Teufelskegelbahn

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 2,00 h
Entfernung:
ca. 6,50 km
Höhenunterschied:
ca. 240 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Böhmische Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Rennersdorf - blauer Strich - Kreibitzbach - roter Strich - Campingplatz - Dittersbach - Steinweg - Teufelskegelbahn - Rennersdorf

Beschreibung:

Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass uns ein netter Leser unserer Webseite gefragt hat, ob wir die „Teufelskegelbahn“ kennen würden. Er wäre die Strecke in der Nähe von Rynartice (Rennersdorf) vor 20 Jahren gewandert und möchte jetzt die Schlucht noch mal durchqueren. Leider wussten wir aber auch keinen Rat und der Leser fand es dann über andere Wege doch selbst heraus. Der Name hörte sich aber für uns so interessant an, dass auch wir uns gleich mal in Richtung Rynartice aufgemacht haben.
Der Startpunkt liegt ziemlich in der Mitte der Ortschaft, gleich neben dem Friedhof. Von hier geht es ein paar Meter die Dorfstraße abwärts, bis am Ende von Rynartice (Rennersdorf) die Straße einen Rechtsknick macht. Hier biegt nach links die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich ab. Das Gefälle nimmt mit der Wanderzeit zu, bis der Chribská Kamenice (Kreibitzbach) erreicht ist. Hier führt eine kleine Fußgängerbrücke über den Bach und dann geht es eigentlich bequem dem Bach hinterher. verwuesteter_Kaltenbach_kleinAls wir die Wanderung im Sommer 2010 gegangen sind, waren die ersten paar Meter des ausgespuelter_Wanderweg_kleinPavlínino údolí (Paulinengrund) noch sehr leicht zu bewältigen, aber dann kam von links ein Bachtal hinzu. Es handelt sich um den Minibach Studený (Kaltenbach). Hier hatte aber ein ordentliches Gewitter gigantische Wassermassen in das Tal gedrückt, sodass das weitere Tal ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Der Wanderweg hinter dem Bachzulauf war so stark ausgespült, das sich zum Teil knietiefe Pfützen gebildet hatten. Diese Stellen ließen sich aber noch ohne ein Problem umgehen.
Viel lustiger wurde es dann nach den ersten 400 Metern durch das Tal. Hier hat vor dem Gewitter eine Brücke den Chribská Kamenice (Kreibitzbach) überquert. Diese Eisenkonstruktion lag jetzt in einem ziemlich geknickten Zustand am Bachrand. Da der markierte Wanderweg aber auf der gegenüberliegenden Bachseite weiter ging, musste der Bach überquert werden. Dazu boten sich die beiden Möglichkeiten Durchwaten oder über eine umgestürzte Fichte balancieren an. Wir haben uns für die trockene Variante entschieden und es tatsächlich geschafft, den 6 Meter breiten Bach ohne unterhaltsame Bruchplatschlandung zu überqueren.
Der Wanderweg bzw. das, was davon übrig geblieben ist, hat die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich und so geht es wieder ein paar Meter bachabwärts. Schon nach dem nächsten ½ Kilometer sollte eigentlich auch wieder eine Brücke die Bachüberquerung ermöglichen, aber auch von dieser Brücke waren nur noch die Brückenköpfe vorhanden. Da aber ein deutlich sichtbarer Waldweg neben dem Bachlauf weiter ging, haben wir hier den Bach nicht schon wieder überquert. Spezialbachueberquerung_kleinLeider hörte der Pfad dann aber doch ziemlich abrupt auf und die nächste Bachüberquerung stand an. Da wir nicht die ersten waren, die von den fehlenden Brücken überrascht wurden, lagen ein paar Schonungszäune bzw. die Teile davon im Bachbett. Das war zwar eine ziemlich wackelige Sache, aber auch diesmal ist keiner von uns Baden gegangen.
Nach einem weiteren Wegstück neben dem Bachlauf entlang erreichten wir mal wieder eine intakte Brücke, an der eine Tafel mit dem Inhalt  „Alle Brücken im Paulinental wurden von den Angestellten des Hotels Bellevue in Jetřichovice als Geschenk unserer schönen Böhmischen Schweiz repariert. Mai 1997.“  angebracht war. Sollte diese Tafel womöglich erklären, dass die Brücken nicht das erste Mal Opfer des Baches geworden sind? Die Wanderung geht auf jeden Fall weiter und als nächstes wird eine doppelte Brücke erreicht. Aus der Entfernung gesehen, waren wir schon fast enttäuscht, dass es gar keine spannende Bachüberquerung mehr gab, aber beim Näherkommen waren doch einige Schäden zu erkennen. Ausgespuelte_Bruecke_kleinAn der Stelle befindet sich ein Wehr und die beiden Brücken führen über die neben dem Wehr entlang führende Fischtreppe und den Bach selbst. hier_geht_nur_noch_Springen_kleinBei dem Gewitterguss hat sich der Bach aber einen neuen Weg gesucht und zwischen den beiden Brücken alles weggerissen. Zum Glück sind alle Bauwerke (Brücken, Fischtreppe und Wehr) heile geblieben, nur so einiges an Geröll ist an falschen Stellen abgeladen worden. Kanal_am_Kreibitzbach_kleinSehr interessant sieht der Kanal links neben dem Bachlauf aus. Dadurch, dass dieser Kanal mit einem massiven Eisengitter gegen Geröll und Treibgut gesichert ist, sind keinerlei Schäden durch die Flutwelle entstanden. Zuerst fließt der Kanal noch neben dem Wanderweg und biegt dann aber nach links um einen Hügel ab.
Die Wanderung erreicht bald das Ende des Pavlínino údolí (Paulinengrund) und vor uns befinden sich der Campingplatz und das Freibad von Jetřichovice (Dittersbach). Hier wird das Tal verlassen und es geht nach rechts auf der asphaltierten Zufahrtsstraße aufwärts. Der Wanderweg ist immer noch mit dem roten Strich markiert und erreicht nach einem kleinen Aufstieg die Fahrstraße zwischen Všemily (Schemmel) und Jetřichovice (Dittersbach). Vor der Straße biegt nach rechts der markierte Wanderweg ab und es geht wieder ein paar Höhenmeter abwärts.
Noch bevor der Wanderweg den nächsten Schlenker der Fahrstraße erreicht, verlässt die Wanderung an der ersten Möglichkeit den markierten Wanderweg nach rechts. unterer_Teil_Teufelskegelbahn_kleinDie Wanderung steigt in die anfänglich schon erwähnte Teufelskegelbahn. Die Schlucht ist sehr angenehm aufwärts zu steigen und es ist ziemlich beeindruckend, rote_Ringe_in_Teufelskegelbahn_kleinwelche Felsen und Felswände links und rechts des Weges stehen. Anscheinend wird der Weg aber nur sehr selten betreten, da der Pfad mit fortschreitendem Aufstieg schmaler wird. Nach ½ Kilometer durch die Schlucht gabelt sich der Weg vor einem Felsen und man sollte sich rechts halten. Auf der rechten Wegseite fallen rote Ringe an den Bäumen auf. Diese Markierungen signalisieren die Kernzone der Böhmischen Schweiz und können sehr gut als Orientierungspunkte für die Wanderung benutzt werden.
Nach einer Strecke von ungefähr 1 ½ Kilometern durch die sehr ruhige Schlucht erreicht man den Rand von Rynartice (Rennersdorf). Hier geht es noch ein paar Meter auf der Zufahrtsstraße der typischen böhmischen Häuschen entlang, bis die bekannte Verbindungsstraße zwischen Jetřichovice (Dittersbach) und Rynartice (Rennersdorf) erreicht wird. Wenn man die Wanderung mit Kindern unternommen hat, dann bietet sich an dieser Stelle noch ein kurzer Abstecher nach links hinunter an. Nach weniger als 200 Metern befindet sich auf der rechten Straßenseite eine Felsengasse. Zwerge_mit_Sandsteinzwergen_kleinHier hat um 1870 der Rennersdorfer Landwirt Eduard Vater und darauffolgend sein Sohn eine Vielzahl Zwerge in den Felsen gehauen. nicht_alle_sind_echte_Zwerge_kleinZum Glück erstrahlen die Wichte auch heute noch in unterschiedlichen Farben und so haben Kinder die nette Aufgabe, alle Felsenbilder zu finden. Insgesamt sollen es 7 Zwerge und das Schneewittchen sein. Da ich schon bei einer anderen Zwergenhöhle mit meinen Kindern darüber diskutieren und dann auch noch eingestehen musste, dass es sich nicht wie im Namen „Trpasličí jeskyně (Die Zwergenhöhle)“ um eine Höhle, sondern nur um einen Felsengang handelt, empfehle ich anderen Eltern lieber nicht die Bezeichnung Höhle. Nicht das der Nachwuchs sich eine tolle Höhle vorstellt und dann mit einer Felsspalte unzufrieden ist.
Die letzten paar Meter geht es entweder am oberen Waldrand entlang oder man wandert über die Fahrstraße bis zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung. Für uns war die Runde durch den seltsamen Wegverlauf im Pavlínino údolí (Paulinengrund) ganz besonders interessant und abwechslungsreich. Der Aufstieg durch die ruhige Schlucht der Teufelskegelbahn war für uns neu und hat sich gelohnt. Ob die Schlucht denn wirklich Teufelskegelbahn heißt, konnten wir bis heute nicht in Erfahrung bringen, aber es ist eigentliche eine nette Bezeichnung für die zerklüftete Schlucht. Herzlichen Dank für die Anregung zu dieser Wanderung.

Ein Gedanke zu „Teufelskegelbahn“

  1. Was ist eigentlich die Teufelskegelbahn. Geht aus der Wanderbeschreibung nicht so genau hervor. Recherchen führen zu einer Sage – siehe http://www.historie.hranet.cz/sagen/030.htm.
    Aber wo nun die Stelle in der Schlucht liegt konnte ich nicht nachvollziehen. Im Netzt gibt es Bilder mit der Bezeichnung „Teufelskegelbahn“, die ein nicht genau geklärtes Phänomen oberhalb des Tals zeigen. Diesen Ort hatten wir zufällig durch einen Geocache gefunden. Was es dort zu sehen gibt ist schon sehr interessant und man kann es vielleicht als „Kegelbahn“ bezeichnen, ist aber wohl eine alte Handels- oder Verbindungsstraße. Dieses konnte ich aus der mir vorliegenden tschechischen Geocachebeschreibung auf Grund mangelnder Sparkenntnisse nicht so genau entnehmen. Ich nehme aber an das der zweite Ort mit der o.g. Sage nichts zu tun hat. Der Weg dorthin führt fast parallel der beschriebenen Route entlang, einige 100 Meter vor Rynartice (Rennersdorf) treffen beide Wege wiederzusammen. Wenn man vom Zeltplatz Jetřichovice hoch kommt muss man oben an der Verbindungsstraße angekommen gleich wieder rechts abbiegen.
    Die Wanderung hat uns insgesamt gut gefallen. Der Weg die Chřibská Kamenice entlang war schon etwas abenteuerlich aber nie gefährlich, die Schäden der letzten Hochwasser sind an den Übergängen teilweise noch zu erkennen. Als Rückweg würden wir Allen den Weg oberhalb der Schlucht empfehlen den die schmale Furche durch den Sandstein ist schon sehenswert.

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