Sachsenhöhle

Abstimmung:
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Karte:
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Dauer:
ca. 3,00 h
Entfernung:
ca. 12,00 km
Höhenunterschied:
ca. 556 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
steiler Aufstieg
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen und Hühnerleitern Leiter
empfohlene Karten:
Schrammsteine – Affensteine;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Kirnitzschtal - Nasser Grund - Jordangrund - gelber Strich - Sandloch - Sachsenhöhle - gelber Strich - Kleiner Dom - Obere Affensteinpromenade - Zurückesteig - blauer Strich - Schrammsteinweg - Schrammsteine - Jägersteig - Vordere Promenade - Schrammsteintor - gelber Strich - Elbleitenweg - Wenzelweg - grüner Strich - Bauweg - Liebentor - Teufelsmauer - roter Strich - Oberer Liebenweg - Hohe Liebe - Butterweg - Nasser Grund - Kirnitzschtal

Beschreibung:

Die Wanderung zur Sachsenhöhle ist dadurch entstanden, dass vom Stiegenbuchverlag (www.stiegenbuchverlag.de) eine Veranstaltung in dieser Höhle angekündigt wurde. Da ich sehr häufig in den Büchern des Verlages nach neuen Zielen stöbere, fand ich es doch mal sehr interessant, die Personen im Hintergrund kennen zu lernen. Da einfach zur Höhle und wieder zurück zu latschen zu langweilig ist, musste gleich mal eine schöne Wanderung mit dem Besuch verbunden werden.
Der Ausgangspunkt dieser Wanderung ist das Ende des Nassen Grundes im Kirnitzschtal. Von hier geht es mit einer sehr angenehmen Steigung durch das Tal des Nassen Grundes aufwärts. Komischerweise ist diese breite Forststraße mit keiner einzigen Wanderwegmarkierung gekennzeichnet, aber das ist bei diesem gut erkennbaren Weg auch überhaupt nicht notwendig. Aufstieg_Jordanweg_kleinNach etwas weniger als einem Kilometer, bevor die Steigung deutlich sichtbar zunimmt, verlässt man den Forstweg und biegt nach links vorne ab. Hier geht es in den Jordangrund und dieser weitere Aufstieg ist im Gegensatz zum Nassen Grund ein schmaler Waldweg, der schon viel mehr nach einem tollen Wanderweg aussieht. Nach einigen hundert Metern erreicht man wieder einen der breiten Forstwege (es handelt sich um den Zeughausweg), der aber nur überquert werden muss. Auf der gegenüberliegenden Seite wird der Aufstieg noch mal ein Stückchen schmaler und es geht das erste Mal auf dieser Wanderung über einen markierten Wanderweg. Es handelt sich um den gelben Strich gelber Strich, der durch das Sandloch aufwärts steigt. Noch bevor es an den richtigen Aufstieg geht, sollte man nach einer Strecke von 350 Metern an der ersten Möglichkeit nach links abbiegen. Hier befindet sich vollkommen unmarkiert der Zugang zur Sachsenhöhle und dem Großen Dom. Schon nach wenigen Metern gabelt sich der Weg noch einmal und der Zugang zur Sachsenhöhle biegt nach rechts ab. Bei dem Namen Sachsenhöhle ist meiner Meinung nach ziemlich gemogelt worden, da ich finde, dass eine Höhle irgendwie anders aussieht. Im Falle der Sachsenhöhle ist es eine riesige Öffnung im unteren Teil einer Felswand, eher ein Felsüberhang. Aber eine Höhle würde ich eigentlich  anders definieren. Vielleicht so, dass die Tiefe der Höhle mindestens gleich der Breite sein sollte. Auf jeden Fall reicht die Tiefe der Sachsenhöhle dicke dazu aus, um hier trocken zu übernachten. Sachsenhoehle_Veranstaltung_Stiegenbuchverlag_kleinDie Sachsenhöhle ist auch eine der offiziellen Boofen der Sächsischen Schweiz. Die Veranstaltung des Stiegenbuchverlages stand unter dem Zeichen des 20-jährigen Jubiläums des Nationalparks. Hier wurden mehrere zum Teil sehr kritische Diskussionen über die Kernzone und die Auslegung von Regeln geführt. Obwohl man von dieser Strömung bei dieser Veranstaltung ausgehen konnte, fand ich es sehr mutig und lobenswert, dass vom Nationalpark zwei Ranger anwesend waren. Für mich persönlich war die Veranstaltung sehr nett, da ich doch mit sehr vielen Lesern unserer Webseite in Kontakt gekommen bin.
Von der Boofe geht es wieder zurück auf den markierten Wanderweg im Sandloch. Aufstieg_Kleiner_Dom_kleinDen Aufstieg am Kleinen Dom erreicht man ziemlich schnell, indem man nach links auf die Felsen drauf zu wandert. Von den offiziellen Wegen hinauf auf die Schrammsteine und Affensteine dürfte der Aufstieg am Kleinen Dom der interessanteste und abwechslungsreichste sein. Der Untergrund wechselt von Sandsteinstufen über Hühnerleiter bis zur echten Leiter, einmal befindet sich der Weg auf einem schmalen (1 ½ Meter breiten) Felsband mit ein paar Eisenklammern und dann hat man auf einmal eine erstklassige Aussicht von einer Felskanzel. Der Aufstieg endet an einem der breiten Pfade auf den Affensteinen. Hier ist es egal, welchen weiteren Weg man nimmt. Man kann entweder noch ein paar Meter der gelben Wanderwegmarkierung folgen oder schon nach rechts weiter auf dem Felsband entlang wandern. Beide Wege stoßen nach ungefähr 300 Metern auf den gleichen Verbindungsweg zwischen den Affensteinen und den Schrammsteinen. Hier geht es ein paar Meter (ca. 800 Meter) unmarkiert nach rechts in die Richtung der Schrammsteine weiter, bis die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich erreicht wird.
Spätestens hier stellt man dann fest, an was für einem Tag man durch die Sächsische Schweiz wandert. An einem normalen Wochentag oder einem Wochenende im Winter begegnen einem hier von Zeit zu Zeit vielleicht ein paar Wanderer. An einem Wochenende mit schönem Wetter oder sogar an einem der langen Wochenenden können einem hier schon mal ziemlich viele Wanderer und auch mal Besucher in auffälligen (ganz falschen) Schuhen begegnen. Dann weiß man, dass man den falschen Wanderzeitpunkt gewählt hat und im vorderen Teil der Schrammsteine über wahre Heerscharen wird staunen können. Auch kann es bei so einem beliebten Wandertag zu so mancher Wartezeit an den Engstellen kommen.
Der Wanderweg über die blaue Wanderwegmarkierung in die Richtung der Schrammsteine ist wirklich ganz besonders angenehm zu wandern. Es handelt sich auf fast der gesamten Strecke um einen breiten Weg, der aber nie von irgendwelchen Fahrzeugen benutzt wird und der fast ohne Höhenunterschied über die Felsen verläuft. Nach etwas mehr als einem Kilometer erreicht man gleich neben dem Wanderweg die riesige Aussicht oberhalb der Breiten Kluft. Diese Aussicht fordert richtig zum Verweilen auf und von hier kann man entlang der Felswände auf die andere Elbeseite blicken. Die beiden kleineren Felsen auf der Ebene mit den Feldern heißen Kaiserkrone und Zirkelstein. Etwas weiter dahinter heben sich die beiden mächtigen Zschirnsteine empor.
Von dieser sehr beliebten Aussicht geht es weiter auf dem blau markierten Schrammsteinweg. Hier wird der Weg schon ein kleines bisschen unebener und man muss auch mal eine flache Felsmurmel überqueren. Je weiter man dem Weg folgt, desto interessanter wird die Wanderung. Nach etwas weniger als einem Kilometer steigt die Wanderung über ein paar Stufen, die in den Felsen gearbeitet sind (keine Panik, links und rechts des Weges stehen Felsen), abwärts und gegenüber geht es über ein paar schmale Eisentreppen wieder aufwärts. Wildwiese_und_Hohe_Liebe_kleinWenn man nach rechts vom Felsen herunter blickt, sieht man die große Wildwiese und dahinter die Hohe Liebe. Die vordere Schrammsteinaussicht ist nicht mehr weit entfernt und wird nach einer Minileiter von 5 Stufen auch schon erreicht. Der Aufstieg lohnt sich immer wieder, da nicht nur der Blick auf die zerklüfteten Felsen ganz besonders ist, sondern auch die Lage der Aussicht. Auf der rechten Seite fällt der Felsen weit mehr als 50 Meter senkrecht ab und links steht man auch ziemlich an der Felskante. Als ich die Wanderung unternommen habe, waren leider an einem schönen Samstag riesig viele Wanderer hier oben unterwegs und dadurch war der Genuss der Aussicht doch gewaltig getrübt. Wenn sich die Besucher schon am Zugang zu den Aussichten knubbeln, dann kann ich, und vermutlich auch noch ein paar andere Wanderer, die Schönheit der Natur nur begrenzt genießen.
Deshalb geht es jetzt von den Schrammsteinen runter und zur Hohen Liebe hinüber. Um von den Schrammsteinen abzusteigen, bieten sich gleich mehrere Wege an, aber für alle muss man zuerst ein paar Meter von den Aussichten zurück wandern. Zuerst erreicht man auf der rechten Seite den Wildschützensteig, dieser ist aber nur als Aufstieg gedacht. Nach ein paar weiteren Metern findet man in dem bekannten Felseneinschnitt den Jägersteig. Über diesen Abstieg geht es (auf der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich) vom Felsen mit einigen Eisentreppen und Leitern hinunter, bis die beiden Pfade an der Vorderen Promenade wieder zusammentreffen. Hier geht es nach rechts weiter über einen sehr bequemen Waldweg bis zum Schrammtor. Kletterfelsen_Schrammtor_kleinErst ein paar Meter vor dem großen Felsdurchgang wird der Weg etwas unebener und man muss wenige Höhenmeter über ein paar Stufen absolvieren. Ziemlich irreführend ist der Name Schrammtor, da es sich eigentlich überhaupt nicht um ein Tor, sondern eher um einen Durchgang handelt. Trotzdem ist die Stelle ziemlich imposant. Ganz besonders fällt ein Felsen auf, der für den weiteren Weg umrundet werden muss. Hier sind schon einige tausend Kinder (und vielleicht auch Erwachsene) hochgeklettert und das sieht man dem Felsen auch deutlich an.
Die Wanderung führt noch ein kurzes Stück auf der blauen Wanderwegmarkierung vom Schrammtor herunter, bis eine größere Kreuzung erreicht wird. Hier treffen einige der markierten Wanderwege aufeinander und für den weiteren Verlauf der Wanderung wird nach rechts auf den gelben Strich gelber Strich gewechselt. Nach ½ Kilometer erreicht man eine weitere Kreuzung, an der man nach links abbiegt. Die ersten paar Meter sind noch mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert, aber nach ca. 50 Metern geht es auf dem breiteren Weg unmarkiert weiter. Der Weg fällt mit einem angenehmen Gefälle in Richtung des Falkensteins ab, der an der östlichen Seite passiert wird. Bald wird die sehr gut ausgebaute Forststraße erreicht, die aber nur überquert wird und auf der gegenüberliegenden Seite geht es auf der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich weiter.
Im Gegensatz zu dem breiten Forstweg handelt es sich bei den nächsten 300 Metern um einen typischen Waldweg, der sehr gerne von Wanderern als Zugang zu den Schrammsteinen benutzt wird. Nach den 300 Metern knickt der markierte Weg nach links ab, die Wanderung führt aber nach rechts zwischen den beiden Felswänden hindurch. Auch dieser Durchgang wird als Tor bezeichnet, in diesem Fall handelt es sich um das Liebentor. Diese Stelle finde ich immer wieder ziemlich seltsam, da man von der anderen Seite überhaupt nicht sieht, dass sich hier eine Felswand, die sogenannte Teufelswand, befindet. Von dem Durchgang geht es wenige Meter nach rechts, bis nach links im spitzen Winkel ein Weg abbiegt. Ziemlich verdächtig ist, dass sich in der Senke hinter der Teufelswand ein Wald mit Buchen befindet. Das deutet auf einen Untergrund aus Granit hin. Der Aufstieg erfolgt mit einer relativ angenehmen Steigung, bis am Ende der Senke ein Waldweg mit einem sehr seltsamen Betonplattenuntergrund erreicht wird. Dieser weitere Aufstieg ist mit dem roten Strich roter Strich markiert. Es geht also nach rechts weiter aufwärts. Nach ¼ Kilometer biegt der Waldweg mit dem Beton nach links ab, Gedenkbuch_Hohe_Liebe_Seite_Christian_Podhaisky_kleindie Wanderung geht aber auf der roten Markierung schräg rechts weiter und nach einem etwas steileren Aufstieg ist bald die Hohe Liebe erreicht. Hier sind mindestens drei besondere Dinge zu entdecken. Zuallererst fällt das sehr robuste „Gedenkbuch“ an verunglückte Bergsteiger auf, dann befindet sich auf dem Gipfel ein größeres Denkmal an tote Bergfreunde und wenn man sich drittens den Untergrund des Gipfels ansieht, dann stellt man fest, dass die Hohe Liebe zwar wie ein typischer Vulkan aussieht, aber es trotzdem ein normaler Sandsteinfelsen ist. Leider ist die Aussicht von der Hohen Liebe, wie bei fast allen Bergen der Sächsischen Schweiz, ziemlich eingeschränkt. Blossstock-Affensteine_von_Hoher_Liebe_kleinZum Glück werden wenigstens an zwei Falkenstein_von_Hoher_Liebe_kleinunterschiedlichen Stellen Sichtachsen freigehalten, sodass man einerseits zum Bloßstock/Affensteine und andererseits zum Falkenstein blicken kann. Sehr seltsam ist, dass man von der Aussicht zum Falkenstein ein ganzes Stückchen höher ist als dieser sehr beliebte Kletterfelsen.
Auf der östlichen Seite steigt die Wanderung auf dem rot markierten Wanderweg wieder von der Hohen Liebe ab. Der Weg überquert einen breiten Forstweg, der um die Hohe Liebe herumläuft, und dann steigt die Wanderung über den Butterweg runter in den Nassen Grund. Damit ist der Ausgangspunkt der Wanderung wieder erreicht.
Wäre ich die Runde nicht an einem sonnigen Samstag gelaufen, dann wäre die Wanderung bestimmt eine ganz besonders schöne Runde gewesen. So aber musste ich mehrere Wanderer mit weißen Schuhen ertragen, die um die Sauberkeit ihrer Treter bangten und wegen ein paar Sandsteinstufen eine Show veranstalteten. Ab jetzt sind die Schrammsteine für mich an den beliebten Wochenenden gestrichen.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Straßenbahn bis zur Haltestelle Nasser Grund mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Nasser Grund
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 3,00€

Ein Gedanke zu „Sachsenhöhle“

  1. Die Vermutung, dass sich unter dem Sandstein ein Granit-Untergrund befindet, weil da Buchen wachsen, lässt sich vermutlich nicht aufrechterhalten.
    Der Sand, aus dem Sandstein entstand, stammt sicher auch z.T. aus Granit, aber die Lausitzer Granitplatte befindet sich viel weiter nördlich und wurde über den Sandstein geschoben.
    Die meisten Durchbrüche bestehen übrigens aus Basalt.

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