Ziegenwanderung

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Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 4,50 km
Höhenunterschied:
ca. 199 Meter
beste Reisezeit:
nicht im Winter
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Festung Königstein und die Tafelberge;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Ortseingang Paffendorf - Margaretenhofweg - Quirlweg - Sportplatz - Malerweg - Felsenfuß Quirl - Diebskeller - roter Punkt - nördlicher Aufstieg Quirl - Kanonenweg - südliche Aussicht - Kanonenweg - Waschbecken - Boofe - Malerweg - Sportplatz - Quirlweg - Margaretenhofweg - Ortseingang Paffendorf

Ziegenwanderung

Wir sind schon einige Male mit Alpakas in der Sächsischen Schweiz wandern gewesen. Seit diesem Jahr gibt es eine neue Variante der tierischen Begleitung in Form von Ziegen. Das hört sich sehr interessant an und musste gleich mal ausprobiert werden. Auf der Internetseite www.ziegen-wanderung.de werden unterschiedliche Runden angeboten. Wir haben mit den Ziegen die Quirl-Wanderung für Familien unternommen.

Der Treffpunkt war am Ortseingang von Pfaffendorf (von Königstein kommend). Dort wartete schon der Ziegenhirte Patu mit einem Ziegenbock. Die erste Überraschung für uns war, dass diese Ziege (Gershi 3,5 Jahre alt) ganz schön groß war und super neugierig schaute. Nachdem die gesamte Wandergruppe eingetrudelt war, sind wir vom Treffpunkt zuerst mal zu den Ziegenkoppeln gewandert. Ganz passend ist der Name des Weges, Am Stallhübel, wobei die Ziegen nur auf einer eingezäunten Wiese ohne Stall standen. Lili_kleinDort haben wir noch zwei weitere Ziegen (Lili und Lexa kurz Lilifees jeweils 2,5 Jahre alt) und ein dazugehörendes kleines Zicklein (Blacky) abgeholt. Hier haben wir gelernt, dass Ziegen sehr ausgeprägte Herdentiere sind und wenn ein paar Tiere den Weideplatz verlassen, die anderen hinterher wollen. Zum Glück war noch ein Bekannter des Ziegenhirten dabei, der für Ordnung sorgte.

Die Ziegen gingen sehr gut an den Führstricken, das war wirklich sehr angenehm. Ziege_an_der_Leine_kleinAls wir in Richtung Quirl wanderten, lockten allerdings die Eicheln auf dem Waldboden extrem und dort musste man schon mal etwas fester an dem Seil ziehen. Vollkommen süß war die kleine Zicke, die ihrer Mutter auf Schritt und Tritt folgte. Nachdem wir fast am Felsfuß des Quirl angekommen waren, mussten wir eine kleine Rast einlegen, da auf dem Pfad um den Quirl ein freilaufender Hund unsere Gruppe ankläffte. Das mögen nicht nur Menschen nicht, sondern auch die Ziegen wollten nicht weitergehen. Da der kläffende Hund nicht an die Leine genommen wurde, haben wir einen Minischlenker nach rechts unternommen und sind über einen Pfad mit so einigen Felsen hoch zu dem Rundweg aufgestiegen. Hier haben die Ziegen uns so richtig gezeigt, dass sie perfekte Kletterer sind. Die vier sind in so einer Geschwindigkeit den Hang hochgeflitzt, dass es richtig schwierig war, an dem anderen Ende der Leine hinterher zu kommen. Die nette Tour erreichte den Diebskeller, eine der größten Schichtfugenhöhlen der Sächsischen Schweiz. Das Schöne an dieser Höhle ist, dass man ebenerdig hineinspazieren kann und im vorderen Teil sogar ein steinerner Tisch und ein paar Sitzplätze stehen. Wir sind auch mit den Ziegen in die Höhle spaziert, was für die Tiere überhaupt kein Problem war. Der Ziegenhirte Patu wollte uns an einer niedrigen Spalte zeigen, wie lustig es aussieht, wenn Ziegen krabbeln, aber die Tiere waren einfach zu schlau und sind in einem kleinen Bogen auf bequemem Weg zu ihrem Chef spaziert. 

Die Wanderung führt für ca. 400 Meter auf ziemlich gleichbleibender Höhe am Felsen entlang, bis auf der linken Seite einige Stufen aufwärts führen. Nach 20 Höhenmetern ist schon die Oberkante des Tafelberges erreicht und auch diesen Aufstieg haben die vier Ziegen ohne Anstrengung bewerkstelligt. Der Vierfussantrieb scheint doch ganz schön viel besser zu sein als unsere zwei Füße. Die_Chefziege_kleinÜber die komplette Ebene des Quirls ging es hinweg bis zur südlichen Aussicht. Hier haben wir auf unserer Runde eine längere Pause eingelegt und die Ziegen haben ziemlich lustig auf den Felsen herumgeturnt. Patu hat so einiges über die Tiere erzählt wie z.B. dass die Ziegen nicht Schmuseziege_kleinso richtig drüber nachdenken, wie sie nach einer Kletterpartie auch wieder zurück kommen oder was man sonst noch so alles mit Ziegen anstellen könnte. Es war eine sehr nette Pause, da die Ziegen so manchen Blödsinn im Kopf hatten und man dazu auch noch die sehr schöne Aussicht rüber zum Pfaffenstein genießen konnte. Wirklich super süß sah es aus, wie der Ziegenbock zum Schmusen vorbeikam und dann auch liegen blieb.

Bis zu dieser Wanderung kannte ich nur die beiden breiten Auf- bzw. Abstiege. Von der Aussicht kann man aber auch schräg nach rechts den Hang absteigen und gelangt dann kurz vor der großen, steinernen Wanne auf den Kanonenweg. Auf dem Stück habe ich den Ziegenbock an der Leine gehabt, aber im Gegensatz zum Aufstieg ist ein Abstieg mit einem kräftig ziehenden Tier überhaupt kein Vergnügen. Zum Glück hatte der Ziegenhirte vor der Wanderung schon gesagt, dass man das Tier auch einfach loslassen darf, wenn es zu brenzlig wird.

Den Kanonenweg ging es weiter abwärts, vorbei an der Badewanne und dann an der ersten Gelegenheit nochmal nach links an den Felsfuss. Hier kommt man bald an eine inoffizielle Boofe, die aber einen gut benutzten Eindruck macht. Das war die Stelle, die vorhin durch den nicht angeleinten Hund blockiert worden war. Da hier ganz typisch für Boofen vier Baumstämme im Rechteck lagen, haben wir uns dort allesamt hingesetzt und noch ein paar Dinge zu Ziegen und dem Beruf Ziegenhirte/Kleinbauer erfahren. Das war super interessant, handelt es sich doch für uns um eine ganz unbekannte Lebensweise. Beim Aufbruch haben wir dann noch gesehen, Hoehlenziegen_kleinwas die Gruppe mit dem Hund hier so Interessantes entdeckt hatte: auf dem zwei Meter hohen Felsband befand sich der Eingang in eine Höhle. Gleich mehrere Mitwanderer haben die ersten Meter der Höhle untersucht, aber die restliche Gruppe ist bergabwärts zum Startpunkt der Wanderung zurück gegangen. Blick_auf_Festung_Koenigstein_kleinEs war wirklich lustig mit den Ziegen durch den Wald zu wandern, da sie alles Mögliche im Wald in den Mund nehmen und drauf herum kauen. Aber eigentlich war es nur ein Nachweis für die Rasse dieser Ziegen: Thüringer Waldziegen. Deshalb war es auch überhaupt kein Problem, als wir wieder an den Eichen vorbeikamen und die drei großen Ziegen die Eicheln fast wie Staubsauger aufgesammelt haben.

Die Wanderung war eine sehr interessante und abwechslungsreiche Runde. Überraschend war, dass die Tiere sehr gut mit einer Gruppe mitwandern. Die Erklärungen des Ziegenhirten Patu waren sehr anschaulich und haben uns ein Tier näher gebracht, das wir bisher nur aus der Ferne kannten. Es war rundum eine nette Wanderung und wir hoffen, dass diese Ziegenwanderungen noch lange angeboten werden.

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Silberquelle

Diese Runde ist entstanden, weil wir uns zwei unterschiedliche Stellen im Bereich des unteren Bielatals ansehen wollten. Die eine Stelle (Bornberg) hatten wir im Buch “Felsenwege”, Band 1, von Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de) gefunden und dann waren uns auf der Karte “Festung Königstein und Tafelberge” von Rolf Böhm (www.boehmwanderkarten.de) ein paar uralte Jahreszahlen knapp oberhalb der Papierfabrik aufgefallen. Alles sah sehr interessant aus und so haben wir uns auf den Weg gemacht.

Als ganz hervorragende Startposition bietet sich die Bielatalstraße in Königstein an. Hier darf man tatsächlich noch kostenlos parken (zumindest ab der Zufahrt nach Pfaffendorf) und dazu gibt es immer ein paar freie Parkplätze. Wir haben unser Auto an der Reichelsmühle (Fenster- und Türenbau TL Tischler) abgestellt, aber man kann so ziemlich überall am Randstreifen parken. Kellergewoelbe_Bielatalstrasse_kleinVon dort geht es erstmal dem Bachlauf der Biela hinterher, bis man die Zufahrt nach Pfaffendorf erreicht. schoener_Platz_Bielatalstrasse_Koenigstein_kleinHier befindet sich der einzige kostenpflichtige Parkplatz. Bis zum Elbehochwasser 2002 standen hier mehrere Häuser, die aber nach dem Hochwasser nicht mehr zu retten waren und so ist der Parkplatz und im unteren Teil ein netter Brunnen/Wasserfall entstanden. Ich habe hier schon mehrmals Radfahrer gesehen, die ihre Füße erfrischt haben und Kinder lieben so einen feuchten Platz auch immer.

Gleich an der Wand, an der der Wasserfall runterrieselt, befindet sich in Richtung der Straße nach Pfaffendorf eine unübersehbare Treppe. Diese geht es jetzt hinauf. Schon nach wenigen Metern Aufstieg sollte man sich kurz umdrehen und die Aussicht auf die Stadt genießen. Es wird in kurzer Zeit ein weiterer Ausblick auf die Stadt kommen, aber so hat man wenigstens eine Ausrede, um einen Stopp einzulegen. Die Treppe steigt weiter in Richtung des Ortsteils Einsiedler bzw. dann der Ortschaft Pfaffendorf aufwärts. Der Aufstieg heißt Bornberg und passiert ein paar Schrebergärten. Nach nur ¼ Kilometer, aber dafür 85 Höhenmetern erreicht man die Fahrstraße hoch nach Pfaffendorf. Auf der Straße muss man leider für den nächsten ¼ Kilometer aufwärts wandern, bis nach links ein unscheinbarer Weg abbiegt. Es handelt sich um den Heideweg, der eher so aussieht, als ob er nur die Zufahrt zu ein paar Wochenendhäusern ist, aber praktisch kann man auf ihm relativ angenehm weiter aufsteigen, um dann nach 400 Metern die Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt zu erreichen. Schoene_Aussicht_Koenigstein_kleinAuf dieser wandert man nach links, auf ziemlich gleichbleibender Höhe, weiter. Schon bald erreicht man eine Aussicht mit dem praktischen Namen „Schöne Aussicht“. Besonders kreativ war der Namensgeber hier nicht, aber es ist tatsächlich ein nettes Plätzchen mit einem guten Überblick über die Stadt und rüber zur Festung Königstein. Eine Tafel erklärt, dass die Aussicht schon 1840 von den Kurgästen aus Bad Königsbrunn (heutiger Ortsteil Hütten) genutzt wurde. So kann man auch heute noch einige Inschriften an den Felsen unterhalb der Aussicht mit passenden Jahreszahlen entdecken.

Ab der Aussicht schlägt die gelbe Wanderwegmarkierung die östliche Richtung ein. Grenzstein_Lapidarium_Gohrisch_kleinDie Wanderung führt bis hinter den Ortsrand von Gohrisch, um dann nach rechts in den Sandweg abzubiegen. Schon nach wenigen Metern befindet sich auf der linken Wegseite das Grenzstein-Lapidarium. Es ist schon ganz schön verwunderlich, wie viele unterschiedliche Grenzsteine es hier gibt, und interessant zu sehen, wie sie sich über die Jahrhunderte verändert haben.

Der Sandweg endet auf der Pfaffendorfer Straße, die nach rechts entlang gewandert wird. Man passiert den Margaretenhof, eine seltsame gelbe Kiste namens Stoppomat (nur für Radfahrer interessant www.stoppomat.de) und eine Ruine (Anfang 2018) mit einem riesigen Garten. Zumindest in dem Garten hatte aber schon jemand fleißig aufgeräumt. Gleich an diesem Grundstück stößt der Malerweg mit auf die Straße und biegt dann aber auch schon kurz dahinter wieder rechts ab. Dieser Wanderwegmarkierung folgt man nach rechts über den Schulweg (welche Schüler würden heutzutage wohl über so einen Weg zur Schule gehen?). Schon bald wird das besiedelte Gebiet verlassen und man wandert in einem Bogen nach Pfaffendorf. Der Malerweg führt einmal quer durch die Ortschaft und dann hoch auf den Pfaffenstein. Der nördliche Aufstieg auf den Felsen führt über eine kurze aber heftige Treppenanlage bis auf die Hochebene. Zwischendurch wird eine Stelle mit dem berechtigten Namen Nadelöhr passiert, durch die aber jeder Mensch durchpasst, nur ein Trekkingrucksack oder eine Babykraxe auf dem Rücken macht Probleme. Gang_zur_Barbarine_Pfaffenstein_kleinEs ist wie bei allen Tafelbergen der linken Elbeseite verwunderlich, wie groß die Ebene auf dem Felsen ist. Auf dem Pfaffenstein kann man erstmal ein ganzes Stück in südliche Richtung wandern, bis man in der Mitte auf den Aussichtsturm und die Gaststätte trifft. Barbarine_am_Pfaffenstein_kleinSchön, dass hier oben noch ein Gastwirt die Stellung hält. Man sollte aber unbedingt noch weiter bis ans südliche Ende des Pfaffensteins wandern, da der Weg dorthin schon was Besonderes ist (solange man keine Klaustrophobie hat, ist es auch kein Problem) und die freistehende Barbarine ist auch eine Sehenswürdigkeit.

Für die weitere Wanderung muss man aber wieder bis in die Mitte des Pfaffensteins zurück gehen, um dann nach links auf der Malerwegmarkierung abzusteigen. Spätestens ab dem Felsfuß geht es besser auf der grünen Wanderwegmarkierung grüner Punkt weiter. Nach ziemlich genau einem Kilometer erreicht man einen gut ausgebauten Forstweg mit dem Namen Kirchleitenstraße. Ausgeschildert ist dort Königstein mit 1 ¼ Stunden. Auf diesem Weg geht es nach rechts weiter, etwas mehr als 300 Meter, um dann nach links an der ersten Möglichkeit abzubiegen. Der Untergrund dieses Weges ist, zumindest Anfang 2018, ein dichtes Gras gewesen, was schön aussieht, aber auch die Gefahr der kleinen Plagegeister Zecken mit sich bringt. Nach 200 Metern Abstieg erreicht man eine Kreuzung, die einfach nur überquert wird. An dieser Kreuzung kann man für die Sächsische Schweiz untypische Wegmarkierungen entdecken. Es sind einfache gelbe Striche an den Bäumen. Dabei handelt es sich um die unscheinbaren Wegmarkierungen des Forststeigs. Geradeaus den Hang hinunter ist der Forststeig auch markiert und nach wieder 200 Metern biegt im rechten Winkel ein Waldweg den Hang hinab. Aber Achtung, diesen Waldweg geht es nicht hinunter, sondern hier zweigt ein äußerst unscheinbarer Pfad runter ins Tal ab. Wären die Forststeigmarkierungen besser sichtbar, dann würde man den Pfad nicht so einfach übersehen. Hier geht es leicht abfallend runter ins Tal des Cunnersdorfer Bachs.

Die Wanderung erreicht die Fahrstraße genau an der Stelle, an der der Cunnersdorfer Bach in die Biela fließt. Die Straße an der Biela wird einfach nur überquert und auf der gegenüberliegenden Straßenseite führt ein Waldweg (Zwieselweg) den Hang hinauf. Für diese Wanderung benützt man aber nur die Brücke des Waldweges über die Biela und dann geht es gleich am Bachrand entlang. Der Pfad zwischen Hang und Bachlauf ist zwar breit, aber trotzdem ziemlich unsichtbar. Wenn das Wetter in den Tagen vor der Wanderung etwas feuchter gewesen ist, dann kann man hier die Silberquelle_Bielatal_kleinQualität der Wanderschuhe auf Wasserdichtheit testen oder man umgeht die feuchtesten Stellen. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man die Silberquelle und eine Vielzahl an Inschriften. Wie schon an der Schönen Aussicht sind diese Inschriften aus der Zeit von 1851 – 1861 und stammen von den Kurgästen in Bad Königsbrunn. Die Silberquelle kann man sehr gut finden, da sie mit einem Schild beschriftet und wunderbar eingefasst ist. Besonders schön sieht es aus, wie das Quellwasser am Grünzeug herunter perlt.

Die Wanderung führt weiterhin an der linken Seite des Bachlaufs entlang, bis man am ehemaligen Bad Königsbrunn und dem heutigen Königsteiner Ortsteil Hütten ankommt. Nachdem man die erste Garage passiert hat, fällt auf der linken Seite eine Quelle mit einem gigantischen Edelstahlrohr auf. Quelle_Julius_Putzar_Huetten_kleinDas Interessantere ist aber der Gedenkstein, der gleich darüber an Dr. Med. Julius Putzar erinnert. Gedenkstein_Huetten-Koenigsbrunn_Julius_Putzar_kleinDer vollständige Text auf dem Gedenkstein lautet “Diese Quelle fasste im Jahre 1846 Dr. Med. Julius Putzar; Begründer der Heilanstalt Königsbrunn”. Irgendwie ist es heutzutage schwer zu verstehen, was denn hier oben am Ortsausgang von Königstein eine Heilanstalt macht. Heute ist das einzige Auffällige die riesige Papierfabrik, aber dass hier Kurgäste gewesen sind, ist höchstens Insidern bewusst.

Das letzte Teilstück der Wanderung führt jetzt an der Straße das Bielatal hinunter. Als Erstes fällt das frisch sanierte große Haus auf der linken Straßenseite auf. Im Aufgang zu dem Haus hängt eine Inschrift, die überraschenderweise in Englisch ist: “Blessed shalt thou be when thou comest in, and blessed shalt thou be when thou goest out; Deut XXVIII_VI”. Wenn wir es richtig verstanden haben, dann ist es ein Bibelvers und soll ungefähr folgendes heißen: Gesegnet wirst du sein bei deinem Eingang und gesegnet bei deinem Ausgang; 5. Buch Mose Kapitel 28 Vers 6.

Gleich gegenüber von dem Gebäude beginnt die Königsteiner Papierfabrik. Der Name ist zwar richtig, aber eigentlich denkt man eher an Zeitungs- oder Buchpapier. Dafür bräuchte man aber nicht die riesige Anzahl an Kameras. Der wahre Grund dafür ist, dass hier das Papier mit den vielen Sicherheitsfunktionen für z.B. Banknoten hergestellt werden. Es sind nicht die einzelnen Banknoten, sondern das noch unbedruckte Papier, was aber bei bösen Buben ganz bestimmt auch schon interessant sein dürfte. Kurz hinter dem letzten Gebäude der Papierfabrik auf der rechten Straßenseite zweigt eine Anwohnerstraße mit dem Namen „Kleiner Weg“ ab. Damit die Wanderung nicht die ganze Zeit auf der doch relativ langweiligen Bielatalstraße entlang geht, empfiehlt sich dieser Minischlenker. Nach ein paar hundert Metern führt eine kleine Brücke wieder zurück über die Biela und damit sollte man ziemlich genau wieder am Startpunkt der Wanderung herauskommen.

Diese Runde ist nichts wirklich Spektakuläres, aber immerhin sind ein paar nette Aussichten enthalten und man kann unbekannte Stellen entdecken, die den meisten Besuchern der Sächsischen Schweiz nie auffallen werden.

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Quacke

Diese Wanderung ist dadurch entstanden, dass ich mal wieder beim Stiegenbuchverlag (www.stiegenbuchverlag.de) eingekauft habe und dort im neuen Buch “Felsenwege Band 1” den seltsamen Ausdruck “Quacke” entdeckt habe. Das musste doch gleich mal in der Natur erkundet werden. Dass dabei eine so nette Wanderung, sogar mit einer uns noch unbekannten Stelle, herauskam, war eine angenehme Überraschung.

Der beste Startpunkt für diese Runde ist der obere Teil der Bielatalstraße in Königstein. Noch darf man dort kostenlos parken und es stehen immer reichlich Parkplätze am Straßenrand zur Verfügung. Sehr gut ist der Parkstreifen oberhalb der Reichelsmühle (Firmenschild TL Tischler GmbH) geeignet, Ruine_an_der_Bielatalstrasse_Koenigstein_kleinaber auch der Bereich der Ruinen ein paar hundert Meter oberhalb in Richtung Bielatal. Knapp hinter den Ruinen (ehemals Gaststätte zum Bielatal) beginnt auf der rechten Straßenseite der Aufstieg in Richtung Festung Königstein. Der Weg heißt Eselsweg und führt mit einer angenehmen Steigung aufwärts. Die ersten paar Meter Aufstieg gehen an einem sehr nett aussehenden Haus und einem riesigen Garten vorbei. Die Dimension des Gartens hat nichts mehr mit den heutigen handtuchartigen Gärten zu tun und verdient eigentlich schon die Bezeichnung Park. seltsame_Trinkwasserbehaelter_Eselsweg_kleinNach ein paar hundert Metern stößt die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich zum Aufstieg und zwei seltsame Trinkwasserbehälter stehen neben dem Weg. Außerdem kann man neben dem Weg immer wieder rote Rohre, die aus dem Boden ragen, entdecken. Dabei handelt es sich um Messstellen für das stillgelegte Uranbergwerk. Heutzutage werden die unterirdischen Gänge von Leupoldishain aus mit Wasser geflutet. Nachdem man etwas mehr als einen Kilometer aufgestiegen ist, verlässt der blau markierte Wanderweg den gut ausgebauten Forstweg nach rechts und man erreicht bald den Klettergarten an der Festung Königstein. Wenn man die Wanderung in der laublosen Zeit unternimmt, dann ist es einfach, die vielen unterschiedlichen und auch spektakulären Kletterpartien zu erkennen. 

Die Wanderung geht weiter nach rechts in die Richtung der Festung. Nur die ersten paar hundert Meter erfolgen an der Fahrstraße und dann auf der linken Seite ein wenig abseits der Straße weiter nach oben. Der Weguntergrund ist nicht so ganz für Stöckelschuhe geeignet, aber die meisten Wanderer sind auch mit ordentlichem Schuhwerk unterwegs. Genau an der ersten Ecke der Festungsmauer wird die blaue Wanderwegmarkierung verlassen und man wandert nach links an der Mauer entlang. Blick_von_Patrouillenweg_aufwaerts_kleinWir finden, aus dieser Perspektive wirkt die Festung noch viel imposanter als wenn man von oben herunter blickt. Die Wanderung erfolgt auf dem Patrouillenweg rund um die Festung. Gleich zum Anfang weist ein Schild auf die ursprüngliche Aufgabe als Patrouillenweg und zur Baukontrolle hin. Der Weg ist nicht gleich seit dem Bau der Burg vorhanden gewesen, sondern erst 1805 eingerichtet worden. Ebene_der_unteren_Befestigung_kleinSehr interessant ist, dass man zuerst an ziemlich hohen Mauern der Niederen Werke bzw. der Pfeilschanze entlang wandert und dann auf einmal eine Ecke mit ein paar wenigen Stufen auftaucht, Zugang_zur_Pfeilschanze_kleinmit denen man auf die Ebene der unteren Befestigungen gehen kann. Das ist früher bestimmt nicht so gewesen, aber heutzutage eine sehr schöne Stelle, da die großen Besuchermassen immer nur auf die Festung steigen, aber hier unten nur ganz wenige Besucher herumspazieren.

Der Patrouillenweg führt sehr angenehm um die gesamte Festung herum und Blick_zum_Lilienstein_kleinziemlich an der nord-östlichen Spitze befindet sich auch eine sehr schöne Aussicht auf die Elbe und den gegenüber liegenden Lilienstein. An mehreren Stellen findet man auch Nischen, noerdliche_Felswaende_kleindie vermutlich als Aufenthaltsplatz für streifelaufende Soldaten gedient haben. Im Gegensatz zur nördlichen Seite, wo sehr viele Stellen mit gemauerten Plomben ausgefüllt sind, sind auf der südlichen Seite ziemlich viele Felsspalten und Kamine zu entdecken. Genau diesen Umstand hat sich ein Schornsteinfeger im Jahre 1848 zu Nutze gemacht. Abratzky-Kamin_kleinDie Festung soll nie eingenommen worden sein, aber Johann Friedrich Sebastian Abratzky soll es geschafft haben, hier hoch zu klettern. Das ist zwar immer noch kein Einnehmen, aber immerhin ein Besteigen der für sicher gehaltenen Festung. Oben wurde der Kletterer aber von der Wache in Empfang genommen und erst mal eingesperrt. Heutzutage hat man anscheinend zu große Angst vor einer Einnahme der Festung und deshalb steht am Patrouillenweg ein Hinweisschild, dass das Übersteigen der Festungsmauer verboten ist, videoüberwacht und zur Anzeige gebracht wird. Gut, dass das Schild nicht schon vor zweihundert Jahren dort gestanden hat.

Der Bogen auf dem Patrouillenweg endet auf dem Parkplatz am Fuße der Festung (nur für Busse, Angestellte und Behinderte). Unterhalb der linken (südlichen) Seite des Parkplatzes verläuft der blau markierte Wanderweg blauer Strich , auf dem es ein Stück abwärts geht. Schon nach wenigen Metern biegt die erste Möglichkeit nach rechts im spitzen Winkel ab. Festungsfriedhof_kleinHier wird die blaue Wanderwegmarkierung wieder verlassen und es geht auf dem gut ausgebauten Waldweg fast ohne Höhenmeter weiter. Nach 400 Metern biegt nach links die erste Möglichkeit ab und man erreicht nach ganz wenigen Metern eine seltsame Stelle. einziges_Gebaeude_auf_Festungsfriedhof_kleinEs handelt sich um den alten Festungsfriedhof, der vollkommen in Vergessenheit geraten ist. Heutzutage sieht man nur noch die eigentliche Umrandung des Geländes, ein paar eingestürzte Gruften und eine Ruine mit Keller. Die eigentlichen Grabsteine stehen oben in der Festung (am Geschossmagazin), aber hier unten kann man nur noch rätseln, was man entdeckt hat.

Die Wanderung geht auf dem Waldweg an der Seite des Friedhofs weiter. Zuerst steigt der Weg noch ein kleines bisschen an, um dann aber auf einem gut sichtbaren Pfad abzusteigen. Auf der linken Wegseite befindet sich eine Inschrift mit den Jahreszahlen 1813, 1863 und 1865. Außerdem noch die Buchstaben TV und das Datum 11. November. Was auch immer die komplette Inschrift bedeutet, weiß ich leider nicht, aber immerhin weiß ich, dass am 11. November 1813 die Festungsstadt Dresden in der Völkerschlacht kapitulierte.

Der Weg führt über ein paar Stufen abwärts, bis man einen gut sichtbaren Pfad erreicht. Felsennest_kleinAuf ihm geht es nach links weiter. Nach etwas weniger als 200 Metern sieht man links am Felsfuß einen Eingang in die Felswand. Die Stelle ist im Buch “Felsenwege Band 1” mit dem Ausdruck “Felsennest” beschrieben und das stimmt perfekt. An den Felswänden sind so einige künstliche Tritte und Inschriften zu entdecken. Anscheinend wird diese Stelle auch ganz gerne zum Übernachten genutzt.

Die Wanderung geht wieder auf den Pfad zurück und noch ein paar hundert Meter nach links (von oben gesehen) weiter. Quacke_mit_Stufen_kleinDann fällt eine große Felsmurmel auf der linken Wegseite auf. Diese Murmeln werden in Sachsen von den Kletterern Quacken genannt und da sie häufig als offizielle Klettergipfel anerkannt werden, können sie auch schon mal höher als 10 Meter sein. In diesem Fall ist die Quacke nicht so wirklich schwierig zu besteigen, da sie sogar Trittstufen hat. Inschrift_an_Quacke_1888_kleinAußerdem ist die Jahreszahl 1888 hineingemeißelt. Knapp unterhalb von dieser Murmel liegt noch eine weitere, die aber nicht ganz so groß ist. Die Wanderung führt weiter abwärts und stößt bald auf die gelbe Wanderwegmarkierung gelber Strich und den Hasenweg. Eine kleine Erklärung für diesen Namen kann man auf der linken Seite in der Form eines verwitterten Schildes erkennen. Die Farbe ist vollkommen von dem Schild ab, aber trotzdem kann man den Hinweis auf die Palmschänke und die Festung lesen und dann, dass der Königsteiner Kaninchenzüchterverein den Weg angelegt hat. Daher also der Name. 

Die Wanderung folgt der gelben Wanderwegmarkierung nach links den Hang weiter abwärts, bis man die Fahrstraße im Bielatal erreicht hat. Die letzten Meter bis zum Ausgangspunkt erfolgen nach rechts (also bachaufwärts). Damit ist eine nette, kleine Wanderung zu Ende gegangen. Sehr überraschend fanden wir den Friedhof der Festung und den Ausdruck Quacke. Obwohl wir wirklich sehr viel in der Sächsischen Schweiz herumwandern, war die Stelle unterhalb der Festung schon wieder etwas Neues für uns. Es ist immer wieder schön, die Bücher von Axel Mothes durchzustöbern und dann so einfach solche Punkte wie z.B. das Felsennest zu entdecken.

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Katzfelsen

Der Startpunkt für diese kleine Rundtour liegt am riesigen Parkplatz gegenüber des Waldbads von Cunnersdorf. Ich freue mich immer wieder, dass der Parkplatz seit vielen Jahren kostenlos ist und finde es aber verwunderlich, dass die beiden Parkscheinautomaten trotzdem noch dort herumstehen. Das Waldbad sieht immer sehr gut gepflegt aus und lädt bei sommerlichen Temperaturen zum Toben ein. Ein großer Teil dieser Wanderung führt durch das Tal des Cunnersdorfer Bachs und deshalb wandert man auf dem gut ausgebauten Weg los. Der Weg ist auch als Radweg gekennzeichnet und deshalb sollte man sich auch ein wenig rücksichtsvoll den Zweirädern gegenüber benehmen. Rastplatz_Fliegenkatsche_kleinNach 1 ¼ Kilometern befindet sich auf der linken Wegseite ein seltsamer Rastplatz. Unter einem dicken überhängenden Felsen steht eine Bank und die Stelle heißt Fliegenklatsche. Ein sehr einladender Name. Ungefähr ½ Kilometer später fließt auf der linken Seite der Nässebach herunter und ein netterer Rastplatz lädt zum Verweilen ein. Sowohl diese Rastplätze als auch die vielen Erklärungstafeln stammen alle von der Forstlichen Lehrausbildung Cunnersdorf. In Erinnerung sind uns die Tafeln zu Vögeln (Amsel, Schwarzstorch), Libellen und Bewohnern eines Fließgewässers geblieben.

Das nächste Interessante erreicht man wieder nach ½ Kilometer. Rastplatz_Steinhuette_kleinEs ist der ehemalige Standort der Siedlung Steinhütten, wo heute nur noch ein netter Rastplatz und eine ergiebige Quelle ist. Das Quellwasser fließt über eine lange Rinne in einem hohen Bogen in einen Trog. Steinhuettenborn_trifft_daneben_kleinDas klappt nur manchmal, da die Fließgeschwindigkeit auch irgendwie mit der anliegenden Wassermenge zu tun hat. So muss man den Trog von Zeit zu Zeit mal ein bisschen hinterher rücken. Die Wanderung geht weiter den Cunnersdorfer Bach aufwärts und nochmals einen halben Kilometer später passiert man einen Abzweig, der nach links den Taubenbach aufwärts führt. Auf bzw. ganz knapp neben der Brücke über den Bach kann man den Sockel von irgendetwas entdecken. In diesem Sockel ist der Text „Brückenneubau 1988 (oder 1983); XXXX u. Brigade; Gerhard Salomo; Liebstadt“ zu entdecken. Auch wenn 1988 doch sehr jung ist, so ist die Inschrift in einer alten Schriftart erstellt und damit ist mir das Lesen doch sehr schwer gefallen, aber die Ehefrau hat dann doch den größten Teil entziffert.

Ab dieser Weggabelung ändert sich der Name des Cunnersdorfer Bachs in Fuchsbach (rechtes Tal) und Taubenbach (linkes Tal). Die Wanderung geht nach rechts weiter das Fuchsbachtal hinauf. Schon nach wenigen Metern versteckt sich auf der linken Wegseite der Sieben-Tannen-Born. Diese Quelle ist nicht so schön eingefasst wie die vorhergehenden und uns sind auch keine sieben Tannen begegnet, aber dafür fließt ziemlich viel Wasser den Hang hinab. Die Wanderung geht noch einen ¾ Kilometer am Fuchsbach aufwärts, um dann nach rechts auf den Mathens Hohlweg abzubiegen. Dieser Forstweg führt aus dem Tal des Fuchsbachs heraus und mit 1 ½ Kilometern Wanderstrecke werden 110 Höhenmeter überwunden. Das ist noch eine relativ angenehme Wanderwegsteigung. schone_Dekoration_mit_Wolltieren_kleinNach diesem Teilstück erreicht man eine Kreuzung mit gleich einigen breiten Forstwegen und einer Schutzhütte. Diesen Rastplatz hat scheinbar irgendjemand besonders gerne, da wir schon unterschiedlichen Schmuck (z.B. Osterschmuck oder bunte Vögel aus Wolle unter dem Dach) entdeckt haben. Anscheinend kümmert sich dieser gute Geist auch um die Sauberkeit rund um die Hütte.

Man geht  nun nach rechts (also in den Wald hinein) auf der roten Wanderwegmarkierung roter Strich weiter. Die Wanderung über den sogenannten Winterleitenweg ist sehr angenehm und gleicht eher einem Spaziergang durch einen netten Wald. Nach 2 Kilometern steht am Wegrand ein kleines unscheinbares gelbes Schild mit einem abgebildeten Haus. Dabei handelt es sich um die Trekkinghütte Rotsteinhütte, die sich wenige Meter nach rechts im Wald befindet. Hier hat man z.B. bei der langen Wanderung über den Forststeig eine viel gemütlichere Übernachtungsmöglichkeit als in einem Zelt.

Die Wanderung führt noch wenige Meter (genauer gesagt 200 Meter) auf der roten Wanderwegmarkierung weiter, um dann nach links im stumpfen Winkel abzubiegen. Es geht ¼ Kilometer leicht ansteigend auf dem sogenannten Heusteig bis hoch zur Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt. Diesen angenehmen Waldweg geht man nach rechts weiter, bis nach etwas mehr als ½ Kilometer ein Wegweiser in die Richtung Schneebergblick zeigt. Diese Aussicht ist so einfach zu erreichen, dass man die 50 Meter unbedingt unternehmen sollte. Wohin man von dieser Aussicht blickt, ist bei dem Namen ganz eindeutig.

Für die weitere Wanderung muss man wieder auf den ursprünglichen Wanderweg und nochmal 400 Meter weiter wandern. Dort weist ein Schild auf den Katzfelsen und ist mit dem grünen Querstrich grüner Querstrich als Lehrpfad markiert. Katzenskulptur_am_Katzfelsen_kleinDer Wanderweg führt bis fast an die Felskante des Cunnersdorfer Bachtals. Kurz davor steht der Katzfelsen mit seiner langen Treppe zur Spitze. Der Aufstieg ist zwar auch nichts anderes als ein Treppenaufstieg, Blick_vom_Katzfelsen_kleinaber durch die Gitterroststufen und die freistehende Bauart nichts für Menschen mit Höhenangst. Auf halber Höhe nach oben steht seit kurzem eine Skulptur einer Katze. Der Felsvorsprung ist ein perfekter Platz für diese Mietze und wir finden die Statue ist sehr gut gelungen. Von der Aussichtsplattform hat man einen hervorragenden Blick hinüber zu den Felsen der Hinteren Sächsischen Schweiz.

Der beste Weg für diese Wanderung ist einfach über den Katzstein (so heißt das Massiv, auf dem der Katzfelsen steht) weiter nach vorne, also nach Norden, weiter zu wandern. Auch dieses Teilstück ist noch mit dem grünen Querstrich markiert und schon bald erreicht man die nördliche Aussicht mit dem Namen Signal. Aussicht_Signal_kleinDas ist ein wunderbar ruhiger Ort, von dem man in Richtung Pfaffenstein, Lilienstein oder auch Kleinhennersdorfer Stein blicken kann. Blick_vom_Signal_kleinDer weitere Weg versteckt sich ganz schön gemein auf der linken Felsseite (wenn man von der Aussicht wieder rückwärts schaut). Hier führen so einige Treppen den Felsen hinunter und dann geht es wieder in nördliche Richtung am Felsfuß weiter. Wegweiser_nach_Cunnersdorf_kleinDer Pfad ist eindeutig zu erkennen und man landet wieder auf einem breiteren Waldweg mit der bekannten Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt. Hier wandert man nach rechts die letzten 1 ¼ Kilometer bis zum Ausgangpunkt am Waldbad zurück.

Diese Wanderung ist eigentlich so angenehm zu gehen, dass wir sie eher als Spaziergang einstufen würden, aber dafür ist sie dann doch zu lang. Sehr schön ist, dass man in diesem Bereich der Sächsischen Schweiz so große Ruhe vorfindet und trotzdem mit interessanten Felsen und Aussichten belohnt wird. Die Runde könnte man sogar mit einer Übernachtung in der romantischen Rotsteinhütte verbinden.

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Haselmausbaude

Nachdem im Herbst 2017 die Vierte der Trekkinghütten in Betrieb genommen wurde und das auch noch ganz kurz vor der eigentlichen Winterpause, musste die Hütte noch schnell ausprobiert werden. Netterweise waren beide Töchter auch gleich Feuer und Flamme, mal wieder eine kleine Abenteuertour zu unternehmen. Nur die Ehefrau hatte immer noch keine Lust und so haben wir uns zu dritt auf den Weg gemacht.

Der Startpunkt war am Cunnersdorfer Waldbad. Für die ersten paar Meter (50 Meter) wandert man vom Parkplatz nach links den Cunnersdorfer Bach aufwärts, bis wieder nach links die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt in den Hang abbiegt. Dieser Weg ist ein unscheinbarer Pfad, der bis an die Rückseite des Sachsenforst-Geländes aufsteigt und dann angenehm auf gleicher Höhe bleibend weiter der grünen Wanderwegmarkierung folgt. neugierige_Schafe_Forstamt_kleinZwischendurch passiert man eine Wiese mit ein paar neugierigen Schafen (zumindest im Herbst 2017) und einem netten Blick über das Tal bzw. die Ortschaft. Nach insgesamt einem Kilometer auf dem grünen Punkt wird dieser verlassen und nach rechts in den Lindenhornweg (grüner Strich grüner Strich) abgebogen. Die ersten paar Meter ist das noch ein gut ausgebauter, horizontaler Forstweg, aber mit der Zeit gewinnt  er an Höhe und auch der Untergrund wechselt von einem geschotterten auf einen grasbewachsenen Waldweg. Das ist zwar normalerweise ganz nett, hat aber bei unserem Ausflug bei leichtem Nieselwetter zu nassen Wanderschuhen geführt. Zwischendurch passiert man einen Sendemast, der sehr nach Mobilfunk aussieht und die Töchter auf einen Empfang der Handys hoffen ließ. herbstlicher_Lindenhornweg_kleinDer Wanderweg macht einen kleinen Schlenker nach links um den Buchhübel und schon landet man auf dem Oberen Buchweg mit der Cottaeiche.  Der gut ausgebaute Forstweg wird nur ganz wenige Meter begangen, um dann gleich hinter der Eiche weiter wieder auf dem Lindenhornweg zu wandern. Dieser Weg ist in dem Bereich ein schnurgerader Forstweg, der zwar angenehm zu wandern, aber nicht gerade besonders spannend ist.

Naja, nach einem Kilometern signalisiert ein kleines grüngelbes Schild den Zugang zur Haselmausbaude. haselmausbaude_draussen_kleinDie Hütte ist, im Gegensatz zu den anderen Trekkinghütten, vom Weg aus schon gut zu sehen. Zuallererst haben wir gleich mal den Ofen angeworfen und die Hütte inspiziert. Wie auch die anderen Hütten immer ist sie in einem hervorragenden Zustand. Das Besondere bei dieser Hütte ist, dass man überdacht zum Holzlager und zur Trockentoilette kommt. Das war bei unserem feuchten Wetter ganz hervorragend, da so wenigstens der größte Teil des Drecks draußen bleibt und man bei Nieselwetter auch trocken zur Toilette kann. Schlafraum_Haselmausbaude_kleinIm Schlafraum, den man über eine Leiter zum Dachgeschoß erreicht, fällt am meisten auf, dass vor der Freigabe an die übernachtenden Wanderer erst mal gewaltig Arbeit in die Hütte gesteckt wurde. Der gesamte Bereich ist mit neuen Holzplatten verkleidet und an der Rückseite ist ein Ausstieg mit einer Fluchttreppe erstellt worden. Die Inneneinrichtung im Aufenthaltsraum ist wie bei jeder Trekkinghütte gleich und auch mit den obligatorischen Ikea-Küchenschüsseln. Aufenthaltsraum_Haselmausbaude_kleinDie einzigen wirklichen Unterschiede zwischen den Hütten sind die Größe und die Bauart der Öfen. Im Fall der Haselmausbaude ist es ein kleinerer Ofen, bei dem wir erst bei der Abreise entdeckt haben, dass unter dem oberen Rost die Steuerung der Zuluft geregelt werden kann.

Die Haselmausbaude ist ganz sicher die kleinste Trekkinghütte, die es bisher im Wald der linken Elbseite gibt, aber dafür auch die einzige mit einer überdachten Terrasse. Nachdem wir uns ein bisschen aufgewärmt und gestärkt hatten, mussten wir noch eine kleine Erkundung in der Dämmerung unternehmen. Also erst noch mal den Ofen gefüttert und dann hinaus auf den Lindenhornweg. qualmender_Kamin_Haselmausbaude_kleinDort nach rechts und 300 Meter geradeaus gewandert. Als wir die Strecke gewandert sind, stand in ein paar hundert Metern Entfernung ein ordentlicher Hirsch vor uns und schaute in unsere Richtung. Nachdem er uns anscheinend nicht als große Gefahr eingestuft hatte, ging er über den Forstweg und zwei Hirschkühe folgten ihm. Meine beiden Mädels hatten noch nie einen Hirsch in freier Wildbahn gesehen und so war das doch ein netter Höhepunkt auf dieser Erkundung.

Der eigentliche Lindenhornweg biegt nach den besagten 300 Metern nach rechts ab, für die kleine Entdeckungstour geht es aber geradeaus bzw. ganz leicht nach links weiter. Dieser Waldweg fällt leicht ab und nach 300 Metern biegt nach links der Stolzenhainbornweg ab. Mit der Namensgebung des Weges und der Quelle konnten wir uns nicht einig werden, da das Gebiet dort Stolzenhain heißt, aber auf den Karten der Weg auch Stolzenhahnbornweg bzw. Stolzenhahnborn genannt wird. An diesem Weg befindet sich das Ziel unserer Erkundung, der Stolzenhainborn. Von dem Waldweg kann man durch das querende Bächlein die Quelle leicht finden. Das Wasser der Quelle sieht sehr klar aus, obwohl der Austritt nicht gefasst ist. Das war ein netter kleiner Ausflug und hat die Mädels auch bei Schmuddelwetter aus der Hütte gelockt.

Von der Quelle kann man einfach den Hang hinaufsteigen, um wieder auf den Weg zu stoßen und die paar Meter bis zur Hütte zurück zu wandern. Zu unserem Wanderzeitpunkt war es inzwischen schon sehr düster und an der Trekkinghütte konnten wir schon aus großer Entfernung Licht sehen. In der Zeit unserer Abwesenheit waren noch zwei andere Wanderer eingetrudelt und saßen jetzt auf den Bänken vor der Hütte. Die beiden waren sehr rücksichtsvoll und sind mit ihrem Kochen und Rauchen die ganze Zeit auf der Terrasse geblieben. Obwohl wir schon sehr häufig in den Trekkinghütten übernachtet haben, war das das erste Mal, dass wir eine Hütte mit anderen Leuten teilen mussten. Dass das ausgerechnet in der kleinsten Hütte “passiert”, war mit diesen netten Mitmenschen aber auch kein Problem. Die Nacht war leicht unruhig, da irgendein Tierchen (Bilch, Siebenschläfer oder natürlich eine Haselmaus) in dem Dach wohnte und ziemlich wild hin und her flitzte. Bei sonst totaler Ruhe kann auch so ein Fliegengewicht wie ein Elefant klingen.

Am nächsten Morgen haben wir uns dann auf den Nachhauseweg gemacht. Haselmausbaude_kleinDabei ist uns das erste Mal die Maus aufgefallen, die an der Seite des Hauses aus ihrem Loch schaut. Sehr nett, solche Details. Auf dem Lindenhornweg sind wir wenige Meter nach rechts gewandert, um dann wieder nach rechts auf den gut ausgebauten Forstweg mit dem Namen Alte Drei abzubiegen. Nach etwas mehr als ½ Kilometer passiert man die Matthias-Otto-Eiche und überquert die bekannte grüne Wanderwegmarkierung. Es geht noch einen Kilometer weiter auf dem Forstweg, bis zwischen zwei unterschiedlichen Waldgebieten (Fichtenmonokultur und netter Mischwald) ein grasbewachsener Waldweg nach links abbiegt. Der sogenannte Sauhakweg führt ein Rueckweg_Haselmausbaude_kleinpaar hundert Meter den Hang hinunter, bis man den Forstweg mit dem Namen Nässeweg erreicht. Auf diesem Weg wandert man nach rechts weiter. Nach ein paar hundert Metern passiert man den Goldbrunnen, der anscheinend gleich unter dem Forstweg entspringt. Also wir dort vorbeikamen und eigentlich das Gold suchen wollten, fanden wir einen Feuersalamander, der sich aber leider nicht fotografieren lassen wollte. Aber die beiden Mädels haben sich riesig gefreut, da man diese Tierchen wirklich nur ganz selten zu Gesicht bekommt.

Schon bald erreicht die Wanderung die bekannte Stelle auf der Rückseite des Sächsischen Forstamtes Cunnersdorf. Da es aber zu langweilig ist, den gleichen Pfad wieder zum Ausgangspunkt hinunter zu wandern ist, empfiehlt es sich, rechts neben dem eingezäunten Bereich entlang zu gehen. Die Wanderung erreicht nach ½ Kilometer die Zufahrtstraße zum Waldbad/Parkplatz, auf der es bis zum Ausgangspunkt zurück geht.

Damit ist eine nette kleine Runde zu Ende gegangen, die uns dreien wirklich viel Spaß gemacht hat. Sehr schade ist, dass die Trekkinghütten im Winter geschlossen haben und man dann keinen romantischen Abend mit einem Holzofen verbringen kann. Das macht im Herbst ordentlich Spaß. Auf unserer Runde waren besondere Höhepunkte der Hirsch, die Anwesenheit der beiden anderen Wanderer und der kleine Feuersalamander.

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Forststeig Teil 3 (Willys Ruh – Bahnhof Schöna)

Nach den ersten beiden anstrengenden Tagen auf dem Forststeig war die Nacht in der Trekkinghütte wunderbar erholsam und ich habe geschlafen wie ein Murmeltier. Selbst von dem kleinen Radaubruder namens Bilch/Siebenschläfer habe ich nichts mitbekommen. Was morgens ziemlich grässlich ist sind Wanderstiefel, die überhaupt nicht getrocknet sind, weil die Trekkinghuette_Willys_Ruh-3_kleinTrekkinghütte im tiefsten Wald steht und kein Wind oder Sonnenstrahl durchdringt. Vielleicht hätte ich mal einen der Öfen anschmeißen sollen und die Stiefel oben drauf stellen. Tja, im Nachhinein weiß man es dann. Nachdem ich die Hütte einmal durchgekehrt und meinen ganzen Müll inklusive der Teelichter eingesammelt hatte, ging es los zur letzten Etappe.

Bisher (ausgenommen am Vortag) war ich immer auf der Vorderseite der Trekkinghütte Willys Ruh angekommen und wieder weggewandert. Der Weg auf der Rückseite ist aber irgendwie viel besser, da man gleich auf den Waldweg über den Hühnerberg kommt. Für diese Wanderung muss man also den Weg hinter der Hütte nehmen und dann nach rechts einmal den Berg überqueren. Nach 1 ¼ Kilometern erreicht man die Grenze. Auf ihr folgt man dem Forststeig nach links. Auch wenn ich am vorherigen Tag ein riesiges Stück gewandert war, so hatte ich trotzdem noch einen Abendspaziergang bis zum Taubenteich unternommen und mir die neue Biwakhütte dort angesehen. Ich war natürlich auch neugierig, ob dort womöglich jemand die Nacht verbringen würde. Dem war aber nicht so. Jedenfalls brauchte ich am dritten Wandertag nun keinen Abstecher mehr zum Taubenteich unternehmen.

Die Wanderung führt weiter an den Grenzsteinen entlang und ist auf der gesamten Strecke sehr angenehm zu wandern. Meistens ist ein schmaler Pfad zu sehen oder der Pfad ist mit langem Gras (aber keinem Farn) zugewuchert. Durch die Grenzsteine ist der Weg aber immer eindeutig. hoehes_Gras_am_Grenzweg_kleinNach 2 ½ Kilometern auf der Grenze erreicht man die Quelle Studánka Sedmilhářů (Siebenlügner), die sogar mit einem eigenen Schild markiert ist. Quelle_der_Siebenluegner_kleinDie Quelle läuft mit einer ordentlichen Schüttung gleich aus dem Felsen und es gibt dort sogar eine Tasse. Ich habe die Tasse zwar nicht benutzt, aber so einiges Wasser aus der Quelle getrunken und mein Magen hat nicht rebelliert. Die Quelle ist übrigens auch sehr zu empfehlen, wenn man als Übernachtungsort die Trekkinghütte Grenzbaude gewählt hat. Diese Trekkinghütte befindet sich nur ½ Kilometer entfernt und ist bisher die ruhigste der bestehenden Trekkinghütten.

Nur ein paar wenige Meter weiter an der Grenze entlang kommt eine wilde Boofe und eine Miniklettereinlage. Von dort wandert man nochmal 2 ¼ Kilometer auf der Grenzlinie bis zum Grenzstein 5/5. Hier biegt nach links ein gut sichtbarer Forstweg ab, den man bis zum Gliedenbachweg oder auch zur gelben Wanderwegmarkierung weiterwandert. Biwakhuette_Zschirnstein_kleinDort steht gleich neben dem breiten, gut ausgebauten Forstweg die Trekkinghütte Zschirnstein. Diese Hütte ist dieses Jahr (2017) noch sehr gut nachgebessert worden und besitzt jetzt auch verschließbare Fenster. Die Konstruktion erscheint sehr funktional und bietet einen perfekten Schutz vor dem durchpfeifenden Wind. Gleich von dem Platz der Trekkinghütte führt ein breiter Waldweg in Richtung Großer Zschirnstein. Kurz vor dem Felsfuß wird die Steigung ziemlich unangenehm, besonders, weil mir der Wegverlauf mal wieder verloren kam. Aber praktisch ist das egal, da man einfach nur aufwärts muss und dann auf einen deutlich sichtbaren Weg stößt. Obwohl ich schon wirklich häufig auf und um den Großen Zschirnstein gewandert bin, ist mir dieser Weg vollkommen fremd gewesen. Dabei handelt es sich um einen wirklich tollen Weg, der sich auf fast gleichbleibender Höhe nach links (westlich) um den Felsen schlängelt. Nachdem man den schmaleren Aufstieg zum Großen Zschirnstein erreicht hat, geht es auf den höchsten Stein der Sächsischen Schweiz hinauf und dann über die gesamte Fläche bis zur südlichen Spitze. trigonometrische_Saeule_Grosser_Zschirnstein_klein
Erst hier hat man eine wirklich schöne Aussicht in die Böhmische Schweiz. An der großen Aussicht fällt die steinerne, trigonometrische Säule auf, die in weit vergangenen Zeiten zum Vermessen der Landschaft diente. So ziemlich auf allen höheren Felsen/Bergen kann man diese Vermessungspunkte antreffen und staunen, wie man damals damit eine so ungewöhnlich genaue Vermessung hinbekommen konnte.

Ich habe zwar schon mehrmals gehört, dass es außer den beiden markierten Aufstiegen zum Großen Zschirnstein noch eine dritte Möglichkeit geben soll, aber bisher war mir dieser Zugang unbekannt. Jetzt sollte es genau diesen Weg abwärtsgehen. Dazu geht man von der Aussicht kommend nach rechts auf einem Trampelpfad an der Felskante entlang, bis nach ¼ Kilometer ein gut sichtbarer Pfad abwärtsführt. Dieser Pfad endet auf einem Felsband, das eigentlich nach links weitergewandert werden soll, wenn man aber nach rechts geht, kann man die Zschirnsteinhöhle und mehrere Boofen entdecken. Die Wanderung geht also auf dem Felsband ein Ministück in nördliche Richtung, um dann nach rechts abzusteigen. Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich die Stelle für den Abstieg schon verpasst hätte und so habe ich mich mal wieder kreuz und quer durch eine gerodete Fläche gemacht. Wie immer haben mich die Brombeeren an die blöde Idee mit der kurzen Hose erinnert und ich war glücklich, nach 150 Metern den Zschirnsteinweg zu erreichen. Auf ihm geht es nach rechts weiter, bis das Schächers Kreuz an dem breiten Forstweg erreicht ist. Hier geht es gleich hinter dem Denkmal hinein und dann kommt das letzte Mal für mich ein Rätselstück. Der GPS-Track, den ich hatte, bog auf einen Rückeweg ab, der zum Anfang relativ einfach aussah. Da der Weg sich aber immer mehr unsichtbar machte und einfach kein Durchkommen war, bin ich dann doch lieber zurückgewandert und habe den gut sichtbaren Waldweg weiter gewählt. Auch dieser Weg endete oberhalb des Tals vom Hertelsgrundbach, aber der Abstieg war in diesem Fall sehr einfach und ich konnte das Ziel wenigstens von oben schon gut sehen.

Die Wanderung geht abwärts dem Bachlauf hinterher, bis dieser mit dem Gelobtbach zusammenfließt. Hier könnte man bequem nach links auf dem gut ausgebauten Forstweg weiterwandern und nach einem ¾ Kilometer die Ziskaquelle erreichen, aber das Ziel des Forststeigs ist, möglichst auf unbekannten Wegen zu wandern und so geht es gleich am Bachlauf bzw. an den Grenzsteinen weiter. Nach ziemlich genau einem Kilometer stoßen die Grenze und der normale Wanderweg wieder aufeinander. Die Wanderung steigt das Tal des Gelobtbachs noch 800 Meter abwärts, bis von links ein Weg kommt und ein Bächlein den Waldweg in eine dauerfeuchte Fläche verwandelt. Hier biegt ein unscheinbarer Pfad nach links ab. Die ersten paar Meter erfolgen noch über einen Haken aufwärts, dann geht es aber ziemlich angenehm am Hang entlang. Hier hat mich der Forststeig mal wieder erfreut, da ich diesen Pfad schon mehrmals auf Wanderkarten gesehen habe, ihn aber noch nie gegangen bin. Teich_im_Schiebmuehlenbach_kleinBesonders auffällig an dem Weg ist der Bereich des Schiebmühlenbachs mit seinen vielen Teichen und Einbauten. Das Wasser in den Teichen ist auffallend klar. Der gesamte ehemaliges_Bauwerk_Schiebmuehlenbach_kleinBereich, den man hier bewandert, gehörte zu den Steinbrüchen und man kann auch mal eine Boofe gleich neben dem Weg entdecken. Direkt oberhalb des Bahnhofs Schöna ist ein unwahrscheinlich kräftiges Bauwerk für ein Minibächlein errichtet worden. Bauwerk_fuer_Bachlauf_oberhalb_Bahnhof_Schoena_kleinIch vermute mal, dass man früher schon ausreichend Erfahrung hatte, warum man so einen Aufwand treibt, um das Wasser hier oben so zu leiten. Leider hat man das heute wieder vergessen und so sind deutliche Auflösungserscheinungen zu sehen. Aber das Gejammer wird nach einem ordentlichen Gewitter dann schon kommen, wenn die Felsquader im Bahnhof liegen.

Von hier geht man bis zur Verbindungsstraße zwischen Schöna und dem Bahnhof. Für die letzten paar Meter bis zum Bahnhof steigt man nach rechts noch den Hang hinunter und damit ist der Forststeig bewältigt. Ich hätte nicht gedacht, noch so viele neue Wege zu entdecken und für mich war es eine ganz neue Erfahrung, über mehrere Tage auf einem Weg unterwegs zu sein. Wirklich schade ist, dass die Trekkinghütten ein wenig ungünstig liegen und dadurch in der Mitte eine riesige Strecke vorhanden ist, in der man entweder auf eine Übernachtungsmöglichkeit in Tschechien zurückgreifen oder irgendwo boofen muss. Was mich riesig freut ist, dass hier die Forstleute einen wirklich abwechslungsreichen Weg geplant haben und das Ziel nicht, wie bei dem Malerweg, ist, möglichst viele Touristen anzulocken, sondern den Menschen die Natur wieder näher zu bringen. Das hat auf jeden Fall perfekt geklappt und mir (ausgenommen meinen Schienbeinen) sehr gut gefallen. Ich werde auf jeden Fall die Runde auch nochmal im Frühjahr in die andere Richtung unternehmen.

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Forststeig Teil 2 (Willys Ruh – Osterzgebirge – Tschechien)

Nachdem ich hervorragend in der Trekkinghütte Willys Ruh geschlafen habe, was bei der Strecke vom Vortag und einem halbem Liter TetraPak-Rotwein kein Trekkinghuette_Willlys_Ruh_von_unten_kleinWunder ist und nur im Hintergrund etwas von dem Getrappel der kleinen Bilche/Siebenschläfer mitbekommen habe, war ich früh morgens gut ausgeschlafen. Noch mal eben ein Sparfrühstück eingeworfen und schon ging es auf den riesigen Bogen des zweiten Tages. Das Wetter sah mit blauem Himmel und Sonnenschein sehr gut aus und so habe ich noch nicht mal einen Regenponcho mitgenommen. Das sollte sich eine Weile später als saudumme Idee erweisen. Aber zuerst geht es mal von dem Übernachtungsplatz wieder zurück bis ins Tal des Fuchsbachs. Dazu wandert man von der Trekkinghütte abwärts bis auf den Unteren Hühnerbergweg und dann bis zum Fuchsbach. Dieser wird nur überquert und auf der gegenüberliegenden Seite geht es Mathens Hohlweg leicht ansteigend aufwärts. An der ersten Spitzkehre wird der breite Weg verlassen und es geht nach links auf dem Brückweg weiter. Der Weg ist nachher nur noch ein unscheinbarer Pfad, der mir zwischendurch sogar vollkommen verloren gekommen ist, aber wenn man sich rechts hält, dann stößt man mit einem ordentlichen Gestampfe den Berg hoch an die Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt. Nach ein paar Metern erreicht man die Alte Tetschener Straße und die Schutzhütte mit dem Blick über Rosenthal hinweg. Bei guter Sicht kann man bis weit nach Dresden hinein blicken.

Die Wanderung folgt der roten Wanderwegmarkierung roter Punkt geradeaus. Der Sommerhübelweg führt bis zum Schneeberger Kreuz und hier wird die rote Wanderwegmarkierung verlassen und es geht weiter geradeaus auf den Rand des Bielatals zu. Der Weg gabelt sich und man folgt dem linken Weg im kleinen Abstand zum Bielatal. Dieser unscheinbare und manchmal etwas feuchte Pfad endet auf dem Steinbornweg. Dieser Weg ist mal wieder mit dem bekannten roten Punkt roter Punkt markiert, der aber auch nur für ganz wenige Meter verfolgt wird. Das nächste Teilstück führt genau auf der Grenze entlang, bis man unten im Bielatal angekommen ist. Jetzt gibt es mal wieder zur Erholung ein Stück auf gewöhnlichen Wanderwegen. Dazu geht man nach rechts ein paar wenige Meter das Bielatal hinunter, um dann nach links auf der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich zur Grenzplatte hochzusteigen. Der Aufstieg bis zur oberen Kante des Bielatals und damit zur ersten Aussicht ins Tal ist schnell geschafft und man hat die Möglichkeit, mit einem sehr schönen Blick die Felskante zu bestaunen. Zu meiner Wanderzeit hat mich hier ein ordentlicher Schauer erwischt und irgendwie habe ich so schnell keine Unterstellmöglichkeit gefunden. Damit war ich schön abgekühlt. Was aber viel erbärmlicher war: jetzt waren die Wanderstiefel endgültig klitschnass.

Die Wanderung geht von der Grenzplatte nach rechts (von der Aussicht auf den Weg gesehen) weiter. Die ersten Meter sind noch mit dem roten Strich roter Strich markiert, sobald der aber nach links abknickt, geht die Wanderung geradeaus weiter. Diese Stelle habe ich schon unwahrscheinlich häufig gesehen, aber irgendwie bin ich noch nie auf dem Waldweg weitergewandert. Vermutlich liegt es aber auch ganz einfach daran, dass hier im Sommer alles Gemeine wächst, was man als Wanderer nicht so richtig liebt: Brennnesseln, Disteln und meine verhassten Brombeeren. Ich glaube, ein Großteil der Muskel- und Gelenkschmerzen nach der gesamten Wanderung sind dadurch entstanden, dass ich mich wie eine Ballerina durch das Gestrüpp gewunden habe. Der Weg wird zwischendurch auch hier ziemlich unsichtbar, aber es ist kein sonderliches Problem, da rechts immer die Felskante als Orientierungshilfe dient. Felsen_am_Abstieg_Alte-1_kleinDer Abstieg mit dem Namen Alte Eins nach einem ¾ Kilometer ist unübersehbar und nur bei sehr feuchtem Wetter eine Herausforderung. Als ich die Wanderung unternommen habe, hat es an der Grenzplatte angefangen zu regnen und damit bin ich gleich zweimal bei dem Abstieg auf nassem Gras ausgerutscht. Na ja, wie die Wanderhose danach aussah, brauche ich wohl nicht zu beschreiben.

Der Abstieg endet auf der Straße durch das Bielatal. Hier geht es gleich auf der gegenüberliegenden Seite mit dem Lattenweg wieder aufwärts, um dann an dem linken Felsfuß entlang zu wandern. Ausgeschildert sind hier die Schwedenhöhle und das Eisloch. Gleich zum Anfang dieses Pfades passiert man eine Felsengruppe, an der immer irgendwelche Kletterer herumturnen. Ich habe immer einen riesigen Respekt für diese Sportler, da sie doch sehr häufig wahre Kunststücke vollbringen. Der Pfad geht sehr angenehm Baumhaus_Ottomuehle_kleinunterhalb der Felsen entlang und stößt nach einem Kilometer wieder auf die Forststraße im Bielatal. Kurz hinter dem Ortseingang von Ottomühle fällt ganz besonders ein wirklich tolles Baumhaus auf der linken Wegseite auf. Hier hatte ein Papa bestimmt einen riesigen Spaß, für seine Kinder einen schönen Spielplatz zu bauen. Auf dem bequemen Weg wandert man ¼ Kilometer, um dann nach links mit der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich wieder ein Stück aufzusteigen. Ausgeschildert ist die Bennohöhle. Schon nach kurzer Strecke wird aber die rote Markierung wieder verlassen und man geht nach rechts auf dem breiten Waldweg in die Richtung zur Bennohöhle weiter. Der Weg ist sehr angenehm zu wandern und endet auf der Forststraße durch den Glasergrund. Diese geht man ganz wenige Meter in Richtung Ottomühle (also nach rechts), um noch vor dem Waldrand nach links abzubiegen. Hier schlängeln sich mehrere Pfade durchs Unterholz. Wenn man sich aber bewusst ist, dass es unterhalb der Felsen entlanggeht und erst hinter dem letzten sichtbaren Felsen hinauf, dann findet man den richtigen Weg. Oben angekommen ist auch wieder ein breiter Waldweg zu sehen, der zuerst auf den Kerbensteig (ups, noch ein Kerbensteig, wobei der Kerbensteig bei Hinterhermsdorf viel aufregender ist) mit seinen Aussicht_von_der_Johanniswacht_kleinoffiziellen Wanderwegmarkierungen stößt, dieser aber nur überquert wird, um dann gegenüber den Bereich der Johanniswacht zu erreichen. Diese Aussicht ist schon etwas ganz Besonderes, da man einerseits die Felsen auf der Aussichtseite und andererseits die Felsen und die Kaiser-Wilhelm-Feste auf der gegenüberliegenden Seite bestaunen kann.

Oh nein, die Wanderung geht schon wieder runter ins Bielatal. Ich hätte selber niemals den Mut gehabt, eine Strecke mit fünfmal durch das Bielatal zu empfehlen, aber auf dieser Runde ist es nichts Besonderes und so erreicht man nach einem schönen Gang durch die Felsengasse die Fahrstraße zur Ottomühle. Felsengang_an_der_Herkulessaeule_klein
Auf der Straße muss man noch ganz wenige Meter (unter 50 Meter) nach links wandern, um dann nach rechts kurz der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich zu folgen. Noch bevor der Weg aus dem Bielatal heraussteigt, biegt nach links ein Weg zwischen die Felsen ab. Dabei handelt es sich um einen wirklich abwechslungsreichen Weg, der sich zwischen den beliebten Kletterfelsen entlangschlängelt. Herkulesquelle_kleinKurz bevor man mal wieder die Straße erreicht, passiert man die Herkulesquelle, die bis vor kurzem noch zur Wasserversorgung benutzt wurde. Ich habe in der gesamten Sächsischen Schweiz noch nie eine Quelle mit so einer riesigen Ausschüttung gesehen. Keine Ahnung, wie viele Literflaschen  man hier in der Sekunde füllen kann, aber es müssten so einige sein. Es ist ein ordentlicher Strahl, der in ein rundes Becken läuft.

Nachdem man die Straße erreicht hat, muss man ein kurzes Stück zurück, also nach links, wandern, Tuermchen_an_der_Schweizermuehle_kleinum dann im spitzen Winkel nach rechts abzubiegen. Sophienquelle_kleinDie ersten paar hundert Meter erfolgen im Flachen hinter den Häusern bzw. dem netten kleinen Turm. Knapp hinter dem Pavillon der Sophien-Quelle verlässt man den bequemen Pfad durch das Tal und steigt nach links auf. Aussicht_vom_Nachbar_kleinNachdem man mal wieder am oberen Rand des Bielatals angekommen ist, bietet sich nochmal eben ein Miniabstecher zur Aussicht Nachbar an. Es ist eine nette Aussicht, die einen Blick über die Ortschaft Schweizermühle auf die gegenüberliegende Seite ermöglicht. Da der notwendige Schlenker gerade mal 50 Meter ausmacht, ist es bei der Länge der Wanderstrecke zu verschmerzen. Die Wanderung folgt der Wegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt, bis nach einem Kilometer nach rechts die breite Forststraße mit dem Namen Rosenthaler Straße abbiegt. Diese Straße wirkt ganz besonders breit, da links von ihr eine Stromleitung mit darunter freigeschnittenem Gelände verläuft. Da die Wanderung einfach schon wieder viel zu lange auf offiziellen Wanderwegen entlanggegangen ist, wird der breite Forstweg nach 400 Metern an der ersten Möglichkeit verlassen und es geht über einen Waldweg weiter. Schon nach etwas mehr als 300 Metern biegt man wieder nach rechts ab, um dann geradeaus auf den Diebsgrund zuzuwandern. In diesen Grund muss man für diese Wanderung hinuntersteigen. Es bietet sich an, am Ende des Weges für 200 Meter nach links zu wandern, um sich dann wild den Hang hinunter zu schlängeln. Am Kletterfelsen Dieb kommt man ganz gut den Hang hinunter und hier kann man auch gleich mehrere Boofen am Felsfuß entdecken.

Unten im Tal angekommen wandert man ein paar wenige Meter (ungefähr 50 Meter) nach rechts, um dann nach links den angenehm ansteigenden Zauschengrund weiterzugehen. Das obere Ende dieses Grunds befindet sich an einer dieser gut ausgebauten Forststraßen der linken Elbseite. Auf dieser geht man nach links, um dann gleich nach 100 Metern die erste Möglichkeit wieder nach rechts abzubiegen. Hier befindet sich noch ein netter Rastplatz. Die Stelle wird Ratskiefer genannt. Moorteich_Kochemoor_kleinSchon bald erreicht der Waldweg eines der seltenen Moore (das sogenannte Kochemoor) in dem Bereich der Sächsischen Schweiz. Hinter dem Moor bzw. der freien Wasserfläche biegt man nach links ab und schon bald stößt man auf die Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt. Auf dieser wandert man eine Strecke von nur ¼ Kilometer, um dann nach rechts auf einen unmarkierten Waldweg abzubiegen. Dieser Weg führt in zwei größeren Bögen den Hang hinauf und dann in der Ebene weiter. typischer_Forsteigweg_ueberall_Farn_kleinWürde hier nicht eine Kombination aus brusthohem Farn und Brombeermist wachsen, wäre die Strecke schnell erledigt. Mit diesen Hindernissen kann es schon mal etwas länger dauern. Die Wanderung erreicht wieder die bekannte gelbe Wanderwegmarkierung gelber Punkt und mit einem kurzen Gipfelbuch_Hartenstein_klein
Abstecher (200 Meter) zum Hartenstein hat man auch mal wieder eine Aussicht, die eine ganz andere Perspektive liefert. Hier blickt man auf das Osterzgebirge und damit seichtere Berge mit großen Wiesenflächen. Der Hartenstein hat als Besonderheit ein Gipfelbuch, das man auch ohne Kletterei erreicht.

Für die weitere Strecke geht es wieder zurück auf die gelbe Wanderwegmarkierung gelber Punkt und dieser dann nach rechts bis zum Zugang_Zeisigstein_kleinZeisigstein hinterher. Ein paar Eisentreppen erleichtern den lohnenswerten Aufstieg ungemein und auch hier bietet sich ein schöner Blick in die Landschaft. Von der Aussicht geht Aussicht_vom_Zeisigstein_klein
es auf die Rückseite des Felsens und dann an den Fichtenwänden entlang. Knapp neben der Felskante läuft oben ein Forstweg mit den bekannten Weghindernissen (Farn-Brombeer-Gemisch) entlang. Da befindet sich ein angenehm aussehender Weg vor einem und dann so ein Mist, der einen daran hindert, die Strecke so einigermaßen zügig zu schaffen. Auch wenn ich wusste, dass ich eigentlich nach rechts den Hang hinunter müsste, so habe ich keinen brauchbaren Abstieg gefunden und erst nach ½ Kilometer hatte ich endgültig die Nase voll und bin kreuz und quer abgestiegen. Der Weg unten in der Senke ist einfach zu gehen und kurz vor der Grenze steigt man wieder nach links den Hang hoch. An der Grenze geht es sehr angenehm entlang. Ganz schön interessant ist, das sich an der gesamten Grenze ein Pfad entlang schlängelt, der meistens sehr gut zu gehen ist. In diesem Teilstück ist es ziemlich genau ein Kilometer bis zum oberen Ende des Glasergrunds. Hier wird die Grenze nach Tschechien überschritten und dann geradeaus bis zur Turistická chata (Touristenbaude) an den Tiské Stěny (Tyssaer Wände) gewandert. Auch wenn der Name Touristenbaude den Eindruck suggeriert, dass es hier relativ teuer ist, so sind die Preise zwar schon eine Idee höher als in abgelegeneren Gaststätten, aber es hält sich noch sehr im Rahmen und so kann man hier gut eine Stärkung zu sich nehmen.

Die Wanderung geht ganz wenige Meter wieder auf dem vorherigen Weg zurück, um dann nach rechts der roten Wanderwegmarkierung roter Strich in Richtung Ostrov (Eiland) zu folgen. Vor der Ortschaft passiert man einen Bereich mit so einigen Felsen. Vielleicht ist der Name Himmelreich doch ein bisschen übertrieben, aber schön ist die Stelle auf jeden Fall. Ganz schön komisch ist, dass ein gepflasterter Weg hinunter und durch diesen Bereich führt. Praktisch stehen die Steine aber ziemlich wild herum und bei Feuchtigkeit muss man schon Obacht geben, dass man nicht ausrutscht. Noch schlimmer wird es bei Schnee oder Eis sein, aber dann gibt es die Möglichkeit, am Rande entlang zu gehen. Die Ortschaft wird durchquert bis zur Hauptstraße. Hier biegt man nach rechts ab und folgt der roten Wanderwegmarkierung bis in den Nachbarort Sněžník (Schneeberg) und dann hoch auf den Vysoký Sněžník (Hohen Schneeberg). Die ersten Meter auf den Schneeberg führen über die asphaltierte Straße aufwärts, aber dann biegt die rote Wegmarkierung nach rechts ab und der Untergrund stellt eine Herausforderung dar, wenn man tatsächlich dieses lange Teilstück hinter sich hat. Ab dem Aufstieg zum Vysoký Sněžník (Hohen Schneeberg) hatte es bei meiner Tour mal wieder richtig angefangen zu regnen und von oben kamen nur noch Wanderer, die aussahen, als ob sie auf der Flucht wären. Aber so eine nette Abkühlung ist doch überhaupt kein Problem. Nur die Schuhe quietschen inzwischen. Turm_auf_dem_Schneeberg_kleinAuf dem Basaltuntergrund ist es besonders gemein, wenn es gerade geregnet hat. Oben angekommen gibt es gleich zwei Gaststätten, die zu sehr angenehmen Preisen für einen Kaloriennachschub sorgen können. Ein steinerner Turm an den Gaststätten bewirkt, dass man den Schneeberg von wirklich jeder Seite immer gut erkennen kann.

Die Wanderung führt nach dieser Rast weiter auf der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich in östliche Richtung. Wenn man hier oben über den Schneeberg wandert, stellt man erst fest, wie lang das Plateau ist. Der Abstieg ist ähnlich wie der Aufstieg und man gelangt von den Gaststätten nach ungefähr 3 Kilometern an einen Parkplatz und überquert die Straße. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite beginnt die Zufahrt zur Kristin Hrádek (Christianenburg). Der Name ist leicht irreführend, da es sich heutzutage um ein gehobenes Restaurant mit doch angenehmen Preisen handelt. An den Gebäuden geht es rechts vorbei und man folgt dem Waldweg bis an die Grenze. Diese wird für das letzte Stück bis zur Willys_Ruh_oder_Die_sieben_Zwerge_kleinTrekkinghütte Willys Ruh überschritten und dann geht es den letzten 1 ¼ Kilometer geradeaus über den Hühnerberg hinweg. 
Als ich zur Hütte zurückkehrte, war zwischenzeitlich irgendjemand dagewesen und hat von dem Außentisch eine Tupperdose mit verschimmelten Essensresten, die irgendjemand dort vergessen hatte, mitgenommen und in der Hütte die Stühle sehr nett aufgestellt. Irgendwie sah es so aus wie bei den sieben Zwergen.

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Forststeig Teil 1 (Bad Schandau – Willys Ruh)

Obwohl der Forststeig erst im Frühjahr 2018 eröffnet werden soll, war er schon im Frühjahr/Sommer 2017 in allen unterschiedlichen Medien im Gespräch. Da ich selber ziemlich neugierig auf die neue Wanderstrecke war, habe ich mich mal an die Planung gemacht. Unter anderem musste ich drüber nachdenken, was ich für so eine lange Strecke einpacken wollte, da die Zwischendurch-Versorgung doch recht eingeschränkt ist. Die Strecke vermeidet so ziemlich jegliche Zivilisation und damit ist ein Getränke- oder Nahrungskauf schwierig. Grundsätzlich hatte ich mir in den Kopf gesetzt, die Runde in drei Tagen schaffen zu wollen. Es war mir schon ziemlich klar, dass das eine ordentliche Herausforderung würde, aber 50 Kilometer war ich schon mehrmals gewandert und damit sollte das also kein Problem sein. Der große Vorteil bei nur drei Tagen war, dass ich einfach weniger an Getränken und Essen mitnehmen musste. Der Rucksack war trotzdem 16 kg schwer und hat die erste Etappe noch zusätzlich zu den vorhandenen Höhenmetern und der Streckenlänge erschwert.

Ohne ein gutes GPS-Gerät und so einigermaßen brauchbare Wegmarkierungen ist die Strecke nur sehr schwer zu finden. Ich bin die Strecke nach den GPS-Daten von einem der ersten Testwanderer gegangen und musste feststellen, dass nicht nur ich manchmal keinen Plan hatte. Der Forstweg ist kaum oder nur sehr schwer zu beschreiben, da einfach zu viele unmarkierte Wege benutzt werden. Dieses soll sich aber bis zum Frühjahr 2018 noch ändern.

Bisher hatte ich nur Beschreibungen zum Forststeig gelesen, in denen die Leute in Schöna gestartet sind. Ich fand die Runde andersherum bei der ersten Planung einfach besser und deshalb bin ich am Bahnhof in Bad Schandau gestartet. Von hier geht es erstmal auf der Straße in Richtung Bad_Schandaus_Promenade_kleinKrippen. Der Blick über die Elbe auf Bad Schandau und die Elbpromenade ist schon sehr nett, aber die kommenden Übernachtungen werden eher das Gegenteil von 5 Sternen in der Elbresidenz sein. Der Aufstieg aus dem Elbtal erfolgt am Täppichtsteig mit der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Insgesamt erfolgt der Aufstieg aber auch nur ½ Kilometer auf dieser Wanderwegmarkierung und dann geht es schon nach rechts auf einen unscheinbaren Pfad. Der Pfad durch den Täppichtwald, Kuhsteig genannt, ist mir vorher noch nie aufgefallen. Nach einem Bogen erreicht die Wanderung ein paar Schrebergärten, vor denen es nach rechts weitergeht. Am Rande der Kleingärten wandert man 150 Meter entlang und dann biegt man nach rechts auf den Nagelweg ab. Dieser Waldweg führt 400 Meter schnurgerade, leicht ansteigend durch den Wald. Dann biegt die Wanderung nach schräg links vorne auf den Weißen Tannenbuschweg ab und nach wieder 400 Metern geht es nach links auf den Wanderweg mit dem lustigen Namen Hippekrübel. An der Beschreibung kann man schon gut erahnen, wie wichtig gute Wanderkarten sind. Ohne solche Karten oder ein gutes Navi wird diese Wanderung zu einem Reinfall. Der Königsteiner Steig (breite Forststraße) wird nur überquert und gegenüber wandert man auf dem Höllenweg hoch auf den Kleinhennersdorfer Stein. Kurz vor dem Gipfel biegt der Boofe_am_Kleinhennersdorfer_Stein_kleinAufstieg nochmal nach links an der ersten gut sichtbaren Boofe ab. Der Kleinhennersdorfer Stein mit seinen drei schönen Höhlen ist für Kinder ein wunderbarer Erkundungsfelsen bzw. fast ein Spielplatz. Auf der südlichen Seite geht es auf dem gewöhnlichen Zugangsweg wieder herunter und dann einfach geradeaus zum nächsten Felsen namens Papststein. Blick_vom_Papststein_zum_Gohrisch_kleinDer Aufstieg zu diesem schon interessanten Felsen ist mit dem roten Punkt roter Punkt markiert. Oben auf dem Papststein befindet sich eine Gaststätte, die sehr gerne von Wanderern angesteuert wird. Die Gerichte sind etwas anders als die Standard-Bockwurst mit Pommes, die man hier oben vielleicht erwarten würde und damit etwas teurer, aber ihren Preis auch wert.

Die Wanderung steigt mit der roten Wanderwegmarkierung auf der westlichen Seite ab und dann auf der anderen Seite des Parkplatzes auf dem Malerweg hinauf auf den Gohrisch. Aufstieg_zum_Gohrisch_kleinDer Aufstieg erfolgt durch eine Schlucht unter Zuhilfenahme von ein paar Treppen und Leitern. Blick_vom_Gohrisch_zur_Festung-Lilienstein_kleinDas hört sich schwierig an, ist aber für jemand, der diese Wanderung unternimmt, kein ernstzunehmendes Problem. Der Gohrisch bietet eine lustige_Wetterfahne_Gohrisch_kleinsehenswerte Wetterfahne und zu allen Seiten sehr schöne Aussichten. Die Wanderung führt auf der südlichen Seite (Malerweg) herunter und auch am Felsfuß die Treppe weiter abwärts. Am Petrichs Felsen wird die gelbe Wanderwegmarkierung nur überquert und man wandert weiter, riesiger_Wasserbehaelter_Gohrisch_kleinbis links vom Weg der große Wasserbehälter auftaucht. Hier geht’s auf dem Balzweg der roten Wanderwegmarkierung roter Punkt hinterher. Der Wanderweg schlägt zwei Haken und erreicht eine ganz komische Kreuzung an der Papstdorfer/Pfaffendorfer Straße. Hier ist in wenigen Metern der Rastplatz am Denkmal_Koenig_August_kleinKönig-Friedrich-August-Denkmal ausgeschildet, wobei man aber wieder zurück zur roten Wanderwegmarkierung muss. Man muss ganz wenige Meter auf der Straße nach Cunnersdorf wandern, um dann einen unscheinbaren Pfad nach rechts zu entdecken. Immerhin steht ein Wegweiser zum Quirl (und die rote Wanderwegmarkierung) dort. Nach 350 Metern auf dem sogenannten Todweg wird die rote Wanderwegmarkierung verlassen und es geht geradeaus weiter. Die Wanderung folgt jetzt ein riesiges Stück (2 ½ Kilometer) dem Niederen Kohlweg. Das ist ein wirklich wunderbarer, ruhiger Waldweg, der von sehr wenigen anderen Wandern begangen wird. Da ich hier noch relativ früh am Tage unterwegs war, sind meine Schuhe und Socken durch den Tau im Gras ganz elend nass geworden. Leider ist dieser Zustand bis zum vollkommenden Ende der Wanderung so geblieben. Seltsamerweise wird der Waschbecken_1850_Quirl_kleinPfaffenstein nur umrundet und der nächste Felsen, der bestiegen wird, ist der Quirl. Der Aufstieg erfolgt über den Kanonenweg, aber zuerst passiert man noch das Sandsteinbecken aus dem Jahre 1850. Wozu mag diese Kinderbadewanne hier oben im Wald gewesen sein? Der Aufstieg über den Kanonenweg ist für einen Weg auf einen Felsen sehr angenehm zu wandern und für eine der wenigen Aussichten vom Quirl herunter geht es einmal hin und zurück nach rechts zum südöstlichen Zipfel des Felsens. Wenn man schon nicht auf den Pfaffenstein hinaufgestiegen ist, Blick_vom_Quirl_zum_Pfaffenstein_kleinkann man von hier wenigstens zu ihm hinüberblicken. Der Quirl ist ein ungewöhnlich langer Felsen, was einem erst beim Wandern über die ungewöhnlich flache Ebene auffällt. Der Abstieg erfolgt auf der gegenüberliegenden, nördlichen Seite über einige Stufen. Am Felsfuß stößt man wieder auf die Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt, der man nach rechts weiter folgt. Diebskeller_am_Quirl_kleinNach ¼ Kilometer erreicht man die Diebshöhle. Diese Schichtfugenhöhle ist ungewöhnlich groß (zumindest für die in der Sächsischen Schweiz vorhandenen Höhlen) und das Ungewöhnlichste ist der große Steintisch in der Mitte.

Der Wanderweg verlässt an der Höhle den Felsfuß und man folgt noch etwas mehr als ½ Kilometer der roten Wanderwegmarkierung. Bei der zweiten Spitzkehre hinter der Diebshöhle geht es unmarkiert weiter geradeaus. Dieser Waldweg bietet gleich mehrmals einen guten Blick auf die Festung Königstein auf der anderen Seite des Bielatals. Damit könnte man jetzt auch so einigermaßen erklären, warum die hintere Auffahrt zum Quirl Kanonenweg heißt. Von der Ebene auf dem Quirl bis rüber zur Festung ist es in der Luftlinie ziemlich genau ein Kilometer. Ich habe leider keine Ahnung, ob man früher mit einer Kanonenkugel über so eine Distanz schießen konnte, aber die Position dürfte immer noch viel besser gewesen sein als aus dem Tal heraus.

Der Weg führt sehr angenehm am Hang oberhalb von der Königsteiner Papierfabrik entlang. Der Quirl wird mit diesem Weg in einem riesigen Bogen von 2 ½ Kilometern umrundet, um dann auf einem vollkommen unsichtbaren Weg nach rechts abzubiegen. Diese Stelle ist wirklich nicht zu beschreiben und selbst mit einem guten Wandernavigationsgerät nicht zu erkennen. An der Stelle biegt ein breiterer Waldweg nach rechts ab, aber der geplante Wegverlauf ist schon 5 Meter vorher im spitzen Winkel nach rechts in den Wald verschwunden. Erst nach ein paar Metern entdeckt man, dass dort wirklich ein Pfad abwärts zur Kreuzung nach Cunnersdorf führt. Hier hoffe ich mal, dass die zukünftige Wanderwegmarkierung für den Forststeig die Wegfindung vereinfacht. Der Pfad landet ziemlich genau an der besagten Kreuzung und gegenüber von der Straße nach Cunnersdorf beginnt ein breiter Forstweg mit einer Schranke. Noch vor der Schranke befinden sich zwei komische blaue Deckel und genau zwischen den beiden geht es über einen Pfad nach rechts den Hang hinauf. Der Aufstieg ist ziemlich unsichtbar, aber das wird sich ändern, wenn auf dem Forststeig mehr Leute wandern. Nach einem wilden Zickzack von einem Kilometer und 130 Höhenmetern erreicht man einen breiten Waldweg, der schnurgerade und ohne Höhenmeter durch einen Kiefernwald führt. Irgendwie sind solche Kiefernwälder in der Sächsischen Schweiz was wirklich Besonderes und fallen ziemlich auf. Der geplante Wanderweg führt zuerst in Richtung Labyrinth, aber kurz davor gibt es nochmal einen Schlenker nach rechts, um einmal über die Nikolsdorfer Wände zu steigen. Naturbuehne_Leupoldishain_kleinDabei passiert man eine weitere schöne Aussicht zur Festung hinüber und die Naturbühne von Leupoldishain. Wenn man sich die Wanderstrecke der letzten paar Kilometer auf einer Karte anschaut, dann sieht man, was der grundsätzliche Gedanke zu dem Forststeig ist: Die großen Waldwege und die markierten Wanderwege werden gemieden und es geht sehr häufig über vollkommen unbekannte Forstpfade. Eingang_Labyrinth_kleinSelbst die paar Meter bis hoch zum Labyrinth erfolgen auf der unmarkierten Rückseite. Auch wenn ich das Labyrinth sehr mag, so habe ich den Hügel nur überquert und mich von außen über den Spaß der Kinder gefreut. Mir war das Krabbeln durch das Felsengewirr mit dem riesigen Rucksack einfach zu kompliziert.

Das Labyrinth wird auf der Vorderseite (südliche Seite) verlassen und es geht tatsächlich mal ¼ Kilometer auf der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich entlang. Nach diesem ¼ Kilometer wird der offizielle Wanderweg verlassen und es geht geradeaus hinunter ins Bielatal. Nach einer Spitzkehre erreicht man die Straße nach Bielatal/Rosenthal, die aber nur überquert wird. Obwohl ich die Straße schon wirklich häufig gefahren bin, ist mir noch nie aufgefallen, dass auf der gegenüberliegenden Straßenseite auch ein Weg aus dem Tal aufsteigt. Der Aufstieg ist ein paar hundert Meter lang und dann geht es auf dem Waldweg mit dem seltsamen Namen Leichenweg nach links weiter. Der Waldweg umrundet einen Felshang und steigt dann mal wieder ein paar Höhenmeter ins Tal des Bielbachs ab. Tja und dann kam mal wieder so eine Stelle, an der ich mit einem netten Zickzack den Weg am Hang gesucht und nicht gefunden habe. Vermutlich wäre es viel einfacher gewesen, wenn ich an solchen Stellen einfach geradeaus den Hang hinauf gestapft wäre. Das ist bei der Steigung zwar ganz schön anstrengend, aber die Anzahl der Höhenmeter bleibt gleich. Parallel zu dem unteren Forstweg am Bachlauf verläuft in 300 Meter Entfernung und 80 Meter Höhe der Obere Fleischerweg. Nachdem man ein paar hundert Meter (350 Meter) nach links gewandert ist, biegt nach rechts im spitzen Winkel ein gut sichtbarer Waldweg ab. Der Weg führt ziemlich geradlinig in Richtung Lampertstein. Dabei wird einmal die Cunnersdorfer Straße, die in diesem Fall nur ein Waldweg mit der Wanderwegmarkierung grüner Punkt ist, überquert und auf der Rückseite des Lampertsteins hochgestiegen. Der Aufstieg bis zum Felsfuß ist einfach zu finden und auch die Boofe unterhalb der Aussicht verpasst man nicht. Sehr unterhaltsam war ein kleiner Zettel, der das Verhalten beim Freiübernachten erklärte. Rechts oben war per Hand der Hinweis geschrieben, dass hier schon am 29.04.2017 ein Probewanderer für den Forststeig gewesen ist oder sogar hier genächtigt hat. Also kann man hier nicht ganz so falsch sein. Das änderte sich dann auf den nächsten Metern gravierend. Der weitere Weg sollte links (östlich) des Lampertsteins entlanggehen. Praktisch habe ich überhaupt keinen Weg gefunden und mich ganz elend durch ein Dickicht aus kleinen Fichten gezwängt. Immerhin stößt man nach 150 Metern wieder auf den offiziellen Wanderweg und man könnte den Lampertstein mit seiner einfach zu erreichenden Aussicht genießen. Weil der Tag aber schon ziemlich fortgeschritten war, habe ich diesen Felsen ausgelassen und bin die nächsten Meter auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich gewandert. Nach dem Abstieg kann man gleich geradeaus auf den Kohlberg hochsteigen. Damit ergibt sich eine Aussicht in die westliche Richtung über die Ortschaft Bielatal hinweg. Der weitere Weg folgt der gelben Wanderwegmarkierung nach rechts (vom Kohlberg kommend) in Richtung Cunnersdorf/Katzstein. Neuteich_kleinDer markierte Wanderweg steigt ins nächste Tal ab. In diesem Fall ist es das Tal des Lampertsbaches, das ein paar hundert Meter abwärts bis zum romantischen Neuteich gewandert wird. Wenn man die Gesamtstrecke in mehr Etappen als ich aufteilen würde, dann passiert man vielleicht diese Stelle etwas früher am Tag und kann sich an den vielen Seerosen erfreuen. Zu meiner Zeit hatten sich schon alle Blüten wieder geschlossen. Über den Damm des Teichs geht es weiter und endlich mal wieder ein paar Höhenmeter aufwärts. Nach 400 Metern erreicht man dann die schon bekannte Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich, die nach links weiterverfolgt wird. Ungefähr einen Kilometer wandert man um den Müllerstein herum, dann erreicht man den Zugang zum Spitzen Stein. Dieser Felsen ist eine sehr nette Aussicht, die leicht zu besteigen ist und einen sehr guten Rundumblick liefert.

Die Wanderung folgt immer noch der gelben Wanderwegmarkierung in Richtung Cunnersdorf, bis nach rechts der Felsen namens Signal und der Katzstein ausgeschildert sind. Dieser Weg schlängelt sich unterhalb der Aussicht am Felsfuß entlang, um dann über eine Eisentreppe aufzusteigen. Die Aussicht wird passiert und dann geht es noch ein paar Meter über den Katzstein zum Katzfelsen. Katze_am_Katzfelsen_kleinSeit letztem Jahr (2016) steht rechts neben der langen Leiter eine Katzenstatue und damit ist es auch ganz sicher, dass man am Katzfelsen angekommen ist. Die Aussichtsplattform oben auf dem Felsen ist nicht besonders groß, aber die Aussicht in Richtung der Hinteren Sächsischen Schweiz ist wirklich toll. Rotstein_kleinVon dem Felsen geht es wieder runter und knapp neben ihm führt die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt entlang, auf der man nach links in die Richtung des Rotsteins weiter wandert. Diese Felsengruppe ist vollkommen unscheinbar und versteckt sich im Wald. Sehr ungewöhnlich ist, dass der Stein tatsächlich ein bisschen rot leuchtet.

An dem Felsen geht es aber nur dran vorbei und man hat einen U-förmigen Schlenker zu ihm unternommen. Nachdem man die Wanderwegmarkierung roter Strich nur überquert hat, geht es von dem geplanten Wanderweg einfach geradeaus den Hang hinunter. Eigentlich ist dieser Waldweg ein breiter Weg, der an einem Zaun abwärtsführt. Praktisch war der Weg im Sommer 2017 aber vollkommen mit Farn und ganz elenden Brombeeren zugewuchert. Da ich Depp nur eine kurze Hose anhatte, war das überhaupt kein Vergnügen und meine Schienbeine sahen danach schon sehr mitgenommen aus. Ich bin zwar immer mal wieder nach rechts in den Wald ausgewichen, aber irgendwie hat das die Lage nicht sonderlich verbessert. Am Ende dieses hässlichen Weges befindet sich die Rotsteinhütte, die ganz hervorragend als Nachtlager geeignet ist. Als ich die Wanderung unternommen habe, waren vor der Hütte gerade fünf junge Männer damit beschäftigt, ihre Schlafsäcke auszubreiten, da sie in der vorherigen Nacht in einem ordentlichen Gewitter draußen geschlafen hatten.

Mein Plan war von vorneherein, in der Trekkinghütte Willys Ruh zu nächtigen und so habe ich mich noch ein Weilchen mit den Jungs unterhalten und bin dann weiter den Hang abgestiegen. Der Weg bis zum Cunnersdorfer Bach ist einfach zu finden und auch schnell bewältigt. Dort unten geht es nach rechts und schon bald erreicht man die Stelle, an der sich der Fuchsbach und der Taubenbach vereinigen und dann mit dem Namen Cunnersdorfer Bach weiterfließen. Die Wanderung geht den Fuchsbach (der rechte Bach) weiter hinauf und schon nach wenigen Metern erreicht man die Quelle Siebentannenborn. Aus der Quelle sprudelt reichlich Wasser, das man aus meiner Sicht perfekt trinken kann. Auf jeden Fall habe ich hier alle verfügbaren Flaschen wieder aufgefüllt und keinerlei Magenprobleme bekommen. An der nächsten möglichen Trekkinghuette_Willys_Ruh_kleinStelle bin ich nach links auf den Unteren Hühnerbergweg abgebogen und bis zur Trekkinghütte Willys Ruh gewandert. Dass ich von vorneherein geplant hatte, diese Hütte anzusteuern, lag daran, dass ich damit den größten Teil meines Rucksacks hier für den nächsten Tag liegen lassen konnte und nur einen Minirucksack mit Getränken auf die große Schleife mitnehmen musste. Erfreulicherweise war die Hütte leer und nur ein paar Bilche/Siebenschläfer teilten sie mit mir. Am nächsten Tag ging es mit der Wahnsinnstour weiter.

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Biwakhütten

Nachdem gleich an allen möglichen Stellen von den neuen Biwakhütten berichtet wurde, musste ich mir die beiden Konstruktionen doch mal in der Realität ansehen. Wie es bei fast allen Wanderungen auf der linken Elbseite so ist, muss man schon ein ganzes Stück laufen, um einen netten Bogen hinzubekommen. Dafür erhält man dann aber auch eine wunderbar ruhige Wanderung und in diesem Fall eine Runde mit noch so einigen interessanten Punkten.

Den Startpunkt habe ich an die Straße zwischen Kleingießhübel und Cunnersdorf gelegt. Von dem dort befindlichen Wanderparkplatz, der anscheinend nur (na gut, meistens) von Pilzsammlern benutzt wird, geht es auf dem einzigen abzweigenden Waldweg los. Die ersten Meter des Oberen Buchweges sind mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert, der aber schon bald nach rechts die Wanderung verlässt. Das Waldgebiet auf der linken Elbseite ist ein typischer Nutzwald, der aber sehr gut gepflegt wird und trotzdem für Besucher attraktiv gehalten wird. So gibt es eine Vielzahl an Rastplätzen und ganz ähnlich viele Informationstafeln. Einige dieser Schilder und Raststätten stammen von der forstliche Lehrausbildung Cunnersdorf und werden auch von den Azubis gepflegt. So einen Rastplatz erreicht man nach 1 ½ Kilometern. Die Wanderung überquert den Lindhornweg und folgt ab dort der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich. Schon bald ändert sich der Charakter des Weges, da es nicht mehr so ein typischer Forstweg, sondern ein mit Gras bewachsener Waldweg ist. Dafür geht es dann auch ein paar Meter aufwärts, was bei einem sehr geraden Weg Mathias-Otto-Eiche_kleinbesonders auffällt. Das erste Stück des Weges heißt Sandweg und ab der Matthias-Otto-Eiche (Förster aus Cunnersdorf Mitte 16. Jahrhundert)  wechselt der Name in Gebackenebirnstraße. Die Wanderung folgt ab der Eiche noch für 1 ½ Kilometer sehr gerade der grünen Wanderwegmarkierung, bis diese nach links deutlich sichtbar abbiegt. Hier wird der gut ausgebaute Forstweg und damit die grüne Wanderwegmarkierung verlassen und es geht geradeaus den Hang runter auf einem Waldweg weiter. Der Weg ist anscheinend mal ein Rückeweg gewesen und wird jetzt nicht mehr benutzt. Nach 200 Metern gabelt sich der Weg und man geht rechts weiter abwärts. Insgesamt steigt der Weg über eine Strecke von ½ Kilometer ab, um dann auf der gut ausgebauten Forststraße am Taubenbach zu enden. Hier verläuft überraschenderweise wieder die bekannte grüne Wanderwegmarkierung grüner Strich, der man nach links leicht ansteigend folgt. getarnte_Biwakhuette_Taubenteich_kleinNach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man den Taubenteich und damit die erste der beiden neuen Trekkinghütten. Diese Hütte steht ein wenig nach hinten versetzt zu der bisherigen Schutzhütte und ist mit einer tollen geoeffnete_Biwakhuette_Taubenteich_kleinFassade ausgestattet. Erst auf den zweiten Blick fällt einem auf, dass es kein Holzstapel ist. Eigentlich sind es zwei separate Hütten, wenn man sie aber beide aufklappt, entsteht dazwischen ein überdachter Bereich. Auf der einen Seite befindet sich ein Ausziehtisch mit zwei Bänken. Damit kommt zwar ein Brennholzlager_Taubenteich_kleinSchlafplatz verloren, aber es ist trotzdem eine coole Idee. Was ich besonders gut finde ist, dass man ein paar Meter neben der Hütte Feuer machen darf und sogar ein würdiger Holzvorrat an der Schutzhütte liegt. Das Einzige, was noch verbessert werden sollte, ist das hässliche, leuchtendblaue Toilettenhäuschen. Vielleicht würde es schon reichen, die auffällige Hütte an oder in den Wald zu stellen.

Die Wanderung geht zurück auf den breiten Forstweg und dann nach rechts der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich hinterher. Da es ein Forstweg ist, bleibt die Steigung ganz angenehm und man kann relativ gemütlich durch den Wald wandern. rote_Grenzbaude_kleinNach 1 ¾ Kilometer erreicht man den Zugang zur Trekkinghütte Grenzbaude. Das ist eine nette Alternative zu den Biwakhütten, da hier einfach viel mehr Schlafplätze zur Verfügung stehen und man in der kälteren Jahreszeit auch mal den Ofen anschmeißen kann. Der markierte Wanderweg macht einen kompletten Schlenker um die Hütte, wobei man die Hütte nur sehr schwer im Wald entdecken kann. Der gelbmarkierte Wanderweg verlässt ganz unscheinbar nach insgesamt etwas mehr als 2 ¼ Kilometern die bequeme Forststraße und biegt nach rechts ab. Auf einem netten Waldweg geht es abwärts und man erreicht nach einem ¾ Kilometer wieder die gleiche Forststraße wie vorher schon begangen. Dieser folgt man noch ein kurzes Stück (100 Meter) und biegt dann nach rechts auf den Gliedenbachweg ab. Dieser Forstweg ist immer noch mit dem gelben Strich markiert und steigt wieder ein ganzes Stück an. Zwischendurch hat man auf einmal eine freie Sichtachse auf die vordere (südliche) Kante des Großen Zschirnsteins. Biwakhuette_Zschirnstein_kleinIrgendwie hatte ich auf dem Weg die Befürchtung, dass ich schon an der Hütte vorbeigewandert bin, aber der Platz mit der Biwakhütte ist nicht zu übersehen. Ganz besonders nicht, weil auch hier so ein auffälliges blaues Toilettenhäuschen steht. Was bei der Biwakhütte gleich auffällt ist, dass sie viel größer ist als die Hütte am Taubenteich, Fensterrahmen hat und eine riesige, doppelflügelige Tür. Biwakhuette_Innenseite_Zschirnstein_kleinInnendrin befinden sich auf zwei Ebenen, die über eine nette Leiter verbunden sind, die Schlafmöglichkeiten. Als ich dort gewesen bin, war es herbstlich und dazu nieselte es leicht. In der Hütte war es überhaupt nicht gemütlich, da der Wind durch die gegenüberliegenden Fensteröffnungen ordentlich durchpfiff. Außerdem hat dieser Platz bisher noch keine Feuerstelle, was mich nicht sonderlich wundert, da hier nicht so ein schöner Löschteich wie beim Taubenteich zur Verfügung steht. Insgesamt hat mir die Hütte nicht ganz so gut gefallen wie die am Taubenteich, wenn man aber die Fenster zumindest auf einer Seite irgendwie verschließt, dürfte es eine gute Übernachtungsmöglichkeit sein. Der Ausdruck Luxusboofe dürfte schon sehr gut zutreffen.

Die Wanderung folgt weiter der gelben Wanderwegmarkierung und passiert die Schechers_Kreuz_1549_kleinabgestorbene Kreusels Eiche und das Schächers Kreuz. Dann wird die Kreuzung an der Kalkbude (Marktweg) erreicht und hier wird die gelbe Wanderwegmarkierung verlassen und es geht links mit der roten Wanderwegmarkierung roter Punkt auf den Großen Zschirnstein hoch. Auch wenn der Große Zschirnstein der höchste Felsen in der Sächsischen Schweiz ist (561 Meter), so ist der Aufstieg bei Weitem nicht so anstrengend wie der Weg auf den Großen Winterberg (höchster Berg der Sächsischen Schweiz 556 Meter). Der Große Zschirnstein ist ein ziemlich langgezogener Felsen und der Trigonometrische_Saeule_Zschirnstein_kleinhöchste Punkt befindet sich an der südlichen Seite. Dort steht eine Schutzhütte, eine große Edelstahltafel, auf der alle Berge im Sichtbereich aufgelistet sind und außerdem eine der uralten trigonometrischen Säulen. Der Blick von hier oben auf die tschechischen Wälder und die vielen Berge ist sehr schön.

Von der vorderen Spitze des Großen Zschirnsteins geht es wieder zurück (ca. ¾ Kilometer), bis nach links die Wanderwegmarkierung roter Punkt abbiegt. Der Wanderweg steigt über ein paar abwechslungsreiche Serpentinen von dem Felsen ab und endet unten auf einem Forstweg. Der sogenannte Schifferweg wird nach links abwärts gewandert. Zwischendurch biegt die rote Wanderwegmarkierung nach rechts ab, die Wanderung geht aber geradeaus auf dem gut ausgebauten Forstweg weiter. Dieser Weg ist dann mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert. Auf diesem Weg kann man schon ganz gut merken, dass der Große Zschirnstein ziemlich hoch ist, da es konstant abwärts geht, bis man am Krippenbach ankommt. Auch hier folgt man weiter dem grünen Punkt. Der Forstweg fällt gemächlich ab und es macht Spaß, dem kleinen Bach zuzusehen, wie er sich das Tal abwärts schlängelt. Furtborn_am_Krippenborn_kleinKurz vor dem Talende passiert man den immer ordentlich sprudelnden Furtborn. Für das letzte Stück dieser Wanderung gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten. Entweder wandert man einen ¾ Kilometer auf der Fahrstraße nach links bis zum Ausgangspunkt oder man folgt weiterhin dem grünen Punkt und macht einen kleinen Schlenker von 1 ¼ Kilometern.

Die Runde war eine nette, sehr ruhige Wanderung, auf der ich mal wieder was Neues (die beiden Biwakhütten) entdeckt habe. Es ist wirklich super gut, dass Sachsenforst sich so eine große Mühe gibt, das linkselbische Gebiet auch für Touristen attraktiver zu machen. Ich bin sehr gespannt, wie der zukünftige Forststeig verlaufen wird und wie dann die unterschiedlichen Übernachtungsplätze eingebunden werden.

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Siebenschläferhütte

Gleich mal zum Anfang des Erfahrungsberichts: diese Hütte heißt offiziell Grenzbaude, aber bei uns in der Familie ist sie umbenannt worden in Siebenschläferhütte, da in ihr mindestens zwei von diesen unterhaltsamen Gesellen wohnen und uns bei der Übernachtung ein wenig Abwechslung lieferten. Nachdem wir zwei Tage vorher die neue Rotsteinhütte ausprobiert hatten und diese Form an Wanderung überraschenderweise der kleinen Tochter (12 Jahre) richtig viel Spaß gemacht hat, musste doch gleich mal ein weiterer Ausflug unternommen werden. Ganz besonders überzeugend war, dass ich beim Wandern im Bereich Leupoldishain eine Familie getroffen hatte, die gerade aus der Grenzbaude kam und von den Siebenschläfern erzählte. Unsere kleine Tochter ist eine große Tierliebhaberin und war nun noch neugieriger, die Hüttentour zu unternehmen. Gepaeck_Grenzbaude_kleinAlso haben wir den Berg an Isomatten, Schlafsäcken und Rucksäcken gepackt und sind losgezogen. Der Startpunkt befindet sich am Parkplatz oberhalb des ehemaligen Jugendgästehauses Forsthaus (zwischen Kleingießhübel und Cunnersdorf). Vom Parkplatz führt gleich der einzige Forstweg (Oberer Buchweg) in den Wald. Die ersten Meter sind noch mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert, aber auch wenn diese Wanderwegmarkierung nach rechts abbiegt, wandert man weiter auf dem gut ausgebauten Forstweg in Richtung Cotta-Eiche. Nach etwas weniger als 1 ½ Kilometern erreicht man eine größere Kreuzung, an der es nach links (Lindhornweg) weiter geht. Schon nach sehr wenigen Metern steht auf der rechten Wegseite die schon erwähnte Cotta-Eiche.

Im Gegensatz zur ersten Wanderung zur Grenzbaude über die Gebackenebirnstraße und die grüne Wanderwegmarkierung müssen auf dem Lindhornweg viel weniger Höhenmeter absolviert werden. Darüber freute sich ganz besonders die größere Tochter (14 Jahre), da sie die Planung für diese Wanderung durchgeführt hatte. Dafür ist dieser Weg ein bisschen monotoner, da es sich um einen reinen Forstweg handelt, aber das verschweige ich dann lieber. Von der Cotta-Eiche wandert man 3 Kilometer, bis man auf einer weiteren Forststraße und der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich ankommt. Auf dieser Forststraße geht es nach rechts für nur ganz wenige Meter (weniger als 50 Meter) entlang und dann sollte man nach links das kleine Aussen_Grenzbaude_kleingelbgrüne Schild zur Grenzbaude entdecken. Die Hütte versteckt sich perfekt im Wald und obwohl sie weniger als 100 Meter neben dem Waldweg steht, sieht man sie nicht. Das ist bestimmt richtig unterhaltsam, wenn man zu spät gestartet ist und dann den Übernachtungsplatz im Dunklen suchen muss. Das möchte ich nicht erleben, ganz besonders nicht, wenn man womöglich mit Kindern durch den Wald stolpert.

In der Grenzbaude befinden sich ein Kachelofen (im Vorraum) und ein Kaminofen. Ofen_Grenzbaude_kleinDas ist eine perfekte Kombination, da man damit die Hütte schnell warm bekommt und dann durch den Kachelofen die Wärme halten kann. Wie bei allen Hütten vom Sachsenforst steht immer eine ausreichende Menge an Brennholz zur Verfügung. Im Gegensatz zu den beiden Hütten Rotsteinhütte und Willy´s Ruh hat die Grenzbaude keine Betten. Schlafboden_Grenzbaude_kleinDas ist überhaupt kein Problem, da auch in den anderen Hütten nur Bretter als Lattenrost vorhanden sind und man damit genauso hart wie auf dem Schlafboden in der Grenzbaude schläft. Der einzige Unterschied dürfte eher in der Psychologie liegen. Man hat in einem Bettgestell eine Eingrenzung und die Vorstellung, dass man etwas mehr vor den kleinen Rackern namens Siebenschläfer geschützt ist. Über den Schlafboden flitzen diese Tierchen wirklich mit rasender Geschwindigkeit, aber auch der Aufstieg am Türrahmen ist nicht viel langsamer. So werden sie bestimmt ähnlich schnell an einem Bettgestell aufwärts sausen. Die beiden Siebenschläfer sind bei uns erst aufgetaucht, als wir uns schon zum Schlafen hingelegt hatten. Bilch_Siebenschlaefer_kleinBeide waren ziemlich neugierig und sind auch schon verhältnismäßig nah an uns herangekommen. Im Nachhinein war es bestimmt ganz schön gemein, dass wir sie mit Blitz fotografiert und auch mit einer Maglite angestrahlt haben. Bei den riesigen Augen dürften sie bestimmt eine Weile blind gewesen sein. Vielleicht war das aber auch der Grund, warum sie danach nur noch durch den Flur geflitzt sind.

In der Grenzbaude haben sich so einige seltsame Kerzen angesammelt, Astrid_Anke_Huettenbuchlesen_dunkel_kleindie man heutzutage lieber nicht mehr in der eigenen Wohnung aufstellen will, die aber für einen romantischen Abend in der Hütte genau richtig sind. Zwei davon waren so dicke Kerzen mit verschnörkelten Ornamenten und aufgemalten Blumen, die zumindest in unserem Haus nicht aufgestellt werden dürften. Zum Lesen der Einträge im Hüttenbuch ist ihr Lichtschein auf jeden Fall ideal.

Nach einer überraschend geruhsamen Nacht haben wir wie üblich die Hütte und die Öfen möglichst gut sauber gemacht und dann ging es an den Nachhauseweg. Die Planung auf der Landkarte war gewesen, wieder auf den gelb markierten Wanderweg zurück zu gehen und dort dann nach rechts weiter zu wandern. In der Realität hatten wir morgens einen Forwarder (Holztransportfahrzeug), der mit seinen vielen Lampen mehr aussah wie ein Kirmeskarussell als ein Fahrzeug, gleich unterhalb der Hütte gesehen, also musste dort wohl der geplante Weg entlang laufen. Deshalb sind wir dort gleich quer durch den Wald abgestiegen und nach weniger als 100 Metern auf die gelbe Wanderwegmarkierung gestoßen. Die Wanderung folgt weiter dem Forstweg bergabwärts. Auch wenn zwischendurch der markierte Wanderweg nach rechts abbiegt, so bleibt man noch 400 Meter auf dem breiten Forstweg, bis nach links der Waldweg Lange 5 abbiegt. Dieser sehr angenehme Weg macht ein paar wenige Schlenker, um Senken zu umgehen und nach etwas weniger als vier Kilometern erreicht man die Fahrstraße zwischen Kleingießhübel und Cunnersdorf. Die letzten 200 Meter muss man nach links bis zum Ausgangspunkt aufwärts wandern.

Damit ist eine relativ entspannte Wanderung zu Ende gegangen, wobei die eigentliche Eintrag_Huettenbuch_Bilch_DetailWanderung nur das Nebenprodukt zu einer netten Übernachtung war. Auch den beiden Töchtern hat es richtig viel Spaß gemacht und ist eine nette Bereicherung zu dem sonstigen Leben in der Komfortzone.

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