Affensteine

Abstimmung:

Ø 3,4 (225 Stimmen)
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
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Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 12,00 km
Höhenunterschied:
ca. 595 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
nicht im Winter
Schwierigkeitsgrad:
leicht
schwindelfrei
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad Treppen und Hühnerleitern
empfohlene Karten:
Schrammsteine – Affensteine;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Kirnitzschtal - Beuthenfall - grüner Punkt - Untere Affensteinpromenade - Zeughausweg - Sandloch - gelber Strich - Kleiner Dom - Carolafelsen - Oberer Affensteinweg - grüner Strich - Frienstein - Idagrotte - grüner Strich - Hinterer Heideweg - Dietrichsgrund - Beuthenfall

Beschreibung:

Der Startpunkt ist der Beuthenfall im Kirnitzschtal. Von hier geht es erst mal zum Warmwerden ein paar Höhenmeter aufwärts in Richtung Affensteine. Markiert ist der Wanderweg hier schon mit dem grünen Punkt grüner Punkt, dem man jetzt ein ganzes Stück folgt. Nach den ersten hundert Metern wird der Forstweg wieder flacher und man passiert auf der rechten Wegseite eine der typischen Schichtfugenhöhlen der Sächsischen Schweiz. Diese Höhlen entstehen dadurch, dass eine festere, meistens tonhaltige, Schicht im Felsen eingelagert ist und diese keine Feuchtigkeit durchlässt. Dadurch staut sich das Wasser und oberhalb der Schicht wird der Sandstein zersetzt und herausgespült. Der größte Teil der Höhlen in der Sächsischen Schweiz sind so entstanden.
½ Kilometer nach dem Startpunkt verlässt der grün markierte Wanderweg den ebenen Dietrichsgrund nach rechts hinaus, aber auch hier ist der Weg immer noch sehr angenehm zu wandern. An der Kreuzung ist der Wanderweg mit dem Vorderen Heideweg und dem Zeughausweg ausgeschildert. Nach ein paar Metern kann man nach links durch den Wald das wichtigste Wahrzeichen der Affensteine entdecken. Es ist der Bloßstock, der als separate Felsnadel vor den nördlichen Ausläufern der Affensteine steht. Dieser Felsen ist für Wanderer vollkommen unbezwingbar und auch für Kletterer ein besonderes Ziel. Vom Schwierigkeitsgrad hört sich der einfachste Kletterweg mit einer Sächsischen Einstufung VI ziemlich leicht an, aber wenn man erst vor dem Felsen steht, ist er für einen ungeübten Mitmenschen absolut unüberwindbar. Aber dafür kann jeder diese 80 Meter hohe Felsnadel wenigstens optisch bestaunen.
An der kürzesten Strecke zwischen dem Bloßstock und dem Forstweg, der in diesem Bereich Untere Affensteinpromenade genannt wird, Mini-Kletterfelsen_unterhalb_Blossstock_kleinliegt rechts eine kleinere Felsmurmel, die schon richtig rund poliert ist. An diesem Felsen haben bestimmt schon tausende Kinder ihre ersten Kletterversuche gemacht. Blossstock_von_unterer_Affensteinpromenade_gesehen_kleinWenn man dann ein Stück weiter auf der Affensteinpromenade gewandert ist, sollte man sich unbedingt umdrehen, denn dann hat man einen sehr schönen Blick auf den Bloßstock. Ganz besonders komisch ist, dass man noch mal ¼ Kilometer später einen ähnlichen Blick genießen kann, aber die Felsnadel, die man dann sieht, heißt Brosinnadel. Bei dieser handelt es sich um einen 60 Meter hohen freistehenden Felsen, der anscheinend ein kleines bisschen leichter zu erklimmen ist. Zumindest kann man häufiger Kletterer auf dem Gipfel sehen als auf dem Bloßstock.
Der Weg über die Untere Affensteinpromenade ist sehr angenehm zu wandern und nach der halben Strecke (ca. 1 Kilometer) überquert man den Zugang zur Wilden Hölle. Ziemlich überraschend finde ich immer wieder, dass zur Wilden Hölle auf dem Hinweisschild der Vermerk steht, dass der Weg schwierig sein soll. Aber vermutlich ist das nur im Bezug zu einem normalen Wanderweg. Strandartiger_Untergrund_Sandloch_kleinDie Wanderung könnte auch hier hoch führen, aber das wäre eine zu große Abkürzung und so geht es noch mal ein ganzes Stück unterhalb der Affensteine weiter. An der nächsten beschilderten Wegkreuzung mit der Wanderwegkennzeichnung gelber Strich gelber Strich verlässt man die Untere Affensteinpromenade und es geht nach links ins Sandloch. Ausgeschildert sind hier der Kleine Dom bzw. die Schrammsteine. Gleich auf den ersten paar Metern versteht Domwaechter_vom_Aufstieg_gesehen_kleinman den Namen Sandloch, da der Weg eher etwas mit Strandspaziergang als mit Waldweg zu tun hat. Am Ende des Sandlochs geht es am Kleinen Dom dann an den Aufstieg. Die ersten paar Höhenmeter erfolgen über Treppenstufen und dann erreicht Huehnerleiter_Bruecke_am_Kleinen_Dom_kleinman eine Felskanzel, von der man einen wirklich netten Blick in den Felskessel hat. Als nächstes geht es über eine einen Meter breite Brücke, die auch noch an der Felswand ein paar Eisengriffe zum Festhalten hat und dann kommt das nächste Stückchen Aufstieg über ein paar Hühnerleitern. Das sind breite Leitern, die flach über dem Boden liegen und meistens verhindern sollen, dass noch mehr Untergrund den Hang herunter getrampelt wird. Diese Stellen überwinden Menschen meistens ohne jegliche Probleme, nur vierbeinige Freunde müssen sich einen anderen Weg suchen.
Nach 75 Höhenmetern endet der Aufstieg an einer kleinen Ebene. Hier müsste der markierte Wanderweg eigentlich nach links weiter verfolgt werden, aber vorher sollte man unbedingt einen Abstecher nach rechts bis zur vorderen Felswand_an_Kleiner_Dom_Aussicht_kleinAussicht unternehmen. Auch wenn man gerade noch von der Felskanzel in eine ähnliche Richtung geblickt hat, ist die Perspektive hier schon wieder ganz anders und man schaut nicht mehr in einen Felskessel, sondern in die Landschaft der Hinteren Sächsischen Schweiz. Wenn man gleich an der Aussicht links auf den Felsen blickt, stellt man fest, dass hier die Felswand über 50 Meter senkrecht nach oben ragt und im oberen Teil sogar noch überhängend ist. Das sieht schon ziemlich imposant aus.
Von der Aussicht geht es wieder die paar Meter zurück bis zum gelb markierten Wanderweg und dann weiter auf der Oberen Affensteinpromenade. Dadurch, dass die Obere Affensteinpromenade viel näher am Felsen entlang verläuft, macht der Weg auch einiges mehr an Kurven und Schleifen als die Untere Affensteinpromenade. Aber genau das macht die Schönheit dieses Weges aus. Nach ½ Kilometer erreicht der Weg ein ganz besonderes Felsgebilde, Buchenwurzel_am_Kleinen_Prebischtor_kleindas ganz ähnlich aussieht wie das große Prebischtor im Tschechischen. Nur, dass hier die Gaststätte und die großen Besuchermassen fehlen. Dafür steht gleich neben dem Felsentor eine mächtige Buche mit einer sehr imposanten Wurzel. Die Buche ist auf einem Felsen gewachsen und hat ein wahnsinniges Geflecht an Wurzeln geschaffen. Es sieht so aus, als ob der Baum vollkommen ohne Erde auskommt, aber am Ende verschwinden die Wurzeln doch alle im Waldboden.
Die Wanderung folgt noch ½ Kilometer der gelben Wegmarkierung bis zum blauen Strich blauer Strich. Dieser Markierung folgt man nach links für ein Ministück von 100 Metern, bis wieder nach links die Wilde Hölle und die Carolaaussicht ausgeschildert sind. Ein paar hundert Meter (300 Meter) auf diesem unmarkierten Wanderweg ist wiederum nach links die Carolaaussicht ausgeschildert. truebe_Aussicht_am_Carolafelsen_kleinDiese Aussicht ist ganz besonders beliebt unter den Wanderern auf den Affensteinen. Vermutlich liegt es daran, dass die Aussicht ordentlich groß ist und man damit immer einen Platz für eine Rast findet und außerdem ist der Blick in die Landschaft hier sehr schön. Ganz besonders fällt natürlich auf, dass hier der Falkenstein und der Lilienstein in einer Linie hintereinander stehen. Manchmal können die Besuchermengen an dieser Stelle schon ein wenig überhand nehmen, ganz besonders, wenn in der Mittagszeit alle ihre Butterbrote vertilgen wollen, aber dazu hat man dann ja vorher schon zwei tolle Aussichten genossen.
Für die weitere Wanderung geht es wieder zurück auf den Wanderweg und dort biegt man nach links ab. Der Weg durch diese Schlucht ist übersät mit kleinen Felsmurmeln und zum Glück schon nach 150 Metern zu Ende. Hier erreicht man einen Querweg, den man nach rechts weiter wandert. Sehr komisch ist, dass hier ein Wegweiser in drei Richtungen steht, aber ausgerechnet die Richtung, in die die Wanderung gehen soll, ist nicht beschildert. Vielleicht ist auch nur das Schild abgefallen. Aber durch das Fehlen der Ausschilderung und der Wanderwegmarkierung trifft man hier auch relativ wenig andere Wanderer an und so geht es auf die Pfad sehr ruhig entlang. Eingang_Obere_Haentschelstiege_kleinAuf den ersten Metern verläuft der Weg noch sehr eben mit so einigen Schlenkern, aber kurz vor dem Langen Horn bzw. der Häntzschelstiege wird es ein weniger hubbeliger und man muss zwischen ein paar Felsmurmeln durchklettern. Aber grundsätzlich ist das nicht besonders schwierig und es hat mehr was mit besonders großen Treppenstufen zu tun als mit echtem Klettern. Abhängig von Wetter und Wochentag kann es schon mal passieren, dass man die querende Häntzschelstiege vollkommen übersieht. Bei schönem Wetter kann es aber schon mal zu kleineren Staus am Zugang in die obere Häntzschelstiege kommen.
Die Wanderung führt weiterhin auf ziemlich gleich bleibender Höhe um die Affensteine herum. Der Weg ist an ein paar Stellen mit der Wanderwegmarkierung grüner PfeilBergpfad als Bergpfad gekennzeichnet und vereinzelt taucht die Abkürzung OAW (Oberer Affensteinweg) auf. Felsendurchgang_Obere_Affensteinpromenade_kleinZiemlich genau einen Kilometer hinter der Häntzschelstiege erreicht man eine sehr interessante Stelle auf diesem Weg. Hier, gleich neben dem Klettergipfel Teufelsturm, muss man durch eine Felswand klettern. Das größte Problem daran ist, dass man zuerst eine Stufe von einem geschätzten Meter überwinden muss, um dann in gebückter Haltung die Felsspalte zu absolvieren. Das hört sich auch wieder schlimmer an, als es wirklich ist und nur vollkommen ungelenkige Mitmenschen brauchen hier eine leichte Hilfe. Auf jeden Fall macht die Stelle ordentlich Spaß und man ist im Nachhinein stolz auf die Bewältigung des Hindernisses. Auf der Rückseite geht es noch ein Stück weiter, bis man dann den Abstieg erreicht. An diesem wandert man jetzt allerdings noch vorbei und folgt der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich bis zum Frienstein bzw. der Idagrotte. Vom Abstieg sind es nur 200 Meter bis zum Abzweig zur Idagrotte und deshalb sollte man diese sehr interessante Stelle noch eben besuchen. Vorsichtige_Umrundung_Idoagrotte_kleinDie Idagrotte befindet sich auf der Rückseite des Friensteins und ist eine Höhle und eine sehr nette Aussicht. Damit man aber überhaupt in die Idagrotte hineinkommt, muss man den Felsen auf einem schmalen Pfad umrunden, der in luftiger Höhe auf einem Felsband verläuft. Obwohl ich die Stelle schon wirklich sehr häufig passiert habe, steigt mir immer noch der Puls ordentlich an und ich bin jedes Mal danach stolz, es geschafft zu haben. Eigentlich müsste man sich nur bewusst machen, dass man auch nicht von einem Bürgersteig von einem Meter Breite herunter fällt, aber manchmal spielt einem der Kopf schon eigenartige Streiche. Wenn man in der Idagrotte steht und hinaus sieht, dann sollte man nach rechts hoch schauen, hier steht ein Felsen, der mit ein bisschen Fantasie wie ein Affenkopf aussieht. Das könnte eine Erklärung zum Namen der Affensteine sein.
Vom Frienstein bzw. der Idagrotte geht es wieder zurück auf der grünen Wanderwegmarkierung bis zum bekannten Abstieg. Im Gegensatz zu den Treppen am Kleinen Dom ist dieser Auf- bzw. Abstieg viel langweiliger, weil es einfach nur viele hölzerne Treppenstufen sind ohne eine einzige Abwechslung. Deshalb ist es ein ganzes Stückchen angenehmer, wenn es über die Treppen abwärts geht, weil das meistens doch viel schneller geht. Der grünen Wanderwegmarkierung folgt man weiterhin auch am Ende des Abstiegs und es geht in Richtung Kirnitzschtal bzw. Beuthenfall. Je länger man dem grünen Strich folgt, desto breiter wird der Wanderweg. Zuerst ist es ein Pfad am Hinteren Heideweg, der dann mit dem Weg im Dietrichsgrund in der maximalen Größe eines Forstweges endet.
Am Ende des Dietrichsgrundes geht es wieder die schon bekannte Steigung bzw. jetzt ist es ein Gefälle bis runter zum Beuthenfall. Damit ist eine noch immer sehr schöne Wanderung zu Ende gegangen, die wirklich viel Spaß macht und auch sehr gut als erste Kennenlern-Wanderung für die Sächsische Schweiz benutzt werden kann. Es ist wirklich alles enthalten, was eine besondere Wanderung in der Sächsischen Schweiz beinhalten sollte: Wald, unterschiedlichste Wege, Felsen, ein bisschen Spannung und Bauchkribbeln und schließlich einer der wichtigsten Punkte, nämlich die unterschiedlichsten Aussichten.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Straßenbahn bis zur Haltestelle Beuthenfall mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Beuthenfall
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00€

Ein Gedanke zu „Affensteine“

  1. Eine Tour, die alles bietet, was man vom Wandern (und Klettern) in dieser Gegend erwartet. Insbesondere die Aussichten in die zerklüftete Felswelt zwingen den Hobbyfotografen zu zahlreichen Stopps und geben den Mitlaufenden Gegelgenheit zum Durchschnaufen.
    Einziger Widerspruch (aber das hängt natülrich primär mit den unterschiedlichen Fitnesszuständen der Wanderer zusammen): der Hinweis „schwierig“ an der Wilden Hölle sollte insoweit ergänzend erklärt werden, dass diese Passage für Kinder und kleinwüchsige Menschen schon recht problematisch ist, weil manchmal eine bestimmte Körpergröße zur sicheren Kombination von Trittklammern und Halteeisen schon zum Problem werden kann. Das muss natürlich jeder für sich allein entscheiden, aber erfahrungsgemäß (manchmal reicht schon ein Blick auf dei Schuhe) werden diese Schwierigkeiten gern mal unterschätzt …
    Fazit: eine tolle Runde. Und eine Lehre: beim nächsten Mal lade ich mir die GPX Datei VORHER auf die Karte – das spart dann schon mal zuverlässig den einen oder anderen ungewollt und unvollendet gebliebenen Abkürzversuch. Danke für einen erfüllten Sonnabend!

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