Gohrisch

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 1,50 h
Entfernung:
ca. 2,50 km
Höhenunterschied:
ca. 195 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
Kletterabschnitte
Untergrund:
Wanderweg und Pfad Treppen und Hühnerleitern Leiter
Klettern
empfohlene Karten:
Festung Königstein und die Tafelberge;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Parkplatz Galgen - Lehrpfad - Gohrischsteinpromenade - Falkenschlucht - Gohrisch - Schwedenhöhle - südlichen Auf-/Abstieg - Specksteinstollen - Parkplatz Galgen

Beschreibung:

Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass ich auf der Wanderung Fünf Steine ein Schild am Gohrisch mit der Inschrift „Aufstieg Falkenschlucht (schwieriger Aufstieg)“ entdeckt habe. So etwas macht doch gleich mal neugierig und so habe ich mir meine große Tochter (8 Jahre) geschnappt und wir sind zu einer Mini-Erkundungstour gestartet. Diese Wanderung ist nicht gerade eine typische Runde für uns, da eigentlich eine Strecke von 2,5 Kilometern eher in die Kategorie Spaziergang gehört. Da aber gleich zwei etwas anspruchsvollere Auf- und Abstiege dabei sind, sprechen wir lieber nicht von Spaziergang. Es gibt aber in der Sächsischen Schweiz doch einige Wanderer, ganz besonders die Einheimischen, die gerne bis kurz vor den Gipfel fahren, auf den Berg oder Stein hochklettern und dann sogar über den gleichen Weg zurückgehen. Deshalb wird es bestimmt auch für diese Wanderung Leser und Nachwanderer geben. Da ich nur sehr ungerne den gleichen Weg zurück gehe, ist die Wanderung Gohrisch eine vollständige Umrundung des Gipfels geworden.
Der Startpunkt liegt an der Kreuzung zwischen dem Gohrisch und dem Papststein. An dem kleineren der beiden Parkplätze erklärt eine Tafel den Bodenlehrpfad, über den es auch das erste Stück geht. Die ersten Meter auf der Gohrischsteinpromenade sind auch noch ein Naturlehrpfad, der von der Mittelschule Papstdorf angelegt worden ist. Der Wanderweg ist sehr angenehm zu gehen und durch die abwechslungsreichen Stationen der beiden Lehrpfade auch noch interessant. Bodenschichten_Bodenlehrpfad_kleinBeim Bodenlehrpfad sind an mehreren Stellen Gräben ausgehoben worden, an denen man deutlich einen Querschnitt durch die Bodenbeschaffenheit erkennen kann. Innerhalb einer Tiefe von einem Meter ist eine Lehmschicht, eine Sandschicht und oben ein bisschen Mutterboden zu erkennen. Es ist immer wieder verwunderlich, dass selbst in einem normalen Waldboden nur 10 cm Mutterboden zu erkennen ist.
Die Wanderung führt gegen den Uhrzeigersinn um den Gohrisch herum. Auf der linken Wegseite ist der Felsen bzw. der Felsfuß deutlich zu sehen. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man eine Wegkreuzung mit einem Hinweisschild auf den Aufstieg. Auf dem Weg bis zum Felsfuß passiert man noch einen Rastplatz unter einer ordentlichen Felsmurmel, der auch als Boofe bzw. Feuerstelle benutzt wird. Am Felsfuß angekommen, zeigt ein Wegweiser auf die beiden südlichen Aufstiege zum Gohrisch. Für den Aufstieg wird bei dieser Wanderung der linke Pfad (Falkenschlucht) gewählt. Ganz wenige Meter neben dem Hinweisschild erreicht man eine Sandsteinbank mit der Inschrift „Dem Erschließer des Gohrisch Oberförster Emil Grünewald (1842 – 1892) gewidmet“.
Wieder ein paar Meter weiter beginnt auf der rechten Seite in einer Felsspalte der eigentliche Aufstieg. Aufstieg_Falkenschlucht_Treppe_kleinDer Pfad ist wirklich interessant und nur ganz begrenzt schwierig. Balkenlager_in_der_Falkenschlucht_kleinDie Reihenfolge der Herausforderungen sind: zuerst ein Stück durch eine Felsspalte, dann ein paar normale Stufen, als nächstes eine Leiter mit 6 Stufen, ein paar Balkenlager mit ein paar Zentimetern Luft drunter und dann noch zwei Leitern mit einem Balkenlager. Also eigentlich hatten wir uns unter „schwierigem Aufstieg“ schon etwas Spektakuläres vorgestellt, aber damit sollte den Aufstieg durch die Falkenschlucht jeder schaffen. Vielleicht scheitert man bei dem Aufstieg, wenn man von besonders großer Höhenangst geplagt wird.
Uns hat dieses Teilstück auf jeden Fall gewaltig Spaß gemacht lustige_Wetterfahne_Gohrisch_kleinund am Ende des Aufstiegs steht man auf dem Gohrisch. Die erste Aussicht, die wir angesteuert haben, ist die ganz westliche (links). Treppen_auf_dem_Gohrisch_kleinEinerseits steht hier eine wirklich lustige Wetterfahne und man hat natürlich eine tolle Aussicht auf die Festung Königstein und den Lilienstein. Von hier geht es weiter in die östliche Richtung über den Felsen bzw. zwischen ein paar Felsspalten und über ein paar steinerne Stufen weiter. Blick_vom_Gohrisch_zum_Papststein_kleinAuf der gegenüberliegenden Seite des Gohrischs befindet sich eine fast neue (1998 neu aufgebaute) Wetterschutzhütte, die ganz hervorragend für ein kleines Picknick geeignet ist. Selbstverständlich hat man von hier auch noch eine schöne Aussicht auf den Nachbarstein Papststein und den dahinterliegenden Kleinhennersdorfer Stein.
Gleich neben der Hütte könnte man zwar auch vom Gohrisch wieder absteigen, aber dabei handelt es sich um die langweiligste Variante und deshalb geht es wieder ein kurzes Stück zurück. Zuallererst erreicht man auf der rechten Seite den Zugang zur Schwedenhöhle. Hier steigt man ein paar Meter über unterschiedlich große Stufen hinab und erreicht damit eine von mehreren Schwedenhöhlen der Sächsischen Schweiz. hintere_Schwedenhoehle_Gohrisch_kleinWie mit allen diesen Höhlen ist es vermutlich eher so, dass hier Gegenstände und nur für ganz kurze Zeit Menschen versteckt wurden, aber ein längerer Aufenthalt ist bei der Größe der Höhle sehr unwahrscheinlich. Dass sich hier auch Menschen eine Weile versteckt haben, kann man daran erkennen, dass das Wasser aus einer Quelle aufgefangen wurde. Wasserrinne_Schwedenhoehle_kleinDie Stelle lässt sich auch heute noch sehr gut an der Felswand gegenüber der Höhle erkennen. Hier ist eine Wasserrinne, die in einem kleinen Sammelbecken endet, in den Felsen geschlagen worden. Als wir die Stelle besucht haben, war das Sammelbecken mit Sand und irgendwelchen vermoderten Blättern gefüllt. Das konnten wir natürlich nicht so lassen und deshalb habe ich versucht, das Zeug mit dem Schuh herauszuschieben. Blöderweise hat dieser Schlamm wirklich unangenehm gestunken und so hatte ich danach einen Wanderschuh, der ähnlich wie die unteren Schichten im Watt stank. Das war mal wieder eine große Erheiterung für meine Mitwanderin.
Von der Höhle geht es wieder das Ministückchen bis hoch auf den Hauptweg, um dann auf der gegenüberliegenden Seite abzusteigen. Abstieg_Balkenlager_Gohrisch_kleinAuch dieser Ab-/Aufstieg führt über ein paar Balkenlager, Treppenstufen und eine Leiter. Das komische an den Balkenlagern ist, dass ein Aufstieg überhaupt kein Problem macht, man bei dem Abstieg aber viel besser an den Balken vorbeisehen kann und so viel vorsichtiger ist. Auch stelle ich mir immer die Frage, ob diese Holzbalken mich auch aushalten oder ob ich der Erste bin, bei dem der Balken beschließt, dass dieser Wanderer zu schwer ist. Aber bis heute hat kein Balken auch nur geknackst. Nach ungefähr dem halben Abstieg passiert man noch eine weitere Höhle oder Felsspalte auf der linken Wegseite. Gleich am Eingang befindet sich auch eine Inschrift, aber irgendwie haben wir es nicht geschafft, die Buchstaben richtig zu entziffern.
Nach kurzer Strecke ist der Felsfuß erreicht und dann geht es geradeaus weiter abwärts. Das Gefälle nimmt deutlich ab und man erreicht bald den breiten Wanderweg mit der Wegmarkierung gelber Strich gelber Strich. Hier geht es nach links weiter. Die Wanderung umrundet den Gohrisch immer noch gegen den Uhrzeigersinn. Netterweise sind in den letzten Jahren an mehreren Stellen die Wanderwege von den Fahrstraßen auf parallel verlaufende Waldwege verlegt worden und so ist es auch im Bereich des Gohrischs und der Papstdorfer Straße. Die Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt ist einer dieser Wege, der jetzt nach links weiter verfolgt wird. Die Wanderung führt zwischen dem Gohrisch und der Straße entlang und macht zwischendurch noch einen kleinen Schlenker in die Richtung des Felsens. Hier sind noch zwei interessante Punkte zu entdecken. Zuerst ist es ein ehemaliger Granitsteinbruch. Er ist heute noch als eine deutliche Kuhle zu erkennen. Gleich ein paar Meter unterhalb dieser Stelle Mundloch_Specksteinstollen_Gohrisch_kleinbefindet sich ganz unscheinbar der Zugang zu einem unterirdischen Specksteinstollen (zumindest wird er häufig so genannt). Der Eingang ist heutzutage durch eine stabile Eisentüre gesichert. Angeblich soll der Stollen als Fledermausquartier dienen. Sehr ungewöhnlich ist, dass nur der Eingang so klein bzw. niedrig ist. Es gibt einige Fotos von dem Stollen im Web und darauf kann man sehr gut sehen, dass der Stollen kurz hinter dem sogenannten Mundloch eine Höhe von 2,5 Meter hat. Insgesamt soll der Stollen fast 100 Meter in den Felsen gehen und am Ende noch einmal richtig tief nach unten abfallen.
Damit ist aber auch schon die kleine Erkundungstour zu Ende gegangen. Der Ausgangspunkt liegt wenige Meter unterhalb des Specksteinstollens. Uns hat die Runde ziemlich gut gefallen, da doch alles zu einer ordentlichen Wanderung gehörende enthalten war: Felsen, mehrere Aussichten und ein bisschen Aufregung durch die Auf- und Abstiege. Dadurch, dass der Gohrisch im Gegensatz zum gegenüberliegenden Papststein keine Gaststätte auf dem Gipfel hat, steuern auch viel mehr Wanderer den anderen Gipfel an. Damit herrscht auf dem Gohrisch mehr Ruhe als auf der Gegenseite.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Papstdorf Papststein mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Gohrisch/Papststein
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

Ein Gedanke zu „Gohrisch“

  1. Vielen Dank für die Beschreibung dieser Tour. Wir lassen uns, mit Kindern im Alter von 3 3/4 und 7Jahren manchmal von „schwierigen“ Schildern abschrecken und ich freue mich immer sehr, wenn wir Beschreibungen wie diese finden, um uns vielleicht doch dran zu wagen. Wir sind von Gohrisch aus kommend den „schwierigen“ Aufstieg nach oben, haben noch die Schwedenhöhle mitgenommen und sind dann zum Abstieg Richtung Parkplatz. Da unsere Kinder noch fit waren, sind wir über die „alte Rietzschgrunstr.“ und „Die Hölle“ noch auf den Kleinhennersdorfer Stein“. Das war ein Spaß, oben angekommen haben wir erstmal die Orientierung verloren und sind mächtig bergab, um festzustellen, dass es dort nicht weiterging. Schließlich haben wir doch wieder „offiziellere Wege“ und auch die Höhlen wiedergefunden. Über „Suppelsgrund“ und „Neue Jänke“ gings zurück zum Hotel. Da waren wir dann erstmal ein wenig erschöpft. Unsere Kids haben die „schwierigen Aufstiege“ mit Begeisterung und ein wenig Unterstützung gut gemeistert. Wir freuen uns auf weitere Beschreibungen, die besonders berücksichtigen, in wie weit tatsächlich „Gefahr“ und „Anstrengung“ besteht. Herzlichen Dank!!!

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