Fritschenstein

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 3,50 h
Entfernung:
ca. 10,00 km
Höhenunterschied:
ca. 343 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Kletterabschnitte
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
Klettern
empfohlene Karten:
Brand – Hohnstein;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
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Kurzbeschreibung:

Polenztal - Frinzthalmühle - Gewerbegebiet - Fritschenstein - roter Punkt - Tiergartenweg - Mühlberg - Polenztal - Polenztalweg - Walterdorfer Mühle - roter Strich - Neuweg - grüner Strich - Brandbaude - Brandstufen - Tiefer Grund - Frinzthalmühle

Beschreibung:

Vor ein paar wenigen Jahren hatte eine Gaststätte in Porschdorf auf ihrer Internetseite einen neu angelegten Rundweg zum  Fritschenstein vorgestellt und diesen so ins Gespräch gebracht. Das wollte der Nationalpark nicht so ohne weiteres durchgehen lassen und so sind die Wegmarkierungen und drei Aufstiegshilfen wieder entfernt worden. Heutzutage befindet sich der Fritschenstein wieder in seinem Dornröschenschlaf. Der Startpunkt für diese Runde ist der Parkplatz am unteren Ende des Polenztals. Eigentlich muss man nur auf die andere Seite der Polenz, die man an der Stirnseite des Parkplatzes sieht. Da es aber wirklich keine Jahreszeit gibt, in der der Bach mal warm ist, empfiehlt es sich, wieder auf die Fahrstraße zwischen Hohnstein und Bad Schandau zurück zu gehen und nach rechts bis zur Einfahrt in das kleine Gewerbegebiet von Porschdorf. Damit hat man dann den Bach bequem überquert und als erstes geht es ein paar Meter bis zu ein paar Garagen (ich glaube es waren 11 Stück) auf der linken Straßenseite. Die Garagen sind nicht das Besondere, sondern die Öffnung eines Stollens in dem Felsen dahinter. Hier wollten die Nazis eine unterirdische Treibstoff-Fabrik errichten. Durch das Ende des Kriegs ist es nicht zu einem größeren Ausbau gekommen und so sind zumindest hier nicht ganz so viele Kriegsgefangene verschlissen worden.

Die Wanderung führt weiter auf der Zufahrtsstraße des Gewerbegebiets. Ganz kurz, bevor man wieder über eine Brücke die Polenz überqueren würde, Feuerkorb_im_Polenztal_kleinbefindet sich links zwischen einer Halle und dem Bach ein großes Tor. Dieses Tor kann man schon seit vielen Jahre einfach an der rechten Seite umgehen. Knapp hinter der Halle stand im Sommer 2020 ein gigantischer Feuerkorb. So ein riesiges und massives Ding habe ich noch nie gesehen. Eins kann man sich sehr sicher sein, den stiehlt keiner. Flussrechen_von_Frinzthalmuehle_kleinDie Wanderung geht weiter und der Weg wird sehr schnell von einem breiten Waldweg zu einem Pfad. Dieser gabelt sich nach 150 Metern  und wir sind nach rechts bis zum Flussrechen weiter gewandert . Das war keine perfekte Idee. Damit haben wir zwar mal den Flussrechen von der anderen Seite gesehen, aber dafür sind wir dann auch auf Minipfaden den Hang gleich an der ersten, unübersehbaren Schlucht aufwärts gewandert. Einfacher wäre es gewesen, nach den besagten 150 Metern nach links aus dem Polenztal rauszusteigen. Hier führt ein gut sichtbarer und neu ausgebauter Waldweg aufwärts. Auf unserem Weg waren wir uns nicht ganz einig, ob es sich um einen Pfad in Serpentinenform oder einen Wildwechsel handelte. Beide Möglichkeiten führen aber zum gleichen Ziel, dem Weg unterhalb des Fritschensteins. Der Weg ist anscheinend neu angelegt worden, um die gefällten Borkenkäferfichten aus dem Wald zu holen.

Vollkommend überraschend ist, dass gleich an zwei Stellen Schilder auf den Aufstieg zum Fritschenstein hinweisen. Da der Felsen ziemlich langgezogen ist, muss man erst ein ganzes Stück in Richtung Osten (nach rechts) wandern und dann oben auf dem Felsen wieder in die andere Richtung. Blick_vom_Fritschenstein_kleinImmer wieder kann man zwischen den Bäumen runter ins Polenztal und auf die andere Bachseite blicken. Als wir die Wanderung an einem langen Wochenende unternommen haben, konnten wir drüben an der Brandaussicht so einige Wanderer entdecken, aber auf unserer Seite waren wir die ganze Zeit allein. Was für ein wunderbarer Felsen.

Für den Rückweg bzw. den Abstieg hätten wir natürlich den gleichen Weg wie den Hinweg nehmen können, aber eigentlich ist das ziemlich langweilig. kleine_Klettereinlage_kleinDeshalb sind wir an der westlichen Spitze den gut sichtbaren Abstieg runter gekrabbelt. Natürlich können das die Kletterer viel eleganter als wir, aber wir hatten auch ausreichend viel Spaß und im Nachhinein waren wir stolz auf unseren tollkühnen Weg. Vom Felsfuß geht es direkt weiter abwärts. Hier schlängeln sich gleich mehrere gut sichtbare Pfade den Hang hinunter und schon nach weniger als 100 Metern erreicht man einen Waldweg. Abhängig davon, welchen Pfad man den Hang herunter gewählt hat, geht es geradeaus oder ein kurzes Stück nach rechts. Der Waldweg macht einen Knick vom Fritschenstein weg und man wandert weiter abwärts. ¼ Kilometer hinter der Kurve erreicht man eine Kreuzung, an der es nach links oder rechts geht. Für diese Wanderung empfiehlt sich der Weg nach rechts. Ganz komisch ist, dass links oben am Hang eigentlich ein offizieller Wanderweg verläuft, den man aber überhaupt nicht sieht und von dem man auch nichts mitbekommt. Nach ungefähr 400 Metern biegt nach rechts im spitzen Winkel ein Weg ab. Diesem folgt man und er führt einen über den Mühlbergweg ins Polenztal hinunter.

Spätestens im Polenztal ist der Wanderweg mit dem roten Punkt roter Punkt markiert. Sehr genau an der Stelle, offizielle_Feuerstelle_Polenztal_kleinan der der Mühlbergweg im Polenztal ankommt, befindet sich rechts eine der offiziellen Feuerplätze. Solange die Trockenheit nicht mal wieder überwiegt (was durch ein auswechselbares Schild vom Nationalpark am Grillplatz festgelegt wird) darf man hier in einer Feuerschale sein eigenes Lagerfeuer anzünden. Ein Schild weist darauf hin, dass man für ein Feuer selber das Brennholz mitbringen soll. Ich würde mal vermuten, dass ich genau aus diesem Grund noch nie an einer dieser Stellen ein Feuer gesehen habe.

Die Wanderung geht 200 Meter dem Bachlauf entgegen, Bruecke_an_der_Waltersdorfer_Muehle_kleinbis kurz vor der Waltersdorfer Mühle eine breite Brücke über die Polenz führt. Nachdem man die Brücke überquert hat, wandert man nach links weiter und folgt jetzt der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Schon ganz wenige Meter hinter der Brücke stehen zwei unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, um hinauf zur Brandaussicht zu gelangen. Aufstieg_ueber_den_Neuweg_kleinDie erste Möglichkeit biegt gleich nach rechts in den Schulzengrund ab. Die zweite Möglichkeit geht geradeaus auf dem Neuweg aufwärts. Wir fanden den Weg über den Neuweg, auch wenn diese Variante etwas länger ist, für diese Wanderung besser. Beide Wege sind ziemlich hubbelig, aber jeder Weg führt durch eine sehenswerte Schlucht. Nach einem Kilometer Aufstieg erreicht man den Malerweg (Wegmarkierung „M“ oder grüner Strich grüner Strich), den man nach rechts in Richtung Brand weiter wandert. fantastische_Aussicht_vom_Brand_kleinNach etwas weniger als einem Kilometer erreicht man die Brandstraße, auf der es sehr angenehm nach rechts bis zur Brandaussicht weiter geht. Die Brandbaude bietet eine sehr schöne Möglichkeit sich zu stärken und dabei in die Landschaft zu blicken. Die Brandaussicht ist sehr beliebt, ganz besonders bei Mitmenschen, die den einfachen Zugang lieben. So zieht es viele ältere Herrschaften, Leute mit Grotte_Brandaussicht_kleinKinderwagen oder Radfahrer bis zu der Aussicht. Wer nichts kaufen möchte oder zu den Selbstversorgern zählt, für den gibt es links neben der Brandbaude eine vollkommen ruhige Alternative. Der Zugang ist eigentlich neben der Brandbaude sehr gut zu erkennen, aber die wenigsten Besucher kennen diesen Platz. Auch hier befindet sich eine Aussicht mit dem gleichen Blick und mindestens zwei Bänken. Das Beste an dem Platz ist aber die Grotte und die Inschrift in dem Felsen an der Rückseite der Aussicht. Auch wenn wir uns sehr angestrengt haben, mindestens den untersten Teil konnten wir nicht mehr entziffern. Zum Glück ist die Inschrift_Brandaussicht_kleinInschrift auf der Webseite der Brandbaude (www.brand-baude.de) abdruckt :
„Wohl mir, dass mir noch unverwöhnet; Die Lockung der Natur gefällt.; Solch eine Gegend, Freund, versöhnet; Mich mit dem Überdruss der Welt.; Man wird des Lebens überdrüssig; Bei aller Ebb’ und Flut der Stadt.; Doch hier, geschäftig oder müßig,; wird keiner seines Daseins satt.; Moritz August von Thümmel (1738-1817)”.

Von der Aussicht kommend geht es nach rechts weiter auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich. abwechslungsreiche_Treppe_Brand_kleinSchon bald erreicht man den Abstieg über die Brandstufen. Diese Treppenanlage ist zwar sehr abwechslungsreich, aber durch die riesige Anzahl an Stufen (es sollten laut Dr. Böhm 876 Stufen sein) ist es, egal in welche Richtung man wandert, anstrengend. Die Mitmenschen mit etwas älteren Kniegelenken jammern über den Abstieg und die mit zu hohem alte_Inschrift_an_den_Brandstufen_kleinKörpergewicht oder schlechter Kondition über den Aufstieg. Am Ende des Abstiegs kommt das letzte Teilstück dieser Wanderung. Früher musste man hier über die Straße bis zum Ausgangspunkt wandern, heutzutage ist rechts neben der Straße ein Pfad angelegt, der zwar etwas anstrengender als das Gehen auf der Straße ist, aber dafür ist der Wanderweg wunderbar abwechslungsreich.

Die Wanderung ist wirklich eine schöne Runde, die mindestens auf der Hälfte eine wunderbare Ruhe liefert. Aber auch die restlichen Merkmale (schöne Aussicht, interessante Punkte, ein bisschen Kraxeln und Felsen) einer guten Wanderung sind enthalten. Das einzige Manko ist, dass man zwischen dem Industriegebiet Frinzthalmühle/dem Flussrechen und dem Fritschenstein ein bisschen kreativ mit der Wegstrecke sein muss.

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Ein Gedanke zu „Fritschenstein“

  1. Im September 2020 ist jetzt an dem Tor ein Schild angebracht, daß den Zugang über das Privatgrundstück verweigert. Auch scheint da Schlupfloch geschlossen worden zu sein.

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