Kamnitztaler Terrassenweg

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Karte:
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Dauer:
ca. 3,00 h
Entfernung:
ca. 11,00 km
Höhenunterschied:
ca. 169 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
steiler Aufstieg
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Böhmische Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Hřensko (Herrnskretschen) - Edmundova soutěska (Edmundsklamm) - gelber Strich - Bootsstation - zurück - Kamnitztaler Terrassenweg - Fährgründel - gelber Strich - Mlýnská cesta (Mühlweg) - Dlouhá Bělá (Lange Biele) - Hřensko (Herrnskretschen)

Kamnitztaler Terrassenweg

Zuerst das Wichtigste, damit nicht wieder jemand protestiert, weil er von einem Nationalparkranger zurückgeschickt worden ist: Die Wanderung führt auf einem unmarkierten Pfad durch die Tschechische Kernzone. Wer das also nicht riskieren möchte, der braucht diese Wanderung nicht weiter zu lesen. Ich selber habe die Wanderung im tiefen Winter durchgeführt und dabei ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Ranger zu treffen minimal. Auf die Idee zu dieser Wanderung bin ich durch das Buch “Stille Wege Band 3 (Böhmische Schweiz)” aus dem Stiegenbuchverlag (www.stiegenbuchverlag.de) gekommen. Dort wird der Pfad an der Kamnitz nur kurz beschrieben, aber das hörte sich schon so interessant an, dass ich es ausprobieren musste.

Der Startpunkt für diese Runde liegt am oberen Ende von Hřensko (Herrnskretschen) Wasserfall_Parkplatz_Hrensko_kleinan dem großen Parkplatz, der netterweise im Winter seit ein paar Jahren kostenlos ist. Von hier geht es ein paar Meter die Straße abwärts, bis nach links die Edmundova soutěska (Edmundsklamm) beginnt. Im Winter ist hier vollkommene Ruhe, da die Kahnfahrten nur zwischen Ostern und Ende Oktober stattfinden. neuer_Aussichtspunkt_kleinEs gibt auch fast keine Alternative neben der Bootsfahrt und so ist der Weg mit der gelben Markierung gelber Strich eine Sackgasse. Trotzdem ist es auch als Sackgasse ein interessantes Tal und eine Hin- und Herwanderung bis zur untersten Bootsstation lohnt sich schon. Bruecke_Edmundsklamm_kleinFür diese Wanderung überquert man nach 300 Metern den Bachlauf und schon nach weiteren 200 Metern erreicht man die einzige größere Ausbuchtung im Weg. Von unten kommend ist nach links ein relativ flacher Hang zu sehen, den man einigermaßen einfach hochkrabbeln kann. Kamnitz_kleinAuf einer Strecke von 90 Metern wird ein Höhenunterschied von 40 Metern überwunden. Das klappt nur an dieser Stelle, da keinerlei Felsen im Weg stehen. Aufstieg_Terrassenweg_kleinNoch bevor man ganz oben angekommen ist, sieht man rechts einen größeren Felsen, an dem der Kamnitztaler Terrassenweg beginnt. Sehr seltsam ist, dass der Pfad nur in uralten Karten von 1906 und 1912 eingezeichnet ist, aber in keiner einzigen neuen, obwohl er in der Realität gut zu erkennen ist. Kamnitzer_Terrassenweg_kleinVielleicht ist er mal zwischendurch etwas verschwunden, wenn man sich aber bewusst ist, dass es immer auf gleichbleibender Höhe am Hang entlang geht, dann findet man ihn schon ganz gut. Gleich an mehreren Stellen sind deutliche Spuren von Boofen zu erkennen. An zwei Stellen war im Winter 2018/19 der Pfad durch umgestürzte Buchen versperrt, sodass eine Miniklettereinlage durch das Astgewirr notwendig war. Aber zum Glück sind Buchen keine garstigen Bäume mit Nadeln oder Dornen und so ist es für den weiteren Weg kein ernstzunehmendes Hindernis.

Auch wenn es immer mal wieder so aussieht, als würde der Pfad an einem Felseneinschnitt aufhören, kommt man immer wieder weiter. Zwischendurch sind sogar schwarze Pfeile als Zugang zu Kletterfelsen an die Bäume gemalt und mindestens an einer Stelle sind Stufen in eine Felsmurmel gehauen worden. Nach ziemlich genau einem Kilometer Aussicht_auf_Kamnitz_Staustufe_kleinhat man auf einmal eine gute Aussicht runter auf die Staustufe der Edmundsklamm. Amselbadewanne_kleinEin paar hundert Meter hinter dieser Aussicht, musste ich schmunzeln, da eine Amsel in einer Minipfütze in einem verwachsenen Baum saß und ein Bad nahm. Irgendwie sah das schon ganz schön komisch aus und besonders wo unten im Tal ein großer Bach bestimmt besser zum Baden geeignet ist. Aber hier hatte sie ihre eigene kleine Badewanne.

Kurz bevor man das Fährgründel erreicht hat, führt der Pfad an einer sehr steilen Stelle vorbei. Da ich alleine unterwegs war und der Untergrund nicht so richtig vertrauenswürdig aussah, habe ich mich hier nicht weiter getraut und bin ein paar Meter zurück gewandert und dann um den Felsen herumgegangen. Faehrgruendel_kleinDas klappte hervorragend und ich bin dann im Fährgründel gelandet. Natürlich bin ich dann erstmal noch bis zur Felskante gegangen und musste feststellen, dass man bis ganz nah an die schmale Stelle kommen kann. Da ich mal wieder nicht dran gedacht hatte, dass es im Winter doch sehr früh dunkel wird, habe ich mich zügig auf den Weg hoch durch das Fährgründel gemacht. Auch wenn so einige Bäume kreuz und quer auf dem Waldweg liegen, kommt man ganz gut aufwärts.

Nach insgesamt 800 Metern biegt im spitzen Winkel nach rechts ein deutlich sichtbarer, mit Gras bewachsener Waldweg ab. Praktisch gesehen ist es auch der erste Waldweg auf der rechen Seite. Auf ihm wandert man etwas weniger als 200 Meter und dann erreicht man eine Schranke und die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich. Dieser Wanderweg führt nach links den Hang hinunter. Sehr unterhaltsam ist, dass an diesem Waldweg extra die Fahrradfahrer gewarnt werden, dass es abwärts geht und man durch Querrillen vom Fahrrad fallen kann. Sehr schön, dass man sich im Tschechischen so hervorragend um die Fahrradfahrer kümmert. Nach einem Kilometer Abstieg erreicht man das Tal der Dlouhá Bělá (Lange Biele), das man jetzt nach links bis zum Ausgangspunkt hinunter wandert.

Mich hat der so gut versteckte Kamnitztaler Terrassenweg mit dem anschließenden Fährgründel wirklich überrascht. Es war eine wunderbar ruhige Wanderung mit einem ganz neuen Weg, der seltsamerweise von allen anderen verschwiegen wird.

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    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit S-Bahn bis zur Haltestelle Schöna mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Edmundsklamm
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,50 €

Weberstube

In dem Buch Felsenwege Band 1 aus dem Stiegenbuchverlag (www.stiegenbuchverlag.de) ist ein Grund namens Sandgraben beschrieben. In diesem Grund soll sich eine Boofe namens Weberstube  mit einigen uralten Jahreszahlen befinden. Da lockt doch gleich mal eine Runde zum Erkunden. spielende_Kinder_kleinAls Startpunkt habe ich dazu den Parkplatz vor dem Aussichtsturm von Janov (Jonsdorf) gewählt. Von dieser Stelle geht es erstmal bis zur Durchgangsstraße zurück. An der schicken kleinen Kapelle für Johannes den Täufer biegt man nach rechts ab und wandert ein paar wenige Meter auf der Straße entlang. An der dritten Straße nach rechts biegt die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich ab. Diese Straße, ungewöhnlicherweise haben die Straßen in Tschechien nur den Ort als Namen, führt fast schnurgerade immer weiter in Richtung Hřensko (Herrnskretschen). Dabei passiert man einige sehr schicke Häuser Bunker_bei_Jonsdorf_kleinund wenn man aus der Ortschaft herauskommt auch zwei Bunker der Schöberlinie. Diese Bunker stehen wie an einer Perlenkette aufgefädelt im Wald und sollten die Tschechoslowakei gegen einen Angriff aus Deutschland schützen. Durch ihre massive Bauart werden sie wohl noch viele Jahrhunderte hier im Wald stehen bleiben und die Natur wird sich schwer daran tun, den Platz zurückzuerobern.

Erst nach zwei Kilometern geht es ernstzunehmend abwärts. Der Wanderweg ist immer noch mit dem grünen Aussicht_auf_Herrnskretschen_kleinStrich markiert und zwischendurch passiert man eine lohnenswerte Aussicht ins Tal der Kamenice (Kamnitz) und auf den östlichen Teil von Hřensko (Herrnskretschen). Gleich an der Aussicht startet der eigentliche Abstieg über einige Serpentinen bis auf die Zufahrtsstraße von Janov (Jonsdorf). Gleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite geht die Wanderung weiter. Hier passiert man einen alten Kapelle__Friedhof_bei_Herrnskretschen_kleinFriedhof, auf dem viele Grabsteine deutsche Inschriften haben. Das Auffälligste ist die kleine Kapelle am oberen Ende des Friedhofs. Sehr schön ist, dass in den letzten Jahren solche Stellen wieder gepflegt werden. Die Wanderung steigt nach rechts den Hang weiter hinunter. Durch sein Pflaster, die massive Mauer und die seltsamen Kratzspuren am Felsen kann man dem Weg sehr gut ansehen, dass er schon uralt ist. Wenn man ein paar Meter abwärts wandert, entdeckt man auf der linken Felswand die Jahreszahl 1846. Fabrik_fuer_Acetylen_kleinDie Strecke nach unten ist relativ kurz und schon bald erblickt man das aufregendste Haus der gesamten Sächsischen-Böhmischen-Schweiz. Die ehemalige Fabrik für Acetylen ist 1905 gebaut worden und beherbergt heutzutage eine Gaststätte. Wirklich verwunderlich ist, dass das Gebäude nicht am laufenden Bande in irgendwelchen Filmen auftaucht.

Am unteren Ende des Geländes erreicht man den Trubel von Hřensko (Herrnskretschen). Hier empfiehlt es sich, eine der Fußgängerbrücken über den Bach zu nehmen und nach rechts den Bachlauf aufwärts zu wandern. Nach ½ Kilometer verlässt die Hauptfahrstraße nach links den Bachlauf und man wandert geradeaus in das Tal der Kamenice (Kamnitz) hinein. Spätestens ab dem Eingang in den Edmundova soutěska (Edmundsklamm) ist der Weg mit dem gelben Strich gelber Strich markiert und sowieso einfach zu finden, da es keinerlei Abbiegemöglichkeiten gibt. neue_Bruecke_Kamnitz_kleinZwischendurch wird der Bach über eine relativ hohe, neue Brücke überquert. Die Brücke musste neu aufgebaut werden, nachdem die alte durch ein Hochwasser im Jahre 2010 zerstört wurde. Das Tal der Kamenice (Kamnitz) ist wirklich wunderbar, aber genau das kann dann auch in den Sommerferien oder an langen Wochenenden das Problem sein. Es sind einfach zu viele Leute dort unterwegs. Wenn man denn ahnt, dass es sich knubbeln könnte, empfiehlt es sich, wenigstens eine etwas andere Uhrzeit für die Wanderung zu wählen.

Das Tal ist an manchen Stelle so eng, dass für den Weg sogar Tunnel in den Felsen angelegt werden mussten. Vor der ersten Kahnfahrt befinden sich gleich zwei von diesen Tunneln und diese sind ganz hervorragend als Orientierungshilfe geeignet. Zugang_Sandgraben_an_der_Kamnitz_kleinGleich gegenüber von diesen Tunneln stehen zwei hohe glatte Felswände, die nur von dem Sandgraben unterbrochen werden. Hier plätschert ein Bächlein den Felsen herunter. Der Zugang in die Schlucht ist aber vollkommen ungeeignet, um dort rüber bzw. aufzusteigen. Theoretisch könnte man rechts von den Felswänden den Hang hoch krabbeln, aber dazu muss man erst den Bach durchqueren und dann gut sichtbar den Hang hoch steigen. Das würde ich nur dann machen, wenn keine anderen Besucher oder womöglich Ranger in Sichtweite sind und das trifft nur in den Wintermonaten zu. Auf der gegenüberliegenden Bachseite befindet sich ein ganz schmaler Streifen der Zone 1 (Kernzone) der Böhmischen Schweiz und in der sollte man sich lieber nicht erwischen lassen.

Also geht es noch ein paar wenige Meter bis zur untersten Staustufe der Kamenice (Kamnitz). Auf der gegenüberliegenden Bachseite kann man ein typisches Beispiel dafür sehen, dass es zwar schön ist, wenn man einmal Geld auftreibt, um irgendetwas Schlaues zu bauen, es aber damit nicht getan ist und schlecht, wenn danach kein Geld für die Wartung und Instandhaltung eingeplant wird. In diesem Fall ist es eine Fischtreppe, die inzwischen keinen Boden mehr hat und die Fische hier Turmspringen üben können. Aus Wanderersicht kann man solche Beispiele auch oft an neu angelegten Wanderwegen oder an Schildern von Lehrpfaden entdecken. Bootsfahrt_Kamnitz_kleinDie Wanderung wird durch eine Bootsfahrt unterbrochen, die man mit einem kleinen Obolus bezahlen muss. Immerhin bekommt man dafür auch noch ein paar Felsenbilder erklärt und die meisten Bootsfahrer geben sich reichlich Mühe für eine nette Tour durch die Schlucht. Am oberen Ende der Bootstour geht es weiter auf dem Weg, bei dem es sogar noch eine Zwischenstation gibt, an der man gepflegte Toiletten und Stärkungsmöglichkeiten antrifft. Kurz dahinter trifft man auf die Kreuzung mit der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich. Auf diesem Wanderweg geht es nach rechts aus dem Edmundova soutěska (Edmundsklamm) heraus. Auch wenn man auf dem Weg durch die Schlucht so einige Mitmenschen angetroffen hat, spätestens ab dem Aufstieg ist es annähernd menschenleer. Der größte Teil der Besucher steigt entweder nach links hoch nach Mezná (Stimmersdorf)/ Mezní Louka (Rainwiese) oder wandert noch ein Stück weiter zum Divoká soutěska (Wilden Klamm).

Von dem Aufstieg ist nur der erste, kurze Teil wirklich steil, danach geht es angenehm aufwärts. Schon bald ist man aus der Schlucht heraus und passiert eine seltsame eingezäunte Fläche. So vom Aussehen her könnte es ein ehemaliger Fußballplatz sein, der heute als Weihnachtsbaumschonung genutzt wird. Am Ende des Zauns biegt man nach rechts ab. Erdhaus_kleinHier wandert man weiter geradeaus, bis nach 150 Metern auf der rechten Seite ein seltsames Gebäude in der Erde auffällt. Hier biegt man nach links ab und folgt dem breitesten Waldweg abwärts. Nur an einer Weggabelung ist man verführt, den Weg geradeaus weiter zu wandern, aber wenn man sich daran erinnert, dass die meisten Gründe unten sind, dann ist es klar, dass man nach links abbiegt. Felsinschrift_Sandgraben_kleinZwischendurch liegt gleich neben dem Weg eine Felsmurmel, auf der die Jahreszahlen 1776, 1913 und die Buchstaben WR eingemeißelt sind. Ganz schon komisch war auf meiner Wanderung, dass gleich neben dem Stein mehrere Teile einer Wirbelsäule lagen. Nachdem man die Talsohle erreicht, Brueckenlager_Sandgraben_kleinfallen zwei massive Brückenlager auf. In dem Tal des Sandgrabens ist eigentlich überhaupt nichts Besonderes und es ist außerdem noch eine Sackgasse. Warum auch immer hier jemand eine Brücke gebaut hat, erschließt sich mir überhaupt nicht, aber vermutlich ist es nur, um gefällte Bäume aus der Schlucht so einigermaßen einfach abtransportieren zu können. Der einzige sinnvolle Weg für diese Wanderung befindet sich auf der gegenüberliegenden Hangseite und so muss man erst bis runter zu dem Minibach steigen und dann auf dem gut sichtbaren Hangweg weiter abwärts wandern. Der Weg wird heutzutage nicht mehr häufig genutzt und so liegen ein paar Bäume (zu meiner Wanderzeit waren es 6 Stück) quer über den Weg. Das sollte aber kein ernstzunehmendes Hindernis sein und nach 300 Metern erreicht man die gut markierte Kernzonengrenze (rote Ringe um die Bäume). Die Kernzone wird aber überhaupt nicht betreten, Weberstube_Sandgraben_kleinsondern die Grenze wird nur zur Orientierung genutzt. Sie läuft quer durch den Grund und genau daran geht es in die Senke hinein. Wenige Meter von der Grenzlinie entfernt befindet sich die alte Boofe Weberstube. Sie ist kaum zu übersehen und befindet sich unter einem Überhang. Weberstube_ehemalige_Wandbefestigung_kleinFrüher war die Boofe ein geschlossener Raum und die Einkerbungen für die Holzwände sind noch deutlich zu erkennen. Ziemlich beeindruckend sind die Jahreszahlen in der Boofe. Ich habe mindestens 1736, 1718 und 1632 entdeckt und noch eine in den Felsen gemeißelte Fledermaus und den schönen Spruch „Geh immer lachend durchs Leben“.

Für den Rückweg muss man das ganze Stück des Sandgrabens wieder aufwärts steigen bis zur Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich. Diese trifft man gleich an dem großen Platz mit den Holzstapeln und Erdhügeln an. Man folgt der Wanderwegmarkierung nach recht in Richtung Golfplatz bzw. Janov (Jonsdorf). Die ersten paar Meter führen noch durch den Wald und dann kommt man an den Rand des Golfplatzes. Golfplatz_Jonsdorf_kleinDiesen muss man an zwei Stellen überqueren und das ist sehr interessant. Selbst im heißen Sommer 2018 waren zumindest die Zielgebiete immer noch wunderbar grün. Wenn man der Wanderwegmarkierung folgt, gelangt man ohne sonderliche Anstrengungen auf den Janovský vrch (Clarsberg). Blick_vom_Aussichtsturm_Jonsdorf_linke_Elbeseite_kleinHier steht seit ein paar Jahren ein neuer Aussichtsturm. Die Aussichtsplattform ist oberhalb der Baumwipfel und damit hat der Turm eine ganz ansehnliche Höhe. Etwas ungewöhnlich ist, dass er komplett aus Stahl und Gitterrosten besteht und bei einem bisschen Wind auch ordentlich schaukelt. Blick_vom_Aussichtsturm_Jonsdorf_Rosenberg_Golfplatz_kleinAber man sollte sich nicht verrückt machen, da der Turm schon richtige Stürme ertragen hat und dabei auch nichts passiert ist. Aber ein bisschen komisch ist es trotzdem. Die Rundumaussicht von dem Turm ist schon sehr lohnenswert. Am Fuße des Turmes bzw. des Hügels ist dann auch schon der Ausgangspunkt der Runde erreicht.

Ich fand die Wanderung sehr schön, da der Edmundova soutěska (Edmundsklamm) und der Friedhof oberhalb von Hřensko (Herrnskretschen) eine Besonderheit sind. Die Entdeckung der Weberstube fand ich super interessant und es hat mich wirklich verwundert, dass hier so uralte Jahreszahlen zu sehen sind. Warum sind die Leute damals in den Sandgraben gegangen? Auch damals ist es ganz sicher eine Sackgasse gewesen und damit können es eigentlich nur Waldarbeiter gewesen sein. Zu dieser Entdeckungsreise kommt dann auch noch die schöne Aussicht von dem Janovský vrch (Clarsberg) und dass man nicht einmal die Tschechische Kernzone betreten musste.

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Felsenkapelle Modlivy dul

In unserer Ausgabe der Sächsischen Zeitung ist jeden Freitag eine Seite über Neuigkeiten, Ausflugsmöglichkeiten und Wanderungen in Tschechien enthalten. Im September 2016 war ein sehr interessanter Artikel über die Umgebung Modlivý důl (Felsenkapelle der Jungfrau Maria von Lourdes) zu lesen. Blöderweise ist diese Gegend so weit abseits von der restlichen Böhmischen Schweiz, dass ich erstmal eine Wanderkarte bestellen musste und dann einen Rundweg ausgedacht habe. In diesen Sommerferien (2017) haben wir uns auf den Weg gemacht. Die Anfahrt ist mit fast einer Stunde doch relativ lang, aber im Nachhinein können wir sagen, dass es sich gelohnt hat.

Der Startpunkt für diese Runde ist in Nový Bor (Heida) und dort auf dem städtischen Parkplatz vor dem Parkhotel. zentraler_Platz_Heida_kleinDie Wanderung führt über den Kreisverkehr hinweg und dann ein paar wenige Meter auf der Straße 268 bis zu dem großen Platz vor dem Glasmuseum. Es ist beeindruckend, wie wunderbar so einige Gebäude, ganz besonders um diesen großen Platz herum, wiederhergerichtet wurden.

Spätestens hier sollte man die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich entdecken. Dieser Markierung geht es in südöstliche Richtung hinterher. Da die Wanderwegmarkierungen manchmal nicht gleich auf einen Straßenwechsel hinweisen, hier die Straßennamen, denen man nacheinander folgt: 268, Sloupská, Palackého, Špálova, Česká, Husova, Na Svahu und Jiráskova. Diese Straße endet am Waldrand und hier ist der rote Strich dann einfach zu finden. Dem gut ausgebauten Waldweg wird gefolgt und zwischendurch hat man eine sehr nette Aussicht auf den Chotovický vrch (Kottowitzer Berg). Nach etwas mehr als einem Kilometer erreicht man die Miniortschaft Janov und einen halben Kilometer dahinter stößt man auf die schon bekannte Landstraße 268. Felsenburg_Einsiedlerstein_kleinAuf ihr wandert man wenige Meter (ca. 100 Meter) nach rechts, bis vor einem die Skalní hrad a poustevna Sloup (Felsenburg Einsiedlerstein) auftaucht. Diesen Felsen mit der darauf befindlichen Kirchturm_Einsiedlerstein_kleinBurg sollte man sich unbedingt ansehen. Da die Öffnungszeiten aber schwer variieren, sollte man vorher auf der Webseite www.hradsloup.cz nachsehen, ob zur Wanderzeit eine Besichtigung möglich ist. Die Burg ist ein Labyrinth von in den Fels gehauenen Gängen und Kammern, am Lustigsten ist die Kirche, welche sich komplett im Felsen befindet, aus dem nur ein kleiner Kirchturm herausragt. Zu unserer Besuchszeit spielte jemand auf einem Klavier in der Kirche und das klang wirklich toll.

Von der Felsenburg aus blickend, fallen einem ganz besonders ein Gebäude und ein Turm an der gegenüberliegenden Felswand auf. Dort geht es als nächstes hin. Dazu steigt man natürlich wieder von der Waldbuehne_Lesni_divadlo_kleinBurg herunter und überquert die Landstraße 268. Dort führt der rote Strich weiter und der ernstzunehmende Aufstieg beginnt. Nach ein paar Metern Aufstieg (45 Höhenmeter) erreicht man die hoelzerner_Aussichtsturm_kleinWaldbühne Lesní divadlo (www.obecsloupvcechach.cz), die man in der spielfreien Zeit als kleines Labyrinth benutzen kann. Der rote Strich steigt weiter auf und man erreicht eine Gaststätte mit einem neuen Aussichtsturm. Es ist sehr interessant, dass der Turm, aus dem Tal heraus betrachtet, nach einem Betonturm aussieht und sich erst, wenn man kurz davorsteht, als Holzkonstruktion entpuppt. Normalerweise ist es eher so, dass Beton hinter Holz versteckt wird.

Der rote Strich schlängelt sich weiter leicht ansteigend durch den Wald und erst ein paar Gipfel_Slabitschken_kleinhundert Meter vor dem Slavíček (Slabitschken) wird der Anstieg ziemlich steil. Das Gemeine ist, dass man das auch noch deutlich sieht, da der Weg schnurgerade auf den Hang zu- und dann genauso schnurgerade hinaufgeht. Der Gipfel liegt wenige Meter neben dem Wanderweg, ist aber durch die Basaltsäulen sehr gut zu sehen.  Der Zugang ist mit einem roten Dreieck markiert und beginnt an der höchsten Stelle des Wanderweges. Der Abstecher ist wirklich lohnenswert, da eine schöne Ost-West Sichtachse vorhanden ist und der Berg durch seine Höhe einen guten Blick in die Landschaft liefert.

Die Wanderung steigt auf der gegenüberliegenden Seite vom Slavíček (Slabitschken) ab. Ganz schön interessant ist, dass beim Aufstieg der Untergrund Granitbrocken waren und jetzt beim Abstieg Sandstein vorherrscht. Glitzerpunkte_in_Felshoehle_kleinNeben dem Weg kann man so einige Sandsteinformationen entdecken, die zum Teil eine schwächere Schicht enthalten und damit ziemlich löchrig sind. An einer Stelle ist auch eine rechteckigere Höhle zu erkennen, in der es ziemlich seltsam glitzert. Zumindest fallen beim Fotografieren mit Blitz so einige weiße Punkt auf, wofür wir keine plausible Erklärung haben.

Kurz unterhalb dieser künstlichen Höhle wird die Felsenkapelle_Modlivy_dul_kleinModlivý důl (Felsenkapelle der Jungfrau Maria von Lourdes) erreicht. Irgendwie ist das schon ein besonderer Ort mit der kleinen Kapelle und den beiden Seitenflügeln. In den letzten Jahren fällt besonders auf, dass extrem viele christliche Stätten saniert und gepflegt werden. Quelle_am_Waechter_klein
So ist bis hoch zu der Kapelle ein Kreuzweg mit 14 Stationen eingerichtet worden. Genau diesen Weg steigt die Wanderung ab. Dabei passiert man noch die gut geschützte Pramen u Strážce (Quelle am Wächter) und Felsenkapelle_Gemaelde_kleinso einige unverwüstbare Bänke. Am Ende bzw. eigentlich ist es der Anfang des Tals steht eine große Erklärungstafel zur Felsenkapelle. Hier sind mehrere Gemälde zu dem Wallfahrtsort abgebildet und besonders lustig sieht das Bild rechts oben aus. Hier sieht man eine Prozession aus der Kapelle herausströmen, was aber angesichts der tatsächlichen Größe höchstens mit einer Ansammlung von Zwergen realisierbar wäre.

Die Wanderung erreicht den nördlichen Rand von Svojkov (Schwoika), gleich neben dem Restaurant Zámeček. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich ein großer Parkplatz und ein schöner Garten. Diese sind durch eine Mauer voneinander getrennt. Burgruine_Schwoika_kleinWenn man an dieser Mauer bis zum unteren Ende absteigt, dann kann man gleich in dem Garten die Zřícenina hradu Svojkov (Burgruine Schwoika) entdecken. Auch diese Burg besteht ursprünglich aus Gaenge_in_Burgruine_Schwoika_kleinzwei Felsen, die wie ein Schweizer Käse durchlöchert sind. Die Burg soll immerhin schon seit 1370 bestanden haben, aber heutzutage ist es nur noch sehr schwer zu erahnen, wie sie einmal ausgesehen hat. Wir waren uns nicht sicher, ob man durch den Garten gehen darf oder auch nicht und deshalb empfehlen wir, wieder zurück auf die Straße zu wandern und dieser ein paar wenige Meter nach rechts zu folgen. Dann biegt eine Zufahrt ab, auf der man den Garten umrundet hat. Je länger man auf diesem Weg wandert, desto mehr wird daraus ein Feldweg, der aber immer wieder wechselnde Aussichten in die Landschaft liefert. Nachdem eigentlich schon gar nichts mehr vom Weg zu sehen ist, Weissdorn_kleinpassiert man aber eine Brücke mit weißem Geländer. Dahinter befindet sich eine Plantage mit Johannesbeeren und Sanddorn. Durch die spaziert man nur hindurch und dahinter geht es auf einer Wiese weiter. Auf der Ebene gabelt sich der Feldweg. Wenn man sich links hält, dann erreicht man die nächste Straße an einem kleinen Friedhof oder wenn man sich rechts hält, dann stößt man auf eine Ruine, die anscheinend im Ursprung ein Bauernhof war. Auch hier erreicht man dieselbe kleine Straße. In beiden Fällen wandert man auf der Straße nach rechts weiter. Bei der Straße handelt es sich um den Fahrradweg 3053, der zuerst einen Teich und dann eine sehr gepflegte Siedlung mit einem Tennisplatz passiert. Kapelle_Chomouty_kleinAn einer Kapelle stößt man auf eine Straße, der man nur 150 Meter nach links folgt, um dann wieder nach rechts abzubiegen. Die Zufahrt steigt leicht an und schon bald wandert man auf einem Feldweg mit netter Aussicht über die Landschaft entlang. Kottowitzer_Berg_kleinBesonders fällt dabei der Chotovický vrch (Kottowitzer Berg) vor einem auf. Ziemlich genau auf halber Strecke über die Wiesen steht eins der vielen Kreuze und daneben befindet sich eine Tafel mit einer Erklärung der Landschaft. Dabei sind Berge und Orte eingetragen. Ohne diese Tafel würde einem gar nicht auffallen, dass auf der rechten Seite auch nochmal die Skalní hrad a poustevna Sloup (Felsenburg Einsiedlerstein) zu sehen ist.

Am Ende des Feldweges erreicht man die Ortschaft Chotovice (Kottowitz). Der Feldweg ist auch mit dem Radweg 3053 markiert und mit dieser Markierung findet man hervorragend durch den Ort. Mitten Kapelle_Maria_Heimsuchung_kleinin der Ortschaft steht die Kapelle Maria Heimsuchung, die immerhin im Jahr 1776 erbaut wurde und auch heute noch sehr gut erhalten aussieht. Auf der nördlichen Seite der Ortschaft folgt man weiterhin dem Radweg 3053 und es geht durch einen Waldstreifen weiter. Gleich zum Anfang wird ein Teich passiert, auf dem zu unserer Wanderzeit eine Schwanenfamilie rumpaddelte. Irgendwie waren wir uns nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, den 7 Tieren zu nahe zu kommen, aber anscheinend wollten sie doch nur nach etwas Essbarem betteln. Der Weg steigt in Richtung eines hohen Schornsteins an. Dieser gehört zu einer Glasfabrik, die wie noch sehr viele andere Betriebe in Nový Bor (Heida) außergewöhnliche Glasprodukte herstellen. Sehr interessant ist, dass im Eingangsbereich richtig dicke tolle_Haeuser_an_Palackeho_kleinGlasklumpen herumliegen und der Vorgarten mit so einigen Glasprodukten verschönert ist. Das letzte Stückchen führt noch auf dem Radweg 3053 weiter durch Nový Bor (Heida). Die passenden Straßennamen sind: Hřebenka, Palackého, Špálova, 268. Auf der Straße Palackého passiert man einen wirklich toll aussehenden Platz mit einer Vielzahl schöner Häuser drum herum, die heutzutage alle wieder perfekt saniert aussehen.

Damit ist eine wirklich sehr interessante Wanderung zu Ende gegangen, die so einige Sehenswürdigkeiten beinhaltete. Wirklich beeindruckend ist, wie sich die Städte und Orte in Tschechien in den letzten Jahren herausgeputzt haben. Wir hoffen, dass man auch in den nächsten Jahren noch auf dem Rückweg durch die Sanddorn-Plantage wandern darf und dort der Besitzer nichts dagegen hat.

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Luchspfad Mezní Louka

Nachdem wir gerade den kleinen Bogen auf dem Bad Schandauer Luchsweg unternommen haben, fiel uns ein, dass es auch noch einen Luchspfad bei Mezní Louka (Rainwiese) gibt. Als wir das letzte Mal die Runde zum Prebischtor und dann über den Gabrielina stezka (Gabrielensteig) nach Mezní Louka (Rainwiese) gewandert sind, haben wir zwar den Eingang zum Luchspfad gesehen, ihn aber wie der größte Teil der Wanderer ignoriert. Dieses Freigelände lebt unberechtigter Weise ein ähnlich unbeachtetes Dasein wie die Waldhusche in Hinterhermsdorf. Da geben sich die beiden Nationalparks so eine Mühe, den Besuchern die Natur näher zu bringen und die gehen einfach dran vorbei. Wir haben auf jeden Fall einen netten Ausflug mit unseren beiden Mädels dorthin unternommen und uns über die vielen Stationen gefreut.

Der Startpunkt ist Mezní Louka (Rainwiese) mit seinen vielen unterschiedlichen Parkmöglichkeiten. Von hier geht es auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich in Richtung Pravčická brána (Prebischtor). Gleich am Ortsausgang befindet sich links eine Nationalparkinformationsstelle, an der Karten, schoene_Ferienhaeuser_Mezni_Louka_kleinKalender und Bilder verkauft werden und auf der rechten Seite eine Ferienhaussiedlung mit schicken Häusern. Der jetzt folgende Waldweg heißt Kozí Hřbet (Ziegenrücken), wird aber für diese Wanderung nur wenige Meter (ungefähr 100 Meter) genutzt. Dann steht rechts eine Tafel, die den Luchspfad beschreibt und ein Pfad führt in den Wald. Auf der Tafel kann man schnell erkennen, dass es sich eigentlich um zwei Pfade von 0,3 Kilometer und 0,8 Kilometer handelt. Luchspfad_TafelAuch wenn beide Pfade mit so einigen Stationen ausgestattet sind, so deuten die Zeitangaben von ½ – 1 Stunde für die kleinere Runde und 1 – 2 Stunden für die „größere“ Runde auf ein genüssliches Schlendern hin. Beide Pfade lassen sich perfekt miteinander verbinden und es entsteht ein netter kleiner Bogen.

Nachdem man den Pfad 100 Meter in den Wald gewandert ist, biegen links der kürzere und rechts der längere Weg ab. Wir haben die Runde nach rechts gewählt. Nacheinander tauchen hier die folgenden Stationen auf:

Station: Was wächst hier?
An dieser Station werden einige Pflanzen (Stieleiche, Vogelbeere, Waldkiefer, Brombeere usw.) aus dem Wald auf Tafeln vorgestellt und sind in der Nähe auch anzutreffen.
station_was_waechst_hier_tafel_tanne_kleinstation_was_waechst_hier_tanne_klein
Station: Das Waldhochhaus
Auf dem Fußboden der Station ist ein schlanker Baum abgebildet und in den einzelnen Höhen kann man dann passend die jeweils dort lebenden Tiere entdecken.
station_das_waldhochhaus_kleinstation_das_waldhochhaus_bild_specht_kleinstation_das_waldhochhaus_text_specht_klein
Station: Unauffälliges im Wald
Hier kann man über drei unterschiedliche Vorrichtungen in den Wald blicken und dadurch Details entdecken, die man sonst einfach übersieht.
station_unauffaelliges_im_wald_zielen_kleinstation_unauffaelliges_im_wald_klein
Station: Spaziergang durch eine neue Wildnis
So ein Spaziergang über eine Hängebrücke macht nicht nur auf einem Spielplatz Spaß, sondern auch in der relativ steilen Fassung in der Natur.
station_spaziergang_durch_eine_neue_wildnis_mittelteil_kleinstation_spaziergang_durch_eine_neue_wildnis_anfang_klein
Station: Erholungszentrum im Wald
Dass hier genau für unsere Familie passend sehr schöne Liegestühle stehen ist wirklich perfekt.
station_erholungszentrum_im_wald_tafel_kleinstation_erholungszentrum_im_wald_liegen_klein
Station: Holzhusche
Sehr ungewöhnlich. In Tschechien darf man tatsächlich selber einen Baumstamm die Rinne hinunterschubsen.
station_holzhusche_tafel_kleinstation_holzhusche_klein
Station: Wald-Dendrophon
Es ist ziemlich überraschend, dass nicht nur die Länge, sondern auch die Holzsorte einen Einfluss auf den Klang hat.
station_wald-dendrophon_tafel_kleinstation_wald-dendrophon_klein
Station: Waldtümpel
Eine geniale Idee, nicht nur einen langweiligen Steg über den Tümpel zu bauen, sondern so ein nettes Kunstwerk anzulegen.
station_waldtuempel_pfad_kleinstation_waldtuempel_libelle_kleinstation_waldtuempel_libelle_tafel_klein
Station: Olympische Spiele der Tiere
Hier darf man zwar nicht selber springen, aber sehr interessant sind die Sprungweiten schon. Sehr unterhaltsam ist der weiteste Springer: Mike Powel mit 8,95 Meter.
station_olympische_spiele_der_tiere_kleinstation_olympische_spiele_der_tiere_tafel_luchs_kleinstation_olympische_spiele_der_tiere_irgendwie_falsch_verstanden_klein
Station: Leben in einer Baumhöhle
Die einzige Station auf der gesamten Runde, die schon ein wenig abgenutzt aussah.
station_leben_in_einer_baumhoehle_tafel_kleinstation_leben_in_einer_baumhoehle_klein
Station: Was geschieht unter der Rinde?
Tolle Station, die bestimmt richtig viel Arbeit war. Sehr anschaulich und trotzdem perfekt zum Spielen.
station_was_geschieht_unter_der_rinde_kleinstation_was_geschieht_unter_der_rinde_seltsamer_borkenkaefer_kleinstation_was_geschieht_unter_der_rinde_riesiger_borkenkaefer_klein
Station: Unauffälliger Schmetterling
station_unauffaelliger_schmetterling_tafel_kleinstation_unauffaelliger_schmetterling_raupe_kleinstation_unauffaelliger_schmetterling_klein
Dann geht es auf dem kürzeren Pfad wieder zurück. Dabei wandert man dann entgegen der eigentlichen, vorgeschlagenen Richtung. Hier passiert man dann die folgenden Stationen:
Station: Waldpavillon
Da in dem schönen Pavillon gerade eine Gruppe Wanderer ihre Rast machte, gibt es kein Foto von dem Rastplatz.
Station: Spannweite der Flügel
Es ist beeindruckend, wie riesig manche der Vögel sind. Wenn man das Glück hat und mal z.B. einen Schwarzstorch von unten sieht, hat man keinerlei Größenvergleich und so scheint er knapp größer als eine Amsel. Hier kann man gut sehen, dass die Spannweite doch ein ganzes Stück größer ist.
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Station: Reise in die Vergangenheit
Ganz schön seltsam, wenn ein Walderlebnispfad des Nationalparks den Auerhahn als ausgestorben bezeichnet, aber gleichzeitig wegen diesem Tier der Grenzweg gesperrt ist.
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Station: Gedächtnis der Bäume
Diese Station sieht durch ihre Glasplatte sehr gut aus, aber ob das so ein paar Jahre hier draußen überlebt ist fraglich.
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Station: Spurensuche
Wie auch immer man die Fußabdrücke in die Bretter gemacht hat, es sieht besonders lustig beim Baummarder aus.
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Station: Barfuß wie die Tiere
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Station: Wieviel wiegen wir?
Das ist eine super Idee, das Gewicht der Tiere als kleine Fitnessübung zu verpacken. Jetzt weiß man auch als Erwachsener, warum bei einem Wildunfall die Fahrzeuge so verbeult aussehen.
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Station: Was schmeckt uns?
Überraschend war für uns, dass der Schwarzstorch als Nahrung Fische liebt. Bisher dachten wir eher an Frösche und andere Wiesenbewohner.
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Nach diesem kleinen Bogen geht es wieder auf dem Kozí Hřbet (Ziegenrücken) nach links bis zum Ausgangspunkt zurück.

Diese Runde ist eher ein kleiner Spaziergang, der aber sehr gut dazu benutzt werden kann, die Kinder an die frische Luft zu locken und dabei noch eine Kleinigkeit von der Natur zu lernen. Natürlich lässt sich dieser Bogen auch ganz hervorragend in die Prebischtorrunde einbauen. Wenn sich der Nationalpark schon so viel Mühe gibt, dann sollte man so eine Stelle auch besuchen.

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Kellertafel

Diese Wanderung ist dadurch entstanden, dass mir ein netter Leser unserer Webseite einen echten Brief – auf Papier, mit der Post! –  geschickt hat. Ich muss ehrlich zugeben, das habe ich noch nie erlebt und es hat mich wirklich gewundert und total erfreut. Der Brief bestand aus zwei gut beschriebenen Wanderungen, wovon diese Wanderung hier eine ist. Der Startpunkt befindet sich an der Kirche von Jetřichovice (Dittersbach). Vor der Kirche befindet sich ein mittelgroßer Parkplatz, auf dem ich bisher seltsamerweise immer einen Platz gefunden habe. Kirche_Dittersbach_Heiliger_Johannes_Nepomuk_kleinDie ersten Schritte der Wanderung führen zur Kirche hinauf und dann rechts neben der Kirche aus der Ortschaft hinaus. Neben der Kirche steht eine Tafel, auf der ein bisschen zur Kirche, dem Friedhof und dem Pfarrhaus erklärt ist. Etwas irritierend ist, dass dort steht, dass die Kirche 1992 – 93 erneuert wurde. Irgendwie kann ich mir das nur schwer vorstellen. Vermutlich ist eher eine Sanierung zu dem Zeitraum gemeint.

Knapp hinter dem Ortsrand hat man einen sehr netten Blick auf die Felsen Rudolfstein, Wilhelminenwand und Marienfelsen. Auf der linken Wegseite beginnt bald ein Wald, der sich rund um den unscheinbaren Michelův vrch, oder auch Vyhlídka genannt, (Michelsberg) erstreckt. Zwischen dem Gipfel und dem Feldweg befindet sich der Felsen Kočičí kostel (Katzenkirche). Vom Weg aus gesehen wirkt der Felsen nicht gerade besonders aufregend, aber wenn man am Ende der Wanderung nochmal auf den Michelův vrch (Michelsberg) blickt, sieht man, dass es sich um eine relativ hohe, freistehende tolle_Bank_Katzenkirche_kleinFelsnadel handelt, die schon was Besonderes ist. Es sieht ganz schön lustig aus, da der Felsen richtig nett aus dem Wald herausragt. Vollkommen platt war ich von der Holzbank, die gleich am Wegesrand steht. Irgendwie bin ich ja schon dran gewöhnt, dass die Rastplätze im Böhmischen einfach viel einladender als auf der deutschen Seite sind. Aber diese Bank hat so tolle Schnitzereien, dass man unweigerlich eine Rast einlegen muss.

Ganz wenige Meter (ca. 60 Meter) weiter steht wieder auf der linken Wegseite das Johanka-Michel-Flurkreuz. Kreuz_Peters_Wald_kleinAuch hier sieht man, dass fleißige Hände sich um die Pflege kümmern. Das Kreuz ist frisch saniert und auf der Vorderseite steht der Text: “Vaterlein deine Hunde empfehle ich meinen Geist 1819”. Hier war sich wohl jemand mit dem Text nicht ganz so sicher, denn eigentlich müsste es doch eher heißen: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! Aber vielleicht irre ich mich auch. Die Wanderung folgt in einem Bogen dem Weg und nach ¼ Kilometer geht es nach rechts am Waldrand weiter aufwärts. Bei diesem Weg handelt es sich um die Česká silnice (Böhmerstraße), einen uralten Verkehrsweg von Böhmen in die Lausitz. Nach ein paar hundert Metern (400 Meter) auf diesem Weg stand auf der rechten Wegseite das Fiedlerův kříž (Fiedlers Kreuz). Im Sommer 2016 haben davon aber nur noch zwei Sandsteinblöcke dort gelegen. Ich habe das Kreuz vor ein paar Jahren schon mal in einem besseren Zustand gesehen und gehe mal davon aus, dass es gerade zur Sanierung entfernt wurde. Hoffentlich.

Die Wanderung führt die nächsten 700 Meter auf fast gleichbleibender Höhe entlang und erreicht die kleine Nischenkapelle Kapelle_am_Gohlisch_kleinKaple na Kolišti (Kapelle am Gohlisch) mit einem wiederhergestellten Ölgemälde. Die Inschriften links und rechts der Nische sind “M.A. Kny” und “J. Kny” und unterhalb befindet sich die Jahreszahl 1840. Das Gemälde zeigt das Jüngste Gericht und hat mich wirklich wütend gestimmt. Irgendein Idiot hat mit einem Edding links unten deutschen Mist draufgeschrieben. Wie bekloppt ist der Mensch eigentlich, der mit einem schwarzen Stift wandern geht und dann die ordentliche Arbeit eines Malers so verschandelt. Es ist schon schlimm genug, mit einem Stift auf Geländern und Stangen herumzukritzeln, aber das geht eindeutig viel zu weit. Ich schäme mich dafür, dass ein deutscher Idiot so dreist ein Kulturgut missachtet und die Arbeit anderer beschädigt.

Ganz wenige Meter hinter der Kapelle befindet sich die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich, der man nach rechts den Hang hinauf folgt. Der sogenannte Jubiläumsweg ist auf den ersten Metern durch 70 Höhenmeter etwas anstrengender, aber dann ist es ein sehr angenehmer Weg. Im Übergang von Aufstieg zu flachem Weg steht eine Tafel des Dittersbacher Lehrpfades, die nett erklärt, dass sich früher in der Schlucht eine Waldhusche (Rutsche für Baumstämme) befunden hat. Das kann man sich sehr gut vorstellen und die Stämme dürften gut was an Geschwindigkeit gewonnen haben. Auf dem horizontalen Wanderweg passiert man mehre Aussichten mit mehr oder weniger guten Blicken in Richtung des Rosenbergs. Nach 1 ½ Kilometern auf dem roten Strich erreicht man eine Stelle namens Pohovka (Kanapee). Hier steht seit vielen Jahrzehnten, wenn nicht sogar Jahrhunderten, eine Bank und heutzutage ist es wieder mal eine Bank, die ihrem Namen alle Ehre macht. Es ist ein richtig langes Exemplar mit Schnitzereien. Gedenktafel_Kessler_kleinLeider gibt es kein ordentliches Foto davon, weil immer schon irgendjemand darauf saß, wenn ich vorbeigekommen bin. Wenn man nach rechts ein paar Meter (140 Meter und 25 Höhenmeter) den Hang hinabsteigt, erreicht man eine Gedenktafel an Rudolf Georg Kessler. Er ist Oberförster, Erbauer der gerade begangenen Forststraße und Ehrenbürger von Dittersbach gewesen.

Die Wanderung geht aber wieder hinauf zum Pohovka (Kanapee) und dann geradeaus ohne Wanderwegmarkierung oder Wegweiser weiter. Schon nach etwas mehr als  ½ Kilometer auf dem bequemen Forstweg erreicht man einen breiten Waldweg auf der rechten Seite. Der Waldweg wird Königsteichgrund genannt und ist angenehm zu wandern. Ich glaube, dass sich hier nur sehr wenige Wanderer hinein verirren. Meistens dürfte es noch der Jäger sein, da nach ein paar hundert Kreuz_Storms_Kinder_kleinMetern eine Wildfütterung auftaucht. Knapp oberhalb dieser Futterkrippe ist auf der linken Hangseite ein Kreuz mit der Jahreszahl 1855 zu sehen. Dabei handelt es sich um eine traurige Stelle, an der zwei Kinder sich verirrt haben und eins dadurch gestorben ist. Beide hießen mit Familiennamen Storm (wobei sie aus unterschiedlichen Familien gestammt haben sollen) und deshalb wird die Stelle Stormovy děti (Storms Kinder) genannt.

Die Wanderung führt wieder auf dem bekannten Weg zurück und dann nach rechts für 800 Meter den Malý mokrý důl (Kleiner Nasser Grund) weiter. Dann erreicht man den Radweg 3029. Eigentlich würde die Wanderung nach rechts weiter gehen, aber da das Ziel dieser Wanderung ist, möglichst viele der Kleindenkmale in dem Gebiet anzusehen,  geht es zuerst mal nach links weiter.

Der Weg durch den Velký Mokrý důl (Großen Nasser Grund) ist sehr angenehm zu wandern und obwohl es einer der gut ausgebauten Radwege ist, begegnen einem nur selten Radfahrer. Schon eher sind es diese großen Treträder, die man oben in Balzhütte ausleihen kann. Die Wanderung erreicht nach einem ¾ Kilometer die Triefbartel_kleinČeská silnice (Böhmerstraße) und hier geht es 50 Meter nach links. Hier befindet sich eine weitere Nischenkapelle mit dem Namen Triefbartel. In der Nische steht heutzutage ein Bild mit der Krönung der Jungfrau Maria. Unterhalb der Nische stehen mehrere Nameskürzel (Jos R, St R, Joh R und NC) und darüber ist die Jahreszahl 1861 eingemeißelt.

Die Wanderung führt wieder zurück auf dem Radweg 3029 und nach dem bekannten ¾ Kilometer über die Kreuzung mit dem Malý mokrý důl (Kleiner Nasser Grund) hinweg in den Táborový důl (Lagergrund). Etwas mehr als einen Kilometer hinter der Kreuzung mit dem Malý mokrý důl (Kleiner Nasser Grund) biegt nach rechts eine deutlich sichtbare, breite Schlucht ab. Im Sommer 2016 standen eine Vielzahl an kleinen Fichten, Tannen und Kiefern in der Schlucht namens Medvědí díry (Bärenlöcher). Nach ein wenigen Metern (höchstens 130 Meter) gabelt sich die Schlucht und es geht nach rechts weiter. Dann wird es etwas feuchter und man erreicht einen Felsabsatz von ungefähr 2 Meter Höhe. noch_intakte_Holzleiter_kleinHier stand bis im Sommer 2016 eine Leiter. Irgendwie erschien mir das Exemplar schon ziemlich marode und deshalb bin ich links an der Wurzel hochgeklettert. Bis ganz oben kam ich aber so nicht, deshalb bin ich doch noch rüber auf die vorletzte Sprosse getreten. Rasend schnell war ich wieder unten und meine Hose hatte ein riesiges Lüftungsloch. Jetzt stehen dort leider nur noch zwei halbe Leitern – eine rechte und eine linke Hälfte… Ohne Leiter erschien mir der Absatz als unüberwindbar, aber ein paar Meter den Grund zurück befindet sich an der linken Seite eine schmale Spalte, durch die man ganz gut aufsteigen kann. Schon ist die blöde Stelle umgangen und man kann die letzten paar Meter (ca. 150 Meter) in der Schlucht aufsteigen. Kellertafel_kleinDie Gedenktafel an Rudolf Keller befindet sich an der rechten hinteren Felswand. Normalerweise kann man die Schrift nicht ganz so gut erkennen, aber für das Foto habe ich sie mit Kreide nachgezeichnet. Herr Keller ist im Frühjahr 1899 verschwunden und bei den Zahlen unter dem Namen handelt es sich um den Tag, an dem die Leiche gefunden wurde (26.9.1899). Es wird vermutet, dass Herr Keller von Wilderern getötet wurde.

Für die weitere Wanderung muss man wieder aus der Schlucht heraus bis auf den bekannten Radweg 3029 bzw. Táborový důl (Lagergrund). Auf diesem asphaltierten Weg geht es nach links zurück, bis nach etwas weniger als einem Kilometer rechts der Balzgrund abgeht. Diesem gut ausgebauten Waldweg wird ganz leicht aufsteigend gefolgt, bis nach 300 Metern rechts ein Pfad abbiegt. Dieser heißt Kramářův důl und ist ein netter kleiner Weg, der erst ganz am Ende etwas schwieriger wird. Auf dem ersten ½ Kilometer ist das Maximum an Schwierigkeit der etwas matschige Untergrund und dann kommt ein Anstieg, bei dem nicht die Steigung, sondern eher die Wegfindung das Problem ist. Zwischendurch gabelt sich die Schlucht und hier empfiehlt es sich, die rechte Seite zu nehmen. Solange man aufsteigt, ist man aber immer auf dem richtigen Weg und man landet automatisch auf dem Weg zwischen der Panenská jedle (Jungferntanne) und Na Tokání (Balzhütte). Markiert ist dieser breite Waldweg mit dem blauen Strich blauer Strich und wird nach rechts weiter gewandert. Felsen_mit_Gedenktafel_Neumann_kleinSchon in dem nächsten Grund auf der rechten Seite liegt eine größere Felsmurmel, an der eine kleine Granittafel mit der Inschrift  „Dem Andenken an unseren lieben Gatten u. Vater Johann Neumann Holzschläger aus Dittersbach, welcher hier am 5. Dez. 1922 im 54. Lebensjahre durch einen Baumstamm tötlich Verunglückte.“ abgebracht ist.

Nach insgesamt einem Kilometer erreicht man das erste Haus der Siedlung Na Tokání (Balzhütte). Kreuz_Balzhuette_kleinHier steht auf der linken Seite ein gut gepflegtes Kreuz und das Haus beinhaltet eine Gaststätte, in der man ganz hervorragend zu sehr angenehmen Preisen essen kann. Die Siedlung besteht aus nur drei größeren Häusern. Schwimmbecken_Balzhuette_kleinDem mittleren Haus gegenüber versteckt sich etwas sehr Ungewöhnliches. Wenn man über die Wiese und dann den gut sichtbaren Pfad entlang ein paar Meter hochsteigt, erreicht man ein Schwimmbecken im Sandsteinfelsen, das zwar schon seit vielen Jahren nicht mehr gefüllt wurde, aber trotzdem eigentlich schön aussieht.

Die Wanderung geht weiter auf dem blauen Strich auch noch am letzten (eigentlich ist es eher das erste) Haus vorbei. Auch hier ist eine Gaststätte drin, in der man gut einkehren kann. Rollerverleih_Balzhuette_kleinGleich am Wegrand befand sich im Sommer 2016 eine Roller-Ausleihstation. Genau solche großen Roller waren mir schon im Táborový důl (Lagergrund) begegnet und die Fahrer sahen so aus, als ob sie einen riesigen Spaß hätten. Das Lustigste ist, dass man die Strecke nur abwärts fährt und dann irgendwie (Bus oder Shuttleservice) wieder hoch kommt. Zur blauen Wanderwegmarkierung stößt knapp hinter Na Tokání (Balzhütte) der gelbe Strich gelber Strich hinzu. Kurz danach biegt der blaue Strich links ab, aber wir folgen dem gelben bis zum nächsten Rastplatz in einem Kilometer Entfernung.  Hier zweigt nach rechts der Zugang zum Rudolfův kámen (Rudolfstein) ab. Von dem Rastplatz bis zum Felsfuß sind es 400 Meter und dann geht es mit einer leichten Klettereinlage hoch bis zur Aussicht bzw. der Schutzhütte. Oelgemaelde_Fuerst_Rudolf_Kinsky_kleinDer Rundumblick von hier oben ist wirklich toll. Sehr amüsant sind zwei Bilder in der Hütte, die meiner Ansicht nach gestempelt sind. Das eine ist eine Libelle und das andere eine Bärentatze. In einer Ecke der Hütte hängt auch noch ein sehr gelungenes Ölgemälde von Fürst Rudolf Kinský (1802 – 1836).

Nun geht es den gleichen Weg zurück bis zu dem Rastplatz. Jetzt folgt man dem roten Strich roter Strich weiter geradeaus. Der Weg ist ziemlich angenehm zu wandern und gleich an mehreren Stellen kann man sehen, dass dem Komfort der Strecke ganz schön nachgeholfen wurde. Mehrmals ist der Felsen so entfernt worden, dass ein bequemes Vorwärtskommen möglich ist. Nach einem ¾ Kilometer weist ein Schild auf die Vilemínina stěna (Wilhelminenwand) hin. Oelgemaelde_Fuerstin_Wilhelmine_Kinsky_kleinAuch wenn es eine ganz ähnliche Stelle wie der Rudolfův kámen (Rudolfstein) ist, so kommt man so einfach zu der Aussicht, dass man sie einfach nicht auslassen sollte. Die Aussicht ist nach Fürstin Wilhelmine Kinský (1804 – 1870) benannt, sie war die Ehefrau des eben schon erwähnten Fürsten Rudolf Kinský. Von dieser Aussicht kann man sehr schön nach links auf den Mariina skála (Marienfelsen) und geradeaus nach Jetřichovice (Dittersbach) und den Rosenberg blicken. Die verbrannten Bäume am Mariina skála (Marienfelsen) sehen sehen noch ziemlich hässlich aus, aber man kann schon sehr gut die neue Vegetation sehen und auch die vielen unterschiedlichen Bäumchen.

Genau dorthin soll es als nächstes gehen und so muss man zuerst die paar Meter wieder zurück Balzers_Lager_kleinbis auf den markierten Wanderweg (roter Strich roter Strich) und dann nach rechts weiter. Schon nach wenigen Metern geht es ein paar Höhenmeter hinunter und man erreicht eine Stelle namens Balzerovo ležení (Balzers Lager). Eigentlich ist es nichts anderes als ein überhängender Felsen, aber man kann gleich Rastplatz_Balzers_Lager_kleinmehrere uralte (aus z.B. den Jahren 1632 und 1856) Inschriften im Felsen finden und zwei wunderbare Sitzplätze. Die Wanderung geht noch ein paar hundert Meter weiter, bis nach rechts der Weg zur letzten Aussicht des Tages, hoch zum Mariina skála (Marienfelsen) abbiegt. Die Aussicht wird über ein paar viele Stufen erreicht. Das war für mich etwas ungünstig, da meine Hose ja am Hintern zerrissen war und wenn man dann die Stufen hochgeht, sieht das für die nachfolgenden Wanderer sehr unterhaltsam aus. Aber für den Blick vom Felsen herunter muss man so etwas schon mal in Kauf nehmen.

Für das letzte Stück der Wanderung geht es wieder auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich nach rechts weiter. Der Abstieg ist relativ schnell geschafft Kindererholungsheim_Dittersbach_kleinund man passiert noch das ehemalige Kindererholungsheim (das im Sommer 2016 immer noch leer steht). Schon ist man wieder am Anfangspunkt der Wanderung in Jetřichovice (Dittersbach) angekommen. Die Wanderung ist auf jeden Fall die Runde mit den meisten Zwischenstopps, was man auch an der Länge der Beschreibung gut sehen kann. In meinem Fall hat mir die Wanderung ein paar Minuspunkt durch den Zusammenbruch der Leiter beschert, aber dafür bin ich dann auch gleich wieder bei der Näherin für Outdoor-Bekleidung (www.kalhoty-kb.cz) in Chřibská (Kreibitz) vorbeigefahren und habe mich mit drei neuen Wanderhosen ausgestattet. Die Schneiderin und ihr Mann haben ganz schön amüsiert geschaut, als sie meine Rückseite sahen.

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Burg Fredewald

Nachdem ich mal wieder gemeint hatte, dass ich es besser könnte als einer meiner netten Hinweisgeber, musste ich die Wanderstrecke dann doch wenigstens in Teilen noch einmal wiederholen. In diesem Fall ist es die Wanderstrecke Lehrpfad Kaltenberg. Ein Leser hatte mir die Empfehlung für die Strecke geschickt und ich hatte unterwegs beschlossen, konsequent auf dem Lehrpfad zu bleiben. Damit war ein häßliches Stück Wanderung auf einer böhmischen Landstraße enthalten, was in der Ursprungsempfehlung mit genau dieser Wanderung umgangen worden wäre. Also kommt hier die Erweiterung zu dieser Runde, die aber auch als separate Runde sehr empfehlenswert ist.

Der Startpunkt liegt unterhalb der Burg Fredewald an der Straße zwischen Horní Kamenice (Oberkamnitz) und Mlýny (Hillemühl). Von dem Parkstreifen geht es über die kleine Brücke der Kamenice (Kamnitzbach) auf die gegenüberliegende Bachseite. Zuerst wandert man noch ein paar wenige Meter horizontal, bis rechts hinten der gut sichtbare Waldweg aufsteigt. Wasserwerk_am_KamnitzbachGenau an dieser Stelle kann man links ein paar Meter neben dem Weg eins der alten Wasserwerke entdecken. In diesem Fall ist es das schönste in dem gesamten Bereich. Der Aufstieg erfolgt über 350 Meter und 80 Höhenmeter. Dann erreicht man einen Bergsattel, von dem man schon mal einen netten Blick auf der anderen Seite hinunter hat. Die Wanderung geht nach links (vom Aufstieg aus gesehen) weiter. Ausgeschildert ist der rote Pfeil und der Herdstein und Střední vrch (Mittenberg). Nach ½ Kilometer erreicht man ein Schild mit dem Namen Herdstein. Das komische ist, dass sich dieser vollkommen uninteressante Berg gar nicht an dieser Stelle, sondern ½ Kilometer nördlich befindet. Wenn aber jeglicher Hügel in Tschechien inzwischen einen tschechischen Namen hat, aber der Herdstein immer noch Herdstein heißt, dann ist das vermutlich auch schon ein Zeichen, wie uninteressant der Hügel ist. Viel besser ist der Střední vrch (Mittenberg) und deshalb geht es schräg rechts weiter. Nach einem ¾ Kilometer erreicht man eine Abstieg_Mittenberg_kleinKreuzung, an der man nach rechts weiterwandert. Schon bald fällt auf der linken Wegseite ein seltsamer Geröllhang auf, über den ein Pfad nach oben steigt. Der Untergrund besteht aus Basaltsteinen und deshalb sollte man bei feuchtem Wetter besonders aufmerksam sein. Nach 30 Höhenmetern ist auch schon der Aussicht_Mittenberg_kleinGipfel des Střední vrch (Mittenberg) erreicht und das Beeindruckenste ist die perfekte Rundumsicht ohne einen einzigen störenden Baum. Man kann wirklich gut in das Lausitzer Gebirge, die Sächsisch-Böhmische Schweiz und das Böhmische Mittelgebirge blicken.

Also wir dort oben gewesen sind, hat es ordentlich gepfiffen und deshalb war es nicht ganz so das Vergnügen und wir haben uns schnell wieder davongemacht. Am Ende des Auf- bzw. Abstieges geht es schoener_Rastplatz_Mittenberg_kleinnach links. Schon bald passiert man einen dieser gut gepflegten Rastplätze und nach insgesamt 200 Metern geht es rechts weiter. An der Stelle haben wir uns gut amüsiert, da ich die Wanderung als Weg für das Navigationssystem erhalten hatte und genau an dieser Stelle hat sich unser Ideengeber für diese Runde um ein Ministück verlaufen. Genau diesen Schlenker sind wir damit dann auch gewandert. In meinem aufgezeichneten Track ist jetzt aber diese Minischleife herausgelöscht. Nach 150 Metern geht es nochmal nach rechts und dann an der nächsten Möglichkeit (ca. 250 Meter) links herum. Abstieg_Hillemuehl_kleinAb hier wandert man auf einem abfallenden Waldweg bis runter nach Mlýny (Hillemühl). Der Weg ist angenehm zu gehen und man erreicht die Hauptstraße kurz hinter dem westlichen Dorfrand. Dieser Straße folgt man nach links für 200 Meter, um dann nach rechts auf die Straße hoch zur Kreuzbuche abzubiegen. Auch wenn die Straße asphaltiert ist, so trifft man nur ganz selten Fahrzeuge an. Das ist auch als Autofahrer ganz angenehm, da zwei Autos hier nur schwer aneinander vorbei können. Die Straße wird etwas mehr als ½ Kilometer aufwärts gewandert, um dann an der ersten Möglichkeit nach links abzubiegen. Hier wandert man auf einem netten Waldweg für zwei Kilometer mit einer leichten Steigung aufwärts. Ganz kurz vor der hässlichen Landstraße zwischen Horní Kamenice (Oberkamnitz) und Kytlice (Kittlitz) erreicht man einen Waldweg, dem man nach links folgt. Nach ein paar hundert Metern (ca. 400 Meter) stößt die rote Wanderwegmarkierung roter Strich hinzu, auf der es weiter geradeaus geht. Der Waldweg fällt ins Tal der Kamenice (Kamnitzbach) ab und eigentlich ist es ganz schön ungewöhnlich, dass sich hier unten früher eine Burg befunden hat. Kurz bevor man nach links in den untersten Teil des Abstiegs abbiegt, befindet sich geradeaus eine große Informationstafel zur Burg Fredewald. Leider ist die Tafel nur in Tschechisch geschrieben, aber es gibt zur Geschichte der Burg netterweise eine Wikipedia-Seite (de.wikipedia.org/wiki/Burg_Fredevald). Wenn es tatsächlich stimmt, dass die Mauer_Burg_Fredewald_kleinBurg schon 1440 erobert und dann zerstört wurde, dann ist es wirklich sehr verwunderlich, dass man noch so viele Spuren entdecken kann. So befindet sich gleich links vom Aufstieg eine große Mauer mit einem Fenster. Auf der rechten Seite ist eine Art Wall von einer ursprünglichen Mauer zu entdecken. Diese beiden Teile gehörten zum unteren Teil der Burg. Aussicht_Burg_Fredewald_kleinDer Aufstieg erfolgt über einen Pfad, der zwischendurch sogar eine Kette als Handlauf hat. Diese Hilfe benötigt man aber nur, wenn der Untergrund Aussicht_von_Burg_Fredewald_kleinnass ist und damit die Basaltsteine rutschig werden. Auf dem Gipfel befindet sich eine überraschende Aussicht, von der man schön in die bewaldete Landschaft und hinüber zur Ortschaft Kamenice (Kamnitz) blicken kann. Dadurch, dass der Gipfel ziemlich weit unten im Tal der Kamenice (Kamnitzbach) liegt, erwartet man eigentlich keine nennenswerte Aussicht.

Die letzten paar Meter dieser Wanderung führen auf der roten Wanderwegmarkierung bis zum Bach hinunter. Hierbei muss man ein kurzes Stück durch eine Senke abwärts wandern und bisher Basalt_Burg_Fredewald_kleinwar diese Stelle immer feucht und matschig. Es ist immer wieder unterhaltsam, wenn Besucher nur einen kurzen Abstecher zu einer Attraktion (in diesem Fall das Gelände der Burg Fredewald) unternehmen und dabei dann Schuhwerk anhaben, dass mehr für ein Einkaufscenter geeignet wäre. An dem Start- bzw. Endpunkt angekommen, kann man die riesigen Basaltsäulen von Fredewald bestaunen. Sehr ungewöhnlich sieht aus, dass die Säulen zuerst vertikal aus dem Boden herauswachsen und dann in die Horizontale abgebogen sind.

Die Runde ist eine nette Wanderung mit gleich mehreren Aussichten, angenehmer Ruhe und mindestens der Attraktion der Burgruine. Das einzige Manko an der Runde ist, dass sie doch ein ganzes Stück von der eigentlichen Sächsischen Schweiz entfernt liegt. Damit ist die Anreise schon ziemlich lang. Was wir auf jeden Fall noch empfehlen können, ist auf dem Nachhauseweg einen Abstecher zu dem kleinen Wander- und Klettershop (www.kalhoty-kb.cz) an der Kreuzbuche zu unternehmen. Hier schneidert eine Dame mit ihrer Tochter Bekleidung für den Freizeitbereich. Die Anziehsachen sind wirklich sehr gut und durchdacht verarbeitet und dazu noch zu einem angenehmen Preis.

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Windmühle

Seit einigen Jahren sind mir bei dem Weg durch die Údolí Suché Kamenice (Dürrkamnitzklamm) immer wieder die kleine Brücke und der Wegweiser nach Janov (Jonsdorf) aufgefallen. Irgendwie kam mir das immer seltsam vor, denn meiner Vorstellung nach musste noch ein Tal dazwischen liegen. So etwas muss untersucht werden. Als guter Startpunkt bietet sich der Parkplatz am unteren Ende der Údolí Suché Kamenice (Dürrkamnitzklamm) an. Von hier geht es so einigermaßen angenehm die Schlucht aufwärts. Schon nach wenigen Metern Aufstieg kann man im Bachlauf noch Spuren Kaiserbank_Duerrkamnitzklamm_kleinder ehemaligen Dürrkamnitzmühle (1793 – 1882) entdecken. Ähnlich versteckt befindet sich auf der linken Bachseite (von unten gesehen) einer der vielen Bunker der Schöberlinie aus dem Jahre 1938 und auf der rechten Wegseite eine Bank aus dem Jahre 1908. Diese Bank sollte an das 60jährigeThronjubiläum von Kaiser Franz Joseph erinnern und deshalb wird der Weg auch Kaiserweg genannt.
Insgesamt steigt man winterlicher_Duerrkamnitzbach_klein1 ½ Kilometer durch das sehr nette Tal aufwärts, bis eine kleine Brücke über den Suchá Kamenice (Dürrkamnitzbach) führt. An einer der mächtigen Fichten hängt auch ein kleiner Wegweiser mit der Aufschrift Janov. Tatsächlich befindet sich hier ein Waldweg, der gut sichtbar ist und an der linken Wegseite befinden sich rote Ringe an den Bäumen. Das bedeutet, dass hier die Grenze der Kernzone bzw. in Tschechien heißt es Zone 1 des Nationalparks verläuft. Sehr komisch ist, dass der Waldweg in keiner mir bekannten Wanderkarte eingezeichnet ist. Nach 55 Höhenmetern erreicht man eine Kreuzung.
Wir hatten bei der ersten Wanderung den Weg nach rechts ausgewählt, da wir an der linken Fichte die Wegmarkierung und den Wegweiser nicht gesehen haben. Wenn man dieser gelben Wegmarkierung folgt, geht es sehr angenehm durch einen ruhigen Wald und dann in die Senke des Erbischbach_ehemaliger_Staudamm_kleinJanovský potok (Erbischbach). Hier fallen ein paar dicke Rohre und Reste einer Staumauer auf. Der Aufstieg endet bei ein paar Wochenendhäusern. Hier folgt man nach rechts der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich und erreicht bald den Ortsrand von Janov (Jonsdorf) und damit die ehemalige Windmühle.
Wer an der besagten Kreuzung nach dem Aufstieg aus dem Suchá Kamenice (Dürrkamnitzbach) nach rechts wandert, wird ein toll saniertes Wegkreuz und ein typisches Böhmisches Dorf entdecken. Beide Wegvarianten sind lohnenswert. Der Weg führt ohne jegliche Höhenmeter sehr angenehm durch den Wald und man ist insgesamt 1 ¼ Kilometer unterwegs, bis man die Fahrstraße zwischen Janov (Jonsdorf) und Arnoltice (Arnsdorf) erreicht. Ganz komisch auf diesem Waldweg ist eine Garage, die mitten im Wald steht und sich eigentlich mehr in einem Erdhügel versteckt.
Insgesamt steigt man winterlicher_Duerrkamnitzbach_klein1 ½ Kilometer durch das sehr nette Tal aufwärts, bis eine kleine Brücke über den Suchá Kleine_Bruecke_Duerrkamnitzklamm_kleinKamenice (Dürrkamnitzbach) führt. An einer der mächtigen Fichten hängt auch ein kleiner Wegweiser mit der Aufschrift Janov. Tatsächlich befindet sich hier ein Waldweg, der gut sichtbar ist und an der linken Wegseite befinden sich rote Ringe an den Bäumen. Das bedeutet, dass hier die Grenze der Kernzone bzw. in Tschechien heißt es Zone 1 des Nationalparks verläuft. Sehr komisch ist, dass der Waldweg in keiner mir bekannten Wanderkarte eingezeichnet ist. Nach 55 Höhenmetern erreicht man eine Kreuzung, an der es nach rechts auf einem gut ausgebauten Waldweg weiter geht. seltsame_Garage_kleinDer Weg führt ohne jegliche Höhenmeter sehr angenehm durch den Wald und man ist insgesamt 1 ¼ Kilometer unterwegs, bis man die Fahrstraße zwischen Janov (Jonsdorf) und Arnoltice (Arnsdorf) erreicht. Ganz komisch auf diesem Waldweg ist eine Garage, die mitten im Wald steht und sich eigentlich mehr in einem Erdhügel versteckt.
Leider geht jetzt das nächste Stück dieser Wanderung nach links auf der Straße entlang. Die ist zwar nur eine Verbindungsstraße zwischen zwei kleineren Ortschaften, aber meistens versuchen wir, Straßen auf Wanderungen zu meiden. In diesem Fall lässt es sich aber nicht vermeiden, da zwischen dem gerade begangenen Waldstück und der Ortschaft Janov (Jonsdorf) schoenes_Wegekreuz_vor_Jonsdorf_kleineine ordentliche Senke (Janovský potok – Erbischbach) liegt, die anscheinend von keinem einzigen Waldweg durchkreuzt wird. Nach ein paar hundert Metern auf der Straße erreicht man ein altes Kreuz, von dem der obere Teil in den letzten Jahren toll renoviert wurde.
Die Straße führt über eine Brücke, an der wir wirklich gestaunt haben. Als wir die Wanderung unternommen haben, war die Straße bis zu der Brücke schneefrei. Kurz vor der Brücke macht die Straße einen kräftigen Linksknick und auf der Brücke war eine ordentliche Eisschicht. Da staunt man als Autofahrer bestimmt nicht schlecht, wenn die Geschwindigkeit der Witterung doch nicht ganz so angepasst war, wie es eigentlich sein sollte. Knapp hinter der Brücke erreicht man das Ortseingangsschild von Janov (Jonsdorf). Ganz ähnlich wie mit dem winterliche_Kappele_Jonsdorf_kleinKreuz am Straßenrand ist es im Zentrum von Janov (Jonsdorf) mit der kleinen Kapelle des Heiligen Johannes des Täufers. An der Kapelle befindet sich ein kleines Schild, das ein paar wenige Eckpunkte über die Geschichte berichtet. Am unteren Rand kann man dann auch lesen, wer der Geldgeber für die Sanierung war: Europäischer Fond für regionale Entwicklung, Investition in Ihre Zukunft. Es gibt aus unserer Sicht wirklich blödsinnigere Möglichkeiten, das Geld der EU zu versenken und so kann man sich an den erhaltenden Maßnahmen erfreuen, die hier in den letzten Jahren ergriffen worden sind.
Knapp hinter der Kapelle und vor der Gaststätte verlässt die Wanderung die Hauptstraße und biegt nach links ab. Hinter der Gaststätte verläuft die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich, der man nach links winterlicher_Teich_vor_Windmuehle_kleinaus der Ortschaft heraus folgt. Am Ortsrand fällt zuerst ein gut gepflegter Teich auf, der im Sommer auch immer wieder gerne von Kindern zum Toben benutzt wird. winterliche_Muehle_Jonsdorf_kleinGleich dahinter steht eine alte Windmühle, die heutzutage als Ferienhaus genutzt wird. Leider hat das Gebäude keine Windflügel mehr, aber auch so sieht es immer noch sehr schön aus und ist für die Sächsische und Böhmische Schweiz eine Besonderheit. Wie in jedem Landstrich musste natürlich auch hier gesägt und gemahlen werden, aber dies geschah in der Gegend mehr mit Wasser- als mit Windkraft. Uns sind nur noch drei Standorte von Windmühlen bekannt. Die zwei noch erhaltenen Gebäude in Janov (Jonsdorf) und Arnoltice (Arnsdorf) und dann der ehemalige Standort bei Struppen. Im Bereich von Růžová (Rosendorf) sollen noch drei weitere Windmühlen gestanden haben, die uns aber noch unbekannt sind. Die Windmühle in Janov (Jonsdorf) wurde im Jahre 1844 gebaut und bis zum Kriegsende als Mühle und Wohnhaus benutzt. Danach verfiel sie und sollte eigentlich abgerissen werden. Zum Glück hat dann aber der Besitzer gewechselt und das Gebäude ist wieder aufgebaut worden.
Von der Ortschaft kommend, führt die Wanderung an der rechten (also nördlichen) Seite der Windmühle vorbei und dann Spielzeugwelt_Hresnko_kleinan einem Feldrain entlang. Nur auf dem Feld und die ersten paar Meter im Wald ist der Weg noch relativ breit und geht dann in einen netten Waldweg über, der hinunter zur Aussicht oberhalb Hotel_Labe_Hrensko_kleinvon Hřensko (Herrnskretschen) führt. Der Wegverlauf ist durch die gelbe Wanderwegmarkierung sehr einfach zu finden und die Aussicht auf das Gewusel in der Ortschaft sehr unterhaltsam. Natürlich sind auch die Aussichten in das Tal der Kamenice (Kamnitz) und der Elbe ganz nett. Von hier oben sieht alles im Tal irgendwie wie Spielzeugeisenbahn aus.
Der Abstieg führt an der Hangseite der Elbe über ein ziemliches Zickzack abwärts und man erreicht die Weihnachtsbaum_Hrensko_kleinTalsohle an dem Parkplatz vor der Nationalparkinformation. Hier steht in den Adventswochen ein wirklich riesiger Weihnachtsbaum, mit sehr bunten und flackernden Lichtern. Auch wenn ich eigentlich solche Lämpchen auf einem Weihnachtsbaum überhaupt nicht mag, sieht es hier wirklich schön aus und auch unsere Kinder waren davon wirklich angetan, als ich noch mal im Dunkeln mit ihnen hierher gefahren bin. Das letzte Stück (1 ¼ Kilometer) der Wanderung führt auf dem Bürgersteig nach links (also Elbeaufwärts).
Dadurch, dass die Runde zwei Varianten enthält kann sich jeder selber überlegen, worin man selber den Schwerpunkt legt. Wenn man lieber eine ruhigere Waldwanderung unternehmen möchte, dann kann man links herum gehen und wen es nicht stört, dass es ein Stück auf einer ruhigen Landstraße entlang geht, der kann rechts herum wandern und hier bietet sich natürlich auch noch ein Abstecher in eine der Gaststätten in Janov (Jonsdorf) an.

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Lehrpfad Kaltenberg

Nachdem ich eine Runde über den Studenec (Kaltenberg) beschrieben hatte, tauchte ziemlich schnell daraufhin eine Mail von einem Leser auf, dass er eine andere sehr schöne Runde im Bereich des Kaltenbergs unternommen hätte. Netterweise waren an der Mail auch gleich noch die aufgezeichneten GPS-Daten und so habe ich mich noch mal auf den Weg gemacht.
Der Startpunkt dieser Runde liegt am Rastplatz U Křížového buku (An der Kreuzbuche) an der Straße zwischen Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz) und Chřibská (Kreibitz). Hier findet man einige Informationstafeln über die Verteidigungslinie der Tschechoslowakei gegenüber Deutschland. Die sogenannte Schöberlinie ist zwar niemals zum Einsatz gekommen, aber trotzdem fallen die Befestigungsanlagen auch so viele Jahre nach dem Krieg immer noch im Wald auf. So auch auf dieser Wanderung. Bunker_An_der_Kreuzbuche_kleinVon dem kleinen Parkplatz geht es über die Landstraße hinweg und auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich hinterher. Schon nach wenigen Metern steht knapp rechts neben dem Waldweg einer der Bunker der Schöberlinie. In Tschechien gibt es kaum einen Bunker, den man nicht betreten kann, aber irgendwann wird es langweilig, da fast alle der Bunker der Schöberlinie das gleiche Baumuster haben.
Die rote Markierung biegt nach ungefähr ½ Kilometer ab, die Wanderung bleibt aber auf dem gut ausgebauten Waldweg. Schon bald steht neben dem Weg eine Erklärungstafel zum Thema Eichen. Die Tafel ist zweisprachig und enthält eine kleine Übersichtskarte eines Lehrpfades. Erst durch diese kleine Karte ist mir aufgefallen, dass der empfohlene Wanderweg fast genau die Strecke des Naturlehrpfades ist. Dadurch ist jetzt die weitere Orientierung überhaupt kein Problem mehr, da der Lehrpfad netterweise mit dem grünen Querstrich grüner Querstrich gekennzeichnet ist. Hinter der Tafel Nr. 8 mit den Eichen erreicht man schon bald die Tafel Nr. 9, die über das kleine, eingezäunte Naturschutzgebiet mit einer Pflanze namens Mondviole (im Gartenbereich häufiger Silberblatt genannt) informiert. Da Wildtiere, besonders Hirsche, die Pflanze sehr gerne fressen, ist für die Wachstumszeit ein Zaun um den 5 Hektar großen Bereich gezogen worden. In den restlichen Zeiten sind die beiden Tore geöffnet.
Die Wanderung geht weiter auf dem hervorragend ruhigen Waldweg und passiert bald eine der riesigen Futterkrippen und dazu passend die Erklärungstafel Nr. 10. Auf der Tafel wird erklärt, dass es im Bereich des Kaltenbergs 250 Gämsen geben soll, die in den Jahren 1907 und ’08 aus den Alpen hier angesiedelt wurden. Auch wenn diese Tiere eigentlich in den baumlosen Gegenden leben, sollen sie sich auf den hubbeligen Hängen recht wohl fühlen und die Anzahl der Tiere muss von Jägern reglementiert werden. Schon bald erreicht die Wanderung eine Kreuzung mit einem schönen Rastplatz und einem schicken Wegweiser. Hier verlässt der Lehrpfad den gut ausgebauten Waldweg nach links und es geht leicht ansteigend den Černý vrch (Schwarzer Berg) hoch. Auf diesem Teilstück steht die Tafel Nr. 11, die die Gemeine Esche mit den beiden Typen Auen- und Bergesche erklärt. Der Waldweg tritt knapp vor dem Studenec (Kaltenberg) aus dem Wald auf eine Wiese heraus. Der Lehrpfad führt schräg nach rechts über die Wiese und am unteren Rand des Studenec (Kaltenberg) befindet sich die Tafel Nr. 12. Hier werden der Bewuchs und die Schuttfelder der Hänge erklärt. Turm_auf_dem_Kaltenberg_kleinDer Aufstieg hoch auf den Studenec (Kaltenberg) ist gleich in mehrfacher Hinsicht etwas anspruchsvoller. Einerseits ist der Berg mit seinen 737 Metern schon relativ hoch, der Basaltuntergrund ist bei feuchter oder Blick_vom_Kaltenbergturm_kleinverschneiter Witterung nicht gerade wanderfreundlich und zu guter Letzt hat der Name etwas mit kalt zu tun. Durch seine Höhe pfeift hier schon mal ganz ordentlich der Wind und spätestens auf dem Aussichtsturm kann man sich im durchgeschwitzten Zustand eine nette Erkältung einfangen. Kiste_Gipfelbuch_Kaltenberg_kleinSo habe ich es auf der Runde geschafft. Trotzdem lohnt sich der Aufstieg sehr, da man mit dem Blick von dem Turm und der Aussicht an dem Schuttfeld entschädigt wird. Gleich am Turm befindet sich eine sehr stabile Eisenkiste, in der sich ein Gipfelbuch befindet. In ihm wird auch erklärt, warum der Turm bei der Rekonstruktion nicht erhöht wurde (technisches Baudenkmal) oder der Wald nicht für eine bessere Rundumsicht freigeschnitten wurde (Naturreservat). So ist die Aussicht vom Turm in östliche Himmelsrichtung ziemlich eingeschränkt.
Gleich an dem Schuttfeld befindet sich die Tafel Nr. 13, die das Leben in dem Geröllfeld beschreibt. Die Wanderung führt den kompletten bekannten Weg bis zur Wiese wieder zurück und dann dem Lehrpfadsymbol weiter hinterher. Der Weg passiert das obere Ende von Líska (Hasel) und folgt der Ausschilderung Zlatý vrch (Goldberg). Auf dem Weg zu diesem sehenswerten Berg passiert man einen Gedenkstein an die 1757 gefallenen Soldaten des Siebenjährigen Kriegs. Balsaltsaeulen_Goldberg_kleinDer Aufstieg hoch zum Zlatý vrch (Goldberg) ist sehr einfach und hier oben erklärt die Tafel Nr. 14, wie sich die tollen Basaltsäulen gebildet haben. Die Wanderung führt einmal über die Abbauterrasse des Zlatý vrch (Goldberg) und dann auf der gegenüberliegenden Seite abwärts. Hier ist der Weg nicht besonders gut ausgeschildert, aber grundsätzlich geht es abwärts und nach ¼ Kilometer im spitzen Winkel weiter. Gleich an der Spitzkehre steht rechts vom Weg oder auch im Windschatten des Zlatý vrch (Goldbergs) der vollkommen unscheinbare Stříbrný (Silberberg). Dieser Berg macht eher den Eindruck, als ob er eigentlich zum Zlatý vrch (Goldberg) gehört und vermutlich ist es auch nur eine andere Stelle, an der die Lava ausgetreten ist. Die beiden Gipfel sind ziemlich genau ¼ Kilometer voneinander entfernt.
Der Weg führt noch über ein Stück Wiese und endet dann auf einer dreispurigen Straße. Vermutlich war es den Erstellern des Lehrpfades so peinlich, einen Wanderweg über so eine Straße zu legen, dass sie gleich mal die Wanderwegmarkierung weggelassen haben. Man muss 350 Meter nach rechts auf dieser wirklich hässlichen Straße wandern, um dann nach links in den Wald abzubiegen. Der abfallende Waldweg ist im Gegensatz zu der Straße dann wieder ein Genuss. Nach ½ Kilometer stößt zu dem Lehrpfad, der kurz hinter der Straße auch wieder markiert ist, die Wanderwegmarkierung roter Strich dazu. Ziemlich überraschend kommt kurz vor der Talsohle ein Hinweis auf die Sehenswürdigkeit Pusty Zamek (Wüstes Schloss oder auch Burg Fredevald genannt). Am Felsfuß befindet sich eine große Informationstafel Mauer_Burg_Fredewald_kleinund interessant ist, dass hier auf der linken Wegseite noch eine massive Mauer mit einem Fenster steht. Der Aufstieg erfolgt über einen kleineren Pfad, der nicht besonders Aussicht_Burg_Fredewald_kleinschwierig ist und zur psychischen Unterstützung eine Kette als Handlauf bietet. Obwohl der Felsen eigentlich hier unten im Tal steht, gibt es eine wirklich nette Aussicht in westliche Richtung. Auf dem Felsen hat früher (erste urkundliche Nennung 1406) eine Schutzburg gestanden, die wie viele Burgen dann irgendwann in ein Raubschloss umwandelte wurde.
Das Interessanteste an dem Berg sind aber die Basaltsäulen im Inneren. Diese kann man am perfektesten aus dem Tal sehen und so geht es den kleinen Pfad abwärts bis zur Fahrstraße. Gleich am Fuß des Berges steht die Lehrpfadtafel Nr. 16, die über Basaltfelsen und die Fauna aufklärt. Basalt_Burg_Fredewald_kleinWenn man den Bach und die Bahnlinie überquert und dann noch ein paar Meter weiter parallel am Bach abwärts wandert, hat man einen sehr guten Blick auf die Basaltsäulen. Es sieht sehr ungewöhnlich aus, wie die Säulen erst senkrecht aus der Erde heraus kommen und dann in die Horizontale abbiegen. Wenn man den Waldweg ein paar Meter (150 Meter) bachabwärts wandert, dann erreicht man die Tafel Nr. 19, die über die Tierwelt an der Kamnenice (Kamnitz) informiert. Die Tafel Nr. 20 steht noch    1 ¼ Kilometer weiter bachabwärts in Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz). Um diese Tafel zu erkunden, muss man einmal zu dem Ort und auf dem gleichen Weg wieder zurück gehen.
Dazu hatte ich auf meiner Runde überhaupt keine Lust und so bin ich wieder zum Bahnübergang und der kleinen Brücke zurück gewandert. Der GPS-Track von meiner Vorlage hat an dieser Stelle den Marienbild_Kittlitz_kleinLehrpfad verlassen und ging nach rechts über die Wiese weiter. Bis hierhin hat es mir ganz gut gefallen auf dem Lehrpfad zu wandern und so bin ich dem Lehrpfadsymbol weiter gefolgt. Der Weg führt auf der Fahrstraße entlang. Schwarzspecht_Kittlitz_kleinIrgendwie war dieses Teilstück sehr ernüchternd, weil man wirklich nichts Besonderes zu sehen bekommt. Zwischendurch soll die Tafel Nr. 17 stehen, die ich aber auch bei einer zweiten Suche nicht entdeckt habe und knapp daneben befindet sich die Tafel Nr. 18, die über den Lachs in der Kamnenice (Kamnitz) aufklärt. Das Unterhaltsamste auf dem Teilstück an der Straße entlang war der sich schlängelnde Bach und ein Schwarzspecht, der sich von meiner Anwesenheit überhaupt nicht stören ließ.
Die Wanderung erreicht das Ortschild Kytlice (Kittlitz) und man wandert noch 1 ¼ Kilometer weiter, um dann gut gekennzeichnet nach links abzubiegen. Der Aufstieg aus dem Tal macht so einige Bögen, durch die die Steigung sehr angenehm ist. Auf diesem letzten Teilstück der Wanderung stehen insgesamt 5 Tafeln des Lehrpfads. Die erste Tafel (Nr. 2) erklärt sehr nett die Weißtanne und als Überschrift wird der Baum als Königin des Waldes bezeichnet. Zumindest sind diese schönen Bäume heutzutage so selten wie Königinnen. Tafel Nr. 3 beschreibt den Standort von Rippenfarn. Auf allen Tafeln gibt es eine Überschrift „Wissen Sie, dass ….“, die noch ein paar gute Stichpunkte beschreibt. Im Fall des Farns wird erklärt, warum Farn nicht von Insekten gefressen wird. Die Pflanze produziert das bei Insekten tödliche Phytoekdysone und damit ist erklärt, warum die Pflanze nie angeknabbert wird. Tafel Nr. 4 stellt die Europäische Lerche vor. Auch wenn man sie in den Wäldern der Sächsischen und Böhmischen Schweiz häufiger sieht, so ist sie auch eine eingewanderte Sorte, die eigentlich eher aus den Alpen und Karpaten kommt. Auf der nächste Tafel (Nr. 5) wird der Bergahorn erklärt. Vermutlich habe ich nur nie so richtig darauf geachtet, aber irgendwie ist mir der Baum noch nicht in den Wäldern begegnet. Vermutlich liegt es aber auch daran, dass er nie in großen geballten Mengen auftaucht. Zwischendurch passiert man ein Holzkreuz, das an den 29jährigen Waldarbeiter Miloslav Kočí erinnert, der hier am 24. September 1983 unter einem fallenden Baumstamm starb. Die letzte Tafel (Nr. 6) dieses Teilstücks befasst sich mit der häufig vorkommenden Buche. Im Nationalpark Sächsische/Böhmische Schweiz trifft man die Buche sehr häufig auf den Bergen an. Im Unterschied zu den Felsen (meistens mit “-stein” im Namen) sind die Berge vulkanischen Ursprungs und dort finden die Buchen einfach bessere Wuchsbedingungen als auf dem Sandstein. So ist es auch Basaltausbruch_Grosser_Ahrenberg_kleinam Javor (Grosser Ahrenberg), an dessen Hang man sogar mehrere Basaltsausbrüche entdecken kann. Von diesen Hügeln sind es nur noch wenige hundert Meter bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Auf dem Parkplatz steht etwas abseits die Tafel Nr. 7, die über den Siebenjährigen Krieg und einen Kampf zwischen den Preußen und den Österreichern an dieser Stelle berichtet. Dabei sind einige hundert Soldaten gefallen und auf der Wiese beerdigt worden.
Hätte ich die Wanderung so gemacht, wie sie mir vorgeschlagen worden war, hätte sie mir vermutlich viel besser gefallen. Da ich mich aber dazu hinreißen ließ, den Lehrpfad entlang zu gehen, war einfach zu viel Strecke auf gut befahrenen Straßen enthalten und das hat die Wanderung so abgewertet, dass ich den Weg über den ausgeschilderten Lehrpfad nicht empfehlen kann. Ich werde die Runde noch mal wiederholen und dann den leicht abgewandelten Weg des Tippgebers unternehmen, aber diese Beschreibung soll erstmal alle Mitmenschen vor dem nicht besonders angenehmen Lehrpfadverlauf warnen.
Noch ein kleiner Nachtrag zu den Tafeln und den fehlenden Nummern. Auch dies ist auf der Runde sehr seltsam. Drei Tafeln (Nr. 1, Nr. 20 und Nr. 21) stehen ziemlich abseits des Weges und sind nur über Abstecher mit jeweils gleichem Hin- und Rückweg zu erreichen. Die Nummerierung im Bereich der Kamnenice (Kamnitz) ist vollkommen durcheinander gekommen und lässt sich überhaupt nicht mit einer durchgängigen Strecke erklären.
Wer wenigstens das Teilstück auf der Straße im Tal Kamnitztal umgehen möchte, der sollte sich die Wanderung Burg Fredewald ansehen. Dabei handelt es sich um die Ergänzung, die der ursprüngliche Tippgeber mir geschickt hatte.

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Eiswanderung in Böhmen

Gleich etwas vorne weg, als ich die Wanderung durchgeführt habe, war der Grenzübergang Rabenstein noch nicht geöffnet. Seit dem 28.10.2003 ist der Grenzübergang Rabenstein für Wanderer und Radler geöffnet.
Die Wanderung startet wie fast alle Wanderungen im Bereich Hinterhermsdorf auf dem großen Parkplatz von Hinterhermsdorf. Von dort geht es ins Dorf und man folgt immer der Ausschilderung “Bootsstation” oder “Obere Schleuse”. Man folgt erst mal bis zur Buchenparkhalle den Wegmarkierungen grüner Punkt grüner Punkt, blauer Strich blauer Strich oder roter Strich roter Strich. An der Buchenparkhalle kann man auch ganz hervorragend parken. Die Parkplatzgebühren sind die gleichen wie im Ort, nur hier steht das Auto ziemlich im Wald. An der Buchenparkhalle folgt man weiterhin dem grünen Punkt. Die beiden anderen Wegmarkierungen gehen runter in Richtung Schleusen. Ungefähr 400 Meter hinter der Buchenparkhalle biegt der grüne Punkt nach rechts ab. Da man aber ins Kirnitzschtal hinunterkommen möchte, geht es den Weg geradeaus ins Tal runter. Die Wanderung geht über die alte Böhmerstraße immer weiter nach unten, durch mehrere Hohlwege, bis ins Kirnitzschtal. Am Ende der alten Böhmerstraße geht es nur noch links oder rechts. Auch wenn es nicht so aussieht (ich zumindest hatte das Gefühl, auf dem falschen Weg zu sein) geht es hier nach rechts. Nach 250 Metern erreicht man die Wegmarkierungen blauer blauer Strich und grüner grüner Strich Strich. Diesen beiden Wegmarkierungen folgt man nach links. Beide Wanderwege biegen nach kurzer Strecke wieder nach links ab, man selber geht aber weiter geradeaus.
Grenzuebergang_Rabenstein_kleinVor einem liegt jetzt die Brücke über die Kirnitzsch. Die Brücke ist, aus welchem Grund auch immer, unpassierbar gemacht worden, indem man die Betonplatten entfernt und davor aufgestapelt hat. Die Nationalparkverwaltung plant für dieses Jahr (2003) einen Neubau dieser Brücke und ich schätze mal, dass es dann auch einen Grenzübergang für Fußgänger an dieser Stelle geben wird. Leider ist dieser Grenzübergang schon in mehreren Wanderkarten als offizieller Grenzübergang eingetragen und ich hatte mir diese Wanderung in den Kopf gesetzt. Also musste ich jetzt über diese seltsame Brücke.
An dieser Stelle befand sich bis 1945 der Ortsteil Hinter- Dittersbach. 1833 wurden 4 Häuser, um 1900 7 Häuser erwähnt. Die Böhmerstraße bildete die Grenze zwischen der Binsdorfer und der Böhmisch-Kamnitzer Herrschaft. Hier stand die alte Kirnitzschschänke und die beiden herrschaftlichen Forsthäuser. Ab dem letzten Jahrhundert war hier ein Knotenpunkt mehrerer Wanderwege. (Dies stand so auf einer Informationstafel dort.)
Auf einem dieser Wanderwege geht es jetzt weiter. Man geht also über die Brücke und dann gleich links den Berg hoch. Oben angekommen, geht es einen sehr angenehmen Gratweg entlang. Ganz interessant ist, mit was für einer Mühe die Böhmen versuchen, einen natürlichen Mischwald wieder herzustellen. Es ist erfreulich und bewundernswert. Am Wegesrand sind zig Schonungen zu sehen, die mit wirklich schicken Holzzäunen umschlossen sind. Die Wanderung geht ab der Grenze über den böhmischen Wanderweg mit der Markierung grüner Strich grüner Strich. Nach drei Kilometern kreuzt der böhmische blaue Wanderweg blauer Strich. Diesem Weg folgt man nach links. Jetzt wird es wirklich romantisch. Es geht mehrere Male durch Hohlwege den Berg hoch und runter. Diese Schluchten sind so eng, dass mein Navigationssystem leider keine Satelliten mehr gefunden hat. So gibt es keine aufgezeichneten Höhendaten. Ich schätze, dass zu den aufgezeichneten Höhendaten 150 – 200 Meter dazukommen, da es in den Hohlwegen einige Male hoch und runter ging.
Eisweg_Boehmen_2_kleinLeider waren die Wege für die Sonne so unerreichbar, dass es so 6 – 7 Kilometer auf blankem Eis entlangging. Zum Teil waren die Wege unpassierbar, weil auch noch Regenwasser (ich hatte ein bisschen Pech mit dem Wetter) über die Eisfläche lief und damit ein Begehen fast unmöglich machte.
Irgendwann kommt dann der Wanderweg mit dem blauen Strich am Fußgängergrenzübergang an. Hier kann man mal wieder feststellen, dass Hr. Böhm seine Wanderkarten die besten sind. Es gibt mehrere andere Wanderkarten, da ist der Grenzübergang an der falschen Stelle eingezeichnet. Die Abweichung liegt im Bereich von einem halben Kilometer. Der Grenzübergang ist nicht gleich an der Niedermühlen, sondern ein Stück weiter nördlich.
Über den Grenzübergang geht es den Weg bis zu den nächsten zwei Wegmarkierungen: gelber gelber Strich und roter Strich roter Strich. Diesen beiden Wegmarkierungen folgt man aber nur die nächsten 150 Meter. Jetzt geht ein direkter Forstweg nach links nach Hinterhermsdorf. Nach einem Kilometer erreicht man die ersten Häuser von Hinterhermsdorf. Von hier aus geht es wieder dem gelben Strich gelber Strich über die asphaltierte Straße nach, bis man den Parkplatz wieder ereicht.

Fazit:
Die Wanderung ist eine sehr schöne Wanderung, aber im Winter leider unbrauchbar.

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Grenzüberschreitend

Von Zeit zu Zeit muss auch immer mal wieder eine längere Wanderung unternommen werden. Blöderweise habe ich mir diese Tour an einem der heißesten Tage des Sommers 2015 ausgesucht und so war die Runde eher ein Kampf als eine Genusswanderung. Trotzdem ist es bei ordentlichem Wetter eine sehr nette Wanderung und deshalb wird sie hier beschrieben.
Der Startpunkt ist der Parkstreifen zwischen der ehemaligen tschechischen Grenzstation und Hřensko (Herrnskretschen). Elbeueberfahrt_Schoena_kleinVon hier geht es mit der kleinen Fähre auf die andere Elbeseite hinüber. Im Sommer 2015 hat die Überfahrt für einen Erwachsenen 1,50 € (Kinder 1 €) gekostet. Vom Anlegesteg geht es auf dem direkten Weg geradeaus unter der Bahnlinie entlang. Auf der rechten Seite vor dem Tunnel befindet sich ein Bahnhofsgebäude, an dem sich im Sommer 2015 riesige Mengen Schwalbennester befanden. Das sah schon ziemlich wild aus und irgendwie erwartet man, dass bei einer solchen Anzahl an Flugbewegungen Zusammenstöße unvermeidbar sind, aber in den paar Minuten, die ich das Treiben beobachtet habe, taumelte keine benommen zu Boden. Nachdem man durch den Tunnel gewandert ist, geht es auf der anderen Seite des Bahndamms nach rechts weiter. Die Zufahrtsstraße der paar Häuser hinter dem Bahndamm führt angenehm ansteigend den Hang aufwärts. Es ist wohl eine der letzten Pflasterstraßen, aber da sich die Steine doch schon ziemlich verschoben haben, ist das auch nur noch eine Frage der Zeit, denke ich. Aber vielleicht wird es an dieser doch relativ selten befahrenen Straße ja auch erhalten.
Nach dem Aufstieg aus dem Elbtal erreicht man die Ebene vor Schöna und damit ist das erste Ziel, die Kaiserkrone, auf der rechten Seite sichtbar. Kurz vor dem Ortsrand stößt die Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt dazu und nach ¼ Kilometer biegt sehr unauffällig der Zugang auf die Kaiserkrone rechts ab. Wie es sich für eine Kaiserkrone gehört, Blick_von_Kaiserkrone_auf_Zirkelstein_kleinbesteht auch hier der Berg aus drei Spitzen. Jede dieser Spitzen bzw. Aussichten liefert eine andere Perspektive und deshalb sollte man auch keine davon auslassen. Außer den Aussichten kann man an der Kaiserkrone zwei Sandsteinlöwen, ein hohes Denkmal an die Weltkriegsopfer und den berühmten Felsen, auf dem Caspar David Friedrichs “Wanderer über dem Nebelmeer” steht, entdecken. Von der südlichen Aussicht (also die Aussicht mit dem Sendemast) hat man schon den Blick auf das nächste Ziel, den Zirkelstein.
Es geht nun wieder bis auf die bekannte Dorfstraße (Bahnhofsstraße) zurück und dann der roten Wanderwegmarkierung roter Punkt nach rechts hinterher. Die Wanderung macht einen kleinen Schlenker durch den südlichen Teil von Schöna und dann geht es auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich zum Zirkelstein weiter. Sandsteinboot_und_Tierfiguren_Schoena_kleinAm Ende der Ortschaft steht auf einer Verkehrsinsel ein Boot aus Sandstein mit gleich mehreren Tieren drauf. Das sieht wirklich toll aus und wertet den Platz gleich ein ganzes Stück auf. Die letzten Meter in Schöna führen an der Gaststätte Zirkelstein (www.gasthaus-zirkelstein.de) vorbei und dann aus dem Ort heraus. Vom Ortausgang bis zum Waldrand am Zirkelstein sind es nur ein paar wenige hundert Meter und hier Blick_vom_Zirkelstein_auf_Kaiserkrone_kleinbiegt man nach links auf den Zugang zum Zirkelstein ab. Der Waldweg führt auf die Rückseite (östliche Seite) des Felsens, auf der der einzige Aufstieg liegt. Auch wenn der Zirkelstein von unten gesehen relativ hoch erscheint, so sind es nur 40 Höhenmeter, die über einige Stufen bewältigt werden. Von oben hat man eine sehr schöne Rundumsicht, die bei gutem Wetter bis weit in die Böhmische Schweiz reicht. So fallen besonders der Rosenberg, die beiden Zschirnsteine, der Schneeberg und die Tafelberge der linken Elbeseite auf.
Nach dem Abstieg geht es auf dem bekannten Waldweg nach rechts weiter und schon bald erreicht man das Zirkelstein-Ressort (www.zirkelsteinresort.de), das rechts herum passiert wird. Die Zufahrt zu dieser Bungalowanlage endet auf der schon bekannten gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich. Auf diesem Feldweg geht es nun nach links weiter. Zuerst führt der Weg in einem Bogen über das Feld und dann am Waldrand entlang. Danach wird eine Kleingartenanlage passiert und es geht auf einem schnurgeraden, aber auch extrem ruhigen Waldweg  mit dem Namen Marktweg auf die Zschirnsteine zu. Auf der Strecke wird ein Tümpel auf der Rastplatz_am_Kalauschenborn_kleinlinken Wegseite passiert, der aber leider im Sommer 2015 annähernd ausgetrocknet war und ein paar Meter dahinter befindet sich auf der rechten Seite der Kalauschenborn mit einem Rastplatz. Schaechers_Kreuz_Zschirnstein_kleinKurz vor den Zschirnsteinen biegt der Wanderweg nach links ab und es geht in die Richtung der tschechischen Grenze. Am Wegrand steht die Kreusels Eiche und das Schechers Kreuz mit der Jahreszahl 1549. ¼ Kilometer hinter diesen beiden markanten Stellen biegt die Wanderung nach links auf den ersten möglichen Waldweg ab. Dieser Waldweg fällt leicht ab und erreicht nach etwas mehr als 300 Metern die Grenze. Diese Stelle wird das Böhmische Tor genannt und ist eigentlich ein vollkommen unauffälliger Übergang zwischen zwei Ländern.
Spätestens ab der Grenze ist der Waldweg mit dem grünen Strich grüner Strich markiert. Für die weitere Strecke bieten sich zwei unterschiedliche Möglichkeiten an. Die erste Variante ist, dass man von der Grenze an der grünen Wanderwegmarkierung etwas mehr als einen Kilometer folgt und dann nach links in Richtung Dolní Žleb (Niedergrund) auf die gelbe Wanderwegmarkierung abbiegt. Das ist die kürzere Variante. Die zweite Variante biegt schon nach ½ Kilometer hinter der Grenze nach links auf den ersten Forstweg ab. Dieser Forstweg führt in einem riesigen Bogen von 5 ½ Kilometer durch den Böhmischen Nutzwald. Auf der Strecke ist wirklich nichts außer Wald und dem asphaltiertem Weg zu sehen. Dafür hat man hier eine wunderbare Ruhe und wenn man zu mehreren unterwegs ist, dann ist es der passende Moment, um ordentlich zu schnattern. Interessant ist, dass man immer wieder auf der linken Seite in Täler blicken kann. Zuerst sind es die oberen Ausläufer des Gelobtbachtals und dann das Elbtal. Wenn man den kürzeren Weg gewählt hat, dann treffen die beiden Wege nach 2 ½ Kilometern alte_Sandsteinplatten_Weguntergrund_kleinwieder aufeinander. Die weitere Wanderung führt jetzt das Tal hinab. Dabei sollte man immer einigermaßen vorsichtig mit dem Untergrund sein, da die Kombination aus den großen Sandsteinplatten und dem Dolnožlebský Pohár (Lehmischbach) ganz schön rutschig werden kann. Der Weg in Richtung Elbtal wird gesäumt von gleich mehreren Quellen, Felsmalerei_Lehmischbach_kleindie anscheinend früher die Wasserversorgung der Ortschaft Dolní Žleb (Niedergrund) gewährleistet haben. Zumindest sind mehrere Quellen noch immer zugemauert. Zwischendurch erreicht man eine Kreuzung, an der es nach links weiter das Tal abwärts geht. Im Bereich der Kreuzung steht links, gleich am Wegrand, ein großer Felsen, an dem anscheinend auch immer wieder ein kleines Lagerfeuer gemacht wird. Gleich links daneben sind einige seltsame Inschriften und Skizzen zu sehen. Die Jahreszahl 1972, ein Schwert und ein Schild mit einem Stierkopf darauf. Vielleicht ist es das Wappen eines Vereins.
In dem Bachlauf sind gleich mehrere Einbauten zu erkennen, die Erklärung dazu ist am Ortseingang zu finden. Dort stand früher eine Mühle, von der heutzutage nur noch eine Ruine vorhanden ist. In den letzten Jahren ist die Ruine aber wieder freigeschnitten worden und vielleicht wird dem Gelände wieder Leben eingehaucht. sommerlicher_Pool_Niedergrund_kleinDas ist auf jeden Fall ein paar Meter tiefer dem alten Gebäude auf der rechten Wegseite passiert. Es wird gerade super toll saniert und ganz besonders fällt der große, blau leuchtende Pool im Vorgarten auf. Zu meinem Wanderzeitpunkt waren es hier unten gut 30°C  und da wird man als durchgeschwitzter Wanderer schon ziemlich neidisch. Auf dem weiteren Weg abwärts wird die kleine Dorfkirche passiert und dann geht es unter der Bahnlinie entlang. Damit hat man einen freien Blick auf die Elbe. Gaststaette_Dolni_Grund_in_Niedergrund_kleinRechts vom Weg befindet sich das außergewöhnliche Restaurant Dolní Grund, das ungewöhnlicherweise zwei Zapfhähne gleich am Elberadweg hat (zumindest im Sommer). Zuerst war ich ratlos, warum das Mädel unterhalb der Gaststätte direkt an dem Radweg saß, aber schon nach kurzer Zeit hielt gleich eine große Gruppe Radfahrer dort Faehre_Niedergrund_kleinan und versorgte sich mit Gerstensaft. Schräg rechts vor sich hat man nun die Gierseilfähre, mit der es auf die gegenüberliegende Elbeseite geht. Die Fähre ist nicht gerade eine Schönheit, aber dafür kommt man zu einem Spottpreis (Sommer 2015: Erwachsene 0,60 € und Kinder 0,40 €) auf die andere Seite. Die Fähre ist immerhin so groß, dass auch Autos transportiert werden und der Fährmann fährt auch für einzelne Personen.
Am gegenüberliegenden Ufer angekommen, führt eine Treppe bis zur Straße hinauf. Irgendwie ist es ganz schön komisch, wenn man direkt neben dem Nachtclub die Treppen hochsteigt und alle Autofahrer einen dann an der Straße stehen sehen. Direkt über die Straße geht es dann weiter an den Aufstieg hinauf zum nächsten Ziel. Schon nach wenigen Metern erreicht man die grüne Wanderwegmarkierung grüner Strich, auf der es bis hoch zum Belvedér (Belvedere) geht. An dem Untergrund des Aufstiegs kann man sehr gut erkennen, dass es sich um einen uralten Weg handelt. Heutzutage würde sich keiner mehr die Mühe machen, den Rand auf beiden Seiten mit Sandsteinklötzen zu begrenzen. Erst auf den letzten paar hundert Metern führt der Weg in einigen Serpentinen aufwärts bis hinauf auf die Ebene am Belvedér (Belvedere). Die tolle Aussicht und die dazu passende Gastronomie liegen wenige Meter nach links und sind zu jeder Jahreszeit einen Ausflug wert. Aussichtsplattform_Belvedere_kleinIn meinem Fall waren mit dem letzten Aufstieg die 3 ½ Liter Wasser aus dem Grotte_am_Belvedere_kleinRucksack verbraucht und so musste ich erstmal ordentlich mit einem riesigen Getränk und einem Eisbecher nachladen. Der Preis war für so eine touristische Stelle ganz angemessen und die Bedienungen waren super freundlich. Nachdem der Flüssigkeitshaushalt wieder ausgeglichen ist, muss man natürlich unbedingt zu der riesigen Aussichtsplattform wandern. Diese sieht man schon von der Terrasse der Gaststätte und so ist man schnell angekommen. Die Aussicht ins Elbtal und die Grotte sind schon etwas Besonderes.
Auch vom Belvedér (Belvedere) könnte man jetzt mal wieder die Strecke ein Stück abkürzen, indem man der roten Wanderwegmarkierung in Richtung Labská Stráň (Elbleiten) folgt. Die eigentliche Wanderung führt aber erstmal ein ganzes Stück auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich in Richtung Arnoltice (Arnsdorf) geradeaus. Wenn man sich die Strecke auf einer Wanderkarte ansieht, dann wirkt das jetzt kommende Stück auf der sogenannten Knížecí cesta (Allee) ziemlich langweilig, da es wirklich schnurgerade durch den Wald zieht. In der Realität fällt das gar nicht auf, da es leicht hoch und runter geht. Was schon eher auffällt, sind die seltsamen Sandsteinklötze links und rechts des Weges. Bis heute habe ich noch nirgendwo eine brauchbare Erklärung für diese Dinger bekommen. Auf jeden Fall hat die Knížecí cesta (Allee) früher das Schloss in Arnoltice (Arnsdorf) und die Aussicht Belvedér (Belvedere) verbunden. Heutzutage ist es ein angenehm ruhiger Waldweg.
Nach 2 ½ Kilometern biegt der rot markierte Wanderweg nach rechts ab, die Wanderung geht aber geradeaus auf dem Waldweg (ungefähr 700 Meter) bis zur nächsten Kreuzung weiter. Hier biegt die Wanderung nach links in Richtung Arnoltice (Arnsdorf) ab. Der Ort wird nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht. Hier fällt gleich am Ortsrand ein stattlicher Baum mit einem mächtigen Stamm auf, Dorfmittelpunkt_Arnsdorf_kleinder unter Naturschutz steht. Auf der Hauptstraße geht es nach links weiter. Bei der Ortschaft Arnoltice (Arnsdorf) fällt, wie so häufig in den Böhmischen Orten, die riesige Kirche im Zentrum auf. Auch wenn in deutschen Ortschaften die Kirche meistens kleiner ausfällt, so haben alle  das gleiche Problem, dass die Kirchengemeinden die Prachtgebäude einfach nicht mehr unterhalten können. In den Böhmischen Dörfern liegt es daran, das sie einfach kaum noch Einwohner haben und in Deutschland sind es die schwindenden Mitgliederzahlen. Trotzdem ist es schade, dass so ein prächtiges Gebäude zusehends verfällt. Hier in Arnoltice (Arnsdorf) fällt besonders auf, dass die Kirche in einem kleinen Bereich von der Außenseite saniert ist. So kann man ihre ursprüngliche Schönheit erahnen.
Gleich hinter der Kirche folgt man auf einer Dorfstraße der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich. Zuerst geht es noch durch bewohntes Gebiet, wo man sehr gut sehen kann, dass seit dem Beitritt von Tschechien in die EU die Häuser einen gewaltigen Sprung an Schönheit gemacht haben. So einige der Häuser sehen wirklich toll aus, ganz besonders das Haus auf der linken Straßenseite mit den Natursteinwänden. Der Wanderweg führt hinter dem Ortsrand leicht abfallend weiter. Zuerst werden ein paar Steinmauern, die früher die dahinterliegenden Grundstücke etwas begradigt haben, passiert und dann geht es in die oberen Ausläufer der Suchá Kamenice (Dürrkamnitz). Obwohl das Tal wirklich schön ist, trifft man nur Boofe_im_Duerrkamnitzgrund_kleinselten andere Wanderer an und meistens sind es am Wochenende Leute, die am rechten Felsfuß Feuer und eine Art größere Rast oder Picknick machen. So einige Stellen sehen nach Boofen aus, aber ich habe dort noch nie Schlafsäcke gesehen. Die blaue Wanderwegmarkierung geht in die rote Wanderwegmarkierung roter Strich über und je weiter man abwärts wandert, desto schöner und felsiger wird das Tal. Ganz kurz vor der Straße im Elbtal fallen ein paar Einbauten und Spuren in der Schlucht auf. Hier hat früher die Dürrkamnitzmühle gestanden, die sich immer wieder gegen Wasserknappheit oder aber riesige Wassermassen durchsetzen musste. Diesen Kampf hat das Gebäude schon 1882 verloren, aber auch heutzutage werden mit so manchen Unwettern riesige Felsmurmeln die Schlucht herunter gekullert. Es ist beeindruckend, welche Gewalt das Wasser hat. Auf der Straße angekommen, geht es nach rechts auf dem Bürgersteig weiter, bis man nach 1 ½ Kilometern den Ausgangspunkt der Runde wieder erreicht.
Die Wanderung ist eine nette Runde, die gleich zwei Mal über die deutsch-tschechische Grenze führt. Beide Seiten bieten so einige interessante Stellen und in großen Bereichen eine wunderbare Ruhe. Es ist keine der typischen Wanderungen durch die Sächsische bzw. Böhmische Schweiz, sondern eher eine sehr lang gezogene. Trotzdem ist sie sehr erholsam, nur zu meiner Wanderzeit war die Temperatur einfach zu hoch. Insgesamt habe ich fast 5 Liter Flüssigkeit zu mir genommen und ich hatte trotzdem noch das Gefühl, zu wenig getrunken zu haben.

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