Reibetöpfel

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Karte:
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Dauer:
ca. 2,75 h
Entfernung:
ca. 6,50 km
Höhenunterschied:
ca. 408 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
schwindelfrei
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad Treppen und Hühnerleitern Leiter
Klettern mit Klammern
empfohlene Karten:
Großer Zschand;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
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Kurzbeschreibung:

Kirnitzschtal - Neumannmühle - Großer Zschand - gelber Strich - Reibetöpfel - Zeughausstraße - roter Strich - Winterstein - Hintere Raubschloss - Buchschlüchte - Kleiner Zschand - grüner Strich - Hintere Naßschlüchte - Lorenzsteine - Spitzsteinschlüchte - Großer Zschand - gelber Strich - Kirnitzschtal - Neumannmühle

Beschreibung:

Wir sind schon wirklich häufig durch den Großen Zschand gewandert und dabei ist uns auch schon einige Male der Trampelpfad in die Reibetöpfelschlüchte aufgefallen. Da uns der Zugang von der Straße im Großen Zschand zu kompliziert erschien, haben wir eine andere Möglichkeit gewählt.
Der Start zu dieser Runde liegt an der Neumannmühle. Von hier geht es auf der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich die ersten paar Meter in den Großen Zschand hinein. Schon nach 100 Metern sind auf der rechten Wegseite die Spitzsteinschlüchte ausgeschildert. Dieser Waldweg steigt über ein paar Stufen an, um dann nach wiederum 100 Metern nach links abzubiegen. Hier befindet sich eine Kuriosität für die Sächsische Schweiz. Pfad_oberhalb_Grossen_Zschand_kleinDer Pfad ist durch ein schwarzes Kreuz eigentlich gesperrt. Solche Wegsperrungen gibt es aber nur im Bereich der Kernzone und diese beginnt erst hinter der Zeughausstraße. Das ist also etwas seltsam und so sollte man sich auf diesem Pfad wenigstens leise verhalten. Praktisch habe ich aber auch noch nie einen Nationalparkranger im unteren Teil des Großen Zschands angetroffen und eigentlich dürfte eine Wegsperrung außerhalb der Kernzone eine rechtliche Grauzone sein. Der Pfad führt auf einem Felsband oberhalb des Großen Zschands entlang und es ist super lustig, wenn man die Wanderer unten im Tal sieht und selber für diese ziemlich unsichtbar an der Felswand entlang wandert. Pfad_durch_die_Reibetoepfel_kleinDer Weg ist sehr gut begehbar und führt unter einigen überhängen Felsen entlang. Nach ziemlich genau ½ Kilometer biegen nach rechts die gut sichtbaren Reibetöpfelschlüchte ab. Das Tal ist mit hohen Fichten bewachsen und durch eine erste Baumentnahme steht am Boden der Baumnachwuchs in den Startlöchern. Der Pfad durch den Grund ist aber trotzdem gut zu erkennen und nur bei feuchtem Wetter durch die vielen kleinen Fichten ein wenig unangenehm. Je weiter man nach oben wandert, desto weniger von den kleinen Fichten stehen einem im Weg. Der Pfad gabelt sich gleich mehrmals, wenn man sich aber immer auf dem breitesten Pfad hält, dann sollte man auf einem netten Waldweg namens Knorreweg landen. Falls man sich doch einmal zu sehr links gehalten hat, dann landet man auf der Zeughausstraße, einer breiten Forststraße.
Auf dem Knorreweg geht es für 75 Meter nach links oder auf der Zeughausstraße nach rechts. An der Kreuzung dieser beiden Wege (Knorreweg und Zeughausstraße) geht es in der Verlängerung des Knorrewegs auf einem ruhigen Waldweg in Richtung Hinteres Raubschloss weiter. Es geht auf der Rückseite (nördliche Seite) des Hinteren Raubschlosses, der eigentliche Felsen heißt Winterstein, entlang und dann nach rechts durch die Raubsteinschlüchte mit der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich bis hoch zum Zugang des Felsens. Den Aufstieg und danach die Rundumsicht vom Felsplateau sollte man sich nicht entgehen lassen. dunkler_Aufstieg_Winterstein_kleinNur Wanderer mit Höhen- oder Platzangst sind von dem Aufstieg ausgeschlossen, da es über eine freistehende, aber sehr stabile Leiter durch eine enge Felsspalte aufwärts geht. Der Aufstieg ist schon ein echtes Spezial und noch viel besser ist es dann, Blick_vom_Raubschloss_auf_Teichstein_Kanstein_kleinwenn man oben heraussteigt und auf dem Plateau in alle Himmelsrichtungen blicken kann. Das ist so fantastisch und damit lohnt sich der Nervenkitzel des Aufstiegs ganz sicher. Hier oben hat eine Burg gestanden, die das erste Mal im 13. Jahrhundert erwähnt wurde und damit wohl die erste Burg der Hinteren Sächsischen Schweiz war. Heutzutage sind noch einige Balkenfalzen, die Zisterne, ein Raum und einige Stufen zu entdecken. Im Stiegenbuchverlag (www.stiegenbuchverlag.de) ist ein wirklich tolles Buch (Titel: Die Felsenburg Winterstein) von Matthias Mau erschienen, das sich nur mit dem Hinteren Raubschloss auseinandersetzt. Ganz faszinierend ist, dass auf dem unteren Felsband anscheinend ein kompletter Wehrgang gestanden hat.
Der Wanderer muss über die gleiche Felsspalte wie beim Aufstieg auch wieder absteigen. Seltsamerweise bzw. glücklicherweise ist der Abstieg auf dem gleichen Weg leichter als der Aufstieg und so gelangt man wieder zum Felsenfuß. Nachdem man die paar Meter (100 Meter) bis zum Weg Raubsteinschlüchte zurückgegangen ist, biegt man nach rechts ab und folgt der bekannten Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Auf diesem Weg geht es aber auch nur 150 Meter leicht abfallend weiter, bis nach rechts der erste Waldweg abbiegt. Es handelt sich um einen breiten Weg, der Buchschlüchte genannt wird. Nach etwas mehr als 300 Metern versteckt sich am oberen Rand des rechten Hanges eine Besonderheit. Hier muss man sehr aufmerksam den Waldweg herunterwandern, um überhaupt den kleinen Trampelpfad zu erkennen. Wenn man den Weg gefunden hat, muss man nur ein paar Meter gehen, bis man auf eine 6 Meter breite quadratisches Vertiefung stößt. Baerengrube_Buchschluechte_kleinDas Loch ist etwas tiefer als 2 Meter und es herrscht bis heute Unklarheit, um was es sich handelt. In der Literatur wird zum Teil von einer Bärenfalle oder einem Gebäude mit Keller geschrieben. Ich würde auf die zweite Variante tippen, da die restlichen Bärenfallen in der Sächsischen Schweiz ganz anders aussehen. Auch wäre dann bestimmt nicht der untere Absatz in den Felsen gearbeitet worden. Vielleicht war es tatsächlich ein vorgelagerter Wachturm der Felsenburg Winterstein.
Die Wanderung führt weiter die Buchschlüchte abwärts, um dann auf die Zeughausstraße zu stoßen. Auf dieser Forststraße geht es nach links weiter. Nach ½ Kilometer wird eine Kreuzung erreicht, an der es geradeaus in den Kleinen Zschand, ausgeschildert ist die Felsenmühle, geht. Markiert ist der gut ausgebaute Weg mit dem grünen Strich grüner Strich. Der leichteste Weg zum Ausgangspunkt wäre, den Kleinen Zschand bis zur Felsenmühle hinunter und dann die letzten Meter über den Flößersteig zu wandern. Es gibt aber einen viel interessanteren Nachhauseweg. Hintere_Nassschluechte_kleinDazu biegt man nach 350 Metern im Kleinen Zschand die erste breite Möglichkeit auf der rechten Seite ab. Hier befinden sich die Hinteren Naßschlüchte, bei denen der Name Programm ist. Im Sommer 2015 konnte man sehr gut durch die Schlucht aufwärts wandern, aber selbst zu dieser sehr trockenen Jahreszeit war der Untergrund feucht. In anderen Jahreszeiten dürfte der nächste ½ Kilometer ein sehr gutes Testgebiet für Wanderschuhe sein. Dafür wird man von einer wirklich schönen Schlucht mit reichlich wechselnden Felswänden belohnt. Wirklich ganz besonders ist, dass anscheinend kaum Wanderer oder Kletterer den Weg aufwärts wählen. Nach dem besagten ½ Kilometer ist das Tal auch schon ziemlich weit oben angekommen und der Weg gabelt sich. Für diese Wanderung geht es nach links leicht ansteigend weiter. Auch dieser Anstieg ist am Anfang angenehm zu gehen, aber die Steigung nimmt mit der Annäherung an die Lorenzsteine zu. Auch der zuerst breite Weg wird schmaler und führt dann durch ein paar nah beieinander stehende Fichten und über ein paar Treppenstufen hinauf. Nachdem man den Felsfuß erreicht hat, geht es an der Weggabelung hinter der Hühnerleitertreppe rechts weiter. Damit gelangt man auf ein Felsband, das weiter begangen wird, bis man den Bergsattel zwischen den Lorenzsteinen erreicht. In diesem Bereich kann man immer wieder Kletterern bei ihren spektakulären Aktionen zuschauen. Das sollte man aber immer nur im Stillstand tun, da hier auch schon mal eine Dame bei genauso einer Aktion vom Felsband gefallen ist.
Der Abstieg von den beiden Lorenzsteinen erfolgt über einige Treppen und endet auf dem Lorenzweg. sommerliche_Spitzsteinschluechte_kleinHier geht man ganz wenige Meter nach rechts und dann die Spitzsteinschlüchte abwärts. Das Tal ist genauso schön wie schon vorher die Hinteren Naßschlüchte, nur dass es noch ein kleines Stück enger ist. Ziemlich am Ende erreicht man wieder den bekannten Pfad oberhalb des Großen Zschands und es geht weiter bis auf die Forststraße. Der Ausgangspunkt dieser sehr schönen und auch ruhigen Wanderung befindet sich dann ein paar Meter nach links. Die gesamte Wanderung war mit so einigen Höhepunkten gespickt und es war alles enthalten, was eine tolle Wanderung in der Sächsischen Schweiz ausmacht: schöne Aussichten, ruhige Schluchten, reichlich Felsen und ein ganzes Stück Nervenkitzel. Es war rundum eine sehr schöne Wanderung.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Kirnitzschtal Neumannmühle mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Neumannmühle
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

Ein Gedanke zu „Reibetöpfel“

  1. Sehr schöne Strecke zum Teil abseits der Hauptwanderwege. Wir hatten nur am Anfang der Strecke Probleme, den gesperrten Abzweig nach links zu finden. Der Aufstieg ist nur schwer zu erkennen und das schwarze Kreuz sieht man auch nicht direkt. Wir haben daher zunächst fälschlicher Weise versucht noch zeitiger abzubiegen, da dort ebenfalls ein Weg mit einem schwarzen Kreuz gesperrt war. Daher vielleicht noch der Hinweis: Der korrekte Abzweig befindet sich unmittelbar neben einer kleinen Holzbrücke.

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