Weberstube

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Dauer:
ca. 5,00 h
Entfernung:
ca. 15,50 km
Höhenunterschied:
ca. 852 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
lang
steiler Aufstieg
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Böhmische Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Janov (Jonsdorf) - Golfplatz - grüner Strich - deutscher Friedhof - ehemalige Fabrik für Acetylen - Hřensko (Herrnskretschen) - gelber Strich - Kamenice (Kamnitz) - Edmundova soutěska (Edmundsklamm) - Kahnfahrt - grüner Strich - Sandgraben - Weberstube - Sandgraben - gelber Strich - Golfplatz - Janovský vrch (Clarsberg) - Aussichtsturm - Janov (Jonsdorf)

Weberstube

In dem Buch Felsenwege Band 1 aus dem Stiegenbuchverlag (www.stiegenbuchverlag.de) ist ein Grund namens Sandgraben beschrieben. In diesem Grund soll sich eine Boofe namens Weberstube  mit einigen uralten Jahreszahlen befinden. Da lockt doch gleich mal eine Runde zum Erkunden. spielende_Kinder_kleinAls Startpunkt habe ich dazu den Parkplatz vor dem Aussichtsturm von Janov (Jonsdorf) gewählt. Von dieser Stelle geht es erstmal bis zur Durchgangsstraße zurück. An der schicken kleinen Kapelle für Johannes den Täufer biegt man nach rechts ab und wandert ein paar wenige Meter auf der Straße entlang. An der dritten Straße nach rechts biegt die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich ab. Diese Straße, ungewöhnlicherweise haben die Straßen in Tschechien nur den Ort als Namen, führt fast schnurgerade immer weiter in Richtung Hřensko (Herrnskretschen). Dabei passiert man einige sehr schicke Häuser Bunker_bei_Jonsdorf_kleinund wenn man aus der Ortschaft herauskommt auch zwei Bunker der Schöberlinie. Diese Bunker stehen wie an einer Perlenkette aufgefädelt im Wald und sollten die Tschechoslowakei gegen einen Angriff aus Deutschland schützen. Durch ihre massive Bauart werden sie wohl noch viele Jahrhunderte hier im Wald stehen bleiben und die Natur wird sich schwer daran tun, den Platz zurückzuerobern.

Erst nach zwei Kilometern geht es ernstzunehmend abwärts. Der Wanderweg ist immer noch mit dem grünen Aussicht_auf_Herrnskretschen_kleinStrich markiert und zwischendurch passiert man eine lohnenswerte Aussicht ins Tal der Kamenice (Kamnitz) und auf den östlichen Teil von Hřensko (Herrnskretschen). Gleich an der Aussicht startet der eigentliche Abstieg über einige Serpentinen bis auf die Zufahrtsstraße von Janov (Jonsdorf). Gleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite geht die Wanderung weiter. Hier passiert man einen alten Kapelle__Friedhof_bei_Herrnskretschen_kleinFriedhof, auf dem viele Grabsteine deutsche Inschriften haben. Das Auffälligste ist die kleine Kapelle am oberen Ende des Friedhofs. Sehr schön ist, dass in den letzten Jahren solche Stellen wieder gepflegt werden. Die Wanderung steigt nach rechts den Hang weiter hinunter. Durch sein Pflaster, die massive Mauer und die seltsamen Kratzspuren am Felsen kann man dem Weg sehr gut ansehen, dass er schon uralt ist. Wenn man ein paar Meter abwärts wandert, entdeckt man auf der linken Felswand die Jahreszahl 1846. Fabrik_fuer_Acetylen_kleinDie Strecke nach unten ist relativ kurz und schon bald erblickt man das aufregendste Haus der gesamten Sächsischen-Böhmischen-Schweiz. Die ehemalige Fabrik für Acetylen ist 1905 gebaut worden und beherbergt heutzutage eine Gaststätte. Wirklich verwunderlich ist, dass das Gebäude nicht am laufenden Bande in irgendwelchen Filmen auftaucht.

Am unteren Ende des Geländes erreicht man den Trubel von Hřensko (Herrnskretschen). Hier empfiehlt es sich, eine der Fußgängerbrücken über den Bach zu nehmen und nach rechts den Bachlauf aufwärts zu wandern. Nach ½ Kilometer verlässt die Hauptfahrstraße nach links den Bachlauf und man wandert geradeaus in das Tal der Kamenice (Kamnitz) hinein. Spätestens ab dem Eingang in den Edmundova soutěska (Edmundsklamm) ist der Weg mit dem gelben Strich gelber Strich markiert und sowieso einfach zu finden, da es keinerlei Abbiegemöglichkeiten gibt. neue_Bruecke_Kamnitz_kleinZwischendurch wird der Bach über eine relativ hohe, neue Brücke überquert. Die Brücke musste neu aufgebaut werden, nachdem die alte durch ein Hochwasser im Jahre 2010 zerstört wurde. Das Tal der Kamenice (Kamnitz) ist wirklich wunderbar, aber genau das kann dann auch in den Sommerferien oder an langen Wochenenden das Problem sein. Es sind einfach zu viele Leute dort unterwegs. Wenn man denn ahnt, dass es sich knubbeln könnte, empfiehlt es sich, wenigstens eine etwas andere Uhrzeit für die Wanderung zu wählen.

Das Tal ist an manchen Stelle so eng, dass für den Weg sogar Tunnel in den Felsen angelegt werden mussten. Vor der ersten Kahnfahrt befinden sich gleich zwei von diesen Tunneln und diese sind ganz hervorragend als Orientierungshilfe geeignet. Zugang_Sandgraben_an_der_Kamnitz_kleinGleich gegenüber von diesen Tunneln stehen zwei hohe glatte Felswände, die nur von dem Sandgraben unterbrochen werden. Hier plätschert ein Bächlein den Felsen herunter. Der Zugang in die Schlucht ist aber vollkommen ungeeignet, um dort rüber bzw. aufzusteigen. Theoretisch könnte man rechts von den Felswänden den Hang hoch krabbeln, aber dazu muss man erst den Bach durchqueren und dann gut sichtbar den Hang hoch steigen. Das würde ich nur dann machen, wenn keine anderen Besucher oder womöglich Ranger in Sichtweite sind und das trifft nur in den Wintermonaten zu. Auf der gegenüberliegenden Bachseite befindet sich ein ganz schmaler Streifen der Zone 1 (Kernzone) der Böhmischen Schweiz und in der sollte man sich lieber nicht erwischen lassen.

Also geht es noch ein paar wenige Meter bis zur untersten Staustufe der Kamenice (Kamnitz). Auf der gegenüberliegenden Bachseite kann man ein typisches Beispiel dafür sehen, dass es zwar schön ist, wenn man einmal Geld auftreibt, um irgendetwas Schlaues zu bauen, es aber damit nicht getan ist und schlecht, wenn danach kein Geld für die Wartung und Instandhaltung eingeplant wird. In diesem Fall ist es eine Fischtreppe, die inzwischen keinen Boden mehr hat und die Fische hier Turmspringen üben können. Aus Wanderersicht kann man solche Beispiele auch oft an neu angelegten Wanderwegen oder an Schildern von Lehrpfaden entdecken. Bootsfahrt_Kamnitz_kleinDie Wanderung wird durch eine Bootsfahrt unterbrochen, die man mit einem kleinen Obolus bezahlen muss. Immerhin bekommt man dafür auch noch ein paar Felsenbilder erklärt und die meisten Bootsfahrer geben sich reichlich Mühe für eine nette Tour durch die Schlucht. Am oberen Ende der Bootstour geht es weiter auf dem Weg, bei dem es sogar noch eine Zwischenstation gibt, an der man gepflegte Toiletten und Stärkungsmöglichkeiten antrifft. Kurz dahinter trifft man auf die Kreuzung mit der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich. Auf diesem Wanderweg geht es nach rechts aus dem Edmundova soutěska (Edmundsklamm) heraus. Auch wenn man auf dem Weg durch die Schlucht so einige Mitmenschen angetroffen hat, spätestens ab dem Aufstieg ist es annähernd menschenleer. Der größte Teil der Besucher steigt entweder nach links hoch nach Mezná (Stimmersdorf)/ Mezní Louka (Rainwiese) oder wandert noch ein Stück weiter zum Divoká soutěska (Wilden Klamm).

Von dem Aufstieg ist nur der erste, kurze Teil wirklich steil, danach geht es angenehm aufwärts. Schon bald ist man aus der Schlucht heraus und passiert eine seltsame eingezäunte Fläche. So vom Aussehen her könnte es ein ehemaliger Fußballplatz sein, der heute als Weihnachtsbaumschonung genutzt wird. Am Ende des Zauns biegt man nach rechts ab. Erdhaus_kleinHier wandert man weiter geradeaus, bis nach 150 Metern auf der rechten Seite ein seltsames Gebäude in der Erde auffällt. Hier biegt man nach links ab und folgt dem breitesten Waldweg abwärts. Nur an einer Weggabelung ist man verführt, den Weg geradeaus weiter zu wandern, aber wenn man sich daran erinnert, dass die meisten Gründe unten sind, dann ist es klar, dass man nach links abbiegt. Felsinschrift_Sandgraben_kleinZwischendurch liegt gleich neben dem Weg eine Felsmurmel, auf der die Jahreszahlen 1776, 1913 und die Buchstaben WR eingemeißelt sind. Ganz schon komisch war auf meiner Wanderung, dass gleich neben dem Stein mehrere Teile einer Wirbelsäule lagen. Nachdem man die Talsohle erreicht, Brueckenlager_Sandgraben_kleinfallen zwei massive Brückenlager auf. In dem Tal des Sandgrabens ist eigentlich überhaupt nichts Besonderes und es ist außerdem noch eine Sackgasse. Warum auch immer hier jemand eine Brücke gebaut hat, erschließt sich mir überhaupt nicht, aber vermutlich ist es nur, um gefällte Bäume aus der Schlucht so einigermaßen einfach abtransportieren zu können. Der einzige sinnvolle Weg für diese Wanderung befindet sich auf der gegenüberliegenden Hangseite und so muss man erst bis runter zu dem Minibach steigen und dann auf dem gut sichtbaren Hangweg weiter abwärts wandern. Der Weg wird heutzutage nicht mehr häufig genutzt und so liegen ein paar Bäume (zu meiner Wanderzeit waren es 6 Stück) quer über den Weg. Das sollte aber kein ernstzunehmendes Hindernis sein und nach 300 Metern erreicht man die gut markierte Kernzonengrenze (rote Ringe um die Bäume). Die Kernzone wird aber überhaupt nicht betreten, Weberstube_Sandgraben_kleinsondern die Grenze wird nur zur Orientierung genutzt. Sie läuft quer durch den Grund und genau daran geht es in die Senke hinein. Wenige Meter von der Grenzlinie entfernt befindet sich die alte Boofe Weberstube. Sie ist kaum zu übersehen und befindet sich unter einem Überhang. Weberstube_ehemalige_Wandbefestigung_kleinFrüher war die Boofe ein geschlossener Raum und die Einkerbungen für die Holzwände sind noch deutlich zu erkennen. Ziemlich beeindruckend sind die Jahreszahlen in der Boofe. Ich habe mindestens 1736, 1718 und 1632 entdeckt und noch eine in den Felsen gemeißelte Fledermaus und den schönen Spruch „Geh immer lachend durchs Leben“.

Für den Rückweg muss man das ganze Stück des Sandgrabens wieder aufwärts steigen bis zur Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich. Diese trifft man gleich an dem großen Platz mit den Holzstapeln und Erdhügeln an. Man folgt der Wanderwegmarkierung nach recht in Richtung Golfplatz bzw. Janov (Jonsdorf). Die ersten paar Meter führen noch durch den Wald und dann kommt man an den Rand des Golfplatzes. Golfplatz_Jonsdorf_kleinDiesen muss man an zwei Stellen überqueren und das ist sehr interessant. Selbst im heißen Sommer 2018 waren zumindest die Zielgebiete immer noch wunderbar grün. Wenn man der Wanderwegmarkierung folgt, gelangt man ohne sonderliche Anstrengungen auf den Janovský vrch (Clarsberg). Blick_vom_Aussichtsturm_Jonsdorf_linke_Elbeseite_kleinHier steht seit ein paar Jahren ein neuer Aussichtsturm. Die Aussichtsplattform ist oberhalb der Baumwipfel und damit hat der Turm eine ganz ansehnliche Höhe. Etwas ungewöhnlich ist, dass er komplett aus Stahl und Gitterrosten besteht und bei einem bisschen Wind auch ordentlich schaukelt. Blick_vom_Aussichtsturm_Jonsdorf_Rosenberg_Golfplatz_kleinAber man sollte sich nicht verrückt machen, da der Turm schon richtige Stürme ertragen hat und dabei auch nichts passiert ist. Aber ein bisschen komisch ist es trotzdem. Die Rundumaussicht von dem Turm ist schon sehr lohnenswert. Am Fuße des Turmes bzw. des Hügels ist dann auch schon der Ausgangspunkt der Runde erreicht.

Ich fand die Wanderung sehr schön, da der Edmundova soutěska (Edmundsklamm) und der Friedhof oberhalb von Hřensko (Herrnskretschen) eine Besonderheit sind. Die Entdeckung der Weberstube fand ich super interessant und es hat mich wirklich verwundert, dass hier so uralte Jahreszahlen zu sehen sind. Warum sind die Leute damals in den Sandgraben gegangen? Auch damals ist es ganz sicher eine Sackgasse gewesen und damit können es eigentlich nur Waldarbeiter gewesen sein. Zu dieser Entdeckungsreise kommt dann auch noch die schöne Aussicht von dem Janovský vrch (Clarsberg) und dass man nicht einmal die Tschechische Kernzone betreten musste.

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Felsenkapelle Modlivy dul

In unserer Ausgabe der Sächsischen Zeitung ist jeden Freitag eine Seite über Neuigkeiten, Ausflugsmöglichkeiten und Wanderungen in Tschechien enthalten. Im September 2016 war ein sehr interessanter Artikel über die Umgebung Modlivý důl (Felsenkapelle der Jungfrau Maria von Lourdes) zu lesen. Blöderweise ist diese Gegend so weit abseits von der restlichen Böhmischen Schweiz, dass ich erstmal eine Wanderkarte bestellen musste und dann einen Rundweg ausgedacht habe. In diesen Sommerferien (2017) haben wir uns auf den Weg gemacht. Die Anfahrt ist mit fast einer Stunde doch relativ lang, aber im Nachhinein können wir sagen, dass es sich gelohnt hat.

Der Startpunkt für diese Runde ist in Nový Bor (Heida) und dort auf dem städtischen Parkplatz vor dem Parkhotel. zentraler_Platz_Heida_kleinDie Wanderung führt über den Kreisverkehr hinweg und dann ein paar wenige Meter auf der Straße 268 bis zu dem großen Platz vor dem Glasmuseum. Es ist beeindruckend, wie wunderbar so einige Gebäude, ganz besonders um diesen großen Platz herum, wiederhergerichtet wurden.

Spätestens hier sollte man die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich entdecken. Dieser Markierung geht es in südöstliche Richtung hinterher. Da die Wanderwegmarkierungen manchmal nicht gleich auf einen Straßenwechsel hinweisen, hier die Straßennamen, denen man nacheinander folgt: 268, Sloupská, Palackého, Špálova, Česká, Husova, Na Svahu und Jiráskova. Diese Straße endet am Waldrand und hier ist der rote Strich dann einfach zu finden. Dem gut ausgebauten Waldweg wird gefolgt und zwischendurch hat man eine sehr nette Aussicht auf den Chotovický vrch (Kottowitzer Berg). Nach etwas mehr als einem Kilometer erreicht man die Miniortschaft Janov und einen halben Kilometer dahinter stößt man auf die schon bekannte Landstraße 268. Felsenburg_Einsiedlerstein_kleinAuf ihr wandert man wenige Meter (ca. 100 Meter) nach rechts, bis vor einem die Skalní hrad a poustevna Sloup (Felsenburg Einsiedlerstein) auftaucht. Diesen Felsen mit der darauf befindlichen Kirchturm_Einsiedlerstein_kleinBurg sollte man sich unbedingt ansehen. Da die Öffnungszeiten aber schwer variieren, sollte man vorher auf der Webseite www.hradsloup.cz nachsehen, ob zur Wanderzeit eine Besichtigung möglich ist. Die Burg ist ein Labyrinth von in den Fels gehauenen Gängen und Kammern, am Lustigsten ist die Kirche, welche sich komplett im Felsen befindet, aus dem nur ein kleiner Kirchturm herausragt. Zu unserer Besuchszeit spielte jemand auf einem Klavier in der Kirche und das klang wirklich toll.

Von der Felsenburg aus blickend, fallen einem ganz besonders ein Gebäude und ein Turm an der gegenüberliegenden Felswand auf. Dort geht es als nächstes hin. Dazu steigt man natürlich wieder von der Waldbuehne_Lesni_divadlo_kleinBurg herunter und überquert die Landstraße 268. Dort führt der rote Strich weiter und der ernstzunehmende Aufstieg beginnt. Nach ein paar Metern Aufstieg (45 Höhenmeter) erreicht man die hoelzerner_Aussichtsturm_kleinWaldbühne Lesní divadlo (www.obecsloupvcechach.cz), die man in der spielfreien Zeit als kleines Labyrinth benutzen kann. Der rote Strich steigt weiter auf und man erreicht eine Gaststätte mit einem neuen Aussichtsturm. Es ist sehr interessant, dass der Turm, aus dem Tal heraus betrachtet, nach einem Betonturm aussieht und sich erst, wenn man kurz davorsteht, als Holzkonstruktion entpuppt. Normalerweise ist es eher so, dass Beton hinter Holz versteckt wird.

Der rote Strich schlängelt sich weiter leicht ansteigend durch den Wald und erst ein paar Gipfel_Slabitschken_kleinhundert Meter vor dem Slavíček (Slabitschken) wird der Anstieg ziemlich steil. Das Gemeine ist, dass man das auch noch deutlich sieht, da der Weg schnurgerade auf den Hang zu- und dann genauso schnurgerade hinaufgeht. Der Gipfel liegt wenige Meter neben dem Wanderweg, ist aber durch die Basaltsäulen sehr gut zu sehen.  Der Zugang ist mit einem roten Dreieck markiert und beginnt an der höchsten Stelle des Wanderweges. Der Abstecher ist wirklich lohnenswert, da eine schöne Ost-West Sichtachse vorhanden ist und der Berg durch seine Höhe einen guten Blick in die Landschaft liefert.

Die Wanderung steigt auf der gegenüberliegenden Seite vom Slavíček (Slabitschken) ab. Ganz schön interessant ist, dass beim Aufstieg der Untergrund Granitbrocken waren und jetzt beim Abstieg Sandstein vorherrscht. Glitzerpunkte_in_Felshoehle_kleinNeben dem Weg kann man so einige Sandsteinformationen entdecken, die zum Teil eine schwächere Schicht enthalten und damit ziemlich löchrig sind. An einer Stelle ist auch eine rechteckigere Höhle zu erkennen, in der es ziemlich seltsam glitzert. Zumindest fallen beim Fotografieren mit Blitz so einige weiße Punkt auf, wofür wir keine plausible Erklärung haben.

Kurz unterhalb dieser künstlichen Höhle wird die Felsenkapelle_Modlivy_dul_kleinModlivý důl (Felsenkapelle der Jungfrau Maria von Lourdes) erreicht. Irgendwie ist das schon ein besonderer Ort mit der kleinen Kapelle und den beiden Seitenflügeln. In den letzten Jahren fällt besonders auf, dass extrem viele christliche Stätten saniert und gepflegt werden. Quelle_am_Waechter_klein
So ist bis hoch zu der Kapelle ein Kreuzweg mit 14 Stationen eingerichtet worden. Genau diesen Weg steigt die Wanderung ab. Dabei passiert man noch die gut geschützte Pramen u Strážce (Quelle am Wächter) und Felsenkapelle_Gemaelde_kleinso einige unverwüstbare Bänke. Am Ende bzw. eigentlich ist es der Anfang des Tals steht eine große Erklärungstafel zur Felsenkapelle. Hier sind mehrere Gemälde zu dem Wallfahrtsort abgebildet und besonders lustig sieht das Bild rechts oben aus. Hier sieht man eine Prozession aus der Kapelle herausströmen, was aber angesichts der tatsächlichen Größe höchstens mit einer Ansammlung von Zwergen realisierbar wäre.

Die Wanderung erreicht den nördlichen Rand von Svojkov (Schwoika), gleich neben dem Restaurant Zámeček. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich ein großer Parkplatz und ein schöner Garten. Diese sind durch eine Mauer voneinander getrennt. Burgruine_Schwoika_kleinWenn man an dieser Mauer bis zum unteren Ende absteigt, dann kann man gleich in dem Garten die Zřícenina hradu Svojkov (Burgruine Schwoika) entdecken. Auch diese Burg besteht ursprünglich aus Gaenge_in_Burgruine_Schwoika_kleinzwei Felsen, die wie ein Schweizer Käse durchlöchert sind. Die Burg soll immerhin schon seit 1370 bestanden haben, aber heutzutage ist es nur noch sehr schwer zu erahnen, wie sie einmal ausgesehen hat. Wir waren uns nicht sicher, ob man durch den Garten gehen darf oder auch nicht und deshalb empfehlen wir, wieder zurück auf die Straße zu wandern und dieser ein paar wenige Meter nach rechts zu folgen. Dann biegt eine Zufahrt ab, auf der man den Garten umrundet hat. Je länger man auf diesem Weg wandert, desto mehr wird daraus ein Feldweg, der aber immer wieder wechselnde Aussichten in die Landschaft liefert. Nachdem eigentlich schon gar nichts mehr vom Weg zu sehen ist, Weissdorn_kleinpassiert man aber eine Brücke mit weißem Geländer. Dahinter befindet sich eine Plantage mit Johannesbeeren und Sanddorn. Durch die spaziert man nur hindurch und dahinter geht es auf einer Wiese weiter. Auf der Ebene gabelt sich der Feldweg. Wenn man sich links hält, dann erreicht man die nächste Straße an einem kleinen Friedhof oder wenn man sich rechts hält, dann stößt man auf eine Ruine, die anscheinend im Ursprung ein Bauernhof war. Auch hier erreicht man dieselbe kleine Straße. In beiden Fällen wandert man auf der Straße nach rechts weiter. Bei der Straße handelt es sich um den Fahrradweg 3053, der zuerst einen Teich und dann eine sehr gepflegte Siedlung mit einem Tennisplatz passiert. Kapelle_Chomouty_kleinAn einer Kapelle stößt man auf eine Straße, der man nur 150 Meter nach links folgt, um dann wieder nach rechts abzubiegen. Die Zufahrt steigt leicht an und schon bald wandert man auf einem Feldweg mit netter Aussicht über die Landschaft entlang. Kottowitzer_Berg_kleinBesonders fällt dabei der Chotovický vrch (Kottowitzer Berg) vor einem auf. Ziemlich genau auf halber Strecke über die Wiesen steht eins der vielen Kreuze und daneben befindet sich eine Tafel mit einer Erklärung der Landschaft. Dabei sind Berge und Orte eingetragen. Ohne diese Tafel würde einem gar nicht auffallen, dass auf der rechten Seite auch nochmal die Skalní hrad a poustevna Sloup (Felsenburg Einsiedlerstein) zu sehen ist.

Am Ende des Feldweges erreicht man die Ortschaft Chotovice (Kottowitz). Der Feldweg ist auch mit dem Radweg 3053 markiert und mit dieser Markierung findet man hervorragend durch den Ort. Mitten Kapelle_Maria_Heimsuchung_kleinin der Ortschaft steht die Kapelle Maria Heimsuchung, die immerhin im Jahr 1776 erbaut wurde und auch heute noch sehr gut erhalten aussieht. Auf der nördlichen Seite der Ortschaft folgt man weiterhin dem Radweg 3053 und es geht durch einen Waldstreifen weiter. Gleich zum Anfang wird ein Teich passiert, auf dem zu unserer Wanderzeit eine Schwanenfamilie rumpaddelte. Irgendwie waren wir uns nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, den 7 Tieren zu nahe zu kommen, aber anscheinend wollten sie doch nur nach etwas Essbarem betteln. Der Weg steigt in Richtung eines hohen Schornsteins an. Dieser gehört zu einer Glasfabrik, die wie noch sehr viele andere Betriebe in Nový Bor (Heida) außergewöhnliche Glasprodukte herstellen. Sehr interessant ist, dass im Eingangsbereich richtig dicke tolle_Haeuser_an_Palackeho_kleinGlasklumpen herumliegen und der Vorgarten mit so einigen Glasprodukten verschönert ist. Das letzte Stückchen führt noch auf dem Radweg 3053 weiter durch Nový Bor (Heida). Die passenden Straßennamen sind: Hřebenka, Palackého, Špálova, 268. Auf der Straße Palackého passiert man einen wirklich toll aussehenden Platz mit einer Vielzahl schöner Häuser drum herum, die heutzutage alle wieder perfekt saniert aussehen.

Damit ist eine wirklich sehr interessante Wanderung zu Ende gegangen, die so einige Sehenswürdigkeiten beinhaltete. Wirklich beeindruckend ist, wie sich die Städte und Orte in Tschechien in den letzten Jahren herausgeputzt haben. Wir hoffen, dass man auch in den nächsten Jahren noch auf dem Rückweg durch die Sanddorn-Plantage wandern darf und dort der Besitzer nichts dagegen hat.

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Luchspfad Mezní Louka

Nachdem wir gerade den kleinen Bogen auf dem Bad Schandauer Luchsweg unternommen haben, fiel uns ein, dass es auch noch einen Luchspfad bei Mezní Louka (Rainwiese) gibt. Als wir das letzte Mal die Runde zum Prebischtor und dann über den Gabrielina stezka (Gabrielensteig) nach Mezní Louka (Rainwiese) gewandert sind, haben wir zwar den Eingang zum Luchspfad gesehen, ihn aber wie der größte Teil der Wanderer ignoriert. Dieses Freigelände lebt unberechtigter Weise ein ähnlich unbeachtetes Dasein wie die Waldhusche in Hinterhermsdorf. Da geben sich die beiden Nationalparks so eine Mühe, den Besuchern die Natur näher zu bringen und die gehen einfach dran vorbei. Wir haben auf jeden Fall einen netten Ausflug mit unseren beiden Mädels dorthin unternommen und uns über die vielen Stationen gefreut.

Der Startpunkt ist Mezní Louka (Rainwiese) mit seinen vielen unterschiedlichen Parkmöglichkeiten. Von hier geht es auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich in Richtung Pravčická brána (Prebischtor). Gleich am Ortsausgang befindet sich links eine Nationalparkinformationsstelle, an der Karten, schoene_Ferienhaeuser_Mezni_Louka_kleinKalender und Bilder verkauft werden und auf der rechten Seite eine Ferienhaussiedlung mit schicken Häusern. Der jetzt folgende Waldweg heißt Kozí Hřbet (Ziegenrücken), wird aber für diese Wanderung nur wenige Meter (ungefähr 100 Meter) genutzt. Dann steht rechts eine Tafel, die den Luchspfad beschreibt und ein Pfad führt in den Wald. Auf der Tafel kann man schnell erkennen, dass es sich eigentlich um zwei Pfade von 0,3 Kilometer und 0,8 Kilometer handelt. Luchspfad_TafelAuch wenn beide Pfade mit so einigen Stationen ausgestattet sind, so deuten die Zeitangaben von ½ – 1 Stunde für die kleinere Runde und 1 – 2 Stunden für die „größere“ Runde auf ein genüssliches Schlendern hin. Beide Pfade lassen sich perfekt miteinander verbinden und es entsteht ein netter kleiner Bogen.

Nachdem man den Pfad 100 Meter in den Wald gewandert ist, biegen links der kürzere und rechts der längere Weg ab. Wir haben die Runde nach rechts gewählt. Nacheinander tauchen hier die folgenden Stationen auf:

Station: Was wächst hier?
An dieser Station werden einige Pflanzen (Stieleiche, Vogelbeere, Waldkiefer, Brombeere usw.) aus dem Wald auf Tafeln vorgestellt und sind in der Nähe auch anzutreffen.
station_was_waechst_hier_tafel_tanne_kleinstation_was_waechst_hier_tanne_klein
Station: Das Waldhochhaus
Auf dem Fußboden der Station ist ein schlanker Baum abgebildet und in den einzelnen Höhen kann man dann passend die jeweils dort lebenden Tiere entdecken.
station_das_waldhochhaus_kleinstation_das_waldhochhaus_bild_specht_kleinstation_das_waldhochhaus_text_specht_klein
Station: Unauffälliges im Wald
Hier kann man über drei unterschiedliche Vorrichtungen in den Wald blicken und dadurch Details entdecken, die man sonst einfach übersieht.
station_unauffaelliges_im_wald_zielen_kleinstation_unauffaelliges_im_wald_klein
Station: Spaziergang durch eine neue Wildnis
So ein Spaziergang über eine Hängebrücke macht nicht nur auf einem Spielplatz Spaß, sondern auch in der relativ steilen Fassung in der Natur.
station_spaziergang_durch_eine_neue_wildnis_mittelteil_kleinstation_spaziergang_durch_eine_neue_wildnis_anfang_klein
Station: Erholungszentrum im Wald
Dass hier genau für unsere Familie passend sehr schöne Liegestühle stehen ist wirklich perfekt.
station_erholungszentrum_im_wald_tafel_kleinstation_erholungszentrum_im_wald_liegen_klein
Station: Holzhusche
Sehr ungewöhnlich. In Tschechien darf man tatsächlich selber einen Baumstamm die Rinne hinunterschubsen.
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Station: Wald-Dendrophon
Es ist ziemlich überraschend, dass nicht nur die Länge, sondern auch die Holzsorte einen Einfluss auf den Klang hat.
station_wald-dendrophon_tafel_kleinstation_wald-dendrophon_klein
Station: Waldtümpel
Eine geniale Idee, nicht nur einen langweiligen Steg über den Tümpel zu bauen, sondern so ein nettes Kunstwerk anzulegen.
station_waldtuempel_pfad_kleinstation_waldtuempel_libelle_kleinstation_waldtuempel_libelle_tafel_klein
Station: Olympische Spiele der Tiere
Hier darf man zwar nicht selber springen, aber sehr interessant sind die Sprungweiten schon. Sehr unterhaltsam ist der weiteste Springer: Mike Powel mit 8,95 Meter.
station_olympische_spiele_der_tiere_kleinstation_olympische_spiele_der_tiere_tafel_luchs_kleinstation_olympische_spiele_der_tiere_irgendwie_falsch_verstanden_klein
Station: Leben in einer Baumhöhle
Die einzige Station auf der gesamten Runde, die schon ein wenig abgenutzt aussah.
station_leben_in_einer_baumhoehle_tafel_kleinstation_leben_in_einer_baumhoehle_klein
Station: Was geschieht unter der Rinde?
Tolle Station, die bestimmt richtig viel Arbeit war. Sehr anschaulich und trotzdem perfekt zum Spielen.
station_was_geschieht_unter_der_rinde_kleinstation_was_geschieht_unter_der_rinde_seltsamer_borkenkaefer_kleinstation_was_geschieht_unter_der_rinde_riesiger_borkenkaefer_klein
Station: Unauffälliger Schmetterling
station_unauffaelliger_schmetterling_tafel_kleinstation_unauffaelliger_schmetterling_raupe_kleinstation_unauffaelliger_schmetterling_klein
Dann geht es auf dem kürzeren Pfad wieder zurück. Dabei wandert man dann entgegen der eigentlichen, vorgeschlagenen Richtung. Hier passiert man dann die folgenden Stationen:
Station: Waldpavillon
Da in dem schönen Pavillon gerade eine Gruppe Wanderer ihre Rast machte, gibt es kein Foto von dem Rastplatz.
Station: Spannweite der Flügel
Es ist beeindruckend, wie riesig manche der Vögel sind. Wenn man das Glück hat und mal z.B. einen Schwarzstorch von unten sieht, hat man keinerlei Größenvergleich und so scheint er knapp größer als eine Amsel. Hier kann man gut sehen, dass die Spannweite doch ein ganzes Stück größer ist.
station_spannweite_der_fluegel_tafel_kleinstation_spannweite_der_fluegel_schwarzstorch_kleinstation_spannweite_der_fluegel_loesung_klein
Station: Reise in die Vergangenheit
Ganz schön seltsam, wenn ein Walderlebnispfad des Nationalparks den Auerhahn als ausgestorben bezeichnet, aber gleichzeitig wegen diesem Tier der Grenzweg gesperrt ist.
station_reise_in_die_vergangenheit_tafel_kleinstation_reise_in_die_vergangenheit_braunbaer_kleinstation_reise_in_die_vergangenheit_auerhahn_klein
Station: Gedächtnis der Bäume
Diese Station sieht durch ihre Glasplatte sehr gut aus, aber ob das so ein paar Jahre hier draußen überlebt ist fraglich.
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Station: Spurensuche
Wie auch immer man die Fußabdrücke in die Bretter gemacht hat, es sieht besonders lustig beim Baummarder aus.
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Station: Barfuß wie die Tiere
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Station: Wieviel wiegen wir?
Das ist eine super Idee, das Gewicht der Tiere als kleine Fitnessübung zu verpacken. Jetzt weiß man auch als Erwachsener, warum bei einem Wildunfall die Fahrzeuge so verbeult aussehen.
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Station: Was schmeckt uns?
Überraschend war für uns, dass der Schwarzstorch als Nahrung Fische liebt. Bisher dachten wir eher an Frösche und andere Wiesenbewohner.
station_was_schmeckt_uns_tafel_kleinstation_was_schmeckt_uns_vorderseite_kleinstation_was_schmeckt_uns_rueckseite_klein

Nach diesem kleinen Bogen geht es wieder auf dem Kozí Hřbet (Ziegenrücken) nach links bis zum Ausgangspunkt zurück.

Diese Runde ist eher ein kleiner Spaziergang, der aber sehr gut dazu benutzt werden kann, die Kinder an die frische Luft zu locken und dabei noch eine Kleinigkeit von der Natur zu lernen. Natürlich lässt sich dieser Bogen auch ganz hervorragend in die Prebischtorrunde einbauen. Wenn sich der Nationalpark schon so viel Mühe gibt, dann sollte man so eine Stelle auch besuchen.

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Kellertafel

Diese Wanderung ist dadurch entstanden, dass mir ein netter Leser unserer Webseite einen echten Brief – auf Papier, mit der Post! –  geschickt hat. Ich muss ehrlich zugeben, das habe ich noch nie erlebt und es hat mich wirklich gewundert und total erfreut. Der Brief bestand aus zwei gut beschriebenen Wanderungen, wovon diese Wanderung hier eine ist. Der Startpunkt befindet sich an der Kirche von Jetřichovice (Dittersbach). Vor der Kirche befindet sich ein mittelgroßer Parkplatz, auf dem ich bisher seltsamerweise immer einen Platz gefunden habe. Kirche_Dittersbach_Heiliger_Johannes_Nepomuk_kleinDie ersten Schritte der Wanderung führen zur Kirche hinauf und dann rechts neben der Kirche aus der Ortschaft hinaus. Neben der Kirche steht eine Tafel, auf der ein bisschen zur Kirche, dem Friedhof und dem Pfarrhaus erklärt ist. Etwas irritierend ist, dass dort steht, dass die Kirche 1992 – 93 erneuert wurde. Irgendwie kann ich mir das nur schwer vorstellen. Vermutlich ist eher eine Sanierung zu dem Zeitraum gemeint.

Knapp hinter dem Ortsrand hat man einen sehr netten Blick auf die Felsen Rudolfstein, Wilhelminenwand und Marienfelsen. Auf der linken Wegseite beginnt bald ein Wald, der sich rund um den unscheinbaren Michelův vrch, oder auch Vyhlídka genannt, (Michelsberg) erstreckt. Zwischen dem Gipfel und dem Feldweg befindet sich der Felsen Kočičí kostel (Katzenkirche). Vom Weg aus gesehen wirkt der Felsen nicht gerade besonders aufregend, aber wenn man am Ende der Wanderung nochmal auf den Michelův vrch (Michelsberg) blickt, sieht man, dass es sich um eine relativ hohe, freistehende tolle_Bank_Katzenkirche_kleinFelsnadel handelt, die schon was Besonderes ist. Es sieht ganz schön lustig aus, da der Felsen richtig nett aus dem Wald herausragt. Vollkommen platt war ich von der Holzbank, die gleich am Wegesrand steht. Irgendwie bin ich ja schon dran gewöhnt, dass die Rastplätze im Böhmischen einfach viel einladender als auf der deutschen Seite sind. Aber diese Bank hat so tolle Schnitzereien, dass man unweigerlich eine Rast einlegen muss.

Ganz wenige Meter (ca. 60 Meter) weiter steht wieder auf der linken Wegseite das Johanka-Michel-Flurkreuz. Kreuz_Peters_Wald_kleinAuch hier sieht man, dass fleißige Hände sich um die Pflege kümmern. Das Kreuz ist frisch saniert und auf der Vorderseite steht der Text: “Vaterlein deine Hunde empfehle ich meinen Geist 1819”. Hier war sich wohl jemand mit dem Text nicht ganz so sicher, denn eigentlich müsste es doch eher heißen: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! Aber vielleicht irre ich mich auch. Die Wanderung folgt in einem Bogen dem Weg und nach ¼ Kilometer geht es nach rechts am Waldrand weiter aufwärts. Bei diesem Weg handelt es sich um die Česká silnice (Böhmerstraße), einen uralten Verkehrsweg von Böhmen in die Lausitz. Nach ein paar hundert Metern (400 Meter) auf diesem Weg stand auf der rechten Wegseite das Fiedlerův kříž (Fiedlers Kreuz). Im Sommer 2016 haben davon aber nur noch zwei Sandsteinblöcke dort gelegen. Ich habe das Kreuz vor ein paar Jahren schon mal in einem besseren Zustand gesehen und gehe mal davon aus, dass es gerade zur Sanierung entfernt wurde. Hoffentlich.

Die Wanderung führt die nächsten 700 Meter auf fast gleichbleibender Höhe entlang und erreicht die kleine Nischenkapelle Kapelle_am_Gohlisch_kleinKaple na Kolišti (Kapelle am Gohlisch) mit einem wiederhergestellten Ölgemälde. Die Inschriften links und rechts der Nische sind “M.A. Kny” und “J. Kny” und unterhalb befindet sich die Jahreszahl 1840. Das Gemälde zeigt das Jüngste Gericht und hat mich wirklich wütend gestimmt. Irgendein Idiot hat mit einem Edding links unten deutschen Mist draufgeschrieben. Wie bekloppt ist der Mensch eigentlich, der mit einem schwarzen Stift wandern geht und dann die ordentliche Arbeit eines Malers so verschandelt. Es ist schon schlimm genug, mit einem Stift auf Geländern und Stangen herumzukritzeln, aber das geht eindeutig viel zu weit. Ich schäme mich dafür, dass ein deutscher Idiot so dreist ein Kulturgut missachtet und die Arbeit anderer beschädigt.

Ganz wenige Meter hinter der Kapelle befindet sich die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich, der man nach rechts den Hang hinauf folgt. Der sogenannte Jubiläumsweg ist auf den ersten Metern durch 70 Höhenmeter etwas anstrengender, aber dann ist es ein sehr angenehmer Weg. Im Übergang von Aufstieg zu flachem Weg steht eine Tafel des Dittersbacher Lehrpfades, die nett erklärt, dass sich früher in der Schlucht eine Waldhusche (Rutsche für Baumstämme) befunden hat. Das kann man sich sehr gut vorstellen und die Stämme dürften gut was an Geschwindigkeit gewonnen haben. Auf dem horizontalen Wanderweg passiert man mehre Aussichten mit mehr oder weniger guten Blicken in Richtung des Rosenbergs. Nach 1 ½ Kilometern auf dem roten Strich erreicht man eine Stelle namens Pohovka (Kanapee). Hier steht seit vielen Jahrzehnten, wenn nicht sogar Jahrhunderten, eine Bank und heutzutage ist es wieder mal eine Bank, die ihrem Namen alle Ehre macht. Es ist ein richtig langes Exemplar mit Schnitzereien. Gedenktafel_Kessler_kleinLeider gibt es kein ordentliches Foto davon, weil immer schon irgendjemand darauf saß, wenn ich vorbeigekommen bin. Wenn man nach rechts ein paar Meter (140 Meter und 25 Höhenmeter) den Hang hinabsteigt, erreicht man eine Gedenktafel an Rudolf Georg Kessler. Er ist Oberförster, Erbauer der gerade begangenen Forststraße und Ehrenbürger von Dittersbach gewesen.

Die Wanderung geht aber wieder hinauf zum Pohovka (Kanapee) und dann geradeaus ohne Wanderwegmarkierung oder Wegweiser weiter. Schon nach etwas mehr als  ½ Kilometer auf dem bequemen Forstweg erreicht man einen breiten Waldweg auf der rechten Seite. Der Waldweg wird Königsteichgrund genannt und ist angenehm zu wandern. Ich glaube, dass sich hier nur sehr wenige Wanderer hinein verirren. Meistens dürfte es noch der Jäger sein, da nach ein paar hundert Kreuz_Storms_Kinder_kleinMetern eine Wildfütterung auftaucht. Knapp oberhalb dieser Futterkrippe ist auf der linken Hangseite ein Kreuz mit der Jahreszahl 1855 zu sehen. Dabei handelt es sich um eine traurige Stelle, an der zwei Kinder sich verirrt haben und eins dadurch gestorben ist. Beide hießen mit Familiennamen Storm (wobei sie aus unterschiedlichen Familien gestammt haben sollen) und deshalb wird die Stelle Stormovy děti (Storms Kinder) genannt.

Die Wanderung führt wieder auf dem bekannten Weg zurück und dann nach rechts für 800 Meter den Malý mokrý důl (Kleiner Nasser Grund) weiter. Dann erreicht man den Radweg 3029. Eigentlich würde die Wanderung nach rechts weiter gehen, aber da das Ziel dieser Wanderung ist, möglichst viele der Kleindenkmale in dem Gebiet anzusehen,  geht es zuerst mal nach links weiter.

Der Weg durch den Velký Mokrý důl (Großen Nasser Grund) ist sehr angenehm zu wandern und obwohl es einer der gut ausgebauten Radwege ist, begegnen einem nur selten Radfahrer. Schon eher sind es diese großen Treträder, die man oben in Balzhütte ausleihen kann. Die Wanderung erreicht nach einem ¾ Kilometer die Triefbartel_kleinČeská silnice (Böhmerstraße) und hier geht es 50 Meter nach links. Hier befindet sich eine weitere Nischenkapelle mit dem Namen Triefbartel. In der Nische steht heutzutage ein Bild mit der Krönung der Jungfrau Maria. Unterhalb der Nische stehen mehrere Nameskürzel (Jos R, St R, Joh R und NC) und darüber ist die Jahreszahl 1861 eingemeißelt.

Die Wanderung führt wieder zurück auf dem Radweg 3029 und nach dem bekannten ¾ Kilometer über die Kreuzung mit dem Malý mokrý důl (Kleiner Nasser Grund) hinweg in den Táborový důl (Lagergrund). Etwas mehr als einen Kilometer hinter der Kreuzung mit dem Malý mokrý důl (Kleiner Nasser Grund) biegt nach rechts eine deutlich sichtbare, breite Schlucht ab. Im Sommer 2016 standen eine Vielzahl an kleinen Fichten, Tannen und Kiefern in der Schlucht namens Medvědí díry (Bärenlöcher). Nach ein wenigen Metern (höchstens 130 Meter) gabelt sich die Schlucht und es geht nach rechts weiter. Dann wird es etwas feuchter und man erreicht einen Felsabsatz von ungefähr 2 Meter Höhe. noch_intakte_Holzleiter_kleinHier stand bis im Sommer 2016 eine Leiter. Irgendwie erschien mir das Exemplar schon ziemlich marode und deshalb bin ich links an der Wurzel hochgeklettert. Bis ganz oben kam ich aber so nicht, deshalb bin ich doch noch rüber auf die vorletzte Sprosse getreten. Rasend schnell war ich wieder unten und meine Hose hatte ein riesiges Lüftungsloch. Jetzt stehen dort leider nur noch zwei halbe Leitern – eine rechte und eine linke Hälfte… Ohne Leiter erschien mir der Absatz als unüberwindbar, aber ein paar Meter den Grund zurück befindet sich an der linken Seite eine schmale Spalte, durch die man ganz gut aufsteigen kann. Schon ist die blöde Stelle umgangen und man kann die letzten paar Meter (ca. 150 Meter) in der Schlucht aufsteigen. Kellertafel_kleinDie Gedenktafel an Rudolf Keller befindet sich an der rechten hinteren Felswand. Normalerweise kann man die Schrift nicht ganz so gut erkennen, aber für das Foto habe ich sie mit Kreide nachgezeichnet. Herr Keller ist im Frühjahr 1899 verschwunden und bei den Zahlen unter dem Namen handelt es sich um den Tag, an dem die Leiche gefunden wurde (26.9.1899). Es wird vermutet, dass Herr Keller von Wilderern getötet wurde.

Für die weitere Wanderung muss man wieder aus der Schlucht heraus bis auf den bekannten Radweg 3029 bzw. Táborový důl (Lagergrund). Auf diesem asphaltierten Weg geht es nach links zurück, bis nach etwas weniger als einem Kilometer rechts der Balzgrund abgeht. Diesem gut ausgebauten Waldweg wird ganz leicht aufsteigend gefolgt, bis nach 300 Metern rechts ein Pfad abbiegt. Dieser heißt Kramářův důl und ist ein netter kleiner Weg, der erst ganz am Ende etwas schwieriger wird. Auf dem ersten ½ Kilometer ist das Maximum an Schwierigkeit der etwas matschige Untergrund und dann kommt ein Anstieg, bei dem nicht die Steigung, sondern eher die Wegfindung das Problem ist. Zwischendurch gabelt sich die Schlucht und hier empfiehlt es sich, die rechte Seite zu nehmen. Solange man aufsteigt, ist man aber immer auf dem richtigen Weg und man landet automatisch auf dem Weg zwischen der Panenská jedle (Jungferntanne) und Na Tokání (Balzhütte). Markiert ist dieser breite Waldweg mit dem blauen Strich blauer Strich und wird nach rechts weiter gewandert. Felsen_mit_Gedenktafel_Neumann_kleinSchon in dem nächsten Grund auf der rechten Seite liegt eine größere Felsmurmel, an der eine kleine Granittafel mit der Inschrift  „Dem Andenken an unseren lieben Gatten u. Vater Johann Neumann Holzschläger aus Dittersbach, welcher hier am 5. Dez. 1922 im 54. Lebensjahre durch einen Baumstamm tötlich Verunglückte.“ abgebracht ist.

Nach insgesamt einem Kilometer erreicht man das erste Haus der Siedlung Na Tokání (Balzhütte). Kreuz_Balzhuette_kleinHier steht auf der linken Seite ein gut gepflegtes Kreuz und das Haus beinhaltet eine Gaststätte, in der man ganz hervorragend zu sehr angenehmen Preisen essen kann. Die Siedlung besteht aus nur drei größeren Häusern. Schwimmbecken_Balzhuette_kleinDem mittleren Haus gegenüber versteckt sich etwas sehr Ungewöhnliches. Wenn man über die Wiese und dann den gut sichtbaren Pfad entlang ein paar Meter hochsteigt, erreicht man ein Schwimmbecken im Sandsteinfelsen, das zwar schon seit vielen Jahren nicht mehr gefüllt wurde, aber trotzdem eigentlich schön aussieht.

Die Wanderung geht weiter auf dem blauen Strich auch noch am letzten (eigentlich ist es eher das erste) Haus vorbei. Auch hier ist eine Gaststätte drin, in der man gut einkehren kann. Rollerverleih_Balzhuette_kleinGleich am Wegrand befand sich im Sommer 2016 eine Roller-Ausleihstation. Genau solche großen Roller waren mir schon im Táborový důl (Lagergrund) begegnet und die Fahrer sahen so aus, als ob sie einen riesigen Spaß hätten. Das Lustigste ist, dass man die Strecke nur abwärts fährt und dann irgendwie (Bus oder Shuttleservice) wieder hoch kommt. Zur blauen Wanderwegmarkierung stößt knapp hinter Na Tokání (Balzhütte) der gelbe Strich gelber Strich hinzu. Kurz danach biegt der blaue Strich links ab, aber wir folgen dem gelben bis zum nächsten Rastplatz in einem Kilometer Entfernung.  Hier zweigt nach rechts der Zugang zum Rudolfův kámen (Rudolfstein) ab. Von dem Rastplatz bis zum Felsfuß sind es 400 Meter und dann geht es mit einer leichten Klettereinlage hoch bis zur Aussicht bzw. der Schutzhütte. Oelgemaelde_Fuerst_Rudolf_Kinsky_kleinDer Rundumblick von hier oben ist wirklich toll. Sehr amüsant sind zwei Bilder in der Hütte, die meiner Ansicht nach gestempelt sind. Das eine ist eine Libelle und das andere eine Bärentatze. In einer Ecke der Hütte hängt auch noch ein sehr gelungenes Ölgemälde von Fürst Rudolf Kinský (1802 – 1836).

Nun geht es den gleichen Weg zurück bis zu dem Rastplatz. Jetzt folgt man dem roten Strich roter Strich weiter geradeaus. Der Weg ist ziemlich angenehm zu wandern und gleich an mehreren Stellen kann man sehen, dass dem Komfort der Strecke ganz schön nachgeholfen wurde. Mehrmals ist der Felsen so entfernt worden, dass ein bequemes Vorwärtskommen möglich ist. Nach einem ¾ Kilometer weist ein Schild auf die Vilemínina stěna (Wilhelminenwand) hin. Oelgemaelde_Fuerstin_Wilhelmine_Kinsky_kleinAuch wenn es eine ganz ähnliche Stelle wie der Rudolfův kámen (Rudolfstein) ist, so kommt man so einfach zu der Aussicht, dass man sie einfach nicht auslassen sollte. Die Aussicht ist nach Fürstin Wilhelmine Kinský (1804 – 1870) benannt, sie war die Ehefrau des eben schon erwähnten Fürsten Rudolf Kinský. Von dieser Aussicht kann man sehr schön nach links auf den Mariina skála (Marienfelsen) und geradeaus nach Jetřichovice (Dittersbach) und den Rosenberg blicken. Die verbrannten Bäume am Mariina skála (Marienfelsen) sehen sehen noch ziemlich hässlich aus, aber man kann schon sehr gut die neue Vegetation sehen und auch die vielen unterschiedlichen Bäumchen.

Genau dorthin soll es als nächstes gehen und so muss man zuerst die paar Meter wieder zurück Balzers_Lager_kleinbis auf den markierten Wanderweg (roter Strich roter Strich) und dann nach rechts weiter. Schon nach wenigen Metern geht es ein paar Höhenmeter hinunter und man erreicht eine Stelle namens Balzerovo ležení (Balzers Lager). Eigentlich ist es nichts anderes als ein überhängender Felsen, aber man kann gleich Rastplatz_Balzers_Lager_kleinmehrere uralte (aus z.B. den Jahren 1632 und 1856) Inschriften im Felsen finden und zwei wunderbare Sitzplätze. Die Wanderung geht noch ein paar hundert Meter weiter, bis nach rechts der Weg zur letzten Aussicht des Tages, hoch zum Mariina skála (Marienfelsen) abbiegt. Die Aussicht wird über ein paar viele Stufen erreicht. Das war für mich etwas ungünstig, da meine Hose ja am Hintern zerrissen war und wenn man dann die Stufen hochgeht, sieht das für die nachfolgenden Wanderer sehr unterhaltsam aus. Aber für den Blick vom Felsen herunter muss man so etwas schon mal in Kauf nehmen.

Für das letzte Stück der Wanderung geht es wieder auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich nach rechts weiter. Der Abstieg ist relativ schnell geschafft Kindererholungsheim_Dittersbach_kleinund man passiert noch das ehemalige Kindererholungsheim (das im Sommer 2016 immer noch leer steht). Schon ist man wieder am Anfangspunkt der Wanderung in Jetřichovice (Dittersbach) angekommen. Die Wanderung ist auf jeden Fall die Runde mit den meisten Zwischenstopps, was man auch an der Länge der Beschreibung gut sehen kann. In meinem Fall hat mir die Wanderung ein paar Minuspunkt durch den Zusammenbruch der Leiter beschert, aber dafür bin ich dann auch gleich wieder bei der Näherin für Outdoor-Bekleidung (www.kalhoty-kb.cz) in Chřibská (Kreibitz) vorbeigefahren und habe mich mit drei neuen Wanderhosen ausgestattet. Die Schneiderin und ihr Mann haben ganz schön amüsiert geschaut, als sie meine Rückseite sahen.

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Burg Fredewald

Nachdem ich mal wieder gemeint hatte, dass ich es besser könnte als einer meiner netten Hinweisgeber, musste ich die Wanderstrecke dann doch wenigstens in Teilen noch einmal wiederholen. In diesem Fall ist es die Wanderstrecke Lehrpfad Kaltenberg. Ein Leser hatte mir die Empfehlung für die Strecke geschickt und ich hatte unterwegs beschlossen, konsequent auf dem Lehrpfad zu bleiben. Damit war ein häßliches Stück Wanderung auf einer böhmischen Landstraße enthalten, was in der Ursprungsempfehlung mit genau dieser Wanderung umgangen worden wäre. Also kommt hier die Erweiterung zu dieser Runde, die aber auch als separate Runde sehr empfehlenswert ist.

Der Startpunkt liegt unterhalb der Burg Fredewald an der Straße zwischen Horní Kamenice (Oberkamnitz) und Mlýny (Hillemühl). Von dem Parkstreifen geht es über die kleine Brücke der Kamenice (Kamnitzbach) auf die gegenüberliegende Bachseite. Zuerst wandert man noch ein paar wenige Meter horizontal, bis rechts hinten der gut sichtbare Waldweg aufsteigt. Wasserwerk_am_KamnitzbachGenau an dieser Stelle kann man links ein paar Meter neben dem Weg eins der alten Wasserwerke entdecken. In diesem Fall ist es das schönste in dem gesamten Bereich. Der Aufstieg erfolgt über 350 Meter und 80 Höhenmeter. Dann erreicht man einen Bergsattel, von dem man schon mal einen netten Blick auf der anderen Seite hinunter hat. Die Wanderung geht nach links (vom Aufstieg aus gesehen) weiter. Ausgeschildert ist der rote Pfeil und der Herdstein und Střední vrch (Mittenberg). Nach ½ Kilometer erreicht man ein Schild mit dem Namen Herdstein. Das komische ist, dass sich dieser vollkommen uninteressante Berg gar nicht an dieser Stelle, sondern ½ Kilometer nördlich befindet. Wenn aber jeglicher Hügel in Tschechien inzwischen einen tschechischen Namen hat, aber der Herdstein immer noch Herdstein heißt, dann ist das vermutlich auch schon ein Zeichen, wie uninteressant der Hügel ist. Viel besser ist der Střední vrch (Mittenberg) und deshalb geht es schräg rechts weiter. Nach einem ¾ Kilometer erreicht man eine Abstieg_Mittenberg_kleinKreuzung, an der man nach rechts weiterwandert. Schon bald fällt auf der linken Wegseite ein seltsamer Geröllhang auf, über den ein Pfad nach oben steigt. Der Untergrund besteht aus Basaltsteinen und deshalb sollte man bei feuchtem Wetter besonders aufmerksam sein. Nach 30 Höhenmetern ist auch schon der Aussicht_Mittenberg_kleinGipfel des Střední vrch (Mittenberg) erreicht und das Beeindruckenste ist die perfekte Rundumsicht ohne einen einzigen störenden Baum. Man kann wirklich gut in das Lausitzer Gebirge, die Sächsisch-Böhmische Schweiz und das Böhmische Mittelgebirge blicken.

Also wir dort oben gewesen sind, hat es ordentlich gepfiffen und deshalb war es nicht ganz so das Vergnügen und wir haben uns schnell wieder davongemacht. Am Ende des Auf- bzw. Abstieges geht es schoener_Rastplatz_Mittenberg_kleinnach links. Schon bald passiert man einen dieser gut gepflegten Rastplätze und nach insgesamt 200 Metern geht es rechts weiter. An der Stelle haben wir uns gut amüsiert, da ich die Wanderung als Weg für das Navigationssystem erhalten hatte und genau an dieser Stelle hat sich unser Ideengeber für diese Runde um ein Ministück verlaufen. Genau diesen Schlenker sind wir damit dann auch gewandert. In meinem aufgezeichneten Track ist jetzt aber diese Minischleife herausgelöscht. Nach 150 Metern geht es nochmal nach rechts und dann an der nächsten Möglichkeit (ca. 250 Meter) links herum. Abstieg_Hillemuehl_kleinAb hier wandert man auf einem abfallenden Waldweg bis runter nach Mlýny (Hillemühl). Der Weg ist angenehm zu gehen und man erreicht die Hauptstraße kurz hinter dem westlichen Dorfrand. Dieser Straße folgt man nach links für 200 Meter, um dann nach rechts auf die Straße hoch zur Kreuzbuche abzubiegen. Auch wenn die Straße asphaltiert ist, so trifft man nur ganz selten Fahrzeuge an. Das ist auch als Autofahrer ganz angenehm, da zwei Autos hier nur schwer aneinander vorbei können. Die Straße wird etwas mehr als ½ Kilometer aufwärts gewandert, um dann an der ersten Möglichkeit nach links abzubiegen. Hier wandert man auf einem netten Waldweg für zwei Kilometer mit einer leichten Steigung aufwärts. Ganz kurz vor der hässlichen Landstraße zwischen Horní Kamenice (Oberkamnitz) und Kytlice (Kittlitz) erreicht man einen Waldweg, dem man nach links folgt. Nach ein paar hundert Metern (ca. 400 Meter) stößt die rote Wanderwegmarkierung roter Strich hinzu, auf der es weiter geradeaus geht. Der Waldweg fällt ins Tal der Kamenice (Kamnitzbach) ab und eigentlich ist es ganz schön ungewöhnlich, dass sich hier unten früher eine Burg befunden hat. Kurz bevor man nach links in den untersten Teil des Abstiegs abbiegt, befindet sich geradeaus eine große Informationstafel zur Burg Fredewald. Leider ist die Tafel nur in Tschechisch geschrieben, aber es gibt zur Geschichte der Burg netterweise eine Wikipedia-Seite (de.wikipedia.org/wiki/Burg_Fredevald). Wenn es tatsächlich stimmt, dass die Mauer_Burg_Fredewald_kleinBurg schon 1440 erobert und dann zerstört wurde, dann ist es wirklich sehr verwunderlich, dass man noch so viele Spuren entdecken kann. So befindet sich gleich links vom Aufstieg eine große Mauer mit einem Fenster. Auf der rechten Seite ist eine Art Wall von einer ursprünglichen Mauer zu entdecken. Diese beiden Teile gehörten zum unteren Teil der Burg. Aussicht_Burg_Fredewald_kleinDer Aufstieg erfolgt über einen Pfad, der zwischendurch sogar eine Kette als Handlauf hat. Diese Hilfe benötigt man aber nur, wenn der Untergrund Aussicht_von_Burg_Fredewald_kleinnass ist und damit die Basaltsteine rutschig werden. Auf dem Gipfel befindet sich eine überraschende Aussicht, von der man schön in die bewaldete Landschaft und hinüber zur Ortschaft Kamenice (Kamnitz) blicken kann. Dadurch, dass der Gipfel ziemlich weit unten im Tal der Kamenice (Kamnitzbach) liegt, erwartet man eigentlich keine nennenswerte Aussicht.

Die letzten paar Meter dieser Wanderung führen auf der roten Wanderwegmarkierung bis zum Bach hinunter. Hierbei muss man ein kurzes Stück durch eine Senke abwärts wandern und bisher Basalt_Burg_Fredewald_kleinwar diese Stelle immer feucht und matschig. Es ist immer wieder unterhaltsam, wenn Besucher nur einen kurzen Abstecher zu einer Attraktion (in diesem Fall das Gelände der Burg Fredewald) unternehmen und dabei dann Schuhwerk anhaben, dass mehr für ein Einkaufscenter geeignet wäre. An dem Start- bzw. Endpunkt angekommen, kann man die riesigen Basaltsäulen von Fredewald bestaunen. Sehr ungewöhnlich sieht aus, dass die Säulen zuerst vertikal aus dem Boden herauswachsen und dann in die Horizontale abgebogen sind.

Die Runde ist eine nette Wanderung mit gleich mehreren Aussichten, angenehmer Ruhe und mindestens der Attraktion der Burgruine. Das einzige Manko an der Runde ist, dass sie doch ein ganzes Stück von der eigentlichen Sächsischen Schweiz entfernt liegt. Damit ist die Anreise schon ziemlich lang. Was wir auf jeden Fall noch empfehlen können, ist auf dem Nachhauseweg einen Abstecher zu dem kleinen Wander- und Klettershop (www.kalhoty-kb.cz) an der Kreuzbuche zu unternehmen. Hier schneidert eine Dame mit ihrer Tochter Bekleidung für den Freizeitbereich. Die Anziehsachen sind wirklich sehr gut und durchdacht verarbeitet und dazu noch zu einem angenehmen Preis.

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Windmühle

Seit einigen Jahren sind mir bei dem Weg durch die Údolí Suché Kamenice (Dürrkamnitzklamm) immer wieder die kleine Brücke und der Wegweiser nach Janov (Jonsdorf) aufgefallen. Irgendwie kam mir das immer seltsam vor, denn meiner Vorstellung nach musste noch ein Tal dazwischen liegen. So etwas muss untersucht werden. Als guter Startpunkt bietet sich der Parkplatz am unteren Ende der Údolí Suché Kamenice (Dürrkamnitzklamm) an. Von hier geht es so einigermaßen angenehm die Schlucht aufwärts. Schon nach wenigen Metern Aufstieg kann man im Bachlauf noch Spuren Kaiserbank_Duerrkamnitzklamm_kleinder ehemaligen Dürrkamnitzmühle (1793 – 1882) entdecken. Ähnlich versteckt befindet sich auf der linken Bachseite (von unten gesehen) einer der vielen Bunker der Schöberlinie aus dem Jahre 1938 und auf der rechten Wegseite eine Bank aus dem Jahre 1908. Diese Bank sollte an das 60jährigeThronjubiläum von Kaiser Franz Joseph erinnern und deshalb wird der Weg auch Kaiserweg genannt.
Insgesamt steigt man winterlicher_Duerrkamnitzbach_klein1 ½ Kilometer durch das sehr nette Tal aufwärts, bis eine kleine Brücke über den Suchá Kamenice (Dürrkamnitzbach) führt. An einer der mächtigen Fichten hängt auch ein kleiner Wegweiser mit der Aufschrift Janov. Tatsächlich befindet sich hier ein Waldweg, der gut sichtbar ist und an der linken Wegseite befinden sich rote Ringe an den Bäumen. Das bedeutet, dass hier die Grenze der Kernzone bzw. in Tschechien heißt es Zone 1 des Nationalparks verläuft. Sehr komisch ist, dass der Waldweg in keiner mir bekannten Wanderkarte eingezeichnet ist. Nach 55 Höhenmetern erreicht man eine Kreuzung.
Wir hatten bei der ersten Wanderung den Weg nach rechts ausgewählt, da wir an der linken Fichte die Wegmarkierung und den Wegweiser nicht gesehen haben. Wenn man dieser gelben Wegmarkierung folgt, geht es sehr angenehm durch einen ruhigen Wald und dann in die Senke des Erbischbach_ehemaliger_Staudamm_kleinJanovský potok (Erbischbach). Hier fallen ein paar dicke Rohre und Reste einer Staumauer auf. Der Aufstieg endet bei ein paar Wochenendhäusern. Hier folgt man nach rechts der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich und erreicht bald den Ortsrand von Janov (Jonsdorf) und damit die ehemalige Windmühle.
Wer an der besagten Kreuzung nach dem Aufstieg aus dem Suchá Kamenice (Dürrkamnitzbach) nach rechts wandert, wird ein toll saniertes Wegkreuz und ein typisches Böhmisches Dorf entdecken. Beide Wegvarianten sind lohnenswert. Der Weg führt ohne jegliche Höhenmeter sehr angenehm durch den Wald und man ist insgesamt 1 ¼ Kilometer unterwegs, bis man die Fahrstraße zwischen Janov (Jonsdorf) und Arnoltice (Arnsdorf) erreicht. Ganz komisch auf diesem Waldweg ist eine Garage, die mitten im Wald steht und sich eigentlich mehr in einem Erdhügel versteckt.
Insgesamt steigt man winterlicher_Duerrkamnitzbach_klein1 ½ Kilometer durch das sehr nette Tal aufwärts, bis eine kleine Brücke über den Suchá Kleine_Bruecke_Duerrkamnitzklamm_kleinKamenice (Dürrkamnitzbach) führt. An einer der mächtigen Fichten hängt auch ein kleiner Wegweiser mit der Aufschrift Janov. Tatsächlich befindet sich hier ein Waldweg, der gut sichtbar ist und an der linken Wegseite befinden sich rote Ringe an den Bäumen. Das bedeutet, dass hier die Grenze der Kernzone bzw. in Tschechien heißt es Zone 1 des Nationalparks verläuft. Sehr komisch ist, dass der Waldweg in keiner mir bekannten Wanderkarte eingezeichnet ist. Nach 55 Höhenmetern erreicht man eine Kreuzung, an der es nach rechts auf einem gut ausgebauten Waldweg weiter geht. seltsame_Garage_kleinDer Weg führt ohne jegliche Höhenmeter sehr angenehm durch den Wald und man ist insgesamt 1 ¼ Kilometer unterwegs, bis man die Fahrstraße zwischen Janov (Jonsdorf) und Arnoltice (Arnsdorf) erreicht. Ganz komisch auf diesem Waldweg ist eine Garage, die mitten im Wald steht und sich eigentlich mehr in einem Erdhügel versteckt.
Leider geht jetzt das nächste Stück dieser Wanderung nach links auf der Straße entlang. Die ist zwar nur eine Verbindungsstraße zwischen zwei kleineren Ortschaften, aber meistens versuchen wir, Straßen auf Wanderungen zu meiden. In diesem Fall lässt es sich aber nicht vermeiden, da zwischen dem gerade begangenen Waldstück und der Ortschaft Janov (Jonsdorf) schoenes_Wegekreuz_vor_Jonsdorf_kleineine ordentliche Senke (Janovský potok – Erbischbach) liegt, die anscheinend von keinem einzigen Waldweg durchkreuzt wird. Nach ein paar hundert Metern auf der Straße erreicht man ein altes Kreuz, von dem der obere Teil in den letzten Jahren toll renoviert wurde.
Die Straße führt über eine Brücke, an der wir wirklich gestaunt haben. Als wir die Wanderung unternommen haben, war die Straße bis zu der Brücke schneefrei. Kurz vor der Brücke macht die Straße einen kräftigen Linksknick und auf der Brücke war eine ordentliche Eisschicht. Da staunt man als Autofahrer bestimmt nicht schlecht, wenn die Geschwindigkeit der Witterung doch nicht ganz so angepasst war, wie es eigentlich sein sollte. Knapp hinter der Brücke erreicht man das Ortseingangsschild von Janov (Jonsdorf). Ganz ähnlich wie mit dem winterliche_Kappele_Jonsdorf_kleinKreuz am Straßenrand ist es im Zentrum von Janov (Jonsdorf) mit der kleinen Kapelle des Heiligen Johannes des Täufers. An der Kapelle befindet sich ein kleines Schild, das ein paar wenige Eckpunkte über die Geschichte berichtet. Am unteren Rand kann man dann auch lesen, wer der Geldgeber für die Sanierung war: Europäischer Fond für regionale Entwicklung, Investition in Ihre Zukunft. Es gibt aus unserer Sicht wirklich blödsinnigere Möglichkeiten, das Geld der EU zu versenken und so kann man sich an den erhaltenden Maßnahmen erfreuen, die hier in den letzten Jahren ergriffen worden sind.
Knapp hinter der Kapelle und vor der Gaststätte verlässt die Wanderung die Hauptstraße und biegt nach links ab. Hinter der Gaststätte verläuft die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich, der man nach links winterlicher_Teich_vor_Windmuehle_kleinaus der Ortschaft heraus folgt. Am Ortsrand fällt zuerst ein gut gepflegter Teich auf, der im Sommer auch immer wieder gerne von Kindern zum Toben benutzt wird. winterliche_Muehle_Jonsdorf_kleinGleich dahinter steht eine alte Windmühle, die heutzutage als Ferienhaus genutzt wird. Leider hat das Gebäude keine Windflügel mehr, aber auch so sieht es immer noch sehr schön aus und ist für die Sächsische und Böhmische Schweiz eine Besonderheit. Wie in jedem Landstrich musste natürlich auch hier gesägt und gemahlen werden, aber dies geschah in der Gegend mehr mit Wasser- als mit Windkraft. Uns sind nur noch drei Standorte von Windmühlen bekannt. Die zwei noch erhaltenen Gebäude in Janov (Jonsdorf) und Arnoltice (Arnsdorf) und dann der ehemalige Standort bei Struppen. Im Bereich von Růžová (Rosendorf) sollen noch drei weitere Windmühlen gestanden haben, die uns aber noch unbekannt sind. Die Windmühle in Janov (Jonsdorf) wurde im Jahre 1844 gebaut und bis zum Kriegsende als Mühle und Wohnhaus benutzt. Danach verfiel sie und sollte eigentlich abgerissen werden. Zum Glück hat dann aber der Besitzer gewechselt und das Gebäude ist wieder aufgebaut worden.
Von der Ortschaft kommend, führt die Wanderung an der rechten (also nördlichen) Seite der Windmühle vorbei und dann Spielzeugwelt_Hresnko_kleinan einem Feldrain entlang. Nur auf dem Feld und die ersten paar Meter im Wald ist der Weg noch relativ breit und geht dann in einen netten Waldweg über, der hinunter zur Aussicht oberhalb Hotel_Labe_Hrensko_kleinvon Hřensko (Herrnskretschen) führt. Der Wegverlauf ist durch die gelbe Wanderwegmarkierung sehr einfach zu finden und die Aussicht auf das Gewusel in der Ortschaft sehr unterhaltsam. Natürlich sind auch die Aussichten in das Tal der Kamenice (Kamnitz) und der Elbe ganz nett. Von hier oben sieht alles im Tal irgendwie wie Spielzeugeisenbahn aus.
Der Abstieg führt an der Hangseite der Elbe über ein ziemliches Zickzack abwärts und man erreicht die Weihnachtsbaum_Hrensko_kleinTalsohle an dem Parkplatz vor der Nationalparkinformation. Hier steht in den Adventswochen ein wirklich riesiger Weihnachtsbaum, mit sehr bunten und flackernden Lichtern. Auch wenn ich eigentlich solche Lämpchen auf einem Weihnachtsbaum überhaupt nicht mag, sieht es hier wirklich schön aus und auch unsere Kinder waren davon wirklich angetan, als ich noch mal im Dunkeln mit ihnen hierher gefahren bin. Das letzte Stück (1 ¼ Kilometer) der Wanderung führt auf dem Bürgersteig nach links (also Elbeaufwärts).
Dadurch, dass die Runde zwei Varianten enthält kann sich jeder selber überlegen, worin man selber den Schwerpunkt legt. Wenn man lieber eine ruhigere Waldwanderung unternehmen möchte, dann kann man links herum gehen und wen es nicht stört, dass es ein Stück auf einer ruhigen Landstraße entlang geht, der kann rechts herum wandern und hier bietet sich natürlich auch noch ein Abstecher in eine der Gaststätten in Janov (Jonsdorf) an.

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Lehrpfad Kaltenberg

Nachdem ich eine Runde über den Studenec (Kaltenberg) beschrieben hatte, tauchte ziemlich schnell daraufhin eine Mail von einem Leser auf, dass er eine andere sehr schöne Runde im Bereich des Kaltenbergs unternommen hätte. Netterweise waren an der Mail auch gleich noch die aufgezeichneten GPS-Daten und so habe ich mich noch mal auf den Weg gemacht.
Der Startpunkt dieser Runde liegt am Rastplatz U Křížového buku (An der Kreuzbuche) an der Straße zwischen Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz) und Chřibská (Kreibitz). Hier findet man einige Informationstafeln über die Verteidigungslinie der Tschechoslowakei gegenüber Deutschland. Die sogenannte Schöberlinie ist zwar niemals zum Einsatz gekommen, aber trotzdem fallen die Befestigungsanlagen auch so viele Jahre nach dem Krieg immer noch im Wald auf. So auch auf dieser Wanderung. Bunker_An_der_Kreuzbuche_kleinVon dem kleinen Parkplatz geht es über die Landstraße hinweg und auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich hinterher. Schon nach wenigen Metern steht knapp rechts neben dem Waldweg einer der Bunker der Schöberlinie. In Tschechien gibt es kaum einen Bunker, den man nicht betreten kann, aber irgendwann wird es langweilig, da fast alle der Bunker der Schöberlinie das gleiche Baumuster haben.
Die rote Markierung biegt nach ungefähr ½ Kilometer ab, die Wanderung bleibt aber auf dem gut ausgebauten Waldweg. Schon bald steht neben dem Weg eine Erklärungstafel zum Thema Eichen. Die Tafel ist zweisprachig und enthält eine kleine Übersichtskarte eines Lehrpfades. Erst durch diese kleine Karte ist mir aufgefallen, dass der empfohlene Wanderweg fast genau die Strecke des Naturlehrpfades ist. Dadurch ist jetzt die weitere Orientierung überhaupt kein Problem mehr, da der Lehrpfad netterweise mit dem grünen Querstrich grüner Querstrich gekennzeichnet ist. Hinter der Tafel Nr. 8 mit den Eichen erreicht man schon bald die Tafel Nr. 9, die über das kleine, eingezäunte Naturschutzgebiet mit einer Pflanze namens Mondviole (im Gartenbereich häufiger Silberblatt genannt) informiert. Da Wildtiere, besonders Hirsche, die Pflanze sehr gerne fressen, ist für die Wachstumszeit ein Zaun um den 5 Hektar großen Bereich gezogen worden. In den restlichen Zeiten sind die beiden Tore geöffnet.
Die Wanderung geht weiter auf dem hervorragend ruhigen Waldweg und passiert bald eine der riesigen Futterkrippen und dazu passend die Erklärungstafel Nr. 10. Auf der Tafel wird erklärt, dass es im Bereich des Kaltenbergs 250 Gämsen geben soll, die in den Jahren 1907 und ’08 aus den Alpen hier angesiedelt wurden. Auch wenn diese Tiere eigentlich in den baumlosen Gegenden leben, sollen sie sich auf den hubbeligen Hängen recht wohl fühlen und die Anzahl der Tiere muss von Jägern reglementiert werden. Schon bald erreicht die Wanderung eine Kreuzung mit einem schönen Rastplatz und einem schicken Wegweiser. Hier verlässt der Lehrpfad den gut ausgebauten Waldweg nach links und es geht leicht ansteigend den Černý vrch (Schwarzer Berg) hoch. Auf diesem Teilstück steht die Tafel Nr. 11, die die Gemeine Esche mit den beiden Typen Auen- und Bergesche erklärt. Der Waldweg tritt knapp vor dem Studenec (Kaltenberg) aus dem Wald auf eine Wiese heraus. Der Lehrpfad führt schräg nach rechts über die Wiese und am unteren Rand des Studenec (Kaltenberg) befindet sich die Tafel Nr. 12. Hier werden der Bewuchs und die Schuttfelder der Hänge erklärt. Turm_auf_dem_Kaltenberg_kleinDer Aufstieg hoch auf den Studenec (Kaltenberg) ist gleich in mehrfacher Hinsicht etwas anspruchsvoller. Einerseits ist der Berg mit seinen 737 Metern schon relativ hoch, der Basaltuntergrund ist bei feuchter oder Blick_vom_Kaltenbergturm_kleinverschneiter Witterung nicht gerade wanderfreundlich und zu guter Letzt hat der Name etwas mit kalt zu tun. Durch seine Höhe pfeift hier schon mal ganz ordentlich der Wind und spätestens auf dem Aussichtsturm kann man sich im durchgeschwitzten Zustand eine nette Erkältung einfangen. Kiste_Gipfelbuch_Kaltenberg_kleinSo habe ich es auf der Runde geschafft. Trotzdem lohnt sich der Aufstieg sehr, da man mit dem Blick von dem Turm und der Aussicht an dem Schuttfeld entschädigt wird. Gleich am Turm befindet sich eine sehr stabile Eisenkiste, in der sich ein Gipfelbuch befindet. In ihm wird auch erklärt, warum der Turm bei der Rekonstruktion nicht erhöht wurde (technisches Baudenkmal) oder der Wald nicht für eine bessere Rundumsicht freigeschnitten wurde (Naturreservat). So ist die Aussicht vom Turm in östliche Himmelsrichtung ziemlich eingeschränkt.
Gleich an dem Schuttfeld befindet sich die Tafel Nr. 13, die das Leben in dem Geröllfeld beschreibt. Die Wanderung führt den kompletten bekannten Weg bis zur Wiese wieder zurück und dann dem Lehrpfadsymbol weiter hinterher. Der Weg passiert das obere Ende von Líska (Hasel) und folgt der Ausschilderung Zlatý vrch (Goldberg). Auf dem Weg zu diesem sehenswerten Berg passiert man einen Gedenkstein an die 1757 gefallenen Soldaten des Siebenjährigen Kriegs. Balsaltsaeulen_Goldberg_kleinDer Aufstieg hoch zum Zlatý vrch (Goldberg) ist sehr einfach und hier oben erklärt die Tafel Nr. 14, wie sich die tollen Basaltsäulen gebildet haben. Die Wanderung führt einmal über die Abbauterrasse des Zlatý vrch (Goldberg) und dann auf der gegenüberliegenden Seite abwärts. Hier ist der Weg nicht besonders gut ausgeschildert, aber grundsätzlich geht es abwärts und nach ¼ Kilometer im spitzen Winkel weiter. Gleich an der Spitzkehre steht rechts vom Weg oder auch im Windschatten des Zlatý vrch (Goldbergs) der vollkommen unscheinbare Stříbrný (Silberberg). Dieser Berg macht eher den Eindruck, als ob er eigentlich zum Zlatý vrch (Goldberg) gehört und vermutlich ist es auch nur eine andere Stelle, an der die Lava ausgetreten ist. Die beiden Gipfel sind ziemlich genau ¼ Kilometer voneinander entfernt.
Der Weg führt noch über ein Stück Wiese und endet dann auf einer dreispurigen Straße. Vermutlich war es den Erstellern des Lehrpfades so peinlich, einen Wanderweg über so eine Straße zu legen, dass sie gleich mal die Wanderwegmarkierung weggelassen haben. Man muss 350 Meter nach rechts auf dieser wirklich hässlichen Straße wandern, um dann nach links in den Wald abzubiegen. Der abfallende Waldweg ist im Gegensatz zu der Straße dann wieder ein Genuss. Nach ½ Kilometer stößt zu dem Lehrpfad, der kurz hinter der Straße auch wieder markiert ist, die Wanderwegmarkierung roter Strich dazu. Ziemlich überraschend kommt kurz vor der Talsohle ein Hinweis auf die Sehenswürdigkeit Pusty Zamek (Wüstes Schloss oder auch Burg Fredevald genannt). Am Felsfuß befindet sich eine große Informationstafel Mauer_Burg_Fredewald_kleinund interessant ist, dass hier auf der linken Wegseite noch eine massive Mauer mit einem Fenster steht. Der Aufstieg erfolgt über einen kleineren Pfad, der nicht besonders Aussicht_Burg_Fredewald_kleinschwierig ist und zur psychischen Unterstützung eine Kette als Handlauf bietet. Obwohl der Felsen eigentlich hier unten im Tal steht, gibt es eine wirklich nette Aussicht in westliche Richtung. Auf dem Felsen hat früher (erste urkundliche Nennung 1406) eine Schutzburg gestanden, die wie viele Burgen dann irgendwann in ein Raubschloss umwandelte wurde.
Das Interessanteste an dem Berg sind aber die Basaltsäulen im Inneren. Diese kann man am perfektesten aus dem Tal sehen und so geht es den kleinen Pfad abwärts bis zur Fahrstraße. Gleich am Fuß des Berges steht die Lehrpfadtafel Nr. 16, die über Basaltfelsen und die Fauna aufklärt. Basalt_Burg_Fredewald_kleinWenn man den Bach und die Bahnlinie überquert und dann noch ein paar Meter weiter parallel am Bach abwärts wandert, hat man einen sehr guten Blick auf die Basaltsäulen. Es sieht sehr ungewöhnlich aus, wie die Säulen erst senkrecht aus der Erde heraus kommen und dann in die Horizontale abbiegen. Wenn man den Waldweg ein paar Meter (150 Meter) bachabwärts wandert, dann erreicht man die Tafel Nr. 19, die über die Tierwelt an der Kamnenice (Kamnitz) informiert. Die Tafel Nr. 20 steht noch    1 ¼ Kilometer weiter bachabwärts in Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz). Um diese Tafel zu erkunden, muss man einmal zu dem Ort und auf dem gleichen Weg wieder zurück gehen.
Dazu hatte ich auf meiner Runde überhaupt keine Lust und so bin ich wieder zum Bahnübergang und der kleinen Brücke zurück gewandert. Der GPS-Track von meiner Vorlage hat an dieser Stelle den Marienbild_Kittlitz_kleinLehrpfad verlassen und ging nach rechts über die Wiese weiter. Bis hierhin hat es mir ganz gut gefallen auf dem Lehrpfad zu wandern und so bin ich dem Lehrpfadsymbol weiter gefolgt. Der Weg führt auf der Fahrstraße entlang. Schwarzspecht_Kittlitz_kleinIrgendwie war dieses Teilstück sehr ernüchternd, weil man wirklich nichts Besonderes zu sehen bekommt. Zwischendurch soll die Tafel Nr. 17 stehen, die ich aber auch bei einer zweiten Suche nicht entdeckt habe und knapp daneben befindet sich die Tafel Nr. 18, die über den Lachs in der Kamnenice (Kamnitz) aufklärt. Das Unterhaltsamste auf dem Teilstück an der Straße entlang war der sich schlängelnde Bach und ein Schwarzspecht, der sich von meiner Anwesenheit überhaupt nicht stören ließ.
Die Wanderung erreicht das Ortschild Kytlice (Kittlitz) und man wandert noch 1 ¼ Kilometer weiter, um dann gut gekennzeichnet nach links abzubiegen. Der Aufstieg aus dem Tal macht so einige Bögen, durch die die Steigung sehr angenehm ist. Auf diesem letzten Teilstück der Wanderung stehen insgesamt 5 Tafeln des Lehrpfads. Die erste Tafel (Nr. 2) erklärt sehr nett die Weißtanne und als Überschrift wird der Baum als Königin des Waldes bezeichnet. Zumindest sind diese schönen Bäume heutzutage so selten wie Königinnen. Tafel Nr. 3 beschreibt den Standort von Rippenfarn. Auf allen Tafeln gibt es eine Überschrift „Wissen Sie, dass ….“, die noch ein paar gute Stichpunkte beschreibt. Im Fall des Farns wird erklärt, warum Farn nicht von Insekten gefressen wird. Die Pflanze produziert das bei Insekten tödliche Phytoekdysone und damit ist erklärt, warum die Pflanze nie angeknabbert wird. Tafel Nr. 4 stellt die Europäische Lerche vor. Auch wenn man sie in den Wäldern der Sächsischen und Böhmischen Schweiz häufiger sieht, so ist sie auch eine eingewanderte Sorte, die eigentlich eher aus den Alpen und Karpaten kommt. Auf der nächste Tafel (Nr. 5) wird der Bergahorn erklärt. Vermutlich habe ich nur nie so richtig darauf geachtet, aber irgendwie ist mir der Baum noch nicht in den Wäldern begegnet. Vermutlich liegt es aber auch daran, dass er nie in großen geballten Mengen auftaucht. Zwischendurch passiert man ein Holzkreuz, das an den 29jährigen Waldarbeiter Miloslav Kočí erinnert, der hier am 24. September 1983 unter einem fallenden Baumstamm starb. Die letzte Tafel (Nr. 6) dieses Teilstücks befasst sich mit der häufig vorkommenden Buche. Im Nationalpark Sächsische/Böhmische Schweiz trifft man die Buche sehr häufig auf den Bergen an. Im Unterschied zu den Felsen (meistens mit “-stein” im Namen) sind die Berge vulkanischen Ursprungs und dort finden die Buchen einfach bessere Wuchsbedingungen als auf dem Sandstein. So ist es auch Basaltausbruch_Grosser_Ahrenberg_kleinam Javor (Grosser Ahrenberg), an dessen Hang man sogar mehrere Basaltsausbrüche entdecken kann. Von diesen Hügeln sind es nur noch wenige hundert Meter bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Auf dem Parkplatz steht etwas abseits die Tafel Nr. 7, die über den Siebenjährigen Krieg und einen Kampf zwischen den Preußen und den Österreichern an dieser Stelle berichtet. Dabei sind einige hundert Soldaten gefallen und auf der Wiese beerdigt worden.
Hätte ich die Wanderung so gemacht, wie sie mir vorgeschlagen worden war, hätte sie mir vermutlich viel besser gefallen. Da ich mich aber dazu hinreißen ließ, den Lehrpfad entlang zu gehen, war einfach zu viel Strecke auf gut befahrenen Straßen enthalten und das hat die Wanderung so abgewertet, dass ich den Weg über den ausgeschilderten Lehrpfad nicht empfehlen kann. Ich werde die Runde noch mal wiederholen und dann den leicht abgewandelten Weg des Tippgebers unternehmen, aber diese Beschreibung soll erstmal alle Mitmenschen vor dem nicht besonders angenehmen Lehrpfadverlauf warnen.
Noch ein kleiner Nachtrag zu den Tafeln und den fehlenden Nummern. Auch dies ist auf der Runde sehr seltsam. Drei Tafeln (Nr. 1, Nr. 20 und Nr. 21) stehen ziemlich abseits des Weges und sind nur über Abstecher mit jeweils gleichem Hin- und Rückweg zu erreichen. Die Nummerierung im Bereich der Kamnenice (Kamnitz) ist vollkommen durcheinander gekommen und lässt sich überhaupt nicht mit einer durchgängigen Strecke erklären.
Wer wenigstens das Teilstück auf der Straße im Tal Kamnitztal umgehen möchte, der sollte sich die Wanderung Burg Fredewald ansehen. Dabei handelt es sich um die Ergänzung, die der ursprüngliche Tippgeber mir geschickt hatte.

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Eiswanderung in Böhmen

Gleich etwas vorne weg, als ich die Wanderung durchgeführt habe, war der Grenzübergang Rabenstein noch nicht geöffnet. Seit dem 28.10.2003 ist der Grenzübergang Rabenstein für Wanderer und Radler geöffnet.
Die Wanderung startet wie fast alle Wanderungen im Bereich Hinterhermsdorf auf dem großen Parkplatz von Hinterhermsdorf. Von dort geht es ins Dorf und man folgt immer der Ausschilderung “Bootsstation” oder “Obere Schleuse”. Man folgt erst mal bis zur Buchenparkhalle den Wegmarkierungen grüner Punkt grüner Punkt, blauer Strich blauer Strich oder roter Strich roter Strich. An der Buchenparkhalle kann man auch ganz hervorragend parken. Die Parkplatzgebühren sind die gleichen wie im Ort, nur hier steht das Auto ziemlich im Wald. An der Buchenparkhalle folgt man weiterhin dem grünen Punkt. Die beiden anderen Wegmarkierungen gehen runter in Richtung Schleusen. Ungefähr 400 Meter hinter der Buchenparkhalle biegt der grüne Punkt nach rechts ab. Da man aber ins Kirnitzschtal hinunterkommen möchte, geht es den Weg geradeaus ins Tal runter. Die Wanderung geht über die alte Böhmerstraße immer weiter nach unten, durch mehrere Hohlwege, bis ins Kirnitzschtal. Am Ende der alten Böhmerstraße geht es nur noch links oder rechts. Auch wenn es nicht so aussieht (ich zumindest hatte das Gefühl, auf dem falschen Weg zu sein) geht es hier nach rechts. Nach 250 Metern erreicht man die Wegmarkierungen blauer blauer Strich und grüner grüner Strich Strich. Diesen beiden Wegmarkierungen folgt man nach links. Beide Wanderwege biegen nach kurzer Strecke wieder nach links ab, man selber geht aber weiter geradeaus.
Grenzuebergang_Rabenstein_kleinVor einem liegt jetzt die Brücke über die Kirnitzsch. Die Brücke ist, aus welchem Grund auch immer, unpassierbar gemacht worden, indem man die Betonplatten entfernt und davor aufgestapelt hat. Die Nationalparkverwaltung plant für dieses Jahr (2003) einen Neubau dieser Brücke und ich schätze mal, dass es dann auch einen Grenzübergang für Fußgänger an dieser Stelle geben wird. Leider ist dieser Grenzübergang schon in mehreren Wanderkarten als offizieller Grenzübergang eingetragen und ich hatte mir diese Wanderung in den Kopf gesetzt. Also musste ich jetzt über diese seltsame Brücke.
An dieser Stelle befand sich bis 1945 der Ortsteil Hinter- Dittersbach. 1833 wurden 4 Häuser, um 1900 7 Häuser erwähnt. Die Böhmerstraße bildete die Grenze zwischen der Binsdorfer und der Böhmisch-Kamnitzer Herrschaft. Hier stand die alte Kirnitzschschänke und die beiden herrschaftlichen Forsthäuser. Ab dem letzten Jahrhundert war hier ein Knotenpunkt mehrerer Wanderwege. (Dies stand so auf einer Informationstafel dort.)
Auf einem dieser Wanderwege geht es jetzt weiter. Man geht also über die Brücke und dann gleich links den Berg hoch. Oben angekommen, geht es einen sehr angenehmen Gratweg entlang. Ganz interessant ist, mit was für einer Mühe die Böhmen versuchen, einen natürlichen Mischwald wieder herzustellen. Es ist erfreulich und bewundernswert. Am Wegesrand sind zig Schonungen zu sehen, die mit wirklich schicken Holzzäunen umschlossen sind. Die Wanderung geht ab der Grenze über den böhmischen Wanderweg mit der Markierung grüner Strich grüner Strich. Nach drei Kilometern kreuzt der böhmische blaue Wanderweg blauer Strich. Diesem Weg folgt man nach links. Jetzt wird es wirklich romantisch. Es geht mehrere Male durch Hohlwege den Berg hoch und runter. Diese Schluchten sind so eng, dass mein Navigationssystem leider keine Satelliten mehr gefunden hat. So gibt es keine aufgezeichneten Höhendaten. Ich schätze, dass zu den aufgezeichneten Höhendaten 150 – 200 Meter dazukommen, da es in den Hohlwegen einige Male hoch und runter ging.
Eisweg_Boehmen_2_kleinLeider waren die Wege für die Sonne so unerreichbar, dass es so 6 – 7 Kilometer auf blankem Eis entlangging. Zum Teil waren die Wege unpassierbar, weil auch noch Regenwasser (ich hatte ein bisschen Pech mit dem Wetter) über die Eisfläche lief und damit ein Begehen fast unmöglich machte.
Irgendwann kommt dann der Wanderweg mit dem blauen Strich am Fußgängergrenzübergang an. Hier kann man mal wieder feststellen, dass Hr. Böhm seine Wanderkarten die besten sind. Es gibt mehrere andere Wanderkarten, da ist der Grenzübergang an der falschen Stelle eingezeichnet. Die Abweichung liegt im Bereich von einem halben Kilometer. Der Grenzübergang ist nicht gleich an der Niedermühlen, sondern ein Stück weiter nördlich.
Über den Grenzübergang geht es den Weg bis zu den nächsten zwei Wegmarkierungen: gelber gelber Strich und roter Strich roter Strich. Diesen beiden Wegmarkierungen folgt man aber nur die nächsten 150 Meter. Jetzt geht ein direkter Forstweg nach links nach Hinterhermsdorf. Nach einem Kilometer erreicht man die ersten Häuser von Hinterhermsdorf. Von hier aus geht es wieder dem gelben Strich gelber Strich über die asphaltierte Straße nach, bis man den Parkplatz wieder ereicht.

Fazit:
Die Wanderung ist eine sehr schöne Wanderung, aber im Winter leider unbrauchbar.

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Fremdenweg – Prebischtor

Nachdem ich mal wieder den Entenpfützenweg gegangen war und danach die Beschreibung aktualisiert hatte, schrieb mir ein netter Mensch, dass ich an der Grenze überhaupt nicht auf dem Fremdenweg gewandert wäre. Dieser historische Weg würde sich ein kleines Stückchen südlich bzw. westlich von dem Grenzweg befinden und wäre heute mit einer Vielzahl gefällter Baume blockiert. Nun bin ich zwar schon oft auf einzelnen Abschnitten des Fremdenweges unterwegs gewesen, habe aber noch nie den kompletten Weg abgewandert. Das soll hiermit geändert werden. Zumindest heutzutage beginnt der Fremdenweg in allen Wanderkarten am Kuhstall und damit soll auch diese Wanderung dort starten. Da der Kuhstall bzw. Neue Wildenstein schon ein Stück oberhalb des Kirnitzschtales liegt, ist der eigentliche Startpunkt am Lichtenhainer Wasserfall. Bei diesem Miniwasserfall kann man sich sehr sicher sein, dass hier schon sehr lange Touristen alte_Bruecke_Lichtenhainer_Wasserfall_1858_kleineinkehren und ganz besonders lustig ist, dass gleich an der kleinen Hütte neben dem Wasserfall eine uralte Preisliste für Träger hinauf zum Kuhstall hängt. Heutzutage muss man selber wandern. Dazu geht es gleich am Parkplatz auf die gegenüberliegende Bachseite und dort aufwärts. Die Brücke ist immerhin schon von 1858 und damit dürfte die Anzahl der Wanderer, die darüber gegangen sind, der Einwohnerzahl so einiger Großstädte entsprechen.
Die Wanderung Wasserwerk_Kuhstall_1911_kleinsteigt auf der Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt in Richtung des Kuhstalls an. Schon auf den ersten Metern fällt auf der linken Wegseite das ursprüngliche Wasserwerk des Kuhstalls von 1911 auf. An der ersten Wegkreuzung steht eine der ursprünglichen Steinsäulen, die schon seit vielen Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten die Richtung zum Kuhstall, zur Lichtenhainer Mühle oder dem kleinen Winterberg weist. Solche Wegweiser stehen einige am Fremdenweg und lassen erahnen, dass hier schon seit sehr langer Zeit Wanderer unterwegs sind. leerer_Kuhstall_am_Fremdenweg_kleinDie Wanderung führt auf einem breiten Waldweg bis hinauf zum Kuhstall. Hier erfreut ein Gasthaus gleich neben dem relativ großen Felsentor mit einer Erfrischungsmöglichkeit. Das Felsentor mit seiner Breite von 17 Metern und 11 Metern Höhe ist schon ganz schön imposant und der Ausblick in das Tal der Hinteren Sächsische Schweiz ist auch etwas Besonderes. Wenn man sich von der Aussicht bzw. dem Geländer herum dreht, dann fallen am schwarze_Inschriften-am_Kuhstall_kleinoberen Rand des Felsentors schwarze Inschriften auf. Diese sind ungefähr 200 Jahre alt und dadurch entstanden, dass in dem ersten Wanderführer der Sächsischen Schweiz (“Schandau und seine Umgebungen oder Beschreibung der sogenannten Sächsischen Schweiz”; Wilhelm Leberecht Götzinger von 1804) die Empfehlung zum Mitführen von „Pinsel und trockner Farbe um seinen Namen anzuzeichnen“ stand. Herr Götzinger stellte aber schnell fest, dass dies zur Verschandelung der schönen Landschaft führte und schon in der 2. Auflage des Buches war diese Empfehlung verschwunden. Es ist ganz schön verwunderlich, dass man sich damals in so einer luftigen Höhe verewigt hat, aber dadurch sind diese uralten Graffitis auch heute noch zu erkennen.
An der rechten Seite (wenn man mit dem Rücken zum Geländer steht) befindet sich ein kleiner Durchgang mit dem Hinweisschild “Himmelsleiter”. Dieser Weg führt als einzelner Aufstieg oben auf das Felsentor. Der Weg durch die langgezogene Felsspalte ist schon sehr interessant und auch dort kann man eine eingemeißelte Jahreszahl von 1839 entdecken. Der Neue Wildenstein ist aber schon im Jahre 1409 als Burg Wildenstein benutzt worden Schneiderloch_am_Kuhstall_kleinund davon kann man ein paar wenige übriggebliebene Spuren auf dem oberen Plateau entdecken. Auf der westlichen Seite geht es über ein paar Stufen wieder herunter. Hier kann man noch einen Miniabstecher zum Schneiderloch unternehmen und dann geht es auf der bekannten roten Wanderwegmarkierung roter Punkt gegenüber des Gasthauses weiter abwärts. Der Weg durch die Nasse Schlucht ist immer wieder faszinierend und seltsamerweise sind hier auch nur relativ wenige Besucher unterwegs. Kurz nachdem man den Fuß des Neuen Wildensteins erreicht hat, gelangt man an eine Kreuzung, an der wieder eine Sandsteinsäule den Weg in Richtung Winterberg weist. Der Waldweg führt ziemlich angenehm einmal komplett durch die große Waldfläche der Hinteren Sächsische Schweiz, um dann nach etwas weniger als 1 ½ Kilometern zum Kleinen Winterberg aufzusteigen. Heutzutage erfolgt der Aufstieg über eine ziemlich langweilige Treppenanlage. Links von der Treppe kann man noch sehr gut den ursprünglichen Zickzackweg erkennen, aber vermutlich war es einfach zu viel Aufwand, diesen Weg zu erhalten und so ist der langweilige Aufstieg entstanden. Rechts von den Treppen fällt eine riesige glatte Felswand auf, die mich immer wieder verwundert. Es sieht so aus, als wenn dort eine Eisenschicht eingelagert wäre, aber dann würde ich mal vermuten, dass so eine Schicht horizontal sein müsste.
sanierter_Pavillon_Kleiner_Winterberg_kleinIn der blattlosen Jahreszeit kann man links oben das nächste Ziel dieser Wanderung entdecken, den Pavillon auf dem Kleinen Winterberg. Nachdem die Treppenanlage erfolgreich bewältigt ist, geht es nach links weiter. Der Pavillon wird umrundet und dann weisen schwarze Pfeile Kletterzugang nach oben. Das ist ziemlich ungewöhnlich, da der Aufstieg nun wirklich nicht zu irgendeinem Klettergipfel führt, aber damit ist er wenigstens legal. Tafel_Kleiner_Winterberg_Pavillon_kleinDer kleine Pavillon ist schnell erreicht und gleich oberhalb der Türe fällt eine große Steinplatte mit lateinischem Text auf. Da ich in der Schule nie Latein hatte, freue ich mich, dass in dem Gebäude eine Übersetzung hängt. Der jetzige Pavillon ist aus dem Jahre 1818 und ist im Jahre 2013 mit einem neuen bzw. sanierten Dach ausgestattet worden. Es ist nur seltsam, dass alle Hauptbalken von dem Dach durch neue ersetzt worden sind und nur ein völlig vergammelter, dem schon die Hälfte an Substanz fehlt, wiederverwendet wurde. Wer schon so viel an Material hier hoch schleppt bzw. mit einer Seilbahn hochfährt, der hätte doch den einen Balken auch noch ersetzen können. Im Sommer ist der Blick aus den Fenstern in die Landschaft durch den Buchenwald verwehrt, aber die Wanderer auf dem Unteren Fremdenweg entdecken dadurch das kleine runde Gebäude hier oben auch nur ganz selten .
Von dem Pavillon führt auf fast gleichbleibender Höhe der Obere Fremdenweg in südliche Richtung. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man eine Selbstrettungsbox, eine Sandsteinsäule und wieder die rote Wanderwegmarkierung roter Punkt. Wegweise_am_Winterberg_mit_Prebischtor_kleinAuf ihr geht es weiter in Richtung Großer Winterberg. Nach einem ¾ Kilometer kommt man an eine Wegkreuzung und auch hier steht mal wieder eine der Sandsteinsäulen. Im Gegensatz zu allen anderen sieht diese relativ jung aus und das Besondere an ihr ist, dass hier das Prebischtor ausgeschildert ist. Zuerst soll es aber noch zum höchsten Berg der Sächsischen Schweiz  gehen und deshalb folgt man der roten Wanderwegmarkierung weiter. Ziemlich überrascht war ich, als ganz knapp vor dem Gipfel an der steilsten Stelle ein Rangerauto vom Nationalpark am Wegesrand im Wald stand. Natürlich kann ich sehr gut verstehen, dass die Ranger nicht zu Fuß hoch kommen, aber warum muss das bei spiegelglatten Wegen sein? Und wenn der Ranger schon am Nationalparkhaus Eishaus vorbeikommt, dann könnte er es auch aufschließen. Vielleicht hätte er dann auch gleich das Auto auf der sonnigen und damit aufgetauten Seite des Winterberges stehen lassen können. Ganz gewitzt ist dann auch noch das Schild an der Türe des Eishauses, dass man sich den Schlüssel beim Wirt der Gaststätte Großer Winterberg abholen kann, wenn die Gaststätte im Winter leider nur Samstags und Sonntags auf hat (Stand Winter 2013/2014).
Also geht es auf der östlichen Seite des Berges über den blauen Strich blauer Strich abwärts. Schon nach ¼ Kilometer erreicht man den Müllerwiesenweg, hier geht es nach links weiter geht. An der Kreuzung steht auch einer der steinernen Wegweiser. Das Stück zwischen diesem Wegweiser und dem nächsten (½ Kilometer) heißt mal wieder Fremdenweg. Sehr seltsam ist, dass der größte Teil der Richtungsweisungen herausgemeißelt oder anderweitig unkenntlich gemacht wurden. An der zweiten Sandsteinsäule befindet sich auch ein Besucherlenkungszaun und das bedeutet immer, dass dahinter ein alter Wanderweg entlang ging. In diesem Fall ist es der Fremdenweg und deshalb startet hier der nicht ganz legale Teil dieser Wanderung. Jeder sollte sich bewusst sein, dass er Ärger bekommen könnte, wenn er hier angetroffen wird. Ich selber finde, dass ein Ranger in einem Auto, der die Kernzone befährt oder ein Waldarbeiter in einem Havester einen viel größeren Schaden anrichtet, als wenn ich mit meinem “Fliegengewicht” durch den Wald streiche. Aber leider sieht die Rechtsprechung anders aus und dessen sollte man sich bewusst sein. Ganz besonders seltsam finde ich, wenn Wege wie der Fremdenweg, die schon lange vor jedem Ranger und der kurzen Zeit des Bestehens des Nationalparks durch die Landschaft führen, durch einige absichtlich gefällte Bäume blockiert werden.
Die paar kreuz und quer liegenden Bäume sind schnell an den Außenseiten passiert und schon nach wenigen Metern (< 200 Meter) erreicht man die ersten Grenzsteine, die für die weitere Strecke eine perfekte Orientierung sind. Nach 400 Metern biegt eigentlich der Fremdenweg nach rechts ab und führt dann parallel zur Grenze (maximal 100 Meter von der Grenze entfernt) bis zum Zugang des Prebischtors. Dieser Weg ist tatsächlich heutzutage überhaupt nicht mehr passierbar. Es liegen über eine richtig lange Strecke zersägte Bäume auf dem Fremdenweg und deshalb führt diese Wanderung auf dem Grenzweg weiter. Unterhalb des Grenzsteins 9/12 kann man die ungewöhnlich alte Jahreszahl 1568 entdecken. Zu dieser Zeit wurden hier oben schon Bäume gefällt. Kurz nachdem man den traumhafter_Blick_zum_Rosenberg_kleinGrenzstein 8/13 passiert hat und noch vor dem Grenzstein 8/12 biegt nach rechts ein deutlich sichtbarer Pfad ab. Dabei handelt es sich um die hinteren Ausläufer des Prebischtors. Man wandert vollkommen unbeschwert 400 Meter auf dem Pfad und passiert gleich mehrere schöne Aussichten in Richtung Rosenberg. Zuerst liegt das Prebischtor noch leicht nach vorne versteckt zwischen den Bäumen, aber nach den besagten suedliche_Seite_Prebischtor_klein400 Metern hat man eine schöne Aussicht auf die südlichen Seite des Felsentors. Man könnte hier oben sogar bis auf den Felsenbogen weiter wandern, aber das dürfte tatsächlich nur für ganz Übermütige etwas sein. An der Stelle kann man wirklich von allen Seite gesehen werden und das an einem Punkt, den man ganz sicher nicht betreten darf. Auch ist es nicht der Hit, wenn man ausgerechnet auf dem Wahrzeichen der Böhmischen Schweiz herum turnt.
Deshalb geht es ein paar wenige Meter zurück, um dann nach links auf einem deutlich sichtbaren Pfad in einen Grund abzusteigen. Dabei handelt es sich um einen alten Zugang zur Rückseite des Prebischtors. Da heutzutage das Besuchen des Prebischtors kostenpflichtig ist, hat man diesen Zugang unpassierbar gemacht. Früher gab es auch noch eine Brücke, die von den Aussichten am Prebischtor auf den Felsenbogen rüber führte, aber diese ist schon sehr lange entfernt. Nach wenigen Metern Abstieg passiert man einen überhängenden Felsen, an dem anscheinend früher eine Hütte gestanden hat. Zumindest sind einige Balkenlager zu sehen. Der Weg in den Grund macht so einige Schlenker und dann kann kommt die große Überraschung, weil man mitten in mehreren Müllkippen steht. Die Unmengen an Plastikbechern könnten vielleicht noch von Besuchern hier herunter geworfen worden sein, aber die Töpfe, Dachrinnen, Abflussrohre und Schuppenreste stammen ganz eindeutig von den Prebischtorbetreibern. Ich würde behaupten, dass in allen Kernzonen der Sächsischen und Böhmischen Schweiz zusammen weniger Müll herum liegt, als in den 100 Metern von dieser Schlucht. Das ist eine ordentliche Sauerei und hat sich über viele Jahre hier angesammelt.
Abstieg_am_Prebischtor_mit_Seil_kleinDer Abstieg ist weiterhin einfach zu erkennen und bald erreicht man die Oberseite eines Talkessels. Hier befindet sich an der linken Seite ein Abstieg, der schon etwas schwieriger ist. Netterweise war durch drei Ösen ein Kletterseil gezogen, so dass man sich sehr gut daran festhalten kann und der Abstieg über die zwei schrägen Felsplatten gut klappt. Das Seil sah so aus, als ob es schon seit einigen Jahren dort hängt und von so einigen Mitmenschen genutzt wurde. Zum Glück verkraften das Kletterseile ganz hervorragend.
Der weitere Weg ist dann ziemlich einfach und bald erreicht die Wanderung den offiziellen Zugang hoch zum Prebischtor bzw. dem Gabrielensteig. toller_Rastplatz_am_unteren_Ende_des_Langen_Grundes_kleinDa man auf dieser Wanderung aber viel ruhigere Stellen des Prebischtors gesehen hat, geht es weiter geradeaus auf der Wanderwegmarkierung roter Strich den Dlouhý Důl (Langen Grund) abwärts. Am Rande des Weges stehen ein paar sehr schöne Tafeln vom Lehrpfad Gabrielensteig und am Ende des Grundes befindet sich einer der tollen Rastplätze der Böhmischen Schweiz. Mir würde auf Anhieb kein einziger Rastplatz auf der deutschen Seite einfallen, der so schön und aufwändig gestaltet ist. Hier gibt es einen Fahrradständer, eine Landkarte, mehrere Bänke und Tische und sogar einen Mülleimer.
Damit ist die eigentliche Wanderung zu Ende, aber praktisch ist diese Stelle tatsächlich nur dann sinnvoll, wenn man mit dem Touristenbus nach Deutschland zurück fährt. Es ist sehr schön, dass es diese Buslinie gibt, aber irgendwie finde ich sie einfach zu teuer und deshalb empfiehlt es sich, an der Straße weiter abwärts zu wandern. Auch wenn das kein wirklich schöner Weg ist, aber immerhin kommt man damit entweder zum Parkplatz am oberen Rand von Hřensko (Herrnskretschen) oder bis runter in die Ortschaft. Von hier hat man dann eine sehr gute Startposition, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück nach Deutschland zu finden.
Es ist wirklich schade, dass heutzutage ein Teil des Fremdenweges gesperrt ist. Ich glaube kaum, dass es der Natur einen Schaden zufügen würde, wenn man vom Großen Winterberg an der Grenze entlang bis zum Prebischtor wandern dürfte. Selbst die finanziellen Interessen des Prebischtors sollten mit dem Rückseiten-Zugang kein Problem darstellen, wenn man auch dort Eintritt kassieren würde, weil ich mir sehr gut vorstellen kann, dass sehr viele Besucher lieber eine längere Strecke durch die Hintere Sächsische Schweiz wandern, als ihr Auto zu Wucherpreisen in Tschechien abzustellen und dann die hässliche Strecke an der Straße von Hřensko (Herrnskretschen) hoch zuwandern.

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Fürst-Kinsky-Jägersteig

Die Wanderung zum Fürst-Kinsky-Jägersteig ist dadurch entstanden, dass Herr Bellmann vom Heimatbuchverlag (www.heimatberge.de) einen tollen Klettersteigführer zur Böhmischen Schweiz herausgebracht hat. Ich hatte zwar schon vorher von dem Weg im Bereich der Balzhütte gehört, aber die ordentliche Beschreibung fehlte noch und diese ist in dem Buch perfekt vorhanden. Also geht es in Hinterhermsdorf auf eine ruhige, langgezogene Erkundungstour in die Böhmische Schweiz.
Der Startpunkt befindet sich an der Hinterhermsdorfer Buchenparkhalle. Von dem Parkplatz bzw. der eigentlichen Buchenparkhalle geht es ganz wenige Meter die Buchenstraße abwärts, bis nach rechts der gelbe Punkt gelber Punkt abbiegt. Hier hat die Jugendfeuerwehr eine riesige Bank gebaut. Lange_Sitzbank_Buchenparkhalle_Hinterhermsdorf_kleinEs ist schon ganz schön ungewöhnlich, eine Bank von 37 Metern Länge in einem Stück zu finden. Die Herstellung der Bank und dann das Aufstellen an der Buchenparkhalle war bestimmt ein riesiger Spaß und hat das Gemeinschaftsgefühl gewaltig gestärkt. Die gelbe Wanderwegmarkierung führt über den Seligtweg, den Heideweg und dann den Birkenweg. Danach erreicht man die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich, auf der es nach rechts aus der Ortschaft hinausgeht. Zuerst passiert man eine Wiese, über die man hinwegblickt auf die Wiesen von Neudorf und Langk und dahinter auf die böhmischen Berge. Das ist wirklich ein netter Blick in die Landschaft. Gleich am Wegesrand steht eine Holzbank, an der ich jetzt schon mehrmals die Kinder des Hinterhermsdorfer Kindergartens getroffen habe. Es ist lustig, die Zwerge hier draußen in der Natur zu beobachten, auch wenn sie sich über andere Dinge als die Aussicht freuen.
Die Wanderung führt in den Wald hinein und nach ein paar hundert Metern passiert man den Pöhligstein. Rueckseite_Niedermuehle_Hinterhermsdorf_kleinAuf dem weiteren Weg geht es hinunter ins Kirnitzschtal bis zur Niedermühle. Kurz vor der Niedermühle macht der Wanderweg einen seltsamen Schlenker nach links den Hang hinauf. Dieser Bogen stammt noch aus der Zeit, als man die Grenze nicht passieren durfte. Heutzutage kann man einfach unten am Bachlauf entlang gehen und damit kommt man auch sehr leicht zum Übergang nach Tschechien. Nachdem man die Kirnitzsch überquert hat, biegt gleich darauf nach rechts ein relativ steiler Waldweg ab. Dieser Aufstieg ist mit dem grünen Strich grüner Strich gekennzeichnet und endet nach ¼ Kilometer auf einem breiten Forstweg. Die Wanderung geht nach rechts weiter auf der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich. Hier ist mit der Na Tokání (Balzhütte) schon das nächste Ziel ausgeschildert. Nach ein paar Metern passiert man die Wolfstafel, auf der erklärt wird, dass im Jahre 1640 der Jäger Grohmann die letzten zwei Wölfe erschossen hat.
Weiter geht es ziemlich genau einen Kilometer auf dem böhmischen Radweg 3031, der dann nach links abbiegt. Die Wanderung wird noch ein Stückchen ruhiger und folgt weiterhin der blauen Wegmarkierung. Obwohl der Waldweg auch als Forstweg genutzt wird, absolviert er so einige Höhenmeter, aber für eine Wanderung durch ein Mittelgebirge ist das eigentlich auch nicht so ungewöhnlich. Der Wanderweg wird immer schmaler und steigt dann sehr abwechslungsreich hinunter ins Tal des Roten Floßes ab. interessanter_Brueckengrund_kleinHier könnte man nach rechts noch einen Abstecher von zwei Kilometer Länge bis vor zum Černá brána (Schwarzen Tor) unternehmen. Auf jeden Fall geht es auf der gegenüberliegenden Talseite wieder aufwärts (weiterhin auf der blauen Wanderwegmarkierung) durch den Zadní můstkový důl (Brückengrund). neue_Jungferntanne_Boehmische_Schweiz_kleinAuch dieser Waldweg ist sehr nett und durch so einige Einbauten (kleinere Brücken, Rinnen und Stufen) ziemlich abwechslungsreich. Am Ende passiert man eine der versteckten Zählstationen, die in einem künstlichen Baum am Wegesrand steht. Der Aufstieg stößt an der ehemaligen Jungferntanne auf eine Kreuzung mit gleich mehreren Forstwegen.
Jetzt beginnt ein Teilstück von fast 4 Kilometern, das auf so ziemlich gleichbleibender Höhe durch den böhmischen Wald führt. Der Weg ist immer noch mit dem blauen Strich gekennzeichnet. Da man nicht so besonders viele Aussichten auf diesem Teilstück hat, kann man sich ein paar Gedanken zum seltsamen Verhalten des böhmischen Nationalparks machen. Auf der linken Wegseite kennzeichnen rote Ringe die Grenze der böhmischen Kernzone. Sehr seltsam ist, dass hier reichlich Bäume gefällt wurden und dazu die mächtigen Forstmaschinen kreuz und quer durch den Wald gefahren sind. 3 Kilometer hinter der Jungferntanne kann man knapp unterhalb des Waldweges einen Felsen entdecken, an dem sich eine kleine Gedenktafel befindet. Der Text der Tafel ist: „Dem Andenken an unseren lieben Gatten und Vater Johann Neumann; Holzschläger aus Dittersbach; welcher hier am 5. Dezember 1922 im 54. Lebensjahre durch einen Baumstamm tödlich verunglückte.“ erstes_Restaurant_Balzhuette_kleinAuf dem weiteren Weg in Richtung Na Tokání (Balzhütte) fällt vor einem eine Ansammlung von Felsen auf, die bald von oben als Aussichtspunkt dienen werden. Der Waldweg erreicht die Na Tokání (Balzhütte) von westlicher Seite und hier bieten sich gleich mehrere Möglichkeiten, nett einzukehren. ungenutzter_Pool_Balzhuette_kleinEine besonders interessante Stelle an der Balzhütte ist das versteckt liegende Becken in dem Felsen auf der rechten Wegseite. Dieses erreicht man 150 Meter hinter dem ersten Haus über einen unscheinbaren Trampelpfad. Nach ein paar wenigen Höhenmetern erreicht man die Felsenoberseite und hier befindet sich tatsächlich ein blau gestrichener Pool. Heutzutage wird selbst im Hochsommer kein Wasser mehr hineingefüllt und so sammelt sich nur Regenwasser darin. Die Wanderung geht noch ein paar Meter weiter auf der Straße durch die Miniansiedlung von Na Tokání (Balzhütte), bis man die nach hinten versetzte Gaststätte erreicht.
Würde nicht im Wanderführer von Herrn Bellmann so nett stehen, dass man auf die Rückseite des Restaurants gehen soll, so würde ich mich hier niemals hin trauen, da es eher nach dem Wäscheplatz oder dem Kücheneingang aussieht als nach dem Beginn einer Steiganlage. Im Sommer 2013 hing an der linken Hausecke eine gelungene Skizze des Geländes und damit war es eindeutig, dass man hinter dem Haus richtig ist. Auch wenn dort Wäsche hängt, geht man in Richtung der Felsen weiter und dort weisen weiße Dreiecke den Weg aufwärts. Aussicht_Mariensruh_Balzhuette_kleinDer Aufstieg ist wirklich nicht schwierig und es sind auch einige Stufen zu erahnen. Der Weg auf dem Fürst-Kinsky-Jägersteig ist, auch wenn es sich manchmal nur um einen naturnahen Pfad handelt, mit den weißen Kennzeichnungen ganz eindeutig. Zwischendurch kann man nach links zu einer sehr netten Aussicht abbiegen. Dabei handelt es sich um die Felsen, die man vorhin schon von unten sehen konnte. Von hier hat man einen beeindruckenden Blick in die Landschaft der Böhmischen Schweiz.
Für den weiteren Weg hat man zwei unterschiedliche Möglichkeiten. Entweder folgt man den weißen Dreiecken weiter und wird mit einem kleinen, aber angenehmen Bogen zurück zur Na Tokání (Balzhütte) geführt. Bei der zweiten Variante muss man schon ein wenig mehr Spürsinn für den Wegverlauf haben. Durchgang_am_der_Theodorenhalle_kleinZumindest im Sommer nimmt der Farn die Sicht auf den Wegverlauf. Wappen_der_Kinskys_am_der_Theodorenhalle_kleinDiese Strecke führt auf jeden Fall in nördliche Richtung und stößt, nachdem man sich ein ganz kleines Stück rechts gehalten hat, auf die gelbe Wanderwegmarkierung gelber Strich. Jetzt geht es nach rechts über den interessanten Weg durch die Theodorenhalle abwärts. Hier kann man in der Felswand die Jahreszahl 1846 entdecken. Am Ende des Abstiegs passiert man auf der linken Wegseite ein Wappen der Kinskys aus dem Jahre 1849.
Der gelbe Wanderweg führt ans östliche Ende der Na Tokání (Balzhütte), wo man eine seltsame Wegkreuzung und eine größere Wiese erreicht. Auch wenn mitten auf der Wiese noch zwei sehenswerte, weil miteinander verschlungene Buchen stehen, geht die Wanderung noch vorher nach rechts auf dem gekennzeichneten Wald-/Radweg 3029 abwärts. Gleich am Anfang des Weges steht ein ungewöhnliches Schild, das die Radfahrer auf entgegenkommende Forstfahrzeuge hinweist. Auch wenn sich eigentlich das Gefälle noch in Grenzen hält, so zieht es sich sehr lange hin und dann kann man mit dem Rad schon ganz gut Fahrt aufnehmen und jegliches Fahrzeug ist stabiler als ein Radfahrer. Dafür, dass der Weg über den Fürst-Kinsky-Jägersteig ziemlich vielfältig war, ist das nächste Teilstück wirklich langweilig. Auch hier fallen mal wieder Forstarbeiten auf, die etwas sehr ungewöhnlich sind. So konnte man gerodete_Schlucht_am_Lagergrund_klein2013 auf der linken Wegseite einige Berghänge und Schluchten entdecken, die bis auf die letzte Pflanze gerodet waren. Selbst die Äste der Fichten sind fein säuberlich weggeräumt worden. Das sind typische Spuren eines Nutzwaldes und so richtig unterhaltsam wird solch eine Aufräumaktion, wenn das nächste Gewitter anrauscht. Die Spuren von so ein paar tausend Kubikmetern Regen sind gravierend und jedes Mal werden sie wieder beklagt.
Die Wanderung durch den Táborový důl (Lagergrund) stößt nach 3 ½ Kilometern auf eine Kreuzung, an der es nach rechts auf dem markierten Radweg 3030 weiter geht. Dafür, dass bis hierher der Felsenkeller_in_Hinterdittersbach_kleinRadweg entweder asphaltiert oder wenigstens sehr ordentlich planiert war, wird hier der Untergrund schon ein ganzes Stück mehr etwas für Geländeräder. Früher war die sogenannte Česká silnice (Böhmerstraße) eine wichtige Handelsstraße zwischen Sachsen und Böhmen und außerdem noch die Grenze zwischen den Herrschaften Clary-Aldringen und der von Kinskys. freigelegte_Grundmauern_in_Hinterdittersbach_kleinDavon zeugen auch so einige Grenzsteine, die man gleich neben dem Weg entdecken kann. Der Waldweg führt bis zur Grenze nach Deutschland. Hier hat bis zum Kriegsende eine kleine Ortschaft namens Hinterdittersbach (Zadní Jetřichovice) gestanden. Die Spuren der paar Häuser sind 2013 freigelegt worden und so sieht man mindestens ein Kellergewölbe und die Grundmauern von zwei Gebäuden.
Die Kirnitzsch wird mittels einer Fußgänger-/Radfahrerbrücke überquert und dann geht es am Bachlauf weiter abwärts. Gleich am Grenzübergang hat man einen schönen Blick auf die Felsen der Rabensteine und eine größere Wildwiese im Kirnitzschtal. Der Wanderweg ist nach wenigen Metern an der Kirnitzsch entlang mit dem blauen Strich blauer Strich gekennzeichnet. Nach 300 Metern erreicht man die Alte Böhmerstraße, auf der man nach rechts hinauf zur Buchenparkhalle abbiegen könnte. Damit es aber auf der Wanderung auch mal ein bisschen spannend wird, wandert man von der Kreuzung noch mal 300 Meter weiter auf der blauen Wanderwegmarkierung, um dann auf der linken Seite mitten in der Wildwiese ein Hinweisschild auf die Kernzone des Nationalparks Sächsische Schweiz zu entdecken. Genau an dieser Stelle führt nach rechts, unter den großen Fichten, der Nickelsbergweg aufwärts. Der Aufstieg ist schon ein wenig anspruchsvoller als auf einem Forstweg, aber dafür ist man hier immer alleine unterwegs. Nach nur 100 Metern ist der größte Teil des Aufstieges (immerhin 50 Höhenmeter) geschafft und man geht nach links weiter. Der Wanderweg ist sehr eindeutig und führt ziemlich geradlinig durch das Finsterwäldchen. Nach einem Kilometer erreicht man die bekannte Alte Böhmerstraße, auf der es nach links weiter in Richtung Buchenparkhalle geht. Je länger man auf dem Forstweg unterwegs ist, desto breiter wird der Weg. Nach etwas weniger als einem Kilometer stößt die grüne Wanderwegmarkierung grüner Strich dazu und es geht die letzten paar Meter bis zum Ausgangspunkt an der Buchenparkhalle zurück.
Damit ist eine ganz nette Runde zu Ende gegangen, die mit dem Fürst-Kinsky-Jägersteig eine interessante Stelle beinhaltete. Ein bisschen schade ist das lange Stück über den böhmischen Waldradweg, weil dadurch die Wanderung etwas sehr langweilig wird. Durch die Länge der Wanderung ist mir aber leider keine Alternative eingefallen.

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