Goßdorfer Gratweg

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Karte:
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Dauer:
ca. 2,00 h
Entfernung:
ca. 8,50 km
Höhenunterschied:
ca. 210 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
witterungsbedingt schwierig
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Brand – Hohnstein;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Schwarzbachtal - Schmalspurbahntrasse - gelber Strich - Maulberg Tunnel - Goßdorfer Raubschloß - Gratweg - Hankehübel - Hankeweg - Goßdorf - Kirschallee - Alte Goßdorfer Straße - Briefträgersteig - Niederdorf Straße - Schwarzbachbahn - Schwarzbachtal

Goßdorfer Gratweg

Im Frühjahr 2021 hatte der Borkenkäfer so gewaltig zugeschlagen, dass große Teile der Hinteren Sächsische Schweiz gesperrt bzw. unpassierbar waren. Da aber zeitgleich auch noch Coronazeit war, und damit die Leute kaum andere Beschäftigungen als rausgehen in die Natur fanden, hat Dr. Rolf Böhm (www.boehmwanderkarten.de) vier Wanderungen beschrieben, die auch außerhalb der toten Wälder möglich waren. Diese Wanderung im Bereich des Schwarzbachs, Goßdorf und Lohsdorf ist eine davon. Der Startpunkt liegt am oberen Ende des Schwarzbachtals. Falls man hier keinen Parkplatz bekommt, kann man genauso gut gleich am Ortseingang von Lohsdorf (neben dem ehemaligen Bahnhof) parken, da man auch dort am Ende der Wanderung vorbeikommt. Die Wanderung führt auf dem breiten Weg ins Schwarzbachtal. Markiert ist dieser Teil der Wanderung mit dem gelben Strich gelber Strich. Dem aufmerksamen Wanderer fällt auf, ehemalige_Bahntrasse_Schwarzbachtalbahn_kleindass im Schwarzbachtal an vielen Stellen noch der Bahndamm und Brückenauflager der ehemaligen Schmalspurbahn zu sehen sind. Vor ein paar Jahren ist der Bahndamm freigeschnitten worden und damit ist der frühere Streckenverlauf wieder gut zu erkennen. Die Wanderstrecke profitiert von dieser ursprünglichen Nutzung, da man so über sehr ebene Wege wandern kann. Eisenbahntunnel_Schwarzbachtal_kleinNach 1 ½ Kilometer wird der markierte Wanderweg verlassen und es geht geradeaus in den Maulberg-Tunnel, eines der deutlichsten Überbleibsel der ursprünglichen Schmalspurbahn. Bei diesem Tunnel kann man deutlich sehen, dass er in einer Kurve verläuft.

Auf der anderen Seite tritt man relativ hoch oben über dem Schwarzbach aus dem Tunnel und es geht weiter auf dem breiten Forstweg, der ehemaligen Schmalspurbahntrasse. Dadurch, dass der markierte Wanderweg auf der anderen Bachseite entlangläuft, ist die Anzahl der ohnehin wenigen Wanderer auch noch halbiert Haltepunkt_Gossdorf-Raubschloss_kleinund man ist meistens alleine unterwegs. Super lustig finde ich nach 700 Metern immer wieder das Schild des ehemaligen Bahnhofs auf der rechten Wegseite. Es ist vor ein paar Jahren vom Verein Schwarzbachbahn (www.schwarzbachbahn.de) wieder aufgestellt worden. Wenn man sich die Geländeform ein wenig gründlicher ansieht, dann kann man gut erkennen, dass die Stelle erweitert wurde und sich hier anscheinend ein Ausweichgleis befunden hat. Da die eigentliche Schmalspurbahnstrecke nur einspurig gewesen ist, mussten an mehreren Stellen Möglichkeiten für den Begegnungsverkehr geschaffen werden. Gleich hinter dieser Stelle kann man auch heute noch sehr gut erkennen, dass nicht nur Tunnel gebaut werden mussten, sondern auch so einige Felseinschnitte notwendig waren. Kurz darauf stößt von links der bekannte Wanderweg wieder zu unserem Weg dazu und man wandert auf der Markierung gelber Strich gelber Strich weiter. Nach schon sehr wenigen Metern (ca. 100 Metern) wird die Bahntrasse verlassen und man folgt dem markierten Wanderweg. Würde man der Bahntrasse folgen, dann würde es schon bald durch den nächsten Tunnel und über ein Viadukt weiter gehen. Da es aber über den Gratweg (welcher genau oberhalb des Tunnels verläuft) nach Goßdorf hinauf gehen soll, folgt man dem Wanderweg am Schwarzbach entlang. Schon bald entdeckt man auf der rechten Wegseite eine Brücke, die aus einem einzigen Sandstein-Klotz besteht und den Aufstieg zum Goßdorfer Raubschloss. Hier beginnt das anstrengendste Teilstück der Wanderung. ueberdachter_Rastplatz_Gossdorfer_Raubschloss_kleinInnerhalb von wenigen Metern müssen 45 Höhenmeter überwunden werden. Dann erreicht man die Ruine des Goßdorfer Raubschlosses. Um ganz ehrlich zu sein: es ist kein historisches Gemäuer, das man hier oben entdeckt, Gebaeude_Gossdorfer_Raubschloss_kleinaber das muss man den mitwandernden Kindern ja nicht verraten und einfach mal mitspinnen, wie man wohl hier früher gehaust hat. An dem überdachten Sitzplatz hängen einige Tafel, die über die Geschichte, die Schatzgräber am Goßdorfer Raubschloss, den Sterndeuter am Goßdorfer Raubschloss und die Sage vom Raubschloss berichten.

Die Wanderung geht auf der gegenüberliegenden Seite, also bei dem kleinen Kuppelbau, wieder von dem Gratweg_Gossdorf_kleinHügel herunter. Eigentlich sind es nur ganz wenige Höhenmeter und dann beginnt der Goßdorfer Gratweg. Dieser Pfad ist schon etwas Besonderes, da es links und rechts doch recht steil bergab geht. Es hat zwar noch lange nichts mit einem Gratweg in den Alpen zu tun, aber für die Sächsische Schweiz ist es schon eine markante Stelle. unscheinbarer_Hankehuebel_kleinDer Weg steigt schon ganz gut an und erst nach ¼ Kilometer ist der anstrengende Aufstieg gemeistert. Der Weg wird breiter und führt immer weiter aufwärts in Richtung Goßdorf. Nachdem man ein paar Meter (höchstens ½ Kilometer) aus dem Wald gekommen ist, Aussicht_Hankehuebel_kleinsieht man auf der linken Wegseite einen unscheinbaren Hügel. Es handelt es sich um den Hankehübel, der super einfach bestiegen werden kann. Die Panoramaaussicht von dort ist für den geringen Aufwand wirklich fantastisch. Man sollte sie unbedingt mitnehmen.

Von der Aussicht geht es den einzigen Weg wieder herunter, um am Ende nach  rechts in Richtung der Ortschaft zu wandern. Nach etwas mehr als 100 Metern überquert man einen Feldweg und wandert dann immer am östlichen Rand von Goßdorf entlang. Auf dem Weg an den Häusern entlang kann man einige bronzefarbene Infotafeln zu den einzelnen Häusern entdecken. Es ist beeindruckend, wie alt manche von den unscheinbaren Häusern sind und schön, dass man mit den Tafeln darüber informiert wird. Kurz bevor man den nördlichen Rand von Goßdorf erreicht hat, stehen auf der rechten Wegseite ein Bauernhof und zwei Häuser. Hinter den Häusern biegt man nach rechts in den Mühlweg ab. Dieser führt auf das Feld hinaus. Auch wenn es nicht so aussieht, aber nach weniger als 100 Metern biegt der Mühlweg nach links ab. Aussicht_neben_Gickelsberg_kleinDieser Feldweg steigt ein leichtes Stückchen an und bald erreicht man auf der rechten Wegseite einen Rastplatz mit sehr schöner Aussicht. Sehr seltsam ist, dass auf dem Wegweiser neben dem Rastplatz kein einziger Pfeil in östliche Richtung (also nach hinten) zeigt. Mindestens ein Pfeil, mit der Aufschrift Briefträgersteig/Schwarzbachtal, müsste in die Richtung zeigen. Genau dahin geht es dann auf dieser Wanderung weiter. Zuerst wandert man auf ein Waldstück zu, biegt aber am Waldrand nach links ab und geht auf einem wunderbar ruhigen Weg immer weiter in Richtung Lohsdorf. Spätestens ab der Aussicht heißt der Feldweg Alte Goßdorfer Straße. Der Weg führt durch ehemaligen Wald, der jetzt wegen der Borkenkäfer gerodet werden musste und ein paar schöne Wiesen bis nach Lohsdorf hinein. sanierter_Wagen_der_Schmalspurbahn_kleinAm Ende des Weges erreicht man die Niederdorfstraße, die wieder mal mit dem gelben Strich gelber Strich markiert ist. Hier geht es nach rechts, bis hinter dem Landgasthof Zum Schwarzbachtal und vor dem Schmalspurbahngelände der markierte Wanderweg abbiegt. Dampfkessel_Schmalspurbahn_kleinDas Vereinsgelände des Schwarzbachbahnvereins erfreut mich immer wieder, da dort Technik zu bestaunen ist, die man heutzutage nur sehr selten sehen kann. Nach ein paar hundert Metern stößt der Wanderweg auf den Schwarzbachtalweg und damit ist dann auch die Runde komplett gewandert.

Aus meiner Sicht ist es eine der schönsten Strecken, die knapp außerhalb des Nationalparks liegt. Hier hat man so ziemlich alles, was eine gute Tour ausmacht: Ruhe, Felsen, Aussichten und ein besonderer Höhepunkt in Form des Goßdorfer Raubschloss.

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    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Lohsdorf Ehemaliger Bahnhof mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Schwarzbachtal

Fritschenstein

Vor ein paar wenigen Jahren hatte eine Gaststätte in Porschdorf auf ihrer Internetseite einen neu angelegten Rundweg zum  Fritschenstein vorgestellt und diesen so ins Gespräch gebracht. Das wollte der Nationalpark nicht so ohne weiteres durchgehen lassen und so sind die Wegmarkierungen und drei Aufstiegshilfen wieder entfernt worden. Heutzutage befindet sich der Fritschenstein wieder in seinem Dornröschenschlaf. Der Startpunkt für diese Runde ist der Parkplatz am unteren Ende des Polenztals. Eigentlich muss man nur auf die andere Seite der Polenz, die man an der Stirnseite des Parkplatzes sieht. Da es aber wirklich keine Jahreszeit gibt, in der der Bach mal warm ist, empfiehlt es sich, wieder auf die Fahrstraße zwischen Hohnstein und Bad Schandau zurück zu gehen und nach rechts bis zur Einfahrt in das kleine Gewerbegebiet von Porschdorf. Damit hat man dann den Bach bequem überquert und als erstes geht es ein paar Meter bis zu ein paar Garagen (ich glaube es waren 11 Stück) auf der linken Straßenseite. Die Garagen sind nicht das Besondere, sondern die Öffnung eines Stollens in dem Felsen dahinter. Hier wollten die Nazis eine unterirdische Treibstoff-Fabrik errichten. Durch das Ende des Kriegs ist es nicht zu einem größeren Ausbau gekommen und so sind zumindest hier nicht ganz so viele Kriegsgefangene verschlissen worden.

Die Wanderung führt weiter auf der Zufahrtsstraße des Gewerbegebiets. Ganz kurz, bevor man wieder über eine Brücke die Polenz überqueren würde, Feuerkorb_im_Polenztal_kleinbefindet sich links zwischen einer Halle und dem Bach ein großes Tor. Dieses Tor kann man schon seit vielen Jahre einfach an der rechten Seite umgehen. Knapp hinter der Halle stand im Sommer 2020 ein gigantischer Feuerkorb. So ein riesiges und massives Ding habe ich noch nie gesehen. Eins kann man sich sehr sicher sein, den stiehlt keiner. Flussrechen_von_Frinzthalmuehle_kleinDie Wanderung geht weiter und der Weg wird sehr schnell von einem breiten Waldweg zu einem Pfad. Dieser gabelt sich nach 150 Metern  und wir sind nach rechts bis zum Flussrechen weiter gewandert . Das war keine perfekte Idee. Damit haben wir zwar mal den Flussrechen von der anderen Seite gesehen, aber dafür sind wir dann auch auf Minipfaden den Hang gleich an der ersten, unübersehbaren Schlucht aufwärts gewandert. Einfacher wäre es gewesen, nach den besagten 150 Metern nach links aus dem Polenztal rauszusteigen. Hier führt ein gut sichtbarer und neu ausgebauter Waldweg aufwärts. Auf unserem Weg waren wir uns nicht ganz einig, ob es sich um einen Pfad in Serpentinenform oder einen Wildwechsel handelte. Beide Möglichkeiten führen aber zum gleichen Ziel, dem Weg unterhalb des Fritschensteins. Der Weg ist anscheinend neu angelegt worden, um die gefällten Borkenkäferfichten aus dem Wald zu holen.

Vollkommend überraschend ist, dass gleich an zwei Stellen Schilder auf den Aufstieg zum Fritschenstein hinweisen. Da der Felsen ziemlich langgezogen ist, muss man erst ein ganzes Stück in Richtung Osten (nach rechts) wandern und dann oben auf dem Felsen wieder in die andere Richtung. Blick_vom_Fritschenstein_kleinImmer wieder kann man zwischen den Bäumen runter ins Polenztal und auf die andere Bachseite blicken. Als wir die Wanderung an einem langen Wochenende unternommen haben, konnten wir drüben an der Brandaussicht so einige Wanderer entdecken, aber auf unserer Seite waren wir die ganze Zeit allein. Was für ein wunderbarer Felsen.

Für den Rückweg bzw. den Abstieg hätten wir natürlich den gleichen Weg wie den Hinweg nehmen können, aber eigentlich ist das ziemlich langweilig. kleine_Klettereinlage_kleinDeshalb sind wir an der westlichen Spitze den gut sichtbaren Abstieg runter gekrabbelt. Natürlich können das die Kletterer viel eleganter als wir, aber wir hatten auch ausreichend viel Spaß und im Nachhinein waren wir stolz auf unseren tollkühnen Weg. Vom Felsfuß geht es direkt weiter abwärts. Hier schlängeln sich gleich mehrere gut sichtbare Pfade den Hang hinunter und schon nach weniger als 100 Metern erreicht man einen Waldweg. Abhängig davon, welchen Pfad man den Hang herunter gewählt hat, geht es geradeaus oder ein kurzes Stück nach rechts. Der Waldweg macht einen Knick vom Fritschenstein weg und man wandert weiter abwärts. ¼ Kilometer hinter der Kurve erreicht man eine Kreuzung, an der es nach links oder rechts geht. Für diese Wanderung empfiehlt sich der Weg nach rechts. Ganz komisch ist, dass links oben am Hang eigentlich ein offizieller Wanderweg verläuft, den man aber überhaupt nicht sieht und von dem man auch nichts mitbekommt. Nach ungefähr 400 Metern biegt nach rechts im spitzen Winkel ein Weg ab. Diesem folgt man und er führt einen über den Mühlbergweg ins Polenztal hinunter.

Spätestens im Polenztal ist der Wanderweg mit dem roten Punkt roter Punkt markiert. Sehr genau an der Stelle, offizielle_Feuerstelle_Polenztal_kleinan der der Mühlbergweg im Polenztal ankommt, befindet sich rechts eine der offiziellen Feuerplätze. Solange die Trockenheit nicht mal wieder überwiegt (was durch ein auswechselbares Schild vom Nationalpark am Grillplatz festgelegt wird) darf man hier in einer Feuerschale sein eigenes Lagerfeuer anzünden. Ein Schild weist darauf hin, dass man für ein Feuer selber das Brennholz mitbringen soll. Ich würde mal vermuten, dass ich genau aus diesem Grund noch nie an einer dieser Stellen ein Feuer gesehen habe.

Die Wanderung geht 200 Meter dem Bachlauf entgegen, Bruecke_an_der_Waltersdorfer_Muehle_kleinbis kurz vor der Waltersdorfer Mühle eine breite Brücke über die Polenz führt. Nachdem man die Brücke überquert hat, wandert man nach links weiter und folgt jetzt der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Schon ganz wenige Meter hinter der Brücke stehen zwei unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, um hinauf zur Brandaussicht zu gelangen. Aufstieg_ueber_den_Neuweg_kleinDie erste Möglichkeit biegt gleich nach rechts in den Schulzengrund ab. Die zweite Möglichkeit geht geradeaus auf dem Neuweg aufwärts. Wir fanden den Weg über den Neuweg, auch wenn diese Variante etwas länger ist, für diese Wanderung besser. Beide Wege sind ziemlich hubbelig, aber jeder Weg führt durch eine sehenswerte Schlucht. Nach einem Kilometer Aufstieg erreicht man den Malerweg (Wegmarkierung „M“ oder grüner Strich grüner Strich), den man nach rechts in Richtung Brand weiter wandert. fantastische_Aussicht_vom_Brand_kleinNach etwas weniger als einem Kilometer erreicht man die Brandstraße, auf der es sehr angenehm nach rechts bis zur Brandaussicht weiter geht. Die Brandbaude bietet eine sehr schöne Möglichkeit sich zu stärken und dabei in die Landschaft zu blicken. Die Brandaussicht ist sehr beliebt, ganz besonders bei Mitmenschen, die den einfachen Zugang lieben. So zieht es viele ältere Herrschaften, Leute mit Grotte_Brandaussicht_kleinKinderwagen oder Radfahrer bis zu der Aussicht. Wer nichts kaufen möchte oder zu den Selbstversorgern zählt, für den gibt es links neben der Brandbaude eine vollkommen ruhige Alternative. Der Zugang ist eigentlich neben der Brandbaude sehr gut zu erkennen, aber die wenigsten Besucher kennen diesen Platz. Auch hier befindet sich eine Aussicht mit dem gleichen Blick und mindestens zwei Bänken. Das Beste an dem Platz ist aber die Grotte und die Inschrift in dem Felsen an der Rückseite der Aussicht. Auch wenn wir uns sehr angestrengt haben, mindestens den untersten Teil konnten wir nicht mehr entziffern. Zum Glück ist die Inschrift_Brandaussicht_kleinInschrift auf der Webseite der Brandbaude (www.brand-baude.de) abdruckt :
„Wohl mir, dass mir noch unverwöhnet; Die Lockung der Natur gefällt.; Solch eine Gegend, Freund, versöhnet; Mich mit dem Überdruss der Welt.; Man wird des Lebens überdrüssig; Bei aller Ebb’ und Flut der Stadt.; Doch hier, geschäftig oder müßig,; wird keiner seines Daseins satt.; Moritz August von Thümmel (1738-1817)“.

Von der Aussicht kommend geht es nach rechts weiter auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich. abwechslungsreiche_Treppe_Brand_kleinSchon bald erreicht man den Abstieg über die Brandstufen. Diese Treppenanlage ist zwar sehr abwechslungsreich, aber durch die riesige Anzahl an Stufen (es sollten laut Dr. Böhm 876 Stufen sein) ist es, egal in welche Richtung man wandert, anstrengend. Die Mitmenschen mit etwas älteren Kniegelenken jammern über den Abstieg und die mit zu hohem alte_Inschrift_an_den_Brandstufen_kleinKörpergewicht oder schlechter Kondition über den Aufstieg. Am Ende des Abstiegs kommt das letzte Teilstück dieser Wanderung. Früher musste man hier über die Straße bis zum Ausgangspunkt wandern, heutzutage ist rechts neben der Straße ein Pfad angelegt, der zwar etwas anstrengender als das Gehen auf der Straße ist, aber dafür ist der Wanderweg wunderbar abwechslungsreich.

Die Wanderung ist wirklich eine schöne Runde, die mindestens auf der Hälfte eine wunderbare Ruhe liefert. Aber auch die restlichen Merkmale (schöne Aussicht, interessante Punkte, ein bisschen Kraxeln und Felsen) einer guten Wanderung sind enthalten. Das einzige Manko ist, dass man zwischen dem Industriegebiet Frinzthalmühle/dem Flussrechen und dem Fritschenstein ein bisschen kreativ mit der Wegstrecke sein muss.

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Winterbrand

Nachdem ich schon am Vortag eine schöne Wanderung im Schnee mit der neuen Winterwanderkarte unternommen hatte, war der Plan, auch die Wanderung zum Brand von dieser Karte zu unternehmen. Mit Überraschen musste ich feststellen, dass der Schnee vom Vortag innerhalb einer einzigen Nacht durch 5°C und ordentlichen Regen verschwunden war. Erfreulicherweise hörte der Regen gegen Mittag auf und so bin ich losgeflitzt. Als Startpunkt habe ich den Parkplatz am unteren Ende des Polenztals gewählt. Die auf der Winterwanderkarte beschriebene Wanderung startet in Hohnstein, da dort aber kaum ein kostenloser Parkplatz vorhanden ist, habe ich den Startpunkt verlegt. Zumindest im Winter 2018/19 durfte man sein Auto auf dem Parkplatz Polenztal Frinzthalmühle kostenlos abstellen. Von hier geht es den Tiefen Grund aufwärts. Es ist sehr erfreulich, dass gleich neben dem Bachlauf vor ein paar Jahren ein Wanderweg angelegt wurde, so dass man nicht mehr auf der Straße entlang wandern muss. Pfad_im_Tiefen_Grund_kleinIm Winter muss man auf dem Pfad ein bisschen vorsichtiger sein, da es doch über so einige Stufen auf und ab geht. Markiert ist der Wanderweg mit dem blauen Strich blauer Strich. Nach einem Kilometer verlässt der markierte Wanderweg den Bach und es geht die Brandstufen hoch. Salzlecke_bei_den_Brandstufen_kleinIch muss ehrlich sagen, dass es nicht gerade ein Vergnügen ist, die fast 900 Stufen aufzusteigen, aber noch viel schlimmer ist es, die 900 Stufen im Winter abwärts zu steigen. Außerdem kann man nach dem Aufstieg stolz sein, dass man es geschafft hat und sich darüber freuen, da das auch die einzige wirklich anstrengende Stelle auf dieser Wanderung ist. Knapp neben dem Ende des Aufstiegs befindet sich auf der linken Wegseite die Gaststätte und Nationalparkinformationsstelle Brand. Blick_vom_Brand_Richtung_Lilienstein_kleinSehr schön ist, dass beide Häuser auch bei dem miesesten Wetter geöffnet haben und man sich super gut mit einem kleinen Glühwein wieder aufwärmen kann. Relief_Nationalparkhaus_Saechsische_Schweiz_kleinEinen kurzen Abstecher sollte man auf jeden Fall auch in das Nationalparkhaus unternehmen. Die Ausstellungen darin wechseln immer mal wieder; was immer bleibt, ist das große Modell der Sächsischen Schweiz von Frau Uhlig. Es liefert einen guten Eindruck der Sächsischen Schweiz und wie zerklüftet das Gebirge ist.

Von der Brandaussicht geht es weiter in Richtung Hohnstein. Der Wanderweg ist weiterhin mit dem blauen Strich blauer Strich markiert. Gleich am Anfang passiert man ein kleines Gehege mit ein paar Ziegen und Hasen. Dann wandert man auf der gut ausgebauten Zufahrtsstraße, die aber trotzdem nur geschottert ist und nur von den Bediensteten der Brandbaude befahren werden darf, entlang. Es wandert sich hier sehr angenehm und zwischendurch kommt mal eine nette Aussicht.  Blick_vom_Ungerblick_kleinNach etwas weniger als einem Kilometer sollte man auf den rechten Wegrand achten. Hier sind zwei kleinere Brücken über den Graben gebaut worden und man gelangt sehr einfach zur Felskante, wo man einen netten Blick über den Forstgraben und ein Stück des Tiefen Grundes hat. Auf der Hohnsteinkarte aus dem Böhm Kartenverlag (www.boehmwanderkarten.de) hat die Aussicht den Namen Ungerblick. Auch wenn mir nicht aufgefallen ist, dass man den Unger von hier sehen kann, so glaube ich der Karte mehr als meinem Blick in die Landschaft.

Die Wanderung führt weiter über die Brandstraße und man passiert den Waldborn, der aber schon seit ein paar Jahren kein Wasser mehr führt. Nach insgesamt 2 ½ Kilometern auf der Brandstraße erreicht man die ersten Häuser von Hohnstein. Hier kann man dann auch gut sehen, warum auf der Brandstraße keine anderen Fahrzeuge unterwegs sind. Ein dicker, fetter Poller verhindert die unerlaubte Durchfahrt. Altes_Bahnhofsgebaeude_Hohnstein_kleinDie Wanderung folgt weiter der Straße und passiert nach 350 Metern den alten Bahnhof der Schmalspurbahn Ehrenberg – Kohlmühle. Heutzutage ist in diesem Bereich nur noch das alte Bahnhofsgebäude zu sehen, in das jetzt ein Busunternehmen eingezogen ist. Nach noch ein paar wenigen hundert Metern erreicht man einen großen Parkplatz. Die Straße davor (Rathausstraße) geht man nach links weiter auf die Burg zu. Rathaus_in_Hohnstein_kleinDie Straße ist angenehm zu wandern und schon bald erreicht man das schöne Rathaus von Hohnstein. Ich bin schon häufig an dem Gebäude vorbeigewandert und ich glaube, wirklich jedes Mal lagen irgendwelche Blütenblätter von Hochzeitsfeiern vor dem Eingang.

Gleich neben dem Rathaus steigt der Wanderweg blauer Strich blauer Strichden Berg hinab. Nach ein paar Metern ist man auch schon aus dem bewohnten Gebiet heraus und bald erreicht man die untere Mauer des ehemaligen Bärengeheges. Goetzinger_im_Schindergraben_kleinKnapp hinter der gut sichtbaren Mauer biegt nach rechts der Schindergraben (immer noch blau markiert) ab. untere_Oeffnung_Barengehege_kleinNach ein paar Metern Abstieg passiert man zuerst einen Gedenkstein an Wilhelm Leberecht Götzinger und dann den unteren Ablauf des Bärengeheges. Das Bächlein, das aus dem Torbogen gelaufen kommt, ist eines der häufigsten Fotomotive im Bereich Hohnstein. Oft sind es Fotos mit ganz langer Belichtungszeit oder im Winter mit reichlich Eiszapfen. Auf jeden Fall ist es immer ein schönes Motiv.

Der Schindergraben endet im Polenztal. Hier wird die Polenz mit einer dieser stabilen, neuen Brücken überquert und dann folgt man dem roten Punkt roter Punkt nach links. Der Weg ist super angenehm zu wandern und für eine Winterwanderung wirklich gut geeignet. Selbst im Sommer sind in dem Tal nur relativ wenige andere Wanderer unterwegs, aber im Winter ist man hier wirklich ganz alleine. Dafür hat man dann auch die Möglichkeit, die Wasseramsel zu sehen. Das klappt natürlich ganz besonders gut, wenn es geschneit hat und der schwarze Vogel nah am Ufer herumfliegt. Die Polenz hat sich kräftig in den Sandsteinfelsen eingeschnitten und so sind an vielen Stellen die Felsen gleich neben dem Wanderweg oder auf der gegenüberliegenden Bachseite zu bestaunen. Waltersdorfer_Muehle_Polenztal_kleinNach 2 ½ Kilometern steht auf einmal ein größeres Gebäude im Polenztal. Es handelt sich um die Waltersdorfer Mühle, wobei das erste Gebäude schon vor 1845 hier gestanden hat. Die Mühle ist schon immer eine Einkehrstätte gewesen und zwischendurch gab es sogar 25 Gästezimmer. Die eigentliche Mühle hat ursprünglich ein paar wenige Meter bachaufwärts gestanden. Heutzutage kann man zu besucherstarken Zeiten hier einkehren und die Basis-Wanderer-Nahrung zu sich nehmen (Bockwurst, Bier und andere Getränke).

Gleich unterhalb der Waltersdorfer Mühle führt eine uralte (1898), aber sehr breite Brücke über die Polenz. Hier kann man entweder auf der rechten Bachseite bleiben oder über die Brücke gehen und dort weiter bachabwärts wandern. Der Weg auf der linken Bachseite ist ebener und im Winter leichter zu wandern, der Waldweg auf der rechten Bachseite ist romantischer, aber auch hubbeliger. Beide Wege stoßen nach etwas mehr als einem Kilometer wieder aufeinander. Ich würde grundsätzlich für eine Winterwanderung den linken Weg empfehlen. Wenn man nun also auf der linken Bachseite entlang gewandert ist, sieht man im Winter nach ein paar hundert Metern ein paar dicke Betonklötze im Tal stehen. Fundamente_Schwalb_III_kleinDabei handelt es sich um den Baubeginn einer Anlage zur Treibstofferzeugung aus dem 2. Weltkrieg, die unter dem Decknamen Schwalbe III geführt wurde. Nachdem die beiden Wanderwege wieder zueinander gelangt sind, geht es noch einen Kilometer weiter den Bachlauf abwärts, Flussrechen_Polenz_kleinbis ganz kurz vor der Frinzthalmühle im Bach ein interessantes Bauwerk steht. Hier ist ein Flußrechen errichtet worden, damit kein Treibgut weiter bachabwärts gelangen kann. Damit nicht so ein Malheur wie in der Kirnitzsch passiert, ist auf der linken Seite extra eine unverbaute Stelle. Hier kann der Bach bei Hochwasser vorbeifließen und stapelt nicht immer noch mehr Baumstämme vor dem Rechen. Jetzt geht die Wanderung noch ein paar hundert Meter an den Gebäuden der Frinzthalmühle vorbei, um dann den Ausgangspunkt der Wanderung zu erreichen.

Auch wenn der Tourismusverband eigentlich mit der Winterwanderkarte was anderes bezwecken möchte, so finde ich die Ruhe im Winter ganz besonders schön und meistens schneit es ja nicht so wahnsinnig, dass man nicht so eine nette Runde unternehmen kann. Ich bin schon so einige Male im Winter zum Brand gewandert und habe mich immer darüber gefreut, dass die Brandbaude auch bei dem hässlichsten Wetter und jeden Tag geöffnet hat.

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Hohnsteiner Runde

Es gibt ein paar Standardrunden, die der Großteil der Besucher der Märzenbecherwiesen unternehmen. Wer eine etwas größere Runde gehen möchte, für den bietet sich die Hohnsteiner Runde an. Es ist zwar ein bisschen sonderbar, eine Wanderung „Hohnsteiner Runde“ zu nennen, obwohl die eigentliche Stadt Hohnstein überhaupt nicht berührt wird, aber da diese Runde in der Sächsischen Zeitung  so beschrieben war, haben wir es eben so übernommen. Immerhin wird mit dem Bärenholl ein zur Stadt gehörendes Gebiet passiert. Damit man sich nicht mit dem Parkplatzproblem an der Bockmühle bzw. dem offiziellen Märzenbecherparkplatz herumschlagen muss, befindet sich der Startpunkt auf dem Randstreifen zwischen der Rußigmühle (www.russigmuehle-polenztal.de) und der Heeselichtmühle (www.heeselichtmuehle.de). Bei dieser Straße handelt es sich um ein Teilstück der ehemaligen Rennstrecke, wodurch sich die seltsame Breite der Straße erklärt. Heutzutage ist die Geschwindigkeit durch ein paar Einbauten sehr reglementiert und so ist es nicht besonders unangenehm, auf dieser Straße aufwärts bis zur Heeselichtmühle zu wandern.
Spätestens an der Heeselichtmühle kann man die Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt entdecken und auf dieser geht es ins Polenztal hinein. Sehr nett ist gleich am Eingang zum Grundstück die Skulptur mit dem Pferdekopf. Im Frühjahr 2016 „fraß“ das Pferde gerade Weidenkätzen. Der offizielle Wanderweg führt einmal zwischen den Gebäuden der Heeselichtmühle hindurch und dann in das Polenztal hinein. Schon gleich hinter dem Gelände der Heeselichtmühle kann man die ersten Märzenbecher entdecken. Auf der linken Wiese steht eine Besonderheit in Form einer großen Badewanne, die anscheinend mit einem darunter angebrachten Feuer beheizt wird. Ich habe zwar noch nie jemanden in dem Topf gesehen, aber unterhaltsam sieht es aus. Gleich auf den nächsten Metern am Bach entlang erreicht man eine tiefere Stelle im Bachlauf, über der lustigerweise ein Seil zum Schaukeln hängt. Als Erwachsener kann man sich nur sehr schlecht vorstellen, in diesen zu jeder Jahreszeit saukalten Bach zu springen, aber Kinder sind da ja bekanntlich schmerzfrei.
Der Wanderweg führt durch das wirklich nette Polenztal und zumindest in den Monaten März und April kann man an vielen Stellen die kleinen Märzenbecher entdecken. Maerzenbecher_bei_der_Scheibenmuehle_kleinNach einem ¾ Kilometer passiert die Wanderung die Scheibenmühle. Sehr erfreulich ist, dass hier in den letzten Jahren einige erhaltende Maßnahmen unternommen wurden. Das dürfte schon wirklich anstrengend sein, da das Gelände und die Gebäude wirklich riesig sind und damit bestimmt auch große Geldmengen und Zeit verschlingen.
Die Wanderung über den Karl-Lampe-Weg ist wirklich sehr angenehm und nur an ganz wenigen Stellen müssen ein paar Höhenmeter überwunden werden. Maerzenbecher_am_Wiesenrand_Polenztal_kleinAn zwei Stellen sind etwas größere Basaltstufen zu überwinden, wobei man an einer Stelle mit drei Eisenklammern eine Hilfestellung erhält. Das hört sich spektakulär an, ist aber leicht zu bewältigen. Je weiter man im Polenztal aufwärts wandert, desto mehr Menschen trifft man an. Ganz am Ende, also den letzten ½ Kilometer vor der Bockmühle, wird es dann noch mal richtig lustig. Hier versuchen Besucher mit gewöhnlichen Straßenschuhen (wir haben auch Ballerinas und weiße Turnschuhe gesehen) ihr Schuhwerk sauber zu halten. ordentlich_dreckige_Schuhe_kleinDa die Märzenbecher aber nur im Winter bzw. Frühjahr blühen und außerdem ganz besonders feuchte Wiesen benötigen, sieht auch der Wanderweg nach ein paar hundert, oder sind es sogar tausend, Besuchern einfach nicht mehr so aus wie eine Einkaufsmeile. Ok, die Schuhe müssen auch nicht so aussehen wie meine, aber so ein bisschen Matsch lässt sich in der Natur kaum vermeiden.
In diesem Bereich stehen aber auch sehr große Mengen an Märzenbechern und erst auf der großen Wiese vor der Bockmühle wird die Anzahl wieder geringer. Nachdem man die Straße erreicht hat, geht die Wanderung nach rechts weiter. Man passiert die Bockmühle (www.bockmuehle-hohnstein.de) und nach 150 Metern auf der Straße biegt man schon wieder nach rechts ab. Es handelt sich um den asphaltierten Cunnersdorfer Landweg, den man aufwärts geht. Hier knubbeln sich bei sonnigem Wetter die anderen Besucher der Märchenbecherwiesen auf den Parkmöglichkeiten, aber seltsamerweise ist der Zu- und Abfahrtsverkehr nur ganz leicht störend.
Nachdem man aus dem Polenztal herausgestiegen ist, geht es auf Cunnersdorf zu und dann an der Seite entlang. Insgesamt wandert man 2 Kilometer auf dem kleinen Landweg. Windkraftanlage_Cunnersdorf_kleinKurz vor dem Ortausgang fällt auf der linken Straßenseite eine Miniwindkraftanlage auf. Das Ding verwundert mich immer wieder, da es sehr nah an der Ortschaft steht und bei jeglichem Wind unwahrscheinlich leise ist. Dabei hat die Anlage immerhin eine Leistung von mehreren Kilowatt (entweder 3,5 oder 5 kW) und es wäre sehr interessant zu erfahren, wieviel die jährliche Ausbeute ist. Knapp gegenüber von dem Windrad biegt nach rechts ein Feldweg mit einem schönen breiten Feldrain ab. Der Feldweg führt ungefähr 1 ½ Kilometer in die Richtung des Polenztals, bis der Waldrand am oberen Ende des Liebensgrund erreicht wird. Hier steht zum Glück ein Wegweiser, sonst würde man den Abstieg in den Grund sehr schnell übersehen. Liebensgrund_kleinAuf den ersten paar Metern des Abstiegs sollte man vorsichtig sein, da es etwas steiler und matschiger abwärts geht, nicht, dass man außer den dreckigen Schuhen auch noch eine dreckige Hose hat. Nach diesen paar Metern (14 Höhenmeter) steilerem Abstieg geht es mit einem sehr angenehmen Gefälle immer weiter durch den schönen Grund des Bärenhollflüsschens. Hier kann man sehr gut sehen, dass man außerhalb des Sandsteins unterwegs ist, weil einerseits der Untergrund eher einer Bahntrasse ähnelt  und außerdem die Seitentäler eine V-form haben (ein Sandsteintal ist mehr U-förmig). Der Bärenhollgrund endet auf der Straße zwischen Rußigmühle und Heeselichtmühle. Auch wenn es eigentlich doch ein ganzes Stück auf Straßen entlang geht, so fällt es bei dieser Wanderung gar nicht so unangenehm auf und das lange Stück durch das Polenztal mit den vielen Märzenbecherflecken ist wirklich eine schöne Frühjahrsrunde.

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Wendischauer Runde

Um die Märzenbecherwiesen zu erkunden, gibt es gleich einige unterschiedlich lange Wanderungen und bei der Wendischauer Runde handelt es sich um eine der kürzeren Touren. Nur im Bereich der eigentlichen Märzenbecherwiesen im Tal trifft man auf so einige Mitmenschen, die auch diese netten kleinen Frühjahrsboten bestaunen, aber die restliche Strecke ist wirklich super ruhig. Der beste Startpunkt ist der offizielle Parkplatz am Landweg Cunnersdorf. Bockmuehle_und_Maerzenbecherwiese_kleinVon hier geht es erstmal leicht abfallend auf der Fahrstraße runter ins Tal bei der Bockmühle. An der Bockmühle (www.bockmuehle-hohnstein.de) geht es vorbei und vielleicht kann man ja schon mal auf die Speisekarte blinzeln, um nach der Runde hier einzukehren. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich gleich eine der größten Wiesen mit Märzenbechern. Auf dieser Wiese sind die Mengen der weißen Blümchen noch begrenzt, aber die ersten Blüten sind schon gut zu sehen. Von der Straße biegt die Wanderung nach links auf den Weg ab und es geht an einem gut gepflegten Bewässerungsgraben mit der Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt entlang. Gleich am Anfang des Weges stehen mehrere Schilder, die über die Wiesen und die Märzenbecher aufklären. Ob die Leute diese Schilder verstehen, kann man nur erahnen. Nachdem man um die Kurve gewandert ist und dort ein Schild sehr deutlich das Betreten der Wiese verbietet und direkt daneben reichlich Mitmenschen zwischen den Blümchen herumtrampeln, weiß man, dass das Verstehen des Schildes doch noch zu schwierig ist.
Je weiter man mit der Wanderung in das Polenztal hinein geht, desto größer Bruecke_Polenz_bei_den_Marzenbecherwiesen_kleinwerden die Flächen mit den Märzenbechern. Gleich hinter der kleinen Fußgängerbrücke über die Polenz fällt eine der größeren Flächen rechts vom Weg auf. Ungefähr 200 Meter hinter der kleinen Brücke findet man noch einen der größeren Märzenbecherbestände gleich neben dem Weg und so kann man, auch ohne in die Maerzenbecherwiese_neben_dem_Wanderweg_kleinBlümchen hineinzusteigen, sie bestaunen oder auch knipsen. Man sollte sich bewusst sein, dass die Märzenbecher ganz besonders feuchte Wiesen mögen und man am Ende des Winters durch das Tal wandert. Da muss man damit rechnen, dass der Weg ordentlich matschig ist und normale Straßenschuhe eine braun-feuchte Färbung annehmen. Der Bach schlängelt sich ziemlich durch das Tal und so ist auch zwischendurch mal kein Platz für den Wanderweg, sodass man mal ein paar wenige Meter hochsteigen muss. Damit hat man dann aber auch einen besseren Blick auf die gegenüberliegende Seite mit ihren weiteren Flecken Märzenbecher. Nach insgesamt 2 Kilometern auf der roten Wanderwegmarkierung erreicht man einen auffälligen, breiten Waldweg, der über einen Grat verläuft. Hier wird der markierte Wanderweg verlassen und es geht im spitzen Winkel nach links den Hang hinauf. Der Untergrund besteht aus Basalt und so erscheint es, als ob der Weg künstlich angelegt wäre. Der Weg ist natürlich so bearbeitet worden, dass er einigermaßen eben ist, aber der Grat ist natürlichen Ursprungs. Teich_neben_Wendischauerweg_kleinDie Steigung ist relativ angenehm und am Ende gelangt man auf die große Ebene vor Cunnersdorf. Hier geht es wunderbar ruhig Rastplatz_neben_Wendischauerweg_kleinentlang und nur zwischendurch muss man eine kleinere Senke durchqueren. Dafür befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite ein Teich, der anscheinend vor gar nicht so langer Zeit saniert und dann noch als Naturbad oder Tobebecken benutzt wurde. Der Überlauf ist sogar als kleines Sprungbrett ausgebaut.
Die Wanderung geht auf dem sehr eindeutigen Weg bis nach Cunnersdorf und dem bestimmt von der Hinfahrt bekannten Landweg. Auf diesem wandert man nach links weiter. Die kleine Straße führt am Rande von Cunnersdorf entlang und so kann man auf gleich mehrere Rückseiten von Bauerhöfen blicken. Der Schönste, mit den beiden riesigen Solaranlagen, ist der Biobauernhof Steinert in Cunnersdorf. Hier hat ein Bauer seine Nische für landwirtschaftliche Produkte gefunden und bekommt hoffentlich angemessenere Preise als die Standardbauern.
Die Wanderung geht noch ein kurzes Stück weiter über die kleine Straße und erreicht bald den Ausgangspunkt. Die Runde ist sehr nett zu wandern und man kann in den Blütezeiten (März und April) einen schönen Frühjahrsgruß erhalten. Man sollte sich bewusst sein, dass an den Wochenenden im Polenztal schon so einige Besucher unterwegs sind, aber spätestens mit dem Aufstieg aus dem Tal heraus ist auf einmal kein einziger mehr unterwegs.

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Märzenbecherwiese

Beschreibung:

Im oberen Polenztal befindet sich Sachsens größtes Wildvorkommen an Märzenbechern (Leucojum vernum L.). MaerzenbecherMärzenbechern gehören in Deutschland zu den geschützten Pflanzen und gedeiht hier an der Nordgrenze ihres natürlichen Verbreitungsgebietes von Mitteleuropa. Als ursprüngliches Auenwaldgewächs hat der Märzenbecher seit Jahrhunderten auf den von Bauern in der Polenzauen angelegten Talwiesen einen günstigen Ersatzstandort erhalten. Für den gesicherten Fortbestand dieser Märzenbecherwiesen bleiben Bewässerung und Mahd unerlässlich. Der Märzenbecher selber darf weder ausgegraben noch gepflückt oder zertreten werden.

Die Wanderung ist auf einen sehr kleinen Zeitraum im Jahr begrenzt. Wie der Name schon sagt, Maerzenbecherwieseblühen diese Blümchen nur im März. Ich selber bin leider im März nicht in der Sächsischen Schweiz gewesen, so habe ich es Anfang April versucht und noch ein paar tausend Nachzügler gefunden. Die Anfahrt zu den Märzenbecherwiesen ist in den beiden Monaten März und April sehr gut geregelt. Es ist extra für die Besucher der Märzenbecherwiesen ein ausreichend großer, kostenloser Maerzenbecherwiesen-BewaesserungParkplatz oberhalb der Bockmühle, auf einer Wiese, eingerichtet worden. Von dem Parkplatz geht es erst mal den Berg runter zur Bockmühle. An der Bockmühle verläuft das Polenztal. Die Märzenbecherwiesen liegen nach links bachabwärts. Es geht also nach links auf der Wandermarkierung roter Punkt roter Punkt durch das Polenztal. Mindestens in den beiden Monaten März und April hat dieser Wanderweg auch seine eigene Wanderwegmarkierung durch diese Ausschilderung:

Symbol_kleinste_Maerzenbecherrunde_klein

Der Bach Polenztal schlängelt sich durchs Tal und wird begleitet von einzelnen Wiesen, die zum Teil natürlich feucht sind, oder auch künstlich überflutet werden. Maerzenbecher_2Es geht über zwei Brücken bzw. eine kleinere Brücke und insgesamt 700 Meter am Bach entlang, um dann knapp hinter einer Felswand an der linken Seite den markierten Weg zu verlassen. Jetzt geht es aus dem Tal der Polenz wieder heraus. Wenn man sich links hält, dann führt der Weg über ein paar Felder/Wiesen direkt wieder auf die Fahrstraße, die nach links zum Parkplatz zurückführt.

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Malerweg Teil 3

Der Teil 3 des Malerwegs startet dort, wo Teil 2 aufgehört hat, in Hohnstein. Vom Parkplatz bzw. der Bushaltestelle Eiche geht es erstmal bis zum Hohnsteiner Rathaus. Das Rathaus findet man, indem man die Rathausstraße an der Stirnseite des Parkplatzes nach rechts verfolgt. Spätestens ab dort ist der Wanderweg mit dem blauen Strich blauer Strich markiert. Es geht an der östlichen Seite der Hohnsteiner Burg ein kleines Stück bergabwärts, bis zur unteren Mauer des ehemaligen Bärengeheges. Adrian_Ludwig_Richter_Stadt_und_Schloss_Hohnsteinnach_Adrian_Ludwig_Richter_HohnsteinAb hier verläuft der Wanderweg ein riesiges Stück auf gleich bleibender Höhe oberhalb des Polenztals entlang und ist auch wieder mit dem Malerwegsymbol und dem grünen Strich grüner Strich gekennzeichnet. Warum auch immer der Malerweg nicht durch die Ortschaft gelegt worden ist, vermutlich hat es was damit zu tun, wie die Definition für einen „Qualitätsweg mit Gütesiegel“ ist: Höchstens 3 % des Wanderweges dürfen über befahrene Straßen gehen, und wenn der Malerweg 112 km lang ist , dann sind 3 % 3,4 Kilometer. Dann darf man keinen unnötigen Schlenker durch eine Ortschaft, egal ob es Hohnstein oder Lohmen ist, unternehmen. Auch wenn der offizielle Weg nicht dort entlang läuft, so empfehlen wir die Abstecher in die Orte. Spätestens, wenn der offiziell angegebene Start- und Endpunkt mitten im Wald liegt, weiß man, dass hier irgendetwas schief gelaufen ist. Jetzt aber verläuft die Wanderung über den genannten Waldweg. Der Weg schlängelt sich am Hang entlang. Nach ungefähr einem ½ Kilometer erreicht man eine unscheinbare Aussicht auf der rechten Seite. Hier kann man sehr schön rüber zur Burg Hohnstein blicken, und das haben auch gleich mehrere Maler festgestellt und in ihren Gemälden festgehalten. Heutzutage stehen ein paar Bäume im Weg, aber es sind nur die Stämme, die den Ausblick stören. Nach weiteren 100 Metern erreicht man den Zugang zur Gautschgrotte. Auch diesen kleinen Abstecher nach links sollte man sich nicht entgehen lassen. An der Gautschgrotte kann man sehr gut sehen, dass sich manchmal in den Sandsteinfelsen weichere Schichten befinden, die mit der Zeit rausgewaschen oder -gebrochen werden. So entstand diese ziemlich große Grotte, die bei feuchterem Wetter einen Wasserfall beherbergt. Die Wanderung geht weiter auf dem bequemen Waldweg. Nach weiteren 1,5 Kilometern erreicht man auf der linken Wegseite einen alten Steinbruch. In diesem Steinbruch habe sich die Steinbrecher die weichere Schicht des Sandsteinfelsens zu Hilfe genommen und oberhalb der Schicht den Felsen abgebaut. Da der Wanderweg weiterhin auf der grünen Wanderwegmarkierung entlang geht, hat man bis kurz vor der Brandaussicht eine wirklich ruhige Wanderung. Erst ab der Brandstraße verlässt man den grünen Wanderweg und es geht auf dem schon bekannten blauen Strich blauer Strich die letzten Meter bis vor zur Aussicht. Carl_August_Richter_Auf_dem_BrandAdrian_Ludwig_Richter_BrandaussichtDer Weg über die Brandstraße ist meistens schon etwas voller. Die Brandaussicht ist auch bei Malern eine sehr beliebte Aussicht gewesen. Seltsamerweise ist aber eher die Aussicht mit der Gaststätte gemalt worden, als der Blick in die Landschaft. Seit kurzem (Herbst 2006) hat die Gaststätte einen neuen Betreiber und auch eine eigene Internetseite (www.brand-baude.de). Sehr erfreulich ist, dass an dem gesamten Gebäudekomplex wieder ernsthaft renoviert und saniert wird. Den ersten Schritt in diese Richtung hat der Nationalpark unternommen, als im Herbst letzten Jahres (2006) die neue Informationsstelle des Nationalparks Sächsische Schweiz eröffnet worden ist.
Von der Brandaussicht geht es (von der Aussicht gesehen) nach rechts die Brandstufen herunter. Gekennzeichnet ist der Weg mit dem roten Strich roter Strich. Freidrich_Ludwig_Oeser_Tiefer_Grund_bei_SchandauRobert_Batty_Tiefer_GrundAuch wenn es nur der Abstieg ist, so sind die über 800 Stufen doch schon ziemlich anstrengend und man merkt sie ganz gut in der Beinmuskulatur. Damit aber auch alle Beinmuskeln gleich beansprucht werden, geht es auf der gegenüber liegenden Talseite gleich wieder nach Waitzdorf hoch. Da die Brandaussicht und die Ortschaft Waitzdorf sehr genau auf gleicher Höhe liegen, weiß man, dass es jetzt wieder ca. 800 Stufen hoch geht. Die Wanderung führt durch die kleine Ortschaft hindurch, um dann hinter dem Dorf weiterhin auf der roten Markierung in Richtung Kohlmühle abzusteigen. Der Weg geht zuerst über einen breiten Waldweg bis runter auf den Ochelweg. Danach erreicht man den Kohlichtgraben, der ganz besonders schön im Winter aussieht, da dann von den Felswänden links und rechts ziemlich mächtige Eiszapfen hängen. Das liegt natürlich nur daran, dass die Felsen nah genug zueinander stehen und dadurch die Sonne im Winter keine Chance hat, das Eis zum Schmelzen zu bringen. Der weitere Weg führt nach Kohlmühle herunter. Auch durch diese Ortschaft geht es nur einmal hindurch, um dann hinter der Bahntrasse nach links im Sebnitztal weiter zu wandern. Der Weg entlang der Bahntrasse bzw. dem Sebnitzbach ist ein sehr ruhiger Wanderweg. Das erste Stückchen ist noch eingezwängt zwischen Bahntrasse und Hang, dann geht es aber über eine große Wiese im Tal entlang. Der weitere Weg macht einmal einen Bogen über die Bahntrasse und unter dem Viadukt der ehemaligen Schmalspurbahn, um dann kurz vor der ehemaligen Buttermilchmühle den Berg hoch nach Altendorf zu steigen. In Altendorf angekommen, ist auch diese Etappe des Malerwegs beendet und es geht mit Teil 4 weiter.

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Anders Hof

Bei dieser Wanderung handelt es sich um eine Streckenwanderung, die von der Elbe hoch nach Ehrenberg geht. Normalerweise mag ich Streckenwanderungen überhaupt nicht, da ich fast immer nur mit unserem Auto zu einem Startpunkt fahre und dann natürlich auch wieder zurück zu diesem Punkt muss. In diesem Fall habe ich mich aber so auf den Weg gemacht und netterweise ist eine tolle Wanderung dabei herausgekommen. Hier ist die Beschreibung zu der Runde.
Der Startpunkt liegt an der Elbe in Prossen. Von hier geht es zuerst in die Richtung des Liliensteins, bis kurz vor das Ortsende von Prossen. Hier erreicht man ein prächtiges Gebäude an einem Wendehammer. Bei dem Gebäude handelt es sich um das Rittergut Prossen, welches an der rechten Seite passiert wird. Hier wird die Straße ein ganzes Stück schmaler und man wandert auf dem Elberadweg. Nur wenige Meter hinter dem Schloss wird dieser schon wieder nach rechts verlassen. Auch wenn es so aussieht, als ob es nur auf den Hof der Firma Ford Mischner bzw. dem zweiten Standbein Quad Verleih (www.quadrevier.de) geht, so kann man hier bis in das Prossener Gründel durch wandern. Dieses versteckte Tal heißt es jetzt bergaufwärts zu durchwandern bis nach Waltersdorf. Ziemlich interessant ist das Minibächlein neben dem Pfad. Weg_durch_Prossener_Gruendel_kleinAuch wenn es sehr unscheinbar aussieht, so ist es doch schon einige Mal zu einem gewaltigem Bach angeschwollen. Das liegt an der Talform im oberen Teil. Wenn man sich die Geländeform hier ansieht, dann entdeckt man große flache Hänge, die alle in diesem Bach enden. Sobald sich ein Gewitter in diese breite Senke entlädt, wird aus dem Rinnsal ein ordentlicher Bach. Der Aufstieg durch das Prossener Gründel ist aber aus zwei Gründen sehr angenehm zu wandern. Einerseits ist die Steigung immer sehr wanderfreundlich und außerdem herrscht hier immer eine wunderbare Ruhe, da der Grund wirklich ein Geheimtipp ist.
Am Ende des Pfades erreicht man die südlichen Ausläufer von Waltersdorf und damit die Liliensteinstraße. schoener_Loeschteich_Waltersdorf_kleinDieser Straße folgt man nach rechts bis zur vielbefahrenen Verlängerung des Ziegenrückens. Eigentlich hatte ich geplant, auf dieser Straße ca. 600 Meter nach links zu wandern, bis zur Mühlbergstraße ins Polenztal. Aber schon nach ein paar Metern, noch vor dem Ortsausgang, biegt ein Feldweg nach rechts, also in Richtung Polenztal, ab. Also folgt man gleich diesem Pfad. Der Wanderverlauf ist leicht zu finden, wenn man sich daran orientiert, dass man immer weiter hinunter gehen muss. An einer Stelle (nach 350 Metern) gabelt sich der Pfad, hier hält man sich rechts und es geht über das Rinnsal hinweg. Ziemlich auffällig ist, dass die Schluchten in diesem Bereich gewaltig steil sind. Solche Geländeformen sind eigentlich nur bei Granituntergrund üblich, aber hier hat sich im Sandstein der steile Einschnitt gebildet.
Die Wanderung erreicht den Wanderweg im Polenztal, dem nach links auf der Wegmarkierung roter Punkt roter Punkt gefolgt wird. Nach ¼ Kilometer ermöglicht es eine uralte Brücke (Baujahr 1898), den Bach zu überqueren. Hinter der Brücke geht es nach links. Nach wenigen Metern biegen zwei Wege nach rechts den Hang hinauf ab. Wir wandern den zweiten Weg mit der Beschilderung Hohnstein und Neuweg aufwärts. Dadurch, dass sich der Aufstieg über eine Strecke von einem Kilometer hinzieht, ist die Steigung relativ angenehm und man erreicht die Ebene zwischen Brand und Hohnstein. Der Neuweg verläuft dann weiter bis an die Ortsgrenze von Hohnstein, an der man dann aber gleich wieder nach rechts auf die Brandstraße (gelbe Wanderwegmarkierung gelber Strich) abbiegt. Der Name Brandstraße hört sich nach Autoverkehr an, aber es fahren normalerweise nur Fahrzeuge der Brandbaude hier entlang. Blick_von_Napoleonschanze_auf_Hohnstein_kleinNach ¼ Kilometer erreicht man eine Wiese und einen offiziellen Feuerplatz auf der linken Wegseite. Hier wird die Wanderwegmarkierung schon wieder verlassen und es geht den Hang hinauf zur Napoleonschanze. Dieser unscheinbare Hügel (Schanzberg) bietet eine sehr schöne Rundumaussicht mit der Stadt Hohnstein zu Füßen. Um den Hügel befinden sich auch mehrere Rastplätze, die zu einer kleinen Pause einladen.
Die Napoleonschanze wird auf der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich in Richtung Hohnstein verlassen. Blick_vom_Viadukt_auf_Honsteiner_Freibad_kleinDer Pfad schlängelt sich durch einen Hohlweg in Richtung des Hohnsteiner Freibades. Aber noch bevor das Freibad erreicht wird, geht es nach links hinauf auf ein kleines Viadukt. Im Sommer ist es ziemlich lustig, wenn man auf der Brücke steht und unten im Bad die wildesten Wasserschlachten mit der passenden Geräuschkulisse stattfinden. Hoffentlich kann das Bad noch lange weiter erhalten werden und muss nicht wegen irgendwelcher Sparmaßnahmen geschlossen werden.
Das Viadukt stammt von einer Schmalspurbahn, die bis nach dem 2. Weltkrieg (30.04.1898 – 27.05.1951) Hohnstein mit der Kohlmühle verbunden hat. Eigentlich ist das per Luftlinie keine sonderliche Entfernung, aber eine Eisenbahn ist mit einer zu starken Steigung schnell überfordert und so führte die Bahnstrecke in einem großen Bogen über Ehrenberg, Lohsdorf und das Schwarzbachtal. Selbst ½ Jahrhundert nach dem Abriss sind noch an ganz vielen Stellen Spuren dieser Bahntrasse zu finden. In der Verlängerung der Brücke geht es in die Richtung der Straße zwischen Hohnstein und Bad Schandau. So wie das Gebäude aussieht, das ganz kurz vor der Straße umrundet wird, würde ich doch mal tippen, dass es auch zur Schmalspurbahn gehört hat. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite geht es zwischen dem Sportplatz und der Kleingartenanlage weiter. Auch wenn die Durchfahrt ziemlich genau in der Hälfte unterbrochen ist, geht man als Wanderer schnurgeradeaus durch die gesamte Siedlung. Falabella-Ponys_Hohnstein_kleinZwischendurch passiert man noch eine Pferdekoppel mit wirklichen Minipferden. Meine beiden Töchter haben mich mit Freude darüber aufgeklärt, dass es sich um Falabella-Ponys handelt. Was man als Papa von zwei Mädels nicht alles lernt.
Der gerade Weg durch die Kleingartenanlage erreicht eine Fahrstraße, die aber nur geradewegs überquert wird und dann geht es auf einem asphaltierten Feldweg/Radweg weiter. Dass die ersten paar Meter bis zu dem Gehöft asphaltiert sind, muss einen ja nicht verwundern, aber über das Stück dahinter habe ich mich doch ziemlich gewundert. Auf jeden Fall wandert man hier angenehm auf der Alten Böhmischen Glasstraße. Sandsteinsaeule_1820_Ehrenberg_kleinNach ungefähr 1 ½ Kilometern passiert man die Kreuzung zwischen Ehrenberg und dem Campingplatz Entenfarm. Hier steht mitten auf der Kreuzung eine Sandsteinsäule aus dem Jahre 1820, die den Weg in alle vier Himmelsrichtungen weist. Eigentlich kann man sich kaum vorstellen, dass an so zentraler Stelle ein Wegweiser schon fast zwei Jahrhunderte überlebt hat. Ganz besonders auffällig an der Säule ist auch, dass nicht ein Pfeil die jeweilige Richtung weist, sondern eine Hand mit einem ausgestreckten Finger.
An dem Weg nach rechts in Richtung Entenfarm steht eine Erklärungstafel zum Pomologischen (Obstbaukunde) Lehrpfad Ehrenberg. Wenn man nach links gehen würde, dann würde man eine Vielzahl unterschiedlichster Apfelbaumsorten mit jeweils einer Erklärungstafel entdecken, aber dieser interessante Teil wird auf einer späteren Wanderung erkundet. Jetzt folgt die Wanderung dem Weg noch ein kurzes Stück von 400 Metern geradeaus, bis nach links ein deutlich sichtbarer Feldweg abbiegt. Auch dieser Weg läuft ganz gerade in Richtung Ehrenberg. Das komische ist, dass man die Ortschaft überhaupt nicht sieht. Das Dorf ist zwar ziemlich langgezogen, aber seltsamerweise versteckt es sich ganz hervorragend in der Senke. Erst auf den letzen 100 Metern tauchen ein paar Gebäude auf. Auch wenn der Feldweg so aussieht, als wenn er direkt auf einen Bauernhof führen würde, so biegt er genau davor ab und macht einen Schlenker nach links um das Gehöft. Nach ein paar wenigen Metern Abstieg erreicht man die Hauptstraße durch Ehrenberg.
Hier gibt es für den Papi von zwei Mädels ein ganz besonders Ziel. Es ist der Reiterhof Anders (www.anders-hof.de), wo meine Frau und unsere Töchter auf mich warteten. zwei_Maedels_ein_Pferd-PonyWie sich das gehört, so sind auch unsere beiden Mädchen wie verrückt hinter Pferden her. Damit die beiden von Zeit zu Zeit auch mal etwas Besonderes machen können, dürfen sie auf dem Anders-Hof ein paar Reitstunden nehmen. Das Ehepaar Anders führt die Reitstunden so toll und auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten durch, dass wir es uns wirklich nicht besser vorstellen können. Das sehen nicht nur wir so, sondern auch unsere Kinder sind vollkommen begeistert und so ist diese Wanderung an dem Reiterhof mit zwei glücklichen Mädchen, die im nächsten Urlaub in der Sächsischen Schweiz auch ein paar Tage Reiterferien auf dem Anders-Hof machen wollen, zu Ende gegangen.

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Apfellehrpfad Ehrenberg

Wir mussten mal wieder die Zeit überbrücken, in der unsere Mädels beim Anders Hof (www.anders-hof.de) auf den Pferderücken das größte Glück fanden. Da uns auf der Wanderung Entenfarm ein Schild vom Apfellehrpfad Ehrenberg begegnet war, musste doch gleich mal im Herbst, zur potenziellen Erntezeit, ein kleiner Bogen hierher unternommen werden. Der Startpunkt der Wanderung ist der Anders Hof bzw. das Zentrum von Ehrenberg. Na gut, die Bezeichnung Zentrum ist bei diesem riesig langen Dorf wirklich komisch, aber vielleicht lässt sich die Stelle auch mit der einzigen Engstelle im Dorf beschreiben. Von hier geht es leicht abfallend auf der Hauptstraße entlang. Auf der rechten Straßenseite verläuft ganz unauffällig der alte Bahndamm der ehemaligen Schmalspurbahn von Goßdorf-Kohlmühle nach Hohnstein, der auch als Ersatz für den nicht vorhandenen Bürgersteig benutzt werden kann. ehemaliger_unterer_Bahnhof_Ehrenberg_kleinNach einer Strecke von ½ Kilometer macht die Straße einen Schlenker um ein langgezogenes Gebäude, das heutzutage als Lagerhalle bzw. Werkstatt benutzt wird. Bei diesem Gebäude handelt es sich um das ehemalige Bahnhofsgebäude von Ehrenberg. Ganz besonders komisch sind die beiden Schilder, auf denen steht, dass man das Bahngelände nicht betreten darf. Ok, alter_Bahndamm_Ehrenberg_Schmalspurbahn_kleines ist Privatgelände und sollte deswegen schon nicht betreten werden, aber hier fährt seit mehr als ½ Jahrhundert keine Bahn mehr, da im Jahre 1951 die Schienen entfernt wurden. Hinter dem Gebäude geht es noch mal 200 Meter auf der Hauptstraße weiter, bis nach rechts die Mühlstraße abbiegt. Muehlstein_in_der_Muehlstrasse_Ehrenberg_kleinDiese Straße ist eigentlich nur eine Abkürzung für den Bogen der Hauptstraße, aber dadurch, dass hier nur Anwohnerverkehr unterwegs ist, macht das Wandern viel mehr Spaß. Sehr passend zu dem Namen Mühlenstraße befindet sich an einem Gebäude auf der linken Straßenseite ein alter Mühlstein. Auch wenn ich sehr wenig Ahnung von Mühlen bzw. Mühlsteinen habe, aber dieses relativ große Rad sieht irgendwie nagelneu aus.
Als nächstes geht es wieder neben der Hauptstraße auf der ehemaligen Bahntrasse entlang, bis nach ¼ Kilometer eine Zufahrt zu einem Bauernhof nach rechts abzweigt. An dieser Stelle geht der Bahndamm schräg rechts vorne weiter. Hier steht auch ein Hinweisschild auf die Ortschaft Lohsdorf. Dadurch, dass die Straße nach links oben verschwindet und sich nur noch das kleine Bächlein auf der rechten Seite neben dem Wanderweg entlang schlängelt, ist der Weg hier richtig romantisch. Erst mit dem Erreichen der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich, der nach rechts weiter gefolgt wird, wird der Bach verlassen und es geht an ein paar Feldern und Wiesen entlang in Richtung Lohsdorf. Mit dem Erreichen des Dorfes geht es nach links und schon nach 30 Metern wieder nach rechts (An der Glasstraße). Nach 200 Metern auf der Straße erreicht man eine Kreuzung mit der Oberdorfstraße, der man nach rechts bergauf folgt. Bei dieser Straße handelt es sich um eine nette Dorfstraße, an der sich so mancher Bauernhof anschließt, aber sich der Straßenverkehr in Grenzen hält. Eigentlich wollten wir nach ein paar hundert Metern auf der Straße nach links abbiegen, da alle möglichen Wanderkarten hier einen Feldweg anzeigten, aber in der Realität beginnt der neuer_Garten_Ortsende_Lohsdorf_kleinFeldweg im Hofe eines Bauerhofes und so sind wir doch lieber weiter geradeaus gewandert. Das ist aber auch überhaupt nicht schlimm, da auch dieser Weg ganz angenehm zu wandern ist. Das letzte Haus am Ortsausgang ist ein sehr schöner Neubau, bei dem man durch ein paar künstliche Terrassen den Garten nett angelegt hat und der Teich oberhalb des Hauses wirkt auch sehr einladend.
Die Wanderung führt auf den sehr gut ausgebauten Feldweg heraus. Warum auch immer dieser Feldweg sogar asphaltiert ist, das können wir uns nicht erklären, aber dadurch ist er bei jedem Wetter gut zu begehen. Nach ziemlich genau einem Kilometer erreicht man einen Feldweg auf der linken Seite. Hier sollte eigentlich die Wanderung in der ersten Planung wieder herauskommen, aber auch der andere Weg war, wie gesagt, ganz nett. An dieser Stelle erwartete uns eine kleine Überraschung, da wir hier einen Jäger mit seiner Flinte sahen. Es kam uns schon ziemlich komisch vor, ihn in einer kurzen Entfernung zu passieren. Seltsamerweise haben wir innerhalb von wenigen hundert Metern gleich noch zwei Jäger getroffen und das hat unsere Neugierde dann so verstärkt, dass wir den letzten dann auch gefragt haben, was der Grund für die Ansammlung wäre. Die Erklärung war ganz einfach. In der Nähe wurde ein Maisfeld geerntet und in solchen Feldern versteckt sich ganz besonders gerne Schwarzwild (so sagen die Jäger zu den Wildschweinen). Zum Glück waren die Viecher schlau und haben sich rechtzeitig davongemacht und so tauchte keins auf, bis auch der letzten Streifen abgemäht war.
Etwas mehr als ¼ Kilometer hinter der letzten Kreuzung kommt man zur nächsten Kreuzung mit einer steinernen Hinweissäule. Hier sind keine Pfeile gemalt, sondern eine Hand, die mit dem Zeigefinger die jeweilige Richtung weist. Das sieht viel lustiger aus als ein langweiliger Pfeil, aber es dürfte für den Steinmetz einen ganzes Stück mehr Arbeit gewesen sein. Hier nach rechts beginnt der eigentliche Apfellehrpfad. Bevor man aber nach rechts abbiegt, sollte man noch mal ein paar Meter nach links gehen. Hier steht das Schild, das uns im Ursprung auf den Apfellehrpfad aufmerksam gemacht hat. Bei dem ersten Blick auf das Schild konnte ich leider mit dem Ausdruck „Pomologischer“ Lehrpfad überhaupt nichts anfangen. Erst zu Hause habe ich dann herausgefunden, dass Pomologie der hochtrabende Ausdruck für Obstbaukunde ist.
Jetzt geht es also auf dem besagten Weg in Richtung Ehrenberg. Allee_Apfellehrpfad_Ehrenberg_kleinAn beiden Seiten des Weges stehen unterschiedlich alte Apfelbäume, bei denen die jungen sehr häufig mit sehr guten Erklärungstafeln ausgestattet sind. Eigentlich sollten es 28 Hinweisschilder sein, aber irgendein Trottel hat im Herbst einen großen Teil der Schilder mitsamt den Pfosten geklaut und so können wir nur zu 13 Apfelbäumchen auch die Sorte nennen: Laxton Superb, Rheinischer Krummstiel(Granatrenette, Goldrabau), Adersleber Kalvill, Kaiser Wilhelm (Wilhelmapfel), Rote Sternrenette (Calville etoilée, Apfel des Herzens), Croncels (Apfel von Croncels, Transparente de Croncels, Glasapfel, Rosenapfel), Gravensteiner (Prinzessinapfel, Blumenkalvill, Ernteapfel, Sommerkönig), Prinz Albrecht von Preußen (Albrechtsapfel), Roter Eiserapfel (Herzapfel, Christapfel, Eisapfel, Roter Krieger, Paradiesapfel, Kohlapfel, Schornsteinfeger), Jakob Fischer (Schöner vom Oberland), Brettacher (Brettacher Gewürzapfel), Jacob Lebel, Oberlausitzer Muskatrenette (Gewürzrenette, Muskatrenette).
Auf den Tafeln steht aber bei weitem mehr als nur der Name. Als Beispiel habe ich dazu mal die Rote Sternrenette (Calville etoilée, Apfel des Herzens) ausgesucht:

Rote Sternrenette (Calville etoilée, Apfel des Herzens)
Pflückreife: Ende September – Anfang Oktober Roter_Sternrenette
Genußreife: Oktober – Januar
Geschmack: süß-säuerlich, schwach aromatisch, etwas parfümiert
Fruchtfleisch: gelblich weiß, oft am Rand gerötet oder rosa durchwachsen, druckfest, mäßig saftig, viel Vitamin C
Schale: glatt, matt, trocken, zäh
Farbe: gelblich grün bis purpurrot, scharlachrot bis dunkelrot, helle Rostpunkte auf der Schale (wie Sterne), oft ist die Frucht fein hellbläulich bereift
Frucht: mittelgroß, plattrund, hin und wieder mit Warzen, nicht windfest, extrem kurzer Stiel
Verwendung: universal, hochwertiges Tafelobst, zum Backen, Einkochen, für Saft und Mus, Weihnachtsapfel
Baum: anspruchslos und widerstandsfähig. Wuchs anfangs mittelstark, später starkwüchsig und aufstrebend, frostharter Spätblüher. unregelmäßiger Ertrag Rote_Sternrenette_Baum_klein
Krankheit: nahezu schorf-, krebs- und mehltauressistent
Standort: feuchter, tiefgründiger Boden, windgeschützte Lage, ansonst breit anbaufähig
Herkunft: wahrscheinlich aus der Umgebung von Maastrich / Niederlande, 1830 erstmals beschrieben

Die Tafeln sind wirklich toll gemacht und es ist super schade, wenn irgendein Mitmensch so etwas zerstört. Gestaltet wurde der Apfellehrpfad vom Landschaftspflegeverband Sächsische Schweiz e.V. und finanziert von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt.
Nach diesem sehr interessanten Teilstück der Wanderung erreicht man bald den südlichen Rand von Ehrenberg. Hier geht es relativ steil den Hang abwärts und man sollte sich gleich rechts halten, damit man nicht wieder auf der Hauptfahrstraße entlang wandern muss. Die nette Dorfstraße heißt irritierenderweise Hauptstraße, aber das ist bei fast allen Straßen in Ehrenberg so. Forellenteich_Ehrenberg_kleinNach ein paar Metern passiert die Wanderung einen Forellenteich auf der linken Straßenseite und nach noch ein paar Metern ist auch schon der Ausgangspunkt der Runde erreicht. Es ist nicht eine von den wahnsinnig aufregenden Wanderungen in der Sächsischen Schweiz, aber wenn man sowieso in Ehrenberg oder Lohsdorf ist, dann bietet sich der Apfellehrpfad als ein netter Nachmittagsspaziergang an.

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Backofen

Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass mich ein netter Leser unserer Internetseite gefragt hatte, ob wir den Backofen bei Rathen kennen würden. Dieser Leser wäre im Jahre 1961 mit seinen Kommilitonen dort Wandern/Klettern gewesen und würde doch gerne noch mal dorthin. Leider kennen wir tatsächlich keinen Backofen bei Rathen, aber wir haben schon mal einen Backofen an den Ochelwänden gesehen und so waren wir angeregt, gleich mal dorthin zu wandern.
Als Startpunkt haben wir den Parkplatz in Waitzdorf ausgewählt. Von dort geht es gleich über den rot markierten Wanderweg roter Strich in den Wald. Bei diesem Waldweg handelt es sich um ein kleines Stück des Malerweges, dem jetzt einen ¾ Kilometer gefolgt wird, bis man nach rechts auf einen breiteren Waldweg abbieg. Der Weg fällt leicht ab, wird aber nur ein Ministück von 50 Metern gewandert, um dann gleich wieder nach links abzubiegen. Wenn einem bis hierhin vielleicht ein paar Wanderer begegnet sind, so ist auf diesem Waldweg mit dem Namen Rotkäppchenweg ganz sicher keiner mehr anzutreffen. Der Weg fällt überraschend leicht von den Ochelwänden ab und ist sehr angenehm zu wandern. Nach ungefähr 200 Metern auf dem Rotkäppchenweg passiert man die Ochelwände und es geht geradeaus mit noch kleinerem Gefälle über den Waldweg_Oberer_Hippengrundweg_kleinOberen Hippengrundweg weiter. Dieser Waldweg verläuft durch einen dunklen Nadelwald mit einem dicht mit Moos bewachsenem Weguntergrund. Beim Rotkäppchen- und Oberen Hippengrundweg handelt es sich um Forstwege, die anscheinend manchmal von Forstfahrzeugen benutzt werden, aber sonst in einem Dornröschenschlaf verharren. Aber genau dadurch heben diese beiden Wege sich von der breiten Masse an Wanderautobahnen ab.
Nach ziemlich genau einem Kilometer auf diesen beiden Wegen erreicht man den Ochelweg, dem man nach rechts folgt. Auch dieser Wanderweg ist noch keine Wanderautobahn, aber auf ihm kann man manchmal tatsächlich andere Wanderer treffen. Dafür, dass dieser Waldweg eigentlich super angenehm zu wandern ist, sind aber trotzdem nur selten ein paar Wanderer unterwegs. Aber vermutlich wollen auch nur sehr wenige Leute von den Brandstufen zur Kohlmühle gelangen. Beim Ochelweg fällt besonders auf, dass man eine große Strecke (mehr als 3 Kilometer) fast ohne nennenswerte Höhenmeter absolvieren kann. Auf der Wanderung Backofen ist nur ein Kilometer auf dem Ochelweg notwendig. Dann weist ein Schild des Nationalparks auf der rechten Wegseite auf die zeitlich begrenzte Sperrung des Felsfuss_am_Berg-Frei-Turm_kleinBerg-Frei-Turms hin. Auch wenn es vermutlich beim Wandern überhaupt nicht aufgefallen ist, so ist die Wanderung um mindestens die Hälfte des Berg-Frei-Turms herum gegangen. Auf der gegenüberliegenden Seite war eine Felswand mit sehr unterschiedlichen Farben zu sehen. Im unteren Teil des Felsens war ein sehr heller Sandstein zu entdecken und nach oben eine schwarze Sandsteinschicht. Durch eine Rodung im Jahre 2009 fällt diese sehr unterschiedliche Farbgebung ziemlich auf.
Nach der Umrundung des Berg-Frei-Turms biegt rechts ein deutlich sichtbarer Forstweg ab. Diesem folgt man ca. 50 Meter, um dann wieder nach rechts abzubiegen. Aufstieg_Backofen_kleinDie ersten paar Meter machen einen ziemlich chaotischen Querfeldein-Eindruck, aber dann ist ein deutlich sichtbarer Felseinschnitt zu erkennen. Der Aufstieg durch den Backofen ist einfach zu bewältigen und die größten Hindernisse sind ein paar umgefallene Bäume. Nach dem leichten Aufstieg durch den Felsspalte_Backofen_kleinBackofen erreicht man einen Waldweg, der parallel zu den Felswänden verläuft. Sehr komisch ist, dass hier am Wegesrand gleich mehrere Hinweisschilder des Nationalparks stehen und darauf hinweisen, dass man nur auf gekennzeichneten Wegen gehen darf. Das Komische daran ist, dass der Weg selbst an den Ochelwänden und den Waitzdorfer Wänden überhaupt nicht markiert ist und damit nicht begangen werden dürfte. Wenn man die Schilder streng auslegen würde, dann dürfte man auch nicht zu den einzelnen Aussichten, die sich an der Felskante aufreihen. Das wäre ganz besonders schade, da wirklich jede der Aussichten lohnenswert ist.
Die erste Aussicht befindet sich gleich neben dem Aufstieg durch den Backofen. Hier sollte man die zeitliche Begrenzung zwischen Mitte Februar und Juli beachten, da in dieser Zeit ein paar Vögel in der Felswand brüten bzw. ihre Kinder großziehen. Es ist offensichtlich auch so, dass sich der größte Teil der Besucher daran hält und so der Zugang zu der Aussicht nur ein sehr schmaler Pfad ist. Die nächsten Aussichten in Richtung Waitzdorf (wenn man also vom Backofen her auf den Waldweg trifft nach links) sind ähnlich schön, nur ein wenig mehr frequentiert.
Die ersten paar Meter ist die Felskante nur ungefähr auf der linken Wegseite zu erahnen, da der Felsen ein paar Meter entfernt ist. Nach etwas weniger als einem Kilometer biegt nach links ein Pfad ab, der eigentlich nur eine Miniabkürzung ist, da man schon nach wenigen Metern (< 200 Meter) den Pfad auf den Waitzdorfer Wänden erreicht. Wenn wir uns richtig erinnern, dann ist diese Miniabkürzung mit einem schwarzen Pfeil gekennzeichnet. Normalerweise bedeutet diese Wegmarkierung, dass es sich um einen Kletterzugang handelt, aber in diesem Fall zweigt der Kletterzugang von der eigentlichen Abkürzung ab und deshalb ist der Wegverlauf sehr einfach.
Nach 300 Meter auf dem ebenen Waitzdorfer-Wände-Weg erreicht man eine von den größeren Aussichten. Diese Aussicht neben dem Lärchenturm ist wirklich toll, weil man ziemlich ungestört auf die Tafelberge der Sächsischen Schweiz blicken kann. Lilienstein_von_Waitzdorfer_Aussicht_kleinGenau vor einem liegt der Lilienstein und rund um ihn herum sind die anderen Tafelberge platziert. Wenn man rechts am Felsen entlang sieht, dann fällt ein einzelnes Haus an einer Felskante auf. Dabei handelt es sich um die Brandaussicht. Dort hat man zwar fast den gleichen Blickwinkel und dazu eine Gaststätte (www.brand-baude.de), aber ganz sicher auch immer noch einige andere Besucher. Das ist bei den Aussichten auf den Waitzdorfer Wänden eher die Ausnahme. Obwohl ich jetzt schon zum zweiten Mal mit unserer großen Tochter diese Aussicht besuchte und sie auch vorher schon das Kreuz auf dem Felsen mit dem Bild des freundlich schauenden Mädchens (Stefanie, * 25.09.86, + 06.06.05) gesehen hatte, waren wir die nächste Zeit mit Gedanken über den Tod der jungen Frau beschäftigt.
Auf dieser Aussicht, wie auch auf der nächsten, befinden sich jeweils zwei Bänke, die zum Verweilen einladen. So kann man noch ein bisschen die schöne Natur genießen und ein paar der vielen Felsinschriften entziffern. Spinnennetz_Aussicht_Waitzdorfer_Waende_kleinAn der Aussicht beim Lärchenturm fallen besonders ein Herz mit Schreibfehlern und ein größeres Spinnennetz mit Kreuzspinne auf. Die nächste Aussicht (Waitzdorfer Aussicht) ist zwar ein bisschen kleiner, aber trotzdem ein Wohlgenuss fürs Auge. Mit dieser Aussicht ist die Wanderung auch schon fast beendet und es geht nur noch ein kurzes Stück in östlicher Richtung bis zum Ortseingang von Waitzdorf bzw. dem Ausgangspunkt.
Diese Wanderung ist eine schöne kleine Runde gewesen, die zwar zwischendurch ein bisschen Orientierungssinn verlangte, aber dafür führte die Wanderung gleich über zwei unbekannte Schluchten (Rotkäppchenweg und Backofen), die beide ihren Reiz hatten. Ganz besonders schön waren natürlich auch mal wieder die tollen Aussichten auf dem Berg-Frei-Turm und der Waitzdorfer Wand.

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