Villa Fernblick

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 14,00 km
Höhenunterschied:
ca. 605 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
steiler Aufstieg
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Großer Zschand;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Kirnitzschtal - Neumannmühle - Großer Zschand - gelber Strich - Zeughaus - grüner Strich - Großer Hochhübelweg - Reitsteig - Erlenschlüchte - Thorwalder Wände - Villa Fernblick - Vordere Pechschlüchte - Stimmersdorfer Weg - roter Strich - Matthiasbergweg - Hinterer Thorwaldweg - Thorwaldquelle - Friederickensteig - Dreisteigensteig - grüner Strich - Flügel E - Kansteinboofe - Großer Zschand - gelber Strich - Neumannmühle - Kirnitzschtal

Beschreibung:

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber trotzdem eine Warnung vorweg: Die Wanderung führt quer durch einen Ausleger der Kernzone. Ich meine zwar, überall den schwarzen Pfeil gesehen zu haben, aber nicht, dass jemand bei dieser Tour von einem Ranger zurückgeschickt wird und dann das Gejammer losgeht. Jeder Nachwanderer sollte sich dieser Möglichkeit bewusst sein.

Ich habe diese Wanderung unternommen, als der erste Schnee in der Nacht gefallen war und es auch noch ein bisschen zwischendurch schneite. Das sollte noch zu einer ungewöhnlichen Begegnung führen. winterlicher_unterer_Grosser_Zschand_kleinDen Startpunkt habe ich wie bei den meisten Wanderungen im Großen Zschand an die Neumannmühle gelegt. Von hier geht es in den Großen Zschand mit der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Diese Schlucht sieht wirklich immer toll aus, aber wenn sie auch noch weiß gepudert ist, dann ist es wirklich perfekt. winterlicher_Grosser_Zschand_Weitung_kleinDadurch, dass im Winter die Gaststätte im Zeughaus und die Nationalparkinformationsstelle geschlossen haben (zumindest war es im Winter 2018/19 so) ist der Verkehr nur minimal. Auch ist die Anzahl der Wanderer im Winter für den gesamten Bereich sehr übersichtlich. winterliches_Jagdhaus_am_Zeughaus_kleinBis zum Zeughaus konnte ich noch ein paar Spuren im Schnee sehen, aber ab dort war ich der einzige bzw. zumindest der erste Wanderer an diesem Tag. Die Wanderung folgt der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich weiterhin im Großen Zschand. Gleich auf den ersten paar Metern passiert man einen der offiziellen Grillplätze und dann geht es die ersten Höhenmeter mit dem Großen Hochhübelweg, weiterhin grün markiert, aufwärts. Kurz vor den ersten Felsen der Thorwalder Wände biegt nach rechts der markierte Wanderweg auf den Reitsteig ab. Auf den ersten paar Metern kann man sehr gut sehen, was für Auswirkungen der Borkenkäfer auf einen Monokultur-Fichtenwald hat. winterlicher_Reitsteig_an_den_Thorwalder_Waende_kleinHier hat vor einigen Jahren der Käfer den gesamten Wald umgelegt und jetzt ist schon ein gut sichtbarer Mischwald vorhanden. Auch wenn es mir gewaltig wehtut, wie ein abgestorbener Fichtenwald aussieht, kann man hier schon ganz gut sehen, dass etwas viel Schöneres daraus entstehen kann. Im Sommer 2018 hat der Borkenkäfer im Bereich der Thorwalder Wände gewaltig zugeschlagen. Auf beiden Seiten der Felsen sind annähernd alle Fichten ohne Nadeln und es dürfte ein Wunder sein, wenn hier ein einziger Baum überleben wird.

Der Reitsteig ist nicht der optimale Weg, um möglichst schnell von A nach B zu kommen. Der Pfad schlängelt sich sehr wild am Felsenfuß entlang und so muss man 2 ½ Kilometer wandern, um 1,2 Kilometer Luftlinie zu überwinden. Aber das Ziel des Wandern ist ja auch nicht, möglichst schnell eine Strecke zu überwinden. Aufstieg_Thorwalder_Gratweg_kleinNach den besagten 2 ½ Kilometern fällt rechts neben dem Pfad eine Felsmurmel (Durchmesser 2 Meter) und links oben eine ganz glatte, aber riesige Felswand auf. Hier geht es nach links den Hang hinauf. Nach den ersten wenigen Metern Aufstieg kann man in der Realität auch gut erkennen, was auf der Karte so eindeutig aussieht: winterlicher_Thorwalder_Waende_kleinDer Weg quer zu den Thorwalder Wänden ist wirklich schnurgerade, aber man muss so einige Höhenmeter (ungefähr 76 Höhenmeter) überwinden. An der höchsten Stelle quert man den Gratweg über die Thorwalder Wände und dann geht es wieder abwärts. Nachdem man die erste Etage abgestiegen ist, kann man eine schöne Erkundungstour nach links unternehmen. Hier weisen ein paar schwarze Pfeile den Weg in Richtung eines Klettergipfels. Aussicht_Villa_Fernblick_kleinAuf dem Pfad kann man gut nach vorne wandern und nach 200 Metern erreicht man die ehemalige Boofe Villa Fernblick. Früher ist die Boofe sogar mit einer Wand ausgestattet gewesen, aber heutzutage ist es eher ein zugiges Plätzen mit einer lohnenswerten Aussicht. Als Aussicht ist die Stelle sehr interessant, aber zum Übernachten dürfte es maximal an einem windstillen Sommerabend schön sein. Um diese Boofe hat es zu Beginn des Nationalparks wilde Diskussionen gegeben und genau deshalb würde ich mich niemals trauen, diese heutzutage illegale Boofe zu benutzen.

Von der Boofe muss man die paar Meter wieder zurück zum weiteren Abstieg wandern. In der Karte Großer Zschand von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) ist im rechten Nachbartal des Abstiegs eine Höhle eingezeichnet und das hat mich neugierig gemacht. Also bin ich den eigentlichen Abstieg bis unten gegangen und dann um die Felsen herum in den nächsten Grund rechts davon hineingewandert. Die Höhle habe ich leider nicht gefunden, da irgendwie die Zeit einfach zu sehr fortgeschritten war. Das ist einer der größten Nachteile des Winters, es wird einfach viel zu früh dunkel. Wenn womöglich der Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit entfällt und es nur noch die Sommerzeit geben würde, dann könnte man auch im Winter eine Stunde länger wandern. Als ich wieder aus dem Grund herausgewandert bin, standen auf einmal zwei junge Frauen neben mir. Wenn man vorher über mehrere Stunden keinen Menschen bzw. keine Spur gesehen hat, dann ist das ganz schön verwunderlich. Wir kamen schnell ins Gespräch und sie waren auf der Suche nach dem Gratweg der Thorwalder Wände. Da sie den Zustieg nicht gefunden hatten, sind sie einfach meinen Fußspuren hinterher gegangen. Sie waren davon ausgegangen, dass die Spuren ganz bestimmt auch als Ziel den Gratweg haben. Tja, falsch getippt. Irgendwie haben die beiden mir schon ziemlich Leid getan, da sie ohne Handschuhe, mit Schnee in den Haaren und einer wirklich mangelhaften Karte unterwegs waren. Auch wenn ich ihnen erstmal den Weg gezeigt habe, so habe ich mir im Nachhinein noch Sorgen um sie gemacht, da man von den Thorwalder Wänden nicht so einfach wieder herunter kommt. Erfreulicherweise habe ich zum Glück nichts von einem Einsatz der Bergrettung gehört.

Die Wanderung geht weiter in der Verlängerung des Weges über die Thorwalder Wände abwärts durch die Vorderen Pechschlüchte. Der Weg endet auf dem rot markierten Wanderweg roter Strich, der nach links weiter gewandert wird. Auch hier sind rund um einen herum die Fichten abgestorben und zum Teil sind weite Flächen schon gefällt. Schon nach 100 Metern wird der rot markierte Wanderweg wieder verlassen und es geht nach links den Matthiasbergweg aufwärts. winterliche_Thorwaldquelle_kleinDieser Weg führt an der Seite des Matthiasbergs entlang und dann wieder herunter auf den Hinteren Thorwaldweg. Wenn man nach links wandern würde, würde man die Thorwaldquelle erreichen. Im Winter wird die Quelle vermutlich nicht so häufig benötigt, aber ulkigerweise steht hier immer eine wechselnde Tasse. Die Wanderung geht aber nach rechts auf dem Hinteren Thorwaldweg weiter. Nach etwas weniger als 1 ½ Kilometer erreicht man den Saupsdorfer Weg, der mit dem blauen Strich blauer Strich markiert ist. Diesen wandert man nach links ein Stück den Hang hinauf, um dann die erste Möglichkeit nach rechts abzubiegen. Dieser Weg am Hang der Kirnitzsch entlang ist seit vielen Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten, vernachlässig worden und erst letzten Winter von ein paar Idealisten wieder freigeschnitten worden. Blöderweise hat dann das Orkantief Friederike den Weg wieder mit Bäumen zugedeckt, sodass die mühselige Arbeit noch einmal wiederholt werden musste. Schön, dass diese Mitmenschen sich nicht entmutigen ließen. Nach ein paar hundert Metern endet der Waldweg auf den Treppen des Dreisteigensteigs. Dieser ist mit dem grünen Strich grüner Strich markiert und wird aufwärts gegangen. Schon bald erreicht man den Forstweg Flügel E. Auf diesem sehr breiten Weg geht die Wanderung nach rechts weiter. Der Forstweg macht einen Linksknick und dann einen Rechtsknick. Genau in diesem Rechtsknick wird der Weg verlassen und es geht auf einem gut sichtbaren Trampelpfad geradeaus. Der Weg führt auf den Bergsattel zwischen dem Großen Teichstein und dem Kanstein. Es sind nur wenige Höhenmeter zu überwinden und wer neugierig ist, was die Lieblingsboofe der Familie Geier ist, der hält sich rechts. winterliche_Kansteinboofe_kleinMan wird automatisch auf die Terrasse der Kansteinboofe geführt. Die Boofe bietet einen sehr guten Schutz gegen Wind und Regen und man hat eine fantastische Aussicht auf den Großen Zschand. Das einzige Manko ist, dass die Boofe inzwischen auch noch so einige andere Mitmenschen entdeckt haben, aber das sind wir vermutlich selber schuld. Da die Boofe aber auch riesig ist, haben wir bisher noch nie Platzprobleme gehabt.

Von dort oder von dem Bergsattel, wenn man keine Lust hatte die Boofe zu besichtigen, geht es in das Tal zwischen dem Großen Teichstein und dem Kanstein hinunter. Der Abstieg ist leicht und man landet auf der Forststraße zwischen dem Zeughaus und der Neumannmühle. Ganz seltsam schauen andere Wanderer, wenn sie unten über die Zeughausstraße wandern und man auf einmal aus dem Nichts auftaucht, womöglich noch mit einem riesigen Rucksack. winterlicher_Grosser_Zschand_kleinVon der Zeughausstraße ist der Zugang zur Kansteinboofe kaum zu erkennen. Die letzten Meter (1 ½ Kilometer) wandert man dann nach rechts durch den schon bekannten Großen Zschand bis zum Ausgangspunkt zurück. Die Wanderung war eine nette Runde durch den Schnee. Was mich im Nachhinein noch beschäftigt hat, war ob die beiden Frauen mit ihrer doch ziemlich bedenklichen Ausrüstung den Weg über den Thorwalder Gratweg unbeschadet überstanden haben. Natürlich waren sie schon groß genug und für sich selber verantwortlich, aber ich habe nicht drauf hinwiesen, dass man nicht so ohne Weiteres von dem Gratweg wieder herunterkommt. Aber vermutlich habe ich mir einfach zu viele Gedanken gemacht. Ich habe auf jeden Fall die Villa Fernblick entdeckt und mich an der tollen Aussicht erfreut.

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    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Kirnitzschtal Neumannmühle mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Neumannmühle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00 €

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