Luchsstein

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 3,00 h
Entfernung:
ca. 9,00 km
Höhenunterschied:
ca. 359 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
leicht
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Hinterhermsdorf und die Schleusen;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Hinterhermsdorf - Buchenparkhalle - Waldhusche - roter Strich - Aschehübelweg - Lindigtstraße - Lindigtgründel - Kirnitzschtal - Stimmersdorfer Weg - Katzschners Gründel - Raumbergweg - Raumbergbörnel - Brückengrund - grüner Strich - Lindengründe - Luchsstein - Ziegengrund - ehemalige Ziegengrundbrücke - Nickelsbergweg - Finsterwäldchenweg - Alte Böhmer Straße - Höllstraße - grüner Punkt - Hinterhermsdorf - Buchenparkhalle

Beschreibung:

Ich hatte auf der Hinterhermsdorfer Wanderkarte von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) einen kleinen Eintrag namens Luchsstein entdeckt und da ich mich gerade noch mit dem ehemaligen Förster des Nationalparks über diese Katzen unterhalten hatte, musste gleich mal ein Ausflug dorthin unternommen werden. Als Vorbereitung für diese Wanderung sollte man sich aber die Karte von Hinterhermsdorf ansehen bzw. natürlich kaufen, da es ohne diese Karte ziemlich schwer wird, den richtigen Weg zu finden. Die Wanderung startet an der Buchenparkhalle. Damit man gleich mal den ganzen Menschenmengen, die sehr häufig hier oben unterwegs sind, entkommt, geht es in den Bereich der Waldhusche. Dieses doch sehr nett angelegte waldgeschichtliche Freigelände schlummert irgendwie in einem Dornröschenschlaf. In diesem Gelände, das vom Nationalpark Sächsische Schweiz angelegt und gepflegt wird, trifft man selten irgendwelche Besucher. Nachdem man den Eingang passiert hat, geht es gleich nach dem Eingangsportal nach links. Auch in der Waldhusche sind die Wege markiert und deshalb geht es den roten Pfeilen hinterher. Der Weg gabelt sich nach ungefähr 100 Metern, es geht auf dem rechten roten markierten Weg weiter. Die Wanderung führt an mehren Stationen der Waldhusche vorbei. Die erste Station, die man auf der rechten Wegseite ein bisschen nach hinten in den Wald hinein versetzt sieht, ist die Lohrindengewinnung. Hier wird die Rinde getrocknet, um Gerbsäure herzustellen. Die nächste Station liegt wieder auf der rechten Seite und ist nicht zu übersehen. Holztransportschlitten_Waldhusche_kleinEs ist ein riesiges Spinnennetz, auf dem Kinder herumtoben können, solange sie keine panische Angst vor Spinnen haben. Hinter dieser Station kommt man an einen größeren Kreisverkehr, an dem sich gleich eine ganze Ansammlung von Stationen befinden. Alle diese Stationen haben irgendetwas mit der Holzgewinnung zu tun. Langholzstapel_Waldhusche_kleinNach der Besichtigung geht es auf dem grün markierten Weg nach links in Richtung des Ausgangs Aschehübel weiter. Bis zum Ausgang der Waldhusche kann man noch mehrere weitere Stationen entdecken. Am beeindruckendsten finde ich die Station, an der eine riesige Buche umgelegt worden ist. Diese Buche ist aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht des Nationalparks von einem Trecker umgezogen worden. Ich hätte nie gedacht, dass man einen solchen mächtigen Baum mit der gesamten Wurzel umreißen kann. Ab dem Kreisverkehr ist der Weg auch noch mit dem gewöhnlichen Wanderwegzeichen roter Strich roter Strich markiert.
Nachdem man den Ausgang Aschehübel erreicht hat, geht es auf einem breiten Forstweg weiterhin auf der roten Markierung den Berg hinunter. Zwischendurch verlässt der markierte Weg den breiteren Forstweg und es geht auf einem normalen Waldweg weiter bergab. Der Abstieg endet mit dem Erreichen des Waldweges an der Kirnitzsch. Dem Waldweg folgt man jetzt ca. 100 Meter nach links, bis man die Kirnitzsch an der Stimmersdorfer Brücke überqueren kann. Der markierte Weg steigt wieder aus dem Tal heraus. Der Aufstieg ist relativ harmlos, da auch Waldfahrzeuge über diesen Weg aus dem Tal herausfahren können. 300 Meter hinter der Kirnitzsch erreicht man den ersten Weg, Raumbergboernel_kleinder nach links abbiegt. Hier verlässt man den markierten Weg und es geht über einen netten Waldweg weiter. Der Weg steigt zum Fuße des Raumberges an. Wenn ich das richtig begriffen habe, dann ist der Raumberg ein gesperrtes Gebiet einer Kernzone. Aber eigentlich sieht der Hügel auch schon von unten super langweilig aus, so dass wir uns benommen haben und weiter am Rande dieser unscheinbaren Erhebung gewandert sind. Der Weg ist ganz ähnlich wie der Berg, nicht besonders aufregend, aber dadurch, dass es kein markierter Wanderweg ist, vollkommen ruhig. Da abseits des Weges die Kernzone ist, ist es ziemlich verwunderlich, welche Mengen an Wegen hier querfeldein durch die Kernzone führen. Am Ende dieses Teilstücks passiert man das Raumbergbörnel und erreicht den grün markierten Wanderweg grüner Strich.
Dieser Wanderwegmarkierung geht es jetzt ca. 200 Meter nach rechts hinterher. Luchsstein_kleinAn dem zweiten Weg nach links biegt man vom markierten Weg auf einen unmarkierten Weg ab. Die Wanderung führt runter in die Schlucht Lindengründel. Auch dieser Weg ist wieder ein ganz besonders ruhiger Weg, der aber sehr angenehm zu wandern ist. Am Ende dieser Schlucht kommt man an die Grenze zu Tschechien und an ihr geht es nach links weiter. Nach wenigen Metern befindet sich der Luchsstein auf der linken Seite, wenige Meter neben dem Weg. Wir waren wirklich überrascht, wie groß der Stein bzw. der abgebildete Luchs und die Inschrift ist. Die Inschrift auf dem Felsen soll angeblich an den Tod des letzten Luchses in der Sächsischen Schweiz erinnern. Die Inschrift ist:
Allhier habe ich
Joh. Gottfr. Puttrich
Königl. Förster aus Hinterhermsdorf
einen Luchs mit einem Selbst.-
schuß erlegt ao 1743.
Im Frühjahr 2007 haben wir uns mit dem ehemaligen Förster der Hinteren Sächsischen Schweiz über Luchse unterhalten. Obwohl er mehrere Jahrzehnte durch den Wald geschlichen war, hatte er tatsächlich noch nie einen Luchs selber gesehen. Nur einmal hat sich sein damaliger Jagdhund äußerst seltsam benommen und war um einen Felsklotz ganz anders als gewöhnlich gelaufen. Nachdem er den Felsen näher untersucht hatte, war auf dem Felsen eine warme Kuhle. Hier, meinte der Förster, konnte eigentlich nur ein Luchs auf einem Beobachtungsplatz gelegen haben. Wenn man überlegt, dass das Revier eines Luchses 100 – 200 km² umfasst und der gesamte Nationalpark nur 93,5 km² groß ist, dann muss man sich aber nicht wundern, wenn man dieses äußerst scheue Tier niemals zu Gesicht bekommt.
Ziegengrund_kleinVon diesem Felsen geht es jetzt weiter an der Grenze entlang. Irgendwie ist der Untergrund im Großen Ziegengrund sehr ungewöhnlich. Es hat den Anschein, als wenn es Schotter wäre und es macht fast den Eindruck, als wenn hier unten irgendwann mal eine Straße oder ein Weg gewesen ist. Vorstellen kann ich mir das heutzutage nicht mehr, aber wenn es mal eine Busverbindung zwischen Hinterhermsdorf und Kyjov (Khaa) gegeben hat, warum soll es nicht auch im Ziegengrund einen ordentlichen Weg gegeben haben. Der Weg durch den Ziegengrund endet an der Kirnitzsch. Hier kam leider eine kleine Überraschung auf unserer Wanderung. ehemalige_Ziegengrundbruecke_kleinIn der Karte von Dr. Böhm ist am Ende des Grundes eine Brücke eingezeichnet bzw. beschriftet. Wenn ich aber mal genau hingesehen hätte, dann wäre mir bestimmt aufgefallen, dass nur noch der Name der ehemaligen Brücke dort steht, aber keine Brücke mehr eingezeichnet ist. Die Ziegengrundbrücke ist Ende des letzten Jahrhunderts abgerissen und aus Gründen des Naturschutzes nicht mehr aufgebaut worden. So mussten wir die Kirnitzsch durchwaten. Zum Glück ist der Bach nicht tief und deshalb ist diese Abwechslung kein großes Hindernis.
Damit die Wanderung weiterhin eine kleine Herausforderung bleibt, geht es auf der gegenüberliegenden Seite den Hang hinauf. Der Weg führt unmarkiert über einige Stufen aus dem Kirnitzschtal heraus. Wenn man erstmal den Startpunkt der Treppe gefunden hat, dann ist es kein Problem, die weitere Strecke zu finden. Wenn man den Aufstieg erfolgreich gemeistert hat, dann geht es auf einem normalen Waldweg weiter. Der Weg wie auch das Waldgebiet heißt Finsterwäldchen. So dicht ist der Wald hier oben eigentlich im Moment nicht, aber es herrscht trotzdem eine vollkommene Ruhe, mit der einzigen Ausnahme von einem bisschen Gezwitscher. Nach ungefähr einem Kilometer durch den ruhigen Wald stößt man auf einen sehr breit ausgebauten Forstweg. Auf diesem Weg geht es nach links weiter und damit wird man automatisch zum Ausgangspunkt geleitet. Auf den letzten paar Metern stößt die Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt noch auf den Restweg dazu.
Damit ist eine sehr nette Runde beendet. Ich glaube, diese Runde ist nur dann so einigermaßen erfolgreich, wenn man eine ordentliche Wanderkarte dabei hat. Ich selber kenne nur die Karte Hinterhermsdorf von Dr. Böhm, die in einem brauchbaren Maßstab (1 : 10.000) ist. An gleich mehreren Stellen wird die Kernzone des Nationalparks Sächsische Schweiz berührt und deshalb sollte man sich so einigermaßen auf den Wegen bewegen, aber damit ist die Wanderung eine ganz besonders ruhige Wanderung.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Hinterhermsdorf Erbgericht mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Hinterhermsdorf Buchenparkhalle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00€

Ein Gedanke zu „Luchsstein“

  1. Leider sind heutzutage zwei Abschnitte dieser Wanderung gesperrt: Das Kalsche Gründel (auf dem Weg Richtung Raumberg) und etwa 2/3 des Großen Ziegengrundes. Die Wegenamen und die Linienart für gersperrte Wege sind in der OSM-Ansicht der Karte gut zu erkennen. Das Kalsche Gründel scheint tatsächlich kaum noch begangen zu werden, so verwildert wie es inzwischen ist. Der Großen Ziegengrund dagegen sieht in ganzer Länge noch ganz gut frequentiert aus.

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