Bastei

Abstimmung:

Ø 3,1 (130 Stimmen)
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
PDF:

Dauer:
ca. 1,25 h
Entfernung:
ca. 3,50 km
Höhenunterschied:
ca. 130 Meter
beste Reisezeit:
 
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
asphaltiert
Wanderweg
Treppen
empfohlene Karten:
Die Bastei;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Basteiparkplatz - roter Punkt - Bastei - Aussichten - Felsenburg Neurathen - blauer Strich - Gansweg - Aussicht Pavillonwächter - blauer Strich - Basteiparkplatz

Bastei

Die Wanderung rund um die Bastei ist eigentlich keine richtige Wanderung, sondern eher ein Ausflug zu einer besonderen Sehenswürdigkeit der Sächsischen Schweiz. Aber auch hierbei liegt gleich meine Empfehlung, dass man diese Stelle lieber besucht, wenn:

  • Kein langes Wochenende/ selbst kein normales Wochenende ist.
  • Nicht die Hauptbesuchszeit 10:00 – 16:00
  • Und vielleicht nicht in der Hauptreisezeit Frühjahr

Basteibruecke_von_obenIn diesen Zeiten fahren sehr viele Bustouristen aus Dresden zur Bastei. Man kann zwar auch zu diesen Zeiten zur Bastei fahren, aber dann sollte man sich nicht wundern, dass mehr Betrieb als auf der Kölner Domplatte ist. Man kann schon an der Zufahrt zur Bastei sehr gut am Parkleitsystem erkennen, wie die Besucherzahlen sind. Elbeblick_von_BasteiSobald man auf dem vorderen Parkplatz parken soll und dann mit dem Shuttlebus transportiert wird, dann ist ein romantischer Aufenthalt weit entfernt.
Es geht vom großen Parkplatz in die Richtung Bastei. Der Weg/ die Straße ist auf den ersten paar Metern ohne Wanderwegmarkierung, das ändert sich aber bald und dann ist der Weg mit fast allem markiert, was in der Sächsischen Schweiz möglich ist,  gelber gelber Strich, grüner grüner Strich, blauer Strich blauer Strich und roter Punkt roter Punkt. Viel mehr gibt es nicht. Es geht an dem Hotel und den Restaurants vorbei. Hinter der Terrasse erreicht man dann endlich die steinerne Basteibrücke. Wenn man auf dieser Brücke steht, dann weiß man, was die ganzen Touristenmassen hier oben wollen. Von hier hat man einen sehr schönen Ausblick in den Talkessel der Felsenbühne und auf die andere Seite ins Elbetal. kleine-grosse_Gans_von_BasteiDafür, dass man diese Punkte ohne jeglichen Höhenunterschied erreichen kann, ist es ein wirklich toller Ausblick. Es geht weiter bis zur Felsenburg Neurathen. Zum Betreten der Ausgrabung bzw. Rekonstruktion muss man 1,50 € Eintritt bezahlen. Alleine für den weiterhin interessanten Ausblick lohnt sich dieser Eintrittspreis. Auch finde ich die rekonstruierte Steinschleuder beeindruckend. Dass man mit so einer Konstruktion überhaupt etwas treffen kann, ist wirklich verwunderlich.
Im frühen 13. Jahrhundert wurde diese Höhenburg errichtet, die bis 1469 bestanden hat. In den Jahren 1982 bis 1984 konnte durch aktiven Einsatz Sebnitzer Bergsteiger eine Rekonstruktion vorgenommen werden. Im gleichen Zeitraum wurden archäologische Forschungen betrieben.

Felsenburg

Von der Felsenburg Neurathen läuft man wieder zurück über die Bastei und an dem Hotel vorbei. Knapp hinter dem Hotel geht rechts der markierte Wanderweg blauer Strich blauer Strich ab. Auf diesem geht es 900 Meter entlang, Basteibruecke_von_vornebis der Weg nach links über Treppen den Berg hinab führt. Es geht an dieser Stelle nach rechts zur Aussicht auf die Bastei. Von hier aus hat man einen sehr schönen/ruhigen Aussichtspunkt auf die Bastei von der anderen Seite des Talkessels. Früher durfte man auf der Felszunge noch ein paar Meter nach vorne gehen, aber heutzutage gilt dieser Bereich als Kernzone und damit ist diese noch bessere Aussicht gestorben. Schade. Jetzt geht es wieder mal eine Strecke zurück. Der Weg ist eben schon auf der Rückseite des Parkplatzes entlang gegangen und genau bis zu diesem Ausgangspunkt geht es zurück.
Am Kassenautomaten ist mir dann noch das super dämliche Missgeschick passiert, dass ich mein Navigationssystem auf den Automaten gelegt und dann dort vergessen habe. Aber die Ehrlichkeit der Leute ist doch wirklich nicht zu unterschätzen. Nach einer halben Stunde lag das Ding mit geänderten Menüs immer noch auf dem Automaten. Danke, dass die Welt doch nicht so schlecht ist, wie immer erzählt wird.

Herunterladen

    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Bastei mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Bastei
    Parkplatzgebühr für die Wanderung: 5,50 €

Genußwanderung

Diese Wanderung ist dadurch entstanden, dass ich mal wieder im kleinen Buchladen von Bad Schandau herumgestromert bin und mich nach neuen Büchern zur Sächsischen Schweiz umgesehen habe. Dabei fiel mir ein Buch mit dem Titel “Genusswandern Sächsische Schweiz” auf. Der Titel hörte sich sehr gut an und so wurde es in die große Sammlung Wanderbücher der Familie Geier aufgenommen. Gleich die erste Wanderung in dem Buch machte uns neugierig, da wir bis dahin das Gebiet östlich von Pirna fast immer ausgelassen haben.
Der Startpunkt der Wanderung liegt in Lohmen an der Kirche. Hier bietet sich entweder der Parkstreifen oder das Parkhaus vor dem Lohmener Schloss an. Die Wanderung führt über die Dorfstraße von der Kirche weg und erreicht nach 400 Metern eine komische Kreuzung. Hier geht es auf der gegenüberliegenden Seite auf der Daubaer Straße weiter. Auf dieser Straße verläuft auch die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich, der man ein Stück von 800 Metern folgt. Die Wanderwegmarkierung biegt dann nach rechts ins Tal der Wesenitz ab, aber die Wanderung bleibt weiterhin auf der Straße. Nach ein paar hundert Metern stößt die nächste Wanderwegmarkierung zu der Wanderung. Diesem gelben Punkt gelber Punkt folgt man jetzt ein großes Stück. Rastplatz_mit_koeniglichen_Grenzsteinen_kleinAls erstes wird Lohmen über eine Fahrstraße verlassen, aber überraschenderweise sind hier nur sehr wenige Autos unterwegs. Sehr nett ist die Aussicht nach rechts über die Felder. Hier kann man fern unten im Tal Dresden entdecken. Auf der rechten Straßenseite befindet sich eine Sitzgruppe mit einer Vielzahl ehemals königlich-sächsischer Grenzsteine.
Muehlstein_in_Doberzeit_kleinDie Wanderung erreicht bald die kleine Ortschaft Doberzeit. Hier ist der Weg durch den Ort sehr unterschiedlich. Die ersten paar Meter führen auf einer sehr angenehmen Dorfstraße mit einem schönen Grünstreifen, aber dann muss man an der südlichen Seite des Ortes nach rechts auf eine richtig hässliche Landstraße abbiegen. Suehnekreuz_bei_Doberzeit_kleinZum Glück sind das nur 350 Meter, dann biegt der markierte Wanderweg nach links aufs Feld ab. Hier wandert man dann wieder ganz angenehm über einen Pfad weiter und nach kurzer Strecke erreicht man Zatzschke bzw. Mockethal. Hier biegt man nach links auf die Wehlener Straße ab, die aber auch schon 200 Meter später nach rechts verlassen wird. Strasse_Am_Rundling_kleinDie jetzt begangene Straße heißt Am Rundling und ist mit einem alten schönen Pflaster ausgelegt. Das Pflaster passt sehr gut zu den älteren Häusern im oberen Teil der Straße. Gleich mehrere von den Häusern sehen sehr gepflegt bzw. toll saniert aus und haben nach hinten hinaus eine wirklich schöne Aussicht. Der Straßenname Rundling kommt von der ursprünglichen Form des Dorfes. Um das Ende der Straße haben sich mehrere Bauerhöfe sternförmig angesiedelt und so eine runde Dorfform gebildet.
Auch hier ist der Weg immer noch mit dem gelben Punkt markiert und genau dieser führt die Wanderung im obersten Teil der Straße über einen Bauernhof. Lustige_Kaelberboxen_kleinAls wir die Wanderung im Sommer 2009 unternommen haben, standen neben den großen Ställen einige Kälbchen. Das Besondere daran war, dass jedes Kälbchen ein eigenes Gatter mit einer lustigen Hütte aus Plastik hatte. Vielleicht ist das gar nichts besonderes, aber als wir drauf zugingen, sah das doch für uns sehr lustig aus. Die Bäuerin kam gerade aus der Milchküche (oder wie immer das heißen mag) und hat sehr nett unsere wahrscheinlich dummen Fragen beantwortet. Die Wanderung führt auf der Rückseite von dem Hof aufs Feld hinaus. Schoener_Brunnenzulauf_Posta_kleinNach einem kurzen Stück zwischen ein paar Kuhweiden hindurch steigt der markierte Wanderweg runter in den Mockethaler Grund bzw. ins Elbetal. Hier merkt man gleich an den Häusern, dass es sich einerseits um ein nobleres Viertel handelt und andererseits auch ein paar künstlerisch begabte Menschen dort leben.
Die Wanderung kann über zwei nette Wege weiter geführt werden. Entweder wandert man wie im oben genannten Wanderführer gleich an der Seite des Mockethaler Grundes auf dem gelben Punkt wieder hoch zur Schönen Höhe oder man geht unten an der Elbe in Richtung Pirna. Wir wollten lieber die schönen Häuser im Elbetal bestaunen und deshalb haben wir den Weg über die Postaer Straße gewählt. Blick_ueber_die_Elbe_auf_Pirna_Stadtkirche_kleinDie Häuser hier unten sind durch die Bank in einem wirklich tollen Zustand und der Blick rüber auf die andere Elbeseite mit der Stadt Pirna und dem Schloss Sonnenstein ist wirklich sehr schön. Nach einem Kilometer treffen die beiden Wege (Elbeweg und gelb markierter Schöne-Höhe-Weg) wieder aufeinander und es geht noch ungefähr ½ Kilometer weiter, bis man die Hauptstraße erreicht. Diese breite Straße kommt von der Elbebrücke herunter und man wandert auf dieser Straße nach rechts weiter. Hier haben wir uns ganz elend reingelegt, da leider ein grober Fehler in den Wanderführer eingebaut war. In der abgebildeten Karte für diese Wanderung ist ab hier vollständiger Mist eingetragen. Einerseits stimmt die Karte überhaupt nicht mehr mit der Beschreibung überein und im Bereich des Ortsteils Hinterjessen ist ein Wegverlauf eingezeichnet, der aber der Flussverlauf der Wesenitz ist. Hätten wir uns an die Beschreibung gehalten statt an die abgebildete Karte, dann wären wir besser zurecht gekommen, aber so sind wir ziemlich dämlich durch Wohngebiete und auf breiten Straßen herumgeirrt.
Die Empfehlung ist, auf der Hauptstraße nach rechts dem blauen Punkt blauer Punkt zu folgen. Insgesamt geht es ½ Kilometer auf dieser hässlichen Straße entlang und dann biegt der Wanderweg nach links (Pillnitzer Straße) ins Wohngebiet ab. Von Pirna zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung ist es so, je länger man unterwegs ist, desto schöner wird der Weg wieder. Nach der mehrspurigen Straße kommt die Wohngebietsstraße, dann die Wohngebietsstraße durch einen Wald und als Höhepunkt erreicht man dann den sehr schönen Liebethaler Grund. Nachdem die Fahrstraße (aber nicht unsere Wanderung) den Liebethaler Grund verlassen hat,  erreicht man zunächst die Trainingswand für die Kletterer. Hier kann man sehr schön sehen, wie sinnvoll die sächsischen Kletterregeln sind. An dieser Wand ist mit Magnesia geklettert worden und so sind einige hässliche weiße Stellen zu sehen. In der Sächsischen Schweiz ist dieses zum Glück verboten und das Landschaftsbild dank es den sehr voraus schauenden Regelerstellern.
Hinter dem Wendehammer kommt zuerst an der Wesenitz ein Wasserkraftwerk, das heutzutage eine relativ große Menge Strom in einer sehr ruhigen und unauffälligen Variante herstellt. Wesenitz_am_Copitzer_Elektrizitaetswerk_kleinAls nächstes passiert man die Ruine des Copitzer Elektrizitätswerks. Auch wenn die eigentliche Ruine traurig aussieht, so ist sie im Zusammenspiel mit der Wesenitz doch ziemlich romantisch. Muehlstein_in_Wesenitz_kleinGenauso ist der Mühlstein, der im linken (in Flussrichtung gesehen) Bachufer steckt. Wie viele Jahrzehnte wird diese schwere Steinscheibe schon den Bach abwärts bewegt? Die nächste größere bzw. auffälligere Stelle ist das riesige Richard Wagner Denkmal. Richard_Wagner_Denkmal_im_Wesenitztal_kleinIch finde es immer wieder überraschend, dieses gewaltige Denkmal hier unten in der unscheinbaren Schlucht zu finden. Aber vermutlich ist in weit vergangenen Zeiten hier unten auch viel mehr Betrieb gewesen. Wasserfall_an_der_Lochmuehle_kleinWenn man ein paar Meter weiter den Bach hoch wandert, dann erreicht man die Lochmühle und der gesamte Bereich sieht dann auch so aus, als dass hier früher große Mengen Gäste eingekehrt sind. Die Wanderung wechselt die Bachseite und folgt immer noch der blauen Wanderwegmarkierung. Hier und an der Lochmühle sind an den Felsen einige kleine Tafeln von Studenten der TU Dresden angebracht worden. Nach einem weiteren kurzen Stück durch das Wesenitztal erreicht die Wanderung die Daubemühle. Hier hält sich tapfer eine Gaststätte mit einem gemütlichen Gastraum und auch hier wird elektrische Energie durch die Wesenitz erzeugt. Ab der Gaststätte steigt die Wanderung aus dem Bachtal heraus und stößt wieder auf die bekannte Straße oberhalb des Tals. Das letzte Stück verläuft zuerst zwischen dem Tal und dem Wohngebiet und dann die letzten paar Meter über die Dorfstraße bis zur Kirche zurück.
Uns hat die Wanderung nicht so richtig gefallen, da es doch über sehr viele Fahrstraßen geht und die Strecke durch Pirna ist nur im Bereich der Elbe schön. Dadurch, dass wir dann auch noch, durch den falschen Streckenverlauf aus dem Wanderführer, in Pirna ziemlich durch die Gegend geirrt sind, hat sich der Eindruck zu dieser Wanderung nur noch verschlechtert. Ich hoffe, dass uns selber so ein Missgeschick mit den Wanderkarten nicht passiert, aber dann lässt sich eine Online-Ausgabe sehr schnell korrigieren (wenn wir denn drauf hingewiesen werden).

Herunterladen

Böhmensberg

Ich bin schon einmal bei der Wanderung Breiter Stein über den Böhmensberg gestolpert und fand die Aussicht und den vollkommen unwesentlichen Aufstieg so schön, dass ich gleich mal meine Frau mit auf den Hügel schleppen musste. Damit es keine langweilige Wanderung (Hügel hoch – Hügel runter – fertig) wird, liegt der Startpunkt am Bruno-Barthel-Weg in Rathewalde. Hier geht es von der Ortschaft weg auf die Felder. Der Weg ist mit dem gelben Strich gelber Strich markiert und Ausblick_vom_Bruno_Barthel_Weg_Rathewalde_kleinbald passiert man eine Aussicht auf der linken Wegseite. Von hier kann man schön runter auf die Felsen und Tafelberge der Sächsischen Schweiz blicken. Das einzige Manko an dieser Aussicht ist, dass sich gleich auf der anderen Wegseite die Kläranlage von Rathewalde befindet und dabei könnten wir uns gut vorstellen, dass es zuweilen zu Geruchsbelästigungen kommt. Seltsamerweise mussten wir aber noch nie hier die Nase rümpfen, obwohl mindestens ein Becken ohne Abdeckung zu sehen ist.
Die Wanderung führt weiter auf dem Bruno-Barthel-Weg in Richtung Basteistraße. Netterweise ist diese Straße inzwischen mit einem separaten Fuß- und Radweg ausgestattet, so dass es relativ angenehm nach links weiter geht. Ungefähr nach 400 Metern biegt der markierte Wanderweg nach rechts ab. Bei diesem Weg handelt es sich um die versetzte Verlängerung des Bruno-Barthel-Weges, der immer noch sehr angenehm zu wandern ist. Nach einem ¾ Kilometer erreicht man ein Schild, auf dem ein bisschen zum Namensgeber des Weges erklärt ist. Herr Bruno Barthel (1885 – 1956) scheint eine wirklich besondere Persönlichkeit der Vordern Sächsischen Schweiz gewesen zu sein, da man seiner gleich an mehreren Stellen gedenkt. An dem Schild wird der Bruno-Barthel-Weg verlassen und man folgt dem Weg in Richtung Lohmen für 300 Meter, um hier wieder nach rechts abzubiegen. Der Weg ist sehr gut ausgebaut und seltsamerweise ausgeschildert mit Basteistraße und Parkplatz. Der Weg wird Forstmeisterweg genannt und ganz besonders fallen auf der rechten Wegseite einige uralte Grenzsteine auf. Gleich auf mehreren kann man die Jahreszahl 1815 lesen. Das ist doch irgendwie schon was besonderes, nicht nur, dass der Sandstein allen möglichen Witterungseinflüssen getrotzt hat, sondern dass die heute unnützen Markierungen bestehen bleiben.
Nach einem Kilometer auf einem sehr angenehm ruhigen Waldweg erreicht man die Landstraße zwischen Lohmen und unterer_Hutenteich_kleinRathewalde, die aber nur überquert werden muss, um gleich gegenüber wieder in den Wald zu verschwinden. Nach wenigen Metern fällt auf der rechten Seite ein großer Teich auf. Es ist der unterste Teich der Hutenteiche, die wie eine Perlenschnur hintereinander aufgereiht sind. Bei den Hutenteichen und dem Wald um den Bach Waldflößchen handelt es sich um ein Flächennaturdenkmal, das ganz besonders beliebt bei Amphibien ist. Das kann man ganz hervorragend zu den Laichzeiten entdecken. Dann ist in dem untersten Teich richtig viel Leben.
200 Meter hinter der Landstraße gabelt sich der Waldweg und für diese Wanderung hält man sich rechts. Der Weg führt schon bald auf eine schöne Wildwiese namens Huten heraus. Der Weg über die Wiese passiert einen Zipfel an Wald, an dem mehrere Schilder auf ein Wasserschutzgebiet hinweisen. Tatsächlich befindet sich in dem Waldausläufer ein Erdhügel mit einer Türe, was auf eine Wasserwirtschaftliche Einrichtung hinweist. Die Wanderung geht quer über die Wiese, um in der rechten hinteren Ecke wieder im Wald zu verschwinden. Der Hutenweg verläuft ½ Kilometer durch den Wald und passiert einen kleineren Teich, der aber durch glasklares Wasser auffällt. Obwohl ich den Teich schon mehrmals gesehen habe, macht er immer den Eindruck, als ob er nur gerade durch einen Regenschauer entstanden ist. Suedliche_Ansicht_Boehmensberg_kleinNachdem man den Wald wieder verlassen hat, geht es etwas steiler den Hang aufwärts. Der jetzt begangene Feldweg heißt Hufenweg und ist mit dem Wanderwegzeichen gelber Punkt gelber Punkt markiert. Auf der linken Seite kann man den unscheinbaren Böhmensberg schon sehen (der Hügel mit den drei Bäumen) und nach ½ Kilometer auf der gelben Wegmarkierung geht es nach links. Blick_vom_Boehmensberg_auf_Stolpen_kleinDer Berg bzw. eigentlich ist es eher ein Hügel ist schnell bestiegen und dafür, dass das so einfach ist, hat man eine sehr schöne Aussicht. Gipfel_vom_Boehmensberg_mit_Hochsitz_kleinFür die Sächsische Schweiz ist es zwar eine ungewöhnliche Aussicht, da man in eine ganz seichte Landschaft schaut, aber es sieht sehr nett aus und mitten drin liegt Stolpen mit der dazugehörenden Burg. Gleich oben auf dem Gipfel des Böhmensbergs steht ein Hochsitz und hier können wir uns gut vorstellen, wie der Jäger sitzt und sich über die Aussicht freut.
Die Wanderung führt wieder auf dem bekannten Weg herunter bis zum gelb markierten Wanderweg. Dieser wird aber nur überquert und dann geht es in Richtung Hohburkersdorf. Auf der rechten Seite befinden sich mehrere Hügel, die ulkiger Weise alle Hutberg heißen. Rolf Böhm hat das in seiner Wanderkarte Stolpen sehr pragmatisch gelöst, indem er die Hügel einfach durchnummeriert hat. Der Feldweg erreicht bald eine Kreuzung, an der es aber weiter in Richtung Hohburkersdorf geht. Auf der rechten Wegseite steht eine Bank unter einem größeren Baum, von der man noch mal eine schöne Aussicht in die Landschaft hat.
Danach geht es in die Ortschaft hinein. Hier fallen zuerst die großen Gehöfte auf der linken Straßenseite auf und dann die vielen kleineren Teich auf der rechten Straßenseite. Hier stehen immer wieder abwechselnd Pferde und Kühe. Die Wanderung führt unter der breiten Brücke, der ehemaligen Rennstrecke, drunter her, um dann gleich dahinter nach rechts abzubiegen. Die Straße steigt leicht an und endet auf der Rennstrecke. Diese muss man überqueren, was sich schlimmer anhört, als es denn wirklich ist. An dieser Stelle stehen ein paar Tempo 80 Schilder und außerdem kann man die Straße hier ganz gut überblicken, sodass es relativ leicht rüber geht. Gleich gegenüber beginnt der leichte Aufstieg auf den Hohburkersdorfer Rundblick, der mit dem blauen Strich blauer Strich gekennzeichnet ist. Angeblich soll am 28. Juni 1813 Napoleon zum Begutachten der Umgebung hier gewesen sein. Napoleonlinde_auf_Hohburkersdorfer_Rundblick_kleinOb das stimmt, können wir nicht beurteilen, aber was von hier oben auf jeden Fall auffällt, ist die wahnsinnige Aussicht in die Richtung der beiden Teile der Sächsischen Schweiz. Heutzutage steht zwar wieder einiges an Wald auf der Ebene, sodass man nicht alles überblicken kann, aber größere Truppenbewegungen konnte man bestimmt auch damals schon spitzenmäßig von hier aus erkennen. Zwischen den Linden des Hohburkersdorfer Rundblicks steht heutzutage ein großer Gedenkstein an die Toten der beiden Weltkriege.
Die Wanderung steigt auf der gegenüberliegenden Seite ab in Richtung Rathewalde. Sammlung_Sandsteine_Rathewalde_kleinSammlung_Granitsteine_Rathewalde_kleinAm Ortsrand befindet sich eine sehr schön gemachte Ausstellung zu unterschiedlichsten Gesteinen. Der Ort für diese Ausstellung ist sehr gut gewählt, da genau am Ortsrand die Grenze von der Lausitzer Platte (Granit) und dem Sandstein verläuft. Deshalb stehen hier vier unterschiedliche Stelen, die zum Teil das Thema Granit und Sandstein behandeln, aber auch Vulkanit und einstiges Leben im Stein.
Die Wanderung führt die Straße weiter herunter durch den Ort und auch über die kreuzende Landstraße. Hier muss man ein bisschen vorsichtig sein, da die Übersichtlichkeit an der Kreuzung wirklich zu wünschen übrig lässt. Da aber an der Stelle Tempo 30 ist, kommt man mit etwas Vorsicht trotzdem gut rüber. Auf der Straße Zum Amselgrund geht es sehr angenehm durch Rathewalde. Hier befinden sich auf der linken Straßenseite zwei schön angelegte Dorfteiche und auf der rechten Straßenseite erreicht man nach ½ Kilometer die Kirche. Es ist wirklich verwunderlich, dass die so schön aussehende Kirche im Ursprung aus dem Jahre 1647 ist. Zwischendurch ist die Kirche zwar 1860 noch mal umgebaut und 1971 renoviert worden, aber das hohe Alter sieht man ihr überhaupt nicht an.
An der Kirche biegt die Wanderung nach rechts ab und folgt der schon bekannten Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich. Die Wanderung passiert das sehr schön hergerichtete Freibad. Korbimkerei_in_Rathewalde_kleinDas Bad ist 2006 durch ein Unwetter ganz böse verwüstet worden und danach mit ganz besonders pflegeleichtem Edelstahl neu ausgestattet worden. Hier ist im Sommer richtig viel Leben drin und der Spaßfaktor lässt sich sehr gut an der Geräuschkulisse erahnen. aufgeklappter_Bienenstock_Rathewalde_kleinDie letzten paar Meter bis zum Ausgangspunkt erfolgen auf dem Bruno-Barthel-Weg. Kurz vor dem Ortsausgang befinden sich auf der rechten Straßenseite eine Obstwiese und einige Bienenstöcke. Gleich an der Straße steht auch eine Kiste, an der man das Seitenteil öffnen und den kleinen Bienen hinter einer Glasscheibe bei ihrer Arbeit zusehen kann. Dass hier eine Privatperson diese interessante Stelle zur Verfügung stellt, finden wir sehr gut und deshalb sollte man sich auf dem Privatgrundstück auch ordentlich benehmen.
Damit ist dann auch die Wanderung zu Ende gegangen und es war wirklich eine sehr schöne Runde, die eine ungewöhnliche Aussicht vom Böhmensberg und überraschend viel Ruhe bietet. Das einzige Manko ist, dass es nicht gerade eine typische Wanderung für die Sächsische Schweiz ist, da die Runde mehr im Bereich des Lausitzer Granit verläuft und dadurch fast keine Sandsteinfelsen zu sehen sind.

Herunterladen

Griesgrund

Die Wanderung durch den Griesgrund ist gleich durch zwei Einwirkungen entstanden. Einerseits habe ich in dem netten Wanderführer für Kinder (www.wandern-kinder.de) davon gelesen und andererseits meinten auch Wanderfreunde, dass man mal den Griesgrund erkunden müsste. Also haben wir gleich einen kleinen Bogen geplant und uns am Parkplatz der Bastei getroffen. Von hier startet die Wanderung in der rechten hinteren Ecke. Über diesen unscheinbaren Pfad gelangt man auf den Wanderweg hinter dem Parkplatz. Diesem mit dem gelben Strich gelber Strich markierten Wanderweg folgt man nach links. An dem Weg fällt sofort auf, dass man sich schon außerhalb der bastei-typischen Touristenströme befindet. Hier sind zwar noch ein paar Wanderer unterwegs, aber der größte Teil der Basteibesucher kommt nicht in diesen Bereich. Sobald der nach rechts abbiegende Zugang zu den Schwedenlöchern passiert ist, trifft man noch weniger Besucher. 350 Meter hinter dem Abzweig befindet sich der Weg sehr nah an der Basteistraße und hier wird der markierte Wanderweg auch verlassen und es geht über die Straße in Richtung Steinerner Tisch.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wandert man auf der Zufahrtsstraße zum Steinernen Tisch. Im Ursprung handelt es sich beim Steinernen Tisch um eine “Sitzgruppe” aus Stein, die vor langer Zeit anlässlich einer königlichen Jagd errichtet worden ist, aber heutzutage wird auch noch die Gaststätte daneben so benannt. Mit dem Erreichen dieses Punktes befindet man sich auch wieder auf markierten Wanderwegen und deshalb geht es nach rechts auf der Markierung roter Punkt roter Punkt in die Richtung des Höllengrunds. Ungefähr ½ Kilometer hinter dem Steinernen Tisch beginnt der Abstieg. herbstlicher_Hoellengrund_kleinDer Höllengrund ist ein wirklich ganz besonders schöner Abstieg, auch wenn er zwischendurch schon ziemlich hubbelig ist. Aber es hat ja auch keiner gesagt, dass sich die gewöhnlichen Touristen mit Ledersohlen hierher bewegen sollen. Wir haben nicht schlecht gestaunt, als wir hier an einer ziemlich “haarigen” Stelle eine recht alte Dame mit zwei Stöcken trafen, die sich über ein paar Felsbrocken hangelte. Sie wolle “bloß mal nach Wehlen” und käme schon zurecht, danke, meinte sie auf unsere Frage. Noch mehr staunten wir, als sie uns nach ein paar Metern wieder überholte, während wir die Naturschönheiten bewunderten. Schon auf den ersten Metern stehen die Felswände relativ nah beieinander, sodass gleich der typische Eindruck einer Schlucht entsteht. Ganz besonders typisch für die tiefen Schluchten der Sächsischen Schweiz sind auch die unterschiedlichen Moossorten. Das sieht immer interessant aus, ganz besonders natürlich, wenn die Sonne es doch mal schafft, in solch ein Tal rein zu leuchten und dann die unterschiedlichen Grünvarianten strahlen. Noch besser ist es, wenn morgens früh der Tau noch auf den Minipflanzen liegt, dann schaffen es einige Fotografen, davon wunderbare Aufnahmen zu machen. Wir haben immer wieder Respekt vor solchen tollen Fotos bzw. den Leuten mit dem richtigen Gespür für einen schönen Blickwinkel.
Am Ende des Höllengrundes erreicht die Wanderung die kleine Fahrstraße durch den Zscherregrund/Kohlgrund. aufwaerts_Zscherregrund_kleinAuf diesem Forstweg ist normalerweise nie ein Fahrzeug unterwegs und so kann man die hohen Felswände bestaunen. Dadurch, dass sich das Sträßlein ziemlich durch den Grund schlängelt, wirkt es ganz besonders interessant und die Kreuzung mit dem Höllengrund wird auch in jedem einigermaßen brauchbaren Wanderführer angesteuert. abwaerts_Zscherregrund_kleinSeltsamerweise sind trotz dieser häufigen Erwähnungen relativ wenige Wanderer hier unten unterwegs. Die weitere Wanderung geht nach links den Grund weiter abwärts. Hier hängt sogar eine Felswand über den Weg herüber. Nach ein paar Metern im Zscherregrund kann man auf der linken Wegseite einen deutlich sichtbaren Strudeltopf entdecken und noch ein paar Meter weiter befinden sich gleich einige interessante und zum Teil uralte Inschriften. Nach einer Strecke von ½ Kilometer erreicht man die Kreuzung am Freundschaftsstein. Hier geht es weiterhin auf der roten Wanderwegmarkierung nach links in den Wehlener Grund abwärts. Der Weg ist sehr angenehm zu wandern und zum Teil auch als Zufahrtsstraße für ein paar wenige Häuser ausgebaut. Obwohl in dem Bachlauf rechts neben dem Weg normalerweise kein Tropfen Wasser läuft, hat im Sommer 2010 ein Starkregen hier gigantische Schäden angerichtet. Normalerweise wundert man sich, warum ein Bachlauf, in dem kaum Wasser zu sehen ist, so riesig ausgebaut ist, aber die Erbauer haben anscheinend schon gewusst, was für Wassermengen in diesen Gründen zusammenkommen können.
Die Wanderung erreicht das südliche Ende von Wehlen und hier sollte man auf der linken Bachseite über den kleineren Weg weiter in Richtung Ortsmitte gehen. Nach einem kurzen Stück durch Wehlen erreicht man den Marktplatz mit der Fahrradfahrerkirche und den schönen Einkehrmöglichkeiten rundherum. Rechts neben der Kirche geht es auf den Weg an der Elbe. Hier wandert man ein paar Meter (ca. ½ Kilometer) flussaufwärts, bis nach links ein unscheinbarer Pfad zwischen den Häusern abbiegt. Auch wenn man schnell daran vorbeiwandert, so ist der Aufstieg hier hinauf zur Bastei ausgeschildert und außerdem erklärt eine ganz hervorragende Informationstafel die Weißen Brüchen.
Die Wanderung erfolgt im Schwarzberggrund mit einer ordentlichen Steigung und im Herbst 2010 konnte man hier oberhalb des Gartens etwas ziemlich ungewöhnliches entdecken. Felssturz_in_Garten_Wehlen_kleinEine ziemlich großer Felsbrocken hatte sich oberhalb des Pfades gelöst und war auf der rechten Seite in den Garten gestürzt. Dem Krater nach zu urteilen, war es ein großes Glück, dass dieser Felsen nicht ein Haus getroffen hat. Da der Besitzer die Murmel anscheinend nicht in seinem Garten haben wollte, waren deutliche Bearbeitungsspuren, die aber sehr mühselig aussahen, zu entdecken. Es ist anscheinend gar nicht so einfach, zwei Kubikmeter Felsen in handliche Stücke zu zerlegen.
Die Wanderung führt zuerst ¼ Kilometer durch den Schwarzberggrund aufwärts, bis nach rechts über eine Minibrücke ein Weg abbiegt. Ausgeschildert ist die Stelle mit der Bastei und dem Malerweg. Bis hierhin ging die Wanderung über einen ansteigenden Pfad und ab hier werden die nächsten Höhenmeter mit Treppenstufen überwunden. Der Name des Weges wechselt in Schanzenweg und passiert nach den Treppenstufen eine schöne Aussicht. Von diesem Punkt kann man gut in das Elbtal, auf die Bärensteine und den Rauenstein blicken.
Die Wanderung führt weiter leicht ansteigend aufwärts, bis eine Kreuzung mit mehreren Wegen erreicht wird. Hier geht es gleich die erste Möglichkeit wieder nach rechts. Seltsamerweise versperrt eine Schranke den Weg, aber schon nach wenigen Metern auf dem geraden Waldweg ist auf einmal ein Bergpfad ausgeschildert. Blick_von_Steinbruchkante_zur_Elbe_kleinDieses Schild verwunderte uns, da noch vor wenigen Jahren gleich am Schanzenweg ein Verbotsschild des Nationalparks stand. Nach etwas mehr als ½ Kilometer und 50 Höhenmetern erreicht man die Kante der Steinbrüche und hier sollte man äußerste Vorsicht walten lassen. Die Stelle ist ziemlich unscheinbar, aber schon einen Meter neben dem Pfad geht es mindestens 50 Meter senkrecht nach unten. Hier kann eine Mami schon mal ziemlich aus der Haut fahren, wenn die Kinder oder die Hunde mal wieder nicht den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand (mindestens 5 Meter) einhalten. Tja, wenn aber doch der Papa bis zur Kante geht (Anm.d.”Mami”: der hat dort vorne auch nichts verloren!!!), dann ist das aber auch wirklich schwer.
Wenige Meter hinter dieser sehr interessanten Aussicht steigt der Bergpfad in den unteren Tümpelgrund. Hier fällt auf der linken Pfadseite eine dicke Felsmurmel mit einer Vielzahl unterschiedlicher Schichten auf. Verbindung_vom_Tumpelgrund_zum_Griesgrund_kleinDer Abstieg in den Tümpelgrund ist schnell geschafft und man erreicht am unteren Ende des Grundes ein Verbotsschild des Nationalparks. Deshalb geht es noch ein Ministück aus dem Grund heraus, bis nach links ein deutlich sichtbarer Pfad aufsteigt. Der Bergpfad ist wie üblich mit dem grünen Pfeil markiert und deshalb ziemlich einfach zu finden. Gleich an mehreren Stellen passiert man auf dem Pfad Felsspalten, die entweder mit Felsstufen oder kleinen Leitern passiert werden. Angeblich lassen sich zwei dieser Felsspalten auch auf der Außenseite umgehen, aber irgendwie fanden wir das nicht aufregend genug und deshalb haben wir die leichten Klettereinlagen gewählt.
Noch bevor es richtig runter in den Griesgrund geht, passiert der Bergpfad eine senkrechte Felswand, die auf natürliche Weise entstanden ist und an deren Fuß ein riesiger Sandkasten entstanden ist. Da man von hier schon den Pfad des Griesgrundes sieht, ist die Verführung natürlich groß, den ausgespülten Pfad abzusteigen. Am Ende des Pfades sieht man ein Hinweisschild stehen, das aber von dieser Seite nicht zu lesen ist. Der Inhalt ist, dass man den Hang wegen Erosionsgefahr nicht betreten soll. Deshalb empfiehlt es sich, einfach noch ein paar Meter an der Felswand entlang zu wandern, bis der Abstiegspfad flacher und kürzer ist.
Damit erspart man sich auch ein paar Aufstiegshöhenmeter im Griesgrund, den es dann wieder bergauf geht. Auf der rechten Pfadseite ist eine Felswand mit gigantisch vielen Schichten, die eine Art Wellenmuster darstellen, zu sehen. abgegriffene_Felskante_Griesgrund_kleinHier scheinen auch ziemlich viele Kletterer aufzusteigen, da an einigen Stellen helle (abgeriebene?) Spuren zu entdecken sind. Aber vielleicht ist auch nur der Felsen besonders brüchig.  Blick_zurueck_Griesgrund_kleinDer Weg durch den Griesgrund ist ein ganz besonders toller Aufstieg in Richtung Bastei. Wenn man von der Bastei spricht, dann ist es normalerweise immer eine Kombination aus toller Aussicht und Touristenmassen. Hier im Griesgrund sind dafür nur ganz wenige andere Wanderer unterwegs und es macht wirklich Spaß, den ziemlich abwechslungsreichen Weg nach oben zu steigen. Der Griesgrund ist eine enge Schlucht, bei der wir überrascht waren, dass man hier überhaupt hinauf kommt.
Ganz besonders lustig ist, wenn man dann das obere Ende erreicht hat und am Steinernen Tisch auf den Fremdenweg heraustritt. Für die letzten paar Meter folgt man der bekannten Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt nach rechts. Nach einer Strecke von ½ Kilometer kann man nach links durch den Wald den Ausgangspunkt der Wanderung (Basteiparkplatz) entdecken. Damit ist eine ganz besonders schöne Runde zu Ende gegangen, die alles einer hervorragenden Wanderung in der Sächsischen Schweiz enthält: Eine schöne Aussicht, ein paar tolle Schluchten mit unterschiedlichen Felsformationen, viel Ruhe und einen abwechslungsreichen Wegverlauf.

Herunterladen

Breiter Stein

Ich wollte mal wieder eine Wanderung im Bereich von Dittersbach-Dürrrohrsdorf unternehmen und dazu habe ich mir diese Wanderung zusammengebastelt. Blöderweise habe ich bei der Planung nicht so richtig drauf geachtet, dass ein Stück über eine Landstraße führt und dadurch ist der Anfang der Wanderung nicht ganz so gelungen. Die Wanderung startet am kleinen Parkplatz neben der Eisenbahnbrücke von Dürrrohrsdorf. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite geht es auf der Bahnhofstraße los. Die Straße macht einen Bogen und führt dann unter der Bahnlinie her. Wenige Meter hinter dem Tunnel biegt die Bahnhofstraße nach links ab, die Wanderung führt aber weiter geradeaus auf der Ziegeleistraße. Kurz vor dem Ortsausgang erreicht man die Fabrik der Dürrröhrsdorfer Fleisch- und Wurstwaren, die große Teile von Ostsachsen mit Fleisch versorgt. Da die Wanderung zu dem Zeitpunkt erst wenige Minuten alt ist, wird eine Rast noch nicht so richtig notwendig sein. Auf jeden Fall könnte man hier gleich im Gebäude der Fabrik in einem Fleischereiladen mit Imbiss zu ganz angenehmen Preisen einkehren. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite hat sich vor kurzem eine Bäckerei angesiedelt, die auch einen Fabrikverkauf anbietet. Hier könnte man sich noch für unterwegs mit ein paar Kleinigkeiten versorgen.
Die weitere Wanderung führt jetzt auf der Ziegeleistraße aus dem Ort heraus und man muss ein Stück an der Seite der Landstraße entlang wandern. Zumindest bei meiner Wanderung waren nur ganz wenige Fahrzeuge auf der Straße unterwegs. Nach einer Strecke von ungefähr ½ Kilometer hat die Straße wieder einen Bürgersteig und man erreicht den Namensgeber der Straße. Hier befand sich die alte Ziegelei, von der man heutzutage noch den hohen Schornstein erkennen kann. Bis zur Wende wurden hier in einem Ringofen Mauerziegel produziert. Heutzutage befindet sich auf dem Gelände ein Baustoffhändler, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite einige unterschiedlichste Dachpfannen ausgestellt hat. Damit macht es den Eindruck, als ob die Ziegelei immer noch im Einsatz wäre.
Die Wanderung geht weiter über die Ziegeleistraße, der leider der Bürgersteig wieder verloren kommt. Nach ein paar Metern passiert man ein Firmengelände, das eigentlich als Containerdienst bezeichnet wird. Von außerhalb des Geländes sieht man, dass hier das Material anscheinend auch zwischengelagert wird, aber bei etwas höheren Temperaturen stinkt es sehr stark und es kommt das Gefühl auf, dass man eine Haushaltsmüllkippe passiert. Zum Glück befindet sich dieses Gelände ein Stück abseits von jeglicher Bebauung, sodass nur sehr wenige Mitmenschen von diesem Geruch belästigt werden.
Auch hinter diesem Grundstück geht es noch ein kurzes Stück weiter auf der Ziegeleistraße, Wegweiser_Helmsdorf_Siedlung_kleinbis die Straße ein paar Häuser erreicht. Hier steht auf der linken Straßenseite eine neu aufgestellte Sandsteinsäule als Wegweiser und die Ziegeleistraße endet auf der Pirnaer Straße. Blöderweise muss man auch noch 150 Meter nach links auf dieser Straße wandern. Dann biegt nach rechts ein Feldweg ab. Auch gegenüber der Ziegeleistraße führt ein Feldweg hinein, der aber leider von dem geplanten Weg wegführt und tatsächlich keine Verbindung zu dem linken Feldweg hat. Wer dann versucht, quer über die Wiese zu wandern, wird schnell feststellen,romantischer_Teich_bei_Helmsdorf_klein dass die Wanderschuhe doch nicht so richtig wasserdicht sind. Diese Wiese ist gigantisch nass und erster_Blick_zur_Burg_Stolpen_kleinvermutlich deshalb befindet sich auch gleich ein Teich neben dem Feldweg. Also empfiehlt es sich, die paar Meter auf der Pirnaer Straße zu wandern und dann über den ordentlichen Feldweg. Nach ein paar hundert Metern passiert man den besagten Teich und noch ein paar hundert Meter weiter kann man ganz hervorragend über die Felder auf die Burg Stolpen blicken.
Der Feldweg führt auf die Ortschaft Stürza zu, wobei man von dem Dorf zuerst einen gigantischen Berg Altreifen sieht. Bis heute sind mir noch nie mehr Altreifen auf einem Stapel begegnet und irgendwie kann ich mir kaum vorstellen, dass man so viele Reifen zum Abdecken der Silos benötigt. Trotzdem ist es ganz interessant, sich die unterschiedlichsten Reifentypen anzusehen und zu staunen, wie weit manche Autofahrer ihre Reifen runterfahren. Bei manchen kann man tatsächlich die Karkasse (Innengewebe) sehen. Gleich neben den Silos befinden sich ziemlich große Hallen und irgendwie fand ich es sehr seltsam, dass überhaupt kein Lebenszeichen von dort kam. Alle Hallen waren dicht verrammelt, aber irgendwie war ich auch auf der falschen Fährte. In den Hallen befinden sich nämlich nicht etwa die wiederkäuenden “Verbraucher” der Silage, sondern die Kartoffelsortieranlage Stürza. Komisch, mir ist noch nie aufgefallen, dass in dem Bereich so viele Kartoffeln angebaut werden, aber das Gelände bzw. die Gebäude sind wirklich riesig. Die Wanderung folgt weiter dem Weg und erreicht bald die Hauptstraße von Stürza.
Auf dieser Straße geht es nach links ungefähr 700 Meter, bis von der Hauptstraße die Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt abbiegt. Jetzt ist es vorbei mit dem Straßengelatsche und die Wanderung führt leicht ansteigend aus dem Ort heraus. Die ersten paar Meter sind noch bewohnt und neben dem Weg befinden sich ein paar Wochenendhäuser. Gipfel_Boehmers_Berg_kleinDann aber geht es durch eine Senke mit saftig grünem Gras aufwärts. Blick_vom_Boehmers_Berg_nach_Stolpen_kleinAm Ende des Aufstiegs, nach etwas mehr als einem Kilometer, biegt die Wanderung nach rechts ab und führt in die Richtung des Böhmensbergs. Dieser unscheinbare Hügel mit seinem einzelnen Baum bietet eine schöne Aussicht in die Landschaft rund um Stolpen. Ob der Hochsitz auf dem Gipfel wirklich zum Schießen benutzt wird oder ob sich der Jäger auch mehr der schönen Landschaft erfreut?
Nach dem kurzen Abstecher rüber zum Böhmensberg wandert man noch ein paar Meter weiter, bis nach links im spitzen Winkel der nächste mögliche Feldweg abbiegt. Dieser Weg führt runter in den Wald und schon passiert man am Waldesrand wieder einen dieser unscheinbaren Tümpel, die selbst bei großer Trockenheit nicht austrocknen. Das ist verwunderlich, da es nicht den Eindruck macht, dass von dem Feld irgendwie Wasser in den Teich läuft. Nachdem man ein paar Meter in den Wald hineinspaziert ist, erreicht man wieder die bekannte Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt. Hier geht es nach rechts weiter über einen Weg, der ziemlich abwechselnd mal am Waldrand und dann wieder durch einen Ausläufer des Waldes führt. Kurz vor der Ortschaft Dobra verlässt der markierte Wanderweg den breiten Weg und macht einen seltsamen Schlenker nach links.
Der Waldweg fällt ungewöhnlich steil bergab und endet schon wieder auf einer Straße. Hier muss man noch mal 200 Meter nach rechts auf der Straße entlang wandern, bis nach links der nächste Feldweg abbiegt. Ab jetzt ist es aber endgültig zu Ende mit den Fahrstraßen. Hier wird der Wanderweg wirklich richtig schön. Nach wenigen Metern passiert man Biotop_bei_Dobra_kleinzwei Teiche, die ganz sicher nicht natürlich entstanden sind, aber wie ein Paradies für Frösche aussehen. In den Teichen wachsen riesige Mengen Schilf und auch sonst sind genug Verstecke vorhanden. Durch den Teichwall sickert einiges an Wasser, sodass der Waldweg ziemlich matschig ist. Hier muss man, um so einigermaßen saubere Schuhe zu behalten, ein paar Schlenker und Sprünge unternehmen, oder man wählt gleich den Weg über die Krone des Teichwalls.
Hinter den beiden Teichen geht es noch ein Stück (ca. ¼ Kilometer) weiter auf der gelben Wanderwegmarkierung bis zum nächsten breiten Weg. Hier biegt der gelbe Wanderweg nach links ab, aber um eine weitere sehr schöne Aussicht mitzunehmen, empfehle ich, den Weg nach rechts einzuschlagen. Der breite Weg ist mit einer ganzen Allee Apfelbäume gesäumt und führt leicht ansteigend weiter. Burg_Stolpen_ueber_Kuppe_kleinGanz lustig ist, dass der Weg über eine Kuppe führt und man geradewegs auf die Burg Stolpen blickt. Durch die Bäume am Wegesrand wird die Burg wie in ein Bild eingerahmt. Aussicht_Schneebergblick_bei_Dobra_kleinWenn man nach links blickt, dann sieht man eine große Wiese mit einem Häuschen auf der anderen Seite. Davor steht eine Bank und genau diese Stelle ist etwas Verwunderliches. In der Wanderkarte Stolpen von Dr. Böhm ist an der Stelle eine Aussicht mit dem Namen Schneebergblick eingetragen. Als ich die Karte studiert habe, erschien mir das vollkommen unrealistisch, da man von der Stelle entweder in den Wald blickt oder auf der anderen Seite in Richtung Stolpen. Aber Rolf Böhm hat mal wieder Recht gehabt, von der Wiese kann man tatsächlich rüber zum Schneeberg sehen. Damit man sich das richtig gut ansehen kann, geht man gleich hinter der Kuppe nach links am Waldrand entlang in die Richtung der großen Antenne. Der Weg gabelt sich nach ein paar Metern und hier muss man sich entscheiden, ob man zum Schneeberg (links) oder nach Stolpen (rechts) blicken möchte. Beide Aussichten sind lohnenswert und lassen sich durch einen Querfeldeinweg durch den Wald verbinden. Deshalb würde ich den Weg zuerst nach links zur Schneebergaussicht einschlagen und dann in Richtung Antenne quer durch den Wald stapfen. Gleich neben der hohen Antenne hat man eine schöne Aussicht auf Stolpen.
Von der Antenne bzw. dem daneben liegenden Wasserwerk führt ein Weg weiter am Feldrand entlang, bis hinter den beiden Einrichtungen die erste Möglichkeit nach links in den Wald abbiegt. Es geht leicht abfallend bis auf den nächsten Querweg. Dieser Weg ist dann wieder mit der wohlbekannten Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt gekennzeichnet. Auf diesem Waldweg wandert man nach rechts. Links von dem Weg kann man gleich an einigen Stellen uralte Forstgrenzsteine entdecken. seltsame_Grenzmarkierung_beim_Breiten_Stein_kleinDie gewöhnlichen Grenzsteine sind entweder mit Schwertern (kursächsische Grenzsteine) oder Kronen (Königlicher Forstgrenzsteine) gekennzeichnet. Hier liegt aber neben dem Weg ein Grenzstein, der aus der kommenden Richtung deutlich zu sehen ist, auf dem ein ganz seltsames Zeichen zu entdecken ist. Irgendwie sind wir bis heute noch nicht dahinter gekommen was es darstellen soll. Es könnten die Buchstaben S und E sein, aber dann wären sie erst im liegenden Zustand angebracht worden. Das ist sehr unwahrscheinlich.
Der Weg führt weiterhin sehr angenehm durch den Wald und nach einer Strecke von einem ¾ Kilometer weist ein Schild auf der linken Wegseite auf das Aufstieg_zum_Breiten_Stein_kleinFlächennaturdenkmal Breiter Stein hin. Hier wird für einen kurzen Abstecher die Wanderwegmarkierung mal wieder verlassen und es geht ein kurzes Stück nach links. Der Aufstieg auf den Breiten Stein ist durch eine Treppenanlage mit einem Geländer ziemlich einfach. Oben angekommen, steht man auf einem Plateau mit einer Aussicht in das Porschendorfer Becken. Aussicht_vom_Breiten_Stein_kleinDie Aussicht selber ist nicht besonders spektakulär, aber dafür hat man hier oben eine angenehme Ruhe und der eigentliche Felsen ist das Besondere. Damit man die Besonderheiten des Felsen, die oben auf einer Informationstafel erklärt werden, besser sehen kann, sollte man nach einer kleinen Rast wieder vom Breiten Stein absteigen und im Uhrzeigersinn um den Felsen herum wandern. An der südlichen Seite kann man sehr deutlich erkennen, dass der Felsen in eine Vielzahl an Brocken zerbröselt ist. Die passende Erklärung kann man sehen, wenn man noch ein Stückchen weiter um den Felsen herum wandert. Hier befindet sich eine kleine Boofe, die auch Zwergenhöhle genannt wird. In der Höhle ist eine Felswand deutlich glattpoliert (der Fachbegriff dafür soll Harnische sein) und das deutet drauf hin, dass der Granit hier über den Sandstein geschoben wurde. Dabei entstehen gewaltige Kräfte, die den Felsen in einzelne Brocken zersprengen.
Nach dieser Erkundung des Breiten Steins geht es wieder zurück auf den gelb markierten Wanderweg gelber Punkt, den man dann nach links weiter wandert. Schon nach wenigen Metern erreicht man eine große Waldkreuzung, an der es weiter auf dem markierten Weg nach links geht. Der Weg führt runter bis zum Bahnübergang der Bahnlinie zwischen Stolpen und Lohmen. Der Übergang ist nur mit einem Andreaskreuz gekennzeichnet, aber an der Stelle kann man über weite Strecken den Zug schon sehen und außerdem sind es nicht gerade Hochgeschwindigkeitszüge, die auf der Strecke fahren. Auf der anderen Seite der Bahntrasse muss man noch ein Ministück weiter wandern, bis man den gut ausgebauten Radweg zwischen Dürrröhrsdorf und Porschendorf erreicht. Auf diesem asphaltierten Weg geht es nach rechts die letzten paar Meter bis zum Ausgangspunkt der Wanderung.
Teile der Wanderung waren sehr angenehm, aber leider verliefen auch drei Teile auf mehr oder weniger befahrenen Straßen und damit lässt sich eine Wanderung einfach nicht empfehlen. Aber der Breite Stein lässt sich ganz bestimmt auch anders erkunden. Eine kleinere Runde zum Breiten Stein ist die Wackelstein.

Herunterladen

Bruno Barthel

Nachdem wir eine geführte Wanderung auf den Spuren von Napoleon rund um den Lilienstein mit dem Nationalparkführer Christian Neumann unternommen hatten und uns der Stil von Hr. Neumann sehr gut gefallen hat, haben wir gleich ein paar Tage später eine weitere geführte Wanderung mit ihm unternommen. Auf der Internetseite des Nationalparks (www.nationalpark-saechsische-schweiz.de) wurde die Führung wie folgt angeboten:

Auf den Spuren Bruno Barthels
Im Gebiet von Lohmen, Uttewalde und Wehlen war bis vor 50 Jahren Bruno Barthel, Sandsteinbrecher, Mundartdichter und Botaniker, zu Hause. Kurz vor dem Tod erschien sein Heimatbuch “Im di Bastei rim”. Wir erkunden die Schauplätze Barthel’scher Geschichten, kommen von der Waldidylle in Teufelsküche und hören seine Steinbrechergeschichten in einem stillgelegten Bruch. Gönnen Sie sich einen faszinierenden Tag im Elbsandsteingebirge. Erleben Sie spannende, lustige und nachdenkliche Barthel’sche Geschichten an Originalschauplätzen. Ich freue mich auf Sie!
Termin:               Mo
02.10.2006   10.00 Uhr
Anmeldung:         erforderlich
Treffpunkt:           Anreise: S-Bahn bis Wehlen, dann mit Fähre übersetzen nach Stadt Wehlen bis zum oberen oder unteren Parkplatz (beide sind gebührenpflichtig).
Zeitdauer:            ca. 4 Stunden; je nach Leistungsvermögen
Konzept und Durchführung: Nationalparkführer: Christian Neumann
Preis:                 Erw. 6,- €; Kinder 3,- €

Bruno_Barthel

Das heißt natürlich, dass es sich auch hierbei nicht um eine gewöhnliche Wanderbeschreibung handelt, sondern um einen Erfahrungsbericht zu einer geführten Wanderung. Die telefonische Anmeldung klappte wie bei allen anderen Führungen perfekt und am vereinbarten Termin trafen wir uns vor der Wehlener Kirche. Die Kirche nennt sich seit dem Jahre 2004 auch Fahrradfahrerkirche und das muss einen nicht wundern, da bei schönem Wetter der Elbe-Fahrradweg eine riesige Anzahl Besucher nach Wehlen schwemmt. Die Kirche haben wir, als Start der Führung, kurz umrundet, da auf der Rückseite zu den Zeiten von Bruno Barthel (27.02.1885 – 23.02.1956) eine Apotheke sich befand, die in einer seiner Geschichten einen tragende Rolle spielte. Von Stadt Wehlen sind wir in Richtung Buschholz aus dem Elbetal heraus gestiegen. Da der Aufstieg auf gewöhnlichen Fußwegen und einer Fahrstraße erfolgte, Teufelsgrund_Durchgang_kleinwar die Steigung ganz angenehm und wir konnten uns sehr gut unterhalten. Hr. Neumann erzählte eine paar Eckdaten über Bruno Barthel, z.B. wie seine familiären Verhältnisse gewesen sind, dass er als Steinbrecher gearbeitet hat und wo er gewohnt hat. Nach dem Aufstieg sind wir dann über die Teufelsschlüchte wieder in den Wehlener Grund abgestiegen. Der Weg durch die Teufelsschlüchte hat wirklich viel Spaß gemacht, da es nicht einfach nur ein gewöhnlicher Pfad durch eine Schlucht ist, sondern man schon ein paar Mal unter herabgestürzten Felsbrocken drunter her klettern muss. Vor bzw. in der Schlucht hat Hr. Neumann uns die Entstehung der Schluchten durch die drei Eiszeiten sehr eindrucksvoll erklärt. Daran konnten wir sehr deutlich heraushören, was er irgendwann mal studiert hat, da er uns dieses Thema spitzenmäßig erklären und veranschaulichen konnte.
Im Wehlener Grund sind wir dann ein kurzes Stück aufwärts gegangen, bis zum Abzweig des Uttewalder Grundes. Auf dem Teilstück der Wanderung hat uns Hr. Neumann die Geschichte des kleinen Bruno Barthel erzählt, als er von seiner Mutter zur Apotheke nach Wehlen geschickt worden ist. Ich möchte die Geschichte hier nicht wiedergeben, da man sie sich auf der geführten Runde von Hr. Neumann selber anhören sollte, oder im Buch ” Im di Bastei rim” von Bruno Barthel nachlesen kann (was aber für einen normalen hochdeutsch sprechenden Menschen wie mich eine unlösbare Aufgabe ist). Wir sind nicht in den Uttewalder Grund reingewandert, sondern am Freundschaftsstein nach rechts weiter gegangen. Steinerner_Tisch_2_kleinAuch hier haben wir uns über Kleinigkeiten wie z.B. einen “Strudeltopf”, der rechts des Weges zu sehen ist, gefreut. Normalerweise läuft man an so einem seltsamen Loch vorbei, und nur wenn man ganz aufmerksam ist, stellt man sich die Frage, warum genau an dieser Stelle irgendwelche Leute so ein seltsames Loch gebohrt hätten. Mit einem geschulten Führer wandert man an solch einem Loch nicht einfach vorbei. Wir sind der roten Punkt Wegmarkierung roter Punkt weiter gefolgt und nach einem angenehmen Aufstieg am Steinernen Tisch angekommen. Natürlich hat uns Hr. Neumann auch hier den Hintergrund zu dieser steinernen Sitzgruppe erklärt.
Amselfall_kleinDa wir die Bastei und den ganzen Bereich drum herum schon ganz gut kannten, haben wir einen anderen Weg gewählt, als Hr. Neumann normalerweise geht, und so sind wir quer rüber bis zum Amselfall gegangen. Da sich meine Frau noch kurz in der Nationalpark- Informationsstelle Amselfall umgesehen hatte, haben wir das Glück gehabt, dass irgendein netter Besucher die 30 Cent für das kurz-Wasserfall-laufen-lassen ausgegeben hat. Wenn denn die Schleuse per Fernsteuerung geöffnet wird, dann ist der Wasserfall auch seinen Namen wert. Es rauscht und plätschert würdig. Nach dieser kleinen Einlage ging es auf dem viel besuchten Weg bis nach Rathen runter. Auf dieser Strecke waren an dem Brückentag schon so einige Wanderer unterwegs und es nahm mit dem Näherkommen an Rathen immer mehr zu. An der Elbe angekommen, ging es in die Richtung Wehlen, aber nicht auf dem Elberadweg, sondern auf der Terrasse der Steinbrüche. Hier oben haben wir überraschenderweise keinen einzigen anderen Mitmenschen angetroffen. Hr. Neumann hat uns einiges zu den gefährlichen Arbeitsweisen, den Hintergründen und der Geschichte der Steinbrüche erzählt. Es war sehr beeindruckend, wenn man auf dem kleinen Pfad über die Terrasse der Steinbrüche entlang wandert und so schön erklärt bekommt, wie es vor hundert Jahren hier ausgesehen hat. Knapp neben der Bergsteigerhütte, die beinah durch den Felssturz des Wartturms verschüttet wurde, haben wir eine kleine Rast eingelegt. Von hier oben konnten wir gut die Menschenmassen beobachten, die mit der Gierseilfähre in Rathen einfielen. Unser weiterer Weg führte zwischen dem Steinbruch und den ehemaligen Häusern der Steinbrecher vorbei. Heutzutage werden diese Häuser als Ferienhäuser benutzt. Faszinierend schön sind die steinernen Garten”türchen”. Kurz hinter dem Ortsanfang Wehlen sind wir dann wieder auf den Elberadweg gestoßen. Von hier aus ging es die letzten Meter bis zum Ausgangspunkt zurück.
Damit war eine sehr schöne Wanderung zu Ende, die meiner Frau und mir sehr gut gefallen hat. Was uns auch ganz besonders gut gefallen hat, war, dass wir bei der Verabschiedung noch mal so etwas wie eine schriftliche Zusammenfassung der Wanderung erhalten haben. Hiermit möchten wir uns nochmals bei Hr. Neumann bedanken für die sehr gelungenen Führungen und die sehr gut rüber gebrachten Hintergrundinformationen.
Nachtrag: H. Neumann hat inzwischen eine eigene Internetpräsenz (www.nationalparkfuehrer-christian-neumann.de), auf der man alle seine geführten Wanderungen aufgelistet sind.

Herunterladen

Burglehnpfad

In der Originalbeschreibung zur Genusswanderung wurde ein Abstecher zum Burglehnpfad empfohlen und auf der Wanderung zur Herrenleite war mir ein seitlicher Zugang ins Auge gefallen. Da zu Pfingsten die Sächsische Schweiz mal wieder vollkommen überlaufen war, musste eben mal der Rand der schönen Landschaft erkundet werden. So liegt der Startpunkt für diese Wanderung in Lohmen. Hier darf man im gesamten Ort noch kostenlos parken und so ist es ziemlich egal, an welche Stelle man den Startpunkt legt, es sollte nur ungefähr im westlichen Bereich von Lohmen sein. Von der Staatsstraße S164 (Pirnaer Straße bzw. Basteistraße) zweigt der Herrenleither Weg in südliche Himmelsrichtung ab. Auch wenn das die direkte Zufahrt in das Tal ist, fahren hier nur ganz vereinzelt Autos und dadurch kann man schon den Weg aus Lohmen heraus mit einem Blick in die Landschaft genießen. Auf der linken Seite verläuft ziemlich parallel die Kastanienallee und rechts kann man auch vereinzelt über die Ebene der Felder blicken. Nach etwas mehr als ½ Kilometer erreicht der Weg den Wald und es geht in einem typischen Sandsteingrund abwärts.  Einfahrt_Lohmener_Motorradclub_kleinNach einem sehr angenehmen Weg in das eigentliche Haupttal der Herrenleite passiert man auf der rechten Seite das Gelände des Lohmener Motorradclubs und links die unteren Ausläufer des Feldbahnmuseums. Sehr ungewöhnlich sehen die Gebäude und die Umzäunung des Motorradclubs aus. Dabei handelt es sich um ein altes Militärlager, das in ausgedehnten Stollensystemen untergebracht war. Heutzutage können hier die etwas lauteren Feste gefeiert werden, ohne dass irgendjemand gestört wird.
Auf dem Gelände des Feldbahnmuseums trifft sich ein wirklich fleißiger kleiner Verein. Es ist ganz schön verwunderlich, dass in einem Land, in dem wirklich alles genormt ist, die Spurweiten der Eisenbahnen so unterschiedlich sind. So gibt es Schienen, die 530, 600, 700, 750, 780, 900 und 1000 mm breit sein müssen. Genau so etwas und vieles mehr kann man auf dem Gelände entdecken und selbst außerhalb der offiziellen Besuchstage (Samstags Mai – Oktober) finden.
Die Wanderung führt von dem Herrenleither Weg nach rechts auf den Herrenleitenweg. Hier weist ein seltsames Verkehrsschild (Privatstraße des Bundes. Benutzen auf eigene Gefahr) auf die Historie des Tals hin. Als ich die Wanderung zum Pfingstmontag unternommen habe, standen gleich noch ein paar weitere seltsame Schilder herum. So wies ein Schild auf Draisinenfahrten und deren Vorfahrt hin und außerdem sollte man nicht auf dem Randstreifen parken, da ein Busverkehr hier eingerichtet wäre. Tatsächlich begegnete mir in dem Tal ein historischer Bus, der als Pendelverkehr zwischen Pirna und dem Museumsgelände unterwegs war. Trabi_Draisine_kleinAuf der Bahntrasse neben der Straße fuhren mindestens zwei motorgetriebene Draisinen, von denen eine (Schienentrabi) ungewöhnlicherweise am Ende der Strecke durch eine raffinierte Drehvorrichtung gewendet wurde. Die Fahrgäste hatten einen riesigen Spaß, durch das schöne Tal gefahren zu werden.
Das Tal der Herrenleite endet auf der Wehlener Straße, die nur ganz wenige Meter (ca. 50 Meter) nach links begangen werden muss, um dann gleich wieder nach rechts abzubiegen. Der Weg ist ab der Kreisstraße mit dem gelben Punkt gelber Punkt markiert und steigt dann nach Mockethal an. Hier stehen gleich mehrere tolle alte Häuser und Bauernhöfe. Die Dorfstraße Am Rundling endet auf einem schönen Dorfplatz mit einem Teich in der Mitte. Hier versteckt sich der weitere Weg ein wenig, Kaelbergarage_Mockethal_kleinaber es geht auf der rechten Seite gelb markiert weiter. Die Wanderung passiert einen größeren Bauernhof, der sich auf Rinderzucht spezialisiert hat. Super lustig sehen die Kälbergaragen zwischen den Ställen und dem Wanderweg aus. Die Tiere leben zwar nicht auf einer riesigen Fläche, aber für einen vollkommenen unwissenden Mitmenschen wie mich sehen die Kälber trotzdem ganz zufrieden aus.
Gleich hinter dem Hof führt die Wanderung auf das Feld hinaus und man kann nett in die Landschaft blicken. Nach einer kurzen Strecke von 200 Metern beginnt der Abstieg runter in den Mockethaler Grund. Der größte Teil der 50 Höhenmeter erfolgt über einige Stufen und am Ende erreicht man den Radweg/die Fahrstraße im Elbtal. Hier geht es gleich wieder die nächsten 170 Meter auf der Fahrstraße den Mockethaler Grund aufwärts, bis nach links (kurz vor der Hausnummer 6a) die gelbe Wanderwegmarkierung abbiegt. Der Aufstieg ist außerdem mit dem Symbol des Sächsischen Weinwanderwegs gekennzeichnet und führt mit so einigen Schlenkern aus dem Elbtal heraus. Ehrenhain_Gedenkstein_Copitz_kleinAm Ende erreicht man die Ebene und gleich fallen einem der toll angelegte Pfad an dem Postaer Elbhang und ein relativ großer Ehrenhain auf. vorderer_Blick_vom_Burglehnpfad_auf_Pirna_kleinDer Burglehnpfad ist 2006 saniert worden und bietet einige sehr schöne Aussichten ins Elbtal und rüber auf Pirna bzw. das Schloss. Der Weg ist durch eine großzügige Spende von Reny Zieschang-Wieder und Herbert Zieschang saniert worden. Sehr pfiffig ist, dass selbst die Pflege und Unterhaltung des Weges durch eine neue Solaranlage auf dem Dach der Pirnaer Grundschule finanziell gesichert ist. An mindestens 7 Stellen stehen Bänke und die Blickachse auf die andere Elbseite ist ordentlich toller_Burglehnpfad_Pirna_kleinfreigeschnitten. Der Burglehnpfad ist ungefähr einen Kilometer lang und es macht wirklich viel Spaß, ihn Blick_vom_Burglehnpfad_auf_Schloss_Pirna_kleinentlang zu wandern. Nach dem Kilometer biegt nach links eine Treppe ab, von der man noch mal einen netten Blick auf das Panorama von Pirna hat. Ganz reizvoll ist, sich vorzustellen, dass es hier reichlich Häuser gibt, die alle diesen netten Blick genießen und dabei auch noch hochwassersicher sind. Eigentlich kein Wunder, dass die Häuser hier oben auch Schöne Höhe genannt werden.
Am Ende der Treppe geht es nach rechts auf der Straße Oberleite und dann auf der Niederleite weiter. Diese Straße endet auf der Hauptstraße und spätestens ab dieser folgt man der Wanderwegmarkierung blauer Punkt blauer Punkt. Nach einem kurzen Stück (weniger als 200 Meter) gabelt sich der Weg und es geht nach links, auch wenn die Straße rechts verführerischerweise schoene_Villa_Pirna_kleinLohmener Straße heißt, auf der Pillnitzer Straße weiter. Die blaue Wanderwegmarkierung führt durch den nördlichen Teil von Pirna und mit dem Übergang von der Pillnitzer Straße auf die Liebethaler Straße wird der Straßenverkehr wieder besondere_Villa_Pirna_kleinangenehm und man kann so einige prachtvolle Häuser bestaunen. Zwischendurch passiert man ein Feuchtgebiet und dann muss man noch ein ganzes Stück an der Kreisstraße Altjessen bzw. Liebethaler Grund entlang wandern. Aber auch auf dieser Straße hält sich der Straßenverkehr sehr in Grenzen und man kann gut am Rand entlang wandern. Kurz nachdem man die Grundmühle im Wesenitztal passiert hat, wird das Tal enger und auf der linken Straßenseite ragt die erste Felswand eines alten Steinbruchs auf. Diese Wand sieht sehr ungewöhnlich aus, da die gesamte Fläche zugewuchert ist.
Bevor die Fahrstraße nach links aus dem schönen Liebethaler Grund verschwindet, passiert man die Liebethaler Mühle, die auch heute noch zumindest als Wassermühle in Funktion ist. Gleich neben den Gebäuden befindet sich ein Wendehammer bzw. Parkplatz, an dem am Wochenende ruhige_Wesenitz_kleineine große Anzahl an Kletterern anzutreffen ist. In dem ehemaligen Steinbruch versuchen viele ihr Können an der Felswand. Selbst wenn die Kletterer nicht in der Wand hängen, kann man hier sehr gut ihre Spuren erkennen, da anscheinend einige mit Magnesia geklettert sind. An vielen Griffen sind diese markanten Spuren zu sehen und man kann sich drüber freuen, dass dieses Hilfsmittel in der Sächsischen Schweiz verboten ist.
Das letzte größere Teilstück der Wanderung beginnt mit dem Weg in den Liebethaler Grund. Hier weist auf der linken Wegseite eine dieser tollen Glastafeln auf den Start des Malerwegs hin. Der Wanderweg durch das Tal der Wesenitz ist wirklich fantastisch und der Bachlauf ist mal ganz ruhig und dann wieder vollkommen wild und stürzt sich über Felsen hinweg. Steg_zum_ehemaligen_Copitzer_Elektrizitaetswerk_kleinNach 1 Kilometer passiert man die Ruine eines Wasserkraftwerkes (Copitzer Elektrizitätswerk), das immer mal für romantische Fotos einer Industrieruine herhalten muss. Ganz besonders die Sprossenfenster und das alte Turbinengehäuse tauchen Wagner-Denkmal_im_Liebethaler_Grund_kleinimmer mal wieder bei der Fotocommunity (www.fotocommunity.de) auf. Dieses Wasserkraftwerk wurde über ein langes Rohr mit Wasser versorgt und dieses kann man flussaufwärts gleich neben dem Wanderweg entdecken. Bald erreicht man das riesige Richard-Wagner-Denkmal, das hier unten im Liebethaler Grund vollkommen überrascht, aber wenn man erfährt, dass Herr Wagner hier unten die ersten Entwürfe für Lohengrin skizziert hat, dann ist es ein wenig verständlicher
Auf dem weiteren traurige_Lochmuehle_und_Wesenitz_kleinWeg passiert man die trostlose Lochmühle und dahinter geht es über die Wesenitz hinweg. Hier stürzt sich das Wasser ganz besonders wild wilde_Wesenitz_an_der_Lochmuehle_kleinüber eine größere Stufe im Bachbett hinunter. In der Verlängerung der Brücke geht es mit einer langen Treppenanlage aus dem Tal heraus und hinauf in die Ortschaft Daube. Da erreicht man einen netten Dorfplatz, der mit einer Straße umrundet wird. Genau auf dieser Straße geht es nach vorne bis zur nächsten Aufstieg_von_Wesenitz_nach_Daube_kleinQuerstraße. Dort wandert man nach links in Richtung Lohmen. Nach wenigen hundert Metern erreicht man die Lohmener Kläranlage, die überraschenderweise überhaupt nicht stinkt. Gleich an der Kläranlage biegt nach rechts der Kirchsteig ab. Blick_Kirchsteig_zur_Kirche_Lohmen_kleinDiese Wohnstraße führt an einer Vielzahl neuer Einfamilienhäuser vorbei, bis nach ein paar hundert Metern der Kirchsteig in einen reinen Gehweg übergeht. Der Name für diesen Weg ist mit Steig irgendwie leicht irritierend, aber die Bezeichnung Kirchsteig ist ziemlich zutreffend, da man wirklich geradlinig auf die Lohmener Kirche zugeht. Nach insgesamt ½ Kilometer auf dem Kirchsteig sollte man nach rechts abbiegen. Hier bietet sich sehr gut die Fabrikstraße oder die Pestalozzistraße an, um dann auf der Bahnhofstraße nach links bis zur Staatsstraße S164 (Pirnaer Straße bzw. Basteistraße) weiter zu wandern. Damit ist man am Ausgangspunkt der Wanderung angekommen. Ich war wirklich überrascht von dem schönen Burglehnpfad und noch mehr erfreut mich, dass eine Privatperson so viel Geld für einen Weg und damit dem Vergnügen der Allgemeinheit spendet.

Herunterladen

Das Treppchen

Wenn man im Zscherregrund (von der Bastei in Richtung Wehlen) unterwegs ist, fallen einem ein paar Stufen aus dem Grund hinaus auf. Nachdem es mich doch so sehr interessiert hat, wohin diese Stufen führen, habe ich zuerst auf der Karte von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) nachgesehen und dort den netten Namen Das Treppchen entdeckt. Da der Weg anscheinend keine Sackgasse ist, musste gleich mal eine Erkundung dort unternommen werden.
Damit eine ordentliche Wanderung draus wird, habe ich den Startpunkt nach Uttewalde gelegt. Zumindest im Jahre 2012 konnte man dort sogar noch kostenlos parken und das auf einem wirklich toll aussehenden Parkplatz. Gleich an der Straße vor dem Parkplatz führt die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich  vorbei. Auf ihr geht es ein paar Meter in Richtung der Ortschaft. Gleich am Ortseingang gabelt sich die Straße und es geht nach rechts unmarkiert weiter. Die Straße ist eine Schleife, die einmal komplett durch das Dorf führt, aber mit wirklich nur sehr wenig Verkehr. Garten_und_Pension_Uttewalde_kleinAn der östlichen Seite des Orts befindet sich der Gasthof & Pension Uttewalde und auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein ehemaliger Bauernhof mit einem gigantischen Grundstück und einer Natursteinmauer drum herum. Gleich vor der Gaststätte geht es nach rechts weiter in den Uttewalder Grund. Der Abstieg erfolgt über so einige Stufen, die anscheinend sogar mit Straßenlaternen beleuchtet werden, bis in den Grund hinunter. Dort erreicht man dann auch sofort eine der wenigen Gaststätten, die sich im Gebiet des Nationalparks befinden. Der Gasthof Waldidylle besteht bereits seit 1790 und ist immer schon eine Wandergaststätte gewesen. Sehr ungewöhnlich ist, dass die Gaststätte eigentlich Montags Ruhetag hat, aber trotzdem einen „Notbetrieb“ in Form von Getränken und Wandernahrung auf der Terrasse anbietet.
Durch den Felsecke_im_Uttewalder_Grund_kleinUttewalder Grund führt die Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich, der man talabwärts folgt. Das Tal ist relativ eng und an den Seiten stehen unterschiedlichste Felsformationen, bei denen es immer wieder Spaß macht, die ungleichen Oberflächen zu bestaunen. Gesamtbild_Freundschaftsstein_kleinMal sind ganz glatte Flächen zu finden, dann wiederum regelrechte Honigwaben. Auch gibt es auf der linken Wegseite einen netten Höhlengang, der ganz besonders bei den Kindern beliebt ist. Nach ½ Kilometer liegt vor einem eine große Felsmurmel mit so einigen Inschriften und Zeichen. Dabei handelt es sich um den Freundschaftsstein, auf dem man mindestens die Jahreszahl 1839 entdecken kann.
Hier geht es nach links das Tal hoch, weiterhin auf der grünen Wanderwegmarkierung. Gleich nach ein paar Metern kann man noch mal unterschiedlichste Inschriften im Felsen finden. alte_Felsinschrift_1792_Zscherregrund_kleinEinerseits ist in einem vorgelagerten Steinbrocken ein Vogel mit einem Zweig im Schnabel und zu Füßen ein paar Trauben eingraviert und in dem Felsen dahinter befindet sich ein Emblem mit der Jahreszahl 1792. Das ist schon eine ziemlich stolze Zahl, wenn man überlegt, dass der größte Teil der Inschriften in der Sächsischen Schweiz auf Freizeitbeschäftigungen beruht. Gleich daneben befindet sich dann auch die besagte Treppe. Wenn man den Zscherregrund noch ein paar ganz wenige Meter weiter aufwärts wandert, dann kann man einen eindrucksvollen Strudeltopf mit einer sehr guten Erklärungstafel gleich neben dem Weg finden.
Die Wanderung verlässt aber über das Treppchen den Zscherregrund und steigt ziemlich einfach aus dem Tal heraus. Das_Treppchen_am_Zscherregrund_kleinNach den ersten paar Stufen wechselt der Pfad in eine Schlucht, an deren Felswänden eine Schlucht_am_Treppchen_kleinVielzahl an Fahnen und Moosen wachsen. Das sieht besonders interessant aus, wenn sich in den Morgenstunden der Tau dort niedergeschlagen hat. Am Ende der Schlucht erreicht man eine Ebene, auf der ein Pfad weiter geradeaus führt. Nach weniger als 100 Metern auf der Ebene erreicht der Pfad einen breiteren Waldweg, auf dem es nach rechts weiter geht. Dieser Waldweg ist relativ breit ausgebaut, wird aber anscheinend nur ganz selten benutzt. Bald wird eine Wildwiese mit einer netten Aussicht erreicht. Hier kann man sehr schön in die Landschaft rund um den Lilienstein blicken.
Am unteren Ende der Wiese erreicht man die ersten Häuser der Minisiedlung Grögers Gut. freies_Hauschwein_am_Groegers_Gut_kleinDiese Siedlung ist wirklich verwunderlich, weil die Häuser hier recht weiträumig verteilt herumstehen. Ganz lustig war, dass gleich vor den ersten Häusern auf der großen Wiese ein kleines Schwein seine Kreise zog und sich von mir überhaupt nicht stören ließ. herbstliches_Groegers_Gut_kleinAuf jeden Fall war es kein Wildschwein, sondern ein schwarz-buntes Hausschwein, was mich stark verwunderte, aber doch beruhigte. Der Weg endet auf der eigentlichen Fahrstraße der Siedlung. Hier geht es nach links leicht ansteigend weiter. Das nächste Teilstück der Wanderung erfolgt auf einem alten Waldweg, der überraschend breit (ungefähr 6 Meter) und mit mächtigen Sandsteinplatten ausgelegt ist. Bei diesem Waldweg handelt es sich um den Steinrückenweg, der von Stadt Wehlen hoch zum Steinernen Tisch führt. bemoste_Felswand_im_Hoellengrund_kleinBesonders schön sehen dieser Weg und der Wald drum herum im Frühjahr aus, wenn die Buchen im leuchtendem Hellgrün strahlen. Die Wanderung folgt dem breiten Waldweg über eine Strecke von insgesamt 1 ¼ Kilometer, bis auf der linken Wegseite eine alte Sandsteinsäule und ein neumodischer Wegweiser stehen. Hier biegt man nach links auf die bekannte Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich in den Höllengrund ab. Der Abstieg durch den Höllengrund ist ganz ähnlich wie der Uttewalder Grund ziemlich abwechslungsreich und bietet einen schönen Einblick in die Felsenvielfalt der Sächsischen Schweiz.
Der uberragender_Felsen_im_Kohlgrund_kleinHöllengrund endet wieder im bekannten im Zscherregrund, der aber nach rechts, leicht ansteigend, aufwärts begangen wird. Hier ist der befahrbare Waldweg ohne Wanderwegmarkierung und er wird auch Kohlgrund genannt. Obwohl hier am Wegesrand die gleichen Sandsteinfelsen wie im Höllengrund stehen, wirken diese Felsen schon wieder ganz anders. Im Kohlgrund wachsen zwar auf den Sandsteinfelsen auch Farne, aber nur ganz wenige Moose. Die Felsen ragen im Kohlgrund ziemlich weit in und zum Teil über den Weg und dadurch macht dieser auch ein paar Schlenker. Das sieht ganz besonders schön aus und ist schon wirklich häufig für tolle Fotos abgelichtet worden.
Durch den Kohlgrund wandert man 300 Meter, bis der Bachlauf unter dem Forstweg die Straßenseite wechselt und nach links ein deutlich sichtbarer Pfad abzweigt. Muellersteig_Richtung_Uttewalde_kleinDabei handelt es sich um den Müllersteig, der angenehm aus dem Grund heraus steigt. Im Jahre 2012 sah der Wald auf der rechten Wegseite sehr interessant aus. Hier konnte man schön sehen, wie zwei unterschiedliche Schichten im Wald vorhanden sind. Hoch oben sieht man noch den alten Baumbestand, aber von unten hat sich ein sehr netter Mischwald gebildet. Nach etwas weniger als 200 Metern auf dem Müllersteig erreicht man den breiten Brückwaldweg, der ein paar Meter (60 Meter) nach rechts gewandert wird. Dann biegt der Müllersteig nach links ab. Abstieg_vom_Muellersteig_Uttewalder_Grund_kleinDer Waldweg ist relativ breit und mit Gras bewachsen. Dadurch sieht er sehr nett aus und es macht Spaß, die 300 Meter in Richtung Uttewalder Grund zu wandern. Da der Uttewalder Grund noch einmal durchquert werden muss, um dann hoch nach Uttewalde zu gelangen, geht es über die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich einmal den Kluftsteig abwärts und auf der gegenüberliegenden Seite wieder hoch. Das sind zum Glück nur 50 Höhenmeter auf beiden Seiten, die man relativ schnell überwinden kann.
Nachdem man aus dem Grund wieder hoch gestiegen ist, geht es in Bruno_Bartel_Felsen_am_Uttewalder_Parkplatz_kleinUttewalde der gelben Wanderwegmarkierung hinterher und bald ist der Ausgangspunkt der Runde erreicht. Mitten auf dem Parkplatz steht ein Sandsteinfelsen mit einem fest montierten Gipfelbuch. Dieser Felsen ist mit einer kleinen Gedenktafel an Bruno Bartel ausgestattet. Herr Bartel war ein lokaler Mundartdichter, der einen Teil seiner Kindheit in Uttewalde verbracht hat. Ich war auf dieser Tour stark davon überrascht, dass es so schöne ruhige Wege in der Vorderen Sächsischen Schweiz gibt und jetzt weiß ich endlich, wohin die paar Treppenstufen führen.

Herunterladen

Dom

Diese Wanderung zum Kletterfelsen Dom in der Sächsischen Schweiz ist im Grunde aus einem Missgeschick entstanden. Eigentlich wollten wir zu einer geführten Wanderung, die in Rathen starten sollte. Blöderweise hatten wir uns nicht angemeldet, da wir davon ausgingen, dass bei so vielen Besuchern in der Sächsischen Schweiz die Wanderung ganz bestimmt auch stattfinden würde. Tja, falsch gedacht. Da wir aber jetzt schön früh morgens in dem Kurort Rathen standen, musste eine Alternativwanderung aus dem Ärmel geschüttelt werden. Und weil das Felsenriff um die Honigsteine immer wieder toll ist, war das Ziel schnell bestimmt.
Als Ausgangspunkt der Wanderung ist aber der Kurort Rathen nicht zu empfehlen, da man hier keinerlei öffentliche Parkplätze findet und so startet die Wanderung oberhalb von Rathen an dem Parkplatz neben dem Gamrig. Hier findet man eigentlich immer einen Parkplatz. Zuerst geht man ein Stück auf der Zufahrtsstraße von Rathen. Dazu biegt man vom Parkplatz nach links ab und folgt der Straße. Der Wanderweg ist hier mit dem roten Punkt roter Punkt markiert. Insgesamt folgt man der Straße etwas weniger als einen Kilometer, wobei man eine schöne Aussicht namens Margaretenhöhe passiert, bis man das Feuerwehrhaus bzw. dahinter die Touristeninformation erreicht. Der Weg über die Zufahrtsstraße ist zwar nicht so angenehm wie eine Waldwanderung, aber zu den meisten Zeiten hält sich der Autoverkehr auf der Straße in Grenzen.
An dem besagten Gebäude wird die Straße verlassen und es geht nach rechts ein paar Meter auf der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich entlang. Zuerst wird ein Parkplatz und dann eine Vielzahl alter Garagen passiert. Gleich hinter den Garagen wird der offizielle Wanderweg nach links verlassen. Hier geht es an den eigentlichen Aufstieg. Auf der rechten Pfadseite kann man auch schon die ersten Felsen erkennen und deshalb folgt man nach 200 Metern Aufstieg dem Pfad nach rechts. kleine_Klettereinlage_Honigsteine_kleinHier wird die Bergbesteigung noch ein kleines bisschen steiler, aber so einige Stufen helfen, auf die Felsen zu kommen. Die Felsen an den Feldsteinen und Honigsteinen sind sehr beliebt bei den Kletterern und so ist der Weg nach oben ganz gut ausgebaut. Der Pfad erreicht einen Bergsattel zwischen den Feldsteinen und Honigsteinen. Für die weitere Wanderung geht es mit ein paar kleineren Klettereinlagen nach rechts aufwärts. Diese Klettereinlagen sind aber wirklich einfach und sollten eigentlich keinen abschrecken.
Nachdem man die erste Kletterei erfolgreich absolviert hat, hält man sich leicht links und es geht an einem großen abgebrochenen Felsstück vorbei. Die Wanderung folgt einem gut sichtbaren Pfad auf der westlichen (linken) Seite der Felsen. Am zweiten möglichen (sichtbaren) Felseneinschnitt sollte man nach rechts aufsteigen. Man könnte zwar auch den verführerischen Pfad weiter wandern, aber dann geht es an einer brenzligen Stelle entlang. Hier müsste man unter einem Felsen neben einer Felskante entlang kriechen. Da ist der Weg über die Felsen viel einfacher. Für die Miniklettereinlage gibt es sogar zwei unterschiedliche Aufstiege, Basteibruecke_von_Honigsteinen_kleindie beide gleich leicht sind. Lokomotiv-Dom_von_Honigsteinen_kleinZwischendurch bieten sich mehrere Aussichten entweder rüber zu den Besuchermassen auf der Bastei oder zum Hauptziel der Wanderung, der Lokomotive, an. Nach der leichten Klettereinlage geht es auf einer kleinen Ebene auf den nächsten Felsen zu. Dieser kann auf beiden Seiten umrundet werden, um dann den Abstieg zu erreichen.
Bevor es aber abwärts geht, sollte man unbedingt noch ein Stückchen weiter nach vorne wandern. Zu allererst erreicht man die Lokomotive mit der Esse und dem Dom. Zwischen den beiden befindet sich der Kesselgrat, der zur Sommersonnenwende 2010 zu einem lustigen Foto herhalten musste. Normalerweise ist der Honigstein bzw. die Lokomotive eine ruhige Stelle, aber in diesem Fall sitzen mindestens 17 Kletterer auf dem Grat. Ich weiß, dass die Bezeichnung Dom für die Wanderung leicht irreführend ist, aber als alter Kölner finde ich, dass auch die Sächsische Schweiz einen Dom verdient hat. Die genaue Bezeichnung in den Kletterkreisen ist: Lokomotiv-Dom. Amselsee_von_den_Heonigsteinen_kleinAn der Lokomotive kann man auch noch dran vorbei wandern und noch bis zum Fuß des nächsten Felsens weiter gehen. Von der Vorderseite des Felsens und auch von der Lokomotive hat man eine tolle Aussicht in das Tal des Amselsees. Von der Theorie her soll man eigentlich auch noch auf der Felskette weiter gehen können, aber irgendwie hat uns dazu der Mut gefehlt. Deshalb geht es wieder zurück in die Richtung der Lokomotive. Im Fuße der Lokomotive befindet sich auch ein kleiner Durchgang und ein sehr netter Platz davor. Hier bietet sich eine Rast mit toller Aussicht an.
Jetzt geht es die paar Meter wieder zurück, bis zum schon vorher gesehenen Abstieg. Dieser Weg runter von den Honigsteinen ist sehr einfach zu bewältigen, da der Pfad mit einigen ordentlichen Stufen angelegt ist. Am Ende des Pfades erreicht die Wanderung einen breiten Forstweg mit dem Namen Pionierweg. Dieser Weg ist im Jahre 1895 von dem Königlich Sächsischen Pionier Bataillon 12 gebaut worden. Da hier Geschütze hoch bzw. runter bewegt werden sollten, ist die Steigung sehr angenehm zu wandern. Die Wanderung folgt dem grün markierten Wanderweg grüner Strich für ein Stück von ¼ Kilometer nach rechts, bis der markierte Weg einen scharfen Knick nach links macht. Hier wird der breite Forstweg geradeaus verlassen. Tja und jetzt wird die Wanderbeschreibung richtig schwierig, da es über ein paar unterschiedliche Pfade weiter geht. Hier würde die Wanderkarte Bastei von Dr. Böhm extrem weiterhelfen, aber wir versuchen, die Strecke möglichst gut zu beschreiben.
Nach ungefähr 100 Metern auf dem unmarkiertem Weg biegt nach rechts ein Weg ab, den es weiter aufwärts geht. Der Weg macht den Eindruck, als wenn man über einen Bergsattel wandert, den es auf der gegenüberliegenden Seite wieder herunter geht. Auf der rechten Wegseite befinden sich die Felsen der Honigsteine. Nach 300 Metern auf dem Pfad abwärts erreicht man einen Forstweg (Verlängerung vom Knotenweg), den es nach rechts weiter abwärts geht. Am Ende dieses Weges ist die Wanderung im Koppelsgrund angekommen und es geht ein Stück auf der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich nach links weiter. Der Weg durch den Grund wird auch Füllhölzelweg genannt und ist ziemlich angenehm zu wandern. Nach ½ Kilometer befindet sich auf der rechten Seite eine kleine Brücke, die der Start für den Gamrigweg ist. Die ersten paar Meter gehen noch durch den Koppelsgrund und dann steigt nach rechts der Weg deutlich merkbar an. Da das nächste Ziel der Gamrig sein soll, muss es einen eigentlich nicht wundern, dass es aufwärts geht. Der Zugang zum Felsen ist ausgeschildert und sollte auch unbedingt unternommen werden. Um auf den Gamrig hoch zukommen, müssen ein paar Stufen bewältigt werden und schon ist man auf einem freistehenden Felsen mit einer netten Rundumsicht. Blick_von_Gamrig_auf_Elbetal_kleinGanz besonders auffällig ist, dass fast kein Baum die Panoramaausicht behindert und der Felsen eine ganz besondere Form hat. Troepfelburg_Gamrig_kleinWir vergleichen diese Felsenform immer mit einer “Tröpfelburg” vom Strand. Der Sandstein ist am Gamrig in vielen Schichten, die nach oben immer schmaler werden, abgetragen worden. So hat der Felsen hier eine ganz markante Form erhalten. Obwohl der Gamrig sehr einfach zu erreichen ist, haben wir bis jetzt immer Glück gehabt und es waren relativ wenige andere Besucher auf dem Gipfel.
Die Wanderung führt jetzt für das letzte kleine Stück die paar Höhenmeter wieder vom Gipfel herunter bis auf den Wanderweg. Hier geht es nach links und schon nach ein paar Metern ist die bekannte Zufahrtsstraße von Rathen erreicht. Damit ist die Wanderung wieder am Anfangspunkt angekommen und obwohl der Start der eigentlich geplanten Wanderung schon schief gelaufen ist, ist doch noch eine sehr schöne Runde herausgekommen. Die Wanderung war angenehm ruhig, es gab ein paar interessante Felsen und Aussichten und durch die Miniklettereinlagen an den Honigsteinen ein bisschen Abwechslung. Das einzige Manko der Runde war die Streckenfindung in dem Teilstück zwischen den Honigsteinen und dem Gamrig.

Herunterladen

Eisenbahnwelten Rathen

Mich hatte mal wieder eine nette Anfrage per Mail erreicht, in der eine ziemlich detaillierte Vorstellung für eine Wanderung von Hohnstein zu den Rathener Eisenbahnwelten und zurück beschrieben war. Die Runde hörte sich richtig interessant an und so bin ich gleich mal den Bogen Probegelaufen. Den Startpunkt habe ich an den großenschoenes_Rathaus_von_Hohnstein_klein Parkplatz in Hohnstein gelegt und von hier geht es nach rechts auf der Rathausstraße in Richtung Burg und Rathaus. Nach ganz wenigen Metern auf der Rathausstraße stößt die gelbe Wanderwegmarkierung gelber Strich dazu. Gleich hinter dem sehr schön aussehenden Rathaus biegt die Wanderung nach links ins Tal ab. Der Abstieg ins Polenztal ist mit dem blauen Strich blauer Strich gekennzeichnet. Zuerst passiert man noch ein paar Häuser und dann geht es in den ursprünglichen Bärengarten. Gleich hinter dem letzten Haus auf der linken Seite kann man die obere Mauer des Bärengeheges am Felsen noch deutlich erkennen. Wenn man dann noch ein paar hundert Meter weiter abwärts wandert, steht vor einem die nächste alte Mauer. In diesem Bereich wurden in längst vergangenen Zeiten Bären gefangen gehalten, bis sie zur Bespaßung der Hofgesellschaft in Dresden gebraucht worden. Tja, die Zeiten haben sich geändert und heutzutage werden die Bären im Zoo medizinisch besser versorgt als so mancher Mensch.
Ein paar Meter hinter der unteren Mauer biegt der markierte Wanderweg ziemlich unauffällig nach rechts ab in den Schindergraben. Portraet_Lenin_im_Schindergraben_kleinDer Waldweg fällt relativ steil ab, ist aber durch die steile Schlucht ziemlich abwechslungsreich. Im Schindergraben kann man gleich einige interessante Stellen entdecken, wie z.B. ein Porträt von Maueroeffnung_Baerengarten_Hohnstein_kleinLenin auf einer Felsmurmel gleich neben dem Pfad oder wenige Meter weiter ein Bild von Wilhelm Leberecht Götzinger. Gleich neben dem Abbild von Herrn Götzinger ist der untere Zugang bzw. der Durchfluss des Baches durch die Bärengartenmauer. Von dieser Stelle gibt es viele traumhafte Fotos im Web, denen ich mit meinen eigenen primitiven Fotos immer wieder großen Respekt zolle. Der Schindergraben führt weiter bis runter ins Polenztal. Hier passiert man die Gaststätte Polenztal (www.polenztal.de), in der man sehr nett im Biergarten eine Erfrischung zu sich nehmen kann.
Ab hier folgt man der Polenz auf der Wanderwegmarkierung roter Punkt roter Punkt. Ich bin immer wieder überrascht, dass hier so wenige Wanderer unterwegs sind, obwohl das ein super angenehmer Weg ist und überhaupt keine Höhenunterschiede bewältigt werden müssen. Dazu plätschert der Polenzbach angenehm beruhigend neben dem Wanderweg entlang. Im Frühjahr 2011 sah der Bachlauf ganz besonders aufgeräumt aus. Entweder hat schon das Unwetter den größten Teil des Totholzes runter ins Tal gespült oder man hat sicherheitshalber das ganze Gerümpel entfernt. So sieht der Bachlauf richtig sauber aus und wenn man mit Kindern die Runde wandern würde (was meinen Kindern aber im Moment noch zu lang ist), könnte man super gut kleine Staudämme bauen oder einfach nur mal wieder in einen Bach fallen.
Bach_Polenz_und_Polenztalwaechter_kleinMindestens an zwei Stellen hat man einen hervorragenden Blick von unten hoch auf die Felsen der linken Bachseite und so sollte man nicht nur den Blick auf den Bach genießen, sondern auch von Zeit zu Zeit den Kopf heben. Das ist ganz besonders interessant, wenn man 2 ½ Kilometer durch das Tal gewandert ist, dann steht vor einem der Polenztalwächter mit den dahinter stehenden Felswänden. Die Felsnadel ist ziemlich hoch und wird anscheinend besonders gerne von Kletterern erobert. Vielleicht scheint das aber auch nur so, weil man hier die Kletterer besonders gut sehen kann.
Auf jeden Fall wird hier mit der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich das Polenztal verlassen und es geht hoch in Richtung Ziegenrücken bzw. als Fernziel Rathen. Der Aufstieg erfolgt über einige Naturstufen und dann muss die vielbefahrene Fahrstraße am Ziegenrücken überquert werden. Moosbewachsener_Felsen_im_Fuellhoelzelweg_kleinAuf der gegenüberliegenden Straßenseite steigt der markierte Wanderweg auch gleich wieder von dem Ausläufer des Ziegenrückens herunter. Dieser Waldweg ist als ein breiter Forstweg ausgebaut und nur zwischendurch wird an einer Stelle ein Bogen mit der Wanderwegmarkierung abgekürzt. Der Füllhölzelweg führt immer weiter abwärts und spätestens im Koppelsgrund stehen ordentliche Felswände an den Seiten. Hier sind die Felsen mit Moos überzogen und das wirklich Überraschendste ist, dass am tiefsten Punkt kein Wasser läuft.
Die Wanderung erreicht an einem großen Garagenplatz den Ortsrand von Rathen und am anderen Ende passiert man bald die Touristeninformation. Hier geht es auf der Straße nach rechts und schlagartig nehmen die Menschenzahlen zu. Rathen ist mit der Bastei der am stärksten besuchte Ort der Sächsischen Schweiz und das stellt man hier ziemlich schnell fest. So befinden sich auch eine ganze Menge Restaurants und Mitbringsel- und Andenkenläden an der Straße runter zur Elbe. uebervolle_Gierseilfaehre_Rathen_kleinAm Ende der Straße befindet sich der Anlegesteg der Elbefähre. Meistens ist hier die Gierseilfähre im Einsatz und so kann man eine besondere technische Raffinesse erkunden. Ein Wasserfahrzeug, das viele Menschen ohne jeglichen Motor bewegt, ist wirklich etwas sehr Besonderes. Netterweise ist dadurch der Fahrpreis auch ein kleines bisschen billiger als in Wehlen oder den anderen Elborten. Im Jahre 2011 hat die Hin- und Rückfahrt für einen Erwachsenen 1,50 € gekostet.
Auf der gegenüberliegenden Elbseite wandert man ein paar Meter von der Elbe weg und schon steht vorderer_Teil_Eisenbahnwelten_Rathen_kleinman vor dem Eingang der Eisenbahnwelten Rathen (www.eisenbahnwelten-rathen.de). Hier habe ich erst mal richtig geschluckt, als ich 6 € bezahlen sollte und die Minianlage dahinter sah. Irgendwie dachte ich, dass der sichtbare Teil schon die gesamte Anlage war, aber komischerweise war auf Eisenbahnwelten_Rathen_Lichtenhainer_Wasserfall_und_Kirnitzschbahn_kleinEintrittskarte der Untertitel „Eintritt in die größte Gartenbahnanlage der Welt“ zu lesen. Sollte das etwas alles sein? Nein, so war es nicht. Es gibt tatsächlich einen riesigen Bereich links von dem eigentlichen Steuerhaus. Fachwerkshaeuser_Moritzburg_Endhaltestelle_Strassenbahn_kleinHier sind viele unterschiedliche Teilstücke der Sächsischen Schweiz zu sehen. Es macht wirklich richtig Spaß, die kleinen Landschaften mit den jeweils dazu passenden Bahnen anzusehen. Hier arbeiten anscheinend einige Menschen mit einer großen Liebe zum Detail. Spätestens nach einer kompletten Besichtigung der Anlage bietet sich ein Abstecher ins Restaurant oder den angeschlossenen Biergarten an.
Für die weitere Wanderung geht es daraufhin wieder über die Elbe an den Rückweg. Dazu muss man zuerst ein kleines Stück auf dem bekannten Weg unternehmen. Zuerst wird also die Elbe mit der Gierseilfähre wieder überquert und dann ein Stückchen auf der Straße aufwärts gewandert, bis nach 150 Metern nach links der Amselgrund abbiegt. Die ersten paar Meter sind mit dem roten Strich/Punkt roter Punkt markiert, aber schon nach kurzer Strecke geht es unmarkiert weiter in Richtung Amselsee. Staumauer_Amselsee_und_Lokomotive_kleinZuerst passiert man den Zugang zur Felsenbühne und der Bergrettungsstation und dann geht es an mehreren Forellenteichen vorbei. Am Ende der Teichanlagen sieht man die Staumauer, von der man sehr nette Bilder von den Felsen auf der gegenüberliegenden Teichseite machen kann. Der Felsen, der hoch oben zu sehen ist, hat den einleuchtenden Namen Lokomotive. Wer die Felsengruppe einmal gesehen hat, kann sich sofort den Namen erklären. Auf dem Amselsee könnte man eine besondere Abwechslung in der Form einer Bootstour unternehmen. Ich finde, das macht aber nur Spaß, wenn nicht gigantische Massen auf dem See herum paddeln. Erst dann wird die Attraktion angenehm und kann sogar ein bisschen romantisch werden.
Sehr nett ist, dass in den letzten Jahren der Wanderweg an der linken Seite (von unten gesehen) neu instand gesetzt worden ist. Inschrift_Pionierweg_kleinSo wandert man bis zum Ende des Sees und dann geht es nach rechts auf der Wanderwegmarkierung grüner Strich grüner Strich aufwärts. Dieser Weg ist vom königlich sächsischem Pionier Bataillon 12 vom 24. – 31. Juli 1895 angelegt worden. Dadurch ist der Weg mindestens fahrzeugbreit und hat eine sehr angenehme Steigung. Sehr ungewöhnlich finde ich, dass Napoleon nicht schon hundert Jahre vorher diesen Weg erkannt, sondern den Weg über den Ziegenrücken gewählt hat. Aber vermutlich war das Ziel von Napoleon auch nicht die Elbe, sondern eher die Ebene beim Lilienstein. Gleich an zwei unterschiedlichen Stellen haben sich die Erbauer dieses Weges mit Inschriften im Felsen verewigt.
Nach 2 Kilometern Aufstieg kann man neben einem Kernzonenschild links im Wald eine historische Waldweidesperre entdecken. Netterweise sind in der letzten Zeit eine Informationstafel und ein symbolisierter Zaun aufgestellt worden. So sollte wirklich jeder diese Stelle im Wald entdecken. Sehr Gelaender_am_historischen_Weidezaun_kleinkomisch ist, dass hier ein Kernzonenschild steht und ein paar Meter dahinter ein deutlich sichtbarer Hochsitz. Das entspricht überhaupt nicht meiner Vorstellung eines Gebietes, in dem die Natur sich selbst überlassen wird. Von dieser Stelle ist die bekannte Straße Ziegenrücken nicht mehr weit entfernt, die aber auch jetzt wieder nur überquert werden muss, um dann gegenüber weiter in Richtung Hockstein zu wandern.
Der Weg ist immer noch grün markiert und wird spätestens ab der Straße Knotenweg genannt. Der rückseitige Zugang zum Hockstein ist sehr gut ausgebaut und nach ziemlich genau einem Kilometer erreicht Brueckegelaender_am_Hockstein_kleinman eine steinerne Brücke über eine Felsenschlucht. Diese unscheinbare Brücke erleichtert den Zugang zum Hockstein ungemein, aber leider ist die Aussicht von hier noch ziemlich eingeschränkt. Das wird erst richtig gut, wenn man die vordere Kante der Felsen erreicht. Hier sind gleich mehrere schöne Aussichten ins Polenztal. Sehr interessant ist es, wenn man die Form des Polenztal nach links und rechts vergleicht. Auf der rechten Seite ist das Tal viel stärker und steiler eingeschnitten als auf der linken Seite. Das liegt einfach daran, dass links der Untergrund Granit ist und rechts das Sandsteingebirge beginnt. Der Hockstein bzw. Hohnstein befindet sich genau auf der Grenze dieser beiden unterschiedlichen Gesteinsschichten.
Von dem Hockstein führt ein sehr nett versteckter Abstieg herunter. Dazu geht man ein kleines Stück, Treppe_durch_Felsspalte_am_Hockstein_kleinca. 20 Meter, von der vorderen Aussicht zurück, um dann nach rechts abzubiegen. Der Weg führt mit ein paar Stufen und dann unter einer eisernen Brücke in eine Felsschlucht. Durch die gesamte Schlucht führt eine schmale Treppe, die immer nur in eine Richtung begangen werden kann. So sollte man auf die Stimmen in der Schlucht achten, da es auf der gesamten Strecke abwärts höchstens zwei Ausweichstellen gibt. Am Ende der Schlucht steht man am Felsenfuße des Hocksteins, von dem es aber noch ein ganzes Stück nach links runter ins Polenztal abwärts geht. Der Abstieg erreicht den Weg bzw. hier ist es sogar die Zufahrtsstraße ein kleines Stück von der bekannten Gaststätte Polenztal. Genau in die Richtung geht es jetzt und dazu wandert man nach rechts, bis ganz knapp hinter der Gaststätte der bekannte Weg in den Schindergraben abbiegt. Hier ist der Weg mit dem blauen Strich blauer Strich gekennzeichnet und es geht aufwärts in Richtung Hohnstein. Auch wenn man den Weg schon von oben nach unten kennt, so wirkt der Schindergraben in die andere Richtung ganz anders und das Bächlein fällt viel mehr in den Blickwinkel. So fällt z.B. eine größere Gesteinsfläche auf, über die der Bach nett hinweg läuft und ziemlich am Ende des Aufstiegs kann man nach rechts oben eine kleine steinerne Brücke entdecken. Dieses Brückchen ist ähnlich wie die Brücke am Hockstein und durch das Sandsteingeländer wirkt diese Brückenform ziemlich romantisch.
Nachdem man den breiten Weg erreicht hat, geht es nach links weiter leicht ansteigend hoch nach Hohnstein. Eigentlich erst in der Ortschaft nimmt die Steigung noch einmal ordentlich zu, aber mit dem Passieren des Rathauses ist die letzte Anstrengung vorbei. Am Rathaus geht es nach rechts auf der bekannten Rathausstraße bis zum Parkplatz zurück. Auf der Höhe des Spielplatzes fällt geradeaus eine ganz besondere Wetterfahne auf einem normalen Haus auf. Wetterfahne_Hohnsteiner_Puppenspielhaus_kleinDabei handelt es sich um das Hohnsteiner Puppenspielhaus und deshalb besteht die Wetterfahne aus einem Kasper. Damit erreicht man den Ausgangspunkt der Wanderung und es war ein sehr schöner Ausflug zur Rathener Eisenbahnwelt. Nicht nur, dass ich endlich mal diese nette Anlage erkundet habe, es war auch eine sehr erholsame Wanderung dahin. Gut, dass mir immer mal wieder Leser unserer Webseite nette Mails schreiben.

Herunterladen