Abseits der Touristenströme

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 3,00 h
Entfernung:
ca. 4,00 km
Höhenunterschied:
ca. 195 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Die Bastei;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Rathen - Touristinformation - Kleinen Bastei - Rhododendronpark - roter Punkt - Rathener Straße - Gamrig - roter Punkt - Äspichgraben - Rathen - Touristinformation

Beschreibung:

Ich gehe immer wieder gerne mit den Nationalparkführern. Auch wenn ich die Strecken fast immer schon kenne, so liefert doch jede Führung noch eine Vielzahl an interessanten Punkten und Informationen. Wenn nun eine Führung mit den Worten „abseits der Touristenströme“ beworben wird, dann hört sich das sehr ansprechend an und muss gleich mal mitgemacht werden. Die Wanderung wird/wurde auf der Internetseite des Nationalparks Sächsische Schweiz als eine Turnuswanderungen mit folgendem Text beworben:

Rathener Gebiet – es führt Sie Steffen Petrich abseits der Touristenströme
Treffpunkt: Kurort Rathen, Haus des Gastes, bei individueller Anreise Kfz bitte linkselbisch P abstellen)
Uhrzeit:10:00 Uhr
Dauer: ca. 4 h, mäßig anstrengend
Kosten: 6,00€ Erwachsene, 3,00€ Kinder bis 12 Jahre
Anmeldung: Für diese Wanderungen müssen Sie sich nicht anmelden, sondern einfach zum angegebenen Treffpunkt pünktlich erscheinen.

Der Start verlief problemlos und überraschenderweise waren 6 Teilnehmer mit bei der Wanderung. Bis jetzt ist unsere Erfahrung, dass an den geführten Wanderungen nur ganz wenige Leute teilnehmen und man häufig sogar eine private Betreuung hat. In dieser Gruppe waren zwei Ehepaare, die unser Wanderführer sogar persönlich am Bastei-Hotel abgeholt hatte, eine einzelne Frau und ich. Herr Petrich wollte erst mal aus dem Trubel von Rathen heraus und so sind wir zunächst von der Touristeninformation ein paar Meter die Straße abwärts in Richtung Elbe bis zum Hotel Amselgrundschlößchen (www.amselgrund.de) gewandert. Brunnen_mit_Figuren_in_Rathen_kleinAuf dem Weg dorthin sind wir an dem Brunnen auf der linken Straßenseite vorbeigekommen. Netterweise hat Herr Petrich hier erklärt, was das für Figuren oben auf den Sandsteinsäulen sind. Es handelt sich, passend zu den Felsen des Rathener Gebietes, um die markantesten Felsen. So sieht man folgende Figuren: Gans, Onkel und Tante, Türkenkopf, Lamm, Höllenhund, Lokomotive, Talwächter. Schräg gegenüber von dem Brunnen beginnt der Amselgrund und hier sind wir einige Meter hinein spaziert, bis zu einer Hauskante, an der die einzelnen Hochwassermarkierungen zu sehen sind. Es ist schon wirklich beeindruckend, wie hoch hier hinten das Wasser schon mehrere Male gestanden hat. Herr Petrich hat die vielen Hochwasser in der letzten Zeit mit der Häufung der Wetterlage Vb erklärt. Dieses Wetter beruht auf einer ganz bestimmten Zugbahn von Tiefdruckgebieten vom Mittelmeer um die Alpen herum nach Ostdeutschland (und natürlich alles drum herum). Wenn das Tiefdruckgebiet zu langsam über die Gebiete zieht, dann entlädt es sich über kleinere Gebiete und damit wird es für einzelne Bereiche sehr feucht.
Von der Hochwassermarke sind wir wieder die paar Meter zurück auf die Straße neben dem Bach (Rathener Straße), um hier noch ein Stück (20 Meter) nach rechts in Richtung Elbe weiter zu wandern. Dann biegen ganz unauffällig nach links eine Brücke und ein Aufstieg ab. Der Weg führt in einem Zickzack den Berg hinauf. Talwaechter_bei_Rathen_kleinHier war Herr Petrich super geschickt und hat ein paar kleine Erklärungs-Haltepunkte eingebaut, sodass die Gruppe immer wieder schön zusammenkam. Einer der Punkte war z.B. die Besiedlung der Täler der Sächsischen Schweiz. Das ist natürlich bei dem Weg sehr anschaulich, da man schön auf die Häuser von Rathen blicken kann. Ein weiterer Punkt, den Herr Petrich hier schon einmal erklärt hat, waren die Kletterer, die man an den Felsen oberhalb der Ortschaft (z.B. am Talwächter) gut erkennen konnte.
Am Ende des Aufstiegs erreicht die Wanderung den Rhododendronpark mit den unterschiedlichen Pflanzen und natürlich den zum Teil riesigen Rhododendren. Den Park haben wir nur an der nördlichen Seite passiert, aber trotzdem haben wir einen schönen Einblick in die Fläche erhalten. Blick_von_Kleiner_Batei_zu_den_Weissen_Bruechen_kleinAuf der gegenüberliegenden Seite steigt die Wanderung ein ganz kleines Stück wieder abwärts in Richtung Elbe, um sehr schnell die Aussicht Kleine Bastei zu erreichen. Den Namen Kleine Bastei gibt es gleich an mehreren Stellen im Elbtal (hier, bei Schmilka und in Krippen), aber das Prinzip ist immer das gleiche. Man kann toll von einem Felsvorsprung ins Tal und auf die Felsen der gegenüberliegenden Seite blicken. Hier hat man einen schönen Blick auf Oberrathen, den Rauenstein, den Lilienstein, die Weißen Brüche und die Elbe natürlich.
Nach dieser sehr schönen Aussicht sind wir gleich an den Felsen entlang gewandert und an der ersten Bank nach ein paar Meter haben wir einen weiteren Stopp eingelegt. Hier hat Herr Petrich sehr anschaulich den Sandstein und die unterschiedlichsten Festigkeiten erklärt. Es ist schon sehr interessant, dass die dunkle obere Schicht ziemlich fest ist, aber das Innenleben sehr bröselig. Die Wanderung führt weiter parallel zur Elbe in Richtung Süden. Die ersten paar Meter verlaufen auf einem Pfad, der dann aber auf einer Waldstraße endet. Dabei handelt es sich aber nur um die Zufahrt zum Rhododendronpark und den paar Häusern und damit braucht man keine Befürchtungen haben, dass hier zu viele Autos entlang fahren. Das Sträßchen ist, obwohl gerade neu ausgebaut, auch nicht dazu ausgelegt, um zu zügig hier entlang zu fahren. Der Weg führt super angenehm vom Rhododendronpark über die Ebene bis zur Straße.
Auf der Straße zwischen Waltersdorf und Rathen muss man ein Ministück von 300 Metern nach links wandern, bis nach rechts der Gamrig ausgeschildert ist. Der Zugang zu dem Felsen ist erst ein Stück in der Ebene und dann führen ein paar Stufen bis zum Gipfel hoch. Zwischendurch haben wir einen kurzen Abstecher über die Absperrung unternommen, da Herr Petrich uns ein Teil zum Klettern in der Sächsischen Schweiz erklären wollte. Sehr schön war, dass an dem Felsen gerade zwei Kletterer noch ziemlich weit unten versuchten, aufwärts zu kommen. Unser Wanderführer hat sich kurz mit den beiden unterhalten und einen Tipp gegeben, wie sie die Stelle meisten könnten. Damit zeigte er ohne jegliche Angeberei, dass er sich sehr gut mit dem Klettern auskennt und damit waren die Ausführungen nicht nur ein allgemeiner Teil, sondern schon sehr fundiert. Dass die beiden Kletterer genau in dem Moment hinter dem Felsen hingen, war natürlich sehr gut als Anschauungsobjekt von Herrn Petrich organisiert.
Nach den letzten paar Stufen haben wir oben auf dem Gamrig eine Rast eingelegt und Herr Petrich hat die Felsen und Tafelberge der Reihe nach erklärt. Blick_von_Gamrig_auf_Feldsteine_und_Honigsteine_kleinObwohl es eigentlich ein angenehm warmer Tag war, so zog es hier oben doch ziemlich, sodass wir uns bald wieder von der schönen Blick_von_Gamrig_auf_Wehlen_und_Elbe_kleinAussicht herunter machten und wieder bis 5 Meter vor die Straße zurück gewandert sind. Gleich an der Straße zweigt ein Wanderweg nach rechts in den Aspichgraben ab. Nach ungefähr ½ Kilometer erreicht die Wanderung eine Wiese, über die man einen sehr schönen Blick rüber auf die Feldsteine und die Gansfelsen hat. Am Ende des Weges erreicht man wieder die Straße durch Rathen und damit den Ausgangspunkt der Wanderung. Diese geführte Wanderung hat sehr viel Spaß gemacht. Herr Petrich hat sich als sehr guter Kenner der Sächsischen Schweiz ausgewiesen und die Einlage mit den Kletterinformationen war auch sehr gut. Herr Petrich hat sich super gut auf die Gruppe eingestellt und damit sind auch für mich sehr viele neue Informationen zusammen gekommen. Ein ganz dickes Danke schön noch mal von meiner Seite für diese Führung

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit S-Bahn bis zur Haltestelle Waltersdorf Erbgericht mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Gamrig
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

Ein Gedanke zu „Abseits der Touristenströme“

  1. Was für eine phantastische Seite Du hier geschaffen hast. Ich bin froh, sie gefunden zu haben. Wir sind im Mai ein paar Tage in Pirna zum Wandern mit unserer Hündin. Dank Deiner Seite ist die Vorfreude nun noch größer. So ausführlich und detailliert! DANKE und weiter so!

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