederschläge und Stürme. Mit seiner aufgestellten Theorie galt er als Einzelkämpfer und wurde bald vergessen. Auch der Wetterdienststelle in Dresden-Klotsche ist er heute kein Begriff mehr.

Quelle: Berichte der naturwissenschaftlichen Gesellschaft „Isis”, die das Stadtmuseum Bautzen der Gemeinde zur Verfügung stellte.

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