Waldhusche Historischer Waldnutzungsweg

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Karte:
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Dauer:
ca. 2,00 h
Entfernung:
ca. 6,00 km
Höhenunterschied:
ca. 166 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Hinterhermsdorf und die Schleusen;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Hinterhermsdorf - Buchenparkhalle - Eingang Waldhusche - gelbe Markierung - Wurzelgang - Lohrindengewinnung- Streunutzung - Harzgewinnung - Schindelgründel - Hantschengrund - Höhle - Hinterhermsdorfer Dorfbach - Wildzaun - Mühlleite - Bienenstöcke - Sandsteinbruch - Holzmaße - Sägegatter - Schlitten - Waldhusche - Eichhörnchenkobel - Nationalparkinformationshaus Beize - Hackkuppe - Gesteinsarten - Basaltsteinbruch - Meiler - Pechgewinnung - Eingang Buchenparkhalle

Beschreibung:

In der Hinterhermsdorfer Waldhusche gibt es vier themenbezogene Rundwege, von denen jeder interessant gemacht und einen Ausflug wert ist. Die Wege heißen Waldabenteuerweg, historischer Waldnutzungsweg, Naturgenussweg und Waldkundeweg. In dieser Wanderbeschreibung geht es um den historischen Waldnutzungsweg, der vom Nationalpark wie folgt beschrieben wird: „Wie haben die Menschen früher den Wald genutzt? Welche existenzielle Bedeutung hatte der Wald für sie? Staunen Sie über die Vielfalt der früher im Wald gewonnenen Produkte.“

Der Startpunkt für diese Runde ist der Parkplatz an der Buchenparkhalle. Der Eingang in das Gebiet der Waldhusche ist unübersehbar und gleich an dem Eingang befindet sich auch ein großer Lageplan und manchmal sind in der Kiste unter dem Plan auch noch Informationsblätter mit einer Karte der unterschiedlichen Wege. Der historische Waldnutzungsweg ist mit einem gelb-orangen Schild und einem „H“ gekennzeichnet. Der markierte Weg ist ein Rundweg und ich wandere immer im Uhrzeigersinn durch die Waldhusche. Also geht es gleich hinter dem Eingang nach links und an der nächsten Weggabelung auch wieder links. Schon bald passiert man die auffällige Station des Wurzelganges, die zwar nicht zu dem historischen Waldnutzungsweg gehört, aber trotzdem interessant ist. Lohrindengewinnung_Trocknung_kleinKnapp hinter dieser Station macht der historische Waldnutzungsweg einen kurzen Abstecher nach rechts, hinunter zur Station Lohrindengewinnung. Nachdem so einige Kinder in die Station hineingekrabbelt sind, ist sie inzwischen vorne und hinten durch zwei Platten verschlossen worden. Damit überlebt der Bau doch ein bisschen länger.

Von dieser ersten Station auf dem Rundweg geht es wieder zurück bis auf den ersten Querweg und dann nach rechts weiter. Behaelter_Streumaterial_kleinSchon bald erreicht man die Station Streunutzung, die mit dem großen Sammelbehälter voller Nadeln und sonstigen Bodendeckern sofort auffällt. Ganz wenige Meter dahinter erreicht man einen dieser gut ausgebauten Forstwege und gleich daran befinden sich mehrere interessante Stationen, die aber, mit einer Ausnahme, alle zum Waldkundeweg gehören. Schnittrinnen_Harzgewinnung_kleinBei der Ausnahme handelt es sich um die Station der Harzgewinnung, die mit dem seltsamen Muster in der Rinde auffällt. Die weitere Wanderung über den historischen Waldnutzungsweg führt das Schindelgründel abwärts. Zwischendurch wird der Aschehübelweg mit der umgelegten Buche an der Kreuzung überquert und dann geht es weiter abwärts auf einem unscheinbaren Waldweg (immer noch das Schindelgründel). Am Ende des Weges wird der Hantschengrund erreicht, den es nach rechts weiter abwärts geht. Auf der rechten Wegseite befindet sich schon bald die Höhle, eine weitere Station  des Naturgenussweges, die besonders anschaulich im Winter ist, da dann ein gefrorener Wasserlauf aus der Höhle kommt.

Mit dem Erreichen des Hinterhermsdorfer Dorfbachs ist man auch am tiefsten Punkt dieser Wanderung angekommen. Wildzaun_Hinterhermsdorfer_Dorfbach_kleinJetzt geht es wieder nach rechts dem Bachlauf entgegen. Auch wenn die nächste Station nur Wildzaun heißt, so besteht sie eigentlich aus drei unterschiedlichen Komponenten. Das eine ist der Wildzaun, der sich quer durch das gesamte Tal zieht. Der zweite Teil dieser Station ist das Tor für den Wildzaun, damit die Tiere nicht über den Weg in den eingezäunten Einsprung_Wildzaun_kleinBereich gelangen können und der interessanteste Teil der Station ist der Einsprung. Ein paar horizontale Stämme, durch die ein Wildtier dann doch wieder aus dem geschützten Bereich heraus kommen kann, wenn es sich doch mal irgendwie in den eingezäunten Bereich hinein verirrt hat. Beeindruckend ist, dass dieser Wildzaun früher von Hinterdittersbach bis zum Falkenstein ging.

Die Wanderung auf dem historischen Waldnutzungsweg erreicht bald (nach 400 Metern) den Ein-/Ausgang Wildzaun in die Waldhusche. Noch wenige Meter vor diesem biegt der markierte Weg im spitzen Winkel nach rechts ab. Schon nach ein paar Metern (ungefähr 150 Meter) auf diesem breiten Waldweg biegen gleich mehrere der markierten Wege durch die Waldhusche nach rechts ab. Zeidlerei_Suesse_Beute_kleinDie ersten Stationen gehören zu den anderen Rundwegen, aber nach 600 Metern erreicht man drei kunstvolle Bienenstöcke, die zwar ein ganzes Stück anders aussehen als die heutigen, aber das Prinzip hat sich nicht geändert. Knapp neben dieser Station befindet sich ein alter Sandsteinbruch. Auch dieser ist im Verhältnis zu den heutigen Zeiten nur eine Minivariante, aber die Spuren des Abbaus sind noch deutlich zu erkennen.

Auf dem Waldweg erreicht man schon bald einen ziemlich großen Kreisverkehr mit einer Vielzahl an Stationen zum Thema Holzmaße. Einerseits werden die alten Maße in Form von unterschiedlich großen Füßen dargestellt Holzmasse_Klafter_kleinund dann die Begriffe wie Festmeter oder Raummeter. Das ist auch heute noch sehr interessant für Leute, die zu Hause einen Kaminofen haben und von Zeit zu Zeit Brennholz bestellen. Eine der interessantesten Stationen auf diesem Rundweg ist das riesige Sägegatter. An der Station kommt sehr überzeugend rüber, wie anstrengend es früher war, ein paar Bretter herzustellen. Zum Glück gibt es aber schon seit vielen Jahrhunderten Sägewerke, die mit Hilfe von Wasserkraft diese Arbeit übernehmen.

Wenn man den Kreisverkehr nach links herum gewandert ist, dann biegt der historische Waldnutzungsweg an der ersten Ausfahrt nach links herunter wieder ab. Schranschlitten_an_der_Waldhusche_kleinNach wenigen Meter wird der breite Forstweg nach links verlassen und man gelangt an das obere Ende der Waldhusche. Hier stehen in einem Schuppen ein paar Schlitten und mehrere Holzstapel. Die Holzstapel sind gut gesichert, so dass kein Scherzbold die Stämme durch die Holzrutsche herunter schießen lässt. Das sollten lieber Leute machen, die sich damit auskennen. Walhuschenbahn_kleinDie Holzrutsche bzw. Waldhusche ist der Namensgeber des Waldgebiets und auch die größte Station der Informationsfläche. Wir haben bisher zwei Mal gesehen, wie Baumstämme durch die Rutsche ins Tal schießen und das war schon wirklich beeindruckend. Neben der Waldhusche führt ein Zickzack-Weg den Hang hinunter zum unteren Ende der Rutsche. Dieser Auslaufbereich ist ordentlich stabil gebaut, da so ein Baumstamm mit seinem Gewicht und der Geschwindigkeit doch eine gewaltige Energie hat und damit so einiges zerstören könnte.

Die Wanderung folgt nach rechts weiter der gelben Wanderwegmarkierung und passiert dabei gleich mehrere Stationen von anderen Eichhoernchenkobel_kleinRundwegen der Waldhusche. Dabei ist auch die optisch schönste Station in Form eines Eichhörnchenkobels. Der historische Waldnutzungsweg steigt mit noch so einigermaßen angenehmer Steigung an und passiert die Nationalparkinformationsstelle Beize, in die man auch einen kurzen Abstecher hinein unternehmen sollte. Die Ausstellung ist nicht sehr groß, aber die Erklärungen sind wie bei jeder der Informationsstellen sehr gut aufbereitet und interessant.

Der historische Waldnutzungsweg führt noch ein kleines Stück weiter aufwärts und macht dann eine Wendung mit einer Spitzkehre nach rechts. Der Weg steigt hoch auf die Hackkuppe, auf deren Gipfel eine Station über die unterschiedlichen Gesteinsarten aufklärt. So trifft man in der Sächsischen Schweiz Granit, Staublehm, Basalt und natürlich Sandstein an. Passend zu jeder Tafel befinden sich auch ein paar Steine von jeder Art an der Station. Basaltbruch_kleinAuf der gegenüberliegenden Wegseite befindet sich ein Basaltsteinbruch, der schon ein bisschen größer als der vorherige Sandsteinbruch ist. Die letzten paar Meter führen am Waldrand hinunter in die Richtung der Buchenparkhalle. Auf der Wiese vor der Querschnitt_Meiler_kleinStraße befinden sich gleich zwei Stationen, die zum historischen Waldnutzungsweg gehören. Die eine ist ein Meiler zur Erzeugung von Holzkohle, der hier zu ¾ aufgebaut wurde und durch das fehlende Tortenstück einen sehr guten Überblick über den Aufbau gibt. Die andere Station ist die Teer- und Pechgewinnung durch den sogenannten Griebenherd.

Gleich neben der Wiese befindet sich auf der rechten Seite (von oben gesehen) der Ausgangspunkt der Wanderung. Ich finde diese Runde sehr angenehm und man kann auch als Erwachsener noch so einige interessante Sachen erfahren. Dabei spaziert man angenehm durch einen sehr ruhigen Wald. Schön, dass der Nationalpark Sächsische Schweiz das Gelände immer weiter pflegt und auch ergänzt.

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    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Hinterhermsdorf Erbgericht mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Hinterhermsdorf Buchenparkhalle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00€

Ein Gedanke zu „Historischer Waldnutzungsweg“

  1. Hallo Herr Geier, lieber Ingo,
    vielen Dank für die wundervollen, wirklich gut beschriebenen Touren, auch und vorallem die abseits der Touristenströme!!! Ein paar sind wir schon abgelaufen, diesmal nun diese und ich bin mir sicher, das es keine Fehlentscheidung ist!!!
    Viele Grüße aus Dresden

    Kerstin

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