Mittelndorfer Bad

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Karte:
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Dauer:
ca. 1,50 h
Entfernung:
ca. 6,50 km
Höhenunterschied:
ca. 255 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
asphaltiert
Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Bad Schandau;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Altendorf - gelber Punkt - Panoramaweg - Hegebusch - Eichhübel - Mittelndorf - Dorfstraße - Mittelndorfer Bad - Trägnerweg - grüner Strich - Sebnitztal - Lachssteg - Bahnhof Mittendorf - roter Punkt - Thümmelweg - ehemalige Buttermilchmühle - roter Strich - Mühlenweg - Altendorf

Beschreibung:

Das ehemalige Freibad von Mittelndorf hat mich schon immer neugierig gemacht. Leider habe ich es nicht mehr als Schwimmbad erlebt, sondern nur als extrem ruhigen Platz zwischen Mittelndorf und dem Sebnitztal.
Der Startpunkt dieser kleinen Wanderung liegt in Altendorf. Auf der Hauptstraße (Sebnitzer Straße) geht es in Richtung Sebnitz. Kurz hinter dem Ortsausgang (gegenüber von dem Ortsausgangsschild) verlässt der Panoramaweg mit der Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt die Straße und es geht für die nächsten paar hundert Meter parallel zur Straße durch ein Feld. Ungefähr ½ Kilometer hinter dem Ortsausgang biegt der Panoramaweg nach rechts ab und schon bald erreicht man die Schäfertilke. Gleich auf der Rückseite dieses kleinen Schrammsteine_Falkenstein_von_Schaefertilke_kleinWaldes befindet sich ein wirklich netter Rastplatz mit zwei Bänken. Hier hat man eine wunderbare ruhige Aussicht auf die Felskette der Hinteren Sächsischen Schweiz, bei der nur die Hohe Liebe als ein normaler Berg ein kleines bisschen im Wege steht. Ganz komisch ist, dass man aus dieser Perspektive kaum erkennen kann, dass der Falkenstein ein ganzes Stück vor der Schrammsteinkette steht.
Der Panoramaweg geht weiter am Waldrand entlang und dann auf der Höhe vor Mittelndorf weiter. Ferienapartments_Weinberg_Mittelndorf_kleinHier hat man immer wieder die Möglichkeit, die tolle Aussicht zu den Felsen zu genießen. Nach dieser abwechslungsreichen Strecke erreicht man Mittelndorf an der Gärtnerei. Hier geht es nach links die Dorfstraße hinauf, bis man die gut befahrene Straße zwischen Bad Schandau und Sebnitz wieder erreicht. Früher konnte man das Freibad über einen direkten Weg knapp hinter der Gaststätte Weinberg erreichen. Dieser Weg ist heutzutage nur noch ein großes toller_Wegweise_Traegnerweg_kleinBeet von Brombeeren und Brennnesseln, das bewohnt wird von Zecken und Bremsen. Deshalb führt die Wanderung ein kurzes Stück (70 Meter) nach rechts auf der Blick_vom_Traegerweg_zur_Waitzdorfer_Hoehe_kleinStraße entlang, bis nach links die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich abbiegt. In Mittelndorf stehen viele Wegweiser, die ein netter Mitmensch mit viel Liebe erstellt hat. An dem Weg mit der grünen Wanderwegmarkierung erklärt eins dieser Schilder den Trägnerweg ins Sebnitztal hinab. Kurz nachdem man den Ort verlassen hat, hat man einen freien Blick auf die Waitzdorfer Höhe und den Gickelsberg.
Die ersten paar hundert Meter auf dem Trägnerweg führen noch über Felder und Wiesen, danach geht es in den Wald des Sebnitztals. Nach ¼ Kilometer am Rande bzw. durch den Wald biegt nach links ein gut erkennbarer Waldweg ab. Es handelt sich um die untere Zufahrt zum Freibad. Hier hängen zwar inzwischen schon ein paar Äste auf Kopfhöhe herum, aber man kommt wirklich sehr einfach bis zum ehemaligen Freibad heran. zugewuchertes_Schwimmbecken_unten_kleinFrüher hat hier über viele Jahre eine Informationstafel mit folgendem Inhalt gestanden: „Waldbad; Es wurde 1928 vom Mittelndorfer Arbeiter-Turnverein gegründet. Die damals verkehrsgünstige Lage in der Nähe der Eisenbahnstrecke im Sebnitztal machte es zu einer touristischen Bereicherung der Umgebung. Mit seiner ruhigen idyllischen Lage bietet es Entspannung und Erholung.“ zugewuchertes_Schwimmbecken_von_oben_kleinLeider ist das Freibad seit 1997 geschlossen und man kann gut beobachten, wie sich die Natur das Gelände zurückholt. Wie zu erwarten, sind die Gebäude mit der Zeit von Randalieren heimgesucht worden und so stürzten mit der Zeit die Dächer ein. Damit war das Ende des Freibades ganz sicher besiegelt, wobei es eigentlich auch nach der letzten Saison nicht mehr anders zu erwarten war. So ein kleines Bad hat heutzutage an einer so abgelegenen Stelle einfach keine Chance und so kann man schön zusehen, wie in dem eigentlichen Schwimmbecken schon große Bäume wachsen und der gesamte Bereich zuwuchert.
Die Wanderung geht wieder am unteren Ende aus dem Gelände heraus und den bekannten Weg bis zum Trägnerweg zurück. Hier biegt die Wanderung nach links auf die Markierung grüner Strich grüner Strich ab und es geht hinunter ins Sebnitztal. Nachdem man den Grund des Sebnitztals erreicht hat, befindet sich links vom Weg eine relativ große Sandsteinsäule (> 2 Meter). Normalerweise sind solche Säulen meistens Wegweiser, aber seltsamerweise steht auf dieser Säule überhaupt kein Ortsname. Früher führte hier nicht nur der Trägnerweg, sondern auch noch die alte Ulbersdorfer Straße (von Altendorf kommend) entlang. Diese ist aber heutzutage kaum noch zu erkennen und durch eine Menge Gestrüpp unpassierbar.
Die Wanderung erreicht die Sebnitz und damit auch die ganz neue (Baujahr 2015) Fußgängerbrücke. Lachssteg_Traegerweg_kleinIch finde, diese Brücken sehen wirklich toll und stabil aus. Solange sich nicht beim nächsten Hochwasser wieder ein Berg Bäume davor sammelt, sollten sie auch an ihrem Platz bleiben. Den Brücken kann man gut ansehen, dass die Herstellerfirma normalerweise Eisenbahnbrücken baut. Diese Brücke hier wird auch Lachssteg genannt. Irgendwie habe ich zwar noch nie gehört, dass man hier oben in der Sebnitz noch Lachse entdeckt hat, aber vielleicht sind früher die Lachse fitter als die heutigen gewesen.
Ein paar Meter, nachdem man den Bach überquert hat, erreicht man den Bahndamm der Bahnlinie Bad Schandau – Sebnitz. Hier geht es nach links auf der Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt auf dem Thümmelweg weiter. Sehr unterhaltsam ist es, die Sebnitz links des Weges zu beobachten, wie unterschiedlich sie sich den Weg abwärts bahnt. Was ich selber gerne mal sehen würde, Sebnitz_bei_der_Buttermilchmuehle_kleinwäre ein Biber oder gar die ganze Familie der Biber, die hier unten im Tal lebt. Aber dafür ist man doch meistens zu früh am Tage unterwegs und so bleibt nur Spurensuchen an den angeknabberten Bäumen. Ganz extrem kann man diese an der nächsten Zwischenstation auf dieser Wanderung entdecken. Dazu geht es nach ½ Kilometer nach links und dann über die nächste Brücke über die Sebnitz. Gleich hinter der Brücke stand bis zum Jahre 1985 die Buttermilchmühle. Kellergewoelbe_Buttermilchmuehle_kleinHeutzutage sind von den Gebäuden nur noch der Mühlgraben, ein paar Fundamente und ein Felsenkeller zu erahnen. Der Felsenkeller ist noch das am besten erhaltene davon. Hier wurden die Getränke der Gaststätte und, ganz ungewöhnlich zur damaligen Zeit, die Bananen für das Kinderferienlager gelagert. Der letzte Eigentümer, die Firma Minol, hatte eine Sondergenehmigung vom Rat der Stadt Sebnitz zum Bezug von Bananen für die Kinder erhalten. Das ist aus heutiger Sicht äußerst seltsam, aber damals gab es nicht einfach zu jeder Zeit im Supermarkt alle gewünschten Produkte. (Anm. d. Ehefrau: irgendwie komisch zu lesen, wie mein „West“-Ehemann, der es nicht selber erlebt hat, das geschrieben hat, aber es stimmt ja.)
Etwas mehr als 100 Meter hinter der Sebnitzbrücke erreicht man eine Kreuzung, an der nach links der Aufstieg nach Altendorf ausgeschildert ist. Markiert ist der Waldweg mit dem roten Strich roter Strich. Der sogenannte Mühlenweg führt zuerst durch einen ruhigen Wald und dann am Pinsenberg vorbei. Danach erreicht man eine große Wiesenfläche vor Altendorf und der Ausgangspunkt ist bald erreicht. Die Wanderung zum Mittelndorfer Bad ist keine besonders spektakuläre Runde durch die Sächsische Schweiz, aber sie bietet ein paar nette Aussichten und ganz besonders viel Ruhe.

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