Rahmhanke

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 2,50 h
Entfernung:
ca. 6,00 km
Höhenunterschied:
ca. 260 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
nicht im Winter
Schwierigkeitsgrad:
schwindelfrei
Kletterabschnitte
witterungsbedingt schwierig
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
Klettern
empfohlene Karten:
Die Bastei;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Oberrathen - Elbe - Gierseilfähre - Niederrathen - blauer Strich - Bastei - Tiedge - Rahmhanke - Wartturm - Fremdenweg - roter Punkt - Griesgrund - Haldenweg - Elberadweg - Niederrathen - Elbe - Fähre - Oberrathen

Beschreibung:

Nachdem ich von der Rahmhanke schon so häufig etwas gehört und gelesen hatte, dachte ich mir, dass dieses Teilstück unbedingt ausprobiert werden muss. Wartturm_von_Bastei_kleinDa ich wusste, dass der eigentliche Startpunkt über das Geländer einer sehr beliebten Aussicht geht, habe ich den Startzeitpunkt in die Abendstunden gelegt. Nicht, dass irgendein Tourist meint, dass er gerade einen Lebensmüden beim Überqueren des Geländers sieht und die halbe Sächsische Schweiz deswegen wahnsinnig macht. Bevor man sich aber auf diese Wanderung macht, sollte man sich bewusst sein, dass es sich nicht um eine der gewöhnlichen Wanderungen handelt, sondern auch ein paar knackige Klettereinlagen dabei sind, die zwar ohne Seil, aber trotzdem auf einem hohen Felsband absolviert werden müssen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Stiegen der Sächsischen Schweiz hat die Rahmhanke keinerlei technische Hilfsmittel in Form von Klammern oder sonstigen Eisen. Hier kommt die vollständige Beschreibung der Runde:
Startpunkt der Wanderung ist wie so häufig im Bereich Rathen der große Parkplatz in Oberrathen, also auf der linken Elbeseite. Von dem Parkplatz geht es mit der kleinen Fähre über die Elbe und dann auf der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich die ersten paar Meter durch Niederrathen. Die Ortschaft Rathen ist sehr auf den Tourismus ausgerichtet, das merkt man ziemlich deutlich auf diesen paar Metern durch die Ortschaft. Es gibt einige Einkehrmöglichkeiten und Souvenirläden. Rahmhanke_Steg_2_kleinAm Hotel Amselgrundschlösschen (www.amselgrundschloesschen.de) zweigt die erste Möglichkeit nach links ab und hier geht es auf der Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt weiter in Richtung Bastei. Der Aufstieg bis kurz vor die Bastei erfolgt über einige hundert Stufen, bis auf der linken Seite die Aussicht Tiedge kommt. Diese Aussicht ist normalerweise eine Sackgasse und wenn nicht ganz so viel Betrieb auf der Bastei ist, dann ist es die schönste Aussicht dort. Ganz besonders nett ist sie, wenn man sich am Nachmittag auf die Bank im Felsen setzt und die letzten Sonnenstrahlen genießt.
Mit dem nächsten Schritt fängt der eigentliche Hauptteil der Strecke an. Rahmhanke_Steg_1_kleinEs geht über das sehr massive Geländer und dann immer auf der Felskante entlang. Es ist überhaupt nicht schwierig, den Weg zu finden, aber so manche Stelle erfordert ziemliche Aufmerksamkeit, da es doch sehr in luftiger Höhe auf einem Felsabsatz entlang geht. Gleich an zwei Stellen verläuft der Weg unterhalb der viel besuchten Aussichten der Bastei. Überraschenderweise sind die Gäste oben auf den Aussichten von hier unten fast nicht zu entdecken. Gleich direkt von unten sind sie nicht zu sehen und ungewöhnlicher Weise noch nicht mal zu hören. Vermutlich stehen die meisten andächtig an den Aussichten und freuen sich über den tollen Ausblick ins Elbtal. Viel eher kann man auf der Rahmhanke schon die Gäste auf der Elbe in den roten Schlauchboten hören. Ganz besonders steigt die Geräuschentwicklung bei sommerlichem Wetter, weil dann so manche Wasserschlacht ausgetragen wird.
Knapp unterhalb des Basteirestaurants kann es auch von Zeit zu Zeit zu kleineren Geruchsbelästigungen durch die Kanalisation kommen. Aber dieses Problem ist in den letzten Jahren geringer geworden und so wandert man auf einem gut sichtbaren Pfad in Richtung des abgebrochenen Felsen namens Wartturm. Bergsteigerhaus_unterhalb_Wartturm_kleinDen Felsen hat es am 22. November 2000 zerlegt und er ist ins Tal gestürzt. Irgendwas zwischen 300 und 500 m³ Gestein sollen es gewesen sein. Es kommt immer drauf an, welche Quelle man gerade so liest, aber selbst wenn es nur 300 m³ waren, dann sind neben dem Bergsteigerhaus, in dem gerade jemand schlief,  ungefähr 1000 t Gestein eingeschlagen. Ich schätze mal, in dem Moment braucht man sich keine weiteren Gedanken zum Schlafen machen. Baum_neben_Wartturm_kleinSo ein Felsschlag dürfte die gleiche Wirkung haben, wie wenn man gerade ein ganzes Paket Kaffee auf einmal getrunken hat. Da diese Felsseite bis dahin ein beliebter Kletterfelsen war, ist es ein Glück, dass auch diesbezüglich keiner zu Schaden gekommen ist. Man soll angeblich auch an der Vorderseite des Wartturms vorbeikommen, ich war aber eher angelockt von einem Felsentor auf der rechten Seite und so habe ich den Felsen auf der Rückseite passiert. Neben dem Rest des Wartturms steht noch ein einzelner Baum, der irgendwie ziemlich postkartenmäßig aussieht und ohne, dass man die ganze Zeit von der Bastei gesehen wird, zu einer Rast einlädt.
Hinter dem Wartturm geht es wieder hoch auf die Basteiebene. Der Aufstieg ist nicht besonders schwer. Seltsamerweise wird der Pfad immer breiter und auf einmal ist der Waldweg sogar mit Betonplatten ausgelegt. Warum auch immer diese alten Reste dort liegen, einen plausiblen Grund konnte ich nicht erkennen, aber vielleicht liegt es an dem blauen Punkt, der auf der Karte von Hr. Böhm am Ende des Weges eingezeichnet ist. Der Weg führt auf den breiten Wanderweg, der von der Bastei zum Steinernen Tisch in Richtung Wehlen geht. Wildnis_im_Griesgrund_aufwaerts_kleinDieser Weg ist mit dem schon bekannten roten Punkt roter Punkt markiert und sollte nach links in Richtung des Steinernen Tisches weiterverfolgt werden. Kurz vor dem Komplex der Waldgaststube Steinerner Tische befinden auf der linken Wegseite eine Wildnis_im_Griesgrund_abwaerts_kleindieser seltsamen Wegbegrenzungen und ein Kernzonenhinweisschild. Hier biegt man ab, indem man die Wegbegrenzung umgeht bzw. übersteigt. Der Griesgrund, der ab dieser Stelle begangen wird, ist laut Nationalpark Sächsische Schweiz ein normaler Zugang zum Klettergipfel und damit keine Kernzonenverletzung. Der Abstieg durch diese Schlucht ist sehr nett, da hier der Ausdruck Schlucht wirklich stimmt. Es stehen hohe Felswände an den Seiten und der Pfad ist keine dieser Wanderrennstrecken. Fast an der Elbe angekommen, erreicht man den Haldenweg und auf ihm geht es nach links bis nach Rathen. Man könnte zwar auch unten auf dem asphaltiertem Rad-/Wanderweg das letzte Stück der Wanderung absolvieren, aber der Haldenweg macht einfach viel mehr Spaß. In Rathen erreicht man den Ausgangspunkt der Wanderung.
Ich bin diese Strecke schon vorher gewandert bzw. geklettert und damals hatte ich eigentlich beschlossen, die Rahmhanke nie wieder zu besuchen, da sie im Jahre 2006 vollkommen zugemüllt war und die Kanalisation richtig unangenehm stank. Damals hatte ich die Runde mit zwei Sternen bewertet. Heutzutage ist es immer noch eine sehr anspruchsvolle Strecke, die ganz sicher nichts mit einem vergnüglichen Sonntag-Nachmittag-Spaziergang zu tun hat. Aber zumindest die beiden Belästigungen durch den Geruch und den heruntergefallenen Müll haben sich deutlich reduziert. Dass heutzutage weniger Müll unter den Aussichten liegt, kann entweder daran liegen, dass die Menschen vorsichtiger oder umsichtiger geworden sind, ein weiterer Grund könnte aber auch sein, dass jemand eine Art Patenschaft über die Stiege übernommen hat und damit der Müll entsorgt wird. Der einzige besonders auffällige Müll auf meiner letzten Tour war eine alte Krücke, die an einer Felswand in Augenhöhe hing.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit S-Bahn bis zur Haltestelle Kurort Rathen mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Rathen Elbeparkplatz
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00€

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.