Winterschrammsteine

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unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 3,00 h
Entfernung:
ca. 11,00 km
Höhenunterschied:
ca. 218 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Schrammsteine – Affensteine;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Bad Schandau - Sendigstraße - Aufzug - Luchsgehege - Fahrstuhlweg - Ostrau - Ostrauer Ring - Schrammsteinblick - Falkenstein-Klinik - grüner Punkt - Fallensteinstraße - roter Strich - Falkenstein-Hütte - grüner Strich - Steinbrecherweg - Liebentor - Wenzelweg - Königsplatz - Wildwiese - Gedenkstein Nationalparkgründung - Mittelwinkelweg - Hintere Promenade - gelber Strich - Elbleitenweg - Bauweg - grüner Strich - Steinbrecherweg - roter Strich - Falkensteinstraße - Ostrau - grüner Punkt - Falkenstein-Klinik - Ostrauer Ring - Lutherweg - Luchsgehege - Aufzug - Bad Schandau - Sendig-Straße

Winterschrammsteine

Der Tourismusverband Sächsische Schweiz hatte festgestellt, dass im Winter einfach zu wenige Besucher in der Sächsischen Schweiz sind und deshalb bei Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) eine Winterwanderkarte in Auftrag gegeben. Dabei ist eine schöne Übersichtskarte mit 29 Wanderungen entstanden. Die Wanderungen sind danach ausgesucht bzw. erstellt worden, dass keine zu gefährlichen Passagen enthalten sind. Wir haben uns diesen Winter die Strecke zum Brand und diese Runde zum Fuße der Schrammsteine ausgesucht.

Der Aufzug_Bad_Schandau_Winter_kleinStartpunkt ist der Parkstreifen vor dem Schandauer Aufzug. Von hier geht es mit dem Aufzug nach oben. Dabei bietet es sich an, gleich ein Ticket für beide Richtungen zu kaufen. Dieses Ticket kostet im Winter 2018/19 2,80 € (ermäßigt 2,20 €). Der Fahrstuhl lässt sich durch einen Knopf rufen, wenn er nicht sowieso schon unten ist. Das coolste, finde ich, sind die beheizten Scheiben. Sie sind wirklich richtig warm und damit auch nie beschlagen. Sehr netter Service. Blick_auf_Bad_Schandau_kleinOben angekommen muss man erst einmal die fantastische Rundumsicht genießen. Von hier oben kann man hervorragend auf Bad Schandau blicken, das leuchtende Außenbecken des Schneckenbades (wegen der Form des Gebäudes, der richtige Name ist Toskana Therme) entdecken und vielleicht auch ein paar gut gelaunte Kindergartenkinder. Über die Brücke geht es zum Berghang und dort könnte man schon das erste Mal einkehren oder auch die beiden Luchse in ihrem Gehege entdecken.

Von dem Luchsgehege geht es bergauf auf dem Fahrstuhlweg in Richtung Ostrau. Nach 400 Metern und 60 Höhenmetern erreicht man den Rand von Ostrau an der neuen Aussichtsplattform. Aussichtsplattform_Ostrau_kleinZum Anfang der Planung der Aussicht wurde noch das Wort Skywalk benutzt, aber man hat schnell festgestellt, dass das einfach nur peinlich ist und ab dann wurde von einer Aussichtsplattform gesprochen. Hat man gerade eben vom Aufzug ins Elbtal geschaut, dann stellt man fest, dass dieser Platz hier keine bessere Aussicht bietet. Boehms_Wandermaedel_klein Man kann über die Elbe hinweg auf die Tafelberge sehen, den Fluss selber aber nur über zwei Sichtachsen, die etwas freigeschlagen wurden. Das ist der Bezeichnung Skywalk einfach nicht wert. Trotzdem ist die Aussichtsplattform sinnvoll. Hier oben in Ostrau befindet sich die Falkenstein-Klinik, in der sich gesundheitlich angeschlagende Mitmenschen erholen. Genau für diese ist der Spaziergang über den Ostrauer Ring und ein Besuch der Aussicht perfekt geeignet.

Für die Wanderung geht es auf dem Ostrauer Ring zwischen der Bebauung und dem Waldrand entlang. Die vielen unterschiedlichen, aber alle toll erhaltenen Häuser auf der linken Straßenseite stammen aus dem Jahre 1903 und wurden von Herrn Rudolf Sendig gebaut. Bis auf zwei der Villen an der Stirnseite des Ostrauer Rings sind alle Häuser heute noch sehr gut erhalten. Skulptur_im_Winter_Ostrau_kleinDie Straße ist im Jahre 2018 neu angelegt worden und dabei  wurden etliche Punkte her- oder ganz neu eingerichtet. Kneippbecken_fuer_die_Arme_kleinSo gibt es u.a. einen neuen Spielplatz, einen netten Rastplatz und ein Kneippbecken für die Arme. Dieses Becken ist im Winter leer, was aber nicht schlimm ist, da sowieso keiner auf die Idee käme, seine Arme bei niedrigen Temperaturen auch noch in  kaltes Wasser zu tunken. Nach ½ Kilometer auf dem Ostrauer Ring erreicht man eine Stelle, von der man eine sehr schöne Aussicht in Richtung Schrammsteine und Falkenstein hat. An dem Aussichtspunkt befindet sich auch ein gemaltes Panoramabild der Schrammsteine mit den einzelnen markierten Gipfeln. Das ist ziemlich interessant, da bestimmt schon so einige Mitmenschen die Felsenkette bestaunt haben und genauso wie ich die Felsen einfach nicht richtig auseinander halten können.

An der Aussicht führt die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt vorbei. Dieser folgt man nach links (wenn man in Richtung Schrammsteine blickt), um zuerst an der Falkenstein-Klinik vorbeizuwandern und dann geht es am Straßenrand in die Richtung der Schrammsteine. Die ersten 200 Meter außerhalb der Ortschaft muss man am Straßenrand entlang wandern, dann geht es auf der linken Straßenseite auf einem Bürgersteig weiter. Spätestens ab dem Wanderparkplatz folgt man der Markierung roter Strich roter Strich. Nach ein paar hundert Metern biegt die Straße nach rechts ins Elbtal ab, die Wanderung folgt aber noch ein Stück dem Waldweg, Falkenstein_vom_Steinbrecherweg_kleinbis nach rechts der Steinbrecherweg mit der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich abbiegt. Auch wenn es zwischendurch so aussieht, als würde der markierte Wanderweg auf das Grundstück eines Wochenendhauses führen, so folgt man dem Weg einen Kilometer. Dann erreicht man einen gut ausgebauten Forstweg, den man nach links weiter wandert. Nach ein paar hundert Metern (400 Meter) biegt der grün markierte Weg nach rechts ab, unsere Empfehlung ist aber, geradeaus auf der Forststraße (Wenzelsweg) weiter zu wandern. Schon sehr schnell erreicht man die große Wildwiese, dann kann man auch gut erkennen, warum wir diesen Weg empfohlen haben. Schrammsteine_im_Winter_kleinVon dieser Seite hat man einen viel besseren Blick auf die Schrammsteine. Am Ende der Wiese führt ein Waldweg direkt am Waldrand auf die gegenüberliegende Seite. Dort erreicht man die bekannte Wanderwegmarkierung grüner Strich, die aber nur überschritten wird und gegenüber geht es ein paar wenige Meter auf dem Mittelwinkelweg aufwärts. Nach etwa 200 Metern erreicht man eine größere Waldwegkreuzung, auf der es nach rechts mit der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich weiter geht. Der Weg schlängelt sich an der Unterseite der Schrammsteine entlang und damit ist es vollkommen egal, wie viel es mal wieder geschneit hat, man kann so einigermaßen sicher wandern. Selbst wenn der Weg schon durch einige andere Mitmenschen glatt getrampelt sein sollte, kann man diese Winterwanderung noch genießen.

Genau an der kürzesten Stelle zwischen den Schrammsteinen und dem Falkenstein kommt von rechts die Wanderwegmarkierung Malerweg mit dem großen „M“. Auf dieser geht es bis zur schon bekannten Kreuzung mit dem Wenzelsweg und dann weiter auf dem Steinbrecherweg in Richtung Ostrau. Die Wanderung führt auf den schon bekannten Wegen bis Ostrau zurück und dort zur Falkensteinklinik. Erst dort wird der bekannte Weg verlassen und der zweite Teil des Ostrauer Rings begangen. Schon nach ein paar Metern erreicht man einen von den schönen neuen Plätzen. Hier befindet sich ein kleiner Sandsteingipfel, eine schöne, große Bank in einem Pavillon und drei Spiegel, die den Betrachter verformen. Der Spiegel, der einen viel schlanker wirken lässt, hat uns am besten gefallen. Autos dürfen hier maximal 30 km/h fahren und so ist es sehr  angenehm, hier entlang zu spazieren und die Häuser anzuschauen. An der Stirnseite des Ostrauer Rings angekommen, beginnt geradeaus der Lutherweg. Dieser Weg führt etwas oberhalb des Fahrstuhlweges, den man vom Hinweg kennt, am Hang entlang. Damit gelangt man zum oberen Teil des Luchsgeheges und wenn man Glück hat, sieht man eine der beiden Katzen. Luchs_im_Winter_Ostrau_kleinWenn man weiß, dass diese Tiere in Freiheit eine durchschnittliche Reviergröße von 250 km² haben, dann ist Gehege hier einfach viel zu klein, aber so hat man wenigstens mal die Chance, diese tollen Jäger zu sehen. An und für sich sind die auch nicht anders als Hauskatzen, nur halt alles ein ganzes Stück größer. Gleich neben dem Gehege führt eine Treppe hinunter zum Aufzug und damit gelangt man wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Wir finden die neue Winterkarte der Sächsischen Schweiz gut, auch wenn manche der Empfehlungen sehr seltsam sind. So geht z.B. eine Wanderung auf der Straße von Ottendorf runter ins Kirnitzschtal. Auch wenn im Winter wirklich nur wenige Leute auf den Straßen unterwegs sind, würde ich mich nicht trauen, so ein Teilstück zu empfehlen. Aber für eine Wanderung im Winter ist das immer noch ein sichererer Weg als auf zugeschneiten oder sogar vereisten Felsen herumzuturnen. Das macht den Leuten der Bergwacht keinen Spaß und für einen selber ist es auch kein Genuss, in einer Kletterstiege zu hängen und auf Rettung zu warten (so passierte genau zu unserem Wanderzeitpunkt auf der Rübezahlstiege).

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Krasseltsteig

Obwohl ich mir schon sehr häufig die Schrammsteinkarte von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) angesehen habe, war mir der Krasseltsteig noch nie aufgefallen. Erst ein netter Leser hatte mich darauf hingewiesen, dass man über diesen Weg auch hoch auf die Höllenwand gelangen kann. Das musste natürlich gleich mal ausprobiert werden und schon mal vorweggenommen: es war eine super gute Empfehlung.

Den Startpunkt haben wir an den Parkplatz Nasser Grund im Kirnitzschtal gelegt. Von hier führt die Wanderung den gut ausgebauten Nassen Grund hinauf. Obwohl wirklich viele Wanderer hier aufwärts starten, gibt es überraschenderweise keinerlei Wanderwegmarkierung. Der Weg durch den Nassen Grund ist sehr angenehm zu wandern und ähnlich wie die Straße durch den Großen Zschand ausgebaut, aber man trifft hier nie ein Fahrzeug an. Die einzige Ausnahme ist, wenn die Elbe Hochwasser führt. Dann wird der Nasse Grund als Notzufahrt nach Ostrau und damit zur Klinik benutzt. Nach sehr genau einem Kilometer biegt nach links im flachen Winkel der Jordan-Grund ab. Jordan_Untergrund_kleinDieser Weg ist schon was ganz anderes als der Nasse Grund. Hier kann kein Fahrzeug mehr fahren und die Felsen stehen viel näher beieinander. Deutlich ist zu sehen, dass hier zum Teil uralte Sandsteinplatten als Untergrund liegen. Anscheinend ist dieser Weg schon seit sehr langer Zeit ein Forstweg. Für heutige Fahrzeuge ist er aber ungeeignet und so kann man angenehm aufwärts wandern, bis man den Zeughausweg erreicht.

Grundsätzlich geht die Wanderung nach links zum Krasseltsteig, aber zuerst Domwaechter_kleinwird ein kurzer Abstecher von 2 x ¾ Kilometer zum Domwächter unternommen. Von diesem Platz hat man einen sehr guten Blick auf die Höllenwand, den Krasseltsteig und die Boofe auf dem Band unter dem Sandlochturm. Dafür geht es geradeaus auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich in das Sandloch hinein. Ausgeschildert ist der Kleine Dom. Die Beschreibung Sandloch ist sehr passend, da man sich eher wie am Strand als im Gebirge fühlt. Nach ein paar hundert Metern (genauer gesagt 300 Meter) steht ein seltsamer Wegweiser am Rand, der nur in zwei Richtungen zeigt, eben genau entlang des markierten Weges. Hinter dem Wegweiser ist aber ein deutlicher Trampelpfad zu erkennen. Da man außerhalb der Kernzone ist, braucht man sich keine Sorgen zu machen, man darf diesen Waldweg gehen. Es handelt sich um den Zugang zum Großen Dom. Nach 200 Metern biegt nach rechts ein Pfad ab, der mit dem schwarzen Pfeil Kletterzugang (Zugang Kletterfelsen) markiert ist. Dieser Pfad führt zur Boofe Sachsenhöhle im Dom und dem Aufstieg zum Domwächter. Der Aufstieg befindet sich rechts von der riesigen Boofe und ist mit einer leichteren Klettereinlage zu bewältigen. Im Herbst 2018 waren an der Boofe_unter_dem_Sandlochturm_kleinHolzleiter alle Stufen (bis auf eine) abgebrochen, aber man kommt trotzdem auf den Absatz hoch. Ein paar wenige Eisenklammern helfen auch noch beim Aufstieg. Insgesamt sind es 40 Höhenmeter, die man überwindet, um dann auf einer Fläche unterhalb des Domwächters zu stehen. Hoellenwand_von_der_gegenueberliegenden_Seite_kleinDie Aussicht bietet einen sehr guten Blick rüber auf die Höllenwand und zwei überhängende Felsen, die oben an der Kante der Felswand liegen. An dieser Stelle hier oben trifft man nur ganz selten andere Wanderer, manchmal turnen noch Kletterer an den beiden nebeneinander stehenden Felsen herum.

Die Wanderung geht auf dem gleichen Weg wieder zurück, bis man am bekannten Zeughausweg ankommt. Dieser ist mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert, dem man nach rechts folgt. Nach schon ¼ Kilometer biegt nach rechts ein Pfad/Waldweg ab, der nur für wenige Meter (70 Meter) in Richtung Hölle (nicht die Wilde Hölle, sondern nur die Hölle) entlang gewandert wird. Dann biegt ein Trampelpfad nach rechts in Richtung der Felsen ab. Diesen geht es aufwärts und man hält sich ein wenig rechts, um die vordere Spitze der Höllenwände zu passieren. Auch wenn der Weg auf der rechten Felsseite verführerisch aussieht, so endet er nur an der Miniboofe auf dem Band unter dem Sandlochturm. Die Boofe hat zwar einen schönen Ausblick, aber irgendwie ist das eine wirklich kleine Spalte, in der maximal 2 Leute bequem drin liegen können.

Die Wanderung geht vor dem Felsband nach links auf dem Krasseltsteig aufwärts, um dann den gut sichtbaren Trampelspuren nach oben zu folgen. Der Aufstieg ist wirklich überraschend einfach und ganz schnell ist man oben angekommen. Auch wenn die Wanderung eigentlich nach rechts über die Höllenwand weiter gehen soll, Blick_von_der_Hoellenwand_Aussicht_kleinmuss man unbedingt erst nach links bis zu der Aussicht wandern. Von dieser Aussicht hat man genau den gleichen Blick wie von der Carolaaussicht, nur dass hier viel weniger Besucher ihre Rast einlegen. Es ist ein wunderschöner Platz. Auch von hier liegen der Falkenstein und der Lilienstein in einer Linie hintereinander.

Die weitere Wanderung führt jetzt über den Gratweg auf der Höllenwand entlang. Sehr ungewöhnlich ist, dass so ziemlich alle Bäume hier oben abgestorben sind und wie zur Mahnung noch in den Himmel ragen. Warum auch immer es hier so aussieht, in der restlichen Sächsischen Schweiz kennen wir keine einzige Stelle, an der auch Birken so vertrocknet in der Gegend herumstehen. Aber auch das dürfte nur eine Frage von wenigen Jahren sein, dann wird sich schon wieder eine neue Vegetation hier breit machen. Gratweg_Hoellenwand_kleinDer Pfad oberhalb der Höllenwand ist sehr einfach zu finden, da es zu beiden Seiten senkrecht nach unten geht. An der rechten Felswand sind mindestens zwei Aussichten, bei denen es nicht auffällt, dass sie frei über die eigentliche Felswand herausragen. Das sieht man nur von der gegenüberliegenden Talseite oder dem Anfang der Felswand. Knapp hinter dem Pfad auf der Höllenwand erreicht die Wanderung die Obere Affensteinpromenade. Auf ihr geht es für die nächsten 600 Meter nach rechts weiter, bis man die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich / den Malerweg erreicht. Es geht nach links ansteigend in die Richtung Großer Winterberg. Nach nur 100 Metern erreicht man eine etwas seltsame Wegkreuzung, an der man nach links auf die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich wechselt. Auch dieser Waldweg wird nur 100 Meter gewandert, um dann nochmal nach links abzubiegen und der Ausschilderung Carolaaussicht/Wilde Hölle zu folgen. Die Carolaaussicht ist schon bald erreicht und den kleinen Abstecher sollte man auch unternehmen. Der Blick von der Carolaaussicht ist ganz ähnlich wie von der vorderen Spitze der Höllenwand, nur dass hier noch viel mehr Platz ist und der Falkenstein und der Lilienstein ganz genau in einer Linie hintereinander stehen.

Nachdem man sich ausgeruht und womöglich gestärkt hat, geht die Wanderung weiter runter in die Wilde Hölle. oberer_Teil_Wilde_Hoelle_kleinGleich an mehreren Wegweisern wird der Auf- bzw. Abstieg als schwierig beschrieben. Aus unserer Sicht ist die Wilde Hölle nur begrenzt schwierig, aber durch die vielen Felsmurmeln als Untergrund sehr anstrengend. Dabei ist es vollkommen egal, ob man den Weg auf- oder abwärts geht. In diesem Fall ist es der Abstieg durch die Wilde Hölle. Schon bald passiert man einen Querweg, bei dem es sich um die schon bekannte Obere Affensteinpromenade handelt. Klammern_Wilde_Hoelle_kleinNach ¼ Kilometer erreicht man dann die Stelle, die von den Wegweisern als schwierig beschrieben wurde. Tatsächlich sind hier ein paar Eisenbügel an einen 45° steilen Felsen angebracht worden. Damit kommt man aber ganz hervorragend den Hang hinunter. Abstieg_hinter_Wilder_Hoelle_kleinKurz vorm Ende werden noch ein paar Höhenmeter über eine Leiter überwunden und es geht durch eine enge Schlucht, in der man eine Stufe von einem Meter Höhe (bzw. Tiefe) überwinden muss. Dann kommt ein leichtes Stück Wanderweg bis zur Unteren Affensteinpromenade. Hier liegen ein paar Bäume als Rastplatz herum, auf denen sich sehr häufig auch Wanderer ausruhen.

Die Untere Affensteinpromenade wird nur überquert und dann geht es geradeaus die Eulentilke abwärts. Ganz ähnlich wie auf dem Hinweg der Weg durch den Jordan-Grund ist auch dieser Weg mit großen Steinen gepflastert. Die Schlucht der Eulentilke ist ein ganzes Stück breiter als der Jordan, aber auch sehr schön anzusehen. Der Waldweg endet auf dem Forstweg Nasser Grund, dem man dann noch nach rechts bis zum Ausgangspunkt hinunter folgt.

Wir waren bei dieser Runde mal wieder überrascht, dass wir noch einen Aufstieg hoch auf die Affensteine nicht kannten. Ganz besonders einen so schönen Aufstieg mit einer so netten Aussicht am Ende. Diese Tour war rundum eine tolle Wanderung, die alles enthielt, was eine perfekte Wanderung in der Sächsischen Schweiz ausmacht. Es waren Felsen, einsame Stellen, schmale Waldwege/Pfade und ein bisschen Nervenkitzel bei der Wilden Hölle enthalten. Schön, dass uns ein Leser den Aufstieg über den Krasseltsteig empfohlen hat. Danke schön.

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Trekking

Der Ursprung dieser Wanderung stammt aus der Zeitschrift Trekking. Dort hatte ein Redakteur beschrieben, wie er in der Sächsischen Schweiz eine nette Runde gedreht hat. Das Besondere an seiner Runde war, dass er sie in drei Teile unterteilt und zwei Nächte in Boofen verbracht hat. Irgendwie habe ich mir die Runde natürlich gleich in der Landschaft vorgestellt und dabei gedacht, dass man dafür ganz sicher keine Übernachtungen benötigt, sondern dass man sie einfach an einem Tag durchgehen könnte. Die Wanderung hat dann doch noch mehrere Jahre in meinem Wandervorrat geschlummert, denn ich war mir sicher, dass sie nur in der Jahreszeit mit vielen Sonnenstunden durchführbar sein würde, da sie doch ein wenig länger ist. Außerdem würde sie nur klappen, wenn man rechtzeitig aus dem Bett kommt und möglichst schnell startet.

Diesen Sommer war endlich ein passender Tag gefunden und wie in der Vorlage lElbresidenz_in_Bad_Schandau_kleiniegt der Startpunkt in Bad Schandau. Von dort erfolgen die ersten Kilometer durch das Kirnitzschtal. Dabei passiert man den Stadtpark und die dahinter kommende Kirnitzschtalklinik. Zu der Uhrzeit sind noch keine der Patienten unterwegs, die den vorbeiflitzenden Wanderern neidisch hinterherblicken. Knapp hinter dem Ortsausgangsschild startet auf der linken Straßenseite die Hartung-Promenade mit der Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt. Bahndepo_Kirnitzschtalbahn_kleinSchon nach wenigen Metern passiert man das Depot der Straßenbahnen und es geht weiter bis zum Campingplatz Ostrauer Mühle. Hier wird nach rechts auf die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich gewechselt und dieser leichte Aufstieg schnell erledigt. Die Wanderung passiert ein paar Wochenendhäuser, die sich hier im Wald verstecken und dann wandert man auf dem Steinbrecherweg in Richtung Schrammsteine. morgendliche_Schrammsteinaussicht_klein
Mit dem Erreichen des Wenzelswegs wird auf den Malerweg gewechselt (Wanderwegmarkierung „M“) und man wandert zwischen Falkenstein und Schrammsteinen hindurch. Blick_zum_Falkenstein_kleinDie Wanderung führt um die westliche Spitze der Schrammsteine und dann den ersten ernstzunehmenden Aufstieg hoch auf die Schrammsteine. Das schöne bei dieser Wanderung ist, dass man schon zu einer Uhrzeit hier oben ankommt, zu der kaum ein oder sogar noch gar kein Mitmensch hier ist. Damit ist die Aussicht noch viel fantastischer, als wenn man sie teilen muss.

Nachdem man sich sattgesehen hat, geht es auf dem Gratweg weiter. Spätestens hier ahnt man, warum es angenehm ist, wenn nur wenige Besucher hier sind: Gratweg_Schrammsteine_kleinDer Pfad hier oben entlang ist einspurig und man muss bei größerem Besucherandrang schon mal eine Weile warten. Die Wanderung folgt der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich und ist gleich an mehreren Stellen äußerst interessant und abwechslungsreich. Auch hat man an mehreren Stellen schöne Aussichten, die mal nach Norden und mal nach Süden Blicke in die Landschaft ermöglichen. Nach ziemlich genau 3 Kilometern steht man vor einer längeren Treppe und dem Hinweisschild nach links zum Oberen Affensteinweg. Deutsches_Prebischtor_mit_Buche_kleinDieser Schlenker nach links führt einen zwar auch auf den Weg oberhalb der Treppe, aber dafür ist es ein viel schönerer Pfad und passiert das kleine Prebischtor. Gleich neben diesem Felsentor steht eine Buche, die ein riesiges Wurzellabyrinth über den Felsen gelegt hat.

Nachdem man wieder auf der blauen Wanderwegmarkierung angekommen ist, seitlich_der_Carolaaussicht_kleingeht es noch ganz wenige Meter nach links, um dann der Ausschilderung Carola-Aussicht und Wilde Hölle zu folgen. Die Carola-Aussicht ist ein Miniabstecher nach links auf eine größere Aussicht, bei der der Falkenstein und der Lilienstein in einer Linie liegen. Die Wanderung führt komplett die Wilde Hölle abwärts. In beide Klammern_in_der_Wilden_Hoelle_kleinRichtungen (hoch und runter) stehen Hinweise, dass der Weg schwierig ist, aber eigentlich ist es eher eine besondere Belastung für die Kniegelenke als ein besonders anspruchsvoller Weg. Zumindest im Verhältnis zu dem, was als nächstes auf dieser Runde kommt. Nachdem man von den Affensteinen abgestiegen ist, erreicht man die Untere Affensteinpromenade, die mit dem Blick_Blossstock_kleingrünen Punkt grüner Punkt markiert ist und auf der man nach rechts weiter wandert. Gleich zwei Mal hat man innerhalb von wenigen hundert Metern auf diesem Weg einen sehr guten Blick auf einige Felsnadeln. Die erste Felsnadel ist die Brosinnadel und die zweite der Bloßstock. Kurz vor dem Bloßstock biegt der Forstweg nach links ab, aber die Wanderung geht nach rechts durch einen dieser typischen Besucherlenkungszäune, der aber einen Durchstieg und den Hinweis auf eine Kletterstiege hat. Ein deutlicher Trampelpfad führt nach oben und erst kurz vor dem Felsen gabelt sich der Weg und man hält sich links. Man erreicht einen Hinweis auf die Häntzschelstiege und dass man selber für die Eigensicherung sorgen muss. Tatsächlich gibt es zu dem Thema sehr unterschiedliche Meinungen und ich werde keine Felsmurmel_umrunden_Haentzschelstiege_kleinEmpfehlung dazu aussprechen. Ich selber gehe jede Stiege der Sächsischen Schweiz ohne Sicherung, aber die Entscheidung muss jeder für sich selber treffen. Die erste Hürde ist schon der Einstieg, da man keine richtige Hilfe für die ersten 1 ½ Höhenmeter hat. Dann geht es über einige Stufen, Seile und Eisenklammern aufwärts. Von der unteren Häntzschelstiege ist der aufregendste Teil die Umrundung einer Felsmurmel auf Eisenklammern. Man kann sich aber gut an dem Seil festhalten bzw. die Sicherungen einhaken. Die untere Häntzschelstiege endet auf der Oberen Affensteinpromenade. Aufstieg_obere_Haentzschelstiege_kleinDiese wird nur überquert und dann geht es gleich gegenüber in einer Felsspalte weiter. In diesem Kamin steht eine längere Leiter, die erst richtig kompliziert wird, wenn man einen dicken Trekkingrucksack mit sich schleppt. Am Ende der Leiter angekommen geht es über ein paar Eisenklammern und an der aufregendsten Stelle der oberen Häntzschstiege von einer Felswand zur gegenüberliegenden. Die beiden Eisenklammern dafür sind aber nur wenige Zentimeter (weit weniger als ein halber Meter) voneinander entfernt und so gelangt man auf das Lange Horn. Die Aussicht von hier oben belohnt den Aufstieg auf jeden Fall und fordert zum Verweilen auf.

Nach diesem aufregenden Aufstieg und dem Ausblick geht es über das Aussicht_Langes_Horn_kleinLange Horn bis hinter den Besucherlenkungszaun. Dort trifft man auf die schon bekannte blaue Wanderwegmarkierung blauer Strich, auf der man ½ Kilometer nach links weiterwandert. Dabei passiert man noch eine weitere schöne Aussicht in südliche Richtung und kurz dahinter erreicht man einen abzweigenden Waldweg, der Zugang_Idagrotte_kleinausgeschildert ist mit dem Frienstein. Der Weg steigt ein paar Stufen abwärts und man passiert das Friensteinflössel. Von dort sind es nur ein paar wenige Meter bis zur Idagrotte, einer Höhle im Frienstein und das eigentliche Ziel der meisten Besucher des Friensteins. Aussicht_Idagrotte_kleinDie Grotte ist über ein Felsband gut zu erreichen und wird auch sehr gerne als Rastplatz genutzt. Eigentlich wäre es auch eine ideale Boofe, aber leider ist dem nicht so.

Die Wanderung führt aus der Idagrotte wieder zurück auf den Wanderweg mit dem grünen Strich grüner Strich und dann nach links in Richtung Kleiner und Großer Winterberg. Die Obere Affensteinpromenade schlängelt sich auf ziemlich gleichbleibender Höhe entlang. Neben dem Weg befinden sich einige Felsüberhänge, die alle so aussehen, als ob sie als Boofe genutzt werden könnten, aber es handelt sich nicht um offiziell zugelassene Schlafplätze. Der Kleine Winterberg wird einmal umrundet und es geht weiter in die Richtung des Großen Winterbergs. Ab dem Kleinen Winterberg wechselt die Wanderwegmarkierung in den roten Punkt roter Punkt und der Name in Fremdenweg. Bald erreicht man den Reitsteig (markiert mit dem blauen Strich blauer Strich), auf dem es nach links weiter geht. Abstieg_Heringsloch_kleinAuf dem beliebten Reitsteig wandert man einen ¾ Kilometer, bis nach links das Heringsloch abbiegt. Der Name ist leicht irreführend, aber es geht relativ angenehm mit der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich abwärts. Am Felsfuß angekommen geht es nach rechts auf der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich weiter. Nach so einigen Schlenkern erreicht man den Zugang zum Hinteren Raubschloss (der Felsen selber heißt Winterstein). Auf diesen frei stehenden Felsen sollte man unbedingt hochsteigen, da man dort ein sehr schönes Panorama hat. EisenleiterWas auch wirklich besonders ist, ist der Aufstieg. Das Coolste ist die freistehende Eisenleiter, von der man auch noch nett aus der Höhle herausblicken kann. Irgendwie kann man sich sehr gut vorstellen, wie sich früher hier Räuber verstecken und durch die besondere Felsform schützen konnten.

Nach diesem weiteren Höhepunkt der Wanderung geht es wieder auf den Wanderweg mit der roten Markierung roter Strich und nach links den Hang hinunter. Schon bald (¼ Kilometer) erreicht man einen Waldweg, der nach rechts abbiegt. Hier steht zwar ein Kernzonenschild, Borkenkaefer_unterhalb_Baerenfangwaende_kleinaber wenn man wenige Meter auf dem Weg gewandert ist, findet man einen grünen Pfeil an einer Fichte auf der rechten Wegseite. Damit handelt es sich um einen offiziellen Bergpfad, den man auch im Bereich der Kernzone immer betreten darf. Schon nach wenigen Metern konnte ich im Sommer 2018 ein Ergebnis der großen Dürre in Sachsen sehen. Hier war ein großes Gebiet an Fichten vom Borkenkäfer befallen und auf dem Waldboden lagen mehrere Zentimeter hoch die Nadeln. Die Spechte hatten schon ganze Arbeit geleistet und die Bäume entrindet. So ein Wald sieht einfach nur noch traurig aus und ist dieses Jahr an wirklich vielen Stellen im Nationalpark zu sehen.

Der Bergpfad führt auf die Bärenfangwände hinauf. Dabei handelt es sich aber nicht um eine dieser Aufstieg_Baerenfangwaende_kleinüblichen Treppenanlagen, sondern um eine Schlucht, die mit jedem Gewitter mehr freigespült wird und wo man über so manche Felsmurmel aufsteigen muss. Das hört sich schlimmer an, als es denn wirklich ist, ist aber auch anstrengender als nur mit einer Treppe die Höhenmeter zu überwinden. Oben angekommen hat man die Möglichkeit auf das Hintere Raubschloss herunter zu blicken. Der Pfad schlängelt sich hier oben über die Bärensteine und auch hier stehen sehr viele Fichten, die von den Borkenkäfern befallen wurden. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man eine Wegkreuzung, an der der grüne Pfeil in alle drei Richtungen zeigt. Das erscheint erstmal komisch, ist aber für die Wanderung genau richtig. Hier geht es zuerst nach rechts, Kleiner_Kuhstall_kleinbis man nach ein paar hundert Metern (350 Meter) den kleinen Kuhstall erreicht. Dieses Felsentor steht hier vollkommen versteckt und wird nur ganz selten von Wanderern entdeckt. Das liegt daran, das man erst den Bergpfad entdecken muss und dann ist der Weg auch noch eine Sackgasse. Hier gehen zwar mehrere Pfade in unterschiedliche Richtungen weiter, aber sie sind allesamt gesperrt. Deshalb muss man hier wieder zurück wandern und dabei passiert man wieder die seltsame Kreuzung mit den gleichen Wegmarkierungen in alle drei Richtungen. Diesmal geht es wieder nach rechts und schon bald (200 Meter) erreicht man den Roßsteig. Auch hier geht es erstmal nach links in die falsche Richtung, Borkenkaeferbefall_Richterschluechte_vor_Goldsteinaussicht_kleinaber damit kommt man zur Goldsteinaussicht. Der Waldweg ist mit dem blauen Strich blauer Strich markiert und den Zugang zur Goldsteinaussicht erreicht man nach ¼ Kilometer. Das Besondere an dieser Aussicht ist, dass man sehr gut in die Schlucht des Großen Zschands blicken kann und keine Spuren von Zivilisation sieht. Auch hier waren im Sommer 2018 sehr deutlich Borkenkäferschäden zu sehen. Insgesamt sind es 5 befallene Waldgebiete, die man hier in der Senke entdecken kann. Wenn man häufiger hier ist, dann konnte man schon sehen, dass jedes dieser Gebiete auch vorher schon über mehrere Jahre Borkenkäferbefall hatten, aber dieses Jahr sind die Schadensgebiete explosionsartig gewachsen. Auch wenn der Nationalpark den Grundsatz hat, die Natur sich selber zu überlassen, wird andererseits immer von der Wirtschaftlichkeit des Nationalparks gesprochen und dieser Schaden dürfte immens sein. Aber auf jeden Fall ist es jetzt nur die Frage von ein paar Jahrzehnten und dann steht in diesen Gebieten ein wunderbarer Mischwald.

Wie vorhin in der Beschreibung schon angedeutet, geht es jetzt wieder auf dem markierten Wanderweg zurück und Katzstein_kleinam Zugang zu den Bärenfangwänden vorbei in die Richtung des Großen Winterbergs. Die blaue Wanderwegmarkierung passiert den Katzenstein, auf dem tatsächlich deutlich ein Katzenkopf zu erkennen ist und führt dann auf dem Fremdenweg weiter bis zum Zugang des Großen Winterbergs. Die Wanderung auf dem Fremdenweg ist komisch, da man hier zum höchsten Berg der Sächsischen Schweiz unterwegs ist, aber der Weg nur wenige Höhenmeter überwindet. Bretterweg_Grosser_Winterberg_kleinAnscheinend ist der Untergrund ziemlich matschig, da über eine lange Strecke Bretter ausgelegt wurden. Erst ganz kurz vor dem Gipfel biegt der blaue Wanderweg nach rechts ab und man muss doch noch ein paar Höhenmeter aufsteigen. Auf dem Gipfel des Großen Winterbergs befinden sich gleich mehrere Gebäude. Das Haus, das man als erstes entdeckt, ist die Nationalparkinformationsstelle Eishaus. Wie bei jedem dieser Nationalparkhäuser lohnt sich immer ein Abstecher hinein. Gaststaette_Grosser_Winterberg_klein
Das nächste Gebäude ist die Kombination aus Hotel, Gaststätte und Biergarten. Gleich neben dem Hotel steht dann auch noch der Aussichtsturm. Der Große Winterberg hat nämlich den gravierenden Nachteil, dass rundherum hohe Bäume stehen und man damit überhaupt keine Aussicht hat. Leider sind im Moment (seit Anfang 2018) alle Gebäude geschlossen, bis auf einen Notbetrieb für den Biergarten. Super schade, dass hier ein finanzieller Disput zwischen dem Verpächter und dem Pächter besteht.

Die Wanderung geht auf der anderen Seite wieder vom Großen Winterberg herunter. Dafür folgt man weiterhin der blauen Wanderwegmarkierung. Auch auf dieser Seite des Bergs ist es so, dass man nur ein kurzes Stück wirklichen Abstieg hat und dann geht es angenehm weiter auf dem Fremdenweg. Nach etwas weniger als einem Kilometer biegt nach links der Wurzelweg ab. Ausgeschildert ist hier Schmilka und markiert ist der Waldweg mit dem grünen Punkt grüner Punkt. Der Weg ist an manchen Stellen ziemlich hubbelig und das Gefälle ist ordentlich für einen solchen Waldweg; je länger man aber unterwegs ist, desto angenehmer wird der Weguntergrund und ab dem tiefsten Punkt mit dem Erreichen des Elbleitenweges wird der Untergrund durch den gut ausgebauten Forstweg schon fast langweilig. Aussicht_Kleine_Bastei_kleinAuf dem Elbleitenweg geht man ziemlich genau einen Kilometer, bis nach links der grüne Strich grüner Strich zur Kleinen Bastei abbiegt. Diesen kleinen Abstecher von insgesamt einem weiteren Kilometer sollte man sich nicht entgehen lassen, da man von der Kleinen Bastei einen sehr schönen Blick in das Elbtal genießen kann. Von der Aussicht kann man die Elbe hoch bis zur Grenze und herunter bis nach Bad Schandau sehen. Besonders fallen dabei die Felswände der Steinbrüche oberhalb von Postelwitz auf.

Die Wanderung geht also von der Kleinen Bastei wieder zurück auf den Elbleitenweg. Dort folgt man dem grünen Punkt grüner Punkt über eine riesig lange Strecke. Der Redakteur aus der Zeitschrift Trekking hatte auch schon geschrieben, dass ihm das Stück negativ aufgefallen ist, weil man nur ganz selten Sandsteine sieht. Das stimmt, aber alternativ wäre mir auch nur eine Strecke auf der gegenüberliegenden Seite der Schrammsteine/Affensteine eingefallen und so kann man nach dieser riesigen Tour einfach nur noch angenehm durch den Wald wandern. Die Wanderung passiert die Breite Kluft und die vorderen Ausläufer der Schrammsteine am Schrammtor. Nachdem man auf der westlichen Seite des Schrammtores angekommen ist, wird der grüne Punkt verlassen und man wandert auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich in Richtung Bad Schandau weiter. Der sogenannte Obrigensteig führt leicht irreführend auf gleichbleibender Höhe in westliche Richtung. Kneipbecken_Zahnborn_kleinDas ändert sich dann aber doch kurz vor dem Zahnsgrund und man muss über die letzten Stufen abwärts steigen. Nachdem man auch die Fahrstraße überquert hat, geht es auf der gegenüberliegenden Straßenseite gleich weiter abwärts. Wenn man die Runde tatsächlich innerhalb eines Tages gewandert ist, dann kommt knapp hinter der Leitplanke auf der linken Wegseite in der Form eines Kneippbeckens eine wunderbare Erfrischung. Siebenbruederhaeuser_Postelwitz_kleinSelbst im Hochsommer bei monatelangem Regenmangel kommt aus der Quelle (Zahnsborn) immer noch reichlich frisches Wasser. Wunderbar. Die Wanderung stößt bald auf die Bundesstraße neben der Elbe und dieser folgt man etwas weniger als einen Kilometer. Dann kann man auf der Elbpromenade bis zum Ausgangspunkt wandern.

Ich fand diese Runde eine schon extreme Herausforderung, weil sie doch einige Höhenmeter beinhaltete. Wirklich toll war, dass ziemlich viele der Höhepunkte der Hinteren Sächsischen Schweiz enthalten waren. Dadurch waren alle Kriterien (Felsen, Aussichten, Spannung, aber auch ruhige Bereiche) für eine perfekte Wanderung dabei. Mich wundert, dass in der ursprünglichen Beschreibung gleich zwei Übernachtungen in Boofen vorgesehen waren. Dazu hätte ich überhaupt keine Lust, da man dann durch die komplizierten Stellen wie die Häntzschelstiege, das Hintere Raubschloss oder den Aufstieg an den Bärenfangwänden den riesigen Rucksack buckeln muss.

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Kirchgang

Irgendwie bin ich schon so häufig über die Heilige Stiege gewandert und habe dabei überlegt, was die Gläubigen früher für einen Weg für den Kirchenbesuch in Kauf genommen haben, dass ich es selber mal ausprobieren musste. Das Einzige, was ich wusste, war, dass angeblich die Schmilkaer Kirchgänger über die Heilige Stiege gegangen sind, um in die Lichtenhainer Kirche zu gelangen. Der Start liegt also in Schmilka am großen Parkplatz. Von dort geht es die einzige Straße aufwärts in Richtung Großer Winterberg. Markiert ist der Wanderweg mit dem gelben Strich gelber Strich. Die Dorfstraße Brauhaus_Schmilkaer_Muehle_kleinsteigt überraschend steil an und gleich zwei Mal ist sie von Gebäuden überbaut. In dem zweiten Gebäude befindet sich die Historische Mühle, eine Bäckerei und ganz neu die Brauerei. Der Duft aus der Backstube verleitet einen sehr schnell, einen Abstecher in den kleinen Verkaufsraum zu unternehmen. Am Ortsende passiert man eine kleinere Informationsstelle des Nationalparks und dann geht es weiter bergauf. Auch wenn es eigentlich die Zufahrt zum Großen Winterberg ist, so kommen einem hier nur sehr selten Fahrzeuge entgegen, da man mit Privatwagen nicht hochfahren darf. Auch wenn die Zufahrtstraße nach einigen hundert Metern nach rechts abbiegt, folgt man weiter der gelben Wanderwegmarkierung. Die Steigung des Weges nimmt mit der Zeit ab und kurz vor der Heiligen Stiege geht es über einen extrem sandigen Waldweg. Hier hat man eher das Gefühl, am Stand entlang zu wandern als durchs Gebirge. Treppe_Heilige_Stiege_kleinDie Heilige Stiege besteht heutzutage aus einigen Eisentreppen, die unterschiedlich lang, aber doch einigermaßen gut aufwärts zu steigen sind. In den Felsen links und rechts der Schlucht kann man so einige Widerlager von alten Hölzern entdecken. Zu deren Zeiten ist der Aufstieg ganz sicher nicht so einfach gewesen wie jetzt.

Insgesamt sind es 130 Höhenmeter, die man mit den Treppen überwindet, um dann erstmal ein kleines Stück horizontal weiter zu wandern. Dann erreicht man den blau markierten Zurückesteig blauer Strich, der nach rechts weiter gewandert wird. Es geht noch ein paar Meter hinauf, um dann wieder ein Stück angenehm horizontal weiter zu wandern. Schon bald passiert man eine größere Aussicht, an der fast immer irgendwelche Wanderer sitzen und von der man einen sehr schönen Blick über einen Talkessel (Heringsgrund) auf die andere Elbeseite hat. Wenige Meter (ca. 150 Meter) hinter dieser Aussicht biegt nach links ein unmarkierter Wanderweg zur Idagrotte/Frienstein ab. Nach ein paar Metern Abstieg erreicht man die Quelle Friensteinflössel in ihrer lustigen kleinen Hundehütte. Ab hier geht es nach links bzw. sogar eher geradeaus auf der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich von den Affensteinen herunter. Der Abstieg erfolgt über so einige Serpentinen und am Felsfuß geht es dann weiter auf der grünen Wanderwegmarkierung bis ins Kirnitzschtal hinunter. Hier stehen die unterschiedlich erbärmlichen Gebäude des Beuthenfalls. Auf der Straße durch das Kirnitzschtal geht es nach rechts weiter bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Ganz knapp vor diesem touristisch beliebten Punkt biegt nach links die Wasserfallstraße ab. Dieser Aufstieg nach Lichtenhain ist mit dem roten Strich roter Strich markiert. Knapp oberhalb der Gebäude bzw. des Wasserfalls kann man schön sehen, wie der Wasserfall auch in den wasserärmeren Zeiten funktioniert. Der Lichtenhainer Bach füllt hier ein kleines Staubecken, das dann alle halbe Stunde gezogen wird. (Früher musste man für diese “Attraktion” einen kleinen Obulus entrichten, woran folgendes Textfragment aus einem Liedchen erinnert “… drei Eemer voll Wasser die schderz’n mit Dosn und Brausn herein, da mussde en Groschn bezahlen, mei Sachsenland wie bisde fein.” – Erinnerung der Ehefrau) 

Die Straße bis hoch nach Lichtenhain ist von 2010 bis 2015 wegen Hochwasserschäden gesperrt gewesen, dann ein halbes Jahr wieder geöffnet worden und jetzt schon wieder seit einem Jahr gesperrt. Wenn die Straße so unwichtig ist, dann wundere ich mich, warum sie erst (1993/94) für fast 3 Millionen wiederaufgebaut wurde. Die Wanderung führt auf jeden Fall weiter auf der Straße aufwärts, bis der Bach überquert wird. Dahinter biegt der markierte Wanderweg nach links ab und führt ein Stück auf einem Pfad den Hang hinauf. Schon bald tritt der Wanderweg aus dem Wald heraus und man hat einen freien Blick auf Lichtenhain und das Ziel der Wanderung in Blick_vom_Hoernelweg_auf_Lichtenhain_kleinForm der Lichtenhainer Kirche. Kurz vor der Kirche führt der Wanderweg durch das schöne Gelände des Berghofs (www.berghof.li). Die kleine Kirche von Lichtenhain ist eigentlich nichts Besonderes, aber unsere Familie hat doch eine Beziehung zu ihr. Immerhin haben wir in ihr geheiratet und eine unserer Töchter ist in ihr getauft worden. Ein bisschen traurig macht, wie wenige Besucher Sonntags in der Kirche sitzen, das ist früher ganz sicher anders gewesen. Aber da gab es auch keine Handy, Fernseher und sonstige Kirche_Lichtenhain_kleinelektronische Informationsquellen. Wenn denn früher die Gläubigen tatsächlich von Schmilka nach Lichtenhain gewandert sind, dann haben sie von mir größten Respekt. Immerhin sind sie dann etwas mehr als 2 ½ Stunden und 500 Höhenmeter in eine Richtung unterwegs gewesen. Vielleicht hat dann aber auch nicht die Kirche um 10:00 Uhr begonnen.

Da ich es überhaupt nicht mag, den gleichen Weg zurück zu gehen, führt die Wanderung erstmal in westliche Richtung ein paar Meter auf einer Dorfstraße bis zum Friedhof. In diesem Bereich folgt die Wanderung dem grünen Punkt grüner Punkt. Vor dem Friedhof geht es nach links auf die Felder hinaus. Ganz schön seltsam ist, dass es mindestens zwei Blick_vom_Folgenweg_auf_Affensteine_kleinWanderkarten gibt, die diesen Feldweg als Radweg ausgeben. Das könnte auch für die ersten 1 ½ Kilometer stimmen, aber dann geht es ordentlich abwärts ins Kirnitzschtal. Das wird man mit einem üblichen Fahrradfahrstil kaum schaffen, dort heile runter zu kommen. Dieser Abstieg führt hinter dem Beuthenfall herunter und hier kann man sehr gut erkennen, dass das Gebäude gleich neben dem Wasserfall ganz sicher nicht mehr zu retten ist.

Im Kirnitzschtal angekommen geht es gleich wieder auf der gegenüberliegenden Seite auf dem schon bekannten Weg ein paar wenige Meter aufwärts (immer noch grün markiert). Dann biegt nach rechts ein Pfad ab, der den Hang ziemlich steil aufsteigt. Nach ein paar Metern wird es flacher und man folgt dem breiter werdenden Waldweg. Der Weg gabelt sich und man wandert auf der linken Seite weiter in Richtung Affensteine. Der Weg führt geradewegs auf den Bloßstock zu und eigentlich wäre ich gerne die Häntzschelstiege hochgestiegen, aber wenn dort schon 15 Leute am unteren Ende warten, dann gibt es die hervorragende Alternative in Form der Zwillingsstiege. Dazu empfehle ich den vorher beschriebenen Einstieg_Zwillingsstiege_kleinWaldweg bis zur Unteren Affensteinpromenade (grüner Punkt) zu wandern, dort 130 Meter nach rechts zu gehen und dann nach links abzubiegen. Ein Pfad mit der Kennzeichnung schwarzer Pfeil Kletterzugang steigt in die Richtung der Felsen hoch und nach ¼ Kilometer Klammern_der_Zwillingsstiege_kleinbefindet sich an der rechten Felswand die Zwillingsstiege. Ein paar Eisenklammern erleichtern den Aufstieg und Kletterhilfe_Wurzel_Zwillingsstiege_kleinman steigt über ein Felsband aufwärts. Nachdem man eine Engstelle passiert hat, geht es ein paar wenige Meter über neu angebrachte Klammern wieder abwärts und dann hilft ein Baum mit einer ungewöhnlich langen Wurzel beim Aufstieg.

Schon bald erreicht man die Obere Affensteinpromenade, auf der man nach links weiter wandert. Nach ungefähr 100 Metern kann man sehr gut nach links in den Talkessel blicken und dort auf der gegenüberliegenden Seite die Zwillingsstiege wiederentdecken. Als nächstes passiert man einen kleineren Durchgang und knapp dahinter ist rechts in der Felswand eine tiefe Spalte. Es handelt sich um den Zugang zur Oberen Häntzschelstiege. In den letzten Jahren hat sich die Stiege zu einem echten Besuchermagneten entwickelt, was natürlich zu mehr Besuchern und damit auch zu mehr Leuten mit Problemen in dem Aufstieg führt. Bei allen meinen letzten Aufstiegen, egal ob es der untere oder der obere Teil war, sind mir Besucher begegnet, die entweder mit vor Angst schreienden Kinder unterwegs sind oder den Rückzug antreten. Beides ist nicht gerade ein Hochgenuss und deshalb empfehle ich den Aufstieg nur zu besucherarmen Zeiten. Als eine kleine Umleitung bietet sich das Weiterwandern auf der Oberen Affensteinpromenade bis zur Wolfsfalle an. Der Zugang befindet sich sehr genau ½ Kilometer hinter dem Häntzschelstiegeneingang und ist der erste deutliche Aufstieg nach rechts. Vorher sieht man die ganze Zeit auf der rechten Seite nur Felswände und dann kommt der erste Talkessel, in den auch ein deutlich sichtbarer Trampelpfad hinein geht. Der Aufstieg ist überraschend einfach und auf einmal steht man auf dem Wanderweg vom Langen Horn.

Hier geht es nach links weiter und schon bald erreicht man einen dieser Bucherlenkungszäune mit einer Aussparung. Gleich hinter dieser Stelle geht es ganz wenige Meter nach links und dann sofort auf der blauen Wanderwegmarkierung  blauer Strich abwärts. Der Wanderweg auf dem Zurückesteig Kelch_Zurueckesteig_kleinist recht abwechslungsreich, da ganz unterschiedliche Treppen und Stufen überwunden werden und ein freistehender Felsen mit einem sehr dünnen Fuß passiert wird. Insgesamt wandert man einen ¾ Kilometer auf der blauen Wegmarkierung, bis nach links eine deutliche Senke den Weg auf die andere Felsenseite ermöglicht. Mitten in der Senke steht eine Buche und ein unscheinbares Schild weist den Weg zur Rotkehlchenstiege. Schon nach wenigen Metern erreicht man einen Pfad auf der anderen Felsseite, auf dem man nach links ein Ministück entlang wandert. Dann biegt der oberste Teil der Rotkehlchenstiege ziemlich unauffällig ab. Abstieg_Rotkehlchenstiege_kleinDie meisten Stiegen in der Sächsischen Schweiz sind Einbahnstraßen nach oben, aber die Rotkehlchenstiege darf in beide Richtungen begangen werden und ist auch von der Schwierigkeitsstufe gut zu bewältigen. Nachdem man den oberen Teil geschafft hat, gelangt man auf eine Ebene, die so aussieht wie eine riesige Boofe, aber seltsamerweise ist es kein offizieller Schlafplatz. Diese große Sandkuhle passiert man und wandert wenige Meter auf dem Pfad weiter. Dann biegt nochmals die Rotkehlchenstiege für den unteren Teil unauffällig ab. Genauso wie beim oberen Zugang muss man hier schon ziemlich aufmerksam den Hang beobachten, sonst findet man den Einstieg nicht. Der untere Teil der Rotkehlchenstiege ist harmloser als der obere Teil und über den darauffolgenden Falkoniergrund gelangt man auf den Elbleitenweg. Es wird vermutet, dass die Rotkehlchenstiege im Ursprung die Heilige Stiege gewesen ist. Das kann man sich auch ganz gut vorstellen, da die Steigung bei der heutigen Heiligen Stiege schon ziemlich groß ist.

Wenn denn tatsächlich die Kirchgänger den Weg über die Rotkehlchenstiege gewählt haben, dann sind sie ganz bestimmt auf dem Elbleitenweg nach links zurück nach Schmilka gewandert. Da das aber heutzutage nicht gerade der schönste Weg ist und man ihn schon vom Aufstieg kennt, empfehle ich den kleinen Schlenker nach rechts. Der gut ausgebaute Forstweg ist mit dem grünen Punkt grüner Punktmarkiert und wird für Blick_von_Kleiner_Bastei_Richtung_Bad_Schandau_kleineinen ¾ Kilometer entlang gewandert. Dann biegt nach links die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich  ab. Dieser Weg führt zur Kleinen Bastei, einer lohnenswerten Aussicht ins Elbtal und dann runter an die Elbe und damit zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Die Runde hat ordentlich viel Spaß gemacht und einen Eindruck davon hinterlassen, was sich die Gläubigen früher für eine Mühe gegeben haben, um zu ihrer Kirche zu gelangen. Die Wanderung ist grundsätzlich mit ihren 18 Kilometern nicht besonders lang, aber die 1.000 Höhenmeter merkt man schon ziemlich. Es könnte aber auch sehr gut sein, dass die Gläubigen früher in Bad Schandau zur Kirche gegangen oder gefahren sind. Das wären dann nur 12 Kilometer und ein paar wenige Höhenmeter.

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Luchsweg Bad Schandau

Wer in Bad Schandau durch die Stadt spaziert und von Zeit zu Zeit den Blick nach unten senkt, stößt unweigerlich auf Pfotenabdrücke. Diese Tapsen sind richtig hochwertig als separate Steine in die gewöhnlichen Bürgsteigsteine eingelassen und sollten so manche Reinigung und Winterdienste überstehen. Sie kennzeichnen den Bad Schandauer Luchsweg. Im Nationalparkhaus und auf dessen Webseite (Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt www.lanu.de) gibt es ein sehr gut gemachtes Faltblatt mit dem Wanderweg, das man sich vorher besorgen bzw. ausdrucken sollte.

Der Start liegt passend dazu am Nationalparkhaus. Von hier geht es zuerst zwischen dem Rathaus und der Sparkasse zum großen Parkplatz an der Elbe hinunter. Stadtplan_hinter_dem_Rathaus_Schandau_kleinGleich hinter dem Rathaus ist die erste Station des Luchsweges. Hier ist vor den Bänken mit Pflastersteinen ein riesiger Stadtplan erstellt worden und wenn man sich schon so ungefähr in Bad Schandau auskennt, ist es lustig, die einzelnen Stellen zu erkennen. Von dieser ersten Station geht es nach links vor der ersten Häuserreihe entlang. Es ist wirklich toll, wie Bad Schandau durch den Bau des Hotels Elbresidenz aufgewertet wurde. Vorher waren die einzelnen Gebäude nur hässliche Rattenburgen und jetzt ist es eine wunderbare Häuserfront. Gut, dass jemand den Mut hatte, so ein riesiges Projekt zu stemmen und erfolgreich umzusetzen. Wenn man weiter an der Elbpromenade entlang wandert, ändert sich die Umgebung und die Toskana-Therme rückt in den Vordergrund. Knapp dahinter sollen sich zwei Stationen zum Luchsweg befinden, aber wir haben nur den Sandkasten entdeckt. Es ist beeindruckend, wie riesig weit ein Luchs springen kann.

An der zweiten Station neben dem Schwimmbad sollte eigentlich ein Aussichtsfernrohr stehen, um zu sehen wie ein Luchs, aber irgendwie haben wir es nicht entdeckt. Aufzug_Bad_Schandau_kleinDie Wanderung führt noch ein kurzes Stück an der Elbe entlang. Zuerst wird die Mündung der Kirnitzsch überquert und dann geht es durch den Sendig-Park zum Aufzug. Gleich vor dem Aufzug Luchspuzzle_kleinsteht ein Holzpuzzle, das, wenn es richtig angeordnet wird, einen liegenden Luchs darstellt. Ganz schön komisch ist, wenn man mit seinen Kindern die Runde unternimmt und die Racker einem zeigen, wie schnell man die Klötze an die richtige Stelle schieben kann. Die Fahrt mit dem Aufzug ist immer wieder nett, da die Aussicht mit zunehmender Höhe immer besser wird. Blick_ueber_Bad_Schandau_kleinEiner der beiden Fahrstuhlführer ist auch der Pfleger der beiden Luchse an der oberen Station und antwortet sehr gerne auf Fragen zu den Tieren. Bevor man aber zu den beiden Luchsen geht, muss man natürlich die Aussicht von hier oben auf Bad Schandau und die Elbe genießen.

Am Ende des Zugangsstegs befindet sich die nächste Station des Luchswegs. Hoertrichter_Bad_Schandau_kleinEs ist ein Hörtrichter, der wirklich gut funktioniert und uns Menschen ein viel besseres Hören ermöglicht. Da dürften die beiden Luchse in dem Gehege bestimmt schon mitbekommen, dass Besucher kommen, ohne dass man überhaupt den Fahrstuhl betreten hat. Meistens liegen die beiden schön versteckt in ihrem Gehege und ignorieren die Menschen vollständig. Es ist nett, dass die Gehege seit kurzem ein Stück größer geworden sind und noch ein paar Spielsachen mehr enthalten. Dass die Gehege immer noch viel zu klein sind, ist leider das Problem von solchen Tieren, die normalerweise gigantische Reviere haben. Beim Luchs sind es mehrere hunderte Quadratkilometer, was man aber einfach nicht zur Verfügung stellen kann. Nachdem man die beiden hoffentlich ordentlich beobachteten konnte aufmerksamer_Luchs_klein(was bei unserer Runde leider nicht so gewesen ist, deshalb gibt es ein Foto aus dem Winter), geht es auf den Rückweg. Luchsbank_Karls_Ruhe_kleinDazu wandert man nach links (egal ob oberhalb oder unterhalb des Geheges) in Richtung Bad Schandau zurück. Nach 300 Metern erreicht man eine nette Aussicht (Karls Ruh), die aber leider in den letzten Jahren etwas zugewuchert ist. Sehr lustig ist aber, dass man hier mit einem Luchs zusammen auf einer Bank sitzen kann.

Der Weg steigt ohne weitere Luchswegmarkierungen runter ins Kirnitzschtal und Martin_Luther_Denkmal_Bad_Schandau_kleinzwischendurch überrascht ein wirklich großes Luther-Denkmal. Im Ursprung ist es zum 300. Jahrestag der Reformation errichtet und danach noch mal saniert worden. Heutzutage sieht es sehr gut erhalten aus und wird bestimmt auch zur 500- Jahrfeier eine Rolle spielen. Der Abstieg endet am südlichen Ende des Kurparks. Dieser wird nur durchquert, um dann auf der gegenüberliegenden Seite nach links der Kirnitzschtalstraße zu folgen. Brunnen_und_Kirche_Bad_Schandau_kleinDer weitere Weg ist dann die Poststraße (1. Straße rechts) und danach die Marktstraße. Am Ende der Straße befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite das Tourismusbüro und genau an dem Bürgersteig befinden sich dann auch wieder Pfotenabdrücke, die nach rechts bis zum Nationalparkhaus führen.

Diese Runde ist wirklich nichts Besonderes, aber trotzdem ganz gut geeignet, um nach einem guten Essen ein paar Kalorien zu verbrauchen oder nach einer anstrengenden Anreise den Kopf auf die schöne Landschaft einzustimmen.

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Jagdfalkenhof

Wir haben uns riesig gefreut, als im Frühjahr 2016 die Greifvögel vom Schloss Moritzburg nach Ostrau umgezogen sind. Das ist eine nette Bereicherung für das Freizeitangebot in der Sächsischen Schweiz und das mussten wir uns natürlich ansehen. Man könnte ganz einfach mit dem Auto bis auf den Hof der Falknerei fahren, aber das wäre nicht in unserem Sinn und so haben wir eine kleine Wanderung zu den Piepmätzen unternommen.

Als Startpunkt haben wir den Parkplatz oberhalb der Schrammsteinbaude im Zahnsgrund ausgewählt. Von hier geht es ein paar Meter die Straße hinunter, bis gleich hinter der Schrammsteinbaude (also unterhalb) nach rechts ein Pfad abbiegt. Der Weg steigt hinter ein paar Gärten in dem Meergründel aufwärts. Es ist wirklich nett, wie schön die Gärten hier gepflegt sind und das Haus im oberen Teil des Blick_von_Emmabank_auf_die_Elbe_kleinAufstiegs sieht auch sehr romantisch aus. Nach 400 Metern Aufstieg (65 Höhenmeter) erreicht man einen Waldweg, den man nach links weiter wandert. Der Weg führt wenige Meter neben dem Waldrand entlang und nach ein paar hundert Metern erreicht man gleich zwei Aussichten, wobei die hintere eine Bank (die sogenannte Emmabank) und eine sehr schöne Aussicht über den Zahnsgrund ins Elbtal bietet.

Für den weiteren Spaziergang geht es wieder auf dem gleichen Weg zurück und auch über die Kreuzung mit dem Meergründel hinweg. Gleich an mehreren Stellen kann man hier Zufahrten nach rechts in den Wald entdecken. Hier liegen ein paar Häuser sehr gut im Wald versteckt und sind nur zu erahnen. Die Häuser sind wirklich wunderbar, haben einen sehr schönen Blick auf die Schrammsteine und Geräuschbelästigungen dürften höchstens die Form von piependen Vögeln haben. Blick_auf_Schrammsteine_Falkenstein_kleinNach etwas weniger als ½ Kilometer erreicht man die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich, auf der nach links weitergewandert wird. Bald kommt man an den großen Parkplatz vor Ostrau. Von dem Parkplatz geht es nach rechts auf der Falkensteinstraße und der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich bis zur Falknerei.

Wir haben schon so manche Vorführung von Falknern gesehen und auch mit mehr Tieren, aber Herr Schaaf (Jagdfalkenhof Schaaf) bringt es ganz besonders gut rüber, Geier_beim_Jagdfalkenhof_kleindass er die Tiere wirklich gern hat und man gewinnt einen guten Eindruck von den Raubvögeln. Besonders unterhaltsam fand die gesamte Familie den Raben mit dem Namen Klaus und dass gleich mehrere Vögel bei den sehr heißen Temperaturen überhaupt keine Lust hatten zu fliegen. So mussten zwei Raubvögel mit besonderen Leckerchen und sehr gutem Zureden davon überzeugt werden, wieder von ihren Fichten herunter zu kommen. Ein Buntfalke musste im oberen Teil Eule_Jagdfalkenhof_kleindes Geländes gezeigt werden, da er unter dem Napoleon-Komplex (welch wunderbarer Name) leidet und alle größeren Raubvögel angreift. Das bekommt ihm nicht besonders gut, da er so klein ist, dass die größeren Raubvögel ihn für eine Weisskopfseeadler_kleinfliegende Vorspeise halten würden. Die eigentliche Greifvogel-Flugshow findet etwas unterhalb des großen Gebäudes in einem dafür hervorragend geeigneten Talkessel statt. Nur der Seeadler, der wirklich schon ziemlich groß ist, durfte hier nicht fliegen, da es zu gefährlich wäre, wenn unten auf der Straße ein Hundebesitzer vorbei geht und nachher der Vogel mit dem Hund und dem Besitzer an der Leine versucht wegzufliegen. Die Flugshow hat wirklich allen sehr gut gefallen und ist von unserer Seite sehr zu empfehlen.

Von dem Gelände der Falknerei geht es für 300 Meter wieder auf dem bekannten Fußweg neben der Straße (roter Strich roter Strich) zurück in Richtung Ostrau. Bis 2015 befand sich links von der Straße etwas in den Wald zurück versetzt die Gaststätte Zschiehädelhof, aber diese ist jetzt geschlossen. Schade. Die Wanderung führt aber auf dieser Zufahrt zur Gaststätte entlang und steigt dann durch einen sehr netten Grund ab. Wirklich interessant ist, wenn man die paar Stufen abgestiegen ist und dann nach rechts oben zu den Felsen hochblickt. Haus_oberhalb_Zschiehadel_kleinHier steht eines der Häuser an der Felskante. Dafür mussten ein paar Stützsäulen gebaut werden. Das sieht sehr ungewöhnlich aus, aber damit dürfte eine sehr schöne Perspektive entstanden sein. Auf jeden Fall sieht auch dieses Haus vorbildlich gepflegt aus. Dass hier auf dieser Seite des Zahnsgrundes noch so ein netter Grund vorhanden ist, habe ich erst vor kurzem entdeckt. Es scheinen aber auch nur wenige Besucher hier entlang zu wandern, obwohl es eine schöne Alternative zu dem gewohnten Weg vom Ostrauer Parkplatz rüber zu den Schrammsteinen ist. Der Weg endet gleich am Ausgangspunkt der kleinen Wanderung. Es ist wirklich keine weltbewegende Runde gewesen, aber mit dem Schlenker über die Emmabank hat die Runde eine nette Aussicht und mit dem Abstieg durch den Zschiehädelgrund auch ein paar typische Sandsteinfelsen. Der Besuch in der Falknerei war ein sehr gelungener Abstecher und wir freuen uns sehr, dass diese Attraktion in die Sächsische Schweiz umgezogen ist. Hoffentlich bleibt sie noch lange am jetzigen Standort.

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Elbleitenweg

Die Wanderung startet auf dem Wanderparkplatz vor Schmilka. Zuerst geht es über die B172 (Straße zwischen Bad Schandau und Schmilka) Kleine_Bastei_Richtung_Grenze_kleinund dann auf der gegenüberliegenden Straßenseite entlang des Forstweges mit dem seltsamen Namen Holzlagerplatzweg in die Richtung Schmilka. Nach ungefähr 900 Metern überquert der Wanderpfad mit der grünen Markierung grüner Strich den Weg. Auf diesem Wanderpfad geht es nach links den Berg hoch. Kleine_Bastei_Richtung_Bad_Schandau_kleinDer Aufstieg erfolgt über einige Stufen, bis der Weg nach links abknickt. Ab dieser Stelle führt der Weg fast ohne Steigung bis zum netten Aussichtpunkt Kleine Bastei. Dieser Aussichtpunkt ist wirklich sehenswert, da man von ihm sehr gut ins Elbetal in die Richtung Bad Schandau und Grenzübergang blicken kann. Normalerweise ist auf der Aussicht nicht besonders viel Betrieb und die Bank verleitet einen zu einer ersten Rast.
Von der Aussicht wandert man wieder 100 Meter zurück, um dem grün markierten Weg nach links zu folgen. Der Weg geht durch eine kleinere Senke und endet dann auf dem Elbleitenweg. Dieser breite Forstweg wird jetzt weiter nach links verfolgt und ist noch immer mit dem grünen Strich markiert. Der Elbleitenweg ist ein sehr angenehmer Forstweg und obwohl er eigentlich ein viel besuchter Weg sein müsste, trifft man selten andere Wanderer an. Nach ungefähr einem Kilometer auf dem Elbleitenweg biegt der markierte Weg nach rechts ab, um auf die Schrammsteine hochzusteigen. Der Aufstieg erfolgt natürlich über einige Stufen, wie sollte man auch sonst auf die Schrammsteine hochkommen. Oben angekommen wird die grüne Wegmarkierung verlassen und es geht auf der blauen Markierung blauer Strich nach links in die Richtung der Schrammsteine weiter. Muellerstein_kleinDas erste Teilstück erfolgt noch auf einem normalen Wanderweg/pfad, was sich aber nach ein paar Meter ändert und dann geht es zwischen ein paar Felsen mit Leitern und Treppen weiter. Hier macht die Wanderung besonders viel Spaß, da die Strecke ziemlich abwechslungsreich und auch sehr aussichtreich ist. Das einzige Manko könnte sein, dass man einige Male warten muss, da die Schrammsteinaussicht ein sehr beliebtes Ziel unter den Wandern ist. Wenn man aber die Wochenenden meidet, dann steht einer ruhigen Wanderung nichts im Wege. Schrammsteine_Richtung_Falkenstein_kleinNach 1,7 Kilometern erreicht man die Hauptaussicht auf den Schrammsteinen. Zumindest ist es die Hauptaussicht für normale Wanderer. Nur Kletterer könnten noch weiter nach vorne in den Schrammsteinen vordringen. Auf die Felsen im ganz vorderen Teil kommt man aber auch nur noch von unten dran und hier gibt es unzählige Weg an der Felswand hoch. An den Schrammsteinen finde ich immer wieder faszinierend, dass der Felsen eigentlich nur eine sehr schmale Scheibe ist, die senkrecht in der Landschaft herumsteht. An der schmalsten Stelle ist der Felsen 50 Meter breit, aber 100 Meter hoch.
Nach dieser sehr schönen Aussicht geht es auf den Rückweg. Dazu wandert man wieder ungefähr 400 Meter zurück, bis nach rechts der Jägersteig vom Felsen absteigt. Der Wildschützensteig, der ein paar Meter vorher von den Schrammsteinen runter geht, ist eine Einbahnstraße in die falsche Richtung und deshalb geht es auf dem Jägersteig nach unten. Der Abstieg erfolgt über einige Treppen und eine Leiter. Elbleitenweg_kleinAm Felsfuß angekommen, verläuft der weitere Weg nach links, zuerst auf der Vorderen Promenade und dann geht der Weg in den Elbleitenweg über. Die Bezeichnung Vordere Promenade ist leicht irreführend, da es sich um einen ganz normalen Wanderweg handelt. Bei Promenade denke ich eher an eine Allee, aber in diesem Fall ist es ein netter Wanderweg. Den Übergang in den Elbleitenweg kann man sehr gut dran erkennen, dass der Weg mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert ist. Auf diesem Weg geht es weiter bis man die schon bekannte Stelle mit dem grünen Strich erreicht. An der Stelle ging auf dem Hinweg der Aufstieg auf die Schrammsteine nach links. Damit man nicht wieder auf der gleichen Strecke, also dem schon bekannten Teil des Elbleitenweg, zurück wandert, geht es nach rechts die Breite Kluft herunter. Dieser Abstieg ist ziemlich angenehm zu gehen und seltsamerweise immer sehr leer. Das ist schwer verwunderlich, da die Breite Kluft der schnellste Weg vom Schmilkaer Wanderparkplatz zu den Schrammsteinen hoch ist. Am Ende der Breiten Kluft erreicht man wieder den Holzsammelplatzweg, den man nach rechts bis zum Ausgangspunkt der Wanderung verfolgt.

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Anwandern

Nachdem Rolf Böhm schon mehrmals wirklich schöne Beschreibungen seiner Neujahrswanderungen zum Großen Winterberg erstellt hatte und auf der Webseite dieses höchsten Berges der Sächsischen Schweiz auch wieder zum “Neujahrsempfang” eingeladen wurde, musste ich das dieses Jahr endlich auch einmal ausprobieren. Netterweise war das Wetter überhaupt nicht winterlich und sogar trocken, sodass die Ausgangslage recht gut war. Wie das so an einem Silvesterabend üblich ist, habe ich natürlich auch “einen Schluck” zum Anstoßen getrunken und dadurch fiel die Autofahrt bis nach Schmilka aus. Der Startpunkt lag damit in Altendorf am Heiteren Blick. Da ich ja vorher wusste, dass die Strecke ungefähr 13 Kilometer lang ist und ich zur Büffeteröffnung um 6:00 da sein wollte, war der Startzeitpunkt um 3:30 Uhr. Erstklassige Uhrzeit, wenn man gerade ins neue Jahr hineingefeiert hat. Ich bin also schön müde aus dem Bett gekrochen. Die ersten paar Meter erfolgten auf dem Wiesenweg. Es war interessant, welche Menge an Feuerwerksmüll auf der Straße herumlag. Der Wiesenweg endet auf der Unteren Dorfstraße, die nach rechts abwärts gewandert wird. Am Ende der Straße wird es dann für diese Wanderung ordentlich duster. Hier musste ich feststellen, dass genau der 1. Januar 2014 Neumond war. Das war mir bis dahin nicht klar, aber irgendwie versteckte sich der Mond so perfekt, dass es mir schon ein wenig seltsam vorkam.
Spätestens am Ortsrand startet die rote Wanderwegmarkierung roter Strich, der man aber auch nur ein paar wenige Meter (150 Meter) hinterher wandert, um dann nach links abzubiegen. Der Wanderweg führt bald über eine kleinere Wiese und auf der gegenüberliegenden Seite verschwindet der Weg dann in den Wald. Obwohl diese Stelle eigentlich ziemlich breit und tagsüber sehr gut sichtbar ist, ist es in der Nacht schon beinahe unmöglich, den Zugang zu finden. Der Abstieg runter ins Kirnitzschtal erfolgt auf einem breiten Waldweg, der mit großen Sandsteinplatten ausgelegt ist. Solange die Platten trocken sind, kann man ganz gut abwärts wandern, bei Nässe ist Obacht zu geben. Der Abstieg passiert ein kleines Bächlein, das leider im Sommer 2013 die Brücke mitgerissen hat, sodass im Dunkeln ein kleiner Sprung notwendig war. Damit die Wanderung nicht gleich auf den ersten paar Metern mit nassen Füßen startet, habe ich mir hier besondere Mühe gegeben, nicht gleich im Wasser zu landen. Die Kirnitzschtalstraße wird gleich an der Ostrauer Mühle erreicht und hier geht es auf den Campingplatz.
Auf dem Campingplatz hatte ich mich mit einem netten Mitwanderer verabredet und tatsächlich haben wir uns dort auf die Minute genau getroffen. Obwohl wir wirklich nicht viel getrunken haben, so sind wir hier ziemlich blöde herumgeirrt und haben den Aufstieg hoch in die Richtung der Schrammsteine gesucht. Die Stelle haben wir schon viele Male bei Tageslicht passiert, aber diesmal hat es einfach nicht so richtig geklappt. Auf dem Campingplatz standen so einige Wohnwagen, aber zum Glück hat uns keiner bei der Suche gesehen (zumindest haben wir niemanden gesehen oder gehört) und so haben wir mit einer dicken Taschenlampe den Zugang zum grünen Strich dann doch noch mal gefunden. Der Aufstieg ist selbst mit ordentlichen Taschenlampen etwas schwierig, da der Waldweg mehrere Haken schlägt und dann auch noch einen Hohlweg passiert.
Nach diesem ersten Aufstieg erreicht die Wanderung die verstreuten Häuser des oberen Zahnsgrundes und wir haben uns über ein paar wenige Außenleuchten gefreut. Das nächste Stück über den Steinbrecherweg war dann wieder angenehmer, auch wenn man im Dunklen ganz anders auf die Wegbeschaffenheit achten muss als am Tage. Bei einem Weg mit einem ordentlichen Wurzelgeflecht, wie beim Steinbrecherweg, bleibt man sonst ziemlich schnell hängen und dann ist die Nachtwanderung viel zu schnell beendet. Bei Tageslicht fällt das Liebentor gleich neben dem Wanderweg auf, jetzt in der Dunkelheit ist es vollkommen unsichtbar und wird einfach nur passiert. Der Steinbrecherweg bzw. im weiteren Verlauf heißt der Weg Bauweg endet auf dem breiten Wenzelweg. Hier geht es auf der gegenüberliegenden Seite unmarkiert weiter in Richtung Schrammsteine bzw. Schrammtor. Ab hier heißt der Wanderweg Elbleitenweg und damit startet ein relativ ebener Waldweg, der sich aber auch riesig lange um die Schrammsteine herumschlängelt und damit ziemlich langweilig wird. Nach ein paar hundert Metern erreicht die Wanderung kurz vor den Felsen die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt, auf der es nach links weiter geht. Auch wenn man es Nachts nicht mitbekommt, so führt der Elbleitenweg in einem Bogen um die vorderen Ausläufer der Schrammsteine und dann weiter in Richtung Großer Winterberg bzw. Schmilka. Auf unserer Wanderung war es in diesem Bereich immer noch stockdunkel und wir sind die ganze Zeit immer nur dem Lichtkegel der Taschenlampen gefolgt. Das ist super langweilig, wenn man weiß, welche tolle Felsenlandschaft links vom Weg liegt. Die einzige ernstzunehmende Abwechslung war irgendein Reh oder Wildschwein, das auf einmal rechts neben dem Weg vor uns aus seinem Schlaf gerissen wurde und dann den Hang hinunter flitzte. Vermutlich hat das Tier einen ähnlich großen Schreck wie wir bekommen und alle Kreisläufe waren wieder ordentlich in Schwung. Auf der grünen Wanderwegmarkierung geht es für fast 6 Kilometer horizontal durch die Nacht und dann über den Wurzelweg aufwärts. Das erste Stück von der Zwieselhütte aufwärts ist noch ganz gut ausgebaut, aber je weiter man hoch kommt, desto mehr ist der Name des Weges zutreffend und man muss jeden Schritt aufmerksam gehen.
Der Aufstieg endet auf dem Reitsteig, der nach rechts bis hoch auf den Großen Winterberg weiter gewandert wird. Zwischendurch wechselt die Wanderwegmarkierung auf den blauen Strich blauer Strich und kurz vor dem höchsten Berg der Sächsischen Schweiz kommt noch mal ein Aufstieg von 80 Höhenmetern. Eintrag_Turmbuch_01-01-2014_kleinZu Neujahr war der Aussichtsturm auch schon um 6:00 geöffnet und so war natürlich das erste Ziel das neue Turmbuch. Tatsächlich hatten sich schon um 0:01 ein Wanderer und drei Boofer eingetragen. Ganz schön unterhaltsam war, dass im Turm zuerst ein paar hohe Wanderstiefel standen und dann ein Schlafsack ohne erkennbaren Kopf lag. Im Nachhinein habe ich dann erfahren, dass es der erste Eingetragene im Turmbuch war, der sich hier niedergelassen hatte. In der Gaststätte war ein sehr nett hergerichtetes Frühstücksbüffet aufgebaut und so ging es ans Stärken für den Rückweg.
Dieser wurde nach 1 ½ Stunden Schlemmen und netter Unterhaltung angetreten. Überraschenderweise war es draußen inzwischen so einigermaßen hell und damit stand einer Wanderung über den Schrammsteingrat nichts mehr im Wege. Zurück geht es auf der bekannten blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich in Richtung Wurzelweg und darüber hinaus. Selbst bei diesem morgendlichen Licht wirkte die Waldfläche mit dem Borkenkäferbefall trostlos, aber immerhin lässt sich erahnen, dass es nur noch wenige Jahre dauern wird, bis ein wilder, schöner Mischwald herangewachsen ist. sehr_schmale_Stelle_Gratweg_Schrammsteine_kleinEin richtiger Hit wäre dieses Teilstück der Wanderung gewesen, morgendlicher_Blick_zum_Zirkelstein_kleinwenn jetzt so langsam die Sonne aufgestiegen wäre und die Strecke ordentlich beleuchtet hätte. Dem war leider nicht so, sondern tatsächlich stieg der Nebel von den Feldern und dem Elbtal auf. Damit war an den beiden großen Aussichten Heringsgrund und Breite Kluft kein besonderer Blick rüber auf die andere Elbseite zu erhaschen, aber immerhin herrschte hier oben erholsame Ruhe. Auf der gesamten Strecke sind mir ganze zwei Boofer und zwei einzelne Wanderer entgegen gekommen. Selbst im tiefsten Winter trifft man normalerweise mehr Mitmenschen auf dieser Strecke, aber zum Neujahrsmorgen um 9:00 zieht es einfach nur ein paar wenige Verwegene hier herauf.
Selbst die Stellen mit den Leitern und den vereinzelten Engstellen sind durch den fehlenden Gegenverkehr schlanker_Felsen_Zurueckesteig_kleinschnell passiert und so erreicht die Wanderung ¼ Kilometer vor der eigentlichen Schrammsteinaussicht den Abstieg in den Mittelwinkel. Aufstieg_Leiter_Treppen_Mittelwinkel_Schrammsteine_kleinEigentlich hatte ich mir fest in den Kopf gesetzt, bis zu der Aussicht vor zu gehen, aber irgendwie war der Blick in die Nebellandschaft nicht so richtig verheißungsvoll und deshalb ging es gleich auf der Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt über die Treppen und Leitern abwärts. Unten angekommen geht es noch ein kurzes Stück grün markiert weiter, bis nach vorne auf einem unmarkierten Waldweg der Nasse Grund und das Kirnitzschtal ausgeschildert sind. Auf dem gut ausgebauten Forstweg Nasser Grund steigt die Wanderung bis ins Kirnitzschtal ab. Dort angekommen, biegt man noch vor dem Bachlauf nach links auf den Flößersteig mit der grünen Wanderwegmarkierung grüner Querstrich ab. Dieser Pfad ist dann auch schon ein Stückchen anspruchsvoller als z.B. der Elbleitenweg und so geht es dem Bachlauf abwärts hinterher. Am gut sichtbaren Forsthaus befindet sich eine Fußgängerbrücke, auf der man trockenen Fußes den Bach überquert.
Auf der Kirnitzschtalstraße wandert man 100 Meter abwärts (also nach links) und dann biegt nach rechts der ausgeschilderte Aufstieg nach Mittelndorf ab. Es sind zwar nur 125 Höhenmeter, aber irgendwie kam mir dieser Aufstieg schon ziemlich lang vor und ich war froh, endlich oben den Rand der Ortschaft zu erreichen. Nachdem man wenige Meter (ca. 80 Meter) auf der Straße Mühlberg gewandert ist, biegt im spitzen Winkel die Dorfstraße ab. morgendliches_Apartmenthaus_Mittelndorf_kleinHier ist der Panoramaweg mit der Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt ausgeschildert. Dieser schöne Wanderweg führt knapp hinter der Gärtnerei aus der Ortschaft heraus und nett über die Felder in Richtung Altendorf. In der Mitte zwischen den beiden Ortschaften hat man gleich zwei Mal einen spitzenmäßigen Blick rüber auf die Felsenkette der Schrammsteine und Affensteine. Altendorf wird auf der dem Startpunkt gegenüberliegenden Seite betreten und mit ein paar Metern auf der Hauptstraße wird der Anfang der Runde wieder erreicht. Auf meiner Neujahrswanderung war ich immerhin um 10:30 wieder am Ausgangspunkt angelangt: für eine Runde von der Länge eine ganz schön beeindruckende End-Uhrzeit.
Am Tage dürfte es sich um eine ganz nette Wanderung handeln, aber die lange Strecke durch die Dunkelheit hat sich aus meiner Sicht nicht ausgezahlt. Die Schönheit der Sächsischen Schweiz ist auf dem Hinweg vollkommen verschluckt worden und damit lohnt sich das erbärmlich frühe Aufstehen überhaupt nicht. Es war eine interessante Erfahrung, die aber nicht noch mal wiederholt werden muss.

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Boofen Schrammsteine

Die Wanderungsplanung fing damit an, dass uns gleich mehrere Leser unserer Internetseiten zum Thema Boofen angeschrieben hatten. Ich wusste, dass es diese Freiübernachtungsplätze an richtig vielen Stellen gibt, aber wo genau, war mir bis zum Start der einzelnen Wanderungen immer unbekannt. Auf schon sehr vielen Wanderungen sind uns immer mal wieder einzelne dieser Schlafplätze begegnet, aber eine Liste mit z.B. den Koordinaten habe ich im Internet nicht gefunden. Auf der Internetseite des Nationalparks gibt es eine Liste der offiziellen Boofen, aber leider nur mit dem Namen und einer sehr groben Karte. So sollte das eigentlich nicht bleiben und deshalb haben wir uns der Sache angenommen. Um möglichst viele Boofen zu finden, haben wir uns insgesamt vier Wanderrunden zu den Boofen in der Hinteren Sächsischen Schweiz ausgedacht und diese Runden nach den einzelnen Gebieten Schrammsteine, Schmilka, Wildensteine und natürlich der Bereich des Zschand sortiert. Die einzelnen Wanderungen sind aber nicht nur zur Boofensuche gut geeignet, sondern jede der Runden ist auch ganz hervorragend als eine selbstständige Wanderung durchzuführen und hat mal wieder zu neuen Plätzen bzw. Pfaden geführt. Für die Mitmenschen, die mit einem Navigationssystem durch den Wald flitzen, können die Wanderungen zu einer Abwandlung von Geocaching werden, da man mit dem Navigationssystem die einzelnen Boofen ganz hervorragend zu einer Art moderner Schatzsuche benutzen könnte.
Als erstes eine kleine Warnung vorneweg: Diese Wanderung ist mit ihren direkt gelaufenen 22 Kilometern schon relativ lang und durch die mehr als 1.100 Höhenmeter ziemlich anstrengend. Wer nicht nur wandern, sondern auch die einzelnen Boofen suchen möchte, sollte schon einen kompletten Tag einplanen.
Die Wanderung startet im Zahnsgrund oberhalb der Gaststätte Schrammsteinbaude (www.schrammsteinbaude.de). Oberes_Ende_Schiessgrund_kleinVon dem Parkplatz geht es durch den Schießgrund auf der Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt an die ersten paar Höhenmeter. Der Aufstieg durch den Grund ist angenehm und nach einer Strecke von fast 900 Metern biegt der markierte Wanderweg nach rechts ab. Geradeaus ist einer dieser Besucherlenkungszäune mit einem Durchgang zum Kletterfelsen. Hier verlässt die Wanderung erstmal den markierten Weg und es geht zum Fuße des Falkensteins. Der Falkenstein ist fest in der Hand der Kletterer, da es überhaupt keinen Aufstieg ohne Kletterseil gibt. An der linken (westlichen) Seite des Falkensteins befindet sich die erste Boofe mit dem Namen Knabe, da die einzelne Felsmurmel davor so heißt.
Die Wanderung führt wieder zurück bis auf den grün markierten Wanderweg und es geht wenige Meter (ca. 50 Meter) nach links. Hier biegt wieder nach links leicht abfallend ein Waldweg ab, der zuerst durch einen Hohlweg und dann ganz gerade bis zum Wenzelsweg führt. Dieser sehr breite Forstweg führt vom Nassen Grund hoch nach Ostrau und ist  zu diesem Zeitpunkt der Wanderung nur zu überqueren. Auf dem gegenüberliegenden Waldweg mit der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich geht es weiter. Nach einer Strecke von 300 Metern erreicht man das Liebentor, an dem man nach rechts den Waldweg verlässt. Der Pfad führt in eine ziemlich große Senke mit einer Felswand, die mir bis zu dieser Wanderung noch nie begegnet war. Teufelsmauer_kleinDiese sogenannte Teufelsmauer erstreckt sich über 500 Meter unterhalb der Hohen Liebe und ungefähr in der Hälfte befindet sich die Boofe Teufelsmauer. Für die weitere Boofensuche geht es wieder zurück auf den grün markierten Wanderweg und auf den schon bekannten Wenzelsweg. Schrammsteine_von_der_Wildwiese_gesehen_kleinDer Weg bzw. eigentlich ist es eher eine Forststraße fällt auf den ersten paar Metern nur leicht ab und man erreicht die Wildwiese. Auf dieser Wildwiese fand am 23. April 1991 die Gründung des Nationalparks statt und ich finde, die Schrammsteine bieten eine sehr schöne Kulisse dazu. Gleich neben dem Schuppen auf der Freifläche befindet sich auch eine der offiziellen Feuerstellen im Nationalpark, mit dem passenden Hinweis auf die jeweils aktuelle Waldbrandstufe.
Auch wenn die grüne Wanderwegmarkierung den Forstweg zwischendurch verlässt, so führt die Wanderung weiter hinunter in den Nassen Grund. 300 Meter nachdem die Forststraße eine deutliche Linkskurve macht, ist der steilere Teil zu Ende und nach links biegt ein unauffälliger Pfad ab. Guenthers_Boernel_kleinDieser Weg steigt wieder an und nach ¼ Kilometer erreicht man die Quelle Günthers Börnel. Diese Quelle sprudelt anscheinend immer und ist nicht zu übersehen, da sie mit einem Schild und einer Tasse ausgestattet ist. Ein paar Meter hinter der Quelle befindet sich an der linken Felswand die Boofe gleichen Namens. Um die nächste Boofe zu finden, geht es wieder hinunter auf den Weg durch den Nassen Grund. Der Forstweg wird nur überquert und es geht gegenüber auf den Reitsteig. Wenn man noch vor dem Weg in den Reitsteig rechts den Hang unterhalb der Felswand hochkraxelt, dann kann man die Reste der Boofe im Nassen Grund finden. Früher war diese Boofe, wie mir ein älterer Herr erzählte, gut ausgebaut mit fließendem Wasser und einem Boofenbuch, aber leider ist davon überhaupt nichts mehr übrig geblieben. Heutzutage wird diese Boofe nicht mehr benutzt.
Die Wanderung führt auf dem Reitsteig hoch in Richtung Affensteine. Der Reitsteig ist ein Verbindungsweg zwischen dem Nassen Grund und der Unteren Affensteinpromenade und verläuft parallel zur Eulentilke. Der einzige Unterschied zwischen diesen beiden Verbindungswegen ist, dass über die Eulentilke einige Wanderer unterwegs sind und auf dem Reitsteig keiner. Dafür liegen aber auch am Reitsteig immer mal wieder ein paar Bäume wie kleine Hindernisse herum und der Weg ist nicht so ausgelatscht. Auf der Affensteinpromenade geht es nach links der Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt hinterher. Brosinnadel_von_unterer_Affensteinpormenade_kleinNach ½ Kilometer auf dem angenehmen Weg unterhalb der Affensteine sieht man vor sich den Felsen der Brosinnadel in den Himmel ragen. Besonders nett ist, dass man genau auf diesen abgespaltenen Felsen drauf zu wandert und dann mit dem nächsten Wanderzugang über einen Pfad zum Felsenfuß abbiegt. Am Felsenfuß geht es wieder zurück in südliche Richtung und nach wenigen Metern erreicht man eine kleinere Felsmurmel, an der sich die Boofe Glatze/Frisör befindet. Auf dem Pfad am Hang entlang führt der Weg weiter, bis unterhalb vom Wilden Kopf wieder ein einzelner Felsen liegt und auch an ihm ist eine offizielle Boofe ausgeschildert.
Damit ein paar Höhenmeter eingespart werden können, empfiehlt es sich, den Pfad noch ein kleines Stück weiter zu wandern, um dann den Aufstieg der Wilden Hölle zu erreichen. Über diesen Aufstieg geht es hoch auf die Affensteine. Der Aufstieg ist aus meiner Sicht relativ einfach, aber hier habe ich doch auch schon so manchen zetern und schimpfen gehört. Es geht an einem 45° steilen Felsen mit der Unterstützung von ein paar Klammern aufwärts. Da dieses meine damals 5-jährige Tochter ohne Unterstützung von mir geschafft hat, sollte es eigentlich jeder schaffen. Aber manchmal ist es eben nicht so sehr die physische Herausforderung, sondern eher die psychische, die einem zu schaffen macht und hier sind die Zwerge so manchem Erwachsenen haushoch überlegen, da sie sich nicht mit so Fragen wie „was wäre wenn“ beschäftigen. Nach dem Aufstieg durch die Wilde Hölle erreicht man die Obere Affensteinpromenade, der man nach links folgt. Im Gegensatz zur Unteren Affensteinpromenade handelt es sich bei der Oberen um ein noch wilderes Zickzack mit einigen Höhenmetern und einem Bergpfad, der auch mal leichte Klettereinlagen bietet. Kurz bevor man die Häntzschelstiege zwischen dem unteren und oberen Teil kreuzt, befindet sich eine Selbstrettungsbox und die Bauerlochboofe an der Häntzschelstiege. Hier befindet sich zwar kein offizielles Kennzeichen, aber der Platz ist eindeutig zu erkennen. Der Felsen an der Häntzschelstiege wird umrundet und es geht auf dem Felsband ca. 700 Meter entlang, bis hinter dem Häntzschelturm ein größerer Talkessel auf der rechten Seite zu sehen ist. Hier befindet sich die Boofe unterhalb des Häntzschelturms.
Von dieser riesigen Boofe in der versteckten Nische der Affensteine geht es weiter über die Obere Affensteinpromenade, bis nach etwas mehr als 100 Metern rechts ein breites Tal mit einem Pfad abbiegt. Dieser sehr angenehm ansteigende Pfad führt auf einen weiteren Reitsteig. Diesmal handelt es sich um den Reitsteig auf den Affensteinen mit der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich. Dieser Markierung folgt man die nächsten 400 Meter bis zur gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich. Hier geht es dann nach rechts gelb markiert weiter. Um noch die Boofe unterhalb des Carolafelsens zu finden, folgt man der gelben Markierung diesmal nur 100 Meter, um dann nach rechts mal wieder die Obere Affensteinpromenade zu bewandern. Hier geht der Pfad auf den Affensteinen verführerisch leicht vorwärts, aber eigentlich muss man nach nur 150 Metern den markierten Weg verlassen, um in der ersten Linkskurve geradeaus zu wandern. Ein vollkommen unscheinbarer Zugang führt zur Boofe im südlichen Winkel des Carolafelsen. Jetzt geht es wieder zurück auf die gelbe Wanderwegmarkierung und damit auf die Obere Affensteinpromenade. deutsches_Prebischtor_Obere_Affensteinpromenade_kleinSehr nett ist nach ungefähr 300 Metern ein Felsbogen, der aussieht wie ein kleines Prebischtor, und eine gewaltige Buche mit einem riesigen Wurzelgeflecht. Wenn man der Wanderwegmarkierung ordentlich folgt, dann verlässt man die Affensteine am Kleinen Dom über eine Vielzahl an Stufen. Sandlochwaechter_und_Teil_Hoellenwand_kleinAuf der gegenüberliegenden Talseite sind die Felsen der Höllenwand zu bestaunen. Damit es aber nicht zu langweilig wird, geht es auch noch an einer schmalen Felskante mit Haltegriffen vorbei und zum Überwinden eines Felsens ist eine Leiter angebracht. Das hört sich aber alles schlimmer an, als es wirklich ist. Den Abstieg schafft wirklich jeder.
Unten angekommen geht es auf einem ziemlich sandigen Weg ¼ Kilometer vor, bis die erste Möglichkeit kommt, nach rechts abzubiegen. Hier wird der markierte Weg kurz verlassen und der Große Dom umrundet. Auf der nördlichen Seite des Großen Doms befindet sich die Sachsenhöhle mit der offiziellen Boofe. Irgendwie finde ich Sachsenhöhle leicht übertrieben, da ich mir darunter eine echte Höhle mit einem großen Format vorstellen würde. Der Felsüberhang ist zwar tatsächlich riesig, aber so eine richtige Höhle ist es dann doch nicht. Die nächste Boofe liegt eigentlich nur ein paar Meter entfernt auf der gegenüberliegenden Talseite am Sandlochturm. Die vollständige Bezeichnung beinhaltet aber auch schon eine Beschreibung des Problems: Boofe auf dem Band unter dem Sandlochturm. Ah, auf dem Band! Mit normalen Kletterkünsten erreicht man diese Boofe nur von der Rückseite über den östlichen Ausläufer des Bandes. Dazu geht es also wieder aus dem Tal am Großen Dom zurück auf den markierten Wanderweg und die nächsten 300 Meter bis zur Wegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt. Dieser folgt man nach rechts, bis nach ¼ Kilometer wieder nach rechts der Zugang zur Hölle abbiegt. Den Pfad geht es leicht ansteigend aufwärts, bis schon wieder nach rechts der erste Kletterzugang in die Richtung der Felsen abbiegt. Mit diesem Pfad kommt man automatisch auf das Band am Sandlochturm und damit an die relativ kleine Boofe in einer niedrigen horizontalen Felsspalte. Anscheinend hat es hier irgendwelchen Boofern (nennt man Mitmenschen, die in einer Boofe übernachten, so?) zu sehr gezogen und deshalb ist die linke Seite mit kleinen Felsen zugesetzt.
Die Boofensuche geht wieder auf den grün markierten Waldweg zurück und damit in Richtung Schrammsteine/Schrammtor. Bekanntermaßen stößt zu der grünen Wanderwegmarkierung die gelbe wieder dazu. Diese beiden Markierungen führen zusammen um die Lorenzwände. Genau an der Spitze bzw. dem oberen Fuß der Lorenznadel befindet sich die nächste Boofe. Leider ist der Zugang nur vom oberen Teil der Lehne zu erreichen. Das heißt, man wandert auf den beiden Wegmarkierungen (gelbe und grüne) eine Strecke von ca. 700 Metern und dann biegt nach links der bequeme Aufstieg namens Lehne ab. Den Aufstieg geht es 600 Meter aufwärts. Lorenznadel_Lorenzturm_kleinAuf der linken Wegseite sieht man schon die ganze Zeit die Felsen bzw. den Fuß der Felskette und genau darunter verläuft der Zugang zur Lorenznadel. Auch wenn der Pfad zwischendurch nicht so aussieht, so führt er 350 Meter bis zur Spitze der Felsen und auf der Rückseite (nördliche Seite) befindet sich die Boofe.
Nach dieser sehr abseits gelegenen Boofe geht es wieder zurück auf den markierten Wanderweg, um den letzten großen Block an Boofen zu suchen. Es empfiehlt sich, nur noch der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich zu folgen. Nachdem der grüne Punkt die Wanderung verlassen hat, erreicht man nach etwas mehr als ½ Kilometer in der ersten größeren Rechtskurve den hervorragend ausgebauten Kletterzugang zum Torstein. Die ersten beiden Boofen liegen an der östlichen Seite des Torsteins. Falkenstein_vom_Torstein_gesehen_kleinDadurch, dass auf dieser Seite der Felsfuß relativ hoch liegt, hat man eine erstklassige Aussicht auf den Falkenstein. Für die nächsten zwei Boofen am Torstein geht es auf die westliche Seite. Diese beiden Boofen liegen etwas tiefer und so muss man leicht absteigen und dann den Felsen umrunden. Die erste westliche Boofe befindet sich an einer dicken Felsmurmel. Kletterzugang_durch_Felsspalte_kleinUm die letzte Boofe dieser Boofensuche zu finden, geht es ein kleines Stückchen wieder aufwärts bis zum Felsfuß. Der Aufstieg bis zur Boofe ist mit ein paar Stufen ganz gut ausgebaut und leicht zu erreichen. Damit sind alle offiziellen Boofen im Bereich der Schrammsteine/Affensteine gefunden. Ganz lustig ist noch der Kletterzugang links von der letzten Boofe. Wenn man aufmerksam auf den Felsen blickt, dann ist dort ein schwarzer Pfeil, der nach oben zeigt. In einer Art Kamin ist hier ein Aufstieg, der aus meiner Sicht nur noch reinen Kletterern vorbehalten bleibt.
Das letzte Stück der Wanderung führt jetzt zurück auf den Weg unterhalb der Schrammsteine und damit wieder auf die gelbe Wanderwegmarkierung. Nach ein paar hundert Metern stößt die Wanderung auf die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich. Schlucht_Lattengrund_kleinBruecke_im_Lattengrund_kleinZuerst verlaufen die beiden Wegmarkierungen noch parallel, aber dann biegt die gelbe Markierung links ab und es empfiehlt sich, der blauen nach rechts zu folgen. Die Wanderung führt runter in den Lattengrund und diese Schlucht ist genauso interessant wie der Schießgrund vom Anfang der Wanderung. Beides sind sehr enge Schluchten und eine schöne Einstimmung auf die Felsenwelt der Sächsischen Schweiz. Nachdem man am Ende des Lattengrundes angekommen ist, geht es die letzten paar Meter über die Fahrstraße nach oben bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Damit ist eine ganz lustige Wanderung zu Ende gegangen, die zwar ziemlich anstrengend war, aber eine Vielzahl interessanter Plätze zu Tage gefördert hat. Außerdem ist diese Wanderung auch eine schöne Runde mit einigen Felsen und vielen tollen Aussichten.

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Carolafelsen

Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass meine Tochter (zu dem Zeitpunkt 4 ½ Jahre) unbedingt mit mir auf irgendeinen Felsen klettern wollte, aber mindestens ein Picknick in der Wanderrunde enthalten sein sollte. Also habe ich mir folgende Runde ausgedacht:
Der Startpunkt ist der Wanderparkplatz am Ende des Nassen Grundes im Kirnitzschtal. Warum auch immer der Nasse Grund diesen Namen erhalten hat, mir erscheint er nicht nasser als alle anderen Schluchten in diesem Bereich. Wenn überhaupt, dann ist der Nasse Grund im unteren Bereich, kurz vor der Kirnitzsch, etwas feuchter. Der Weg in die Richtung der Schrammsteine ist ganz angenehm zu gehen und durch die Felskulisse am Wegesrand auch ein Wohlgenuss fürs Augen. 650 Meter nach dem Start im Kirnitzschtal biegt nach links ein kleinerer Weg ab. Ausgeschildert ist er mit dem Namen Eulentilke und als Ziel führt der Weg zur Wilden Hölle bzw. dem Carolafelsen. Genau diese beiden Punkte sollen die nächsten Ziele der Wanderung sein. Eisenklammern_Wilde_Hoelle_kleinDer Aufstieg durch die Eulentilke ist leicht geschafft und nach dieser Schlucht erreicht man den unteren Affensteinweg. Hier steht das nächste Hinweisschild auf den Zugang der Wilden Hölle, aber mit dem Zusatz “schwierig”. Na, das hörte sich doch mal genau nach einem Weg an, der mit einem kleinen Zwerg absolviert werden muss. Gut, dass unsere Tochter nicht lesen kann, und so ging es frohen Mutes an den echten Aufstieg. Aufstieg_Wilde_Hoelle_kleinZuerst geht es über einige Stufen und Treppen den Berg hoch. Bei unserer Wanderung waren an der Stelle zwei Paar Erwachsene vor uns unterwegs und überraschenderweise setzte meine Tochter doch tatsächlich zum Überholen an. Ich war vollkommen sprachlos und dachte mich jetzt in die Psyche der Erwachsenen hinein, dass sie von einer Vierjährigen überholt werden. Als Papa war ich natürlich super stolz gewesen und so haben wir uns an den jetzt schwierigeren Aufstieg gewagt. Das Schwierige an diesem Aufstieg ist, dass es nicht über einen normalen Weg, sondern über ein paar Felsstufen, ein paar eiserne Haltegriffe und an einem glatten Felsen entlang geht. Also eigentlich überhaupt nichts Schwieriges und selbst unsere Tochter hat es ganz alleine geschafft. Ein bisschen habe ich drauf aufgepasst, dass sie nicht aus Versehen daneben tritt, aber selbst dann geht es in der Wilden Hölle nirgendwo besonders steil oder gefährlich nach unten. Dieser Aufstieg hat nichts mit der Klasse einer Stiege wie z.B. der Häntzschel-, Zwillings- oder Rotkehlchenstiege zu tun. Nach der Geräuschkulisse hinter uns, hatten die Herrschaften aber doch irgendwie Probleme mit diesem Aufstieg. Ausblick_Carolafelsen_Richtung_Falkenstein_kleinZwischendurch hörte sich das sogar so an, als wenn eine der beiden Frauen wieder umkehren wollte. Nach dem Aufstieg erreicht man am Ende der wilden Hölle eine Wegkreuzung, an der man weiter geradeaus Richtung Carolafelsen geht. Nach wenigen Metern geht es dann nach rechts den Zugang zur Aussicht Carolafelsen hinauf. Der Zugang ist ausgeschildert, und wer den Weg durch die Wilde Hölle geschafft hat, der kommt auch ganz sicher die letzten paar Meter über ein paar Felsstufen bis zur Aussicht. Die Aussicht ist eigentliche eine ganze Ansammlung an Felsen, die zur Rast einlädt und einen fantastischen Ausblick auf die Hinterseite der Schrammsteine, den Falkenstein und die Steine der vorderen Sächsischen Schweiz bietet.
Von der Aussicht geht es wieder die ersten paar Meter zurück, den Zugang hinunter, und dann nach rechts das letzte kleine Stück des Weges. Nach wenigen Metern (ca. 300 Meter) erreicht man den so genannten Reitsteig, der mit dem blauen Strich blauer Strich markiert ist. Dem Weg folgt man jetzt nach links in die Richtung des Großen Winterbergs. Auf der rechten Wegseite erreicht man nach kurzer Zeit eine eindrucksvolle Aussicht, an der man in den Aussicht_Heringsgrund_kleinHeringsgrund blicken kann. Das so beeindruckende an diesem Blick sind die Felsen links und rechts des Grundes und die linkselbige Ebene dahinter. Auch diese Aussicht ist genauso groß wie der Carolafelsen und damit ist es überhaupt nicht störend, wenn noch ein paar andere Mitmenschen eine Pause auf dem Platz machen. Es geht noch die nächsten 200 Meter auf dem Reitsteig weiter, bis nach links ein Weg abbiegt. Ausgeschildert ist der Frienstein. Der Weg steigt über ein paar Treppen bis zur oberen Affensteinpromenade ab. An dem Friensteinfloessel_kleinFriensteinflössel, eine kleine Quelle, die in eine Art Hundehütte eingebettet ist, geht es auf dem grün grüner Strich markierten Weg nach links zum Abstieg. Der Weg von den Affensteinen erfolgt über eine große Zahl an Stufen in einem wilden Zickzack. Am Felsenfuß angekommen geht es weiterhin dem grün markierten Weg hinterher. Zum Anfang verläuft der Pfad noch auf gleicher Höhe und biegt dann aber nach rechts ins Tal hinunter ab. Je länger man auf der grünen Markierung den Hang abwärts geht, desto breiter wird der Weg, bis man ganz zum Schluss am Beuthenfall die Kirnitzschtalstraße erreicht.
Damit man wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung kommt, muss man jetzt die letzten 1,2 Kilometer der Kirnitzsch flussabwärts folgen. Der schnellste, aber nicht der schönste Weg wäre, wenn man auf der Straße entlang wandert. Viel schöner ist wenn man auf der anderen Bachseite (also linke Bachseite) dem Flößersteig grüner Querstrich folgt. Der Weg verläuft zwar nicht ganz gerade entlang, aber dafür ist er sehr abwechslungsreich und viel mehr kindergeeignet als die Straße. Damit kommt man wieder am Ausgangspunkt an und die schöne Runde ist beendet. Auf jeden Fall ist die Runde durch die Qualitätskontrolle einer Tochter gekommen und sie war vollkommen begeistert.

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