Goßdorfer Gratweg

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,00 h
Entfernung:
ca. 8,50 km
Höhenunterschied:
ca. 210 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
witterungsbedingt schwierig
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Brand – Hohnstein;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Schwarzbachtal - Schmalspurbahntrasse - gelber Strich - Maulberg Tunnel - Goßdorfer Raubschloß - Gratweg - Hankehübel - Hankeweg - Goßdorf - Kirschallee - Alte Goßdorfer Straße - Briefträgersteig - Niederdorf Straße - Schwarzbachbahn - Schwarzbachtal

Beschreibung:

Im Frühjahr 2021 hatte der Borkenkäfer so gewaltig zugeschlagen, dass große Teile der Hinteren Sächsische Schweiz gesperrt bzw. unpassierbar waren. Da aber zeitgleich auch noch Coronazeit war, und damit die Leute kaum andere Beschäftigungen als rausgehen in die Natur fanden, hat Dr. Rolf Böhm (www.boehmwanderkarten.de) vier Wanderungen beschrieben, die auch außerhalb der toten Wälder möglich waren. Diese Wanderung im Bereich des Schwarzbachs, Goßdorf und Lohsdorf ist eine davon. Der Startpunkt liegt am oberen Ende des Schwarzbachtals. Falls man hier keinen Parkplatz bekommt, kann man genauso gut gleich am Ortseingang von Lohsdorf (neben dem ehemaligen Bahnhof) parken, da man auch dort am Ende der Wanderung vorbeikommt. Die Wanderung führt auf dem breiten Weg ins Schwarzbachtal. Markiert ist dieser Teil der Wanderung mit dem gelben Strich gelber Strich. Dem aufmerksamen Wanderer fällt auf, ehemalige_Bahntrasse_Schwarzbachtalbahn_kleindass im Schwarzbachtal an vielen Stellen noch der Bahndamm und Brückenauflager der ehemaligen Schmalspurbahn zu sehen sind. Vor ein paar Jahren ist der Bahndamm freigeschnitten worden und damit ist der frühere Streckenverlauf wieder gut zu erkennen. Die Wanderstrecke profitiert von dieser ursprünglichen Nutzung, da man so über sehr ebene Wege wandern kann. Eisenbahntunnel_Schwarzbachtal_kleinNach 1 ½ Kilometer wird der markierte Wanderweg verlassen und es geht geradeaus in den Maulberg-Tunnel, eines der deutlichsten Überbleibsel der ursprünglichen Schmalspurbahn. Bei diesem Tunnel kann man deutlich sehen, dass er in einer Kurve verläuft.

Auf der anderen Seite tritt man relativ hoch oben über dem Schwarzbach aus dem Tunnel und es geht weiter auf dem breiten Forstweg, der ehemaligen Schmalspurbahntrasse. Dadurch, dass der markierte Wanderweg auf der anderen Bachseite entlangläuft, ist die Anzahl der ohnehin wenigen Wanderer auch noch halbiert Haltepunkt_Gossdorf-Raubschloss_kleinund man ist meistens alleine unterwegs. Super lustig finde ich nach 700 Metern immer wieder das Schild des ehemaligen Bahnhofs auf der rechten Wegseite. Es ist vor ein paar Jahren vom Verein Schwarzbachbahn (www.schwarzbachbahn.de) wieder aufgestellt worden. Wenn man sich die Geländeform ein wenig gründlicher ansieht, dann kann man gut erkennen, dass die Stelle erweitert wurde und sich hier anscheinend ein Ausweichgleis befunden hat. Da die eigentliche Schmalspurbahnstrecke nur einspurig gewesen ist, mussten an mehreren Stellen Möglichkeiten für den Begegnungsverkehr geschaffen werden. Gleich hinter dieser Stelle kann man auch heute noch sehr gut erkennen, dass nicht nur Tunnel gebaut werden mussten, sondern auch so einige Felseinschnitte notwendig waren. Kurz darauf stößt von links der bekannte Wanderweg wieder zu unserem Weg dazu und man wandert auf der Markierung gelber Strich gelber Strich weiter. Nach schon sehr wenigen Metern (ca. 100 Metern) wird die Bahntrasse verlassen und man folgt dem markierten Wanderweg. Würde man der Bahntrasse folgen, dann würde es schon bald durch den nächsten Tunnel und über ein Viadukt weiter gehen. Da es aber über den Gratweg (welcher genau oberhalb des Tunnels verläuft) nach Goßdorf hinauf gehen soll, folgt man dem Wanderweg am Schwarzbach entlang. Schon bald entdeckt man auf der rechten Wegseite eine Brücke, die aus einem einzigen Sandstein-Klotz besteht und den Aufstieg zum Goßdorfer Raubschloss. Hier beginnt das anstrengendste Teilstück der Wanderung. ueberdachter_Rastplatz_Gossdorfer_Raubschloss_kleinInnerhalb von wenigen Metern müssen 45 Höhenmeter überwunden werden. Dann erreicht man die Ruine des Goßdorfer Raubschlosses. Um ganz ehrlich zu sein: es ist kein historisches Gemäuer, das man hier oben entdeckt, Gebaeude_Gossdorfer_Raubschloss_kleinaber das muss man den mitwandernden Kindern ja nicht verraten und einfach mal mitspinnen, wie man wohl hier früher gehaust hat. An dem überdachten Sitzplatz hängen einige Tafel, die über die Geschichte, die Schatzgräber am Goßdorfer Raubschloss, den Sterndeuter am Goßdorfer Raubschloss und die Sage vom Raubschloss berichten.

Die Wanderung geht auf der gegenüberliegenden Seite, also bei dem kleinen Kuppelbau, wieder von dem Gratweg_Gossdorf_kleinHügel herunter. Eigentlich sind es nur ganz wenige Höhenmeter und dann beginnt der Goßdorfer Gratweg. Dieser Pfad ist schon etwas Besonderes, da es links und rechts doch recht steil bergab geht. Es hat zwar noch lange nichts mit einem Gratweg in den Alpen zu tun, aber für die Sächsische Schweiz ist es schon eine markante Stelle. unscheinbarer_Hankehuebel_kleinDer Weg steigt schon ganz gut an und erst nach ¼ Kilometer ist der anstrengende Aufstieg gemeistert. Der Weg wird breiter und führt immer weiter aufwärts in Richtung Goßdorf. Nachdem man ein paar Meter (höchstens ½ Kilometer) aus dem Wald gekommen ist, Aussicht_Hankehuebel_kleinsieht man auf der linken Wegseite einen unscheinbaren Hügel. Es handelt es sich um den Hankehübel, der super einfach bestiegen werden kann. Die Panoramaaussicht von dort ist für den geringen Aufwand wirklich fantastisch. Man sollte sie unbedingt mitnehmen.

Von der Aussicht geht es den einzigen Weg wieder herunter, um am Ende nach  rechts in Richtung der Ortschaft zu wandern. Nach etwas mehr als 100 Metern überquert man einen Feldweg und wandert dann immer am östlichen Rand von Goßdorf entlang. Auf dem Weg an den Häusern entlang kann man einige bronzefarbene Infotafeln zu den einzelnen Häusern entdecken. Es ist beeindruckend, wie alt manche von den unscheinbaren Häusern sind und schön, dass man mit den Tafeln darüber informiert wird. Kurz bevor man den nördlichen Rand von Goßdorf erreicht hat, stehen auf der rechten Wegseite ein Bauernhof und zwei Häuser. Hinter den Häusern biegt man nach rechts in den Mühlweg ab. Dieser führt auf das Feld hinaus. Auch wenn es nicht so aussieht, aber nach weniger als 100 Metern biegt der Mühlweg nach links ab. Aussicht_neben_Gickelsberg_kleinDieser Feldweg steigt ein leichtes Stückchen an und bald erreicht man auf der rechten Wegseite einen Rastplatz mit sehr schöner Aussicht. Sehr seltsam ist, dass auf dem Wegweiser neben dem Rastplatz kein einziger Pfeil in östliche Richtung (also nach hinten) zeigt. Mindestens ein Pfeil, mit der Aufschrift Briefträgersteig/Schwarzbachtal, müsste in die Richtung zeigen. Genau dahin geht es dann auf dieser Wanderung weiter. Zuerst wandert man auf ein Waldstück zu, biegt aber am Waldrand nach links ab und geht auf einem wunderbar ruhigen Weg immer weiter in Richtung Lohsdorf. Spätestens ab der Aussicht heißt der Feldweg Alte Goßdorfer Straße. Der Weg führt durch ehemaligen Wald, der jetzt wegen der Borkenkäfer gerodet werden musste und ein paar schöne Wiesen bis nach Lohsdorf hinein. sanierter_Wagen_der_Schmalspurbahn_kleinAm Ende des Weges erreicht man die Niederdorfstraße, die wieder mal mit dem gelben Strich gelber Strich markiert ist. Hier geht es nach rechts, bis hinter dem Landgasthof Zum Schwarzbachtal und vor dem Schmalspurbahngelände der markierte Wanderweg abbiegt. Dampfkessel_Schmalspurbahn_kleinDas Vereinsgelände des Schwarzbachbahnvereins erfreut mich immer wieder, da dort Technik zu bestaunen ist, die man heutzutage nur sehr selten sehen kann. Nach ein paar hundert Metern stößt der Wanderweg auf den Schwarzbachtalweg und damit ist dann auch die Runde komplett gewandert.

Aus meiner Sicht ist es eine der schönsten Strecken, die knapp außerhalb des Nationalparks liegt. Hier hat man so ziemlich alles, was eine gute Tour ausmacht: Ruhe, Felsen, Aussichten und ein besonderer Höhepunkt in Form des Goßdorfer Raubschloss.

Download file: GOSSDORFER_GRATWEG_AGZ.GPX


    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Lohsdorf Ehemaliger Bahnhof mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Schwarzbachtal

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.