Große Gans

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,25 h
Entfernung:
ca. 6,00 km
Höhenunterschied:
ca. 197 Meter
beste Reisezeit:
 
Schwierigkeitsgrad:
steiler Aufstieg
festes Schuhwerk
Untergrund:
Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Die Bastei;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Basteiparkplatz - blauer Strich - Gansweg - Schwedenlöcher - Malerweg - Amselsee - Raaber Kessel - Wehlgrund - Kleine Gans - Große Gans - Gansweg - blauer Strich - Basteiparkplatz

Beschreibung:

Auch wenn ich schon wirklich häufig im Bereich der Bastei und der Schwedenlöcher wandern war, kann ich mich nicht erinnern, schon mal auf dem Felsen Große Gans gewesen zu sein. Irgendwie schien uns der Silvestermorgen ein guter Zeitpunkt, dies zu ändern. Zum Glück haben wir uns rechtzeitig auf den Weg gemacht und so haben wir noch einen Parkplatz gleich an der Bastei bekommen. Von dem Parkplatz startet die Wanderung in der Ecke neben dem Hauptparkscheinautomaten gegenüber der Zufahrtsstraße. Nach einem kurzen Stück auf einem unmarkierten Waldweg gelangt man auf den Wanderweg in Richtung Schwedenlöcher. Der Weg ist mit der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich gekennzeichnet und wird nach links gewandert. Nach ein paar wenigen Metern biegt der blau markierte Wanderweg nach rechts auf den Gansweg ab. Weg_durch_die_Schwedenloecher_kleinDamit ist man auf dem direkten Weg in die Schwedenlöcher. Dieser Weg erfolgt durch eine der schönsten Schluchten der Vorderen Sächsischen Schweiz. Man kann wirklich viele unterschiedliche Felsformen und Wegverläufe sehen und der Abstieg ist in keinem Moment langweilig. Der Weg runter durch die Schlucht ist auch viel schöner als der Aufstieg, weil man die Umgebung einfach besser betrachten kann. (Anm. der Ehefrau: Es ist auch nicht so anstrengend! Als Kind hat es mir immer viel Freude gemacht, den Entgegenkommenden mitzuteilen, wie viele Stufen sie noch hinaufzusteigen haben…) Trotzdem sollte man natürlich auf den Weg achten, da die vielen Stufen in keiner Weise einheitlich sind. Der Name Schwedenlöcher stammt aus der Zeit, als sich die Bevölkerung aus Rathewalde im Dreißigjährigen Krieg (1639) hier versteckt hat. Damals war die gesamte Ecke noch bei weitem nicht so gut ausgebaut wie heute und viel besser als Versteck geeignet.

Am Ende des Abstiegs erreicht man den Grünbach, am dem es nach rechts weiter geht. Dieser gut ausgebaute Wanderweg ist nur mit dem Malerwegsymbol gekennzeichnet. Nach ein paar hundert Metern erreicht man den Amselsee. Abgelassener_Amselsee_Rathen_kleinIn der warmen Jahreszeit sind hier sehr häufig Ruderboote anzutreffen. Im Winter wird das Wasser abgelassen und nur ein schmaler Wasserlauf in der Mitte bleibt übrig. Sehr interessant ist, dass gleich an mehreren Stellen Quellwasser aus den Randbereichen austritt und sich einen Weg durch den Schlamm bahnt. Vom oberen Ende des Amselsees bis zum Kassenhäuschen für die Ruderboote ist der Weg auch noch mit dem grünen Strich grüner Strich markiert. Gleich hinter dem Kassenhäuschen steigt ein Pfad in Richtung der Felsen auf. Er ist mit dem schwarzen Pfeil (Zugang Kletterfelsen) markiert und damit in Deutschland für jeden Mitmenschen erlaubt. Der Aufstieg überwindet zwar so einige Höhenmeter, aber irgendwie ist es nicht besonders schlimm. Nach Erreichen des Talkessels zwischen der Kleinen und Großen Gans führen in drei Himmelsrichtungen große Treppenanlagen weiter. Für diese Wanderung ist die Treppe auf der linken Seite der empfohlene Weg. Es geht zwischen dem vordersten Felsen der Kleinen Gans und dem eigentlichen Felsen hindurch und dann auf ziemlich gleichbleibender Höhe weiter. Blick_ueber_den_Amselsee_kleinVon dem Pfad hat man immer wieder einen schönen Ausblick auf die Felsen der Großen Gans, der gegenüber liegenden Lokomotive und der Bastei. In den wärmeren Jahreszeiten trifft man hier auch häufig Kletterer an. Zwischendurch hängt gleich neben dem Pfad ein Brett mit der Inschrift „für Julia die verunglückte“. In dem Brett steckt ein Holzschlitten, der sich zumindest im Winter 2018/19 ordentlich verkeilt hatte. Was mag sich für ein Schicksal hinter dieser Gedenkstätte verbergen? Auf jeden Fall regt es sehr zum Nachdenken an.

Nach einem Bogen um die Kleine Gans sieht man auf einmal die Zuschauerränge der Felsenbühne Rathen. winterlicher_Blick_auf_Felsenbuehne_kleinDas klappt aber nur richtig gut, wenn die Bäume kein Laub tragen, aber dann finden leider auch keine Vorführungen statt. Von dieser Stelle geht es nur noch ganz wenige Meter (höchstens 70 Meter) am Felsfuß entlang, bis vor einem ein großer Felsen (Pavillonwächter) aufragt. Noch vor dem Felsen geht es den Hang hinauf. Anhand der Trampelspuren ist sehr eindeutig zu erkennen, dass man nicht der erste ist, der diesen Weg entdeckt. Für einen Querfeldeinaufstieg geht es relativ einfach und es hat auf jeden Fall nichts mit Klettern zu tun. Nach insgesamt 60 Höhenmetern kommt man zwischen der Aussicht am Pavillonwächter und der Kleinen Gans auf den Zugang zur Kleinen Gans. Bastei_von_Kleiner_Gans_kleinRechts von diesem Punkt befinden sich gleich zwei nette Aussichten rüber zur Felskette der Bastei. Als wir dort herumgewandert sind, waren wir überrascht, wie viele Leute den Weg auf die Kleine Gans gefunden haben. Trotzdem waren es im Vergleich zu den Leuten auf der Basteibrücke nur ein Bruchteil. Sehr schön.

Das nächste Ziel dieser Wanderung soll die Große Gans sein. Dafür muss man von der Aussicht_Pavillonwaechter_kleinKleinen Gans zurück bis zur Aussicht am Pavillonwächter. Hier lohnt es sich auch immer wieder, einen Blick in den Talkessel zwischen den Gänsen und der Bastei zu werfen. Von hier kann man nicht sehen, dass sich unten im Tal ein ganzes Theater versteckt. Nur bei einer Veranstaltung dringen manche Geräusche nach oben. Von der Aussicht kommend geht es einfach geradeaus, bis man den oberen Zugang zu den Schwedenlöchern wieder erreicht hat. Rechts davon befindet sich ein unscheinbarer Weg, der nach wenigen Metern einen dieser Besucherlenkungszäune mit einer Durchgangsmöglichkeit erreicht. Hier geht es auf die Felsen der Großen Gans. 400 Meter hinter Blick_von_Grosser_Gans_kleindem Zaun befindet sich rechts eine Aussicht, von der man auf die Kleine Gans, den Lilienstein, die Ortschaft Rathen und die Elbe schauen kann. Es ist keine Panoramaaussicht, aber trotzdem ein nettes ruhiges Plätzchen. Von hier kann man sehr gut weiter auf der Großen Gans entlang laufen. Irgendwas ist hier aber im Bereich der Gänse mit den Wegmarkierungen schiefgelaufen. Gleich mehrere Markierungen waren schwarz übermalt und ein paar neue hingen an Holzbrettern dran. Das ist für die Sächsische Schweiz vollkommen untypisch und sieht eher nach einem Provisorium aus. Nachdem man an der Stirnseite angelangt ist, befindet sich rechts eine mittelmäßige Aussicht in die Richtung des Liliensteins. Nach links ist der Weg mit einem schwarzen Kreuz versperrt. Das erscheint ein wenig seltsam, weil sich 20 Meter dahinter eine sehr schöne Aussicht rüber auf die Honigsteine und die Lokomotive befindet. Aber praktisch stimmt das Zeichen natürlich, weil dort kein Klettergipfel vorhanden ist.

Von hier geht es wieder zurück über den bekannten Pfad bis zum Einstieg in die Schwedenlöcher. Natürlich wird jetzt nicht noch eine Runde gedreht, sondern geradeaus auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich zurück zum Ausgangspunkt gewandert. Als wir wieder auf dem Parkplatz angekommen waren, haben wir uns gewundert, wie viele Autos und Busse hier herumstanden. Gestaunt haben wir, dass jetzt nur auf der Fläche des Parkplatzes mehr Leute unterwegs waren als wir auf der kompletten Runde getroffen haben. Die Runde ist wirklich schön zu gehen und keine der Standardwanderungen in der Sächsischen Schweiz. Trotzdem ist wirklich alles enthalten was eine schöne Runde ausmacht. Es gibt reichlich Felsen zu bestaunen, es geht auf kleineren Pfaden entlang und gleich mehrere schöne Aussichten sind vorhanden. Dazu kommt, dass die meisten Stellen nicht zu stark überlaufen sind, obwohl man knapp neben der Hauptattraktion der Sächsischen Schweiz unterwegs ist.

Herunterladen

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Bastei mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Bastei
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 5,50 €

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.