Quacke

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Karte:
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Dauer:
ca. 2,25 h
Entfernung:
ca. 6,50 km
Höhenunterschied:
ca. 226 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Festung Königstein und die Tafelberge;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
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Kurzbeschreibung:

Königstein - Bielatal - Eselsweg - blauer Strich - Kletterpark - Parkhaus Festung Königstein - Straße Am Königstein - Christianstraße - Patrouillenweg - Busparkplatz - blauer Strich - Friedhof - 1813/63/65 - Felsennest - Quacke - Hasenweg - Königstein - Hütte - Bielatal

Beschreibung:

Diese Wanderung ist dadurch entstanden, dass ich mal wieder beim Stiegenbuchverlag (www.stiegenbuchverlag.de) eingekauft habe und dort im neuen Buch “Felsenwege Band 1” den seltsamen Ausdruck “Quacke” entdeckt habe. Das musste doch gleich mal in der Natur erkundet werden. Dass dabei eine so nette Wanderung, sogar mit einer uns noch unbekannten Stelle, herauskam, war eine angenehme Überraschung.

Der beste Startpunkt für diese Runde ist der obere Teil der Bielatalstraße in Königstein. Noch darf man dort kostenlos parken und es stehen immer reichlich Parkplätze am Straßenrand zur Verfügung. Sehr gut ist der Parkstreifen oberhalb der Reichelsmühle (Firmenschild TL Tischler GmbH) geeignet, Ruine_an_der_Bielatalstrasse_Koenigstein_kleinaber auch der Bereich der Ruinen ein paar hundert Meter oberhalb in Richtung Bielatal. Knapp hinter den Ruinen (ehemals Gaststätte zum Bielatal) beginnt auf der rechten Straßenseite der Aufstieg in Richtung Festung Königstein. Der Weg heißt Eselsweg und führt mit einer angenehmen Steigung aufwärts. Die ersten paar Meter Aufstieg gehen an einem sehr nett aussehenden Haus und einem riesigen Garten vorbei. Die Dimension des Gartens hat nichts mehr mit den heutigen handtuchartigen Gärten zu tun und verdient eigentlich schon die Bezeichnung Park. seltsame_Trinkwasserbehaelter_Eselsweg_kleinNach ein paar hundert Metern stößt die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich zum Aufstieg und zwei seltsame Trinkwasserbehälter stehen neben dem Weg. Außerdem kann man neben dem Weg immer wieder rote Rohre, die aus dem Boden ragen, entdecken. Dabei handelt es sich um Messstellen für das stillgelegte Uranbergwerk. Heutzutage werden die unterirdischen Gänge von Leupoldishain aus mit Wasser geflutet. Nachdem man etwas mehr als einen Kilometer aufgestiegen ist, verlässt der blau markierte Wanderweg den gut ausgebauten Forstweg nach rechts und man erreicht bald den Klettergarten an der Festung Königstein. Wenn man die Wanderung in der laublosen Zeit unternimmt, dann ist es einfach, die vielen unterschiedlichen und auch spektakulären Kletterpartien zu erkennen. 

Die Wanderung geht weiter nach rechts in die Richtung der Festung. Nur die ersten paar hundert Meter erfolgen an der Fahrstraße und dann auf der linken Seite ein wenig abseits der Straße weiter nach oben. Der Weguntergrund ist nicht so ganz für Stöckelschuhe geeignet, aber die meisten Wanderer sind auch mit ordentlichem Schuhwerk unterwegs. Genau an der ersten Ecke der Festungsmauer wird die blaue Wanderwegmarkierung verlassen und man wandert nach links an der Mauer entlang. Blick_von_Patrouillenweg_aufwaerts_kleinWir finden, aus dieser Perspektive wirkt die Festung noch viel imposanter als wenn man von oben herunter blickt. Die Wanderung erfolgt auf dem Patrouillenweg rund um die Festung. Gleich zum Anfang weist ein Schild auf die ursprüngliche Aufgabe als Patrouillenweg und zur Baukontrolle hin. Der Weg ist nicht gleich seit dem Bau der Burg vorhanden gewesen, sondern erst 1805 eingerichtet worden. Ebene_der_unteren_Befestigung_kleinSehr interessant ist, dass man zuerst an ziemlich hohen Mauern der Niederen Werke bzw. der Pfeilschanze entlang wandert und dann auf einmal eine Ecke mit ein paar wenigen Stufen auftaucht, Zugang_zur_Pfeilschanze_kleinmit denen man auf die Ebene der unteren Befestigungen gehen kann. Das ist früher bestimmt nicht so gewesen, aber heutzutage eine sehr schöne Stelle, da die großen Besuchermassen immer nur auf die Festung steigen, aber hier unten nur ganz wenige Besucher herumspazieren.

Der Patrouillenweg führt sehr angenehm um die gesamte Festung herum und Blick_zum_Lilienstein_kleinziemlich an der nord-östlichen Spitze befindet sich auch eine sehr schöne Aussicht auf die Elbe und den gegenüber liegenden Lilienstein. An mehreren Stellen findet man auch Nischen, noerdliche_Felswaende_kleindie vermutlich als Aufenthaltsplatz für streifelaufende Soldaten gedient haben. Im Gegensatz zur nördlichen Seite, wo sehr viele Stellen mit gemauerten Plomben ausgefüllt sind, sind auf der südlichen Seite ziemlich viele Felsspalten und Kamine zu entdecken. Genau diesen Umstand hat sich ein Schornsteinfeger im Jahre 1848 zu Nutze gemacht. Abratzky-Kamin_kleinDie Festung soll nie eingenommen worden sein, aber Johann Friedrich Sebastian Abratzky soll es geschafft haben, hier hoch zu klettern. Das ist zwar immer noch kein Einnehmen, aber immerhin ein Besteigen der für sicher gehaltenen Festung. Oben wurde der Kletterer aber von der Wache in Empfang genommen und erst mal eingesperrt. Heutzutage hat man anscheinend zu große Angst vor einer Einnahme der Festung und deshalb steht am Patrouillenweg ein Hinweisschild, dass das Übersteigen der Festungsmauer verboten ist, videoüberwacht und zur Anzeige gebracht wird. Gut, dass das Schild nicht schon vor zweihundert Jahren dort gestanden hat.

Der Bogen auf dem Patrouillenweg endet auf dem Parkplatz am Fuße der Festung (nur für Busse, Angestellte und Behinderte). Unterhalb der linken (südlichen) Seite des Parkplatzes verläuft der blau markierte Wanderweg blauer Strich , auf dem es ein Stück abwärts geht. Schon nach wenigen Metern biegt die erste Möglichkeit nach rechts im spitzen Winkel ab. Festungsfriedhof_kleinHier wird die blaue Wanderwegmarkierung wieder verlassen und es geht auf dem gut ausgebauten Waldweg fast ohne Höhenmeter weiter. Nach 400 Metern biegt nach links die erste Möglichkeit ab und man erreicht nach ganz wenigen Metern eine seltsame Stelle. einziges_Gebaeude_auf_Festungsfriedhof_kleinEs handelt sich um den alten Festungsfriedhof, der vollkommen in Vergessenheit geraten ist. Heutzutage sieht man nur noch die eigentliche Umrandung des Geländes, ein paar eingestürzte Gruften und eine Ruine mit Keller. Die eigentlichen Grabsteine stehen oben in der Festung (am Geschossmagazin), aber hier unten kann man nur noch rätseln, was man entdeckt hat.

Die Wanderung geht auf dem Waldweg an der Seite des Friedhofs weiter. Zuerst steigt der Weg noch ein kleines bisschen an, um dann aber auf einem gut sichtbaren Pfad abzusteigen. Auf der linken Wegseite befindet sich eine Inschrift mit den Jahreszahlen 1813, 1863 und 1865. Außerdem noch die Buchstaben TV und das Datum 11. November. Was auch immer die komplette Inschrift bedeutet, weiß ich leider nicht, aber immerhin weiß ich, dass am 11. November 1813 die Festungsstadt Dresden in der Völkerschlacht kapitulierte.

Der Weg führt über ein paar Stufen abwärts, bis man einen gut sichtbaren Pfad erreicht. Felsennest_kleinAuf ihm geht es nach links weiter. Nach etwas weniger als 200 Metern sieht man links am Felsfuß einen Eingang in die Felswand. Die Stelle ist im Buch “Felsenwege Band 1” mit dem Ausdruck “Felsennest” beschrieben und das stimmt perfekt. An den Felswänden sind so einige künstliche Tritte und Inschriften zu entdecken. Anscheinend wird diese Stelle auch ganz gerne zum Übernachten genutzt.

Die Wanderung geht wieder auf den Pfad zurück und noch ein paar hundert Meter nach links (von oben gesehen) weiter. Quacke_mit_Stufen_kleinDann fällt eine große Felsmurmel auf der linken Wegseite auf. Diese Murmeln werden in Sachsen von den Kletterern Quacken genannt und da sie häufig als offizielle Klettergipfel anerkannt werden, können sie auch schon mal höher als 10 Meter sein. In diesem Fall ist die Quacke nicht so wirklich schwierig zu besteigen, da sie sogar Trittstufen hat. Inschrift_an_Quacke_1888_kleinAußerdem ist die Jahreszahl 1888 hineingemeißelt. Knapp unterhalb von dieser Murmel liegt noch eine weitere, die aber nicht ganz so groß ist. Die Wanderung führt weiter abwärts und stößt bald auf die gelbe Wanderwegmarkierung gelber Strich und den Hasenweg. Eine kleine Erklärung für diesen Namen kann man auf der linken Seite in der Form eines verwitterten Schildes erkennen. Die Farbe ist vollkommen von dem Schild ab, aber trotzdem kann man den Hinweis auf die Palmschänke und die Festung lesen und dann, dass der Königsteiner Kaninchenzüchterverein den Weg angelegt hat. Daher also der Name. 

Die Wanderung folgt der gelben Wanderwegmarkierung nach links den Hang weiter abwärts, bis man die Fahrstraße im Bielatal erreicht hat. Die letzten Meter bis zum Ausgangspunkt erfolgen nach rechts (also bachaufwärts). Damit ist eine nette, kleine Wanderung zu Ende gegangen. Sehr überraschend fanden wir den Friedhof der Festung und den Ausdruck Quacke. Obwohl wir wirklich sehr viel in der Sächsischen Schweiz herumwandern, war die Stelle unterhalb der Festung schon wieder etwas Neues für uns. Es ist immer wieder schön, die Bücher von Axel Mothes durchzustöbern und dann so einfach solche Punkte wie z.B. das Felsennest zu entdecken.

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