Hölle

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivpositiv
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,50 h
Entfernung:
ca. 7,50 km
Höhenunterschied:
ca. 402 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
Kletterabschnitte
festes Schuhwerk
witterungsbedingt schwierig
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen und Hühnerleitern Leiter
Klettern mit Klammern
empfohlene Karten:
Schrammsteine – Affensteine;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Kirnitzschtal - Nasser Grund - Eulentilke - grüner Punkt - Untere Affensteinpromande - Häntzschelstiege - Obere Affensteinpromenade - Höllenwand - Hölle - Höllweg - grüner Punkt - Zeughausweg - Jordangrund - Nasser Grund - Kirnitzschtal

Beschreibung:

Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass ein Bekannter meinte, der schönste Platz der gesamten Sächsischen Schweiz wäre die Höllenwand. Ich kannte zwar die Schlucht Hölle und die Wilde Hölle, aber eine Höllenwand war mir unbekannt. Wenn schon jemand Erfahrenes von dem schönsten Platz spricht, dann ist das die direkte Aufforderung, die Stelle sofort aufzusuchen. Als Wandertermin hatte ich mir den Maifeiertag ausgesucht, was sich gleich bei der Parkplatzsuche als äußerst nachteilig herausstellte. Obwohl ich schon vor 10:00 Uhr im Kirnitzschtal war, gab es im Bereich Nasser Grund/Beuthenfall keine Parkplätze mehr. Na, das fing ja gut an. Unser Auto habe ich dann auf den letzten freien Parkplatz unterhalb der Hohen Liebe abgestellt und bin die paar Meter bis zum eigentlichen Startpunkt am Nassen Grund über den Flößersteig gewandert. Von hier ging es erst mal sehr angenehm den Berg hoch, bis nach links der erste breitere Waldweg abbiegt. Die sogenannte Eulentilke führt mit leichter Steigung bis auf die untere Affensteinpromenade. Dieser breite Forstweg ist mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert und es geht nach links. Die Wanderung folgt der Wanderwegmarkierung etwas mehr als ½ Kilometer. Blick_von_Affensteinpromenade_auf_Brosinnadel_kleinAuf diesen paar Metern kann man gleich zweimal von dem Weg nach vorne auf Ausläufer der Affensteine blicken. Blick_von_Affensteinpromenade_auf_Blossstock_kleinZuerst ist es die Brosinnadel und dann der Bloßstock. Am Ende des geraden Stücks vor dem Bloßstock befindet sich rechts im Besucherlenkungszaun ein Kletterzugang mit dem kleinen grünen Schild, das auf die Häntzschelstiege hinweist. Die Häntzschelstiege soll das nächste Ziel der Wanderung sein. Dazu steigt man den Hang hoch. Die Häntzschelstiege ist die bekannteste Kletterstiege der Sächsischen Schweiz und so ist sie auch gleich mit mehreren Schildern markiert. Der Text des Schildes ist: „Häntzschelstiege; Nur für Geübte; Empfehlung: Selbstsicherung für Kinder; Begehen nur im Aufstieg.“ Als ich am unteren Ende der Stiege ankam, wusste ich, wo die ganzen Parkplatzbenutzer aus dem Kirnitzschtal waren. Da ich mir aber in den Kopf gesetzt hatte, dass ich an dem Tag den unteren Teil der Stiege bewältigen wollte und nur 15 Leute vor mir standen, habe ich mich in die Schlange eingereiht. Eine Dame an zweiter Position kletterte ein kleines Stück hoch und dann verließ sie der Mut. Also musste sie wieder an den anderen Kletterern vorbei zurück. letztes_Stueck_untere_Haentzschelstiege_kleinEin kleiner Junge (ich würde ihn auf 10 Jahre schätzen) kletterte mit Heulen und Gezeter an der Hand seines Vaters um die Felsmurmel der Häntzschelstiege. Warum tun Eltern ihren Kindern und der restlichen Umwelt so etwas an? Nach einer Wartezeit von insgesamt 20 Minuten durfte ich dann endlich auch an den Aufstieg. Auch wenn ich die Häntzschelstiege mit vielen anderen teilen musste, so war die kleine Klettereinlage wieder mal sehr gut.
Auch weiter nach oben war wieder eine Schlange vor dem Zugang der Oberen Häntzschelstiege, aber das Elend habe ich mir nicht angetan, da die geplante Wanderung nach rechts auf der Oberen Affensteinpromenade weiter gehen sollte. Der Pfad schlängelt sich nett auf dem Felsband entlang. Gleich auf den ersten Metern muss man mal ein kleines Stückchen über ein paar Felsen klettern, aber wer die Häntzschelstiege schafft, für den ist dieser Hindernisparcours kein Problem. Kletterer_Zwillingsstiege_kleinGleich nach der ersten Felsumrundung empfiehlt es sich, auf die gegenüberliegende Felswand bzw. runter zum Felsfuß zu sehen. Hier beginnt die Zwillingsstiege und auch hier waren am Maifeiertag ausreichend Kletterer unterwegs. Nach einer Umrundung des Talkessels wurde ich noch mal an den kleinen Jungen erinnert, der jetzt anscheinend mit seinen Eltern oben aus der Häntzschelstiege herauskam und den großen Schritt auf die andere Felsseite unternehmen musste. So ein armseliges Gejaule kann einem schon wirklich Leid tun. Hinter der nächsten Kurve verstummten die Geräusche aber wieder und die Wanderstrecke ließ sich wieder ungestört genießen. Die Obere Affensteinpromenade passiert den Zugang zur Wilden Hölle und der Aussicht Carolafelsen. Diese Aussicht kann man diesmal getrost auslassen, da tatsächlich die Aussicht von der Höllenwand ganz ähnlich bzw. sogar besser ist. Um zu diesem schönen Punkt zu gelangen, geht es noch ca. ¼ km hinter der Wanderwegkreuzung weiter auf der Affensteinpromenade, um diese an dem Hinweisschild „Schrammsteine; Wilde Hölle, Kirnitzschtal od. Carolafelsen“ zu verlassen. Hier geht es nach rechts, ohne jeglichen Hinweis, auf einem gut sichtbaren Pfad weiter. Hoellenwand_kleinRechts neben diesem Pfad steht ein einzelner auffälliger Felsen im Wald. Wenn man sich auf dem Pfad leicht links hält, dann erreicht man die Höllenwand und auf ihr kann man ganz hervorragend bis zu der vorderen Aussicht wandern. Der Untergrund ist ziemlich hubbelig, aber ohne hinderliche Felseinschnitte, so dass man den Weg von etwa 350 Metern unbedingt unternehmen sollte. Schrammsteine_Falkenstein_von_Hoellenwand_kleinDie vorderen Ausläufer der Höllenwand sind tatsächlich ein ganz besonders schöner Platz der Sächsischen Schweiz. Man hat eine sehr schöne Panoramaaussicht mit der Schrammsteinkette, dem Falkenstein, der Hohen Liebe und den Dörfern an der Hohen Straße. Und was das Beste im Gegensatz zum Carolafelsen ist: hier sind nur sehr wenige Wanderer und es herrscht eine wunderbare Ruhe.

Panorama_Hoellenaussicht_klein

Nach dieser tollen Aussicht geht es wieder über die Höllenwand zurück, bis hinter der Felswand der erste Weg nach links vom Felsen absteigt. Da hier in dem Bereich alles mögliche irgendwie Hölle heißt, handelt es bei dem Abstieg um die „Hölle“. Wenn so die Hölle aussieht, dann ist der Platz darin doch gar nicht so schlimm. Der Weg durch die Hölle scheint schon sehr alt zu sein und seit den Anfängen des Tourismus in der Sächsischen Schweiz benutzt zu werden. In den seitlichen Felswänden stehen unterschiedlichste Jahreszahlen. So habe ich die Zahlen 1877, 1869 und sogar 1825 entdeckt. Auch sind deutliche Felsbearbeitungen zu sehen. Der Abstieg durch die Hölle erreicht am Felsfuß wieder die bekannte untere Affensteinpromenade. In dem Bereich heißt der Forstweg aber Zeughausweg und dem wird nach links ¼ Kilometer gefolgt. Hier biegt nach rechts der erste mögliche Abstieg ab. Der Pfad durch den Jordanweg ist angenehm zu gehen und führt bis in den sehr gut ausgebauten Nassen Grund. Warum auch immer der Grund so heißt, heutzutage fällt es nicht mehr so besonders auf, dass es hier auffällig feucht wäre. Wenn man weiterhin bergabwärts wandert, erreicht man sehr leicht den Ausgangspunkt der Wanderung und damit ist eine wirklich tolle Runde zu Ende gegangen. Die Empfehlung zur Hölle bzw. Höllenwand war wirklich spitzenmäßig und wenn man dann noch eine Wanderzeit wählt, die nicht ganz so viele Besucher beinhaltet, dann handelt es sich um eine der schönsten Wanderungen der gesamten Sächsischen Schweiz.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Straßenbahn bis zur Haltestelle Nasser Grund mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Nasser Grund
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.