Wappenstein

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Karte:
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Dauer:
ca. 3,75 h
Entfernung:
ca. 15,00 km
Höhenunterschied:
ca. 509 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Kirnitzschtal - Felsenmühle - Kleiner Zschand - grüner Strich - Quenenwiesen - roter Strich - Kleine Winterberg - Wappenstein - Königsweg - Bloßstock - grüner Punkt - Untere Affensteinpromenade - Eulentilke - Nassengrund - Kirnitzschtal - Flößersteig - grüner Querstrich - Felsenmühle

Wappenstein

Dies ist keine von den typischen Wanderungen in der Sächsischen Schweiz, bei denen man, wenn man schon im Bereich des hinteren Nationalparks unterwegs ist, auch irgendwo auf einen Felsen oder Berg hoch steigt. Das ist in diesem Fall nicht vorgesehen, aber trotzdem kommen etwas mehr als 500 Höhenmeter zusammen.
Der Startpunkt liegt an der Felsenmühle im Kirnitzschtal. Irgendwie gibt es dort ein paar Parkplätze zwischen den Bäumen an der Kirnitzsch, aber ein paar Meter davor steht ein Halteverbot-Schild. Zwar habe ich hier schon häufig geparkt und noch nie nach der Wanderung einen Zettel unter dem Scheibenwischer vorgefunden, aber wer ganz sicher gehen möchte, kann am Lichtenhainer Wasserfall parken. Der dortige Parkplatz wird ziemlich am Ende der Wanderung  jedenfalls passiert.
Die Wanderung führt als erstes auf der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich den Kleinen Zschand aufwärts. Durchgangshoehle_Kleiner_Zschand_kleinNach einem ¾ Kilometer fällt auf der linken Wegseite eine ziemlich hohe Höhle auf, die zum Durchspazieren einlädt. Dynamitgrotte_Kleiner_Zschand_kleinEtwas mehr als 100 Meter danach findet man auf der rechten Wegseite eine künstliche Grotte. Dabei handelte es sich um eine Pulverkammer. Es gibt davon mehrere in der Sächsischen Schweiz. Das Pulver wurde benutzt, um die Baumwurzeln herauszusprengen. Wenn man sich so eine Kammer genau ansieht, dann entdeckt man darin noch mal ein kleines Fach, welches separat mit einer Türe verschlossen war. In diesem Fach ist ursprünglich der Sprengstoff aufbewahrt worden. Schon seit mehreren Jahren steht aber in der Pulverkammer im Kleinen Zschand ein Topf. Schon bald erreicht die Wanderung die Quenenwiesen, an deren Rand es weiterhin leicht ansteigend aufwärts geht. W_Glaser_1852_kleinDie Steigung nimmt zu, bis man die rote Wanderwegmarkierung roter Strich erreicht. Dieser folgt man nach rechts und schon nach ganz wenigen Meter fällt eine Felsmurmel mit der Inschrift W. Glaser 1852 auf. Das ist schon ganz schön beeindruckend, dass hier oben schon vor mehr als 160 Jahren Leute im Wald unterwegs waren und dann auch noch die Zeit hatten, solch eine schöne Inschrift zu interlassen. Wappenstein_1558_Kurfuersten_August_kleinDer Pfad schlängelt sich am Felsfuß entlang und nach 1 ¾ Kilometern geht es sehr nah an der Felswand und einem Überhang entlang. Bei diesem Felsen handelt es sich um den nördlichsten Ausläufer des Kleinen Winterbergs. Der Wappenstein steht gleich an der Felswand unterhalb des großen Überhangs und ist kaum zu übersehen. Dieser Gedenkstein soll daran erinnern, dass im Jahre 1558 Kurfürst August von einem Hirsch bedroht wurde und das Tier durch einen Schuss von dem Felsen stürzte und hier im Bereich des Felsfußes verendete.
Die Wanderung geht weiter auf der roten Wanderwegmarkierung. Nach wenigen Metern erreicht man die kreuzende Wegmarkierung roter Punkt. Blöderweise ist ausgerechnet der weitere Weg mit dem roten Strich nicht so einfach zu erkennen, da es der kleinste Pfad ist. Blossstock_durch_den_Wald_kleinPraktisch ist es nur die Fortsetzung des schon begangenen Pfades. Insgesamt geht es jetzt 2 ½ Kilometer auf dem Pfad entlang, bis man den Bloßstock erreicht. Hier fällt natürlich der frei stehende Felsen des Bloßstocks auf, aber auch die riesige Sandfläche an der großen, glatten Felswand ist markant. Von dem Felsen führt ein Weg mit Stufen weg und endet auf der unteren Affensteinpromenade. Dort geht es nach links auf der Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt weiter. Der Weg ist ziemlich breit ausgebaut und für die bessere Aussicht geht die Wanderung hier eigentlich in die falsche Richtung. Wenn man anderes herum wandern würde, könnte man einmal auf die Felsnadel Bloßstock und dann auf die Brosinnadel blicken. So muss man sich für diese beiden Blicke herumdrehen. Eulentilke_schraeger_Stein_und_Ueberhang_kleinNach etwas weniger als einem Kilometer biegt nach rechts der deutlich sichtbare Weg in die Eulentilke ab. Diese Schlucht ist für die Wanderung eine tolle Bereicherung, da sie mit vielen Felsen aufwartet und einen wirklich dichten Bewuchs hat. Nach etwas mehr als ½ Kilometer endet die Schlucht im Nassen Grund, der im Gegensatz zur Eulentilke mit seinem breiten Forstweg schon wieder einen langweiligeren Eindruck macht. Auf dem Weg geht es nach rechts bis hinunter ins Kirnitzschtal. Ganz kurz vor dem Bach biegt nach rechts der Flößersteig grüner Querstrich ab. Dieser Pfad ist wirklich viel schöner als auf der Straße entlang zu wandern. Felsen_im_Kirnitzschtal_hinter_Nassen_Grund_kleinGanz besonders, weil man von dem Pfad die Kirnitzsch beobachten kann. Noch stehen an so einigen Stellen Informationsschilder, die viel Wissen zu den jeweiligen Orten liefern. Leider ist es wie mit sehr vielen Lehrpfaden, dass diese mit irgendwelchen finanziellen Töpfen eingerichtet werden, aber leider keiner mehr an den Erhalt gedacht hat. Und so verschwinden mit der Zeit die einzelnen Stationen dann auch wieder. Das ist in diesem Fall besonders traurig, da der Flößersteig eine wirklich schöne Strecke am Bach entlang ist.
Das erste Teilstück des Flößersteigs endet am Beuthenfall. Von hier muss man ein Stück (½ Kilometer) am Straßenrand bis zum Lichtenhainer Wasserfall wandern. An diesem Haupt-Touristenmagnet der Hinteren Sächsischen Schweiz herrscht sehr häufig ziemlicher Trubel, was mich persönlich immer wieder verwundert, da der künstliche Wasserfall nicht gerade besonders hoch ist und auch keine besonders große Wassermassen herunter stürzen. Genauer gesagt wird alle ½ Stunde eine kleine Schleuse geöffnet, aus der sich dann ein paar Dutzend Eimer Wasser auf die Felsen ergießen. Aber immerhin wird noch ganz theatralische Musik dazu abgespielt.
Viel schöner ist aus meiner Sicht die Natur des Flößersteigs und deshalb geht es jetzt weiter den Bach aufwärts. alte_Bruecke_am_Lichtenhainer_Wasserfall_1836_kleinAm Ende des Parkplatzes führt eine Fußgängerbrücke aus dem Jahre 1836 über den Bach und dann geht es weiter auf dem Flößersteig. Auf dem jetzt kommenden Abschnitt trifft man Floessersteig_vor_Felsenmuehle_kleinnur ganz selten andere Wanderer an, was bestimmt daran liegt, dass dieses Stück schon relativ lang ist (3 ½ Kilometer), auch schon mal ein bisschen auf und ab geht und keine der Hauptpunkte verbindet. Schon bald erreicht die Wanderung die Rückseite der Lichtenhainer Mühle. Hier fällt besonders der lange, heutzutage trockene Mühlgraben und das dazugehörende Wehr auf.
Nachdem man die Alte Zufahrt zum Neuen Wildenstein bzw. dem Kuhstall passiert hat, wird das Tal wieder schmaler. Auf der gegenüberliegenden Bachseite kann man im Jahre 2015 immer noch sehr gut erkennen, welche Schäden das Hochwasser im Jahre 2013 angerichtet hat. Heutzutage sind zwar alle Stellen ausgebessert worden, aber bis die Natur die Stellen überdeckt, wird es noch eine Weile dauern. Mich wundert, dass die Hangbefestigungen der Straße aus L-Steinen erstellt wurden und die Schräge bis zur Straße festgestampfter Split ist. Das müsste doch beim nächsten größeren Hochwasser wieder herausgespült werden und dann ist die Straße mal wieder unpassierbar. Dem Flößersteig hat das Hochwasser nicht besonders zugesetzt und es geht auf dem Pfad die letzten paar hundert Meter bis zum Ausgangspunkt an der Felsenmühle. Auch wenn die Wanderung keine besonders tollen Aussichten liefert, so macht sie Spaß und führt in einem netten Bogen und mit einigen Abwechslungen durch die Hintere Sächsische Schweiz.

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    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Kirnitzschtal Felsenmühle mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Felsenmühle

Alter und Neuer Wildenstein

Die Wanderung beginnt am Beuthenfall. Am Beuthenfall muss man leider an den Gebäuden feststellen, dass so manche schöne Überlegung zum Thema Tourismus nicht ganz so perfekt läuft. Die Gebäude vom Beuthenfall stehen mindestens schon 5 (wenn nicht sogar schon 10) Jahre leer und es macht auch nicht den Eindruck, als wenn sich irgendetwas in eine positive Richtung bewegt. Die Natur ist im Moment schwer damit beschäftigt, sich ihren Platz wieder herzustellen. Schade, aber so sieht es im Moment (Stand Herbst 2003) aus. Vom Beuthenfall geht es ein paar Meter auf der Kirnitzschtalstraße den Bach hoch bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Am Lichtenhainer Wasserfall kann man sehen, wie es auch am Beuthenfall aussehen könnte. Ich weiß nicht so genau, warum hier so häufig ein riesiges Touristenaufkommen ist, aber manchmal herrscht hier wirklich mehr Betrieb als auf der Bastei. Dabei kann man hier nur ein Wasserfällchen sehen, welches noch nicht mal dauerhaft läuft, sondern für die Touristen extra betätigt wird. Vielleicht bin ich noch nicht im richtigen Alten um das zu verstehen.
Zugang_SchneiderlochSchneiderlochAm Parkplatz vom Lichtenhainer Wasserfall geht es über die alte Steinbrücke auf dem Wanderweg mit der Markierung roter Punkt roter Punkt den Berg hoch. Diese Wegmarkierung führt über einen breiten Wanderweg direkt zum nächsten Touristischen Punkt der Sächsischen Schweiz, dem Kuhstall. Da aber der Anstieg schon etwas anstrengender ist, sind aber schon ein ganzer Teil der Gehandikapten im Tal geblieben. Dafür ist hier oben dann aber auch wieder eine bequeme Möglichkeit sich zu erfrischen. Der Kuhstall ist ein großes Felsentor mit einem fantastischen Ausblick in ein bewaldetes Tal, auf dessen anderer Seite die Affensteine emporragen. Balkon_SchneiderlochWenn man sich an diesem ersten Anblick satt gesehen hat, dann gibt es noch eine weitere Attraktion. Man kann durch einen schmalen Felsspalt, die so genannte Himmelsleiter, auf das Felsplateau hochklettern. Hier oben kann man noch Rest von Burg Wildenstein entdecken. Es geht über den Abstieg vom oberen Felsplateau wieder herunter. Auf der Höhe vom Kuhstall angekommen, kann man noch einen kurzen Abstecher zum Schneiderloch machen. Für mich war diese kleine Höhe eine wirkliche Überraschung. krumme_EmmaObwohl ich bestimmt schon 10 Mal auf dem Kuhstall gewesen bin, habe ich bis zu dieser Wanderung nicht festgestellt, dass man in die Höhle reinkriechen kann und man dann oben aus dem Balkon wieder rausschauen kann. Aus dem Loch wieder zurück, gibt es noch ein engeres Loch, dass aber noch witziger ist. Es geht auf der gegenüberliegenden Seite am Geländer entlang um die “krumme Emma” herum. Man kommt in einen Innenhof mit ein paar verstreuten Felsen. Felsloch_hinter_krumme_EmmaHier hält man sich rechts und man kommt an ein wirklich schmales Felsloch. Auch wenn hier der Felsen schon etwas speckig aussieht, so sollte man doch mal in das Loch reinkriechen, der Ausblick ist auch hier hervorragenden und halt durch die Lage etwas ganz besonderes. Zurück geht es erstmal bis zum Gasthof Kuhstall. Jetzt ist der passende Zeitpunkt gekommen sich leicht zu erfrischen. Da der nächste Teil eigentlich nicht wirklich gefährliches mehr ist, dann man sich auch ohne weiteres einen leckeren Weizensaft gönnen.
Gegenüber vom Gasthof geht der schon bekannte Wanderweg mit dem roten Punkt den Berg, durch die nasse Schlucht, runter. Unten angekommen erreicht man eine Wanderwegkreuzung. Es geht ab jetzt nach rechts auf dem Wanderweg mit der Markierung roter Strich roter Strich weiter. 300 Meter folgt man dem roten Strich, dann erreicht man eine Abzweigung nach links, die Ausgeschildert ist mit Beuthenfall. FreiuebernachtungsstelleDer Weg verläuft parallel zum gerade noch beschrittenen Wanderweg auf der anderen Seite der Senke. Einen 1/2 Kilometer hinter der letzten Abzweigung vom markierten Wanderweg geht es auf dem ersten möglichen Weg nach links. Dieser Weg führt gerade auf den alten Wildenstein zu. Kurz vor dem Felsen macht der Weg einen kleinen Knick nach links und führt dann um den Felsen herum. Nachdem man fast vollständig um den Felsen herum gewandert ist, sieht man vom Weg aus ein breites Felstor. Jetzt heißt es zum Felsen durch das Felstor aufzusteigen. Man kann natürlich auch schon vorher an den Felsfuß hochgehen, aber um auf einem normalen Weg hoch zu kommen, geht es nur zwischen bzw. hinter dem Felstor auf den alten Wildenstein. Obwohl ich schon einige Jahre durch die Sächsische Schweiz wandere, ist mir an diesem Felsfuß das erste mal ein offizieller Boofenplatz (sächsische Bezeichnung für Freiübernachtungsstelle) begegnet. Was ich leider überhaupt nicht verstehen kann, wie frische Spuren von einem mächtigen Lagerfeuer genau unter dem Verbotsschild für offenes Feuer sein kann. Wenn der Wald mal wieder abgebrannt ist, dann ist das Gejammer wie immer sehr groß. Die Leute kommen doch gerade wegen der schönen Natur in die Sächsische Schweiz, warum müssen sie dann ein Lagerfeuer entfachen, bei dem ganze Bäume versucht werden zu verbrennen. Ich glaube mache Leute spinnen einfach nur noch.
Blossstock_vom_alten_WildensteinSo genug gezetert. Es geht also zwischen den beiden Felsen hindurch. Nach ein paar Metern geht es den Felsen an einer gemäßigten Stelle hoch. Der Weg ist nicht gerade ein breiter Wanderweg, aber trotzdem ganz gut zu erkennen. Diese Tatsache deutet schon drauf hin, dass man hier oben vermutlich ein ruhiges Plätzchen vorfinden wird. neuer_Wildenstein_vom_alten_WildensteinDer alte Wildenstein wird auch Heidematz bzw. Heidematzenstein genannt, was einen nicht besonders wundern muss, wenn man sich den Bewuchs ansieht. Fast am höchsten Punkt angekommen geht es nach links. Wenn man dann bis an die östlichste Spitze des Felsen wandert, gibt es zwei wirklich schöne Plätze zum Ausruhen. Von dem einen Platz kann man hervorragenden zu den Affensteinen/Bloßstock und an dem anderen Platz zum neuen Wildenstein rüber sehen. Wirklich lohnenswert.
Vom alten Wildenstein geht es wieder zurück bis auf den Wanderweg. Auf diesem Weg geht es nach rechts in die Richtung Beuthenfall. Zuerst verläuft der Waldweg fast auf einer Höhe entlang, bis kurz vor den Dietrichsgrund. Hier soll, laut H. Böhm seiner Wanderkarte, ein Pfad den Hang heruntergehen. Ich habe diesen Weg nicht gefunden, da ich im Herbst diese Runde versucht habe und ein Berg an Laub den Weg versteckt hatte. Aber das ist auch kein Problem, da man diesen Hang auch ohne einen Weg runter kommt. Unten angekommen, geht es die letzten Meter auf dem breiten Forstweg bis runter zum Beuthenfall.

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Eisige Wasserfälle

Bei dieser Wanderung handelt es sich nicht um eine besonders aufregende Runde, aber um eine, die auch im Winter unternommen werden kann und dann ein paar sehr nette winterliche Perspektiven bietet. Der Startpunkt liegt in Lichtenhain am großen Parkplatz. Von dem Parkplatz kommend, geht es nach links in Richtung der Lichtenhainer Kirche. Schon hier von der Hauptstraße hat man einen schönen Blick hinüber auf die Schramm- und Affensteine. Es wäre ja wirklich mal sehr interessant zu erfahren, wie viele hundert Besucher pro Jahr in Lichtenhain nach dem Lichtenhainer Wasserfall fragen und dann aufgeklärt werden, dass man entweder einen kleinen Spaziergang von 2 Kilometern oder  mit dem Auto einen Bogen von ca. 17 km und ½ Stunde Fahrzeit ins Kirnitzschtal unternehmen muss. Auch wenn ich eigentlich nur sehr selten in Lichtenhain bin, so habe selbst ich diese Frage mindestens schon 4 Mal beantwortet.
Für Fußgänger gibt es gleich drei unterschiedliche Wege, die alle nicht besonders schwierig sind. Der einfachste und angenehmste Abstieg führt über die für den Autoverkehr gesperrte Talstraße. Dazu geht man auf der Hauptstraße weiter geradeaus. winterliche_Kirche_Lichtenhain_kleinAuf dem Dorfplatz vor der Kirche (“Am Anger”) macht die Straße einen Knick nach links. 150 Meter danach biegt nach rechts die Talstraße ab. Hinweisschild_Gasthof_Lichtenhainer_Wasserfall_kleinAuf der linken Straßenseite weist auch ein sehr schön gestaltetes Schild auf den Gasthof Lichtenhainer Wasserfall hin. Zwei Punkte sind an dem Schild aber vielleicht doch ein wenig fragwürdig. Zuallererst ist der Wasserfall nach bester Malerart im Verhältnis zur Umgebung um einiges zu groß geraten und dann ist die Wanderzeit bis zum Wasserfall mit 40 Minuten angegeben. Diese Zeit ist sehr großzügig bemessen und sollte wirklich jeder in bester Spaziergangsgeschwindigkeit schaffen. Das erste Stückchen auf der Talstraße führt noch durch die Ortschaft, später wird der Weg von steilen Wiesenhängen eingerahmt. Sehr interessant ist es, wenn man die Runde im Schnee unternimmt. Dann verlaufen hier richtig viele Spuren von unterschiedlichsten Tieren kreuz und quer durch die Senke. Vermutlich schleichen die ganzen Viecher eher in der Nacht hier herum, aber dass so viele Tiere die Nähe zum Dorf suchen ist wirklich verwunderlich.
Nachdem man noch ein paar Meter weiter bergabwärts gewandert ist, stößt man auf einen Wendeplatz, der im Ursprung ein Steinbruch gewesen ist. Da zwischen den Orten an der Hohen Straße (Altendorf, Mittelndorf, Lichtenhain) winterlicher_Granitsteinbruch_Lichtenhain_kleinund dem Kirnitzschtal die Grenze des Sandsteins verläuft, ist hier oben Granit abgebaut worden. winterlicher_Lichtenhainer_Bach_kleinBei den Granitbrüchen handelt es sich meistens um kleinere Steinbrüche, die eher zur Versorgung der einzelnen Ortschaften dienten. Mit der nächsten Straßenbiegung stößt ein weiterer Forstweg zur Talstraße (die vermutlich ab dort dann auch Wasserfallstraße heißt). Mit dem Forstweg kommen gleich mehrere Wasserläufe zum Lichtenhainer Bach dazu und aus dem Rinnsal wird ein gut sichtbarer Bach. Ganz besonders nett sieht dieser bei tiefen Temperaturen aus. Da der Bach über so manche Stufe läuft, bilden sich immer wieder richtig nette Eisskulpturen.
Zur Wasserfallstraße stößt von der rechten Seite die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Bei diesem Wanderweg handelt es sich um den Hörnelweg, der auch von Lichtenhain runter zum Wasserfall führt, aber in der verschneiten Jahreszeit schwieriger zu wandern ist als der Weg über die Tal- und Wasserfallstraße. Die Straße ist zwar für den normalen Autoverkehr gesperrt, wird aber als Rettungsweg von z.B. den Feuerwehren benutzt und deshalb wird sie auch so einigermaßen vom Schnee frei gehalten und man kann ganz gut auf ihr ins Tal hinunter wandern. Kurz bevor man das Tal erreicht hat, blickt man auf die Dächer der Gaststätte Lichtenhainer Wasserfall. winterliches_Gasthaus_Lichtenhainer_Wasserfall_kleinAn dieser Stelle kann man im Winter sehr gut das leere Staubecken des Wasserfalls mit seinem steuerbaren Abfluss sehen. Praktisch gesehen ist es eigentlich nichts anderes als ein größerer Badewannenabfluss, der vom Gasthaus aus gezogen werden kann.
Die Wasserfallstraße macht noch einen winterlicher_Lichtenhainer_Wasserfall_kleinkleinen Schlenker und schon erreicht die Wanderung die Kirnitzschtalstraße. Im Winter fließt der Lichtenhainer Bach ohne jegliche Regelung (und theatralische Musik) über die Felsen neben der Gaststätte. Damit können sich aber bei niedrigen Temperaturen wunderbare Eisskulpturen bilden, die den Wasserfall richtig nett groß wirken lassen.
Für die weitere Wanderung geht es jetzt ein kurzes Stück von ½ Kilometer auf der Kirnitzschtalstraße flussabwärts. Im Winter verirren sich nur sehr wenige Autos (meistens sind es Einheimische aus Hinterhermsdorf) ins Kirnitzschtal und so kann man ohne sonderliche Bedenken auf der Straße entlang wandern. winterliche_Kirnitzschtalbahn_kleinWenn man die Straße bergab wandert, dann geht man meistens auf der linken Straßenseite, was aber ziemlich komisch werden kann, wenn einem auf den ersten 200 Metern die Straßenbahn entgegen kommt. Hier läuft der Bach nämlich direkt neben der Straße entlang, ein Mäuerchen schützt vorm Hineinfallen. Dann hilft nur noch ein schneller Wechsel auf die andere Straßenseite weiter. Zwischendurch auf dem Weg zum Beuthenfall passiert man die Haidemühle, die durch das Hochwasser im Herbst 2010 endgültig zerstört worden ist. winterlicher_Beuthenfall_kleinVermutlich wird es nur noch eine kurze Zeit dauern, bis aus der ehemals bekannten Ausflugsgaststätte ein Parkplatz geworden ist. Auch der Beuthenfall hat in weit vergangenen Zeiten schon mehr Funktionen als nur Parkplatz gehabt, aber hier haben sich die Besitzverhältnisse gerade geändert und das lässt ein wenig Hoffnung für die Gebäude aufkeimen. Komischerweise bildet der Beuthenfall sogar schönere Eiszapfen als der Lichtenhainer Wasserfall.
Noch bevor man eigentlich das erste Gebäude des Beuthenfalls erreicht hat, biegt nach rechts der grün markierte Wanderweg grüner Punkt ab. Die Wanderung schlängelt sich hinter den Häusern auf einem schmalen Pfad bergaufwärts. Nach ungefähr 50 Höhenmetern bzw. ¼ Kilometer überquert der grüne Wanderweg einen anderen Waldweg und es geht weiter geradeaus. Diese Stelle sieht im Winter, zumindest wenn es geschneit hat, viel angenehmer als im Sommer aus. Normalerweise haben die Bäume hier ein gigantisches Geflecht an Wurzeln gebildet, über das man irgendwie nach oben wandern muss. Im Winter legt sich der Schnee nett in die Kuhlen und man merkt nur, dass es relativ steil nach oben geht.
Nach diesem Aufstieg aus dem Kirnitzschtal erreicht man eine langgezogene Wiese, auf der man sich von Zeit zu Zeit umdrehen sollte, da hinter einem die Felsen der Affensteine sehr schön zu sehen sind. winterlicher_Neuer_Wildenstein_kleinDas ist auch der Grund, warum am Waldrand einige Bänke zum Verweilen einladen. Diese Aussichten sind allesamt in die Richtung der Affensteine ausgerichtet. Es gibt nur eine Aussicht nach ca. 100 Metern auf der Wiese, die nach rechts in den Wald versteckt liegt. Hier kann man in die Richtung des Hausberges und des Neuen Wildensteins bzw. Kuhstalls blicken.
Je weiter man aufsteigt, desto weitläufiger wird auch der Blickwinkel und so kann man bald in den gesamten Bereich der Hinteren Sächsischen Schweiz sehen. Die Felsen sehen mit Schneehauben ganz besonders interessant aus. Nachdem man aus dem letzten Waldstück herausgetreten ist, muss man noch ein kurzes Stück die ungefähre Richtung finden, bis man den geräumten Feldweg erreicht. winterlicher_Folgenweg_kleinIrgendwie hat es sich noch nicht so richtig herumgesprochen, dass ganz am Ende des asphaltieren Feldweges schon seit ein paar Jahrzehnten kein Gebäude mehr steht und so wird netterweise hier unten immer noch Schnee geräumt. Auch wenn es immer noch aufwärts geht, so fällt einem das auf den Feldern kaum noch auf. Kurz vor dem Ortsrand von Lichtenhain kann es im Winter bei stürmischem Wetter noch mal ziemlich unterhaltsam werden, da sich dann auf dem Feldweg ordentliche Schneeverwehungen bilden. Die Anwohner des Feldweges sind aber durch ihre eigenen Fahrzeuge (Trecker) selber in der Lage, diese riesigen Schneeberge zu beseitigen. Der Feldweg führt hinter dem Friedhof entlang und endet wenige Meter vor dem Ausgangspunkt der Wanderung.
Damit ist ein netter Bogen durch eine winterliche Sächsische Schweiz beendet, der sehr zu empfehlen ist. Der Abstieg bis runter zum Lichtenhainer Wasserfall ist auch bei winterlichen Wegverhältnissen sehr gut zu bewältigen und den Rückweg sollte man auch ganz gut schaffen.

Download file: EISIGE_WASSERFAELLE.TRK.GPX

Berggottesdienst

Ich hatte schon mehrmals etwas von einem Berggottesdienst am Kuhstall/Neuen Wildenstein gehört, aber irgendwie konnte ich mir nur schlecht vorstellen, wie so etwas abläuft. Also musste dies gleich bei der nächsten Gelegenheit mit einem Spaziergang erkundet werden. Da wir davon ausgingen, dass am Lichtenhainer Wasserfall an einem Sonntagnachmittag der Parkplatz ziemlich voll ist, haben wir den Startpunkt an den Beuthenfall gelegt. Von hier folgt die Wanderung der Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt den Berg hinauf. Die Wanderung steigt aus dem Kirnitzschtal ca. 200 Meter und damit 50 Höhenmeter in die Richtung Affensteine/Kleiner Winterberg auf, bis die erste Möglichkeit nach links abbiegt. Hier verlässt man schon den markierten Wanderweg und es geht unmarkiert weiter in Richtung Neuer Wildenstein. Wildensteinwand_kleinDer Wanderweg führt in einem Bogen um den Alten Wildenstein und ist sehr angenehm zu begehen. Nach einer Strecke von 1 ¼ Kilometern erreicht man den Hinteren Kuhstallweg, der mit dem roten Strich roter Strich markiert ist. Dieser Markierung folgt man nach rechts wenige Meter, bis nach links ein breiter Waldweg abbiegt. Dieser Aufstieg auf den Kuhstall ist mit dem roten Punkt roter Punkt markiert. Die ersten paar Meter bis zum Felsfuß sind leicht ansteigend. An der Felswand angekommen, geht es ein paar Stufen über eine steile Treppe (manche nennen es auch Leiter) aufwärts. Danach hat man die Nasse Schlucht erreicht. Durch diesen Grund geht es zuerst über ein paar künstlich eingebaute Stege und Treppen aufwärts. Das hört sich komplizierter an, als es wirklich ist. Die Stege sind ziemlich breit und links und rechts befindet sich der schützende Felsen. Die Treppenstufen sind gerade neu angelegt und insgesamt müssen 50 Höhenmeter überwunden werden. Dann hat man die untere Ebene des Neuen Wildensteins erreicht. Vielleicht noch eine kurze Erklärung zu den beiden unterschiedlichen Bezeichnungen Neuer Wildenstein und Kuhstall. Der Felsen wird Neuer Wildenstein genannt und das riesige Felstor ist der Kuhstall. Im normalen Sprachgebrauch wird sehr häufig nur vom Kuhstall gesprochen und eigentlich weiß auch jeder in der Sächsischen Schweiz, welcher Ort damit gemeint ist.
Besucher_Berggottesdienst_Kuhstall_kleinAm 04. Mai 2008 fand hier oben in der riesigen Öffnung des Kuhstalls der 5. Berggottesdienst statt. Ich war sehr überrascht von den Besuchermassen hier oben. Angekündigt wurde der Berggottesdienst Besucher-Posaunenchor_vor_Himmelsleiter_bei_Berggottesdienst_kleingleich in mehreren Medien mit den folgenden Höhepunkten: Bergsteigerchor, Posaunenchöre aus unterschiedlichen Kirchgemeinden und anlässlich seines 250. Geburtstages als Ehrengast Pfarrer Wilhelm Leberecht Götzinger. Veranstalter des Gottesdienstes waren die Kirchgemeinden Lohmen und Sebnitz, der Sächsische Bergsteigerbund und das Nationalparkhaus Bad Schandau. Insgesamt dürften ein paar Hundert Besucher dem Gottesdienst beigewohnt haben. Ziemlich überraschend war der Auftritt von Herrn Götzinger und Goetzinger_Dr_Stein_Berggottesdienst_kleinDr. Jürgen Stein vom Nationalpark Sächsische Schweiz. Sehr gewitzt haben die beiden sich während des Gottesdienstes einen Schluck aus dem Flachmann von Dr. Stein genehmigt. Ganz besonders hat mir dabei gefallen, dass Dr. Stein vor seinem Auftritt neben mir auf dem Boden gesessen hat und irgendwie nervös vor seinem Auftritt wirkte. Damit war er auf einmal ziemlich menschlich für mich und nicht mehr der Nationalparkleiter, der all diese seltsamen Verordnungen durchsetzt.
Nach dieser sehr netten Wanderungs-Bereicherung geht es wieder herunter vom Wildenstein. Damit es nicht langweilig über den gleichen Weg wie schon der Aufstieg geht, empfiehlt sich die breiten Zufahrt des Kuhstalls. Dieser Wanderweg ist weiterhin mit dem roten Punkt markiert und führt sehr angenehm bis zum Lichtenhainer Wasserfall hinunter. Erst auf den letzten paar Metern vor der Kirnitzsch wird der Weg schmaler und hier fällt auf, dass auf diesem Weg zu jeder Zeit größere Menschenmengen unterwegs sind. Dabei ist es egal, ob gerade der Berggottesdienst zu Ende ist oder es sich nur um einen ganz normalen Besuchertag handelt. Nachdem man den Lichtenhainer Wasserfall erreicht hat, kann man natürlich auch an diesem zweiten Punkt (die erste Gaststätte war auf dem Neuen Wildenstein) einkehren. Was man sich auf jeden Fall nicht entgehen lassen sollte, ist das halbstündliche Ablassen des Wasserfalls (der Bach wird oberhalb des Wasserfalls angestaut und alle halbe Stunde abgelassen). Es ist zwar eigentlich nur eine gute Show, aber für den Großteil der Besucher eine nette Attraktion. Die letzten paar Meter der Wanderung gehen über die Kirnitzschtalstraße flussabwärts, vorbei an der Haidemühle, bis zum Ausgangspunkt beim Beuthenfall. Damit ist ein ganz netter Spaziergang beendet, der mit dem Berggottesdienst richtig gut aufgewertet worden ist. Was mich sehr erfreute war, dass der Besuch des Berggottesdienstes auch für Kinder gut geeignet ist, da der eigentliche Gottesdienst mit der Wanderung zum Kuhstall ausreichend abwechslungsreich ist.

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