Gluto Steig

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Karte:
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Dauer:
ca. 3,50 h
Entfernung:
ca. 12,00 km
Höhenunterschied:
ca. 542 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
nicht im Winter
Schwierigkeitsgrad:
Kletterabschnitte
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Bad Schandau;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
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Kurzbeschreibung:

Altendorf - Alte Rathmannsdorfer Straße - Adamsberg - Sebnitztal - Kohlmühle - gelber Strich - Ochelgrund - Ochelmühle - Gluto Steig - Ochelgrund - gelber Strich - Ochel Steig - Ochelweg - Kalte Küche - Kohlmühle - roter Strich - Mühlenweg - Altendorf - Sebnitzer Straße

Beschreibung:

In dem Buch „Geheimnisvolle Wege im Sandstein“ Band 2 von Axel Mothes (www.stiegenbuchverlag.de) ist der Glutosteig beschrieben. Irgendwie ist es schon wirklich seltsam, wenn man in Altendorf wohnt und noch nie dort entlanggekommen ist. In den letzten Jahren ist gleich bei der Ochelbaude ein Klettersteig entstanden (der ganz sicher nichts für mich ist), aber dass dort auch noch ein normaler Aufstieg sein soll, ist bei den steilen Wänden nur schwer vorstellbar. Und schon mal direkt vorweg: diese Wanderung führt gleich mehrmals unmarkiert durch die Kernzone und deshalb sollten sich die Leser, die sich regelkonform benehmen wollen, bitte eine andere Wanderung aussuchen.

Natürlich habe ich den Startpunkt nach Altendorf gelegt, aber das bietet sich auch für alle anderen Wanderer an, da man dort auf zwei Parkplätzen kostenlos parken darf. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen möchte, für den bietet sich natürlich auch die Bahnlinie durch das Sebnitztal perfekt an. Von den beiden Parkplätzen geht es zuerst auf den Adamsberg. Man folgt der Blick_Adamsberg_Richtung_Tafelberge_kleinAusschilderung Feuerwehrhaus an der Rathmannsdorfer Straße und dann geht es dort auf den gut sichtbaren Adamsberg. Der Aufstieg ist sehr schnell geschafft und man wird mit einer wirklich tollen Aussicht belohnt. Man kann nicht nur in Richtung der Hinteren Sächsischen Schweiz, sondern auch rüber zu den Tafelbergen und auf der Rückseite der Waldkrone zur Vorderen Sächsischen Schweiz blicken.

Die Wanderung geht auf der östlichen (oder auch rechten) Seite den Berg wieder herunter und dann mit der Ausschilderung Kohlmühle Bahnhof ins Sebnitztal abwärts. Der Weg gabelt sich gleich mehrmals, aber man geht immer dem abfallenden Weg hinterher und so gelangt man an die Bahnlinie zwischen Bad Schandau und Sebnitz. Der Wanderweg neben den Gleisen ist mit dem roten Punkt roter Punkt markiert und führt zuerst in Richtung des großen Linoleumwerks. schoenes_Wohnhaus_Kohlmuehle_kleinÜber Jahrzehnte wurde in der Fabrik Fußbodenbelag hergestellt, aber leider ist auch dieser Betrieb dann irgendwann auf der Strecke geblieben. Dabei sollen es aber noch nicht mal die Personalkosten gewesen sein, sondern eher die Erhaltungs- und Unterhaltungskosten für das riesige Betriebsgelände. riesiger_Backsteinbau_Kohlmuehle_kleinIm Augenblick (Sommer 2016) ist eine wilde Diskussion über die weitere Verwendung entbrannt. Das Sonderbarste daran ist, das in dem Gebäude unbekannte Mengen an Altlasten und Schadstoffen lagern sollen. Ich finde es unverantwortlich, wenn die Maschinen aus der Fabrik verkauft, aber die Altlasten einfach dort stehen gelassen werden. Meiner Ansicht nach hätte man mit dem Geld die gröbsten Sachen dort entsorgen müssen.

Der rot markierte Wanderweg führt an der rechten Seite um das Gebäude und den alten Bahnhof Kohlmühle herum und dann in den Ochelgrund hinein. Eigentlich ist ein Wanderweg auf einer Straße immer negativ, aber hier kommen nur sehr wenige Autos entlang und durch die geringe Breite der Straße rast auch keiner durch das Tal. Nach etwas mehr als einem Kilometer passiert man die Ochelmühle. Sandstein_und_Getriebe_Ochelmuehle_kleinAm Straßenrand steht vor der Mühleneinfahrt ein Stahlklotz (ich würde mal auf ein Getriebe tippen) und oben drauf befindet sich ein Sandstein. In den Stein ist ein Wappen gemeißelt und der Spruch „Unser täglich Brot gib uns heute“. Hier unten war nämlich nicht nur eine Mühle, sondern auch ein Bäcker, der mit Pferdegespannen die Brote in den umliegenden Ortschaften verteilt hat.

Die Wanderung geht noch ein kleines Stück weiter, bis die Bahnlinie das nächste Mal unterquert wird. Gleich dahinter kommt auf der linken Straßenseite eine Wiese. Da genau hinter der Eisenbahnbrücke der Aufstieg beginnt, bin ich auf den Bahndamm gestiegen und dann über die Brücke gegangen. Wer nicht ganz taub ist, kann diesen Weg wählen, sonst muss man einen Bogen über die Ochelbaude nehmen. Aber es sollte jedem bewusst sein, dass diese Variante verboten ist.

Auf der gegenüberliegenden Seite geht es dann nach links an der Felswand aufwärts. Es ist immer wieder verwunderlich, wo man so alles Boofen entdecken kann. Auch hier hat es sich anscheinend jemand unter dem Überhang gemütlich gemacht. Der Aufstieg ist ein Trampelpfad, der aber gut zu erkennen ist. Schon nach wenigen Metern passiert man paar deutlich sichtbare Stufen und spätestens nach 100 Metern Aufstieg biegt der Weg nach rechts in die erste Schlucht ab. schwieriger_Aufstieg_Gluto_Steig_kleinBald sind ein paar Steinstufen erreicht und dahinter befindet sich ein Felsgang, der etwas steiler ist. Diese Stelle kann man trotz der Steigung ganz gut überwinden. Wem die Stelle aber zu steil ist, der kann sie auf der rechten Seite umgehen. Knapp dahinter hat man dann auch schon den Aufstieg gemeistert und man erreicht den Waldrand. Nach der Beschreibung von Axel Mothes hatte ich eigentlich mit einem schwierigeren Aufstieg gerechnet, aber praktisch war er gut zu bewältigen.

Rechts neben dem Aufstieg sind noch ein paar Felsen zu sehen und auf diese sollte man unbedingt einmal vorwandern. Blick_vom_Scheinenhorn_auf_Ochelbaude_kleinDazu geht es ein Stück auf der hinteren Seite um den Felsen herum, um dann hinaufzusteigen. Auf dem sogenannten Scheibenhorn wandert man 100 Meter in Richtung Ochelgrund, um dort eine sehr nette Aussicht zu erreichen. Seltsamerweise ist eine Feuerstelle im Waldboden am höchsten Punkt zu sehen. Irgendwie scheinen manche Mitmenschen durchzuknallen und auf so einem trockenem Riff ein Feuerchen zu machen. Knapp neben der Aussicht ist gut sichtbar ein Stern in den Felsen gemeißelt.

Für die weitere Wanderung geht es wieder über den Felsenausläufer zurück bis zum hinteren Ende und dann nach rechts weiter. Der Abstieg ist ganz gut zu sehen und man landet im Titzengraben. Irgendwie scheint das auch der Abstieg des gegenüberliegenden Klettersteigs zu sein. Der Grund wird deutlich von so einigen Leuten beschritten und es gibt viele kleine Pfade. Im oberen Teil ist quer über den Grund eine Art Seilbahn gebaut worden. Sehr vorbildlich ist, wie das Seil an den Bäumen befestigt wurde. Klettersteig_Ochelbaude_kleinKurz bevor man wieder im Ochelgrund angekommen ist, befindet sich auf der linken Seite der Zugang zum Klettersteig. Die Klammern und Seile sehen sehr gut aus, aber irgendwie kann ich es mir nicht vorstellen, an einer senkrechten Wand hochzuklettern. Aber auch dies scheint doch so einigen Leuten Spaß zu machen, wenn man sich diese Stelle oder die Schäferwand bei Decin ansieht.

An der Ochelbaude angelangt, geht es nach links auf der Zufahrt bis zur Straße durch den Ochelgrund. Zugang_Ochel_Steig_kleinHier wird wieder auf der roten Wanderwegmarkierung roter Punkt für 100 Meter weiter gewandert. Kurz bevor man die Straße zwischen Bad Schandau und Hohnstein erreicht, steht auf der rechten Straßenseite eins dieser netten Kernzonenschild. Hier ging für viele Jahrzehnte und sogar Aufstieg_Oechel_Steig_kleinJahrhunderte der Ochel-Steig aufwärts. Heutzutage ist der Aufstieg nur mit sehr viel Fantasie zu erkennen. Die ersten Meter sind relativ steil, aber dann erreicht man einen Ueberhang_Ochel_Steig_kleinÜberhang, an dem ein Felsen mit der Jahreszahl 1785 liegt. Nachdem man den Aufstieg bis hoch auf die Ebene geschafft hat, hält man sich in dem Fichtenwald links und nach ungefähr 150 Metern erreicht man den Ochelweg. Auf diesem geht es erstmal zur Entspannung wunderbar angenehm nach rechts. Der Ochelweg ist so ein richtiges Stiefkind unter den Wanderwegen in der Sächsischen Schweiz. Obwohl der Weg sehr angenehm zu gehen ist, trifft man hier nur äußerst selten andere Wanderer. Insgesamt folgt man dem Weg 1 ½ Kilometer, bis mal wieder nach rechts eines der netten Kernzonenschilder steht. Es ist wirklich faszinierend, dass immer an den interessantesten Stellen diese Schilder aufgestellt wurden. Man kann sich wirklich gut daran orientieren. Zugang_Kalte_Kueche_kleinSchon vor ein paar Jahren ist genau an dieser Stelle eine Fichte in etwas mehr als Kopfhöhe abgebrochen und ebenfalls als Wegkennzeichen gut geeignet. Der gut sichtbare Waldweg geht hier sehr schön gerade in einen Bereich mit mächtigen Buchen. Insgesamt sind es 300 Meter, die man in Richtung Ochelgrund wandert. Dann erreicht man eine größere Fläche. Geradeaus würde es nach 50 Metern ordentlich abwärts gehen und deshalb empfiehlt es sich, nach links weiter über die Ebene zu wandern. Auch hier stehen gleich mehrere richtig dicke Buchen. In der hinteren rechten Ecke beginnt der Abstieg runter zur sogenannten Kalten Küche. Der Pfad führt immer auf dem Grat abwärts und ist eindeutig zu erkennen. schwierige_Stelle_Kalte_Kueche_kleinNur einmal macht der Abstieg einen kleinen Schlenker nach rechts und ein weiteres Mal muss man eine Stufe von einem Meter Höhe überwinden. Ein paar Kerben erleichtern diese Stelle aber. Bei dem Abstieg passiert man auch noch die Ruine einer alten Antenne, die hier im Wald vergessen wurde. Erst ganz kurz bevor man unten angekommen ist versperren ein paar umgefallene Bäume den normalen Pfad und so muss man über diese Baumstämme drüberklettern, um dann noch einen kleinen Bogen nach links einzulegen. Das Ende des Abstiegs führt parallel zu den beiden kleinen Häusern am Ortsrand von Kohlmühle. Auch hier hörte sich die Beschreibung von Axel Mothes schlimmer an, als es wirklich ist. Oder vielleicht ist es, wenn man es einmal geschafft hat (z.B. wie die Häntzschelstiege) auch alles nur noch halb so schlimm.

Für die weitere Wanderung geht es nach links auf der schon bekannten Straße durch Kohlmühle. Damit nicht zu viel auf der bekannten Strecke gewandert wird, geht es gleich hinter der nächsten Kurve an den Garagen entlang. Ruine_Kohlmuehle_kleinDie Wanderung führt hinter einer Ruine mit der Aufschrift „Kolonial- u. Wurstwaren Verkauf“ vorbei. Sie ist von außen gesehen ein schönes, großes Haus, aber vermutlich wird es im Inneren verheerend aussehen. Auf jeden Fall steht es schon seit sehr vielen Jahren leer. Die Wanderung erreicht das Ufer der Sebnitz und dort geht es weiter bachaufwärts. Zuerst werden ein paar Mehrfamilienhäuser und eine Schrebergartenkolonie passiert und dann geht es über die Schienen der Bahnlinie Bad Schandau – Sebnitz. Dahinter folgt man der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich nach links. Es werden zwei größere Wiesen und eine nicht ganz so praktische Fußgängerbrücke passiert. Auf der Brücke muss man so einigermaßen achtgeben, da das Stahlgitter überhaupt nicht für nasse Wanderschuhe geeignet ist. Insgesamt ist man etwas mehr als einen Kilometer auf der Wanderwegmarkierung unterwegs, bis sie hinauf nach Altendorf abbiegt. Damit beginnt der letzte Aufstieg von immerhin 130 Höhenmetern und einem Kilometer Länge. Am Ende des Mühlenweges befindet sich die Hauptstraße (Sebnitzer Straße) von Altendorf, auf der man noch ein paar wenige Meter nach rechts bis zum Ausgangspunkt gehen muss.

Ich fand diese Runde überraschend schön, da sie selbst für einen Einheimischen aus Altendorf ganz viele neue Stellen ergab. Es ist doch zu seltsam, wenn man kreuz und quer fast jeden Weg in der Sächsischen Schweiz kennt, sich aber gleich vor der Haustüre drei unbekannte Pfade (Gluto-, Ochelsteig und Kalte Küche) verstecken.

2 Gedanken zu „Gluto Steig“

  1. Haben gestern als Familie 2 Erwachsene , 1 Kind 15 Jahre, diese Wanderung gemacht. Gehen wirklich viel und gern wandern, dabei darf es schon auch mal schwierig werden.
    Wir fanden die Wanderung im nachhinein aber sehr gefährlich, beim Abschnitt: „netten Kernzonenschild. Hier ging für viele Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte der Ochel-Steig aufwärts. Heutzutage ist der Aufstieg nur mit sehr viel Fantasie zu erkennen. Die ersten Meter sind relativ steil, aber dann erreicht man einen Ueberhang_Ochel_Steig_kleinÜberhang, an dem ein Felsen mit der Jahreszahl 1785 liegt. Nachdem man den Aufstieg bis hoch auf die Ebene geschafft hat, hält man sich in dem Fichtenwald links und nach ungefähr 150 Metern erreicht man den Ochelweg“.
    Dort haben wir den Aufstieg gut geschafft, haben allerdings keinen Felsen mit Jahreszahl gefunden. Aber oben angekommen, keine Orientierung , wo man jetzt den Ocheltweg findet und sind lange über Baumstämme und Moorwiese. Haben dann doch glücklich den Ocheltweg erreicht. Am gefährlichsten finde ich aber dann den Abstieg:
    “ Geradeaus würde es nach 50 Metern ordentlich abwärts gehen und deshalb empfiehlt es sich, nach links weiter über die Ebene zu wandern. Auch hier stehen gleich mehrere richtig dicke Buchen. In der hinteren rechten Ecke beginnt der Abstieg runter zur sogenannten Kalten Küche. Der Pfad führt immer auf dem Grat abwärts und ist eindeutig zu erkennen.“ Vielleicht sah im Mai der Wald noch anders aus.
    Haben keinen Pfad auf einem Grat gefunden. Beim Suchen aber immer wieder mehrere Möglichkeiten, wo es eventuell runtergehen könnte. Überall ging es sehr steil bergab! Unser Sohn ,15 Jahre, hatte sich schon an einer Stelle auf den Weg gemacht, weil er die vermeintliche Stelle gefunden zu haben glaubte. Ist dann kaum wieder hoch gekommen. Haben die Suche dann abgebrochen und sind auf dem Ocheltweg bis nach Kohlmüle weitergewandert, der übrigens sehr schön am Bach entlanggeht. Weiß nicht, warum man von den Wegen abgehen muss, wenn es doch nur unbedeutend weiter ist, aber ungefährlicher.
    Des weiteren finde ich es nicht in Ordnung, wenn man die Kernzonenschilder aufgefordert ignorieren soll, die haben ja schließlich einen Sinn. Vielleicht sollten diese Stellen in der Beschreibung noch einmal korrigiert werden, um die Wanderung für die allgemeine Bevölkerung sicher zu machen.
    Davon abgesehen war die Wanderung und die Gegend sehr schön. Dieses Gebiet hatten wir in der sächsischen Schweiz noch nicht erkundet und es waren wirklich wenig Menschen unterwegs.

  2. Eigentlich steht es sehr deutlich in der Wanderbeschreibung, dass man die Kernzone betritt. Wer das mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann, der möge doch bitte eine der anderen Wanderungen aussuchen. Es sind noch ein paar hundert andere Strecken ohne Kernzone vorhanden z.B. die Wanderung Waitzdorfer Aussichten, die auch über den Ochelweg, aber ohne Kernzone verläuft.

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