Grundmühle Kamnitz

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivpositiv
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 4,50 h
Entfernung:
ca. 13,00 km
Höhenunterschied:
ca. 665 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Kletterabschnitte
lange Treppe
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
Klammern
empfohlene Karten:
Nationalpark Böhmische Schweiz;
Nationalpark Böhmische Schweiz
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Rainwiese - blauer Strich - Gelenggraben - Hohe Brücke - Jagdschloss - Vogelstein - Kirchgrund - Kirchsteig - Kamnitztal - Grundmühle - gelber Strich - Königsfichte - blauer Strich - Hohenleipa - gelber Strich - Felsenburg Schauenstein - roter Strich - Kleinen Prebischtor - Rauschenberg - Rainwiese

Beschreibung:

Im Heimatbuchverlag (www.heimatbuchverlag.de) ist ein Klettersteigführer für die Böhmische Schweiz herausgekommen und dort sind gleich mehrere Wege im Tal der Kamenice (Kamnitz) im Bereich der Grundmühle  beschrieben. An der Grundmühle sind wir schon häufiger gewesen, aber die beschriebenen Stellen sind uns nie aufgefallen und deshalb muss gleich mal eine nette Wanderung dorthin unternommen werden. Als Wandertag hatte ich den Ostersamstag bei strahlendem Sonnenschein ausgesucht und es war mir schon bewusst, dass ein paar andere Wanderer unterwegs sein müssten, aber dass es so viele werden, hatte ich dann doch nicht gedacht. Ungewöhnlicherweise traten sie aber nur stellenweise auf.
Der Startpunkt liegt in Mezní Louka (Rainwiese). Der Parkplatz hinter dem großen Hotel ist zwar riesig, aber immerhin war er an diesem Ostersamstag schon zur Hälfte gefüllt. Zum Glück bewegte sich der größte Teil der Besucher in Richtung Gabrielensteig bzw. Prebischtor. Als erstes geht es zur Vorderseite des Hotels. Wenn man auf das Hotel und den großen Biergarten blickt, befindet sich links hinter dem flachen Gebäude der eigentliche Start dieser Wanderung. Hier geht es auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich in Richtung Kamenice (Kamnitz). Ungefähr ½ Kilometer vor dem Bach biegt die blaue Markierung nach links in ein sehr ruhiges Tal ab. Der Soorgrund führt bis zur Verbindungsstraße zwischen Jagdschloss_Zamecek_kleinMezní Louka (Rainwiese) und Vysoká Lípa (Hohenleipa). Ganz wenige Meter vor der Straße biegt die blaue Wegmarkierung sehr unauffällig nach rechts ab und führt dann auf der Zufahrt zum Zámeček (Jagdschloß) aufwärts. Der Name Zámeček (Jagdschloß) ist etwas irreführend, da das heutige Gebäude zwar ganz nett aussieht, aber mit einem Schloss überhaupt nichts mehr gemeinsam hat. Im Ursprung soll das Gebäude der fürstlichen Familie von Clary-Aldringen gehört haben, aber diese Zeiten sind schon lange vorbei und dem Gebäudekomplex stünde eine grundlegende Sanierung ganz gut. Auf jeden Fall sind die draußen angebrachten Preise für die Gaststätte und die Übernachtung sehr niedrig. Sehr verwechslungsgefährlich ist, dass es in Rynartice ebenfalls noch mal den Namen Zámeček (Jagdschloß) gibt und bei jenem Hotel/Gaststätte dort handelt es sich genau um das Gegenteil zu diesem Ort hier.
Die Wanderung führt auf der Rückseite in den Wald hinein und schon bald erreicht man einen Wegweiser zum Ptačí kámen (Vogelstein). Nach ein paar hundert Metern erreicht man die Aussicht, die zwar nicht berauschend, aber als ein netter kleiner Rastplatz gut zu gebrauchen ist. Die Wanderung geht wieder von der Aussicht zurück bis zur bekannten blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich und dort nach rechts weiter bis zum Ortsrand von Vysoká Lípa (Hohenleipa). Gleich an den ersten Häusern biegt eine kleinere Dorfstraße nach rechts in den Kirchgrund ab. Wer zu früh abbiegt, landet an einer Schranke mit dem Text „Soukromá cesta (Privatstraße)! Vstup zakázán (Zutritt für Unbefugte verboten)!“ Hier wird erstmal die blaue Wanderwegmarkierung verlassen und es geht den sehr angenehm zu wandernden Grund abwärts. Kapellennische_Kirchsteig_kleinDer Abstieg auf dem Kirchsteig passiert eine Kapellennische mit einem Jesusbild und die Jahreszahl 1568. Der Weg durch den Grund ist als Verbindungsweg zur Kirche in Růžová (Rosendorf) angelegt worden. Es ist immer wieder faszinierend, welche aufwändigen Wege die Gläubigen früher zu ihrer Kirche in Kauf genommen haben. Ein anderes Beispiel dafür ist der Weg von Schmilka über die Heilige Stiege nach Lichtenhain.
Nachdem man unten im Tal der Kamenice (Kamnitz) angekommen ist, fallen gleich zwei Besonderheiten auf. Zuerst sieht man die Reste einer alten Brücke bzw. heutzutage die beiden Brückenlager und dann steht rechts einer der netten Besucherlenkungszäune und ein Kernzonenschild. Aha, sollte also hier irgendetwas Interessantes zu entdecken sein? Als ich dort herumgegeistert bin, gab es auch noch etwas drittes Besonderes und das war eine kleine Gedächtnisstätte an einen verstorbenen Hund namens Muf. Da ich einfach zu neugierig war, bin ich an dem Zaun vorbeigegangen und schon nach wenigen Metern wurde es etwas schwieriger mit dem Fortkommen. Steg_Kamnitz_Hoehle_Holle_kleinDer Weg führt über einen aus dem Felsen gearbeiteten Absatz, der früher ein Geländer und an einer Stelle sogar einen Steg hatte. lange_Hoehle_Kamnitz_kleinNachdem man diese Stelle passiert hat, geht es in eine relativ lange Höhle. Diese Höhle ist wirklich sehr einfach zu passieren, da es eigentlich nichts anderes ist als eine große Sandsteinplatte, die sich gegen eine andere neigt und die Kamenice (Kamnitz) hat ein wenig Sand hinein gespült. Im hinteren Teil der Höhle ist links ein Wappen zu entdecken. Auch auf der anderen Seite der Höhle führt ein Pfad weiter an dem Bach entlang, aber die Wanderung soll zur Grundmühle führen und deshalb geht es wieder zurück. grosse_Ruine_Grundmuehle_Kamnitz_kleinVon dem Besucherlenkungszaun schlängelt sich 400 Meter am Rande des Baches ein Pfad entlang, bis nach rechts eine Brücke zur Ruine der Grundmühle (Dolský mlýn) hinüber führt. viele_Steinmaennchen_Grundmuehle_kleinAuf der Rückseite der Gebäudereste steht eine Informationstafel, die netterweise auf Deutsch die Historie der Grundmühle (Dolský mlýn) erklärt. Im Sommer 2014 war die Ruine auf der rechten Seite mit hunderten Steinmännchen verziert. Das sah mit den vielen Familien mit Kindern richtig lustig aus. Hier dürften so einige Leute viel Spaß gehabt haben.
Von der Mühle geht es in einem Bogen um den Berg Kleiner Oybin. Dazu folgt man ein paar Meter der Wanderwegmarkierung Bunker_Grundmuehle_Kamnitz_kleingelber Strich gelber Strich durch die Ruinen der Grundmühle und dann auf dem breiten Waldweg nach links um den deutlich sichtbaren Hügel. Rechts neben dem Weg liegt in 80 Meter Entfernung einer der Bunker der Schöberlinie. Was auch immer dieser Bunker hier unten in dem Tal anstellen sollte, erschließt sich mir nicht, aber vermutlich wird er auch noch die nächsten 500 Jahre hier stehen. Der Waldweg stößt schon bald auf die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich und auf dieser geht es weiter um den Hügel. Mit dem erneuten Erreichen der Kamenice (Kamnitz) kann man gleich einige interessante Stellen neben dem Weg entdecken. Einerseits ist es ein relativ gewöhnliches Steinkreuz mit einem eingebauten Bild. sanierte_Bruecke_Kamnitz_Grundmuehle_kleinDann steht links neben dem Weg ein großes Stufen_Felsen_Grundmuehle_Kamnitz_kleinHolzkreuz mit einem Bild von einem jungen Mann und das Auffälligste ist natürlich die wieder (2013) ordentlich hergerichtete Brücke. Über die Brücke kommt man wieder ans andere Ufer und hier geht es nach links weiter. Schon nach wenigen Metern kommt eine ganz unterhaltsame Stelle mit ein paar Stufen über einen Felsen und ein Steg. Der Abstieg bis hinunter zum Bach wird durch ein paar Eisenklammern erleichtert, ist aber bei weitem nicht mit einer Stiege vergleichbar. Man könnte den Abstieg auch ohne weiteres ohne die Eisen bewältigen, da einige Stufen in den Felsen gemeißelt sind.
Der blau markierte Wanderweg führt direkt zum Aufstieg durch den Mühlsteig. Im unteren Teil kann man so einige Spuren aus Menschenhand entdecken. Zuerst sind es ein paar Löcher und Inschriften, dann befinden sich auf der linken Seite ein paar rote Hände an einem Felsvorsprung und zu guter Letzt leuchtet einem die Jahreszahl 1716 entgegen. Nach dem Aufstieg erreicht man einen alten deutschen Friedhof, der im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Friedhöfen in der Tschechoslowakei nicht verwüstet worden ist. An noch sehr vielen Gräbern kann man die deutschen Namen lesen und bei ziemlich vielen handelt es sich um Opfer des ersten Weltkrieges. Es ist schon verwunderlich, dass die Gräber ein ganzes Jahrhundert erhalten geblieben sind.
Gleich gegenüber von dem Friedhof befindet sich ein kleiner Teich mit unterschiedlichen bunt angemalten Holzfiguren, die eine nette Bereicherung sind. Der Weg erreicht am Hotel Lípa die asphaltierte Dorfstraße, die dann nach links abwärts gewandert wird. Die achthundert Meter bis zur Gaststätte auf der rechten Straßenseite sind nicht ganz so angenehm, da man auf der Straße gehen muss, aber meistens hält sich der Autoverkehr hier noch so einigermaßen im Rahmen. An der abknickenden Vorfahrtsstraße geht es weiter geradeaus auf der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich. Zwischenzeitlich stößt die rote Wanderwegmarkierung auch noch dazu und diese wird dann auch weitergewandert. Der Waldweg steigt hoch zum Fuße der Felsenburg Šaunštein (Schauenstein). Von der eigentlichen Burganlage ist nur sehr wenig erhalten geblieben, aber der Aufstieg und die Aussicht von dort oben sind wirklich lohnenswert. Hier kann man sich sehr gut vorstellen, dass sich die Ritter im 14. Jahrhundert perfekt schützen konnten. Der Aufstieg ist, wie bei fast allen interessanten Stellen in der Böhmischen Schweiz, mit dem grünen Dreieck gekennzeichnet.
Die Wanderung steigt noch ein paar weitere Höhenmeter (50 Höhenmeter) auf der roten Wanderwegmarkierung aufwärts, um dann mit dem Erreichen eines breiten Forstweges wieder nach links das grüne Dreieck zu entdecken. Blick_vom_Kleinen_Prebischtor_zum_Rosenberg_kleinHier geht es zum Kleinen Prebischtor. Der Aufstieg ist ziemlich einfach und tatsächlich sieht der Felsenbogen dem großen Prebischtor ähnlich. Blick_vom_Prebischtor_zum_Raubschloss_Hohenleipa_kleinNetterweise muss man hier keinen Eintritt bezahlen und die Besuchermengen sind viel geringer. Auch bei dem Kleinen Prebischtor ist es genau wie bei seinem großen Bruder, dass man auf den eigentlichen Felsenbogen nicht drauf darf, aber seit neustem ist eine Leiter und eine dazu passende Plattform daneben angebracht. Von dieser Ebene hat man eine gute Aussicht rüber auf die Felsenburg Šaunštein (Schauenstein) und den Rosenberg.
Vom Kleinen Prebischtor geht es wieder bis zum rot markierten Wanderweg roter Strich herunter, um dann nach links auf dem gut ausgebauten Waldweg weiter zu wandern. Nach ein paar wenigen hundert Metern (350 Meter) erreicht man eine Kreuzung, an der die rote Wanderwegmarkierung ziemlich unauffällig geradeaus auf einem Pfad weiter verläuft. Der Weg steigt an, um dann auf einem Gratweg am Vétrovec (Rauschenberg) vorbei zu gehen. Kurz vor Mezní Louka (Rainwiese) fällt der Wanderweg dann wieder ab und man erreicht die Ortschaft an der Siedlung mit den kleinen Hütten. Damit ist eine sehr nette Wanderung zu Ende gegangen, die nur an wenigen Stellen überlaufen war, ein paar nette Aussichten hatte und mit der man sonst wunderbar durch die Böhmische Schweiz wandern kann.

3 Gedanken zu „Grundmühle Kamnitz“

  1. Eine wunderschöne Wanderung. Den Abstecher in die Kernzone an der Kamnitz haber wir weg gelassen. Der Abstieg auf den Kirchsteig in Hohenleipa ist nach der Beschreibung schlecht zu finden. Man muss am Dorfteich rein gehen. Auf den ersten Metern hat man den Eindruck man geht durch private Gärten, aber es ist ein öffentlicher Weg. Die Schleife an der Grundmühle kann man nicht gehen. Ein Teil des Weges ist gesperrt. Mann sollte trotzdem dem geben Strich folgen und sich die Freiluft Kirche dort ansehen. Dann die paar Meter zurück gehen.

    Insgesamt eine spitzen Wamderumg, die wir gerne nochmal gehen.

  2. 23.11.2016
    Hallo,
    ich habe einen Teil der Tour gestern gemacht: Von Hohenleipa (blauer Strich) zur Grundmühle über die Stufen.
    Leider wurde der Weg nach Dittersbach vor dem grossen Gebäude an von Forstfahrzeugen unbegehbar gemacht, es sei denn, man ist mit Gummistiefeln ausgerüstet!! 15 cm Schlamm und Morast ca. 400 m bis zum ehem. Platz an der Brücke, welcher z.Z. als Lagerplatz für Schnittholz genutzt wird.
    Es wäre angebracht, von der Grundmühle nach Dittersbach nur bei trockenem Wetter zu gehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.