Gottleubatalbahn

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 7,00 h
Entfernung:
ca. 19,00 km
Höhenunterschied:
ca. 660 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
sehr lang
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad
empfohlene Karten:
Elbsandsteingebirge;
Kompass
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Berggießhübel - Marie Luiese Stollen - grüner Punkt - Eisenstraße - Flügel Zwei - Niedere Bahratalstraße - gelber Strich - Langenhennersdorf - Hohe Straße - Koblichtstraße - Struppen Siedlung - Rottwerndorf - Gottleubatalbahn - Berggießhübel

Beschreibung:

Es gibt immer mal wieder Wanderungen, die vollständig schief laufen. Deshalb ist diese Beschreibung nur eine Kurzfassung, damit man gleich sehen kann, wo es denn überhaupt nicht mehr klappt und dass auch einem „Profiwanderer“ so manche Streckenfindung vollkommen daneben geht.
Die Erkundung der Gottleubatalbahn ist so eine Wanderung. Normalerweise plane ich meine Strecken am Schreibtisch, um ein ungefähre Vorstellung der Wanderlänge und des eigentlichen Verlaufes zu haben. Auch bei dieser Wanderung habe ich das auf der Grundlage zweier aktueller Wanderkarten so gemacht und bin trotzdem gleich an vielen Stellen ganz böse reingefallen. Der Startpunkt liegt am Besucherbergwerk in Berggießhübel. Hier schreckte mich gleich ein Parkscheinautomat ab, aber ulkigerweise war es ein historisches Exemplar mit DM-Preisen. Die Wanderung sollte zur Eisenstraße nach Süden gehen. Blöderweise war mir vorher überhaupt nicht bewusst, dass die Hellendorfer Straße eine gut befahrene Straße ohne Bürgersteig ist. Prinzessinsaeule_kleinAlso erstmal einen kleinen Abstecher über die Siedlung und Albert-Schweizer-Straße zur Prinzessinsäule. Von der Säule sollte eigentlich laut der Wanderkarte ein Pfad an den Schrebergärten zur Eisenstraße führen. Es bogen zwar einige Pfade in den Wald ab, aber die meisten, mit einer Ausnahme, führten zu Grünabfallplätzen. Die Eisenstraße ist mit dem grünen Punkt grüner Punkt markiert und asphaltiert. Nach einem Kilometer auf der Eisenstraße biegt nach links der Flügel Zwei ab. Dieser Weg sollte eigentlich über den Schlepphügel runter zur Zwieselbrücke führen. Praktisch endete der Waldweg knapp hinter einem Hochsitz in einer Schonung.
Also wieder zurück und auf der Eisenstraße weiter in östlicher Richtung. Hier sollte ein Waldweg hinunter zur Holzschleife an der Bahra führen. Auch wenn der Weg im letzten Stück schon ein wenig mit Brennnesseln gespickt war, so bin ich doch ganz gut bis zur Fahrstraße hinunter gelangt. Gleich gegenüber von dem Waldweg befindet sich die Zufahrt zur Holzschleife. Hier ist auf der Wanderkarte ein Aufstieg aus dem Bahratal hoch in Richtung Langenhennersdorf eingetragen. An der Zufahrt wird mit einem Schild vor einem Hunde gewarnt. Den Hund habe ich dann auch sehr schnell entdeckt und er sieht ausreichend beeindruckend aus. Das Blöde ist, dass der Hund an einer Leine festgemacht ist, die einmal quer durch das Tal führt. Damit hatte ich keine Chance, das Grundstück zu passieren und es ging zurück auf der Straße bis zur Zwieselbrücke. Der Kilometer über die Landstraße ist nicht gerade der tollste Wanderweg. Im Sommer 2014 wurde die Zwieselbrücke grundlegend neu gebaut. Das ist überhaupt kein Wunder, da der Vorgänger nur noch eine echte Ruine war und ein rutschendes Auto ganz sicher nicht mehr an dem Sturz ins Bachbett gehindert hätte.
Von der Zwieselbrücke geht es auf der gelben Wanderwegmarkierung gelber Strich bis hoch nach Langenhennersdorf. Suehnekreuz_Zentrum_Langenhennersdorf_kleinNach einem Stück auf der Dorfstraße erreicht die Wanderung links eines der uralten Sühnekreuze. Hier sollte laut der Wanderkarte eigentlich ein Feldweg herausführen, aber in der Realität landet man auf einem Hof und der eigentliche Feldweg ist weit und breit verschwunden. Also führt die Wanderung weiter auf der Dorfstraße, bis nach links die Straße Am Berg aufwärts geht. Nach ½ Kilometer Aufstieg biegt nach links ein Feldweg ab, der in einem Bogen zum Waldrand führt. Wenn man hier weiter wandert, erreicht man einen Gebäudekomplex, der zwar in einem super Zustand ist, aber seit ein paar Jahren nicht mehr genutzt wird. Zufahrt_ehemaliges_Felsenweginstitut_kleinAuch wenn der Zaun einen Zugang zu dem Gelände zulässt, so geht es am rechten Rand entlang. Nachdem die gegenüberliegende Seite des Seminargeländes erreicht ist, geht es auf der Zufahrtsstraße aufwärts. Hier ist bald die Hohe Straße erreicht, die aber auch nur überquert wird und dann geht es auf der Fahrstraße in Richtung Leupoldishain für 400 Meter weiter. Dort biegt nach links die Kohlichtstraße in Richtung Struppen ab. Diese Straße führt bis nach Dorf Struppen hinein. Nach ½ Kilometer durch die Ortschaft biegt nach links ein schnurgerader Feldweg ab. Auf dieser Traktorrennstrecke wandert man 1 ½ Kilometer neben einem Feldrain entlang, bis wieder mal die Hohe Straße erreicht ist. Auf ihr geht es nach rechts bis zur B172. Hier biegt nach links der gelbe Punkt gelber Punkt ab. Schon bald ist die Verbindungsstraße zwischen Krietzschwitz und Rottwerndorf erreicht. Gleich an diesem Punkt zweigt nach links neben den Altglascontainern eine Zufahrt ab. Diese lässt sich sehr gut als Umgehung der Verbindungsstraße benutzen, solange man nach 100 Metern den rechten Weg an der Weggabelung nimmt. Wer den linken Weg wählt, kann sonst die unterschiedlichen Apfel- und Kirschsorten der kleinen Plantage testen.
In Rottwerndorf geht es über die große Kreuzung hinweg, um 100 Meter in Richtung Cotta zu wandern. Dann biegt nach links eine kleinere Straße ab, auf der es das erste Stück auf der alten Bahntrasse der Gottleubatalbahn entlang geht. Hier werden ein paar Wohnhäuser und Schrebergärten passiert. Protzemuehle_Gottleuba_kleinNach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht man das auffällige Gebäude der Protzemühle. Hier könnte man zwar theoretisch auf der Bahntrasse weiter wandern, zugewucherte_Bahntrasse_Gottleubatalbahn_kleinaber im Sommer 2014 war der Zugang so dicht zugewuchert, dass es einfach kein Durchkommen gab. Also geht es in einem Bogen hoch nach Cotta und mit der Hoffnung auf ein Durchkommen wieder zur Bahntrasse hinunter. Im Winter 2013/2014 klappte das Wandern auf dem Bahndamm ganz gut, aber im darauffolgenden Sommer ist auch hier kein Weiterkommen möglich. Seit die Bahnlinie 1977 stillgelegt wurde, hat in diesem Bereich keiner mehr besonders großes Interesse an erhaltenden Maßnahmen und so holt sich die Natur den Bereich wieder zurück.
Für diese Wanderung bedeutet dieser Rinnsal_Langenhennersdorfer_Wasserfall_kleinZustand zuerst eine Bachdurchquerung und dann ein Weiterwandern auf der Landstraße. Ein kleiner Vorteil der Landstraße war, dass sie am Langenhennersdorfer Wasserfall vorbeiführt. Obwohl im Sommer 2014 immer mal wieder ordentliche Schauer und Gewitter über Sachsen zogen, war der Wasserfall nur noch ein Rinnsal, das ungewöhnlicherweise Bahnhof_Langenhennersdorf_kleinvor der Straßenunterquerung sogar vollkommen verschwand. Kurz hinter der Gaststätte Waldburg erreicht man den neu sanierten Bahnhof Langenhennersdorf. Blöderweise steht knapp dahinter ein „Betreten verrostete_Eisenbahnruecke_Gottleubatalbahn_kleinVerboten“-Schild, sodass ich wieder hoch auf die Straße gewandert bin. Nach nur 300 Metern biegt nach rechts ein unscheinbarer Pfad ab und vollkommen unvermittelt tauchen zwei Brücken auf, eine uralte Sandsteinbrücke und deren ziemlich zerstörter Nachfolger. Warum auch immer hier einzelne Eisenträger herausgetrennt wurden, erschließt sich mir überhaupt nicht.
Von hier an wird die Wanderung endlich so, wie ich sie mir eigentlich vorgestellt habe, eine wirklich schöne Strecke auf der Gottleubatalbahn_Bahntrasse_bei_Berggiesshuebel_kleinstillgelegten Bahntrasse. Sehr interessant war im Bereich Zwiesel und Gottleuba, dass hier die einzelnen Schilder der Bahntrasse mit kleinen Erklärungen versehen sind und man damit sogar etwas lernen kann. Insgesamt 3 Kilometer kann man sehr entspannend auf der Bahntrasse dahinschlendern und die Wanderung ausklingen lassen.
Auf dieser Wanderung bin ich insgesamt 11 Mal durch Schilder, Hunde oder dichtes Unterholz am Weiterwandern gescheitert und insgesamt 8 Kilometer auf Landstraßen gewandert. Aus den geplanten 19 Kilometern sind 31 Kilometer geworden und nur die letzten paar Kilometer waren dann überhaupt interessant. Ein Großteil der Misere lang an den beiden wirklich mangelhaften Wanderkarten und ich hoffe inständig, dass sich Rolf Böhm bald zu einer eigenen Wanderkarte zu dieser Region durchringt.
Auf dem folgenden Bild sind der geplante und der dann auch wirklich gegangene Weg eingezeichnet:

Gottleubatalbahn_Wegsperrungen

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