Gelobtbach

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,75 h
Entfernung:
ca. 11,00 km
Höhenunterschied:
ca. 383 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Reuterhof - Marktweg - Gelobtweg - Ziskaquelle - Grundweg - Kornmarkt - Gelobtbach - Gelobtbachmühle - Elberadweg - Bahnhof Schöna - Bahnhofstraße - Schöna - gelber Strich - Zirkelstein - Zirkelstein Resort - Viehtor - Reuterhof

Beschreibung:

Die Wanderung zum Gelobtbach ist eine kleine Runde, bei der die Besucherzahlen ziemlich unterschiedlich sein können. Auf der ersten Hälfte trifft man normalerweise keinen anderen Menschen. Genau das Gegenteil kann man auf der zweiten Hälfte erleben. Hier geht es ein ganzes Stück auf dem sehr beliebten Elberadweg entlang und wenn schönes Wetter oder ein Wochenendtag ist, dann herrscht hier ziemliches Leben. Deshalb ist meine Empfehlung, die Wanderung lieber zu einer Zeit durchführen, wenn auf dem Elberadweg nicht ganz so viel Betrieb herrscht.
Der Startpunkt der Wanderung liegt in der Siedlung Reuterhof. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen möchte, sollte die Wanderung am Bahnhof Schöna starten. Vom Wanderparkplatz bei Reuterhof geht es nach rechts (vom Parkplatz kommend). Die ersten paar Meter sehen so aus, als wenn es direkt in den Wald gehen würde, aber zuerst kommt noch eine Kleingartenanlage mit einer urigen Gaststätte und dann geht es in den Wald. Die Wanderung überquert die Wanderwegmarkierung gelber Strich und geht weiter geradeaus auf dem gut ausgebauten Gelobtweg. Dieser Forstweg verläuft fast schnurrgerade auf die Grenze drauf zu, bis der Weg wenige Meter davor mit einem Rechtsknick abbiegt. Die Wanderung geht am Hang entlang bis zur Ziskaquelle. Die Quelle ist durch einen kleinen Rastplatz und eine Tafel mit dem Inhalt: „Nimm dir einen frischen Trunk- bleibst ewig jung.“ zu erkennen. Natürlich habe ich aus der Quelle schon mehrmals einen Schluck genommen, sodass Sie als Leser dieser Internetseiten noch lange etwas von mir ertragen müssen. An der Quelle geht es nach links den Hang hinunter. Dieser Weg hangabwärts führt parallel zum Bachlauf der Quelle und biegt wenige Meter vor der Grenze nach links ab. Kornmarkt_bzw_Kornmarcht_Schoena_kleinDamit geht man dann wieder unterhalb des Gelobtweges zurück, bis auf der rechten Wegseite ein Felsen mit der Inschrift KornMarcht bzw. KornMarht 1812 auftaucht. Die Inschrift soll an einen verbotenen grenzübergreifenden Handel mit Korn während des Napoleonischen Krieges erinnern. Im Jahre 2008 ist die Inschrift sehr gut zu erkennen, da sie entweder gerade angestrichen oder nachgearbeitet wurde. Wenige Meter (ca. 50 Meter) danach biegt nach rechts ein Pfad ab und führt den Hang weiter hinab. Gelobtbachtal_aufwaerts_kleinAuch wenn der Weg zwischendurch verloren gehen sollte, ist das kein sonderliches Problem, da man sich sehr gut am Geplätscher des Gelobtbaches orientieren kann. Außerdem ist es natürlich wie mit den meisten Bächen: Sie laufen an der tiefsten Stelle und damit ist die Richtung einfach zu finden. Am Gelobtbach führt ein Pfad weiter abwärts, der ganz besonders natürlich aussieht. Auf der rechten Bachseite weisen mehrere Grenzsteine darauf hin, dass man den Rand von Deutschland erreicht hat.Gelobtbachtalmuehle_Muehlteich_kleinNach ein paar Metern Abstieg erreicht man den Mühlteich der Gelobtbachmühle. Diesen künstlichen Teich zu sehen ist immer wieder ein Vergnügen, da das wunderbar klare Bachwasser über zwei Wasserfälle hinein- und herausläuft. Gelobtbachtalmuehle_Muehlteich_oberer_Wasserfall_kleinWenn man den Teich am Vormittag erreicht, dann leuchtet das Wasser richtig schön türkisfarben, aber auch ohne Sonne ist man verführt, in den Teich reinzuspringen. Gelobtbachtalmuehle_Muehlteich_unterer_Wasserfall_kleinAber dafür ist die Wassertemperatur nie ausreichend oder man muss schon gigantisch abgehärtet sein. Rechts neben dem Zulaufwasserfall befindet sich eine Inschrift im Felsen: „Schöna-Nidergrunder Gelobtbach Wasserfall 18 5/10 56 Wilh. Thodt K.E. Schneider.“ (wobei die Zahlen vermutlich das Datum 5.10.1856 bedeuten). Gelobtbachtalmuehle_Muehlteich_Inschrift_kleinFrüher sind durch diesen Mühlteich die beiden Peltonturbinen der Gelobtbachmühle betrieben worden. Diese Mühle befindet sich ein paar Meter unterhalb des Staubeckens und genau dahin geht es als nächstes. Dazu folgt man dem Bachlauf weiter abwärts, was im Herbst eine richtige Herausforderung sein kann, da als Weguntergrund Sandsteinplatten verlegt worden sind. Gelobtbachtalmuehle_Schoena_kleinWenn dann auf dem steilen Weg noch nasses Laub liegt, dann kann dieses kleine Stück eine nette Rutschpartie werden. Die Gelobtbachmühle befindet sich gleich am Bahndamm und ist noch in einem ganz guten Zustand. Da es sich um Privatgrund handelt, sollte man auf dem Weg bleiben, aber das sollte sowieso selbstverständlich sein.
Die Wanderung geht unter der Bahnlinie drunter her. Grenzstein_Gelobtbachtalmuehle_Bahnunterfuehrung_kleinHier sollte man sich unbedingt noch einmal umdrehen und den Bogen der Unterführung ansehen. Auch wenn dieser Sandsteinbogen schon mit mehreren Verankerungen gesichert werden musste, so ist der Schlussstein deutlich als Grenzstein zu erkennen. Die Grenzsteinnummer ist VIII/1. Dass der Durchgang schon ein bisschen ramponiert aussieht, ist eigentlich kein Wunder, da die Basis dieser Brücke aus dem Jahre 1851 stammt.
Asphaltkino_ElbRadWeg_Grenze_kleinNachdem man den Elberadweg erreicht hat, fällt einem sofort ein riesig langes Kunstwerk auf. Asphaltkino_ElbRadWeg_kleinLeider ist es vergänglich und wird mit der Zeit verschwinden, aber im Sommer 2008 war die tolle Leistung von 400 Schülern aus Pirna, Königstein und Děčín (Tetschen) noch deutlich zu sehen. Über eine Strecke von 500 Metern ist der Radweg innerhalb von 12 Tagen im Sommer 2007 mit 50 unterschiedlichen Mustern angemalt worden. Das sieht wirklich lustig aus. Dieses Projekt trägt den Namen: „Asphaltkino – bemalen des ElbRadWeges“ und die Idee dazu stammt vom Schweizer Maler Menel Rachdi aus Huttwil.
Von dem Wanderweg bzw. Elberadweg kann man ganz gut das geschäftige Treiben auf der gegenüberliegenden Elbeseite in Elbe_Herrnskretschen_Muendung_Kamnitz_kleinHřensko (Herrnskretschen) beobachten. Ganz besonders interessant fand ich, dass genau mit der Mündung der Kamenice (Kamnitz) sich das Aussehen der Elbe ändert. Vor der Mündung ist die Elbe ein ruhiger Fluss, der fast den Eindruck macht, als ob er keine Strömung hat, und dahinter kann man ziemliche Unruhe im Wasser entdecken. Ich erkläre es mir in der Form, dass die Kamenice (Kamnitz) eine Menge Material transportiert und damit in der Elbe eine Art kleinen Damm errichtet hat. Dahinter staut sich das Wasser der Elbe etwas, und ab dort kann es ungehindert weiter strömen. Wenige Meter, nachdem man die Kamnitz-Mündung auf der anderen Elbseite passiert hat, erreicht man den Bahnhof Schöna. Hier geht es mal wieder unter der Bahnlinie entlang, um auf der anderen Bahndammseite in Richtung Reinhardtsdorf-Schöna weiter zu wandern. Die Wanderung geht über eine Straße, die aber nur von den Bewohnern der drei Häuser am Bahnhof benutzt wird, aus dem Elbetal heraus, hoch auf die Ebene an der Kaiserkrone bzw. dem Zirkelstein. Nachdem man den Wald verlassen hat, verläuft die Wanderung auf der Straße ca. 300 Meter übers Feld, bis nach links ein Feldweg abbiegt. Dieser Feldweg steuert geradewegs auf den Zirkelstein zu, was eigentlich schon sehr gut ist, aber nach 200 Metern biegt der Weg nach rechts ab. Weil wir ja nicht quer durchs Feld gehen wollen, folgen wir dem Weg bis zum Ortsrand. Auch wenn es so aussieht, als wenn man auf dem Bauernhof landet, so biegt wenige Meter davor ein Weg links ab und man wird um den Ort herum geführt. Nach wenigen Metern erreicht man den Zugang zum Zirkelstein. Dieser Weg ist mit dem gelben Strich gelber Strich markiert und man folgt ihm nach links weiterhin in Richtung Zirkelstein. Zirkelstein-Feld_bei_Schoena_kleinDamit die Wanderung auch noch eine schöne Aussicht beinhaltet, sollte man einen kurzen Abstecher auf den Zirkelstein unternehmen. Der Zugang zu diesem kleineren Felsen befindet sich gleich am nächsten Waldrand. Zuerst geht es über einen Pfad bis an den Felsfuß und dann steigt man über ein paar Treppen bis auf den Gipfel. Die Aussicht von hier oben ist ganz besonders nett, da keine Bäume oder andere Hindernisse das 360°- Panorama behindern.
Nachdem man die Aussicht lange genug genossen hat, geht es wieder auf dem gleichen Weg bis zum Felsfuß herunter. Auf dem Pfad angekommen, geht es nach rechts weiter, um nach einem kurzen Abstieg wieder am Waldrand anzukommen. Hier geht es dann wieder nach links auf dem gelben Strich gelber Strich weiter. Der Wanderweg führt erst über das Feld und dann nach rechts am Waldrand entlang. Nach einer Strecke von ½ Kilometer am Waldrand biegt der markierte Wanderweg nach links ab, hier geht es weiter gerade aus, um dem Weg bis in die Siedlung Reuterhof und damit dem Ausgangspunkt der Wanderung zu folgen. Damit ist eine sehr nette Runde beendet, die ich mir diesmal genau so vorgestellt habe. Normalerweise ist es immer so, dass es irgendeine positive als auch negative Überraschung gibt, aber diesmal nicht. Der Zirkelstein war wie immer erstklassig, das Gelobtbachtal strahlte eine wunderbare Ruhe aus und das Elbetal ist ohne Radfahrer am schönsten.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Schöna Dorfplatz mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Reuterhof

2 Gedanken zu „Gelobtbach“

  1. Hallo, lieber Ingo Geier. Wir waren mal wieder in Altendorf und haben die Gelobtbachtal-Wanderung in entgegengesetzter Richtung gemacht mit Start an der Fähre Schmilka. Am Gelobtbach bergauf und manchmal von Stein zu Stein durch den Bach zu gelangen, ist ganz schön anstrengend, aber ich habe es mit meinen 78 Jahren noch geschafft und bin stolz drauf. Ich fürchte, diese Höhenmeter bergab zu laufen, ist viel schwieriger und durch Rutschgefahr unangenehmer. Es war jedenfalls wieder eine ganz tolle Woche. Viele Grüße – Gerda Rosemeyer

  2. „was im Herbst eine richtige Herausforderung sein kann, da als Weguntergrund Sandsteinplatten verlegt worden sind. Wenn dann auf dem steilen Weg noch nasses Laub liegt, dann kann dieses kleine Stück eine nette Rutschpartie werden.“
    Hallo Herr Geier, dieses Zitat aus Ihrer wunderbaren Weg-beschreibung kann ich nur bestätigen. Die sehr schöne Wanderung endete an dieser Stelle für mich mit einem Sturz sehr schmerzhaft. Da haben meine guten Bergschuhe auch nichts genützt. Der Hinweis sollte ernst genommen werden.
    M.f.G aus Dresden

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