Walderlebniszentrum

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unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 8,50 km
Höhenunterschied:
ca. 351 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Nikolsdorfer Wände;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Parkplatz Leupoldishain Hunt - Promenade - blauer Strich - Stelzchen - Campingplatz - Walderlebniszentrum - Panoramablick - grüner Punkt - Richtung Labyrinth - Felsfuß - Wolfsgrundwächter - grüner Punkt - Bärs Grund - Kuhstall - Naturbühne - gelber Strich - blauer Punkt - Franzosensprung - Spanghorn - Kiefernleite - Parkplatz Leupoldishain Hunt

Walderlebniszentrum

Es gibt immer mal wieder Zeiten in der Sächsischen Schweiz, in denen man merkt, dass die Mitmenschen ein paar Tage mehr Zeit haben und dann gerne die Natur erleben wollen. So geschieht das an jedem langen Wochenende, oder wenn das Wetter wieder perfekt ist, im Frühjahr. Dann ist die Landschaft in den beiden Nationalparkbereichen zwar auch wunderbar, aber praktisch macht es nur noch begrenzt Spaß, wenn man keinen Parkplatz mehr findet oder auf den Schrammsteinen an den Engstellen im Stau steht. Aber zum Glück gibt es noch so einige andere Regionen mit wunderschöner Landschaft im Landkreis Sächsische Schweiz. Einer der vollkommen ruhigen Bereiche sind die Nikolsdorfer Wände bei Leupoldishain. Einkaufswagen_fuer_Bergleute_kleinAuch dort gibt es schöne Sandsteinfelsen, Schluchten und nette Aussichten in die Landschaft. Also los geht’s am zentralen Parkplatz/Bushaltestelle in Leupoldishain. Gleich am Parkplatz erinnern ein Hunt (“Einkaufswagen” für Bergleute) und eine Umlenkrolle_Wismut_Schacht_398_kleingroße Seilscheibe vom Bergwerk Königstein an den ehemaligen Hauptarbeitgeber von Leupoldishain. Auch erklärt eine sehr gut gemachte Tafel die Details des Uranbergbaus und die darauffolgende Sanierung. Ganz schön beeindruckend ist die Zahl ganz am unteren Ende der Erklärung: Die Sanierung des Bergwerks hat bis Ende 2015 schon insgesamt 1 Milliarde € gekostet und in einem Zeitungsartikel der SZ vom 15.04.2019 wird von weiteren 100 Jahren Zeit für die Sanierung geschrieben.

Das soll uns aber nicht von einer schönen Wanderung abhalten und so geht es von der Ausstellung nach links (wenn man von vorne auf die Exponate schaut) der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich hinterher. Schon bald (nach 80 Metern) biegt der Wanderweg nach rechts ab, passiert über eine neugebaute Brücke ein Minibächlein und führt dann an der nördlichen Seite der Nikolsdorfer Wände entlang. Zwischendurch wechselt man auf die Wanderwegmarkierung blauer Punkt blauer Punkt, die dann auf einer ungewöhnlichen Straße (viel zu breit und gepflastert) landet. Gleich an dieser Stelle erreicht man auch den Zugang zur Aussicht Stelzchen. Der Aufstieg hoch auf die Aussicht ist schnell bewerkstelligt und bietet die erste nette Stelle zum Verweilen an.

Nach dem Abstieg wandert man auf der breiten Straße nach rechts weiter. Hier passiert man den Campingplatz Leupoldishain und wenige hundert Meter dahinter das Walderlebniszentrum. Hier sind einige Stationen, die den Wald spielerisch erklären. Barfusspfad_kleinSelbst unsere sonst so feine, 15-jährige Tochter hat mehrere der Stationen ausprobiert und Gefallen an ihnen gefunden. Besonders gut kamen die Geschicklichkeitsstation, der Barfußpfad und die Ameisenstation an. Gleich an dem eigentlichen Gelände befinden sich zwei unterschiedliche Übernachtungsmöglichkeiten. Einerseits kann man das Gebäude neben dem Platz_Nikolsdorf-Biwak_kleinWalderlebniszentrum für eine größere Gruppe mieten und andererseits gibt es seit dem Frühjahr 2019 einen weiteren Biwakplatz. Aus Zufall waren wir genau zum ersten Tag der Öffnung des Biwakplatzes dort. Es gab anscheinend keine offizielle Einweihungsfeier, aber ein Nationalparkranger war mit den letzten Arbeiten beschäftig und hat uns super freundlich begrüßt. Er hat uns auch gleich dazu animiert, dass wir uns als erste Besucher ins Übernachtungsbuch eintragen, was wir als Ehre empfanden. Wir sind mal gespannt, wie dieser Biwakplatz angenommen wird, da ja gleich daneben der Campingplatz liegt, der denn doch ein bisschen mehr Luxus (richtige Toilette und Dusche) bietet. Auch könnten die Benutzer des festen Hauses gleich neben dem Platz und die Biwakbenutzer sich in die Quere kommen, was aber mit ein bisschen Rücksichtnahme kein Problem sein sollte.

Nach diesem Abstecher geht es gleich gegenüber von dem Walderlebniszentrum den gepflasterten Waldweg aufwärts. Schon nach wenigen Metern erreicht man den Zugang zur Panoramaaussicht. Die Aussicht ist schnell erreicht und man hat einen netten Blick in Richtung der Festung Königstein und auf den dahinterliegenden Lilienstein. Ausblick_Walderlebniszentrum_kleinNachdem man wieder von der Aussicht bis zur Straße an dem Walderlebniszentrum herunter gegangen ist, wandert man nach rechts weiter. Hier bietet sich gleich hinter dem Biwakplatz bzw. dem Walderlebniszentrum nochmal ein sehr netter Blick in die Richtung der Festung Königstein. Die breite, gepflasterte Straße biegt 400 Meter hinter dem Walderlebniszentrum nach rechts ab und man passiert ein ungewöhnlich breites Straßenstück. Wozu auch immer hier so eine Straße in den Wald führt, wir haben es uns mit dem Verfüllen des Wolfsgrundes erklärt. Aber dazu später mehr.

Der weitere Weg wird schmaler und endete im Frühjahr 2019 vor einem Zaun. Hier waren über die komplette Fläche neue Bäumchen gepflanzt, die natürlich vor Wildverbiss geschützt werden mussten. Das Gebiet lässt sich am linken Zaun entlang ohne sonderliche Probleme umgehen und man gelangt an der anderen Seite wieder auf den Waldweg. Es geht weiter ansteigend auf einen Ausläufer der Nikolsdorfer Wände, auf denen man die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt erreicht. Auf ihr wandert man gemütlich nach links, selbst wenn es nach 700 Metern abwärts geht. Hier könnte man einmal durch die Senke gehen und auf der gegenüberliegenden Talseite zum Labyrinth aufsteigen, aber das ist diesmal nicht unser Ziel. Die weitere Wanderung führt fast am Ende des Abstiegs von den Nikolsdorfer Wänden nach rechts zum Felsfuß. Hier verläuft auch der Forststeig mit der Markierung gelber senkrechter Strich. Der Forststeig ist ein ganz besonderer Wanderweg, der sich über 100 Kilometer durch den Wald auf der linken Elbeseite schlängelt. Das Ziel ist, möglichst wenige bewohnte Gebiete zu passieren. Dabei nehmen manche Forststeig-Wanderer das so ernst, dass sie auch nur draußen schlafen und das kann man auf dem nächsten ½ Kilometer gut erkennen. Hier befinden sich an so einigen Überhängen sogenannte Boofen (Freiübernachtungsplätze). Der Weg an den Felsen entlang ist mehr ein Pfad, der aber gut zu erkennen und zu wandern ist. Nach ½ Kilometern biegt der Forststeig und damit die gelben Wegmarkierungen nach rechts ab. Hier könnte man zwar auch hoch gehen, aber interessanter ist, noch am Felsfuß zu bleiben und ¼ Kilometer kreuz und quer weiter am verwinkelte_Felsen_vor_Wolfsgrundwaechter_kleinHang entlang zu wandern. Die Felsen haben hier die lustigsten Formen gebildet und nach den besagten ¼ Kilometern versetzt der Felsfuß nach rechts und in diesem Felskessel steht der Wolfsgrundwächter. Dieser Felsen ist heutzutage nur noch ganz unscheinbar, da der Wolfsgrund mit Geröll aus dem Wismut-Bergwerk gefüllt wurde und deshalb ist dem Wolfsgrundwächter auch der Status als Klettergipfel aberkannt worden. Der Grund ist ganz einfach, ein Klettergipfel muss sich mindestens 10 Meter über der Erde befinden. Am dem Felsen hängt eine Tafel mit folgendem Inhalt: Wolfsgrundwächter; Der ehemalige Gipfel „Wolfsgrundwächter“ war einer der schönsten Kletterfelsen im Gebiet Nikolsdorfer Wände. Er wurde im Sommer 1912 von den Bergfreunden des Kletterklubs „Wachsteiner 1910“, Paul Jacob und Paul Täubrich aus Leupoldishain, erstbestiegen (Alter Weg, IV). Im Zuge der Arbeiten der SDAG Wismut zur Anlage einer Abraumhalde erfolgte im Jahr 1966 die Auffüllung des Wolfsgrundes am Wolfsgrundwächter mit taubem Gestein und damit verbunden die teilweise Verschüttung des Kletterfelsens. Das Gipfelbuch wurde im November 1966 geschlossen und der Felsen aus dem Gipfelbestand der Nikolsdorfer Wände gestrichen.

Von dem Wolfsgrundwächter führt ein Pfad nach oben aus dem Talkessel heraus. Nach 100 Metern erreicht man die schon bekannte Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt, der ganz wenige Meter nach links gefolgt wird. Dann biegt der markierte Wanderweg nach rechts ab, die Wanderung geht aber geradeaus weiter. Hier kann man sich wieder gut an den Markierungen des Forststeiges (gelber senkrechter Strich) orientieren. Von der Kreuzung, an der die grüne Wanderwegmarkierung verlassen wird, wandert man 200 Meter auf einem schönen Waldweg entlang, bis nach rechts der Forststeig in den Bärs Grund abbiegt. Kuhstall_im_Baers_Grund_kleinDer Abstieg ist nicht besonders schwierig und wenn man unten angekommen ist, lohnt es sich, ein paar Meter nach rechts zu wandern. Hier befindet sich an der rechten Felswand eine große Höhle namens Kuhstall. In der Höhle haben anscheinend ein paar Leute ein Lagerfeuer gemacht. Auch wenn ich Graffitis zutiefst hasse, so ist in der Höhle mit Kohle eine Frau an den Felsen gemalt worden, was wirklich gut aussieht.

Die Wanderung geht den Bärs Grund abwärts und schon bald erreicht man mal wieder die grüne Wanderwegmarkierung grüner Punkt. Auf der rechten Wegseite Naturbuehne_im_Baers_Grund_kleinpassiert man die alte Naturbühne, die zum Blödsinnmachen oder zumindest zum Besteigen der Bühne einlädt. Am Ende des Bärs Grund stößt man auf die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich, der man schräg nach rechts folgt. Nach einer kurzen Strecke (300 Meter) erreicht man wieder einmal die breite, gepflasterte Straße, die aber nur überquert wird. Gleich gegenüber versteckt sich der weiter gelb markierte Wanderweg, der hinunter ins Tal führt. Auf der Verbindungsstraße zwischen Leupoldishain und Königstein wird die gelbe Wanderwegmarkierung verlassen und es geht weiter auf dem blauen Punkt blauer Punkt. Blick_vom_Franzosensprung_kleinMan wandert wenige Meter auf der Straße nach links und sofort hinter der Brücke nach rechts. Diesen Waldweg und damit die blaue Wanderwegmarkierung verfolgt man und gelang nach einigen Stufen auf die östliche Spitze des Spanghorns. Gleich an der Spitze befindet sich die sehr ruhige Aussicht Franzosensprung, von der man einen schönen Blick hinüber zur Festung Königstein hat.

Von hier geht es dann auf den Rückweg zum Startpunkt. Dabei führt einen der blaue Punkt mit ausreichendem Abstand an der Vorderkante des Spanghorns entlang. Hier scheint die Wismut sehr aufmerksam die Felsen zu beobachten, da in sehr kurzen Abständen Messpunkte markiert sind. Anscheinend bewegt sich die Erdoberfläche durch das Bergwerk und rund um das Bergwerk wird dies auch immer wieder kontrolliert. Nach ½ Kilometer verlässt die blaue Wanderwegmarkierung den Felsen und es geht auf ein paar Treppen vom Felsen herunter. Netterweise führt der Wanderweg parallel zur Straße und endet erst ganz knapp vor dem Startpunkt auf dieser. Die letzten Meter wandert man dann auf dem Bürgersteig aufwärts, bis wieder die Kreuzung mit dem Parkplatz erreicht ist.

Die Wanderung ist wirklich keine besonders spektakuläre Runde, aber sie hat trotzdem eine angenehme Ruhe, man sieht viele unterschiedliche Felsen und ein paar nette Aussichten sind auch enthalten. Besonders schön ist, dass die Nikolsdorfer Wände auch bei Hochbetrieb in der Sächsischen Schweiz in einem Dornröschenschlaf verweilen.

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Forststeig Etappe 6

Jetzt geht es auf den Weg zur letzten Etappe des Forststeigs. Dazu startet man von dem Walderlebniszentrum kommend nach links auf der gepflasterten Straße. Aussicht_Walderlebniszentrum_Leupoldishain_kleinNach links hat man über die große Wiese einen sehr schönen Blick rüber zur Festung Königstein und dem dahinter liegenden Lilienstein. Die gut ausgebaute Straße biegt nach ein paar hundert Metern nach rechts ab. Theoretisch könnte man hier auf dem Forsthausweg geradeaus gehen, aber das Ziel des Forststeigs ist ja, möglichst interessante, unbekannte Wege zu benutzen und deshalb wandert man nach rechts und nach ganz wenigen Metern links weiter. Der Weg ist ein schöner Waldweg, der nach ¾ Kilometern auf einem Forstweg endet. Hier geht es nach links weiter und man erreicht wieder den Forsthausweg. Dieser wird nur überquert und dann geht es in Richtung Quirl weiter. Die nächsten Waldwege sind der Flügel A, das Doppelte Ringel und der Pfaffensteinblick. Dieser Weg führt durch einen jungen Kiefernwald, der für die Sächsische Schweiz doch recht ungewöhnlich aussieht. Am Ende des Waldweges mit dem seltsamen Namen Pfaffensteinblick beginnt der Abstieg hinunter ins Bielatal. Zuerst muss noch der Waldweg namens Hirschstange überquert, dort der unscheinbare Pfad weiter abwärts gefunden werden (100 Meter nach links) und dann geht es schräg am Hang abwärts. Unten erreicht man die Bielatalstraße, die jetzt das letzte Mal überquert werden muss. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite kommt die Straße von Cunnersdorf herunter. Links von der Straße verschwindet der Forststeig wieder nach oben in den Wald. Der unscheinbare Pfad führt schräg den Hang hinauf, um nach 400 Metern den Unteren Kohlweg zu erreichen. Auf diesem sehr ruhigen Waldweg wandert man nach links und erst nach 1 ½ Kilometern sieht man links unten im Tal die Königsteiner Papierfabrik. Hier wird zwar Papier produziert, aber es ist nicht eine Papierproduktion, wie man es sich vorstellt in Richtung Zeitungs- oder sonstiges Papier, sondern es ist hoch spezialisiertes Papier um Geldscheine herzustellen.

Auf der Höhe der Papierfabrik wird dann auch der horizontale Waldweg verlassen und es geht mehr oder weniger steil den Berg hoch bis auf den Quirl. Aussicht_vom_Quirl_kleinDer Quirl ist der unscheinbarste der großen Tafelberge, was auch daran liegt, dass es nur an der südöstlichen Seite eine schöne Aussicht gibt. Genau dorthin führt jetzt der Forststeig. Dadurch, dass der Quirl vollkommen eben ist, gelangt man sehr einfach zu der Aussicht, von der man sehr schön rüber zum Pfaffenstein blicken kann. Die Aussicht ist auch gut als Rastplatz zu gebrauchen, da nur wirklich wenige Besucher hier herauf finden.

Der Forststeig führt wieder ein kleines Stück zur Mitte des Quirls zurück, um dann über den Kanonenweg abzusteigen. Am Ende des Abstiegs erreicht man die Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt, der man wenige Meter (350 Meter) nach links folgt. Dann verlässt der Forststeig über den Oberen Richters Lochweg den breiten Wanderweg und es geht ein Stück abwärts. Dieser Weg wechselt in einen horizontalen Waldweg, der parallel zu dem rot markierten Weg am Hang entlang führt. Zu diesem Waldweg gibt es zwei unterschiedliche, aber doch ähnliche Namen, nämlich Unterer Kohlweg oder Niederer Kohlweg. Auf jeden Fall kennt man den Weg schon aus dem Zugang zum Quirl, es ist einfach die Verlängerung des ersten Teils. Beide Teile sind wunderbar ruhig. Insgesamt 3 ¼ Kilometer wandert man auf angenehmen Waldwegen, bis man auf die Landstraße zwischen Cunnersdorf, Pfaffendorf und Gohrisch stößt. Diese Kreuzung muss nur überquert werden und man folgt spätestens ab hier auch der Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt. Der Forststeig und die rote Markierung führen auf einem angenehmen Waldweg zum Gohrischstein. Hochbehaelter_Gohrisch_kleinZwischendurch passiert man einen Erdwall, der einen großen Wassertank beinhaltet. Hier wird das Wasser, kommend aus der Talsperre Gottleuba, nur zwischengepuffert und dann durch ein paar Pumpen weitergeleitet. Der Zugang zum Gohrischstein Falkenschlucht_Gohrischstein_kleinist einfach zu gehen und wenn man am südwestlichen Felsfuß angekommen ist, gibt es zwei unterschiedliche Aufstiege. Der Rechte ist etwas leichter und mit großem Gepäck empfehlenswert, der Linke (ausgeschildert mit Falkenschlucht) Wetterfahne_Gohrischstein_kleinführt durch eine Höhle und ein paar Leitern aufwärts. Beide sind relativ einfach zu begehen und nicht gefährlich. Oben angekommen, muss man unbedingt die paar wenigen Meter nach links bis zu der Aussicht mit der lustigen Wetterfahne wandern.

Die weitere Wanderung geht einmal komplett über den Felsen hinweg und dann auf der östlichen Seite herunter. Relativ weit unten erreicht man wieder die rote Wanderwegmarkierung roter Punkt, auf der es über die Straße hinweg geht und Blick_vom_Papststein_ueber_Papstdorf_kleindann steigt man gegenüber die Stufen (es sollen ungefähr 560 Stufen sein) bis hoch auf den Papststein. Hier oben gibt es gleich mehrere schöne Aussichten und eine Gaststätte mit gutem Blick in die Landschaft. Der Forststeig führt von der Gaststätte an der südlichen Kante bis zum östlichen Abstieg. Hier wird der Felsen über ein paar wenigere Stufen als beim Aufstieg verlassen. Nachdem man alle Treppen bewerkstelligt hat, wird die rote Wanderwegmarkierung auch verlassen und es geht nach links weiter zum Kleinhennersdorfer Stein. Der Aufstieg ist im Verhältnis zu den beiden vorhergehenden Felsen einfach und hier Eingang_Lichterhoehle_kleinbefindet sich auf der linken (südwestlichen) Seite die sehr beliebte Lichterhöhle. So ziemlich jeder Wanderer, jedes Kind und so einige Boofer klettern einmal in die Höhle und freuen sich über die Größe. Der Forststeig steigt noch bis ganz oben auf den Felsen. Irgendwie gibt es keine so richtig tolle Aussicht hier oben, was aber auch nicht schlimm ist, da der Blick nicht viel anderes ist als vom Papststein. Ich habe mich natürlich auf der Forststeigwanderung immer mal wieder verlaufen. Meistens sind es nur wenige Meter gewesen, aber hier oben auf dem Kleinhennersdorfer Stein hat es überhaupt nicht geklappt. Der Felsen ist wirklich nicht groß, aber irgendwie bin ich mit den Markierungen hier gar nicht klar gekommen. Auf jeden Fall geht es auf der nördlichen Seite durch den Grund namens Hölle herunter. In dem Grund befindet sich auch wieder mal eine illegale Boofe, die auch den Eindruck macht, als ob sie häufiger genutzt wird.

Am Ende des Grundes wird die breite Forststraße Königsteiner Steig nur überquert und es geht geradeaus weiter auf dem Waldweg namens Hippekrübel und dem Brandweg. Damit gelangt man zum Täppichtsteig, der dann runter ins Elbtal führt. Die letzten paar Meter erfolgen an der Straße bis zum Nationalparkbahnhof Bad Schandau. Auch diese Richtung (also von Schöna nach Bad Schandau) hat mir sehr gut gefallen. Seltsamerweise empfand ich diese Tour als eine ganz andere Strecke als meine erste Wanderung auf dem Forststeig von Bad Schandau nach Schöna. Egal in welche Richtung man auch wandert, die Tour ist super gut. Es ist toll, dass das Forstamt diese Strecke angelegt hat und sich auch weiterhin so perfekt drum kümmert. Danke schön.

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Forststeig Etappe 5

Auch wenn mit 6 Stück die Anzahl der Schlafmöglichkeiten in der Rotsteinhütte  gar nicht so gering ist, ist es aus unserer Sicht die kleinste und kompakteste der Trekkinghütten. Der Aufenthaltsraum schließt sich nahtlos an den Schlafraum an, was ein wenig störend sein kann, wenn man mit mehreren Benutzern dort ist und die anderen länger am Abend aushalten. Bei unseren bisherigen Aufenthalten waren wir entweder die einzigen Besucher oder die Hütte war schon vollkommen überfüllt und wir sind auf die Trekkinghütte Willys Ruh ausgewichen.

Von der Hütte geht es weiter aufwärts. Die Winterleitenstraße wird einfach nur Rotstein_kleinüberquert und man wandert weiter den Hang hinauf in Richtung des Hüttennamensgebers, zum Rotstein. Die zwei Felsen stehen irgendwie mitten im Wald und sind eigentlich nichts Besonderes. Als normaler Wanderer kommt man nicht auf sie hinauf und vom Felsfuß gibt es keinerlei Aussicht. Deshalb geht es gleich auf der gegenüberliegenden Seite weiter und wieder ein paar Höhenmeter herunter. Der Forststeig ist hier auch mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert und die Wanderung führt in Richtung Katzfelsen weiter. Sehr schön ist, dass es im Bereich Cunnersdorf noch überdachte Rastplätze und große, geschnitzte Wegweiser gibt. Katzfelsen_kleinDass es einen Katzstein und einen Katzfelsen gibt, ist ziemlich verwirrend. Der Katzfelsen steht auf dem Katzstein und ist die eigentliche Felsnadel mit der langen Treppe und der Katzenskulptur. Genau zu diesem Felsen führt der Forststeig jetzt als nächstes. Die freistehende Treppe ist schnell geschafft und schon steht man auf einer wirklich besonderen Aussicht über das Tal des Cunnersdorfer Bachs und weit hinüber zur Hinteren Sächsischen Schweiz. Aussicht_Signal_kleinVon hier wandert man in nördliche Richtung, um nach ein paar hundert Metern das Ende des Katzsteins zu erreichen. Hier befindet sich die Aussicht Signal, die eine ganz andere Perspektive als vom Katzfelsen liefert. Von hier blickt man eher auf die Tafelberge und den Lilienstein. Ein wenig versteckt liegt auf der rechten (östlichen) Seite der Abstieg. Der Forststeig führt noch ein paar Meter am Felsfuß entlang und dann auf dem Waldweg namens Spitzsteinweg auf der bekannten Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt nach links. Aussicht_Spitzstein_kleinDas nächste Ziel ist der Spitzstein, den man mit dem gelben Strich gelber Strich erreicht. Auch wenn der Forststeig nicht direkt über den Spitzstein geführt wird, so sollte man die paar Meter abweichen und mal eben auf den Felsen hinauf steigen. Der Spitzstein führt ein Mauerblümchendasein und das vollkommen unberechtigt. Der Aufstieg ist schnell geschafft und man wird mit einer schönen Aussicht belohnt.

Die Wanderung folgt noch ein Stückchen der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich. Dabei passiert man die Biwakhütte Spitzstein. Das ist die dritte freigegebene Biwakhütte und irgendwie hat sie mich doch ziemlich überrascht, da man in den ersten beiden Hütten ein paar Schlafplätze hat, aber in der Spitzsteinhütte sind nur ein massiver Tisch und ein paar Sitzmöglichkeiten. Dafür darf man rund um die Hütte Zelte für eine Nacht aufstellen. Kurz (ca. 400 Meter) hinter der Hütte verlässt der Forststeig die Wanderwegmarkierung und biegt nach rechts ab. Der Waldweg führt hinunter zum Neuteich und dem durchlaufenden Lampertsbach. Dem Lampertsbach geht man auf der grünen Wanderwegmarkierung ein Stück entgegen, um dann nach rechts auf den gelben Strich gelber Strich zu wechseln. Der Wanderweg steigt etwas mehr als 100 Höhenmeter an, dann ist nach rechts der Lampertstein ausgeschildert. Es gibt zwei unterschiedliche Wege auf den Felsen. Aussicht_Lampertsstein_kleinIn diesem Fall wird der erste Weg nach rechts über die sogenannte Promenade genommen. Insgesamt wandert man einen Kilometer über einen Pfad, der aber nur wenige Höhenmeter überwindet. Erst knapp vor dem Ende des Felsens steigt man nach links über ein paar Stufen bis hoch auf den Felsen. Die Aussicht ist ähnlich wie von der vorhergehenden Aussicht Spitzstein, man blickt auf die Tafelberge und den Lilienstein, nur ist die Aussicht etwas höher und dadurch wirkt sie größer.

Von der vorderen Spitze geht es auf dem zweiten Weg (Kammweg) zurück. Sehr interessant ist, dass der Forststeig nicht über den normalen Pfad absteigt, sondern am südlichen Ende in eine mir bisher vollkommen unbekannte Schlucht hinunter führt. In diesem Bereich ist der Forststeig wirklich perfekt markiert. Die Wanderung führt den Hölllochweg abwärts auf der bekannten gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich, dann nach rechts und wieder im spitzen Winkel nach links. Dort wird die Cunnersdorfer Straße, welche in diesem Fall auch nur ein gut ausgebauter Waldweg ist, erreicht. Gedenkstein_Cunnersdorfer_Strasse_kleinWenn man die Straße abwärts wandert, erreicht man einen netten Rastplatz mit einer Felsmurmel, in die zwei große Plaketten eingearbeitet sind. Auf der einen ist Heinrich I. von Meissen, 1. Wettiner Markgraf Anno 1089 und auf der anderen König Friedrich August III. von Sachsen 1889 zu sehen.

Die Wanderung führt wieder ein paar Meter die Cunnersdorfer Straße bergauf, um dann relativ unscheinbar schon nach wenigen Metern nach links abzubiegen. Als nächstes kommt ein nettes Geschlängel durch einen sehr ruhigen Wald zwischen der Cunnersdorfer Straße und dem Bielatal. Ganz seltsam fand ich, dass man die Bielatalstraße auf einem vollkommen unsichtbaren Waldweg erreicht. Sehr schön ist, das man die Straße nur überqueren muss und es auf der gegenüberliegenden Straßenseite wieder aus dem Tal herausgeht. Hier muss man darauf achten, dass man nicht die verführerische Forststraße hoch wandert, sondern schon knapp hinter der Brücke auf einen unscheinbaren Pfad wechselt. Der Forststeig führt aufwärts bis zum breiten Waldweg namens Hirschstange und von dort bis zum Bernhardstein. Theoretisch kann man den kleinen Aufstieg zum Bernhardstein auch umgehen, aber praktisch hat man von der oberen Aussicht einen netten Blick, der meistens menschenleer ist. Labyrinth_kleinDas ist mit dem nächsten Ziel, dem Labyrinth, etwas anders. Hier geht es aber auch nicht um besonders tolle Aussichten, sondern ein wunderbares Klettergebiet für den lieben Nachwuchs. Die meisten Kinder haben einen riesigen Spaß daran, durch die Schluchten zu klettern und die nächste der durchnummerierten Stellen zu finden. Auch wenn sich manche Racker zum Anfang nicht so richtig trauen oder manche Stellen nur mit großer Hilfe passieren, so sind sie im Nachhinein alle stolz auf ihr bewältigtes Abenteuer. Selbst größere Kinder erinnern sich gerne an das Labyrinth und möchten die Strecke nach Jahren nochmal absolvieren.

Obwohl ich schon so einige Male durch das Gebiet der Nikolsdorfer Wände gewandert bin, habe ich den jetzt kommenden Pfad noch nie gesehen. Den Hügel des Labyrinths geht es auf der Rückseite (nördlichen Seite) hinunter, durch die Senke durch und gegenüber gleich wieder hoch. Das hört sich schlimmer an als es ist, insgesamt sind es nur 15 Höhenmeter. Felsfuss_Nikolsdorfer_Waende_kleinDer Forststeig geht aber nicht ganz bis oben, sondern biegt nach links zum Felsfuß ab. Hier schlängelt sich die Wanderung an einigen Felsüberhängen entlang, die anscheinend auch ganz gerne zum Boofen genutzt werden. Nach ½ Kilometer biegt der Forststeig nach rechts aufwärts auf die Nikolsdorfer Wände ab. Quer über die Nikolsdorfer Wände führt die grüne Wanderwegmarkierung grüner Punkt, die hier aber nur ½ Kilometer nach links verfolgt wird. Dann zweigt diese Markierung nach rechts ab, aber der Forststeig führt auf einem grasbewachsenen Waldweg weiter geradeaus. Jetzt heißt es mal wieder den rechten Wegesrand aufmerksam zu beobachten, weil nach 200 Metern der Forststeig in den Bärs Grund absteigt. Im Grund stößt man wieder auf die grüne Wanderwegmarkierung grüner Punkt, der man nach links weiter folgt. Hier passiert man die ehemalige Naturbühne, die heutzutage nur noch selten genutzt wird, Naturbuehne_Nikolsdorf_kleinaber trotzdem ein netter Platz zum Rasten ist oder zum Blödsinnmachen auf der Bühne verleitet. Knapp hinter der Bühne verlässt der Forststeig den Bärs Grund über einen kleinen Pfad. Diese Etappe steig nochmal ordentlich an und dann auf einem besser ausgebauten Waldweg wieder ab. Dann stößt man auf eine riesig breite Straße, die mit Pflastersteinen ausgelegt ist. Wozu auch immer diese Straße so ausgebaut worden ist – vermutlich ist es noch ein Restbestand aus Wismutzeiten. Heutzutage fährt hier fast kein Auto mehr. Das Ziel dieser vorletzten Forststeig-Etappe befindet sich wenige Meter nach links. Es ist das Walderlebniszentrum und damit der neuste Biwakplatz auf dem Forststeig. Da es eigentlich die Regel für den Sächsischen Wald gibt, dass man nur an offiziellen Plätzen draußen übernachten darf, war das in der Vergangenheit für die 5. und 6. Etappe ziemlich unpraktisch, weil es nichts Brauchbares außer dem Campingplatz von Nikolsdorf (www.cbm-camping.de) gab. Jetzt kommt also noch der Nikolsdorfer Biwak hinzu.

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Forststeig Etappe 4

Nach einer hoffentlich ruhigen Nacht – zumindest haben wir bisher noch keine Bilche/Siebenschläfer in der Kamphütte angetroffen – startet diese Etappe mit einem Abstieg an der Aussicht Nachbar runter ins Bielatal. Der Abstieg ist nicht besonders schwierig und schon erreicht man den Rand der Miniortschaft Schweizermühle. Sophien_Quelle_Schweizermuehle_kleinZwischen der Ortschaft und den Felsen geht es entlang. Zuerst passiert man die Sophienquelle, die aber aus meiner Sicht nicht so richtig vertrauenswürdig zum Auffüllen des Wasservorrats aussieht. Das ist aber auch nicht so besonders schlimm, da man nach wenigen Minuten an einer ordentlichen Quelle vorbeikommt. Der Forststeig macht einen seltsamen Haken, um dann ein paar wenige Meter (150 Meter) auf der Straße zwischen Schweizermühle und Ottomühle entlang zu führen. Herkulesquelle_Bielatal_kleinAuf der gegenüberliegenden Seite geht es in Richtung Felsfuß und über einen Pfad wieder ein Stück das Tal hinauf. Hier passiert man die Herkulesquelle, die eine mächtige Wassermenge von sich gibt. Früher ist diese Quelle für die Wasserversorgung benutzt worden, sodass man sich keine Sorgen über die Qualität machen muss. Nur wenige Meter hinter der Quelle wäre eigentlich auf der linken Pfadseite eine beeindruckende Felsengasse, Aussicht_Johanniswacht_kleinaber seltsamerweise wird sie vom Forststeig ignoriert und es geht im spitzen Winkel runter auf die Fahrstraße und gleich gegenüber den Hang hoch zur Johanniswacht. Der Aufstieg erfolgt durch mehrere kleine Schluchten und der Untergrund ist auch ziemlich abwechslungsreich. Der Aufstieg wird mit einer sehr schönen Aussicht belohnt.

Der Forststeig schlägt kurz hinter der Johanniswacht einen besonders abwechslungsreichen Pfad in Richtung Ottomühle ein. Das ist wieder mal so ein typischer Forststeig-Weg, der kreuz und quer geht, nicht nur über breite Wanderwege, sondern auch mal auf einem selten benutzten, versteckten Pfad. Wunderbar, damit lernt man auch als Dauerwanderer in der Sächsischen Schweiz noch neue Stellen kennen. Der Pfad endet auf einer breiten Forststraße namens Glasergrund, die aber nur überquert wird und gegenüber geht es gleich weiter. Dieser Waldweg bleibt auf gleichbleibender Höhe, bis der Forststeig nach 300 Metern endlich mal wieder ins Tal absteigt. Auf der Bielatalstraße geht es nach rechts und schon bald passiert man die Bergsteigerhütte des SBB (www.bielatal-huette.de). Auch hier kann man sehr gut übernachten und eine Küche und ordentliche Sanitärbereiche sind auch vorhanden. Gleich gegenüber der SBB-Hütte befindet sich einer der Bergwachtstützpunkte und knapp dahinter verlässt der Forststeig auch wieder die gut ausgebaute Forststraße. Der Pfad steigt ein Stückchen in Richtung der Felsen an und führt dann am Felsfuß entlang das Tal aufwärts. In diesem Bereich hängen immer irgendwelche Kletterer an den häufig sehr filigranen Felsnadeln.

Der Pfad endet auf dem Lattenweg, der abwärts gewandert wird. Nachdem man wieder auf dem breiten Forstweg durch das Bielatal angekommen ist, geht es gleich gegenüber auf der Talseite wieder weiter. Der Aufstieg heißt Alte 1 und führt mit so einigen Höhenmetern (genauer gesagt 80 Höhenmeter) komplett aus dem Bielatal heraus. Dadurch, dass der Aufstieg ohne jegliche Stufen erfolgt, empfand ich den Weg aufwärts schon ziemlich anstrengend. Aussicht_Grenzplatze_mit_Bielatal_Zschirnstein_kleinOben angekommen, schlängelt sich der Forststeig nach links in Richtung Grenzplatte an der Felskante entlang. Erst wenige Meter vor der Aussicht gelangt man auf den rot markierten Wanderweg roter Strich. Die Aussicht ist ein netter Platz, von dem man über das Bielatal blicken kann und von oben auf die bekannte Ortschaft Ostrov (Eiland) sieht. Nach dieser schönen Rast geht es weiter auf der roten Wanderwegmarkierung (und natürlich dem Forststeigzeichen) und darauffolgend nach links mit der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich den Hang mal wieder ins Bielatal hinunter. Nachdem man die Biela überquert hat, wandert man nach rechts auf der Forststraße durch das Bielatal ca. 200 Meter aufwärts. Dann biegt der Forststeig ziemlich unscheinbar nach links ab. Als sehr guten Orientierungspunkt kann man die Grenzsteine nehmen. Die Wanderung verlässt genau an der Grenze die breite Forststraße und steigt aus dem Tal heraus. gepflasterter_Grenzpfad_kleinZiemlich überraschend ist, dass kurz vor den Felsen ein richtig gepflasterter Weg vorhanden ist. Nach insgesamt 1 ½ Kilometern stößt von links ein Waldweg auf den Forststeig. Hier geht es nochmal ein Stück durch den Dürrebielegrund (Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt) in das Bielatal hinunter. Dabei ist die Streckenführung an dieser Stelle anders, als normale Wanderer unterwegs sind. Man wandert 70 Höhenmeter abwärts, um dann nach einem Kilometer Wanderstrecke genau diese Höhenmeter wieder aufzusteigen und eigentlich nichts Besonderes zu entdecken. Der Dürrebielegrund ist zwar ganz nett, aber so eine Attraktion ist er dann doch nicht. Der Forststeig hat aber eher das Ziel, auf ruhigen und kleinen Pfaden unterwegs zu sein und das ist an dieser Stelle perfekt gelungen.

Die nächsten paar Kilometer sind dann auch genau das Gegenteil von den kleinen Pfaden. Nach dem Haken durch den Wald landet man auf der breiten Forststraße zwischen Rosenthal und Schneeberg. Diese wird nur überquert und gegenüber folgt man zuerst ein paar Meter der Fuchsbachstraße (roter Punkt roter Punkt) und dann dem Sommerhübelweg. Beide Wege sind gut ausgebaute Forststraßen, die schnurgerade durch den Wald führen. Eine erfreuliche Stelle auf dem Sommerhübelweg erreicht man nach 1 ½ Kilometern. Aussicht_oberhalb_Rosenthal_kleinHier befindet sich links neben dem Weg eine Aussicht mit Wetterschutzhütte. Von hier kann man auf Rosenthal herunterschauen und bei schönem Wetter ganz weit in die Landschaft. Man kann bis Pirna und sogar Teile von Dresden sehen. Ab dieser Stelle wird es dann wieder interessanter. Der Forststeig führt noch ganz wenige Meter (150 Meter) weiter Gedenkstein_August_Wolf_kleinauf dem Sommerhübelweg, bis nach rechts der erste Waldweg abbiegt. Dieser Waldweg ist ein echter Forststeig, wie er wirklich nur von Forstleuten begangen wird. Auf dem Weg abwärts kann man auf der rechten Wegseite ein Sandsteinkreuz mit der Inschrift “A. W. stb d 25 S. 1878” entdecken. Mit dem Kreuz wird an den Tod des Waldarbeiters August Wolf im Jahre 1878 erinnert.

Insgesamt führt der nette Waldweg 1 ½ Kilometer abwärts, bis man auf dem breiten Mathens Hohlweg ankommt. Auch dieser Waldweg führt weiter abwärts, zum Fuchsbach hinunter, aber nach ½ Kilometer wird der Abstieg nach links verlassen. Dieser Weg bleibt auf ziemlich gleichbleibender Höhe und man wandert auf diesem sehr unbekannten Waldweg für 1 ¼ Kilometer. Dann biegt der Forststeig einmal kurz nach links, ein paar Meter dahinter gleich wieder nach rechts ab. Die letzten Meter (½ Kilometer) dieser Forststeig-Etappe wandert man dann noch einmal auf gleicher Höhe im Tal des Cunnersdofer Bachs. Dann muss man noch einmal aufmerksam sein, da der Forststeig nach links den Hang hinauf führt, aber hier überhaupt kein Weg zu sehen ist. Wer besonders aufmerksam ist, der kann die Trekkinghütte Rotstein schon oben am Hang erkennen. Damit ist dann auch das Ziel dieser Etappe erreicht und am nächsten Tag wird hoffentlich gut ausgeschlafen die vorletzte Etappe angegangen.

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Forststeig Etappe 3

Nach einer hoffentlich ruhigen Nacht (was aber nach einer Forststeigetappe meistens gut klappt, nur die Mitbenutzer auf dem Campingplatz könnten dem entgegenwirken) startet die nächste Etappe in Ostrov (Eiland) und führt gleich neben dem Campingplatz auf der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich (und natürlich der Forststeigmarkierung) aus der Ortschaft heraus. Felsenkessel_Himmelreich_kleinAls Richtung sind die Tiské Stěny (Tyssaer Wände) ausgeschildert. Der Waldweg steigt langsam aber zunehmend an und passiert nach einigen hundert Metern (genauer gesagt 800 Meter) ein ganz kleines Felsengebiet. Der Name dieses Gebietes ist Himmelreich und ganz passend dazu befindet sich da seit wenigen Jahren eine Bergsteigergedenkstätte. Sie ist Bergsteigergedenkstaette_Himmelreich_kleinan zwei Zugängen mit den Worten Horolezecký památník, was so viel heißt wie Bergsteigergedenkstätte, ausgeschildert. Den kleinen Abstecher in diesen separaten Talkessel kann man sehr gut unternehmen, da es nur wenige Meter zusätzlicher Weg sind. Die Wanderung steigt noch ein paar Meter aufwärts, um dann angenehm horizontal bis ganz kurz vor der Gaststätte Turistická chata (Touristenbaude) weiterzugehen, wo sie im spitzen Winkel nach rechts abbiegt. Es geht einmal um einen Erdhügel (vermutlich ein Wasserbehälter) herum und dann weiterhin sehr bequem auf einem Waldweg in Richtung Grenze. Markiert ist dieser Weg mit dem gelben Strich gelber Strich. Nach 2 Kilometern erreicht man die Grenze und hier wandert man ein paar Meter (insgesamt 1 ½ Kilometer) auf der Grenze entlang. Ganz seltsam ist, dass hier auf einmal wieder die roten Ringe für eine Kernzonengrenze an die Bäume gemalt sind. Bisher war meine Vorstellung, dass es nur im Nationalpark Kernzonen, bzw. im Tschechischen heißt es Zone 1, gibt. Geocache_Grenzweg_kleinAn einem der Betonpfosten der Grenze hängt eine ehemalige Gipfelbuchkiste, die aber heutzutage die wetterfeste Aufnahme eines Geocaches ist. Früher ist der Pfad an der Grenze extra freigeschnitten worden, heutzutage sieht es nicht mehr so aus. Trotzdem kann man auf dem Weg sehr angenehm für die besagten 1 ½ Kilometer an der Grenze entlang wandern, um dann auf die deutsche Seite zu wechseln. Spätestens ab hier kommt man in eine Region, die bis zur Einrichtung des Forststeiges menschenleer war. Jetzt sind es immer noch keine Besucherströme, aber selbst an den vorher ruhigen Stellen kann man nun auf Menschen treffen. Das ist in keiner Weise unangenehm, da es im Vergleich zu anderen Wanderregionen in der Sächsischen Schweiz immer noch nur sehr wenige Mitmenschen sind.

Der Forststeig ist ab der Grenze wieder sehr gut markiert und so muss man nur ein bisschen Obacht geben, um den Weg über die Fichtenwände zu finden. Farbe_Gelaender_Zeisisgstein_kleinSehr seltsam ist zwischendurch ein Schild aus vergangenen Zeiten mit der Aufschrift „Reservat; Betreten nicht erlaubt; Bezirksnaturschutzorgan Dresden“. Gleich dahinter steht ein neu gezimmerter Hochsitz. Der Weg schlängelt sich ein wenig seltsam an dem Hang entlang, um dann vollkommen überraschend an den Zeisigstein zu gelangen. Blick_vom_Zeisigstein_kleinAuf den Felsen kommt man mittels einer Eisentreppe, die letztes Jahr neu gestrichen wurde. Die Farbwahl ist irgendwie für die sonstigen Treppen und Geländer ein wenig ungewöhnlich, da es genau die Farben (gelb und grün) des Forststeiges sind. Die Aussicht vom Zeisigstein ist nett, da der Felsen im Wald steht und man über den Wald auf eine seichte Hügellandschaft in Richtung Petrovice (Peterswald) schaut.

Nach dem Abstieg vom Zeisigstein ist das nächste Ziel der Hartenstein. Gelaender_Hartenstein_kleinDie Wanderung wäre aber nicht der Forststeig, zumindest auf der deutschen Seite, wenn ein gut ausgebauter Wanderweg nicht ignoriert würde und es dafür über einen kleineren Pfad ginge. Diese Variante macht viel mehr Spaß und das einzige ist, dass man den Zugang auf den Pfad nicht verpassen darf. Zu meinem Wanderzeitpunkt irrten außer mir noch zwei andere Blick_vom_Hartenstein_kleinWanderer hier herum, da der Zugang sich ein wenig im Wald versteckte. Wenn man aber genau schaut, dann sieht man die Wanderwegmarkierung mit dem gelben Strich doch sehr eindeutig. Der Forststeig führt also bis zum Hartenstein, bei dem die Geländer mit den gleichen gelb-grünen Farben gestrichen wurden. Auch wenn man hier eigentlich knapp neben dem Zeisigstein ist, so sieht die Aussicht ein ganzes Stück anders aus. Man blickt viel mehr über einen dichten Wald als am Zeisigstein.

Von hier geht es natürlich auch nicht auf den breiten Forstwegen weiter, sondern auf einem Pfad, der viel interessanter ist und am Kachemoor endet. Von dort geht es zum Zauschengrund, der auch nicht so einfach zu finden ist, da es mal ein kurzes Stück auf einer breiten Forststraße entlang geht, von der der Zauschengrund ganz unscheinbar abbiegt. Der tolle Waldweg führt leicht abfallend bis runter in den Diebsgrund, der aber nur durchquert wird und auf der gegenüberliegenden Seite geht es ein paar Höhenmeter (25 Meter) aufwärts. Der jetzt kommende Waldweg ist sehr angenehm zu wandern und auf einmal steht man schon kurz vor der Johanniswacht, einer sehr schönen Aussicht in das Bielatal. Kurz vor  der Aussicht verläuft die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich, der man die letzten Meter bis zur nächsten Übernachtungsmöglichkeit, der Beutwaldhütte, folgt. Trekkinghuette_Beutwaldhuette_kleinAuch diese Trekkinghütte ist eine tolle Schlafmöglichkeit, die als letzte der Trekkinghütten in Betrieb gegangen ist. Das einzige, was ich an dieser Hütte nicht so schön finde, ist dass sie direkt an einer breiten Forststraße liegt und der Platz davor wie ein Präsentierteller aussieht. Dafür ist die Raumaufteilung in dieser Trekkinghütte am besten, da es zwei separate Schlafräume gibt. Auch nicht schlecht ist, dass es gleich unten im Bielatal (½ Kilometer entfernt) einen Imbiss namens Räuberhütte gibt, in dem man sich ganz gut stärken kann. Damit sollte man die Nacht hervorragend überstehen und für den nächsten Tag gut gestärkt starten können.

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Forststeig Etappe 2

Nach der 1. Etappe auf dem Forststeig geht es jetzt zum nächsten Teil. Dafür muss man von der Trekkinghütte Grenzbaude (oder der Haselmausbaude) zurück zur Grenze und damit auf den Forststeig. Diese Etappe ist ein ordentlicher Bogen durch Tschechien, wobei man hier (zumindest im Sommer 2018) deutlich merkt, dass der Trekkingpfad eher von den deutschen Forstleuten ausgedacht wurde. Nicht, dass der Weg besonders hässlich wäre, aber irgendwie sind die Pfade mehr Standardwanderwege und Markierungen sind eine Seltenheit. Dadurch, dass aber auch eher die normalen Wanderwege benutzt werden, sind die fehlenden Forststeigmarkierungen gar nicht so schlimm.

Auf der Grenze wandert man in Richtung Westen und nach ein paar hundert Metern steht wieder mal eins der gelbgrünen Häuschensymbole am Wegesrand. In diesem Fall ist es der Biwakplatz Taubenteich, der nur ganz wenige Meter neben der Grenze liegt und an dem man tatsächlich ein echtes Lagerfeuer machen darf. Das ist auf dem gesamten Forststeig (vielleicht mit Ausnahme der Campingplätze) eine Besonderheit und wird nach den Spuren zu urteilen auch sehr gerne genutzt. Super freundlich ist, dass dort Sachsenforst sogar das Brennholz gleich am Rastplatz zur Verfügung stellt. Die Wanderung führt weiter auf der Grenze, bis wieder eins der gelbgrünen Schilder auftaucht. Diesmal könnte man nach rechts so ungefähr 1,1 Kilometer bis zur Trekkinghütte Willys Ruh wandern. Für mich ist es die schönste und auch größte Trekkinghütte am Forststeig. Leider hat sich das inzwischen herumgesprochen und ich bin an einem schönen Samstagabend im Sommer dort begrüßt worden mit den Worten: Oh, noch jemand, wir sind zwar schon 20 Leute, aber es wird bestimmt noch irgendwo ein freies Plätzchen geben. Für diese Wanderplanung ist die Hütte jedoch nicht so interessant, aber man kann sehr gut den Wegweiser zur Hütte als Orientierung benutzen, um die Stelle zu finden, Christianenburg_kleinan der der Forststeig nach links die Grenze verlässt. Auf der tschechischen Seite geht es auf einem deutlich sichtbaren Waldweg zur Kristin Hrádek (Christianenburg). Im Gegensatz zu den üblichen tschechischen Restaurants ist die Christianenburg (www.kristinhradek.cz) gehobene Klasse, aber mit angenehmen Preisen.

Auf der Zufahrt der Kristin Hrádek (Christianenburg) muss man 2 Kilometer bis zur Landstraße zwischen Děčín (Tetschen) und Sněžník (Schneeberg) wandern, dann geht es auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Richtung Vysoký Sněžník (Hoher Schneeberg) weiter. Zuerst wandert man über einen Wanderparkplatz und dann bis zu einem der netten Rastplätze im Böhmischen. Hier biegt der Forststeig nach rechts ab und der Aufstieg auf den Vysoký Sněžník (Hoher Schneeberg) beginnt. Blick_vom_Schneeberg_kleinDer Pfad aufwärts ist schon ganz schön hubbelig, was aber nicht besonders stört, wenn man aufwärts wandert. Die Mühe wird belohnt mit mehreren sehr schönen Aussichten. Praktisch ist der Vysoký Sněžník (Hoher Schneeberg) ein ordentlich hoher Berg (immerhin ist er 722 Meter hoch) und so kann man auf der linken (also südlichen) Seite bis nach Děčín (Tetschen) Aussichtsturm_Schneeberg_kleinund die Böhmischen Berge blicken. An der südlichen Kante befinden sich gleich einige tolle Aussichten und auch der Aussichtsturm mit seinen zwei Restaurants. Obwohl hier wirklich viele Touristen und Ausflügler hinwandern, sind die Preise überraschend niedrig und man kann sich perfekt stärken.

Der Forststeig führt weiter an der südlichen Kante entlang und dann abwärts zur Ortschaft Sněžník (Schneeberg). Auch hier sind gleich mehrere Gaststätten, in denen man seinen Hunger stillen kann. Nachdem man die asphaltierte Straße von Schneeberg herunter gekommen ist, führt die Wanderung geradeaus auf der Landstraße in Richtung Tisá (Tyssa). tolles_Wetterschutzhaus_in_Boehmen_kleinNach 400 Metern wird die Straße an einem überdachten Rastplatz nach rechts verlassen und es geht auf einem angenehmen Waldweg weiter. Nach einem Kilometer passiert man eine der schönsten Schutzhütten, die mir bisher begegnet sind. Ganz besonders an dieser Hütte ist, dass nicht einfach irgendwelche geraden Stämme benutzt, sondern so einige schiefe Dinger verbaut wurden. Damit strahlt die Hütte etwas wunderbar Natürliches aus und ist auffälliger als die üblichen Funktionsbauten. Der Forststeig führt links dran vorbei in Richtung Ostrov (Eiland). Ein bisschen Obacht muss man nach 600 Metern geben, weil dann der Forststeig nach links abbiegt und ich wäre beinah geradeaus gewandert, weil mir kein Wegweiser aufgefallen ist. Hohlweg_bei_Ostrov_kleinDer Waldweg fällt leicht ab und wechselt in einen Hohlweg, der in großen Teilen mit Sandsteinplatten ausgelegt ist. Ganz kurz vor der Ortschaft endet der Hohlweg. Auf der Straße wandert man nach rechts für ungefähr ½ Kilometer weiter. Dann geht es nach links in die Senke und schon hat man den Campingplatz (www.podcisarem.cz) erreicht. Campingplatz_in_Ostrov_kleinDer Campingplatz ist kein Luxusplatz, aber die Platzmiete für ein Zelt ist billiger als die Gebühr in einer Trekkinghütte, man darf Lagerfeuer machen, es gibt Duschen und gleich neben dem Campingplatz befindet sich ein riesiger Schwimmteich (nicht das ehemalige Freibad auf dem Foto). Außerdem befindet sich gleich vor dem Campingplatz eine sehr bodenständige Gaststätte. Alles das ist eher eine Basisversorgung, aber wer auf dem Trekkingpfad unterwegs ist, freut sich schon über eine Dusche, ein paar billige Kalorien und benötigt für die Tour kein Boxspringbett. Damit kann man dann am nächsten Tag gestärkt auf die nächste Etappe starten.

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Forststeig Etappe 1

Auch wenn ich den Forststeig schon einmal beschrieben habe, gibt es ihn hier nochmal und zwar in der Form, wie sich Sachsenforst die Strecke eigentlich ausgedacht hat. Bei meiner ersten Beschreibung  bin ich die Strecke anders herum (also von Bad Schandau nach Schöna) gegangen und das Ganze war mit nur drei Etappen viel zu anstrengend. Also kommt hier jetzt die Beschreibung mit der vom Sachsenforst vorgesehenen Form. Ich habe die Strecke in 6 Teilstücke zerlegt; wem das zu viele Tage sind, der kann ohne weiteres die Etappen 2 und 3 zusammenlegen und damit einmal eine etwas längere Tagesstrecke mit 28 Kilometern zurücklegen.

Der Start für die erste Etappe ist auf jeden Fall der Bahnhof Schöna. Wer mit dem Auto anreist, für den empfiehlt es sich, den Wagen in Bad Schandau am Bahnhof zu parken und die drei Stationen mit der Bahn zu fahren. Wer gleich am Start parken möchte, kann das in Hrensko auf der anderen Elbeseite machen. Aber dann muss man vom Ende der Tour wieder zum Auto gelangen. Teichsteinbrueche_kleinVom Bahnhof Schöna führt nach rechts die Bahnhofstraße in Richtung Schöna hoch. Nach ½ Kilometer steht auf der linken Straßenseite der erste Wegweiser und eine Erklärungstafel zum Forststeig. Hier wird die Straße auch verlassen und die angenehmen Wege beginnen. Auf ziemlich gleichbleibender Höhe schlängelt sich der Forststeig auf der unteren Terrasse der Teichsteinbrüche entlang. Bachlauf_Teichsteinbrueche_kleinErst kurz vor dem Gelobtbach steigt der Weg an und man gelangt auf den Pfad, der direkt an der Grenze weiter aufsteigt. Nach sehr genau einem Kilometer, inzwischen ist aus dem Pfad ein Forstweg geworden, wird der breite Weg noch vor einer Schonung nach Vorbereitung_Seinbruch_kleinlinks wieder in Richtung Grenze verlassen. Eigentlich ist der Forststeig hier perfekt ausgeschildert, aber der breite Waldwald ist zu verlockend und wenn man dann durch ein Gespräch abgelenkt ist, sind schon die ersten paar hundert Meter Umweg vorhanden.

Nach insgesamt 2 Kilometern an oder knapp neben der Grenze biegt der Forststeig nach rechts in Richtung Großer Zschirnstein ab. Der Waldweg schlägt einen kleinen Haken und erreicht dann Kreusels Eiche bzw. Schächers Kreuz und dann geht es weiter in Richtung Großer Zschirnstein. Insgesamt ½ Kilometer wandert man auf diesem angenehmen Weg, bis die Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt auch auf den Forststeig stößt. Es geht noch ein paar hundert Meter weiter, bis der Forststeig erstmal von den üblichen Wanderwegen genug hat und ein wenig unscheinbar nach links abbiegt. Hier beginnt der eigentliche Aufstieg auf den höchsten Felsen der Sächsischen Schweiz. Auch wenn es mehrere unscheinbare Pfade sind, so ist der Streckenverlauf durch seinen gelben Farbklecks (gelber senkrechter Strich) gut zu finden. Wer mit einem GPS-Gerät unterwegs ist, sollte überhaupt kein Problem haben, den Streckenverlauf zu entdecken. Ich wandere immer mit einem GPS-Gerät und es verhindert nicht, dass ich mich verlaufe, aber die Strecke, die ich dann falsch wandere, ist viel kürzer, als wenn ich mich ohne so einen kleinen Helfer durch den Wald bewegen würde.

Den Aufstieg auf den Großen Zschirnstein empfand ich als überraschend einfach und seltsamerweise war es ein anderer Pfad als bei meiner ersten Forststeig-Tour. Blick_vom_Zschirnstein_kleinNachdem man auf der großen Ebene angekommen ist, geht es nach links weiter bis zur Spitze und dem höchsten Punkt an der Triangulierungssäule. Die Aussicht von hier ist schon sehr nett, weil man weit noch Böhmen reinschauen kann. Gleich in der Mitte der Aussicht steht so ein bogenförmiges Edelstahlding, auf dem alle Gipfel verzeichnet sind, die man von hier sehen kann. Das ist eine sehr gut gemachte Information, die auch handwerklich so gestaltet ist, dass sie kaum zerstört werden kann (hoffe ich jedenfalls).

Nachdem man die Aussicht lange genug genossen und sich womöglich gestärkt hat, wandert man auf dem breiten Zugang wieder zurück. Nach so einigen hundert (genauer gesagt 300) Metern  passiert man einen alten Steinbruch und nach nochmal 200 Metern biegt nach links die Wanderwegmarkierung roter Punkt ab. Der Abstieg von dem Großen Zschirnstein erfolgt über ein paar Serpentinen, bis man am Felsfuss angekommen ist. Weg_unterhalb_Grosser_Zschirnstein_kleinHier biegt nach links ein unscheinbarer Waldweg ab. Für uns ist der Große Zschirnstein immer wieder einen Ausflug wert, besonders wenn die Sächsische Schweiz ansonsten ziemlich überlaufen ist. So sind wir doch schon so einige Male hinauf und herunter und so einige Strecken im Bereich der beiden Zschirnsteine gewandert. Überraschenderweise haben wir aber erst mit dem Forststeig diesen angenehmen Waldweg entdeckt. Der Weg führt auf ganz gleich bleibender Höhe einmal um den Großen Zschirnstein herum. Sehr ungewöhnlich ist, dass es sich nicht nur um einen kleinen Pfad, sondern eher um einen gut ausgebauten Waldweg handelt. Hier haben sich vergangene Generationen eine riesige Mühe gegeben, einen ebenen Weg zu herzustellen.

Nachdem man fast wieder vorne an der Spitze des Großen Zschirnsteins, unterhalb der Aussicht, angekommen ist (häufig kann man Mitmenschen auf der Aussicht über einem hören) wird der gemütliche Weg verlassen und es geht relativ steil nach rechts den Hang hinunter. Obwohl es ein steiler Pfad ist, kann man ihn ganz gut abwärts wandern und man gelangt zur ersten offiziellen Übernachtungsmöglichkeit am Forststeig. Zschirnsteinbiwak_kleinDas Zschirnstein-Biwak ist eine neu gebaute Hütte, die einen guten Schutz zum Übernachten bietet. Leider darf man an dieser Stelle kein offenes Feuer machen, ein Verbot, das man nach den vielen Waldbränden 2018 aber auch unbedingt einhalten sollte.

Von dem Biwakplatz geht es über die Forststraße und gleich gegenüber weiter bis zur Grenze, die durch die vielen weißen Grenzsteine sehr einfach zu erkennen ist. An ihr geht es nach rechts weiter. Boofe_vor_Quelle_Siebenluegner_kleinDer Weg ist durch die Grenzsteine und natürlich auch die Forststeig-Markierungen gut zu finden. Zwischendurch passiert man zwei Bäche und eine deutlich erkennbare Boofe, bis man die Studánka Sedmilhářů (Quelle Siebenlügner) erreicht. Quelle_Siebenluegner_kleinDiese Quelle ist mit wechselnden Tassen ausgestattet und selbst bei trockenem Wetter kann man seine Wasservorräte ohne lange Wartezeiten auffüllen. Nachdem man einen weiteren Kilometer (ich meine es war der Grenzstein 8/7) auf der Grenze weiter gewandert ist, erreicht man einen grüngelben Wegweiser mit einer abgebildeten Hütte. Hier geht es zur ersten Trekkinghütte, der Aussenansicht_Grenzbaude_kleinGrenzhütte bzw. wenn man noch ein Stückchen von der Grenze weg wandert zur Haselmausbaude. Beide sind wirklich nette Hütten und super gut geeignet, sich wieder aufzuwärmen oder auch zu trocknen und geschützt zu übernachten. In der Grenzbaude sollten eigentlich immer genug Schlafplätze vorhanden sein, um sich gut auszuruhen und dann am nächsten Tag zur zweiten Etappe zu starten.

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Ziegenwanderung

Wir sind schon einige Male mit Alpakas in der Sächsischen Schweiz wandern gewesen. Seit diesem Jahr gibt es eine neue Variante der tierischen Begleitung in Form von Ziegen. Das hört sich sehr interessant an und musste gleich mal ausprobiert werden. Auf der Internetseite www.ziegen-wanderung.de werden unterschiedliche Runden angeboten. Wir haben mit den Ziegen die Quirl-Wanderung für Familien unternommen.

Der Treffpunkt war am Ortseingang von Pfaffendorf (von Königstein kommend). Dort wartete schon der Ziegenhirte Patu mit einem Ziegenbock. Die erste Überraschung für uns war, dass diese Ziege (Gershi 3,5 Jahre alt) ganz schön groß war und super neugierig schaute. Nachdem die gesamte Wandergruppe eingetrudelt war, sind wir vom Treffpunkt zuerst mal zu den Ziegenkoppeln gewandert. Ganz passend ist der Name des Weges, Am Stallhübel, wobei die Ziegen nur auf einer eingezäunten Wiese ohne Stall standen. Lili_kleinDort haben wir noch zwei weitere Ziegen (Lili und Lexa kurz Lilifees jeweils 2,5 Jahre alt) und ein dazugehörendes kleines Zicklein (Blacky) abgeholt. Hier haben wir gelernt, dass Ziegen sehr ausgeprägte Herdentiere sind und wenn ein paar Tiere den Weideplatz verlassen, die anderen hinterher wollen. Zum Glück war noch ein Bekannter des Ziegenhirten dabei, der für Ordnung sorgte.

Die Ziegen gingen sehr gut an den Führstricken, das war wirklich sehr angenehm. Ziege_an_der_Leine_kleinAls wir in Richtung Quirl wanderten, lockten allerdings die Eicheln auf dem Waldboden extrem und dort musste man schon mal etwas fester an dem Seil ziehen. Vollkommen süß war die kleine Zicke, die ihrer Mutter auf Schritt und Tritt folgte. Nachdem wir fast am Felsfuß des Quirl angekommen waren, mussten wir eine kleine Rast einlegen, da auf dem Pfad um den Quirl ein freilaufender Hund unsere Gruppe ankläffte. Das mögen nicht nur Menschen nicht, sondern auch die Ziegen wollten nicht weitergehen. Da der kläffende Hund nicht an die Leine genommen wurde, haben wir einen Minischlenker nach rechts unternommen und sind über einen Pfad mit so einigen Felsen hoch zu dem Rundweg aufgestiegen. Hier haben die Ziegen uns so richtig gezeigt, dass sie perfekte Kletterer sind. Die vier sind in so einer Geschwindigkeit den Hang hochgeflitzt, dass es richtig schwierig war, an dem anderen Ende der Leine hinterher zu kommen. Die nette Tour erreichte den Diebskeller, eine der größten Schichtfugenhöhlen der Sächsischen Schweiz. Das Schöne an dieser Höhle ist, dass man ebenerdig hineinspazieren kann und im vorderen Teil sogar ein steinerner Tisch und ein paar Sitzplätze stehen. Wir sind auch mit den Ziegen in die Höhle spaziert, was für die Tiere überhaupt kein Problem war. Der Ziegenhirte Patu wollte uns an einer niedrigen Spalte zeigen, wie lustig es aussieht, wenn Ziegen krabbeln, aber die Tiere waren einfach zu schlau und sind in einem kleinen Bogen auf bequemem Weg zu ihrem Chef spaziert. 

Die Wanderung führt für ca. 400 Meter auf ziemlich gleichbleibender Höhe am Felsen entlang, bis auf der linken Seite einige Stufen aufwärts führen. Nach 20 Höhenmetern ist schon die Oberkante des Tafelberges erreicht und auch diesen Aufstieg haben die vier Ziegen ohne Anstrengung bewerkstelligt. Der Vierfussantrieb scheint doch ganz schön viel besser zu sein als unsere zwei Füße. Die_Chefziege_kleinÜber die komplette Ebene des Quirls ging es hinweg bis zur südlichen Aussicht. Hier haben wir auf unserer Runde eine längere Pause eingelegt und die Ziegen haben ziemlich lustig auf den Felsen herumgeturnt. Patu hat so einiges über die Tiere erzählt wie z.B. dass die Ziegen nicht Schmuseziege_kleinso richtig drüber nachdenken, wie sie nach einer Kletterpartie auch wieder zurück kommen oder was man sonst noch so alles mit Ziegen anstellen könnte. Es war eine sehr nette Pause, da die Ziegen so manchen Blödsinn im Kopf hatten und man dazu auch noch die sehr schöne Aussicht rüber zum Pfaffenstein genießen konnte. Wirklich super süß sah es aus, wie der Ziegenbock zum Schmusen vorbeikam und dann auch liegen blieb.

Bis zu dieser Wanderung kannte ich nur die beiden breiten Auf- bzw. Abstiege. Von der Aussicht kann man aber auch schräg nach rechts den Hang absteigen und gelangt dann kurz vor der großen, steinernen Wanne auf den Kanonenweg. Auf dem Stück habe ich den Ziegenbock an der Leine gehabt, aber im Gegensatz zum Aufstieg ist ein Abstieg mit einem kräftig ziehenden Tier überhaupt kein Vergnügen. Zum Glück hatte der Ziegenhirte vor der Wanderung schon gesagt, dass man das Tier auch einfach loslassen darf, wenn es zu brenzlig wird.

Den Kanonenweg ging es weiter abwärts, vorbei an der Badewanne und dann an der ersten Gelegenheit nochmal nach links an den Felsfuss. Hier kommt man bald an eine inoffizielle Boofe, die aber einen gut benutzten Eindruck macht. Das war die Stelle, die vorhin durch den nicht angeleinten Hund blockiert worden war. Da hier ganz typisch für Boofen vier Baumstämme im Rechteck lagen, haben wir uns dort allesamt hingesetzt und noch ein paar Dinge zu Ziegen und dem Beruf Ziegenhirte/Kleinbauer erfahren. Das war super interessant, handelt es sich doch für uns um eine ganz unbekannte Lebensweise. Beim Aufbruch haben wir dann noch gesehen, Hoehlenziegen_kleinwas die Gruppe mit dem Hund hier so Interessantes entdeckt hatte: auf dem zwei Meter hohen Felsband befand sich der Eingang in eine Höhle. Gleich mehrere Mitwanderer haben die ersten Meter der Höhle untersucht, aber die restliche Gruppe ist bergabwärts zum Startpunkt der Wanderung zurück gegangen. Blick_auf_Festung_Koenigstein_kleinEs war wirklich lustig mit den Ziegen durch den Wald zu wandern, da sie alles Mögliche im Wald in den Mund nehmen und drauf herum kauen. Aber eigentlich war es nur ein Nachweis für die Rasse dieser Ziegen: Thüringer Waldziegen. Deshalb war es auch überhaupt kein Problem, als wir wieder an den Eichen vorbeikamen und die drei großen Ziegen die Eicheln fast wie Staubsauger aufgesammelt haben.

Die Wanderung war eine sehr interessante und abwechslungsreiche Runde. Überraschend war, dass die Tiere sehr gut mit einer Gruppe mitwandern. Die Erklärungen des Ziegenhirten Patu waren sehr anschaulich und haben uns ein Tier näher gebracht, das wir bisher nur aus der Ferne kannten. Es war rundum eine nette Wanderung und wir hoffen, dass diese Ziegenwanderungen noch lange angeboten werden.

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Silberquelle

Diese Runde ist entstanden, weil wir uns zwei unterschiedliche Stellen im Bereich des unteren Bielatals ansehen wollten. Die eine Stelle (Bornberg) hatten wir im Buch “Felsenwege”, Band 1, von Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de) gefunden und dann waren uns auf der Karte “Festung Königstein und Tafelberge” von Rolf Böhm (www.boehmwanderkarten.de) ein paar uralte Jahreszahlen knapp oberhalb der Papierfabrik aufgefallen. Alles sah sehr interessant aus und so haben wir uns auf den Weg gemacht.

Als ganz hervorragende Startposition bietet sich die Bielatalstraße in Königstein an. Hier darf man tatsächlich noch kostenlos parken (zumindest ab der Zufahrt nach Pfaffendorf) und dazu gibt es immer ein paar freie Parkplätze. Wir haben unser Auto an der Reichelsmühle (Fenster- und Türenbau TL Tischler) abgestellt, aber man kann so ziemlich überall am Randstreifen parken. Kellergewoelbe_Bielatalstrasse_kleinVon dort geht es erstmal dem Bachlauf der Biela hinterher, bis man die Zufahrt nach Pfaffendorf erreicht. schoener_Platz_Bielatalstrasse_Koenigstein_kleinHier befindet sich der einzige kostenpflichtige Parkplatz. Bis zum Elbehochwasser 2002 standen hier mehrere Häuser, die aber nach dem Hochwasser nicht mehr zu retten waren und so ist der Parkplatz und im unteren Teil ein netter Brunnen/Wasserfall entstanden. Ich habe hier schon mehrmals Radfahrer gesehen, die ihre Füße erfrischt haben und Kinder lieben so einen feuchten Platz auch immer.

Gleich an der Wand, an der der Wasserfall runterrieselt, befindet sich in Richtung der Straße nach Pfaffendorf eine unübersehbare Treppe. Diese geht es jetzt hinauf. Schon nach wenigen Metern Aufstieg sollte man sich kurz umdrehen und die Aussicht auf die Stadt genießen. Es wird in kurzer Zeit ein weiterer Ausblick auf die Stadt kommen, aber so hat man wenigstens eine Ausrede, um einen Stopp einzulegen. Die Treppe steigt weiter in Richtung des Ortsteils Einsiedler bzw. dann der Ortschaft Pfaffendorf aufwärts. Der Aufstieg heißt Bornberg und passiert ein paar Schrebergärten. Nach nur ¼ Kilometer, aber dafür 85 Höhenmetern erreicht man die Fahrstraße hoch nach Pfaffendorf. Auf der Straße muss man leider für den nächsten ¼ Kilometer aufwärts wandern, bis nach links ein unscheinbarer Weg abbiegt. Es handelt sich um den Heideweg, der eher so aussieht, als ob er nur die Zufahrt zu ein paar Wochenendhäusern ist, aber praktisch kann man auf ihm relativ angenehm weiter aufsteigen, um dann nach 400 Metern die Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt zu erreichen. Schoene_Aussicht_Koenigstein_kleinAuf dieser wandert man nach links, auf ziemlich gleichbleibender Höhe, weiter. Schon bald erreicht man eine Aussicht mit dem praktischen Namen „Schöne Aussicht“. Besonders kreativ war der Namensgeber hier nicht, aber es ist tatsächlich ein nettes Plätzchen mit einem guten Überblick über die Stadt und rüber zur Festung Königstein. Eine Tafel erklärt, dass die Aussicht schon 1840 von den Kurgästen aus Bad Königsbrunn (heutiger Ortsteil Hütten) genutzt wurde. So kann man auch heute noch einige Inschriften an den Felsen unterhalb der Aussicht mit passenden Jahreszahlen entdecken.

Ab der Aussicht schlägt die gelbe Wanderwegmarkierung die östliche Richtung ein. Grenzstein_Lapidarium_Gohrisch_kleinDie Wanderung führt bis hinter den Ortsrand von Gohrisch, um dann nach rechts in den Sandweg abzubiegen. Schon nach wenigen Metern befindet sich auf der linken Wegseite das Grenzstein-Lapidarium. Es ist schon ganz schön verwunderlich, wie viele unterschiedliche Grenzsteine es hier gibt, und interessant zu sehen, wie sie sich über die Jahrhunderte verändert haben.

Der Sandweg endet auf der Pfaffendorfer Straße, die nach rechts entlang gewandert wird. Man passiert den Margaretenhof, eine seltsame gelbe Kiste namens Stoppomat (nur für Radfahrer interessant www.stoppomat.de) und eine Ruine (Anfang 2018) mit einem riesigen Garten. Zumindest in dem Garten hatte aber schon jemand fleißig aufgeräumt. Gleich an diesem Grundstück stößt der Malerweg mit auf die Straße und biegt dann aber auch schon kurz dahinter wieder rechts ab. Dieser Wanderwegmarkierung folgt man nach rechts über den Schulweg (welche Schüler würden heutzutage wohl über so einen Weg zur Schule gehen?). Schon bald wird das besiedelte Gebiet verlassen und man wandert in einem Bogen nach Pfaffendorf. Der Malerweg führt einmal quer durch die Ortschaft und dann hoch auf den Pfaffenstein. Der nördliche Aufstieg auf den Felsen führt über eine kurze aber heftige Treppenanlage bis auf die Hochebene. Zwischendurch wird eine Stelle mit dem berechtigten Namen Nadelöhr passiert, durch die aber jeder Mensch durchpasst, nur ein Trekkingrucksack oder eine Babykraxe auf dem Rücken macht Probleme. Gang_zur_Barbarine_Pfaffenstein_kleinEs ist wie bei allen Tafelbergen der linken Elbeseite verwunderlich, wie groß die Ebene auf dem Felsen ist. Auf dem Pfaffenstein kann man erstmal ein ganzes Stück in südliche Richtung wandern, bis man in der Mitte auf den Aussichtsturm und die Gaststätte trifft. Barbarine_am_Pfaffenstein_kleinSchön, dass hier oben noch ein Gastwirt die Stellung hält. Man sollte aber unbedingt noch weiter bis ans südliche Ende des Pfaffensteins wandern, da der Weg dorthin schon was Besonderes ist (solange man keine Klaustrophobie hat, ist es auch kein Problem) und die freistehende Barbarine ist auch eine Sehenswürdigkeit.

Für die weitere Wanderung muss man aber wieder bis in die Mitte des Pfaffensteins zurück gehen, um dann nach links auf der Malerwegmarkierung abzusteigen. Spätestens ab dem Felsfuß geht es besser auf der grünen Wanderwegmarkierung grüner Punkt weiter. Nach ziemlich genau einem Kilometer erreicht man einen gut ausgebauten Forstweg mit dem Namen Kirchleitenstraße. Ausgeschildert ist dort Königstein mit 1 ¼ Stunden. Auf diesem Weg geht es nach rechts weiter, etwas mehr als 300 Meter, um dann nach links an der ersten Möglichkeit abzubiegen. Der Untergrund dieses Weges ist, zumindest Anfang 2018, ein dichtes Gras gewesen, was schön aussieht, aber auch die Gefahr der kleinen Plagegeister Zecken mit sich bringt. Nach 200 Metern Abstieg erreicht man eine Kreuzung, die einfach nur überquert wird. An dieser Kreuzung kann man für die Sächsische Schweiz untypische Wegmarkierungen entdecken. Es sind einfache gelbe Striche an den Bäumen. Dabei handelt es sich um die unscheinbaren Wegmarkierungen des Forststeigs. Geradeaus den Hang hinunter ist der Forststeig auch markiert und nach wieder 200 Metern biegt im rechten Winkel ein Waldweg den Hang hinab. Aber Achtung, diesen Waldweg geht es nicht hinunter, sondern hier zweigt ein äußerst unscheinbarer Pfad runter ins Tal ab. Wären die Forststeigmarkierungen besser sichtbar, dann würde man den Pfad nicht so einfach übersehen. Hier geht es leicht abfallend runter ins Tal des Cunnersdorfer Bachs.

Die Wanderung erreicht die Fahrstraße genau an der Stelle, an der der Cunnersdorfer Bach in die Biela fließt. Die Straße an der Biela wird einfach nur überquert und auf der gegenüberliegenden Straßenseite führt ein Waldweg (Zwieselweg) den Hang hinauf. Für diese Wanderung benützt man aber nur die Brücke des Waldweges über die Biela und dann geht es gleich am Bachrand entlang. Der Pfad zwischen Hang und Bachlauf ist zwar breit, aber trotzdem ziemlich unsichtbar. Wenn das Wetter in den Tagen vor der Wanderung etwas feuchter gewesen ist, dann kann man hier die Silberquelle_Bielatal_kleinQualität der Wanderschuhe auf Wasserdichtheit testen oder man umgeht die feuchtesten Stellen. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man die Silberquelle und eine Vielzahl an Inschriften. Wie schon an der Schönen Aussicht sind diese Inschriften aus der Zeit von 1851 – 1861 und stammen von den Kurgästen in Bad Königsbrunn. Die Silberquelle kann man sehr gut finden, da sie mit einem Schild beschriftet und wunderbar eingefasst ist. Besonders schön sieht es aus, wie das Quellwasser am Grünzeug herunter perlt.

Die Wanderung führt weiterhin an der linken Seite des Bachlaufs entlang, bis man am ehemaligen Bad Königsbrunn und dem heutigen Königsteiner Ortsteil Hütten ankommt. Nachdem man die erste Garage passiert hat, fällt auf der linken Seite eine Quelle mit einem gigantischen Edelstahlrohr auf. Quelle_Julius_Putzar_Huetten_kleinDas Interessantere ist aber der Gedenkstein, der gleich darüber an Dr. Med. Julius Putzar erinnert. Gedenkstein_Huetten-Koenigsbrunn_Julius_Putzar_kleinDer vollständige Text auf dem Gedenkstein lautet “Diese Quelle fasste im Jahre 1846 Dr. Med. Julius Putzar; Begründer der Heilanstalt Königsbrunn”. Irgendwie ist es heutzutage schwer zu verstehen, was denn hier oben am Ortsausgang von Königstein eine Heilanstalt macht. Heute ist das einzige Auffällige die riesige Papierfabrik, aber dass hier Kurgäste gewesen sind, ist höchstens Insidern bewusst.

Das letzte Teilstück der Wanderung führt jetzt an der Straße das Bielatal hinunter. Als Erstes fällt das frisch sanierte große Haus auf der linken Straßenseite auf. Im Aufgang zu dem Haus hängt eine Inschrift, die überraschenderweise in Englisch ist: “Blessed shalt thou be when thou comest in, and blessed shalt thou be when thou goest out; Deut XXVIII_VI”. Wenn wir es richtig verstanden haben, dann ist es ein Bibelvers und soll ungefähr folgendes heißen: Gesegnet wirst du sein bei deinem Eingang und gesegnet bei deinem Ausgang; 5. Buch Mose Kapitel 28 Vers 6.

Gleich gegenüber von dem Gebäude beginnt die Königsteiner Papierfabrik. Der Name ist zwar richtig, aber eigentlich denkt man eher an Zeitungs- oder Buchpapier. Dafür bräuchte man aber nicht die riesige Anzahl an Kameras. Der wahre Grund dafür ist, dass hier das Papier mit den vielen Sicherheitsfunktionen für z.B. Banknoten hergestellt werden. Es sind nicht die einzelnen Banknoten, sondern das noch unbedruckte Papier, was aber bei bösen Buben ganz bestimmt auch schon interessant sein dürfte. Kurz hinter dem letzten Gebäude der Papierfabrik auf der rechten Straßenseite zweigt eine Anwohnerstraße mit dem Namen „Kleiner Weg“ ab. Damit die Wanderung nicht die ganze Zeit auf der doch relativ langweiligen Bielatalstraße entlang geht, empfiehlt sich dieser Minischlenker. Nach ein paar hundert Metern führt eine kleine Brücke wieder zurück über die Biela und damit sollte man ziemlich genau wieder am Startpunkt der Wanderung herauskommen.

Diese Runde ist nichts wirklich Spektakuläres, aber immerhin sind ein paar nette Aussichten enthalten und man kann unbekannte Stellen entdecken, die den meisten Besuchern der Sächsischen Schweiz nie auffallen werden.

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Quacke

Diese Wanderung ist dadurch entstanden, dass ich mal wieder beim Stiegenbuchverlag (www.stiegenbuchverlag.de) eingekauft habe und dort im neuen Buch “Felsenwege Band 1” den seltsamen Ausdruck “Quacke” entdeckt habe. Das musste doch gleich mal in der Natur erkundet werden. Dass dabei eine so nette Wanderung, sogar mit einer uns noch unbekannten Stelle, herauskam, war eine angenehme Überraschung.

Der beste Startpunkt für diese Runde ist der obere Teil der Bielatalstraße in Königstein. Noch darf man dort kostenlos parken und es stehen immer reichlich Parkplätze am Straßenrand zur Verfügung. Sehr gut ist der Parkstreifen oberhalb der Reichelsmühle (Firmenschild TL Tischler GmbH) geeignet, Ruine_an_der_Bielatalstrasse_Koenigstein_kleinaber auch der Bereich der Ruinen ein paar hundert Meter oberhalb in Richtung Bielatal. Knapp hinter den Ruinen (ehemals Gaststätte zum Bielatal) beginnt auf der rechten Straßenseite der Aufstieg in Richtung Festung Königstein. Der Weg heißt Eselsweg und führt mit einer angenehmen Steigung aufwärts. Die ersten paar Meter Aufstieg gehen an einem sehr nett aussehenden Haus und einem riesigen Garten vorbei. Die Dimension des Gartens hat nichts mehr mit den heutigen handtuchartigen Gärten zu tun und verdient eigentlich schon die Bezeichnung Park. seltsame_Trinkwasserbehaelter_Eselsweg_kleinNach ein paar hundert Metern stößt die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich zum Aufstieg und zwei seltsame Trinkwasserbehälter stehen neben dem Weg. Außerdem kann man neben dem Weg immer wieder rote Rohre, die aus dem Boden ragen, entdecken. Dabei handelt es sich um Messstellen für das stillgelegte Uranbergwerk. Heutzutage werden die unterirdischen Gänge von Leupoldishain aus mit Wasser geflutet. Nachdem man etwas mehr als einen Kilometer aufgestiegen ist, verlässt der blau markierte Wanderweg den gut ausgebauten Forstweg nach rechts und man erreicht bald den Klettergarten an der Festung Königstein. Wenn man die Wanderung in der laublosen Zeit unternimmt, dann ist es einfach, die vielen unterschiedlichen und auch spektakulären Kletterpartien zu erkennen. 

Die Wanderung geht weiter nach rechts in die Richtung der Festung. Nur die ersten paar hundert Meter erfolgen an der Fahrstraße und dann auf der linken Seite ein wenig abseits der Straße weiter nach oben. Der Weguntergrund ist nicht so ganz für Stöckelschuhe geeignet, aber die meisten Wanderer sind auch mit ordentlichem Schuhwerk unterwegs. Genau an der ersten Ecke der Festungsmauer wird die blaue Wanderwegmarkierung verlassen und man wandert nach links an der Mauer entlang. Blick_von_Patrouillenweg_aufwaerts_kleinWir finden, aus dieser Perspektive wirkt die Festung noch viel imposanter als wenn man von oben herunter blickt. Die Wanderung erfolgt auf dem Patrouillenweg rund um die Festung. Gleich zum Anfang weist ein Schild auf die ursprüngliche Aufgabe als Patrouillenweg und zur Baukontrolle hin. Der Weg ist nicht gleich seit dem Bau der Burg vorhanden gewesen, sondern erst 1805 eingerichtet worden. Ebene_der_unteren_Befestigung_kleinSehr interessant ist, dass man zuerst an ziemlich hohen Mauern der Niederen Werke bzw. der Pfeilschanze entlang wandert und dann auf einmal eine Ecke mit ein paar wenigen Stufen auftaucht, Zugang_zur_Pfeilschanze_kleinmit denen man auf die Ebene der unteren Befestigungen gehen kann. Das ist früher bestimmt nicht so gewesen, aber heutzutage eine sehr schöne Stelle, da die großen Besuchermassen immer nur auf die Festung steigen, aber hier unten nur ganz wenige Besucher herumspazieren.

Der Patrouillenweg führt sehr angenehm um die gesamte Festung herum und Blick_zum_Lilienstein_kleinziemlich an der nord-östlichen Spitze befindet sich auch eine sehr schöne Aussicht auf die Elbe und den gegenüber liegenden Lilienstein. An mehreren Stellen findet man auch Nischen, noerdliche_Felswaende_kleindie vermutlich als Aufenthaltsplatz für streifelaufende Soldaten gedient haben. Im Gegensatz zur nördlichen Seite, wo sehr viele Stellen mit gemauerten Plomben ausgefüllt sind, sind auf der südlichen Seite ziemlich viele Felsspalten und Kamine zu entdecken. Genau diesen Umstand hat sich ein Schornsteinfeger im Jahre 1848 zu Nutze gemacht. Abratzky-Kamin_kleinDie Festung soll nie eingenommen worden sein, aber Johann Friedrich Sebastian Abratzky soll es geschafft haben, hier hoch zu klettern. Das ist zwar immer noch kein Einnehmen, aber immerhin ein Besteigen der für sicher gehaltenen Festung. Oben wurde der Kletterer aber von der Wache in Empfang genommen und erst mal eingesperrt. Heutzutage hat man anscheinend zu große Angst vor einer Einnahme der Festung und deshalb steht am Patrouillenweg ein Hinweisschild, dass das Übersteigen der Festungsmauer verboten ist, videoüberwacht und zur Anzeige gebracht wird. Gut, dass das Schild nicht schon vor zweihundert Jahren dort gestanden hat.

Der Bogen auf dem Patrouillenweg endet auf dem Parkplatz am Fuße der Festung (nur für Busse, Angestellte und Behinderte). Unterhalb der linken (südlichen) Seite des Parkplatzes verläuft der blau markierte Wanderweg blauer Strich , auf dem es ein Stück abwärts geht. Schon nach wenigen Metern biegt die erste Möglichkeit nach rechts im spitzen Winkel ab. Festungsfriedhof_kleinHier wird die blaue Wanderwegmarkierung wieder verlassen und es geht auf dem gut ausgebauten Waldweg fast ohne Höhenmeter weiter. Nach 400 Metern biegt nach links die erste Möglichkeit ab und man erreicht nach ganz wenigen Metern eine seltsame Stelle. einziges_Gebaeude_auf_Festungsfriedhof_kleinEs handelt sich um den alten Festungsfriedhof, der vollkommen in Vergessenheit geraten ist. Heutzutage sieht man nur noch die eigentliche Umrandung des Geländes, ein paar eingestürzte Gruften und eine Ruine mit Keller. Die eigentlichen Grabsteine stehen oben in der Festung (am Geschossmagazin), aber hier unten kann man nur noch rätseln, was man entdeckt hat.

Die Wanderung geht auf dem Waldweg an der Seite des Friedhofs weiter. Zuerst steigt der Weg noch ein kleines bisschen an, um dann aber auf einem gut sichtbaren Pfad abzusteigen. Auf der linken Wegseite befindet sich eine Inschrift mit den Jahreszahlen 1813, 1863 und 1865. Außerdem noch die Buchstaben TV und das Datum 11. November. Was auch immer die komplette Inschrift bedeutet, weiß ich leider nicht, aber immerhin weiß ich, dass am 11. November 1813 die Festungsstadt Dresden in der Völkerschlacht kapitulierte.

Der Weg führt über ein paar Stufen abwärts, bis man einen gut sichtbaren Pfad erreicht. Felsennest_kleinAuf ihm geht es nach links weiter. Nach etwas weniger als 200 Metern sieht man links am Felsfuß einen Eingang in die Felswand. Die Stelle ist im Buch “Felsenwege Band 1” mit dem Ausdruck “Felsennest” beschrieben und das stimmt perfekt. An den Felswänden sind so einige künstliche Tritte und Inschriften zu entdecken. Anscheinend wird diese Stelle auch ganz gerne zum Übernachten genutzt.

Die Wanderung geht wieder auf den Pfad zurück und noch ein paar hundert Meter nach links (von oben gesehen) weiter. Quacke_mit_Stufen_kleinDann fällt eine große Felsmurmel auf der linken Wegseite auf. Diese Murmeln werden in Sachsen von den Kletterern Quacken genannt und da sie häufig als offizielle Klettergipfel anerkannt werden, können sie auch schon mal höher als 10 Meter sein. In diesem Fall ist die Quacke nicht so wirklich schwierig zu besteigen, da sie sogar Trittstufen hat. Inschrift_an_Quacke_1888_kleinAußerdem ist die Jahreszahl 1888 hineingemeißelt. Knapp unterhalb von dieser Murmel liegt noch eine weitere, die aber nicht ganz so groß ist. Die Wanderung führt weiter abwärts und stößt bald auf die gelbe Wanderwegmarkierung gelber Strich und den Hasenweg. Eine kleine Erklärung für diesen Namen kann man auf der linken Seite in der Form eines verwitterten Schildes erkennen. Die Farbe ist vollkommen von dem Schild ab, aber trotzdem kann man den Hinweis auf die Palmschänke und die Festung lesen und dann, dass der Königsteiner Kaninchenzüchterverein den Weg angelegt hat. Daher also der Name. 

Die Wanderung folgt der gelben Wanderwegmarkierung nach links den Hang weiter abwärts, bis man die Fahrstraße im Bielatal erreicht hat. Die letzten Meter bis zum Ausgangspunkt erfolgen nach rechts (also bachaufwärts). Damit ist eine nette, kleine Wanderung zu Ende gegangen. Sehr überraschend fanden wir den Friedhof der Festung und den Ausdruck Quacke. Obwohl wir wirklich sehr viel in der Sächsischen Schweiz herumwandern, war die Stelle unterhalb der Festung schon wieder etwas Neues für uns. Es ist immer wieder schön, die Bücher von Axel Mothes durchzustöbern und dann so einfach solche Punkte wie z.B. das Felsennest zu entdecken.

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