Wesenitz

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 3,25 h
Entfernung:
ca. 10,00 km
Höhenunterschied:
ca. 210 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
besonders empfehlenswert an heißen Sommertagen
Schwierigkeitsgrad:
leicht
Untergrund:
Forstweg
Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Elbsandsteingebirge;
Kompass
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Liebethal - blauer Punkt - Liebethaler Grund - Richard Wagner Denkmal - Lochmühle - Daubemühle - Lohmen - Walzenmühle - Wauermühle - Steinbruch - Wasserkraftwerk Wiezelgrund - Försterbrücke - Koordinatenkreuz - gelber Strich - Oberer Jagdweg - Liebethal

Beschreibung:

Auf diese Wanderung bin ich nicht selber gekommen, sondern sie stammt aus dem sehr empfehlenswerten Wanderführer „Wander- und Naturführer Sächsische Schweiz Band 3: Am Rande der Sächsischen Schweiz“ von Dr. Rölke (www.bergverlag-roelke.de). Die Wanderführer von Dr. Rölke fallen in der Masse der Wanderführer dadurch auf, dass in die Wanderbeschreibungen immer wieder erstklassige Berichte über irgendwelche Tier- und Pflanzenvorkommen eingebaut sind. Auch werden besondere Punkte am Wegesrand sehr ausführlich behandelt, so z.B. auf dieser Wanderung das Richard Wagner Denkmal, Schloss Lohmen und Carl Heinrich Nicolai.
Die Wanderung startet an einem eher ungewöhnlichen Punkt, nämlich unterhalb von Liebethal im Liebethaler Grund. Der erste mögliche Parkplatz befindet sich gleich nachdem man die steile Straße heruntergefahren kommt auf der linken Seite in einem alten Steinbruch. Falls dieser Parkplatz voll sein sollte, gibt es ein paar Meter weiter, auf der anderen Seite des Steinbruchs, noch einen Parkplatz. Von den Parkplätzen geht es in den Liebethaler Grund der Wesenitz entgegen. Der Weg ist mit dem blauen Punkt blauer Punkt markiert. Früher sind an der Wesenitz fast unzählige Mühlen (genauer gesagt waren es 110 Mühlen, Sägewerke und Schleifen) gewesen. Heutzutage sind davon nur noch Reste übrig geblieben, aber man nutzt die Wasserkraft gleich an mehreren Stellen, um Strom zu erzeugen.  Eines dieser Wasserkraftwerke sieht man gleich zum Anfang der Wanderung. Ruine_Wasserkraftwerk_Wesenitz_kleinDer Weg geht sehr angenehm dem Bachlauf entgegen und nach nur wenigen Metern bleibt der Blick an einer Ruine hängen. Dieses alte Wasserkraftwerk hat schon lange ausgedient, aber irgendwie ist es doch noch ziemlich interessant, einen Blick in die Ruine zu werfen. Faszinierend ist, dass bis jetzt noch keiner den alten Schrott abgeholt hat. Wenn ich überlege, dass an unserer Haustüre mehrere Male die Woche der Schrotthändler vorbeifährt, und dort liegen noch riesige Eisenstücke herum. Was ich so auf Anhieb gesehen habe, ist ein riesiger Absperrhahn für ein Rohr von mindestens einem halben Meter Durchmesser, mehrere gusseiserne Rohre und das Gehäuse der Francis-Turbine. Richard_Wagner_Denkmal_Wesenitz_kleinNur die eigentliche Turbine konnte anscheinend schon irgendjemand gebrauchen. Von diesem Kraftwerksgebäude bzw. dessen Ruine geht es weiter an der Wesenitz entlang. Links vom Weg kann man noch an mehreren Stellen das alte Zulaufrohr für das Wasserkraftwerk sehen. Richard_Wagner_Denkmal_Wesenitz-2_kleinAn mehreren Stellen ist es inzwischen durchgerostet, aber die riesigen Ausmaße sind immer noch sehr gut zu erkennen. Am Ende des Rohres erreicht man die Befestigung des Stauwehres und, viel wichtiger, das größte Richard-Wagner-Denkmal der Welt. Es soll insgesamt 12,5 Meter hoch sein, und was ich auf jeden Fall sagen kann, es sieht schon ziemlich imposant aus. Leider hatte ich auf der Wanderung meinen Fotoapparat vergessen und so gibt es im Moment nur Fotos von so einem krüppligen Fotohandy. Die Aufnahmen sehen damit so mies aus, aber immerhin ist es besser als kein Foto. Am unteren Sockel des Denkmals befinden sich gleich zwei Tafeln. Die obere Tafel auf der Vorderseite hat folgenden Inhalt:

Unter dem Schutze der Amtshauptmannschaft Pirna wurde hier an der Werdestaette des Lohengrin dem Meister von dankbaren Verehrern das erste Denkmal in Sachsen errichtet mit freiwilliger Hilfe der werktaetigen Jugend aus den umliegenden Gemeinden – Muehlsdorf-Lochmuehle / im Wagnerjahr 1933.

Darunter befindet sich noch eine Tafel, die etwas zum Organisator des Denkmals aussagt:

Schöpfer des Richard Wagner Denkmals
Professor Richard Guhr
geb. am 30.Sept. 1873 in Schwerin, gest. am 27.Okt 1956 in Hockendorf- Dresden aus eigenen Mittel erstellt.

Von dem Denkmal geht es weiter in die Richtung der nächsten Mühle. Zwischen dem Wagner-Denkmal und der Lochmühle ist gleich noch eine weitere Tafel in den Felsen gemeißelt. Ihr Inhalt ist:

Dem Sänger, der im Kunstgesang, vor allem Volk den Preis errang – MCMXXXIII (ich glaube es soll die Jahreszahl 1933 sein).

An der Lochmühle geht es durch einen Torbogen und dann gleich an der Hauswand entlang. Die Lochmühle ist früher ein sehr beliebtes Ausflugsziel gewesen, aber leider ist sie in den letzten Jahren bzw. eigentlich sind es schon Jahrzehnte in einen Dornröschenschlaf verfallen. Hoffentlich gehen wenigstens keine von diesen Deppen hin und zerstören das Gebäude mutwillig. Sehr seltsam finde ich die Wanderkarte, die gleich hinter der Mühle an der Felswand angebracht ist. Stauwehr_Wesenitz_kleinSie ist tatsächlich zweisprachig und zwar in Deutsch und Russisch. Das empfinde ich heutzutage als sehr seltsam, da Russen in der Sächsischen Schweiz nun wirklich zu einer extrem seltenen Minderheit gehören. Hinter der Lochmühle überquert man auf einer kleineren Brücke die Wesenitz und es geht auf der andern Bachseite weiter. Spätestens hier fallen einem die ganzen kleinen Täfelchen an den Felsen auf. Sie stammen alle von Studenten der Technischen Universität Dresden, die hier unten ihr Bergfest (also die Halbzeit ihres Studiums) gefeiert haben. In der Wesenitz kann man noch sehr deutlich das alte Stauwehr der Lochmühle und des Wasserkraftwerkes sehen. Aber auch hier holt sich langsam die Natur ihr Gebiet wieder zurück. Im Herbst 2006 war die rechte Seite der Bachbefestigung abgerutscht und komischerweise hing das Geländer noch in luftiger Höhe herum. Ungefähr 200 Metern auf der anderen Bachseite erreicht man die Daubemühle. Diese uralte Mühle erzeugt heutzutage wieder fleißig Strom und ist eine der wenigen Zahnrad_Daubemuehle_kleinAusflugsgaststätten im Wesenitztal. Vor der Gaststätte liegen noch ein paar alte Zahnräder bzw. Stücke davon herum und eine Informationstafel erklärt, auch nicht ganz so technisch versierten Wanderern, worum es sich handelt. Ab der Daubemühle verlässt die Wanderung die Wesenitz ein kleines Stück, da blöderweise im Tal kein weiterer Weg verläuft. Es geht nach rechts aus dem Tal der Wesenitz heraus. Nach dem kurzen Aufstieg erreicht man Lohmen in einem Neubaugebiet. Der Weg ist weiterhin mit dem blauen Punkt markiert und sehr einfach zu finden. Insgesamt geht es einen Kilometer durch bewohntes Gebiet und dann unterhalb des Lohmener Schlosses wieder an der Wesenitz entlang. Der Weg ist sehr angenehm zu gehen und die Wesenitz bildet ein wildromantisches Tal. Ein paar Meter hinter dem Lohmener Schloss kommt man zu einer ziemlich seltsamen Streckenführung, die aber ziemlich einfach ist, wenn man der Wanderwegmarkierung folgt. Man erreicht den Lohmener Steinbruch und hier haben wir uns über uns selber amüsiert. Wenn man auf dem markierten Weg geht, sieht man vor sich die Lkw- Einfahrt zum Steinbruch. Wir sind bis zur Schranke gegangen und dann haben wir uns nicht weiter getraut, obwohl wir super gerne mal in einen Steinbruch gesehen hätten. Also haben wir den Rückzug bis zur Wegmarkierung eingeleitet. Der Weg geht über einen Minipfad an der Seite der Schranke vorbei und nach wenigen Metern verläuft der markierte Weg doch tatsächlich über eine der großen Straßen im Steinbruch bergaufwärts. Hier hat man einen erstklassigen Blick in den ganzen Steinbruch und an einem Werktag gibt es hier richtig viele interessante Maschinen zu beobachten. Wenn wir nicht die super Angsthasen gewesen wären, dann hätten wir auch die Schranke umgehen können und wären gleich links auf die breite Straße gestoßen.
Hinter dem Steinbruch verläuft der Weg weiter an der Wesenitz entlang. Es geht schon ein paar Mal den Hang hoch und dann wieder bis fast ans Wasser runter. Zwischendurch kommt man dann auch mal wieder an einem Wasserkraftwerk vorbei, das in Betrieb ist und mit einem riesig langen Kanal in Viaduktform versorgt wird. grosses_Stauwehr_Wesenitz_kleinAm Kraftwerksgebäude befindet sich ein Leistungszeiger, der die aktuelle Leistungsabgabe anzeigt. Im Herbst 2006 war es, bei relativ wenig Wasser in der Wesenitz, 36,8 kW. Viadukt_Wassergraben_kleinVon dem Kraftwerk geht es nochmals aus dem Tal heraus und wieder herunter. Die gelbe Wanderwegmarkierung gelber Strich stößt auf den Wanderweg und ihr folgt man weiter nach links. Es geht auf einer Holzbrücke über die Wesenitz und dann zum letzten Mal aus dem Wesenitztal heraus. Nachdem man die Ebene oberhalb der Wesenitz erreicht hat, könnte man einfach nur gerade aus auf dem markierten Weg weiter gehen. Wer aber über einen wunderbar ruhigen Waldweg wandern möchte, sollte nach links abbiegen. Dieser Weg führt in einem Bogen immer an der Kante des Wesenitztals entlang. Ca. 700 Meter nachdem man den markierten Weg verlassen hat, verlässt man den Wald und zumindest auf der rechten Wegseite befindet sich eine Weidefläche. Am Ende des Weidezauns geht es den Hügel hoch und hier überrascht ein wirklich gigantischer Blick rüber nach Pirna. Was an der Stelle auch noch besonders schön ist, dass man den Ausblick fast immer ganz alleine genießen kann. Wenn man den Weg ein paar Meter weiter wandert, dann kommt man wieder auf den gelb markierten Weg und diesen verfolgt man dann nach links. Auf der rechten Wegseite befindet sich ein kleiner Rastplatz mit zwei Bänken. Ganz interessant ist das seltsame Gebilde zwischen den Bänken. Es soll drauf hinweisen, dass ein paar Meter in Richtung Wesenitz einer der Kreuzungspunkt der geographischen Längen- und Breitengrade (51° N / 14° O) ist. Die Wanderung geht weiter bis man eine Fahrstraße erreicht. Hier bietet sich ein kleiner Abstecher nach rechts zum Antoniuskreuz an. Wir hatten in dem Wanderführer von Dr. Rölke von diesem Kreuz gelesen und so sind wir frohen Mutes die Straße entlang gewandert. Da auf unserer Wanderkarte das Kreuz auf der rechten Seite eingezeichnet ist, haben wir also ganz verbissen nach rechts ins Unterholz geblickt. Steinkreuz_Lohmen_kleinNach einer Strecke von ungefähr einem ¼ Kilometer haben wir tatsächlich ein Kreuz im Wald entdeckt und uns gefreut. Erst zu Hause ist ins dann aufgefallen, das ein Antoniuskreuz aber normalerweise wie ein großes „T“ aussieht. Lichtung_mit_Steinkreuz_Lohmen_kleinNach einer kurzen Internetrecherche ist dann herausgekommen, dass tatsächlich an fast der gleichen Stelle, nur auf unterschiedlichen Straßenseiten,  zwei unterschiedliche Kreuze im Wald herumstehen. Hätten wir mal die Wanderbeschreibung von Dr. Rölke ordentlich gelesen, dann wäre uns dieser Fehler nicht unterlaufen. Die weitere Wanderung geht jetzt wieder ein kleines Stück zurück, um dann nach rechts auf der asphaltierten Straße weiter bis nach Liebethal zu gehen. Der markierte Weg verlässt die Wanderroute zwischenzeitlich, da ich nur in seltenen Ausnahmen eine Strecke zweimal auf einer Wanderung gehen möchte. In diesem Fall ist es nicht so besonders schlimm, auf der Straße weiter zu gehen, da uns auf den 2 Kilometern gerade mal 3 Autos begegnet sind. Die Ortschaft Liebethal erreicht man im oberen Teil und hier erhält man den ersten sehr positiven Eindruck der Ortschaft. Der Ort sieht sehr ordentlich aus, die kleine Kirche steht sehr würdevoll mitten in der Ortschaft und das sehr gepflegt wirkende Jugendgästehaus Pirna-Liebethal (www.liebethaler.de). Hinter dem Jugendgästehaus geht es auf der Fahrstraße wieder runter zum Liebethaler Grund und damit zum Ausgangspunkt der Wanderung.
Damit ist eine sehr schöne Wanderung zu Ende gegangen, bei der das Teilstück bzw. eigentlich waren es sogar zwei Teilstücke auf der Straße überhaupt nicht unangenehm aufgefallen sind.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Liebethaler Grund mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Liebethal

Ein Gedanke zu „Wesenitz“

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