Nachtwanderung Haselmausbaude

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 24,00 h
Entfernung:
ca. 11,00 km
Höhenunterschied:
ca. 270 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
nicht im Winter
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz (regenfest);
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Parkplatz S169 - grüner Punkt - Oberer Buchweg - Cottaeiche - Lindhornweg - Haselmausbaude - Stolzenhain - Auerhahnschneise - Grenzbaude - gelber Strich - Taubenteich - Taubenteichbiwak - grüner Strich - Taubenbrandweg - Gebackenebirn Straße - Matthias-Otto-Eiche - Alte 3 - Lindhonweg - Haselmausbaude - Lindhornweg - Cottaeiche - Oberer Buchweg - Parkplatz S169

Beschreibung:

Diese Wanderung ist keine von den typischen Wanderungen auf unserer Webseite. Sie setzt sich eigentlich aus drei Teilen zusammen. Zuerst geht es bis zur Haselmausbaude, dann von dort bei Dunkelheit zur Grenzbaude, dem Taubenteich und zurück zur Haselmausbaude. Das letzte Teilstück geht dann wieder von der Haselmausbaude zum Ausgangspunkt zurück.

Der Startpunkt liegt an dem kostenlosen (zumindest 2020) Parkplatz zwischen Cunnersdorf und Kleingießhübel. Ich habe diese Runde mit meinen beiden fast erwachsenen Töchtern unternommen und irgendwie sahen wir mit unseren riesigen Rucksäcken und den Isomatten bestimmt so aus, als ob wir den Forststeig bewältigen wollten. Hochsitz_S169_kleinWenn man von dem Parkplatz kommt, geht es nach links und dann sofort wieder in Richtung Wald. Die ersten paar wenigen Meter bis zum Wald sind mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert. Die Wanderwegmarkierung verlässt aber gleich mit Erreichen des Waldrandes den Weg und jetzt geht es einfach unmarkiert weiter gerade auf dem Oberen Buchweg. Nach insgesamt 1 ½ Kilometern passiert man die Cotta-Eiche auf der rechten Wegseite und wandert weiter auf dem gut ausgebauten Waldweg namens Lindhornweg. Von der Eiche bis zur Trekkinghütte Haselmausbaude ist es noch ein Kilometer und schon ist der erste Teil der Wanderung bewältigt. Von dem gut ausgebauten Lindhornweg ist die Hütte gut auf der rechten Wegseite zu sehen und nur, wenn man schon den ersten Teil im Dunkeln unternehmen würde, wäre die Gefahr groß, dass man dran vorbei wandert. Als wir an der Hütte ankamen, saß bereits ein sehr nettes Paar am Tisch und wir konnten uns darüber freuen, dass der Ofen schon wohlige Wärme ausstrahlte. Wunderbar, bei doch ziemlich herbstlichem Wetter draußen. Zuerst haben wir uns mit den beiden darauf geeinigt, welchen Platz wir in dem Schlafboden belegen und dann den ersten Teil unseres Abendessens zu uns genommen.

Nachdem es fast vollständig dunkel war, haben wir uns auf die 2. Etappe gemacht. Hauptziele waren die Trekkinghütte Grenzbaude und der Biwakplatz am Taubenteich, um einfach mal zu schauen, ob auch dort Wanderer übernachten. Also ging es von der Haselmausbaude nach rechts auf dem Lindhornweg weiter. Schon nach wenigen hundert Metern steht am Weg eine Tafel, die auf die ehemalige Siedlung Stolzenhain hinweist, aber irgendwie haben wir sie im Dunkeln nicht gesehen. Der Forstweg macht einen Bogen nach rechts und man wandert auf der Auerhahnschneise weiter in Richtung Deutsch-Tschechische Grenze. An dieser Stelle war es zu unserer Wanderzeit dort stockduster und auf einmal leuchtete ein Licht durch den Wald. Aufgehender_Vollmond_kleinFür uns war es klar, dass es sich um die Grenzbaude handeln müsste, aber je weiter wir gingen, desto klarer wurde uns, dass es sich um den Mond (fast Vollmond) handelte. Ungefähr nach einem Kilometer auf dem Forstweg erreicht man eine Kreuzung, an der sich der Weg gabelt. Man hält sich rechts und gleich gegenüber ist auch schon die Trekkinghütte Grenzbaude ausgeschildert. 200 Meter hinter dem kreuzenden Forstweg erreicht man diese Hütte. Als wir die kleine Tour unternommen haben, saßen nur zwei Männer draußen und waren doch ziemlich überrascht, als drei weitere Besucher vor ihnen standen. Die beiden hatten die 1. Etappe des Forststeigs hinter sich und schauten super freundlich drein.

Nach einem netten Gespräch sind wir dann wieder die paar Meter bis zu dem breiten Forstweg zurück gewandert. Dieser Weg, der parallel zur Grenze verläuft, ist mit dem gelben Strich gelber Strich markiert und es geht ihm nach links weiter hinterher. Am Tag ist es viel einfacher, die Wanderwegmarkierungen zu erkennen und so haben wir uns gefreut, dass wir mit drei ordentlichen Taschenlampen unterwegs waren. Warnschild_Taubenteich_Munitionsbergung_kleinEinen ordentlichen Schreck haben wir dann kurz vor dem Taubenteich bekommen. Hier hingen mindestens zwei Warnschilder, die auf Munitionsbergung hinwiesen. Am meisten hat uns das mittlere Symbol, Warnung vor explosiven Stoffen, beunruhigt. Wir waren etwas verunsichert, was sich denn hier ganz hinten an der Grenze so im Wald versteckt, aber auf dem Forstweg haben wir uns so einigermaßen sicher gefühlt. Schon nach wenigen Metern tauchte dann auf der linken Seite der Taubenteich auf und, als wir da lang gewandert sind, der Feuerschein eines Lagerfeuers. Das ist an der Stelle tatsächlich erlaubt und signalisierte uns, dass auch hier Mitmenschen sind. Insgesamt waren es acht Leute, die dort übernachteten. Ein herrlicher Duft von gegrillten Würstchen hing über der Stelle. Wir waren kurz vor einem Raubüberfall, weil es einfach so lecker roch. Auch diese Gruppe war super nett und freute sich über den nächtlichen Besuch.

Für den Rückweg geht es erstmal auf dem bekannten Weg mit der gelben Markierung gelber Strich ½ Kilometer zurück, bis nach links die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich abbiegt. Die Wanderung führt über den sehr angenehm zu wandernden Taubenbrandweg. Für eine Nachtwanderung ist es schon sehr angenehm, wenn es über einen etwas breiteren Weg geht. Nach 1 ½ Kilometer wechselt der Name des Weges in Gebackenebirn-Straße. Das merkt man überhaupt nicht, aber eine Tafel (die man auch sehr gut im Dunklen sieht) weist auf diesen Umstand hin. In diesem Bereich der Wanderung hatten im Herbst 2019 die Wildschweine den Weg ordentlich auf den Kopf gestellt und das Wandern war etwas schwieriger. Der Weg war immer noch sehr gut zu erkennen, aber wir mussten schon ganz schön aufpassen, um nicht im Matsch zu landen. Eigentlich könnte man die Wanderung ein kleines Stück abkürzen und nach etwas weniger als einem Kilometer nach rechts abbiegen. Da wir aber nur einen zugewucherten Waldweg entdeckt haben, sind wir lieber auf dem Weg bis zur Matthias-Otto-Eiche weiter gegangen. Damit sind wir auf der Gebackenebirn-Straße 1 ¼ Kilometer gewandert und dann im spitzen Winkel nach rechts abgebogen. Dieser Weg ist wieder sehr gut ausgebaut und man wandert bis zum Ende ½ Kilometer. Hier erreicht man wieder den schon bekannten Lindhornweg, was man aber in der Dunkelheit nicht so richtig gut erkennen kann, und es geht nach links noch 150 Meter weiter. Da wir an dem überdachten Außenplatz eine der Campingleuchten aufgehangen hatten, war es für uns super einfach, wieder zur Haselmausbaude zurück zu finden.

Zu unserer großen Überraschung hatten sich unsere beiden Mitbewohner schon in die hinterste Ecke des Schlafbodens verkrochen und so haben wir ganz leise draußen den Abend genossen. Es ist ganz schön erstaunlich, wie leise so ein Wald in der Nacht sein kann. Haselmausbaude_Morgens_frueh_kleinObwohl wir normalerweise immer die ersten sind, die aus ihrem Schlafsack kriechen, war es diesmal die Mitbewohnerin. Damit hatten wir nicht mehr mit der Befürchtung zu kämpfen, dass wir jemanden wecken. Nachdem wir alle unsere Sachen eingepackt hatten, haben wir uns auf die 3. Etappe gemacht. Seitenansicht_Haselmausbaude_kleinDiese ist einfach, da es auf dem bekannten Hinweg wieder zurück geht. Wir haben uns ein wenig gesputet, da wir zu Hause in großer Runde frühstücken wollten. Nachdem wir den Parkplatz erreicht hatten, haben wir auf dem Nachhauseweg noch einen kurzen Zwischenstopp in der Cunnersdorfer Bäckerei gemacht und sind sehr zufrieden nach Hause gefahren.

Uns hat die Runde richtig viel Spaß gemacht und es ist eine sehr interessante Erfahrung, durch einen sehr dunklen Wald zu wandern und auch dabei die Orientierung zu behalten. Falls jemand diesen Ausflug nachmachen möchte, noch zwei wichtige Hinweise: Die Trekkinghütten sind leider im Winter geschlossen und man benötigt ein Ticket für die Hütten. Da sich diese Daten (Öffnungszeiten und Preise) ändern, sollte man vor Antritt zu der Runde kurz bei der offiziellen Seite der Hütten vorbeischauen: www.sbs.sachsen.de.

Herunterladen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.