Wolfsberg/Wolfsbach

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 5,75 h
Entfernung:
ca. 24,00 km
Höhenunterschied:
ca. 692 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
sehr lang
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Böhmische Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Hinterhermsdorf - Haus des Gastes - Oberdorf - gelber Strich - Schäferräumicht - Folgenweg - Heidelbach - Bammelweg - Zeidlerweg - Weißbachtal - Grenze - Hemmehübel - blauer Strich - Zeidler - roter Strich - gelber Strich - Berg Wolfsberg - Ortschaft Wolfberg - Aussicht - Radweg 3033 - Wolfsbach - grüner Strich - Touristenbrücke - Khaatal - Radweg 3032 - roter Strich - Grenzübergang Hinterdaubitz - roter Strich - Liebschenräumicht - Hinterdaubitzer Straße - Hinterhermsdorf - Neudorf - Neudorfer Straße gelber Strich - Haus des Gastes

Beschreibung:

Auf der Wanderung Umrundung Hinterhermsdorf war mir mehrmals ein einzelner Wanderer begegnet, der mich im Weißbachtal dann gefragt hat, ob ich denn wüsste, wie man von hier zum Vlčí Hora (Wolfsberg) kommen würde. Oh, dieser Berg erschien mir von der Stelle so weit entfernt, dass ich einfach keinen guten Rat hatte. Zu Hause erinnerte ich mich an die Frage. Also bin ich mit dem Finger über die Wanderkarten gefahren und musste mit Überraschen feststellen, dass es eine Entfernung ist, die man als Wanderer tatsächlich schaffen sollte. Wenn ich die Strecke nun schon theoretisch geplant habe, dann muss diese natürlich auch in der Praxis ausprobiert werden und hier kommt die passende Beschreibung dazu.
Der Startpunkt für diese Runde liegt in der Dorfmitte von Hinterhermsdorf. Von hier geht es rechts neben dem Erbgericht auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich aus dem Dorf heraus. Pfarhaus_Hinterhermsdorf_kleinNoch in der Ortschaft passiert man das Pfarrhaus und den sehr schön gestalteten Platz davor. Es ist sehr nett zu sehen, wie aus einem hässlichen Wendeplatz so etwas Verstecktes, aber sehr Hübsches werden kann. Hier haben die Kinder bestimmt viel Spaß, nass zu werden. Hoffentlich ist es mit dem Platz nicht so wie häufig, dass für die Anlage einmal Geld zur Verfügung gestellt , aber die Erhaltung dann schleifen gelassen wird.
Der gelbe Wanderweg führt durch die Senke namens Viehbigt in Richtung Weifberg bzw. Schäferräumicht. Schild_zum_Schaeferraeumicht_kleinDie Wanderung erfolgt hier nord-östlich von Hinterhermsdorf über eine leicht geschwungene Wiesenlandschaft und erst hinter dem Zugang zum Schäferräumicht geht es in den Wald. Nach einem schnurgeraden Stück von fast einem Kilometer biegt der markierte Wanderweg nach links ab und führt dann ordentlich den Hang wieder hoch. Der Hügel ist schon leicht irritierend, wenn man eigentlich davon ausgeht, dass man ins Weißbachtal absteigen möchte. Aber für die Überquerung der Kalkstraße muss man die Höhenmeter überwinden.
An der Kalkstraße kreuzen sich gleich mehrere Wege und eigentlich könnte man schräg nach links vorne weiterhin der gelben Wanderwegmarkierung folgen. Da die Wanderung aber so einige unmarkierte Waldwege beschreitet, geht es hier gleich mal geradeaus auf dem Waldweg weiter. Bei diesem Weg handelt es sich um einen der uralten Verbindungswege zwischen Hinterhermsdorf und Böhmen, der aber leider heutzutage fast nicht mehr bekannt ist. Noch kann man den Weg aber ganz gut im Wald erkennen und erst auf den letzten paar Metern vor dem Bachlauf verteilen sich die Wanderer und damit der sichtbare Pfad. Da es aber hier durch einen normalen Wald geht, findet man den Waldweg neben dem Weißbach sehr schnell. Wenn man Glück hat und die Richtung des alten Zeidlerweges richtig gedeutet oder gleich mit einem Bach_und_alter_Zeidlerweg_kleinWandernavigationssystem unterwegs ist, dann betritt man den Waldweg am großen Grenzstein Nr. 21. Am gegenüberliegenden Ufer plätschert ein kleiner Bach in den Weißbach und daneben ist der ursprüngliche Zeidlerweg noch zu erahnen. Ungefähr 100 Meter von dieser Stelle entfernt hatte mich der schon erwähnte Wanderer auf den Denkanstoß zu dieser Wanderung gebracht. Weit war also die Möglichkeit zum Wechsel ins böhmische Gebiet und damit der Weg zum Vlčí Hora (Wolfsberg) nicht entfernt gewesen.
Mit einem Satz oder einem bisschen Steinebalancieren ist man auf der gegenüberliegenden Bachseite angekommen und nach 50 Metern steht man an einem tschechischen Kernzonenschild. Wenn ich das Schild und die roten Ringe an den Bäumen richtig deute, dann hat man soeben gerade 50 Meter Kernzone illegal durchquert. An dem Nationalparkschild beginnt ein sehr gut sichtbarer Waldweg, der nach links hochführt. Nach ein paar hundert Metern kommt man an einen der typischen Nutzwälder in Tschechien, in dem die Fichten streifenweise gefällt werden. So ein Wald sieht zwar ganz hervorragend aufgeräumt aus, aber als reine Monokultur ist diese Waldform auch stark für Schädlinge anfällig und besonders ästhetisch ist so ein Wald auch nicht.
Die Wanderroute ist sehr einfach zu finden, da man einfach immer den breiteren Waldwegen folgt. Nach 1 ¼ Kilometer gabelt sich der Waldweg an einer ziemlich großen Wildfütterungshütte und man wählt für den weiteren Weg die rechte Richtung. Noch mal 350 Metern später gabelt sich der Weg erneut und auch hier wandert man nach rechts auf dem leicht abfallenden Waldweg weiter. Ein paar hundert Meter später wird der Wald verlassen und die Wanderung führt über eine schöne große Wildwiese. Bald wird ein ganz kleiner Wald auf der rechten Wegseite passiert und dahinter biegt man im spitzen Winkel nach rechts ab. Auch hier verläuft die Wanderung sehr schön weiter über die Wildwiesen und vorbei an ganz vereinzelt liegenden Häusern. Blick_Wolfsberg_von_Hemmehuebel_kleinEs handelt sich um die oberen Häuser von Kopec (Hemmehübel), von denen man sehr schön über das Tal rüber zum Vlčí Hora (Wolfsberg) blicken kann. Zwischen diesen Häusern und der eigentlichen Ortschaft wandert man auf der Zufahrt abwärts. Der Weg ist gewaltig hubbelig, was beim Wandern nicht ganz so stört, aber als Autofahrer würde ich mir schon Sorgen machen oder nur super vorsichtig fahren.
Gleich am Ortseingang (eigentlich ist es eher das Ende des Orts) von Kopec (Hemmehübel) passiert man eine Gaststätte, die durch ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis ziemlich beliebt bei den Deutschen ist. Die Wanderung führt auf der Dorfstraße entlang. Sehr ungewöhnlich sehen die flachen Wiesen rechts neben der Straße aus. Entweder war hier mal irgendein Betrieb mit massig Platzbedarf oder es sind einfach nur verlandete Mühl- oder Fischteiche. Zwischendurch verlässt man das bewohnte Gebiet, aber es geht weiter auf dieser Minilandstraße in Richtung Brtníky (Zeidler) bis zur Hauptstraße. Hier wandert man geradewegs auf ein ziemliches ehemaliges_Ferienheim_CEZ_Zeidler_kleingroßes Gebäude drauf zu. An dem heutzutage leeren Gebäude hängt eine verwitterte Tafel mit dem Text: Školské rekreační středisko; OPRAVÁRENSKÁ ZÁKLADNA; ČEZ; KONCERNOVÝ PODNIK; TEPLICE. Google sei Dank, lässt sich am heimischen Rechner herausfinden, dass der Text im Deutschen ungefähr folgendes bedeutet: Schule Ferienort; OPRAVÁRENSKÁ ZÁKLADNA; ČEZ; Konzern Werk; TEPLICE. Aha, es war also anscheinend mal ein Ferienheim von einer Konzernfiliale aus Teplice.
Auf der Hauptstraße geht es nach rechts bis zu der abknickenden Vorfahrtsstraße, wo man ein wunderbar schoenstes_Haus_in_Zeidler_kleinsaniertes Gebäude passiert, Allee_zur_Kapelle_von_Zeidler_kleindas heute als Heim benutzt wird. An der Vorfahrtsstraße geht es noch ein kleines Stück (150 Meter) geradeaus. An der Stelle, an der die beiden Wohnhäuser ohne Vorgarten gleich an der Straße stehen, biegt dahinter die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich nach rechts ab. Hier läuft man ganz besonders schnell vorbei, weil die paar Treppenstufen eher so aussehen, als wenn man in den Garten des Hauses kommt. Dann würde man aber einen ganz besonders interessanten Punkt auf dieser Wanderung verpassen. Beispiel_Jesusbild_bei_Zeidler_kleinNach einem leichten Innenansicht_kleine_Kapelle_Zeidler_kleinAnstieg stößt man auf eine ganze Allee mit Bildern aus dem Leben von Jesus. Die Bilder sind in 12 Sandsteinsäulen eingefasst und führen bis zu einer Kapelle. Leider kann man das Gebäude nur von außen und durch die gläserne Türe betrachten, aber trotzdem kann man sehr gut den sanierten Innenraum und den kleinen Altar erkennen. Gleich hinter der ersten Kapelle befindet sich eine etwas kleinere zweite Kapelle, an deren Stirnseite ein Bild mit dem aufgebahrten Jesus ist.
Die Sandsteinsäulen und die beiden Kapellen stehen auf einem langgezogenen Bergrücken, der jetzt auch bis zum Ende am Waldrand weiter bewandert wird. Hier ist mir die Wanderwegmarkierung irgendwie mal wieder verloren gekommen, aber wenn man sich schräg rechts hält, dann kommt man nach ein paar Metern auf einen Feldweg. Da man den Vlčí Hora (Wolfsberg) schon sehr deutlich vor sich sieht, ist es selbstverständlich, dass es auf dem Feldweg nach links weiter geht. Zuerst geht der Weg noch ein paar wenige Meter bergabwärts, um danach bis hinauf auf den Vlčí Hora (Wolfsberg) anzusteigen. Zwischendurch ändert sich noch die Wanderwegmarkierung in den gelben Strich gelber Strich, aber beim Vlčí Hora (Wolfsberg) ist es nicht besonders schwierig, den Aufstieg zu finden, da es sich um einen dieser typischen kegeligen Vulkanberge handelt. Kurz bevor man den Gipfel des Berges erreicht hat, kann man auch schon einen ganzen Klotz Basaltsäulen neben dem Aufstieg entdecken. Oben auf dem Gipfel lassen sich noch viel mehr dieser Basaltsaeulen_auf_dem_Wolfsberg_kleinSechsecke entdecken und sogar der Aussichtsturm ist auf einen ganzen Klotz davon gebaut worden. Turm_auf_dem_Wolfsberg_kleinUnten im Turm in einem wirklich kleinen Verschlag sitzt ein Herr, an den man einen Obolus für den Aufstieg entrichten muss. Im gesamten Treppenhaus hängen kleine Bilder von anderen Aussichtstürmen, über deren Vielfalt an Formen man staunen kann. Der Ausblick vom Turm ist wirklich sehr gut und hier ist auch deutlich zu erkennen, dass die Bäume um den Turm herum immer wieder gestutzt werden, damit die Aussicht nicht zuwächst. Daran könnte man sich auf deutscher Seite (z.B. am Winterberg) ein sehr gutes Beispiel nehmen.
Auf der gegenüberliegenden (südlichen) Seite des Vlčí Hora (Wolfsbergs) geht es wieder hinunter und am Waldrand in Richtung des bewohnten Gebietes der Ortschaft Vlčí Hora (Wolfsberg). Die Dorfstraße kreuzt bald die Hauptstraße, die man nur überquert und dann gegenüber weiter wandert. Nach ¼ Kilometer erreicht man eine Aussicht mit einer Erklärungstafel, von der man sehr schön auf das Lausitzer Gebirge blicken kann. Der Feldweg endet auf einem Querweg, den man nach rechts weiter wandert. Der Weg ist sehr angenehm zu gehen und man kann immer mal wieder nach rechts zum Vlčí Hora (Wolfsberg) blicken. Insgesamt führt der Weg fast 1 ½ Kilometer schnurgerade über die Höhe und erst am Ende kurz vor der Fahrstraße geht es abwärts.
Der Wanderweg endet auf dem offiziellen Fahrradweg mit der Nummer 3033 und führt nach links ins Tal des Vlčí potok (Wolfsbach). Weg_durch_das_Wolfsbachtal_kleinEigentlich sind die 3 Kilometer durch das Tal nicht besonders interessant, weil es nichts außer einem kleinem Bach und ein paar Felsen zu sehen gibt, aber trotzdem ist der Weg ganz angenehm und nach den vorangegangenen Höhenmetern sehr erholsam. Wolfsbach_kleinDer Vlčí potok (Wolfsbach) schlängelt sich zum Teil mit wildesten Schlenkern runter ins Tal und an mehreren Stellen sind sich die Felsen so nah, dass man für den Weg einige nachbearbeiten musste. Sehr seltsam sind auch die steinernen Säulen, die immer wieder rechts vom Weg stehen. Sie sehen aus wie alte Zaunsäulen, aber was machen die hier mitten im Wald? Vielleicht sind sie noch aus der Zeit, als Kühe im Wald gehalten wurden, oder war mal zwischendurch hier überhaupt kein Wald mehr und deshalb eine Weide?
Am Ende des Tals Vlčí potok (Wolfsbach) erreicht man den Rastplatz namens Turistický most (Touristenbrücke) an der Křinice (Kirnitzsch). Ab hier ist der Weg durch das Khaatal mit der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich  gekennzeichnet bzw. was in Tschechien meistens besser gekennzeichnet ist, sind die Radwege und deshalb die Radwegnummer 3032. Die Wanderung folgt der Křinice (Kirnitzsch) Randbefestigung_der_Kirnitzsch_im_Khaatal_kleinflussabwärts und hier kann man am Bachlauf immer wieder entdecken, dass der Bach früher anscheinend mit ganz vielen bearbeiteten Sandsteinklötzen geführt wurde. Im Gegensatz zum Tal des Vlčí potok (Wolfsbach) ist das Khaatal schon ein ganzes Stück breiter, aber trotzdem kann man immer mal wieder schöne Felsengebilde entdecken.
Insgesamt wandert man mal wieder 3 Kilometer, diesmal durch das Khaatal, um dann einen weiteren Rastplatz und den Grenzuebergang_am_Ende_des_Khaatals_kleinGrenzübergang zu erreichen. Hier wird die Kirnitzsch überquert und dann geht es noch ½ Kilometer in Deutschland an dem Bachlauf entlang. Dieses Teilstück von dem Grenzübergang bis zum Verlassen der Kirnitzsch ist ohne jegliche Wanderwegmarkierung, danach geht es nach rechts auf der deutschen Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich für 150 Meter weiter in Richtung Hinterhermsdorf. Da die Wanderung mit ihren 24 Kilometern meiner Ansicht nach lang genug ist, wird schon an der Kreuzung der markierte Wanderweg verlassen und nach links die langgezogene Hinterdaubitzer Straße hoch gewandert. Hinterhermsdorf wird im Ortsteil Neudorf erreicht und am Ende der Dorfstraße ist man im Zentrum und damit am Startpunkt der Wanderung wieder angekommen.
Eigentlich hätte ich vermutet, dass die Wanderung noch viel länger war, aber der andere Wanderer hatte Recht, dass man die Strecke ohne weiteres schaffen könnte. So wie ich die Route geplant und auch gewandert habe, gab es in der Mitte der Wanderung ein paar nette Aussichten, aber insgesamt waren ein paar sehr langgezogene Talstrecken enthalten. Die sind zwar wandertechnisch sehr angenehm, aber wenn man die Strecke alleine unternimmt doch ein wenig monoton.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Hinterhermsdorf Erbgericht mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Hinterhermsdorf Ortsmitte
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00€

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