Silberquelle

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 11,50 km
Höhenunterschied:
ca. 430 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
steiler Aufstieg
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
Leiter
empfohlene Karten:
Festung Königstein und die Tafelberge;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Königstein - Bielatalstraße - Bornberg - Einsiedler - Heideweg - gelber Punkt - Schöne Aussicht - Kurort Gohrisch - Pladerbergstraße - Sandweg - Grenzstein-Lapidarium - Pfaffendorfer Straße - gelber Punkt - Alter Schulweg - Pfaffendorf - Pfaffensteinweg - grüner Punkt - Pfaffenstein - Nadelöhr - Barbarine - grüner Punkt - Kirchleitenweg - Trekkingpfad - Kirchleitenstraße - S171 - Silberquelle - Königsstein - Königsbrunn - Papierfabrik - Bielatalstraße - Hütten - Kleiner Weg - Bielatalstraße

Beschreibung:

Diese Runde ist entstanden, weil wir uns zwei unterschiedliche Stellen im Bereich des unteren Bielatals ansehen wollten. Die eine Stelle (Bornberg) hatten wir im Buch “Felsenwege”, Band 1, von Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de) gefunden und dann waren uns auf der Karte “Festung Königstein und Tafelberge” von Rolf Böhm (www.boehmwanderkarten.de) ein paar uralte Jahreszahlen knapp oberhalb der Papierfabrik aufgefallen. Alles sah sehr interessant aus und so haben wir uns auf den Weg gemacht.

Als ganz hervorragende Startposition bietet sich die Bielatalstraße in Königstein an. Hier darf man tatsächlich noch kostenlos parken (zumindest ab der Zufahrt nach Pfaffendorf) und dazu gibt es immer ein paar freie Parkplätze. Wir haben unser Auto an der Reichelsmühle (Fenster- und Türenbau TL Tischler) abgestellt, aber man kann so ziemlich überall am Randstreifen parken. Kellergewoelbe_Bielatalstrasse_kleinVon dort geht es erstmal dem Bachlauf der Biela hinterher, bis man die Zufahrt nach Pfaffendorf erreicht. schoener_Platz_Bielatalstrasse_Koenigstein_kleinHier befindet sich der einzige kostenpflichtige Parkplatz. Bis zum Elbehochwasser 2002 standen hier mehrere Häuser, die aber nach dem Hochwasser nicht mehr zu retten waren und so ist der Parkplatz und im unteren Teil ein netter Brunnen/Wasserfall entstanden. Ich habe hier schon mehrmals Radfahrer gesehen, die ihre Füße erfrischt haben und Kinder lieben so einen feuchten Platz auch immer.

Gleich an der Wand, an der der Wasserfall runterrieselt, befindet sich in Richtung der Straße nach Pfaffendorf eine unübersehbare Treppe. Diese geht es jetzt hinauf. Schon nach wenigen Metern Aufstieg sollte man sich kurz umdrehen und die Aussicht auf die Stadt genießen. Es wird in kurzer Zeit ein weiterer Ausblick auf die Stadt kommen, aber so hat man wenigstens eine Ausrede, um einen Stopp einzulegen. Die Treppe steigt weiter in Richtung des Ortsteils Einsiedler bzw. dann der Ortschaft Pfaffendorf aufwärts. Der Aufstieg heißt Bornberg und passiert ein paar Schrebergärten. Nach nur ¼ Kilometer, aber dafür 85 Höhenmetern erreicht man die Fahrstraße hoch nach Pfaffendorf. Auf der Straße muss man leider für den nächsten ¼ Kilometer aufwärts wandern, bis nach links ein unscheinbarer Weg abbiegt. Es handelt sich um den Heideweg, der eher so aussieht, als ob er nur die Zufahrt zu ein paar Wochenendhäusern ist, aber praktisch kann man auf ihm relativ angenehm weiter aufsteigen, um dann nach 400 Metern die Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt zu erreichen. Schoene_Aussicht_Koenigstein_kleinAuf dieser wandert man nach links, auf ziemlich gleichbleibender Höhe, weiter. Schon bald erreicht man eine Aussicht mit dem praktischen Namen „Schöne Aussicht“. Besonders kreativ war der Namensgeber hier nicht, aber es ist tatsächlich ein nettes Plätzchen mit einem guten Überblick über die Stadt und rüber zur Festung Königstein. Eine Tafel erklärt, dass die Aussicht schon 1840 von den Kurgästen aus Bad Königsbrunn (heutiger Ortsteil Hütten) genutzt wurde. So kann man auch heute noch einige Inschriften an den Felsen unterhalb der Aussicht mit passenden Jahreszahlen entdecken.

Ab der Aussicht schlägt die gelbe Wanderwegmarkierung die östliche Richtung ein. Grenzstein_Lapidarium_Gohrisch_kleinDie Wanderung führt bis hinter den Ortsrand von Gohrisch, um dann nach rechts in den Sandweg abzubiegen. Schon nach wenigen Metern befindet sich auf der linken Wegseite das Grenzstein-Lapidarium. Es ist schon ganz schön verwunderlich, wie viele unterschiedliche Grenzsteine es hier gibt, und interessant zu sehen, wie sie sich über die Jahrhunderte verändert haben.

Der Sandweg endet auf der Pfaffendorfer Straße, die nach rechts entlang gewandert wird. Man passiert den Margaretenhof, eine seltsame gelbe Kiste namens Stoppomat (nur für Radfahrer interessant www.stoppomat.de) und eine Ruine (Anfang 2018) mit einem riesigen Garten. Zumindest in dem Garten hatte aber schon jemand fleißig aufgeräumt. Gleich an diesem Grundstück stößt der Malerweg mit auf die Straße und biegt dann aber auch schon kurz dahinter wieder rechts ab. Dieser Wanderwegmarkierung folgt man nach rechts über den Schulweg (welche Schüler würden heutzutage wohl über so einen Weg zur Schule gehen?). Schon bald wird das besiedelte Gebiet verlassen und man wandert in einem Bogen nach Pfaffendorf. Der Malerweg führt einmal quer durch die Ortschaft und dann hoch auf den Pfaffenstein. Der nördliche Aufstieg auf den Felsen führt über eine kurze aber heftige Treppenanlage bis auf die Hochebene. Zwischendurch wird eine Stelle mit dem berechtigten Namen Nadelöhr passiert, durch die aber jeder Mensch durchpasst, nur ein Trekkingrucksack oder eine Babykraxe auf dem Rücken macht Probleme. Gang_zur_Barbarine_Pfaffenstein_kleinEs ist wie bei allen Tafelbergen der linken Elbeseite verwunderlich, wie groß die Ebene auf dem Felsen ist. Auf dem Pfaffenstein kann man erstmal ein ganzes Stück in südliche Richtung wandern, bis man in der Mitte auf den Aussichtsturm und die Gaststätte trifft. Barbarine_am_Pfaffenstein_kleinSchön, dass hier oben noch ein Gastwirt die Stellung hält. Man sollte aber unbedingt noch weiter bis ans südliche Ende des Pfaffensteins wandern, da der Weg dorthin schon was Besonderes ist (solange man keine Klaustrophobie hat, ist es auch kein Problem) und die freistehende Barbarine ist auch eine Sehenswürdigkeit.

Für die weitere Wanderung muss man aber wieder bis in die Mitte des Pfaffensteins zurück gehen, um dann nach links auf der Malerwegmarkierung abzusteigen. Spätestens ab dem Felsfuß geht es besser auf der grünen Wanderwegmarkierung grüner Punkt weiter. Nach ziemlich genau einem Kilometer erreicht man einen gut ausgebauten Forstweg mit dem Namen Kirchleitenstraße. Ausgeschildert ist dort Königstein mit 1 ¼ Stunden. Auf diesem Weg geht es nach rechts weiter, etwas mehr als 300 Meter, um dann nach links an der ersten Möglichkeit abzubiegen. Der Untergrund dieses Weges ist, zumindest Anfang 2018, ein dichtes Gras gewesen, was schön aussieht, aber auch die Gefahr der kleinen Plagegeister Zecken mit sich bringt. Nach 200 Metern Abstieg erreicht man eine Kreuzung, die einfach nur überquert wird. An dieser Kreuzung kann man für die Sächsische Schweiz untypische Wegmarkierungen entdecken. Es sind einfache gelbe Striche an den Bäumen. Dabei handelt es sich um die unscheinbaren Wegmarkierungen des Forststeigs. Geradeaus den Hang hinunter ist der Forststeig auch markiert und nach wieder 200 Metern biegt im rechten Winkel ein Waldweg den Hang hinab. Aber Achtung, diesen Waldweg geht es nicht hinunter, sondern hier zweigt ein äußerst unscheinbarer Pfad runter ins Tal ab. Wären die Forststeigmarkierungen besser sichtbar, dann würde man den Pfad nicht so einfach übersehen. Hier geht es leicht abfallend runter ins Tal des Cunnersdorfer Bachs.

Die Wanderung erreicht die Fahrstraße genau an der Stelle, an der der Cunnersdorfer Bach in die Biela fließt. Die Straße an der Biela wird einfach nur überquert und auf der gegenüberliegenden Straßenseite führt ein Waldweg (Zwieselweg) den Hang hinauf. Für diese Wanderung benützt man aber nur die Brücke des Waldweges über die Biela und dann geht es gleich am Bachrand entlang. Der Pfad zwischen Hang und Bachlauf ist zwar breit, aber trotzdem ziemlich unsichtbar. Wenn das Wetter in den Tagen vor der Wanderung etwas feuchter gewesen ist, dann kann man hier die Silberquelle_Bielatal_kleinQualität der Wanderschuhe auf Wasserdichtheit testen oder man umgeht die feuchtesten Stellen. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man die Silberquelle und eine Vielzahl an Inschriften. Wie schon an der Schönen Aussicht sind diese Inschriften aus der Zeit von 1851 – 1861 und stammen von den Kurgästen in Bad Königsbrunn. Die Silberquelle kann man sehr gut finden, da sie mit einem Schild beschriftet und wunderbar eingefasst ist. Besonders schön sieht es aus, wie das Quellwasser am Grünzeug herunter perlt.

Die Wanderung führt weiterhin an der linken Seite des Bachlaufs entlang, bis man am ehemaligen Bad Königsbrunn und dem heutigen Königsteiner Ortsteil Hütten ankommt. Nachdem man die erste Garage passiert hat, fällt auf der linken Seite eine Quelle mit einem gigantischen Edelstahlrohr auf. Quelle_Julius_Putzar_Huetten_kleinDas Interessantere ist aber der Gedenkstein, der gleich darüber an Dr. Med. Julius Putzar erinnert. Gedenkstein_Huetten-Koenigsbrunn_Julius_Putzar_kleinDer vollständige Text auf dem Gedenkstein lautet “Diese Quelle fasste im Jahre 1846 Dr. Med. Julius Putzar; Begründer der Heilanstalt Königsbrunn”. Irgendwie ist es heutzutage schwer zu verstehen, was denn hier oben am Ortsausgang von Königstein eine Heilanstalt macht. Heute ist das einzige Auffällige die riesige Papierfabrik, aber dass hier Kurgäste gewesen sind, ist höchstens Insidern bewusst.

Das letzte Teilstück der Wanderung führt jetzt an der Straße das Bielatal hinunter. Als Erstes fällt das frisch sanierte große Haus auf der linken Straßenseite auf. Im Aufgang zu dem Haus hängt eine Inschrift, die überraschenderweise in Englisch ist: “Blessed shalt thou be when thou comest in, and blessed shalt thou be when thou goest out; Deut XXVIII_VI”. Wenn wir es richtig verstanden haben, dann ist es ein Bibelvers und soll ungefähr folgendes heißen: Gesegnet wirst du sein bei deinem Eingang und gesegnet bei deinem Ausgang; 5. Buch Mose Kapitel 28 Vers 6.

Gleich gegenüber von dem Gebäude beginnt die Königsteiner Papierfabrik. Der Name ist zwar richtig, aber eigentlich denkt man eher an Zeitungs- oder Buchpapier. Dafür bräuchte man aber nicht die riesige Anzahl an Kameras. Der wahre Grund dafür ist, dass hier das Papier mit den vielen Sicherheitsfunktionen für z.B. Banknoten hergestellt werden. Es sind nicht die einzelnen Banknoten, sondern das noch unbedruckte Papier, was aber bei bösen Buben ganz bestimmt auch schon interessant sein dürfte. Kurz hinter dem letzten Gebäude der Papierfabrik auf der rechten Straßenseite zweigt eine Anwohnerstraße mit dem Namen „Kleiner Weg“ ab. Damit die Wanderung nicht die ganze Zeit auf der doch relativ langweiligen Bielatalstraße entlang geht, empfiehlt sich dieser Minischlenker. Nach ein paar hundert Metern führt eine kleine Brücke wieder zurück über die Biela und damit sollte man ziemlich genau wieder am Startpunkt der Wanderung herauskommen.

Diese Runde ist nichts wirklich Spektakuläres, aber immerhin sind ein paar nette Aussichten enthalten und man kann unbekannte Stellen entdecken, die den meisten Besuchern der Sächsischen Schweiz nie auffallen werden.

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