Böhmisches Tor

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 3,75 h
Entfernung:
ca. 15,00 km
Höhenunterschied:
ca. 460 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
lang
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Reuterhof - Marktweg - grüner Querstrich - Gelobtweg - Ziskaquelle - Korn Markt - Gelobtbach - Böhmischen Tor - grüner Strich - Im Tiefen Grunde - gelber Strich - Lehmischbach - Elbetal - Niedergrund - Elberadweg - Gelobtbachtal - Gelobtbachfall - Ziskaquelle - Gelobtweg - Reuterhof

Beschreibung:

Ich habe schon einige Male auf der Rückseite des Großen Zschirnsteins ein Hinweisschild zum Böhmischen Tor gesehen, aber irgendwie konnte ich mir nichts darunter vorstellen. Auf einer Webseite von Fahrradfahrern hatte ich ein Bild des Böhmischen Tors gesehen und dieses so gedeutet, dass es sich dabei um einen Felsgrund handeln müsste. So etwas muss natürlich untersucht werden und das geht nun mal mit einer Wanderrunde am Besten. Mir ist kein besserer Startpunkt als die Miniortschaft Reuterhof für diese Wanderung eingefallen und von hier geht es erstmal auf dem Gelobtweg in Richtung Grenze. Die ersten Meter führen durch eine Kleingartenanlage mit schon ziemlich großen Gartenhäuschen und dann verlässt die Wanderung das bewohnte Gebiet und folgt dem Forstweg. Nach ein paar Metern überquert man die Wanderwegmarkierung gelber Strich. Es wäre zwar auch möglich, dieser Markierung nach rechts zu folgen, aber ich empfinde den Geradeausweg als viel schöner. Das einzige Manko daran ist, dass der Rückweg dann auf dem gleichen Waldweg erfolgt. Aber so weit sind wir noch lange nicht. Der Wanderweg führt weiterhin auf einem gut ausgebauten Waldweg mit einer fast gleichbleibenden Höhe Miniziskaquelle_kleinbis zur Ziskaquelle. Auch wenn die Wanderung an dieser Quelle noch weiter auf dem Waldweg entlang geht, so verführt doch ein kleines Schild mit der Inschrift: „Ziskaquelle; Trinkwasser; Nimm dir einen frischen Trunk – bleibst ewig jung.“ Damit die Wirkung schon am Anfang der Wanderung einsetzen kann, habe ich gleich mal eine Handvoll zu mir genommen und bin daraufhin weiter in Richtung Grenze gewandert. Die Wanderung erreicht bald den Gelobtbach und damit die Grenzmarkierungen auf der linken Wegseite. Jetzt steigt die Wanderung auf dem Forstweg leicht an bis auf den höchsten Punkt der gesamten Wanderung. Hier biegt nach links der neu markierte Wanderweg grüner Strich grüner Strich ab. Grenzuebergang_Boehmisches_Tor_kleinAusgeschildert ist hier schon das Böhmische Tor bzw. Niedergrund. Nach ungefähr hundert Metern erreicht man das Česká brána (Böhmische Tor). Mann, war ich enttäuscht. Das Böhmische Tor ist nichts anderes als der Grenzübergang. Es ist weit und breit kein imposanter Felsen zu sehen, der dem mächtigen Namen entspricht. Der Grenzübergang sieht aus wie ein ganz gewöhnlicher Wandergrenzübergang.
In der ersten Planung sollte die Wanderung dann in einem riesigen Bogen südöstlich des Böhmischen Tores weiter gehen, da aber der Weg ziemlich zugewuchert war, habe ich diese Idee schnell verworfen und bin weiterhin auf der grünen Wanderwegmarkierung weiter marschiert. Nach ungefähr 1,2 Kilometern erreicht man einen größeren Platz, der anscheinend sogar mit einer Feuerstelle ausgestattet ist. Hier weisen gleich mehrere unterschiedliche Hinweisschilder die Richtungen. Jetzt folgt man dem Weg nach links der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich nach. Ausgeschildert ist ein Rastplatz namens Kamenka bzw. das Fernziel Dolní Žleb (Niedergrund). Dieses abfallende Tal ist mal mehr, mal weniger feucht und so fließt ein Bächlein mit dem Rastplatz_Kamenka_kleinNamen Dolnožlebský (Lehmischbach) immer parallel zum Wanderweg. Zwischendurch wird das Bächlein an dem besagten Rastplatz Kamenka zu einem kleinen Teich gestaut. Obwohl der Teich nur wenige Quadratmeter umfasst, so befinden sich einige gut sichtbare Fische in ihm und es stehen unterschiedlichste Sitzmöglichkeiten auf der einen Teichseite. Die Wanderung geht weiterhin der gelben Wanderwegmarkierung hinterher. Zwischendurch gabelt sich der Weg, hier hält man sich rechts, um weiter ins Elbetal abzusteigen. Bodenbelag_Lehmischbachweg_kleinGanz besonders auffällig ist der Untergrund des Weges. Einerseits kann es ziemlich feucht und ein wenig matschig werden, aber komischerweise ist der Weg mit richtig aufwändigen Sandsteinklötzen gepflastert. Zum Teil sind die Platten nur längs des Weges verlegt, zum Teil aber auch im Fischgrätenmuster. Das sieht sehr nett aus und es wäre schon sehr interessant herauszufinden, wie uralt dieses Pflaster ist. Ich glaube nicht, dass sich noch irgendjemand in der Neuzeit solch eine riesige Mühe geben würde. In den letzten Jahrzehnten würde so ein Waldweg eher betoniert oder asphaltiert.
Die Wanderung führt immer weiter runter ins Elbetal. Zwischendurch biegt der markierte Wanderweg nach links ab und fällt für einen so breiten Waldweg schon relativ steil ab. Ein paar Meter vor den ersten Häusern von Dolní Žleb (Niedergrund) Quelleneinfassung_oberbalb_Niedergrund_kleinbefindet sich auf der linken Wegseite eine seltsam eingemauerte Quelle. Dadurch, dass ein paar Ziegel in der Einmauerung fehlen, kann man anhand des Rauschens ganz gut erahnen, wie hoch die Schüttung der Quelle ist. Anscheinend wird das Quellwasser auch noch irgendwie in der untenliegenden Ortschaft verwendet, da ein Rohr aus der Ummauerung herausführt. Als erstes erreicht man am Dorfrand die elenden Reste einer Mühle. Diese passiert man und steigt weiter runter zur Elbe bzw. dem Weg neben der Bahnlinie.
Ab der Kirche bieten sich zwei unterschiedliche Wege an. Einerseits kann man auf dem Elberadweg zurückwandern oder ein paar Meter oberhalb der Bahnlinie. Welche Variante man auswählt, würde ich davon abhängig machen, welcher Wochentag bzw. wie viel Verkehr auf dem Radweg ist. Bei vielen Fahrradfahrern würde ich immer den Weg am Hang benutzen. Der Weg oberhalb der Bahnlinie ist sehr nett, aber im Sommer schon ziemlich zugewuchert und damit wird einem der dauerhafte Blick auf die Elbe verwehrt. tolle_Baenke_am_Elberadweg_kleinDieses Problem hat man auf dem Elberadweg natürlich nicht. Hier bieten sich auch noch sehr auffällige Bänke für eine kleine Rast an. Nach ungefähr der halben Strecke (ca. 1 Kilometer) Biberspuren_an_der_Elbe_kleinbis zur Grenze kann man rechts oben an der Felskante des Elbetals die Gaststätte Belveder und die Aussichtsplattform sehen. Wenn man die Sträucher und kleineren Bäume an der Wasserkante beobachtet, dann kann man deutlichste Spuren von Bibern erkennen. Ich glaube zwar nicht, dass diese interessanten Tierchen es schaffen werden, die Elbe zu stauen, aber irgendetwas müssen sie ja auf der Durchreise fressen.
Die Wanderung erreicht den ungewöhnlich stabil gesicherten Grenzübergang zwischen Deutschland und Tschechien. Gleich hinter dieser Grenzbarriere geht es nach links unter der Bahnstrecke hindurch. Auf der rechten Seite des steilen Aufstiegs steht die ehemalige Gelobtbachmühle. Wenn man nach ein paar Metern Aufstieg über den Schuppen sehen kann, dann stellt man fast, dass sich dahinter ein sehr nett gepflegtes Wohngebäude befindet. oberer_Wasserfall_Grenzsee_kleinAn dieser Stelle stößt auch wieder der Weg von oberhalb der Bahntrasse auf den Gelobtbach. Nach den ersten paar schon ziemlich steilen Aufstiegshöhenmetern erreicht man den Grenzsee und die beiden dazugehörigen Wasserfälle. Grenzsee_Gelobtbachmuehle_kleinWenn der Gelobtbach weniger Wasser führt, dann leuchtet das künstlich angelegte Staubecken richtig schön blau. Die Farbe weist aber auch darauf hin, dass selbst im Sommer mit richtig kalten Wassertemperaturen zu rechnen ist. Komischerweise hat schon mehrmals ein längerer Stock neben dem Becken gelegen. Mit diesem Stock kann man sehr gut untersuchen, wie tief das Becken ist und mit Überraschen feststellen, dass selbst an der Felswandseite immer noch eine Wassertiefe von fast 3 Metern erreicht wird.
Die Wanderung führt weiter durch das Gelobtbachtal nach oben. Der Weg ist relativ schmal, schlängelt sich DDR_Grenzstein_kleinmehrere Male über den Bach und passiert mehrere Grenzsteine. Einer von den ersten Grenzsteinen hinter dem Grenzsee fällt besonders auf, da hier tatsächlich noch die DDR überlebt hat. Eigentlich sind auf allen Grenzsteinen die drei Buchstaben der DDR zugespachtelt und durch ein einfaches D ersetzt worden. Entweder hat sich hier jemand die Mühe gemacht, die Vergangenheit wieder hervorzukratzen oder dieser Grenzstein hat sich einfach in der Umstellungsphase gut versteckt. Der Aufstieg am Gelobtbach ist zwar anstrengend, aber man wird durch dieses sehr nette Tal doch reichlich entschädigt. Nach einem Gesamtaufstieg von ziemlich genau 200 Höhenmetern und ungefähr 1,5 Kilometern erreicht man die schon bekannte Ziskaquelle. Ob es was hilft, hier noch einen weiteren Schluck aus der Quelle zu nehmen, weiß ich leider nicht, nur, dass die Wanderung nach rechts oberhalb der Quelle weitergeht. Man folgt dem breiten Forstweg bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Damit ist eine ganz nette Runde zu Ende gegangen, die mich am Böhmischen Tor zwar enttäuscht hat, aber dann doch noch durch das Tal des Dolnožlebský (Lehmischbach) und den Gelobtbach richtig nett geworden ist.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit S-Bahn bis zur Haltestelle Schöna Dorfplatz mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Reuterhof

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