Wildschützensteig

Abstimmung:
unsere Bewertung::
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Karte:
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Dauer:
ca. 3,00 h
Entfernung:
ca. 7,00 km
Höhenunterschied:
ca. 412 Meter
beste Reisezeit:
nicht an langen Wochenenden
Schwierigkeitsgrad:
Kletterabschnitte
festes Schuhwerk
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen und Hühnerleitern Leiter
Klettern
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Zahnsgrund - Schrammsteinbaude - blauer Strich - Lattengrund - Schrammtor - Wildschützensteig - Schrammsteine - Frühstücksplatz - Mittelwinkel - gelber Strich - grüner Punkt - Falkenstein - grüner Punkt - Schießgrund - Zahnsgrung - Schrammsteinbaude

Beschreibung:

Die kleinen Mädchen der Familie Geier fangen an, genaue Vorstellungen zu haben, was sie unternehmen wollen. So war der Wunsch der großen Tochter (jetzt 8 Jahre), mal wieder so etwas wie die Wanderung Wilde Hölle zu unternehmen. Da ich dieses Jahr noch nicht auf dem Frühstücksplatz war und der letzte Besuch auf den Schrammsteinen wegen Überfüllung abgekürzt werden musste, war der ungefähre Streckenverlauf bestimmt. Der Startpunkt liegt im Zahnsgrund wenige Meter oberhalb der Schrammsteinbaude. Von dem Parkplatz geht es ein paar hässliche Meter (ca. ½ Kilometer) den Hang auf der Straße abwärts, bis nach links die Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich abbiegt. Auch wenn die Wanderung durch den Lattengrund die ersten 100 Höhenmeter aufsteigt, so fällt es einem kaum auf, da der Weg sehr angenehm abwechslungsreich ist. Nicht nur, dass es durch eine enge Schlucht mit hohen Felswänden geht, der Weg über die Stege und Stufen ist auch ziemlich vielfältig. Wenn man mit Kindern unterwegs ist, Kletterfelsen_Lattengrund_kleinbietet sich auch noch ein größerer Felsklotz als erste Klettereinlage an. Die Stufen und die schräge Fläche sehen auf jeden Fall so aus, als wenn schon ein paar tausend Füße hochgeklettert und dann wieder heruntergerutscht wären. Nach dem ersten Anstieg erreicht die Wanderung eine Ebene im Wald vor den Schrammsteinen. Hier wandert man sehr angenehm weiter in Richtung Schrammtor. Auch an der nächsten größeren Waldwegekreuzung folgt man der blauen Wanderwegmarkierung, die mit einer kleinen Steigung zum Schrammtor aufsteigt. Hier hat die Tochter natürlich gleich mal wieder protestiert und die Wortwahl „Schrammtor“ kritisiert. Es ist aber auch komisch, warum ein Durchgang durch zwei hohe Felswände Tor genannt wird. Aber beeindruckend sind die Felswände und die Klettermöglichkeiten an der ersten Felsecke trotzdem.
Von hier geht es weiter auf der blauen Wanderwegmarkierung, bis nach links der Wildschützensteig abbiegt. An dieser Stelle befinden sich in ganz kurzem Abstand zwei unterschiedliche Pfade auf die Schrammsteine. Damit sich die Wanderer nicht ganz so gegenseitig behindern, sind für beide Wege Richtungen vorgegeben. So geht es auf dem linken Weg (Wildschützensteig) nur aufwärts und der rechte Weg (Jägersteig) ist für den Abstieg reserviert. Eigentlich eine ganz einfache Sache, aber irgendwie gibt es immer mal wieder Wanderer, die schon mit solch einer einfachen Regelung überfordert sind. Vielleicht sind es aber auch nur ausländische Gäste, die den deutschen Hinweis zum Anfang des Weges nicht verstehen. Die Bezeichnung Steig passt schon ganz gut zu dem Aufstieg. Noch bevor der eigentlich spannende Aufstieg beginnt, passiert man eine steinerne Hütte, die früher ein Stützpunkt der Bergrettung war. Heutzutage hat die Hütte keine Funktion mehr, aber eine große Tafel erklärt die Historie.
Gleich neben dem kleinen Häuschen startet der Wildschützensteig mit ein paar Steinstufen auf einer Felskante. Bergrettungshuette_Wildschuetzensteig_kleinDas ist nicht besonders schwierig zu absolvieren und zur Sicherheit ist auch noch ein stabiles Rohr zum Festhalten montiert. Leiter_Wildschuetzensteig_kleinAls nächstes kommen, zweimal hintereinander abwechselnd, eine Eisenleiter und eine Gitterrosttreppe. Das sollte für jeden normalen Wanderer kein Problem sein, außer man hat extreme Höhenangst, aber dann ist man in der Sächsischen Schweiz sowieso fehl am Platze. Viel eher ist man aus der Puste, aber dafür wird man dann nach dem Aufstieg schon bald belohnt. Am Ende der Treppen des Wildschützensteiges geht es nach links, um noch ein paar ganz wenige Höhenmeter zu absolvieren. Hier fällt eine kleine Eisenleiter mit fünf Stufen auf, die auf dem Rückweg ein wichtiges Kennzeichen ist. Zuerst geht es aber hinauf auf die Aussicht von den Schrammsteinen. Ausblick_von_Schrammsteinen_auf_Schrammsteinkette_kleinEs gibt in der Sächsischen Schweiz eine Vielzahl toller Aussichten, aber nur ganz wenige befinden sich in der Klasse wie die Schrammsteinaussicht. Von hier kann man in das Elbetal, auf die Tafelberge der gegenüberliegenden Elbeseite, den Falkenstein, die Hohe Liebe und die eigentliche Schrammsteinkette blicken. Es gibt wahnsinnig viel zu sehen, aber leider wissen das auch noch eine ganze Menge andere Leute und deshalb ist die Aussicht häufig überfüllt.
Für den Wanderer, der ähnlich wie wir auch mal eine ganz besonders ruhige Aussicht ganz in der Nähe besuchen möchte, haben wir etwas Besonderes. Da die Schrammstein-Aussicht eine Sackgasse ist, geht es jetzt wieder zurück bis zur letzten Eisenleiter. Gleich am Fuße der Leiter biegt nach rechts (von oben kommend) ein Pfad ab. Hier steht zwar einer dieser Besucherlenkungsholzzäune, der aber mit einer Schlucht_beim_Zugang_Fruehstuecksplatz_kleinAussparung zum Drüberklettern einlädt. Gleich dahinter fällt der Hang steil, aber mit einem deutlich zu erkennenden Trampelpfad ab. Nach wenigen Metern Abstieg folgt man dem Pfad nach rechts. Die Wanderung passiert zwei Felsspalten, bei denen man ein wachsames Auge auf seine Kinder werfen sollte, da die Stellen doch ziemlich tief sind. Etwas mehr als 100 Meter hinter der Eisenleiter erreicht man eine Bergungsbox. So praktisch, wie diese Kiste hier hängt, muss sie natürlich auch mal untersucht werden, was denn wohl der Inhalt ist (Erstehilfepaket und Trage).
Gleich an der Bergungsbox durchschneidet eine Schlucht den weiteren Zugang zum Frühstücksplatz und so Bergungsbox_Zugang_Fruehstuecksplatz_kleinmuss man hier einmal ein paar Meter runter in die Senke klettern, um dann gleich gegenüber wieder aufzusteigen. Blöderweise muss man hier für 10 Meter Strecke mindestens 30 Meter zurücklegen. Die Strecke sieht von oben bzw. gegenüber viel wilder aus, als sie denn wirklich ist. Da meine Tochter diese Strecke das erste Mal gegangen ist, dachte ich eigentlich, dass ich ihr helfen müsste, aber sie hat es tatsächlich ganz alleine geschafft. Dabei hat sie mir mehrere Male sehr anschaulich gezeigt, wie gelenkig so kleine Flöhe sein können. Nach der Schlucht folgt man dem Pfad weiter und hält sich links von den großen Felsen. Schon erreicht man einen der schönsten und ruhigsten Plätze der gesamten Sächsischen Schweiz, den Frühstücksplatz. Wir sind die Wanderung an einem sommerlichen Montagmittag gewandert und auf der Schrammsteinaussicht waren die Besucherzahlen noch gerade so erträglich. Hier auf dem Frühstücksplatz konnten wir eine halbe Stunde Picknick machen, ohne dass wir einen Menschen gesehen oder gehört haben. Die riesige Fläche des Frühstücksplatzes bietet dazu reichlich Möglichkeit und auch von hier hat man eine sehr schöne Aussicht. Na gut, die östliche Richtung ist eingeschränkt durch die höheren Felsen der Schrammsteinkette, aber in Richtung Elbe und vordere Sächsische Schweiz kann man auch von hier ganz hervorragend blicken. Ganz interessant an der Aussicht ist auch noch, dass genau vor der Ebene das Große und Kleine Schrammtor liegen, ohne dass man es auch nur erahnen kann.

Panorama_Fruehstuecksplatz_klein

Nachdem man sich gestärkt hat (mit Lakritz, Gummibärchen und für die Mami Obst), geht es wieder das bekannte Stückchen zurück bis zur Eisenleiter. Nach dem Erreichen der Leiter wandert man noch die paar Meter weiter abwärts bis zum Wildschützensteig. Hier wird der bekannte Weg verlassen und es geht noch ein Abstieg_Mittelwinkel_kleinMinistück auf der Höhe über den blauen Strich blauer Strich, bis nach links der Mittelwinkel abbiegt. Dieser Weg von den Schrammsteinen ist mit dem grünen Punkt grüner Punkt gekennzeichnet. Da es auch noch an dieser Stelle ziemlich steil ist, erfolgt der Weg nach unten über eine Eisenleiter und einige Gitterroststufen, die aber sehr gut ausgebaut sind und so ist das einzige Problem die Belastung der Kniegelenke. Am Ende des Abstiegs erreicht man einen richtig breiten Waldweg, der nach links weiter gewandert wird. Dieser sehr angenehme Forstweg hat die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich.
Auf unserer Wanderung konnte man gut merken, dass auch in Sachsen Schulferien waren, da gleich an mehreren Stellen Kinder mit ihren Vätern, oder waren es sogar Opas, ihre ersten Kletterversuche unternahmen. Rechts kann man weit unterhalb des Weges eine dicke große Felsmurmel im Wald entdecken. Ich würde mal schätzen, dass der Felsen 10 Meter hoch ist und so richtig schön glattpoliert aussieht. Die Kletterer nennen den Felsen Baustein und er ist als nicht ganz so einfacher Klettergipfel eingeteilt (Schwierigkeitsklasse > VIIa). Die Wanderung schlängelt sich einen Kilometer um die östliche Seite der Schrammsteine und erreicht dann einen Abzweig nach rechts.
Hier geht es mit der Wanderwegmarkierung grüner Punkt grüner Punkt weiter. Auch wenn der Wald an der Stelle schon ziemlich über den Weg gewachsen ist, so kann man geradeaus an mehreren Stellen den Falkenstein entdecken. Nach einem Ministück von 100 Metern auf der grünen Wanderwegmarkierung befindet sich gleich neben dem Wanderweg einer dieser Besucherlenkungszäune mit einer Aussparung. Wenn man hier über die Aussparung steigt und die paar Stufen dahinter hochsteigt, kommt man zum Fuße des Falkensteins. Der Felsen ist eigentlich für Wanderer vollkommen langweilig, da man nur als Kletterer hoch kommt. Trotzdem macht es aus unserer Sicht immer wieder Spaß, den Kletterern zuzusehen, wie man an einer senkrechten Felswand hoch kommen kann. Rund um den Falkenstein führen zwei Pfade, der erste gleich am Felsen und der zweite in einem knappen Abstand. Bis jetzt haben wir immer den unteren Pfad gewählt, so brauchen die Kletterer nicht um ihr Hab und Gut zu fürchten und außerdem ist es viel einfacher, die Felsen ohne Genickstarre zu betrachten. Kletteropa_mit_Enkel_Falkenstein_kleinAuf der Rückseite des Falkensteins befindet sich auch noch ein weiterer kleiner Felsen, der auch immer wieder gerne für die ersten Kletterversuche genutzt wird. Dabei handelt es sich um den Oberen Lagerwächter und auch hier konnten wir einen Zwerg mit seinem Opa beim Abstieg beobachten. Da der Felsen an der Wand durch einen Absatz überhängend war, wurde der Opa mit einer ängstlichen Stimme auf den fehlenden Felsen hingewiesen. Wir haben uns darüber amüsiert, aber der kleinen Maus war in dem Moment nicht zum Spaßen zumute.
Nach noch einem kurzen Stückchen um den Falkenstein geht es wieder über die Treppe zurück auf den markierten Wanderweg. Jetzt kommt das letzte Teilstück der Wanderung und dazu geht es nach rechts runter in den Schießgrund. Der Weg hier herunter ist sehr ähnlich wie der Aufstieg durch den Treppengrund zum Anfang der Wanderung. Ganz besonders fällt in dieser Schlucht der Felsen auf der rechten Seite mit seinen Eisenschichten auf. So viele wilde Adern wie in diesem Felsen sind nur sehr selten zu sehen. An der zweiten Felswand befindet sich auch noch eine Jahreszahl von 1858, die einem deutlich macht, dass hier schon sehr lange Wanderer die Natur genießen. Ob die Buchstaben (K.H.P.) unter der Jahreszahl aus dieser Zeit stammen, glauben wir nicht, da irgendwie die Buchstaben anders aussehen als die Zahlen. Der Ausgangspunkt der Wanderung ist bald erreicht und damit ist eine wirklich tolle Runde zu Ende gegangen, die alles beinhaltete, was eine schöne Wanderung in der Sächsischen Schweiz ausmacht: tolle Aussichten, ein paar interessante Auf- und Abstiege, ein bisschen Ruhe und ein ordentlicher Rastplatz. Besser geht es nicht.

Ein Gedanke zu „Wildschützensteig“

  1. Ich bin heute diese klasse Tour gelaufen. Danke für die sehr gute Wegebeschreibung. Das Unwetter vom Montag hat Spuren hinterlassen. Viel Sand und Äste wurden auf die Wege und Gitterrosttreppen gespühlt. Aber der Weg ist passierbar.
    VG Frank

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