Böhmensberg

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 3,50 h
Entfernung:
ca. 11,00 km
Höhenunterschied:
ca. 220 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
immer, auch an Wochenenden empfehlenswert.
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Die Bastei;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Rathewalde - Parkplatz - Bruno-Barthel-Weg - gelber Strich - Basteistraße - Bruno-Barthel-Weg - Forstmeisterweg - Hutenweg - Hufenweg - gelber Punkt - Böhmensberg - Hohe Straße - Hohburkersdorf - Brückenstraße - blauer Strich - Hohburkersdorfer Rundblick - Rathewalde - Zum Rundblick - Zum Amselgrund - Kirche - Freibad - Bruno-Barthel-Weg - gelber Strich - Parkplatz

Beschreibung:

Ich bin schon einmal bei der Wanderung Breiter Stein über den Böhmensberg gestolpert und fand die Aussicht und den vollkommen unwesentlichen Aufstieg so schön, dass ich gleich mal meine Frau mit auf den Hügel schleppen musste. Damit es keine langweilige Wanderung (Hügel hoch – Hügel runter – fertig) wird, liegt der Startpunkt am Bruno-Barthel-Weg in Rathewalde. Hier geht es von der Ortschaft weg auf die Felder. Der Weg ist mit dem gelben Strich gelber Strich markiert und Ausblick_vom_Bruno_Barthel_Weg_Rathewalde_kleinbald passiert man eine Aussicht auf der linken Wegseite. Von hier kann man schön runter auf die Felsen und Tafelberge der Sächsischen Schweiz blicken. Das einzige Manko an dieser Aussicht ist, dass sich gleich auf der anderen Wegseite die Kläranlage von Rathewalde befindet und dabei könnten wir uns gut vorstellen, dass es zuweilen zu Geruchsbelästigungen kommt. Seltsamerweise mussten wir aber noch nie hier die Nase rümpfen, obwohl mindestens ein Becken ohne Abdeckung zu sehen ist.
Die Wanderung führt weiter auf dem Bruno-Barthel-Weg in Richtung Basteistraße. Netterweise ist diese Straße inzwischen mit einem separaten Fuß- und Radweg ausgestattet, so dass es relativ angenehm nach links weiter geht. Ungefähr nach 400 Metern biegt der markierte Wanderweg nach rechts ab. Bei diesem Weg handelt es sich um die versetzte Verlängerung des Bruno-Barthel-Weges, der immer noch sehr angenehm zu wandern ist. Nach einem ¾ Kilometer erreicht man ein Schild, auf dem ein bisschen zum Namensgeber des Weges erklärt ist. Herr Bruno Barthel (1885 – 1956) scheint eine wirklich besondere Persönlichkeit der Vordern Sächsischen Schweiz gewesen zu sein, da man seiner gleich an mehreren Stellen gedenkt. An dem Schild wird der Bruno-Barthel-Weg verlassen und man folgt dem Weg in Richtung Lohmen für 300 Meter, um hier wieder nach rechts abzubiegen. Der Weg ist sehr gut ausgebaut und seltsamerweise ausgeschildert mit Basteistraße und Parkplatz. Der Weg wird Forstmeisterweg genannt und ganz besonders fallen auf der rechten Wegseite einige uralte Grenzsteine auf. Gleich auf mehreren kann man die Jahreszahl 1815 lesen. Das ist doch irgendwie schon was besonderes, nicht nur, dass der Sandstein allen möglichen Witterungseinflüssen getrotzt hat, sondern dass die heute unnützen Markierungen bestehen bleiben.
Nach einem Kilometer auf einem sehr angenehm ruhigen Waldweg erreicht man die Landstraße zwischen Lohmen und unterer_Hutenteich_kleinRathewalde, die aber nur überquert werden muss, um gleich gegenüber wieder in den Wald zu verschwinden. Nach wenigen Metern fällt auf der rechten Seite ein großer Teich auf. Es ist der unterste Teich der Hutenteiche, die wie eine Perlenschnur hintereinander aufgereiht sind. Bei den Hutenteichen und dem Wald um den Bach Waldflößchen handelt es sich um ein Flächennaturdenkmal, das ganz besonders beliebt bei Amphibien ist. Das kann man ganz hervorragend zu den Laichzeiten entdecken. Dann ist in dem untersten Teich richtig viel Leben.
200 Meter hinter der Landstraße gabelt sich der Waldweg und für diese Wanderung hält man sich rechts. Der Weg führt schon bald auf eine schöne Wildwiese namens Huten heraus. Der Weg über die Wiese passiert einen Zipfel an Wald, an dem mehrere Schilder auf ein Wasserschutzgebiet hinweisen. Tatsächlich befindet sich in dem Waldausläufer ein Erdhügel mit einer Türe, was auf eine Wasserwirtschaftliche Einrichtung hinweist. Die Wanderung geht quer über die Wiese, um in der rechten hinteren Ecke wieder im Wald zu verschwinden. Der Hutenweg verläuft ½ Kilometer durch den Wald und passiert einen kleineren Teich, der aber durch glasklares Wasser auffällt. Obwohl ich den Teich schon mehrmals gesehen habe, macht er immer den Eindruck, als ob er nur gerade durch einen Regenschauer entstanden ist. Suedliche_Ansicht_Boehmensberg_kleinNachdem man den Wald wieder verlassen hat, geht es etwas steiler den Hang aufwärts. Der jetzt begangene Feldweg heißt Hufenweg und ist mit dem Wanderwegzeichen gelber Punkt gelber Punkt markiert. Auf der linken Seite kann man den unscheinbaren Böhmensberg schon sehen (der Hügel mit den drei Bäumen) und nach ½ Kilometer auf der gelben Wegmarkierung geht es nach links. Blick_vom_Boehmensberg_auf_Stolpen_kleinDer Berg bzw. eigentlich ist es eher ein Hügel ist schnell bestiegen und dafür, dass das so einfach ist, hat man eine sehr schöne Aussicht. Gipfel_vom_Boehmensberg_mit_Hochsitz_kleinFür die Sächsische Schweiz ist es zwar eine ungewöhnliche Aussicht, da man in eine ganz seichte Landschaft schaut, aber es sieht sehr nett aus und mitten drin liegt Stolpen mit der dazugehörenden Burg. Gleich oben auf dem Gipfel des Böhmensbergs steht ein Hochsitz und hier können wir uns gut vorstellen, wie der Jäger sitzt und sich über die Aussicht freut.
Die Wanderung führt wieder auf dem bekannten Weg herunter bis zum gelb markierten Wanderweg. Dieser wird aber nur überquert und dann geht es in Richtung Hohburkersdorf. Auf der rechten Seite befinden sich mehrere Hügel, die ulkiger Weise alle Hutberg heißen. Rolf Böhm hat das in seiner Wanderkarte Stolpen sehr pragmatisch gelöst, indem er die Hügel einfach durchnummeriert hat. Der Feldweg erreicht bald eine Kreuzung, an der es aber weiter in Richtung Hohburkersdorf geht. Auf der rechten Wegseite steht eine Bank unter einem größeren Baum, von der man noch mal eine schöne Aussicht in die Landschaft hat.
Danach geht es in die Ortschaft hinein. Hier fallen zuerst die großen Gehöfte auf der linken Straßenseite auf und dann die vielen kleineren Teich auf der rechten Straßenseite. Hier stehen immer wieder abwechselnd Pferde und Kühe. Die Wanderung führt unter der breiten Brücke, der ehemaligen Rennstrecke, drunter her, um dann gleich dahinter nach rechts abzubiegen. Die Straße steigt leicht an und endet auf der Rennstrecke. Diese muss man überqueren, was sich schlimmer anhört, als es denn wirklich ist. An dieser Stelle stehen ein paar Tempo 80 Schilder und außerdem kann man die Straße hier ganz gut überblicken, sodass es relativ leicht rüber geht. Gleich gegenüber beginnt der leichte Aufstieg auf den Hohburkersdorfer Rundblick, der mit dem blauen Strich blauer Strich gekennzeichnet ist. Angeblich soll am 28. Juni 1813 Napoleon zum Begutachten der Umgebung hier gewesen sein. Napoleonlinde_auf_Hohburkersdorfer_Rundblick_kleinOb das stimmt, können wir nicht beurteilen, aber was von hier oben auf jeden Fall auffällt, ist die wahnsinnige Aussicht in die Richtung der beiden Teile der Sächsischen Schweiz. Heutzutage steht zwar wieder einiges an Wald auf der Ebene, sodass man nicht alles überblicken kann, aber größere Truppenbewegungen konnte man bestimmt auch damals schon spitzenmäßig von hier aus erkennen. Zwischen den Linden des Hohburkersdorfer Rundblicks steht heutzutage ein großer Gedenkstein an die Toten der beiden Weltkriege.
Die Wanderung steigt auf der gegenüberliegenden Seite ab in Richtung Rathewalde. Sammlung_Sandsteine_Rathewalde_kleinSammlung_Granitsteine_Rathewalde_kleinAm Ortsrand befindet sich eine sehr schön gemachte Ausstellung zu unterschiedlichsten Gesteinen. Der Ort für diese Ausstellung ist sehr gut gewählt, da genau am Ortsrand die Grenze von der Lausitzer Platte (Granit) und dem Sandstein verläuft. Deshalb stehen hier vier unterschiedliche Stelen, die zum Teil das Thema Granit und Sandstein behandeln, aber auch Vulkanit und einstiges Leben im Stein.
Die Wanderung führt die Straße weiter herunter durch den Ort und auch über die kreuzende Landstraße. Hier muss man ein bisschen vorsichtig sein, da die Übersichtlichkeit an der Kreuzung wirklich zu wünschen übrig lässt. Da aber an der Stelle Tempo 30 ist, kommt man mit etwas Vorsicht trotzdem gut rüber. Auf der Straße Zum Amselgrund geht es sehr angenehm durch Rathewalde. Hier befinden sich auf der linken Straßenseite zwei schön angelegte Dorfteiche und auf der rechten Straßenseite erreicht man nach ½ Kilometer die Kirche. Es ist wirklich verwunderlich, dass die so schön aussehende Kirche im Ursprung aus dem Jahre 1647 ist. Zwischendurch ist die Kirche zwar 1860 noch mal umgebaut und 1971 renoviert worden, aber das hohe Alter sieht man ihr überhaupt nicht an.
An der Kirche biegt die Wanderung nach rechts ab und folgt der schon bekannten Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich. Die Wanderung passiert das sehr schön hergerichtete Freibad. Korbimkerei_in_Rathewalde_kleinDas Bad ist 2006 durch ein Unwetter ganz böse verwüstet worden und danach mit ganz besonders pflegeleichtem Edelstahl neu ausgestattet worden. Hier ist im Sommer richtig viel Leben drin und der Spaßfaktor lässt sich sehr gut an der Geräuschkulisse erahnen. aufgeklappter_Bienenstock_Rathewalde_kleinDie letzten paar Meter bis zum Ausgangspunkt erfolgen auf dem Bruno-Barthel-Weg. Kurz vor dem Ortsausgang befinden sich auf der rechten Straßenseite eine Obstwiese und einige Bienenstöcke. Gleich an der Straße steht auch eine Kiste, an der man das Seitenteil öffnen und den kleinen Bienen hinter einer Glasscheibe bei ihrer Arbeit zusehen kann. Dass hier eine Privatperson diese interessante Stelle zur Verfügung stellt, finden wir sehr gut und deshalb sollte man sich auf dem Privatgrundstück auch ordentlich benehmen.
Damit ist dann auch die Wanderung zu Ende gegangen und es war wirklich eine sehr schöne Runde, die eine ungewöhnliche Aussicht vom Böhmensberg und überraschend viel Ruhe bietet. Das einzige Manko ist, dass es nicht gerade eine typische Wanderung für die Sächsische Schweiz ist, da die Runde mehr im Bereich des Lausitzer Granit verläuft und dadurch fast keine Sandsteinfelsen zu sehen sind.

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