Felsensteig

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Karte:
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Dauer:
ca. 5,75 h
Entfernung:
ca. 13,00 km
Höhenunterschied:
ca. 680 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
festes Schuhwerk
sehr schmale Stelle
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad Treppen
Leiter
empfohlene Karten:
Nationalpark Böhmische Schweiz;
Nationalpark Böhmische Schweiz
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Zeidler - gelber Strich - Wolfsberg - roter Strich - Ortschaft Wolfsberg - Khaa - Felsensteig - Felsengasse - Khaatal - Feenhöhle - Aussicht - Zeidler

Beschreibung:

Die Wanderung Felsensteig ist dadurch entstanden, dass wir letztes Mal auf einer Wanderung mit Freunden aus Celle festgestellt haben, dass noch keiner von uns auf dem Vlčí Hora (Wolfsberg) gewesen war. Nach einer kurzen Internetrecherche stellte sich dieser Berg als besteigenswert heraus und so war das nächste gemeinsame Ziel bestimmt. Eigentlich sollte die Wanderung auch Wolfsberg heißen, aber ein späteres Teilstück der Strecke war noch viel überraschender und so wurde aus der Wolfsbergwanderung eine Felsensteigwanderung. Jetzt aber zur eigentlichen Beschreibung.
Den Startpunkt haben wir nach Brtníky (Zeidler) gelegt. Hier am wunderschönen Haus des Behindertenheims war der Treffpunkt und damit der Startpunkt der Wanderung. Jeder, der einmal durch Brtníky (Zeidler) gefahren/gewandert ist, kennt dieses auffällige Haus an der abknickenden Vorfahrtsstraße. Damit die Wanderung auch ordentlich startet, haben wir uns gleich mit dem ersten Schritt verlaufen. Das war schon eine Meisterleistung, da wir mit 4 Personen, zwei Navigationsgeräten und zwei Wanderkarten gleich mal die falsche Richtung eingeschlagen haben. (Schuld waren die Männer mit ihren Navigationsgeräten, die feste erzählend und nur hin und wieder mal einem Blick auf ihre Navis werfend jeden Einwand seitens der Frauen mit einem wegwerfenden „jaja, wir kommen gleich auf den richtigen Weg“ oder „die Richtung stimmt schon so“ abtaten! – Anm. d. Ehefrau)  Von der abknickenden Vorfahrtsstraße sind wir geradeaus gelaufen, wie auch auf der offiziellen Karte des Nationalparks Böhmische Schweiz eingezeichnet ist. Hier sollte eigentlich der markierte Wanderweg entlang gehen. Schade, da dieser in der Realität von der abknickenden Vorfahrtsstraße abbiegt. Wir hätten lieber mal die Wanderkarte von Herrn Böhm mitgenommen, dann wären wir auch richtig geführt worden. Das haben wir aber erst im Nachhinein festgestellt und so sind wir die leicht ansteigende Straße ungefähr 350 Meter entlang gewandert. Nach den 350 Metern kam uns das dann doch irgendwie seltsam vor und so sind wir nach rechts in den ersten möglichen Weg abgebogen.
Der Weg führte zuerst an einem alten Fabrikgelände entlang und schon nach wenigen Metern aus dem Ort heraus. Die Wanderung passiert zum ersten Mal die Bahngleise und es geht auf die Felder und Wiesen hinaus. Auf der rechten Wegseite kann man das erste Mal den Vlčí Hora (Wolfsberg) sehen. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man eine Fahrstraße, der wenige Meter nach rechts gefolgt wird, um dann gleich wieder nach rechts in einen Feldweg abzubiegen. Der Feldweg passiert nach ein paar Metern eine Minisiedlung, die anscheinend früher ein Bahnhof gewesen ist. Ein paar Meter hinter der Siedlung befindet sich ein weiterer Bahnübergang, der dann in die Richtung des Vlčí Hora (Wolfsberg) führt. Der Feldweg steuert geradlinig auf den Berg zu. Nachdem man den Waldrand erreicht hat, biegt nach links der gelb markierte Wanderweg gelber Strich ab.
Genau diese Kreuzung war im Ursprung auf unserer Wanderungsplanung der nächste Punkt und damit geht die Wanderung endlich wieder auf dem beabsichtigten Weg weiter. Basaltsaeulen_auf_Wolfsberg_kleinDie nächste Etappe ist der Aufstieg auf den Vlčí Hora (Wolfsberg). Auch wenn die Form des Berges sehr dem Rosenberg gleicht, so empfanden wir den Aufstieg doch als relativ angenehm. Basaltsaeulen_neben_Aussichtsturm_Wolfsberg_kleinSehr interessant sind auf dem Gipfel die vielen Basaltsäulen, die kreuz und quer aus der Erde ragen. Auf dem Vlčí Hora (Wolfsberg) befindet sich ein Wohnhaus und ein Aussichtsturm. Ohne den Aussichtsturm wäre der Vlčí Hora (Wolfsberg) einer dieser gemeinen Berge (wie zum Beispiel der Rosenberg), die man besteigt und dann aber keinerlei Aussicht hat, aber von diesem Turm kann man wunderbar in die Runde schauen. Um auf den Turm zu gelangen, muss man einen Miniobolus (Stand Anfang 2010: 0,70 €) entrichten. Aussichtsturm_vom_Wolfsberg_kleinBeim Aufstieg durch das Treppenhaus fallen einem die wahnsinnig vielen Bilder mit anderen Aussichtstürmen aus Tschechien auf. eine_Torte_Wolfsberg_kleinDas gesamte Treppenhaus und die Aussichtsplattform machen einen sehr gepflegten Eindruck. Sehr nett ist auch das Modell des Vlčí Hora (Wolfsberg) in der Form einer Torte. Rund um die Torte sind noch riesig viele Nah- und Fernziele aufgelistet. Zum Glück ist dieses kleine Kunstwerk unter Glas aufbewahrt, sodass es nicht beschädigt werden kann.
Die Wanderung führt auf der gegenüberliegenden Seite wieder den Berg hinunter. An der ersten Möglichkeit hält man sich rechts in die Richtung der Häuser (rote Wanderwegmarkierung roter Strich). Nach dem Erreichen der Häuser geht es auf der asphaltierten Straße weiter bergab. Links und rechts der Straße stehen ein paar vereinzelte Häuser, die in einem hervorragenden Zustand erstrahlen. Nachdem man die Häuser auf der linken Seite passiert hat, sieht man über einer Wiese eine Kirche, die irgendwie eine optische Täuschung ist. Die Kirche ist da, aber aus der Entfernung wirkt sie viel größer, als sie dann wirklich ist. Der Wanderweg steuert quer über die Wiese auf diese Kirche drauf zu. An der Hauptstraße angelangt, geht es ein paar Meter nach links, um dann am letzten Haus nach rechts weiterhin der roten Wanderwegmarkierung zu folgen. Hier sieht der Verlauf des Wanderweges ziemlich seltsam aus, da man das Gefühl hat, dass man direkten Weges in den Garten des Hauses in der zweiten Reihe geführt wird. Aber am Zaun des Grundstückes biegt der markierte Wanderweg nach links ab. Hier führt ein Pfad mit einem sehr angenehmen Gefälle runter ins Tal des Bächleins. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man einen Querweg, auf dem es nach rechts weiter bergab geht. Die Wanderwegmarkierung verlässt diesen Weg nach wenigen Metern nach links, die Wanderung geht aber unmarkiert weiter auf dem Weg geradeaus.
Nach 1,2 Kilometern erreicht die Wanderung die paar Häuser von Dlouhý Důl (Langengrund) und damit die Fahrstraße nach Kyjov (Khaa). Auf dieser Straße muss jetzt ein kleines Stück (¾ Kilometer) gewandert werden, aber zum Glück ist es nur eine der normalen Dorfstraßen mit ein paar wenigen Autos. Die Straße verläuft den größten Teil fast horizontal und erst an der Stelle, an der das Kyjovské údolí (Khaatal) nach rechts abzweigt, müssen ein paar Höhenmeter überwunden werden. Nach 200 Meter leichtem Anstieg auf der Straße erreicht man eine Schule auf der rechten Straßenseite. Hier verlässt die Wanderung die Straße und es geht rechts neben dem Schulgebäude auf der gelben bzw. grünen Wanderwegmarkierung grüner Querstrich weiter. Gleich hinter der Schule befindet sich ein uralter deutscher_Friedhof_in_Khaa_kleinFriedhof, wo man bis auf ganz wenige Ausnahmen nur deutsche Namen findet. Man kommt man schon ziemlich ins Grübeln, wenn man weiß, dass es heutzutage dort nur noch wenige Leute mit deutschen Namen gibt. Ziemlich traurig ist, wenn man Erzählungen von Zeitzeugen hört, wie die damaligen Bewohner der Region in ganz kurzer Zeit (innerhalb weniger Stunden) ihr Hab und Gut verlassen mussten. Wir stellen es uns schrecklich vor, wenn man sein Haus und alles so verlassen muss. Was würde man wohl selber einpacken, wenn es hieße, in zwei Stunden seid ihr raus?
Hinter dem Friedhof beginnt ein äußerst interessanter Wanderpfad. Dieser Felsensteig soll schon im Jahre 1884 vom „Gebirgsverein für das Khaatal“ angelegt worden sein. Der Weg ist ziemlich abwechslungsreich. Nicht nur, dass es auf einem schmalen Pfad entlang geht, zwischendurch muss man mal durch das Hoellentor_kleinHöllentor und die Loewenhoehle_kleinLöwenhöhle, über den Bach Käsewasser und auch mal hoch auf die Aussichten Brüdersteine und Fahnelstein. Der Fahnelstein ist ziemlich einfach zu erkennen, da auf ihm eine kleine Eisenfahne steht. Hier kann man mit einem kleinen bisschen Klettern hinauf gelangen. Die große Überraschung passiert, wenn man die paar Stufen bis zum Gipfel hoch kraxelt. Sobald man den Bergsattel erreicht hat, stellt man fast, dass es auf der anderen Seite ein riesiges Stück (vielleicht waren es 50 Meter) senkrecht abwärts geht. Ich bin auf den Felsen hochgekrabbelt und habe dann auch ganz schnell den Rückzug eingeleitet. Das war einfach zu viel für ein Wanderergehirn.
Nach diesem sehr abwechslungsreichen Weg über den Felsensteig gelangt die Wanderung wieder ins Kyjovské údolí (Khaatal), das dann nach links weiter verfolgt wird. Das Kyjovské údolí (Khaatal) ist eigentlich ein nettes Tal, das sich aber ziemlich lang hinzieht und sich zu einer der Lieblingsstrecken der tschechischen Radfahrer entwickelt. Die Wanderung folgt der Křinice (Kirnitzsch) einen ¾ Kilometer, bis nach rechts die erste Brücke über den Bach führt. Auf der gegenüberliegenden Bachseite geht es eigentlich leicht ansteigend aufwärts. Warum auch immer man hier ein Geländer mit einer Eisenkette angebracht hat, verstehen wir eigentlich nicht, aber vielleicht liegt es daran, dass dieser Aufstieg im Winter ganz besonders beliebt ist. Feenhoehle_mit_Teelichtern_und_Tropfen_kleinAm Felsenfuß befindet sich nämlich die Jeskyně víl (Feenhöhle), in der sich im Winter riesig viele Eis-Stalaktiten und -Stalagmiten bilden. Damit diese dann auch noch auf Fotos besonders schön aussehen, werden anscheinend häufig Teelichter hinter die Eiszapfen gestellt und schon leuchtet die Höhle wirklich zauberhaft. Im Internet befinden sich schon einige Bilder von dieser sehr schön leuchtenden Höhle, nur leider haben wir bis heute noch kein Foto von der winterlichen Jeskyně víl (Feenhöhle). Wir waren zu einer wärmeren Jahreszeit im Kyjovské údolí (Khaatal) und so tropfte es nur an allen Stellen und einige hunderte Teelichter bzw. die Schälchen davon standen in der Höhle herum.
Damit es nicht zu langweilig wird, sind wir dann durch die Schlucht an der Jeskyně víl (Feenhöhle) weiter aufgestiegen. Der Weg ist einfach zu gehen und man kann sich ganz sicher nicht verlaufen. Nachdem man oben auf der Ebene ankommt, hält nach sich leicht links und erreicht bald einen Forstweg. Diesem folgt man nach links. Auch wenn der Wanderverlauf in diesem Bereich auf einer Karte seltsam aussieht, da er in einem großen Halbbogen verläuft, so ist die Wanderstrecke sehr einfach zu finden, da man immer dem breit ausgebauten Forstweg folgt. Sandstein_Gleitspiegel_kleinAuf dem Weg passiert man eine Informationstafel zu den sogenannten Gleitspiegeln mit einem sehr interessanten Anschauungsobjekt. Bei diesen Felsen handelt es sich um Sandsteinblöcke bzw. -flächen, die spiegelglatt sind. Dieses ungewöhnliche Aussehen entsteht, wenn unterschiedliche Felsen übereinander geschoben werden, so z.B. die Sandsteinschicht über die Granitschicht der Lausitzer Verschiebung.
Die Wanderung führt durch einen typischen böhmischen Nutzwald und erreicht nach etwas mehr als 1 ½ Kilometern die Waldgrenze und damit die bewohnten Gebiete vor Vlčí Hora (Wolfsberg). Hier stehen ein paar vereinzelte Häuser, die einen schönen Blick auf den Vlčí Hora (Wolfsberg) haben. (Irgendwie hört sich das komisch mit den beiden Wolfsbergen an. Man muss unterscheiden zwischen dem Berg Vlčí Hora (Wolfsberg) und der Ortschaft Vlčí Hora (Wolfsberg) am Fuße des Berges.) Durch das Tal zwischen dem aktuellen Standort und dem Berg Vlčí Hora (Wolfsberg) wirkt der Berg noch ein Stück imposanter und in der laubfreien Jahreszeit ist der boehmischer_Wolfsberg_kleinAussichtsturm auch in seiner vollen Größe gut zu erkennen. Nach ½ Kilometer biegt an einer schönen Aussicht mit Bank ein Weg nach links ab. Diesem abfallenden Weg folgt man, um dann nach 1 ½ Kilometern auf die Straße zwischen dem Berg Vlčí Hora (Wolfsberg) und Brtníky (Zeidler) zu gelangen. Hier könnte man entweder die letzten paar Meter bis Brtníky (Zeidler) auf der Straße entlang wandern oder nach wenigen hundert Metern nach links über den Feldweg noch einen kleinen Schlenker einlegen. Über den Weg geht es noch ein paar wenige Höhenmeter aufwärts, um noch einen Blick über Brtníky (Zeidler) zu erhalten und dann nach rechts auf dem grün markierten Wanderweg grüner Strich in die Ortschaft herabzusteigen.
Die Wanderung war in den größten Teilen sehr interessant. Ganz besonders war natürlich der Vlčí Hora (Wolfsberg), die Felsengasse bei Kyjov (Khaa) und die Jeskyně víl (Feenhöhle). Nur das letzte Stück der Wanderung war dann doch ein bisschen langatmig, aber leider lässt sich das für diese Runde nicht ändern bzw. wir haben nichts Besseres entdeckt. Durch eine sehr nette Wanderergruppe war es aber eine sehr gelungene Tour und hat uns mal wieder in fremde Wandergebiete geführt, die wirklich lohnenswert waren.

Ein Gedanke zu „Felsensteig“

  1. Liebe Familie Geier,

    eine Empfehlung wäre im Moment die Feenhöhle und vorher der Weinkeller im Khaa- Tal. Da kann man dann sehr schöne Eisfotos machen, und man versteht auch, warum es ohne die Eisenketten am Hang gar nicht geht.
    Wir waren gestern da, und es war einfach schön!
    Kleiner Tipp: Teelichter mitnehmen!

    Viele Grüße und danke für viele schöne Wander- Anregungen
    Ursula Range
    Dresden, den 23.1.16

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