Kamnitztaler Terrassenweg

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Karte:
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Dauer:
ca. 3,00 h
Entfernung:
ca. 11,00 km
Höhenunterschied:
ca. 169 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
steiler Aufstieg
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Böhmische Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Hřensko (Herrnskretschen) - Edmundova soutěska (Edmundsklamm) - gelber Strich - Bootsstation - zurück - Kamnitztaler Terrassenweg - Fährgründel - gelber Strich - Mlýnská cesta (Mühlweg) - Dlouhá Bělá (Lange Biele) - Hřensko (Herrnskretschen)

Beschreibung:

Zuerst das Wichtigste, damit nicht wieder jemand protestiert, weil er von einem Nationalparkranger zurückgeschickt worden ist: Die Wanderung führt auf einem unmarkierten Pfad durch die Tschechische Kernzone. Wer das also nicht riskieren möchte, der braucht diese Wanderung nicht weiter zu lesen. Ich selber habe die Wanderung im tiefen Winter durchgeführt und dabei ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Ranger zu treffen minimal. Auf die Idee zu dieser Wanderung bin ich durch das Buch “Stille Wege Band 3 (Böhmische Schweiz)” aus dem Stiegenbuchverlag (www.stiegenbuchverlag.de) gekommen. Dort wird der Pfad an der Kamnitz nur kurz beschrieben, aber das hörte sich schon so interessant an, dass ich es ausprobieren musste.

Der Startpunkt für diese Runde liegt am oberen Ende von Hřensko (Herrnskretschen) Wasserfall_Parkplatz_Hrensko_kleinan dem großen Parkplatz, der netterweise im Winter seit ein paar Jahren kostenlos ist. Von hier geht es ein paar Meter die Straße abwärts, bis nach links die Edmundova soutěska (Edmundsklamm) beginnt. Im Winter ist hier vollkommene Ruhe, da die Kahnfahrten nur zwischen Ostern und Ende Oktober stattfinden. neuer_Aussichtspunkt_kleinEs gibt auch fast keine Alternative neben der Bootsfahrt und so ist der Weg mit der gelben Markierung gelber Strich eine Sackgasse. Trotzdem ist es auch als Sackgasse ein interessantes Tal und eine Hin- und Herwanderung bis zur untersten Bootsstation lohnt sich schon. Bruecke_Edmundsklamm_kleinFür diese Wanderung überquert man nach 300 Metern den Bachlauf und schon nach weiteren 200 Metern erreicht man die einzige größere Ausbuchtung im Weg. Von unten kommend ist nach links ein relativ flacher Hang zu sehen, den man einigermaßen einfach hochkrabbeln kann. Kamnitz_kleinAuf einer Strecke von 90 Metern wird ein Höhenunterschied von 40 Metern überwunden. Das klappt nur an dieser Stelle, da keinerlei Felsen im Weg stehen. Aufstieg_Terrassenweg_kleinNoch bevor man ganz oben angekommen ist, sieht man rechts einen größeren Felsen, an dem der Kamnitztaler Terrassenweg beginnt. Sehr seltsam ist, dass der Pfad nur in uralten Karten von 1906 und 1912 eingezeichnet ist, aber in keiner einzigen neuen, obwohl er in der Realität gut zu erkennen ist. Kamnitzer_Terrassenweg_kleinVielleicht ist er mal zwischendurch etwas verschwunden, wenn man sich aber bewusst ist, dass es immer auf gleichbleibender Höhe am Hang entlang geht, dann findet man ihn schon ganz gut. Gleich an mehreren Stellen sind deutliche Spuren von Boofen zu erkennen. An zwei Stellen war im Winter 2018/19 der Pfad durch umgestürzte Buchen versperrt, sodass eine Miniklettereinlage durch das Astgewirr notwendig war. Aber zum Glück sind Buchen keine garstigen Bäume mit Nadeln oder Dornen und so ist es für den weiteren Weg kein ernstzunehmendes Hindernis.

Auch wenn es immer mal wieder so aussieht, als würde der Pfad an einem Felseneinschnitt aufhören, kommt man immer wieder weiter. Zwischendurch sind sogar schwarze Pfeile als Zugang zu Kletterfelsen an die Bäume gemalt und mindestens an einer Stelle sind Stufen in eine Felsmurmel gehauen worden. Nach ziemlich genau einem Kilometer Aussicht_auf_Kamnitz_Staustufe_kleinhat man auf einmal eine gute Aussicht runter auf die Staustufe der Edmundsklamm. Amselbadewanne_kleinEin paar hundert Meter hinter dieser Aussicht, musste ich schmunzeln, da eine Amsel in einer Minipfütze in einem verwachsenen Baum saß und ein Bad nahm. Irgendwie sah das schon ganz schön komisch aus und besonders wo unten im Tal ein großer Bach bestimmt besser zum Baden geeignet ist. Aber hier hatte sie ihre eigene kleine Badewanne.

Kurz bevor man das Fährgründel erreicht hat, führt der Pfad an einer sehr steilen Stelle vorbei. Da ich alleine unterwegs war und der Untergrund nicht so richtig vertrauenswürdig aussah, habe ich mich hier nicht weiter getraut und bin ein paar Meter zurück gewandert und dann um den Felsen herumgegangen. Faehrgruendel_kleinDas klappte hervorragend und ich bin dann im Fährgründel gelandet. Natürlich bin ich dann erstmal noch bis zur Felskante gegangen und musste feststellen, dass man bis ganz nah an die schmale Stelle kommen kann. Da ich mal wieder nicht dran gedacht hatte, dass es im Winter doch sehr früh dunkel wird, habe ich mich zügig auf den Weg hoch durch das Fährgründel gemacht. Auch wenn so einige Bäume kreuz und quer auf dem Waldweg liegen, kommt man ganz gut aufwärts.

Nach insgesamt 800 Metern biegt im spitzen Winkel nach rechts ein deutlich sichtbarer, mit Gras bewachsener Waldweg ab. Praktisch gesehen ist es auch der erste Waldweg auf der rechen Seite. Auf ihm wandert man etwas weniger als 200 Meter und dann erreicht man eine Schranke und die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich. Dieser Wanderweg führt nach links den Hang hinunter. Sehr unterhaltsam ist, dass an diesem Waldweg extra die Fahrradfahrer gewarnt werden, dass es abwärts geht und man durch Querrillen vom Fahrrad fallen kann. Sehr schön, dass man sich im Tschechischen so hervorragend um die Fahrradfahrer kümmert. Nach einem Kilometer Abstieg erreicht man das Tal der Dlouhá Bělá (Lange Biele), das man jetzt nach links bis zum Ausgangspunkt hinunter wandert.

Mich hat der so gut versteckte Kamnitztaler Terrassenweg mit dem anschließenden Fährgründel wirklich überrascht. Es war eine wunderbar ruhige Wanderung mit einem ganz neuen Weg, der seltsamerweise von allen anderen verschwiegen wird.

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    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit S-Bahn bis zur Haltestelle Schöna mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Edmundsklamm
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,50 €

2 Gedanken zu „Kamnitztaler Terrassenweg“

  1. Diese Wanderung verdient die Höchstbewertung!!!! Eine Wanderung, die auf keiner Karte verzeichnet ist und in so einem ruhigem Gebiet ist einfach Spitze

  2. Diesen interessanten Weg habe ich am letzten Märztag begangen. Mitunter ist er kaum zu sehen und führt immer direkt am Abhang entlang. Nicht ganz ungefährlich. Zahlreiche umgestürzte Bäume mussten unter oder überquert werden. Trittsicher sollte man unbedingt sein. Interessant auch, dass sich hier Boofen wie an einer Perlenkette aufreihen. An einer Stelle entdeckte ich sogar eine etwas verblasste Kletterzugangsmarkierung. Gelegentlich wird der Pfad doch noch benutzt. War der Aufstieg aus dem Kamnitztal ursprünglich einmal mit Stufen befestigt? Sonst wäre es schon recht beschwerlich gewesen. Beginnt der Terassenweg dort tatsächlich, mir schien der Pfad von links zu kommen.

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