Hochwasserschaden Sense

Im Juni 2016 gab es ein Unwetter in der Sächsischen Schweiz, bei dem bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von einem Tag heruntergekommen sind. Das Resultat war, dass einige Keller überflutet wurden und einige Bäche große Mengen Geröll z.B. ins Kirnitzschtal transportiert haben. An der Verbindungsstraße (Tiefer Grund oder auch Sense genannt) zwischen Hohnstein und Bad Schandau hat der sonst beschauliche Bach gleich an drei Stellen den Hang zur Fahrbahn weggespült.

Irgendwie war ich dann davon ausgegangen, dass so ein Schaden schnell behoben wird und die Straße nach ein paar wenigen Tagen wieder frei befahrbar wäre. Laut einem Artikel in der Sächsischen Zeitung im August 2016 sind 10 – 15 Schäden entdeckt worden und deren Reparatur sollte 2,4 Millionen kosten. Als Umleitungsstrecke wurde der Ziegenrücken und das Ab- und wieder Hochfahren auf der Hohnsteiner „Rennstrecke“ empfohlen. Das sieht auf einer Landkarte gar nicht so schlimm aus, wer aber die Strecke einmal gefahren ist, überlegt ernsthaft, ob es sich wirklich lohnt, den Umweg zu fahren und im Winter und an sonnigen Wochenenden verwirft man die Idee ganz schnell.

 Im Dezember 2016 war dann zu lesen, dass die Reparaturen noch im Jahre 2017 begonnen werden sollen und dann vermutlich bis Mitte 2018 fertig würden. Das hat mich dann doch ein wenig nachdenklich gestimmt und ich wollte mir ein Bild von den entstandenen Schäden machen. Das sehr Angenehme an der Vollsperrung ist, dass man fast ohne Störungen auf der Straße wandern kann. Ich habe den Weg von der Grundmühle hinunter nach Rathmannsdorf an einem verschneiten Wochentag unternommen und die erste Überraschung war, dass doch so einige Fahrspuren zu sehen waren. Je weiter ich nach unten kam, desto mehr Spuren einer Wendung waren auf der Straße zu sehen. Das lag einfach daran, dass der Schnee mit zunehmender Höhe mehr wurde. Praktisch lässt sich die Straße vollständig befahren.

Tatsächlich sind mir Hochwasserschaden_Sense_oben-1_kleinzwei größere Schäden aufgefallen, wo der Hang entweder bis zum Asphalt und in einem Fall bis unter den Asphalt weggespült ist. Das sieht schon mächtig aus, aber mich macht es sehr stutzig, dass so ein Schaden nicht provisorisch verfüllt werden kann. Hochwasserschaden_Sense_oben-2_kleinIch bin kein Straßenplaner oder wie auch immer man den Beruf nennt, aber mit zwei LKWs voller Felsmurmeln und einem Bagger sollte man die Straße an den beiden Stellen stabilisieren können und die Planungsphase bzw. die Zeit bis zum eigentlichen Reparaturbeginn würde den Betroffenen nicht so elend lange vorkommen.

Was mir bei meinem Hochwasserschaden_Sense_unten_kleinWanderzeitpunkt sehr komisch vorkam, war, dass mir zwei Fahrzeuge begegneten. Ein normaler PKW fuhr die Straße abwärts und ein großer Forsttraktor fuhr bergaufwärts. Nach den Spuren im Schnee ist auch mindestens ein LKW die Straße entlang gefahren. Wenn denn die Straße wegen Abrutschgefahr nicht befahren werden soll, dann sollte so etwas nicht zu sehen sein.

Ich hoffe schwer, dass die Straße nicht die nächsten 1 ½ – 2 Jahre noch gesperrt ist, aber eine Bausumme von 2,4 Millionen beinhaltet auch ein paar tausend Manntage Arbeit und so sind die Aussichten nicht gerade perfekt.

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