Bärenfangwände Aussicht

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 4,00 h
Entfernung:
ca. 11,00 km
Höhenunterschied:
ca. 356 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
steiler Aufstieg
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
Klammern
empfohlene Karten:
Kleiner Zschand;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Kirnitzschtal - Neumannmühle - Großer Zschand - gelber Strich - Zeughausstraße - roter Strich - Westelschlüchte - Bergpfad - Bärenfangwände - gehackter Weg - Kleiner Kuhstall - Roßsteig - gelber Strich - Katzenstein - grüner Punkt - Krinitzgrab - Richterschlüchte - Richtergrotte- Großer Zschand - Zeughaus - gelber Strich - Neumannmühle - Kirnitzschtal

Beschreibung:

Im Sommer 2016 ist ein neues Buch herausgekommen, in dem es sich ausschließlich um Wanderungen mit Hund im Elbsandsteingebirge dreht. Beim Durchstöbern des Buches ist mir eine Wanderung im Bereich der Bärenfangwände besonders aufgefallen, die sich sehr interessant anhörte. Leider hatte sich zu dem Wandertermin der sonst gerne mitwandernde Hund auf den Nachhauseweg gemacht und so sind wir die Runde ohne Hund gegangen. Der Startpunkt ist die Neumannmühle im Kirnitzschtal. Von dort geht es in den Großen Zschand mit der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich in Richtung Zeughaus. Wir sind schon sehr häufig durch den Großen Zschand gewandert, aber es ist immer wieder ein Genuss. Die Natur hat hier wirklich etwas Tolles modelliert. Ziemlich weit unten ist auf der linken Wegseite ein weit überhängender Felsen zu sehen, auf dessen Spitze eine mächtige Fichte steht. Fichte_auf_Felsueberhang_Zschand_kleinDie große Tochter hat sich darüber schon köstlich amüsiert, da es sonst immer heißt, trete nicht so nah an die Felskante, denn die könnte abbrechen. Grundsätzlich stimmt das natürlich, aber in diesem Fall steht eine mehrere Tonnen schwere Fichte an der Felskante und da machen die paar Kilo eines Menschen bestimmt nichts aus.

Nach 1 ¼ Kilometern biegt nach rechts der erste größere Weg ab. Die sogenannte Zeughausstraße ist mit dem roten Strich roter Strich markiert und wird für 300 Meter entlang gewandert. Dann verlässt die rote Wanderwegmarkierung die Forststraße und man steigt für nochmals 300 Meter die Raubsteinschlüchte in Richtung des Hinteren Raubschlosses hoch. Auf der linken Wegseite fällt als erstes ein Kernzonenschild auf und wenn man aufmerksam an die Bäume blickt, erkennt man auch die Wanderwegmarkierung Bergpfad (grüner Pfeil Bergpfad). Dabei handelt es sich um den Weg hoch auf die Bärenfangwände, der hier im unteren Teil erstmal ganz harmlos anfängt. Je längeAufstieg_Baerenfangwaende_kleinr man der Markierung folgt, desto anspruchsvoller wird der Aufstieg. schwierige_Stelle_fuer_Hunde_kleinDer Pfad ist aber trotzdem für Hunde, zumindest für größere Exemplare, geeignet und so macht der Aufstieg wirklich Spaß und ist abwechslungsreich. An einer Stelle kann es schon mal sein, dass man dem mitwandernden Hund eine Hilfestellung geben muss, aber sonst sollte es überall klappen.

Nachdem man oben angekommen ist, geht es erstmal nach rechts auf einem Pfad entlang. Diese Stelle ist nicht in der ursprünglichen Beschreibung in dem Buch vorhanden, aber ich finde sie sehr empfehlenswert. Blick_von_Baerenfangwaende_auf_Hinteres_Raubschloss_kleinSchon nach wenigen Metern dürfte es allerdings für Hunde sehr schwer werden, da man einen kleinen Absatz unter Zuhilfenahme von zwei Eisenklammern überwinden muss. Der weitere Weg führt dann aber zu einer fantastischen Aussicht von der Vorderkante der Bärenfangwände auf das Hintere Raubschloss. Netterweise sind hier nur ganz selten andere Wanderer und so kann man die Landschaft in angenehmer Ruhe genießen.

Die Wanderung geht wieder von der Aussicht bis zum oberen Ende des Aufstiegs zurück und dann auf dem Bergpfad (grüner Pfeil Bergpfad) weiter. Der Pfad ist sehr angenehm zu wandern und nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man eine Kreuzung, an der seltsamerweise der grüne Pfeil in alle drei Richtungen zeigt. Der empfohlene Weg ist der Waldweg nach rechts. Der Weg schlängelt sich in fast gleichbleibender Höhe über die Ebene und nach etwas mehr als kleiner_Kuhstall_mit_Groessenvergleich_klein300 Metern sieht man vor sich, etwas oberhalb vom Weg, den Kleinen Kuhstall. Es ist ein Felsentor, das hier am gehackten Weg (so der Name des Pfades) ein stiefmütterliches Dasein pflegt. Der Kleine Kuhstall ist zwar bei weitem nicht so beeindruckend wie der Kuhstall am Neuen Wildenstein, aber man kann ohne Probleme aufrecht hindurchgehen und er ist mehrere Meter breit.

Der markierte Bergpfad führt einmal um das Tor herum und damit geht es dann weiter (nochmals 300 Meter) bis zum Roßsteig. Dieser gut ausgebaute Wanderweg ist mit dem blauen Strich blauer Strich markiert und wird nach rechts für den nächsten ½ Kilometer entlanggewandert. Dann erreicht man einen ganz freistehenden, nicht besonders hohen Felsen. Wenn man auf den Felsen draufzugeht, dann kann man ziemlich gut auf der linken Seite einen Katzenkopf erkennen (auch ohne Alkohol). Aus dem Grund heißt dieser Felsen Katzenstein. Der Minifelsen wird umrundet und dann geht es auf der grünen Wanderwegmarkierung grüner Punkt nach links weiter. Schon bald wandert man auf einen seltsamen „Besucherlenkungszaun“ zu, hinter dem ganz viele Bäume kreuz und quer liegen. Das war früher mal ein sehr breiter Waldweg, der bis zur deutsch-tschechischen Grenze führte. Damit aber nicht zu viele Besucher den uralten Fremdenweg entdecken, ist hier eine kleine Umleitung in den grünen Punkt eingebaut worden und so geht es nach links leicht abfallend weiter.

Der Weg schlängelt sich an den ersten Felswänden entlang und hinter der ersten Grabstein_Richterschluechte_kleinSpitzkehre passiert man den Grabstein von Gotthard Krinitz. Dieser junge Mann ist im Jahre 1908 hier an der Felswand ermordet worden. Selbst heutzutage liegen hier noch oft Blumen und wird die Stelle von irgendjemandem dekoriert und gesäubert. Im Sommer 2016 hatten Kinder ein paar Meter weiter an der Felswand mehrere Gemälde (Mensch mit Hund, Schaf und Blume) hinterlassen. Auch wenn ich eigentlich auf Graffitis allergisch reagiere, so waren diese Kreidezeichnungen doch eher eine nette Abwechslung. Knapp hinter dem Grabstein erreicht man den ursprünglichen Weg durch die Richterschlüchte und es geht abwärts. Weg_durch_Richterschluechte_kleinBei unserer Wanderung kamen uns hier zwei Leute entgegen, die zu uns meinten, dass wir uns auf etwas gefasst machen sollten. Tja, wir kennen den Weg durch die Richterschlüchte schon ganz gut und gehen nicht von einem ebenen Weg mit gleichförmigen Stufen aus. Den beiden hat der Aufstieg aber anscheinend ganz schön zu schaffen gemacht, denn umsonst kommt so ein Spruch bestimmt nicht. Wer aber die Bärenfangwände hochgestiegen ist, den wird der Abstieg durch die Richterschlüchte nicht erschrecken.

Nach ¼ Kilometer durch die Richterschlüchte erreicht man einen unscheinbaren sommerliche_Richtergrotte_kleinPfad nach rechts, der zur Richtergrotte führt. Das ist eigentlich ein Talkessel mit einem kleinen Wasserfall. Das Wasser rieselt über die Felskante und trifft in der Mitte der Grotte auf. Das sieht im Winter bei ausreichend Minusgraden besonders schön aus, da sich dann dort ein großer Eiszapfen bildet. Meistens sieht dieses Gebilde wie ein Tannenzapfen aus und kippt dann unter seinem eigenen Gewicht zur Seite weg. Im Sommer ist es eher ein seichtes Geplätscher an einer angenehm ruhigen Stelle. Von der Grotte geht es wieder zurück auf den Weg durch die Richterschlüchte und dort nach rechts weiter abwärts. Zum Anfang ist der Weg noch ziemlich hubbelig, aber dazu ist man in der Natur und nicht in der Stadt. ueberhaengernder_Felsen_Grosser_Zschand_kleinDer Abstieg wird immer leichter zu gehen, je länger man abwärts steigt. Am Ende der Richterschlüchte (nach insgesamt 1 ½ Kilometern) erreicht man den Großen Zschand bzw. den Weg durch diesen. Hier geht es nach links weiter und man erreicht bald die Gaststätte/Biergarten Zeughaus und das Nationalparkinformationshaus. Um wieder zum Ausgangspunkt zu gelangen, muss man dem gelben Strich gelber Strich durch den Großen Zschand bis zur Neumannmühle im Kirnitzschtal folgen. Diese Runde ist wirklich eine sehr abwechslungsreiche Strecke, die viel Spaß gemacht hat. Die Empfehlung durch den Wanderführer war ganz hervorragend und was mich am meisten an dem Buch begeistert, sind die unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen für den Hundebesitzer und den Hund. Das habe ich tatsächlich noch nie vorher gesehen und es hilft ganz hervorragend weiter. Wer seinen Hund so einigermaßen kennt, sollte damit wissen, ob die Wanderung noch möglich ist oder man sich doch lieber etwas Harmloseres aussucht.

 

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Kirnitzschtal Neumannmühle mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Neumannmühle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

2 Gedanken zu „Bärenfangwände Aussicht“

  1. Das Wetter und die Lust zu wandern, lockte mich wieder in die Sächsische Schweiz. Diese Tour kann ich, wie auch der Autor nur empfehlen. Sie ist sehr vielfältig und gerade noch eine schöne kurze Tagestour. Der Anstieg am Anfang ist teilweise sehr ausgespühlt und dennoch reizvoll. So balanciert oder tanzt man sich, alle vier Gliedmaßen gebrauchend, über Wurzeln und Fels nach oben. Auch Hunde sollten da einen großen Spaß haben, aber sicher nur größere Rassen.

  2. Kann mich meinem Vorkommentator nur anschließen. Sehr schöne Runde, aber der Aufstieg ist nicht ohne. Da muss nicht nur kurzbeinigen Hunden, sondern auch kurzbeinigen Ehefrauen gelegentlich Hilfestellung gegeben werden… 😉
    Oben angekommen hat die Nationalparkverwaltung offenbar Gefallen am Aufstellen grüner Pfeile gefunden: Ein gut sichtbarer Pfeil auf einem Pfahl weist jetzt nach rechts zur Aussicht, den zum Weiterwandern (nach links, an einem Baum, schon etwas verwittert) entdeckt man erst nach einigem Suchen.

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