Frinzberg

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Karte:
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Dauer:
ca. 2,50 h
Entfernung:
ca. 8,00 km
Höhenunterschied:
ca. 465 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Kletterabschnitte
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Brand – Hohnstein;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Polenztal - Frinzthalmühle - roter Punkt - Waltersdorfer Mühle - Schulzengrund - roter Strich - Brandstraße - Brand - blauer Strich - obere Brandstufen - Frinzberg - untere Brandstufen - Tiefen Grund - Polenztal - Frinzthalmühle

Beschreibung:

Die Wanderung zum Frinzberg ist dadurch entstanden, dass ich mal wieder mit dem Finger auf den Wanderkarten von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) herumgefahren und auf dem Frinzberg an einem Symbol einer „Alten Burgstätte“ hängen geblieben bin. Sollte es auf dem Ausläufer vor der Brandaussicht eine alte Ruine geben? Das muss natürlich gleich mal untersucht werden. Der günstigste Startpunkt ist der Wanderparkplatz am Ende des Polenztals vor der Frinzthalmühle. Hier bietet sich ein kleiner Schlenker zu einem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte an. Dazu geht es ein paar wenige Meter auf der Fahrstraße bachabwärts und dann gleich auf das Gelände der ehemaligen Frinzthalmühle. Heutzutage sind hier einige unterschiedliche Firmen angesiedelt, so dass es gar nicht auffällt, wenn man über das Gelände wandert. Nach etwas weniger als 200 Metern befinden sich auf der linken Seite ein paar Garagen, die aber in einigem Abstand von der Felswand stehen. Die Garagen kann man auf der rechten Seite umrunden und dahinter ist ein deutlich sichtbarer Stolleneingang. Stollen_Schwalbe_3_Mondstein_Polenztal_kleinGenau solche Stollen sind im Elbtal bei der Ortschaft Strand in großer Menge zu finden. Im Dritten Reich sollten darin Mineralölfabriken entstehen. Alle diese Bauvorhaben wurden seinerzeit unter seltsamen Decknamen geführt und so hießen die Stollen an der Elbe Schwalbe 2/Eisenrose und hier im Polenztal Schwalbe 3/Mondstein. Im Gegensatz zu den Stollen an der Elbe handelt es sich im Polenztal aber nur um einen einzelnen 15 Meter langen Gang. Zum Glück ist in diesem Fall das Kriegsende schneller da gewesen, als dass hier noch viele KZ-Häftlinge bis zur Erschöpfung schuften mussten.
Die Wanderung führt über das Gelände der Frinzthalmühle und verlässt dieses im hinteren Teil wieder. Hier ist zwischen dem bebauten Gelände und dem Polenztalweg ein Zaun, der aber ein großes Tor und so einige Löcher neben der letzten großen Halle enthält.
Von hier geht es in das Polenztal hinein. Der Wanderweg ist mit dem roten Punkt roter Punkt markiert. Schon auf den ersten Metern ist man eigentlich ganz nah am Ziel der Wanderung, dem Frinzberg, aber praktisch liegen ziemlich genau 100 Höhenmeter dazwischen. Eine Abkürzung nach rechts den Hang hoch wäre vielleicht möglich, aber dann würde die Wanderung doch einige sehr schöne Stellen verpassen. Flussrechen_in_der_Polenz_kleinNach ein paar Metern durch das Polenztal erreicht man auf der linken Wegseite einen Flussrechen. Da der Bachlauf nach den Nationalparkregeln nicht mehr von Treibholz und umgefallenen Bäumen bereinigt wird, hat man hier zum Schutze der nachfolgenden bewohnten Gebiete einen Auffangzaun in die Polenz gestellt. Dieses Bauwerk ist wirklich stabil geraten und sollte bei geeigneter Pflege seine Arbeit wirklich gut verrichten.
Die Wanderung folgt weiterhin dem markierten Wanderweg durch das Polenztal, bis die Wanderwegmarkierung nach links abbiegt. Man könnte der Wegmarkierung zwar auch folgen, aber der schönere Weg verläuft auf der rechten Bachseite (von unten gesehen). Zumindest kommt hier noch etwas Interessantes neben dem Forstweg. Nach etwas weniger als einem Kilometer befinden sich mächtige Betonklötze zwischen dem Weg und der Polenz. Dies sollen Fundamente für die soeben erwähnte Treibstoffproduktion sein. Auch wenn sich die Natur inzwischen das gesamte Gebiet wieder zurück erobert hat, so wird es vermutlich noch Jahrhunderte dauern, bis auch diese massiven Reste verschwunden sind. Vielleicht nimmt sich der Nationalpark der Problemstelle an. Auf jeden Fall kann ich mir kaum jemanden vorstellen, der in diesem Fall dagegen protestieren würde.
Polenztalbruecke_an_der_Waltersdorfermuehle_kleinFahrbahn_Polenztalbruecke_an_der_Waltersdorfermuehle_kleinDie Wanderung erreicht bald die uralte Brücke (Baujahr 1898) an der Waltersdorfer Mühle, die aber nur passiert wird, um dann nach rechts den Aufstieg zur Brandebene zu beginnen. Die Wanderung ist ab dem Aufstieg mit dem roten Strich roter Strich markiert und im Verhältnis zu den Brandstufen ein wirklicher Spaziergang. Auch hier müssen etwas mehr als 130 Höhenmeter überwunden werden, Inschriften_von_Wegbauern_am_Schulzengrund_kleinaber das geht durch den Schulzengrund wirklich sehr angenehm. Nach 200 Metern leichtem Aufstieg befindet sich auf der rechten Wegseite gleich neben dem Weg eine größere Felsmurmel, in die einige seltsame Zeichen eingeritzt sind. Dabei soll es sich um Arbeitsgeräte von Wegbauern handeln, was mit einem kleinen bisschen Fantasie sein könnte. Erst mit den letzten paar Metern des Aufstieges wird es etwas steiler und dann ist schon die Brandstraße erreicht.
Als Wanderweg mag ich eigentlich die Brandstraße nicht besonders, aber auf dieser Wanderung ist es auch gerade mal ¼ Kilometer nach rechts und schon ist die tolle Brand-Aussicht erreicht. Häufig wird diese Aussicht auch „Balkon der Sächsischen Schweiz“ genannt und wir finden das gar nicht übertrieben, da man vom Geländer eine wirklich schöne Aussicht über das Polenztal hinweg auf die Tafelberge der Sächsischen Schweiz hat.
Bevor sich die Wanderung aber an den Abstieg macht, kann man sich in der neuen Gaststube der Brandbaude ( www.brand-baude.de) noch einmal stärken. Dann geht es weiterhin auf der roten Wanderwegmarkierung die Brandstufen hinunter. Insgesamt soll es sich um etwas mehr als 850 Stufen handeln, aber die Wanderung macht eine kleine Unterbrechung am Felsfuß. Hier tritt man aus der Felsenschlucht in einen Bergsattel, an dem deutlich sichtbar ein Pfad geradeaus weiter verläuft. Salzlecke_von_1810_kleinNach wenigen Metern erreicht man eine Salzlecke aus dem Jahre 1810. Der Pfad führt mindestens bis zu dieser Stelle. Danach fängt eine kleine Erkundungstour an. Dazu geht man einfach weiter geradeaus und steigt leicht nach links den Hang hinauf. Der Pfad ist hier nicht besonders gut zu finden, aber spätestens, wenn man auf der ersten Ebene steht, ist er wieder sichtbar. Der Pfad schlängelt sich über drei Felserhebungen mit den dazwischenliegenden Einkerbungen. Praktisch muss man diesem Pfad einfach nur in die südliche Richtung folgen und nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man die gut sichtbare Höhle. Frinzberg_obere_Hoehle_kleinDass diese Höhle entweder komplett oder in großen Teilen künstlich ist, kann man auch als Normalsterblicher mit ein Paar offenen Augen erkennen. Oberhalb des Eingangs ist in den Felsen der Name Maria eingeritzt, wobei wir aber glauben, dass es sich dabei um ein späteres Werk handeln muss. Die vermuteten Bewohner hätten diesen Namenszug nicht so  geschrieben. Beim Frinzberg handelt es sich um eine ehemalige Vorburg der Burg Hohnstein, die auch schon unter mehreren anderen Namen (z.B. Frindsberg und Frintzbergk) im 15. Jahrhundert (urkundlich im Jahre 1456) erwähnt wurde. Die Burg Frinzberg Frinzberg_untere_Hoehle_kleinbestand aber aus zwei Höhlen und der zweite ausgearbeitete Raum befindet sich ein paar Meter unterhalb der ersten Ebene. Dazu steigt man die ersten paar Meter (ca. 8 Höhenmeter) von der Ebene ab und geht dann nach rechts. Nach wenigen Metern erreicht man eine zweite Höhle, die größer und tiefer als die erste ist. Nur dadurch, dass sie nicht ganz so extrem ausgebaut worden ist, fällt sie weniger auf.
Von hier aus geht es auf den Rückweg. Dazu muss man über den gleichen Pfad zurückfinden. Treppen_auf_dem_Frinzberg_kleinNetterweise haben die damaligen Burgbewohner an mehreren Stellen ein paar Stufen in den Felsen gearbeitet und so ist das Auf und Nieder doch ganz angenehm. Insgesamt muss man drei Mal auf Felsen hochsteigen. Bei der mittleren Erhebung führen jeweils Pfade links und rechts herum, aber das einzige Weiterkommen führt oben über die Ebene. Hier steigt eine Treppe in einer kleinen Felsspalte aufwärts. Überraschend schnell ist wieder die Salzlecke erreicht und es geht über den zweiten Teil die Brandstufen in den Tiefen Grund abwärts.
Über die Brandstufen und auch im Tiefen Grund folgt man der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich weiterhin. Bis vor wenigen Jahren verlief der markierte Wanderweg ziemlich hässlich über die Fahrstraße, aber netterweise ist inzwischen ein Pfad neben dem Bachlauf angelegt worden. Dass dieser Weg natürlich nicht ganz so eben wie die Fahrstraße ist, sollte jedem klar sein, aber dafür wird man maximal durch die Fahrzeuggeräusche gestört. Am Ende des Pfades erreicht die Wanderung den Ausgangspunkt an der Frinzthalmühle.
Wanderungen im Bereich des Polenztals und der Brandscheibe sind immer wieder sehr schön und auch diesmal ist es so gewesen. Mir hat die Wanderung zum Frinzberg so gut gefallen, dass ich sie zuerst mit meiner großen Tochter, anders herum als die beschriebene Wanderung, unternommen habe und kurze Zeit später noch mal mit meiner Frau so wie beschrieben. Auch beiden Mitwanderinnen hat es sehr gut gefallen und so wird dieser Insidertip weiterempfohlen.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Porschdorf mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Polenztal Frinzthalmühle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

Ein Gedanke zu „Frinzberg“

  1. Heute bin ich bei 30°C in Dresden aufgebrochen um die Tour zum Frinzberg zu machen. Kühle 27°C erwarteten mich beim Start im Polenztal. Ein sehr schöner Weg auf der Talsole immer an der Polenz entlang. Ruhe und sehr wenige Wanderer. Der Schulzengrund war bei dieser Hitze schon etwas anstrengend, aber die Natur ist wunderschön und so war der Anstieg schon vergessen.
    Leider habe ich am Frinzberg die beiden Höhlen nicht gefunden. Bin eine Weile herumgeirrt und dann kam auch noch das angekündigte Gewitter. Also bin ich Richtung Parkplatz gelaufen. Das Gewitter hat sich nicht entladen und ich habe mir vorgenommen wieder zu kommen nachdem ich den Weg besser erkundet habe.

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