Hinterhermsdorf - Grenze

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 5,50 h
Entfernung:
ca. 20,00 km
Höhenunterschied:
ca. 482 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
leicht
lang
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Hinterhermsdorf und die Schleusen;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Warnung:

Achtung diese Tour lässt sich im Moment so nicht durchführen, weil:
die Kahnfahrt auf der Kirnitzsch Winterpause (bis Ostern) macht. Aber die Bootsfahrt kann auf einem Pfad parallel zur Oberen Schleuse umgangen werden.

Kurzbeschreibung:

Hinterhermsdorf - Haus des Gastes - gelber Strich - Schäferräumicht - Folgenweg - Heidelbach - Bammelweg - Weißbachweg - Kirnitzschtal - Langenwiesenweg - Im Loch - roter Strich - Niedermühle - Obere Schleuse - blauer Strich - Bärenhöhle - Marienquelle - Niedere Schleuse - Hinterhermsdorfer Dorfbach - Waldhusche - Hinterhermsdorf

Beschreibung:

Diese Runde gehört zu unseren Lieblingswanderungen und ist seit vielen Jahren auf unserer Website vorhanden. Jetzt ist es an der Zeit, die Beschreibung einmal komplett zu überarbeiten.
Der Startpunkt liegt im Zentrum von Hinterhermsdorf am Haus des Gastes. Von hier geht es ein Ministück (ungefähr 100 Meter) in Richtung Buchenparkhalle/Schleuse auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich, bis nach links der Oberdorfweg und der gelbe Strich gelber Strich abbiegt. Wasserspielzeug_am_Pfarrhaus_Hinterhermsdorf_kleinMan passiert schon bald den toll gestalteten Platz vor dem Pfarrhaus. Hier ist es besonders nett, wenn man Kinder dabei hat, weil so ein paar kleinen Wasserspielzeugen so ziemlich kein Kind widerstehen kann. Vermutlich werden aber nur sehr wenige Eltern ihren Sprösslingen diese fast 20 Kilometer lange Wanderung antun und so geht es auf der gelben Wanderwegmarkierung weiter. Blick_vom_Viehbigt_auf_den_Weifberg_kleinDie Wanderung verlässt durch eine kleine Senke namens Viehbigt den Ort und vor sich sieht man den Weifberg mit seinem Aussichtsturm. Die Wanderung führt auf den Weifberg drauf zu und biegt erst 300 Meter vor dem Gipfel nach rechts ab, immer noch auf der gelben Wanderwegmarkierung. Bald passiert man das Schäferräumicht, die letzte Erfrischungsmöglichkeit für ein lange Strecke, aber man ist ja auch noch nicht so lange unterwegs. Das Schäferräumicht fällt ganz besonders durch die kleine geschnitzte Figur neben dem Weg auf.
Nur auf der Wanderkarte sieht das nächste Teilstück relativ langweilig aus, da es ein ganz gerader Weg ist. In der Realität ist es ein angenehmer, leicht hubbeliger Waldweg. Dann biegt man, weiterhin auf der gelben Wanderwegmarkierung, nach links auf den Bammelweg ab. Hier fällt gleich zu Anfang die sehr ungewöhnliche Bachüberquerung auf. Bachdurchquerung_am_Heidelbach_kleinDa der Waldbesitzer anscheinend keine Lust mehr hatte, die teuren Rohre zu vergraben, liegen seit ein paar Jahren Holzbohlen quer zum Waldweg. In diesen Rinnen fließt jetzt der Heidelbach und selbst gestandene Männer können es sich nicht verkneifen, ein bisschen an diesem Bachlauf herumzuspielen. Der Bammelweg steigt für einen Forstweg ungewöhnlich steil hinauf zur Kalkstraße. Nachdem man die gut ausgebaute Kalkstraße erreicht hat, überquert man diese und geht leicht links, immer noch gelb markiert, weiter. Spätestens ab hier kehrt auf der Wanderstrecke vollkommene Ruhe ein. romantischer_Weg_am_Weissbach_kleinSelbst bei Hochbetrieb in der Sächsischen Schweiz sind im Weißbachtal nur ganz wenige Wanderer unterwegs. Auch wenn man eigentlich im Elbsandsteingebirge ist, erfolgen die ersten 700 Meter am Bachlauf im Granit bzw. auf der Lausitzer Überschiebung. Das kann man einerseits am Gestein erkennen, aber noch viel einfacher sieht man es am V-förmigen Tal. Ein Tal im Sandstein hat normalerweise senkrechte Felswände und eher eine U-Form.
Nach 2 Kilometern am Weißbach entlang stößt von der linken Seite die Kirnitzsch mit in das Tal. Damit wird der Bachlauf ein ganzes Stück breiter und bald passiert man zwei Wohnhäuser hier unten im Tal. Früher hat es auf der gegenüberliegenden Bachseite noch ein paar Häuser und Gaststätten mehr gegeben, aber diese sind nach dem Krieg abgerissen worden. Kurz hinter den Wohnhäusern mit dem beschreibenden Namen „Im Loch“ verlässt der gelb markierte Wanderweg sehr unauffällig nach links die Zufahrt. Falls man diese Rastplatz_unter_dem_Moenchstein_kleinStelle übersieht, ist es aber auch nicht der riesige Umweg, da beide Wege nach einer kurzen Strecke wieder aufeinander stoßen. Am Treffpunkt der beiden Wege fällt ein Rastplatz unter einem gewaltig überhängenden Felsen namens Mönchstein auf. Irgendwie ist mir bei dieser Stelle immer ziemlich unwohl, obwohl es in der SS_HinterhermsdorfSächsischen Schweiz ganz sicher viel wackligere und instabilere Felsen gibt. Noch gleich am Felsen des Mönchsteins erinnert eine Sandsteinplatte an ein ganz trauriges Stück deutscher Geschichte. Hier unten in dem tollen Tal sind im Frühjahr 1945 Gefangene entlang getrieben worden. Auf der Tafel stehen mehrere Namen von Menschen, die leider wenige Tage vor dem Ende des Krieges hier noch umgekommen sind.
Die Wanderung führt weiterhin auf der gelben Markierung dem Bachlauf hinterher. Nach ein paar hundert Metern passiert man die Niedermühle und der Wanderweg wird wieder schmaler. Kurz hinter der Niedermühle wechselt die Farbe der Wanderwegmarkierung im Kirnitzschtal auf rot roter Strich. Auch hier sind noch relativ wenige andere Besucher unterwegs, was sich mit dem Erreichen der Bootsstation Obere Schleuse schlagartig ändert. Zumindest in den Schleuse_Hihedo_2warmen Monaten trifft man hier so einige Wanderer an, die eine der Hauptattraktionen der Hinteren Sächsischen Schweiz nutzen wollen. Es macht schon ziemlich viel Spaß, sich durch das schöne Tal fahren und Schleuse_Hihedo_1von dem Bootsführer erzählen zu lassen, wo sich besondere Felsbilder abzeichnen. Ganz besonders nett ist die „Liebesinsel“ in der Mitte des angestauten Wassers. Wenn denn keine Bootsfahrten (in den Wintermonaten zwischen Oktober und Ostern) angeboten werden, oder einem die Bootsfahrt einfach zu teuer ist, dann kann man auch ohne Probleme die paar hundert Meter auf einem Pfad rechts oberhalb des Bachlaufs zu Fuß gehen.
An der Staumauer treffen die beiden unterschiedlichen Varianten wieder aufeinander und es geht weiter bachabwärts. Der Wanderweg schlängelt sich auf ziemlich gleichbleibender Höhe durch das Kirnitzschtal. Ein paar wenige Meter hinter der Staumauer biegt die rote Wanderwegmarkierung nach rechts ab und damit verschwinden auch schon wieder die meisten Besucher aus dem Kirnitzschtal. Ab dieser Stelle wandert man auf der blauen Wanderwegmarkierung blauer Strich. Auf dem weiteren Weg bachabwärts passiert man eine ganz besondere Stelle, an der die Wanderung durch die sogenannte Bärenhöhle geführt wird. In der Bärenhöhle muss man ein bisschen den Kopf einziehen und bei besonders feuchtem Wetter kann es von oben leicht tropfen, aber der Weg hier entlang macht ordentlich Spaß. Gleich hinter dem Höhlenausgang kommen ein paar Steinstufen, die ganz bestimmt durch ihre ungewöhnliche Kürze nicht normgerecht sind, aber mit ein bisschen Vorsicht sollte man auch diese erfolgreich absolvieren. Hinter den Stufen geht es gleich neben dem Bachlauf entlang weiter. Wiese_an_den_Rabensteinen_Kirnitzschtal_kleinHier kann man immer wieder schön in das sehr klare Wasser des Gebirgsbachs blicken und viele kleine Fische entdecken. Eigentlich soll es hier auch große Forellen und sogar Fischotter geben, aber bis jetzt habe ich das Glück noch nicht gehabt, einen zu sehen. Einen Kilometer hinter der Bärenhöhle wird das Tal breiter und, besonders im Winter, merklich wärmer. Dadurch, dass dem Bach auf einmal mehr Platz im Tal zur Verfügung steht, bildet er sofort Schleifen (Mäander) und die Fließgeschwindigkeit nimmt deutlich ab.
Nach 1 ½ Kilometern nehmen die Besuchermengen im Tal der Kirnitzsch wieder zu. Diesmal liegt es daran, dass von links einer der wenigen offiziellen Grenzübergänge herüber führt. Bei den Bewohnern des Nachbarlandes ist das Wandern nicht ganz so beliebt wie in Deutschland, aber dafür fahren große Mengen Tschechen mit dem Fahrrad durch die Wälder und so muss man immer mal auf diese Zweiräder achten. Trotzdem ist der Weg durch das jetzt etwas breiter ausgebaute Kirnitzschtal immer noch sehr angenehm. Was auf diesem Teil der Wanderung besonders auffällt, sind die riesigen gelben Schwefelflechten an den Felswänden. Das ist ein gutes Zeichen, da Schwefelflechten nur bei ganz sauberer Luft gedeihen. Auf dem Weg durch das Kirnitzschtal passiert man die Marienquelle, die immer mal wieder mit einem kleinen Engel oder einer Miniblumenvase verschönert wird. Eigentlich muss einen das nicht verwundern, da so eine kleine Minigrotte einfach dazu einlädt, etwas hineinzustellen.
Etwas mehr als einen Kilometer Niedere_Schleuse_kleinhinter der Marienquelle erreicht man die Niedere Schleuse, die aber leider schon seit einigen Jahrzehnten keine Funktion mehr hat. Gleich neben der gut erhaltenen Staumauer erklären mehrere Tafeln die Funktion der Schleuse und die Geschichte der Holzflößerei. Die Wanderung geht hinter der Niederen Schleuse noch ein kurzes Stück von ½ Kilometer weiter bachabwärts, bis nach rechts der Hinterhermsdorfer Dorfbach erreicht wird. Hier führt ein Forstweg aus dem Tal hinaus. Obwohl man immerhin einen Höhenunterschied von 100 Metern absolvieren muss, ist der Aufstieg noch relativ angenehm. Zwischendurch passiert man den westlichen Rand der Waldhusche, ein wirklich tolles Freigelände des Nationalparks Sächsische Schweiz. Am Wegbreitenbegrenzung_Hinterhermsdorf_2Hinterhermsdorfer Dorfbach bemerkt man die Waldhusche nur durch die beiden Zugänge in Form eines Holzstapels und des Wildzaun_Hinterhermsdorf_2Wildzauns am unteren Rand von Hinterhermsdorf. Die Verlängerung des Dorfbachweges endet auf dem schön Dorfplatz im Zentrum von Hinterhermsdorf. Hier fallen zwei Dinge besonders auf. Das eine ist der mächtige Steintrog, der auch ohne Wasserfüllung schon so Riesiger_Steintrog_Hinterhermsdorfer_Dorfplatz_kleineinige Tonnen wiegen wird, und das zweite ist der Brunnen, der mindestens einmal im Jahr fantastisch geschmückt wird, zu Ostern mit fast unendlich vielen Ostereiern. Auf der Schandauer Straße geht es noch ein paar wenige Meter nach rechts, um dann am Erbgericht nach links zum Ausgangspunkt abzubiegen.
Damit ist aus unserer Sicht eine der schönsten Wanderungen der Sächsische Schweiz zu Ende gegangen. Es ist immer wieder ein Genuss, diese Runde zu gehen und das Beste sind die ungewöhnliche Ruhe und das tolle Weißbach- und Kirnitzschtal.

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Hinterhermsdorf Erbgericht mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Hinterhermsdorf Ortsmitte
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 4,00€

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