Nackedei am Wachberg

Abstimmung:
unsere Bewertung::
positivpositivpositivpositivnegativ
Karte:
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Dauer:
ca. 2,00 h
Entfernung:
ca. 8,00 km
Höhenunterschied:
ca. 420 Meter
beste Reisezeit:
eigentlich immer
Schwierigkeitsgrad:
Spaziergang
leicht
Untergrund:
Forstweg und asphaltiert Wanderweg und Pfad Treppen
empfohlene Karten:
Große Karte der Sächsischen Schweiz;
Rolf Böhm Kartographischer Verlag
Region:
Mehr Details
hier

Kurzbeschreibung:

Saupsdorf - Sonnenhofaussicht - Sonnenhof - gelber Punkt - Räumicht - Gnauckmühle - Luisenquelle - Waldfrieden - Weifberg - roter Strich - Alte Nixdorfer Straße - Grenzbach - Prof Alfred Meiche Weg - Wachberg - Nackedei - roter Strich - Saupsdorf

Nackedei am Wachberg

Die Wanderung ist dadurch entstanden, dass uns ein befreundetes Pärchen gefragt hat, ob wir schon mal die Nackte im Saupsdorfer Wald entdeckt hätten. Da wir durch familiäre Kontakte ziemlich häufig in Saupsdorf sind, war es uns schon fast ein bisschen peinlich, dies verneinen zu müssen und so wurde gleich mal die Verwandtschaft interviewt, wo die Schönheit zu finden wäre. Obwohl wir von unseren Freunden schon eine ziemlich genaue Beschreibung von Lage und Aussehen des Nackedeis liefern konnten, wussten nur zwei der Befragten, wo sich die Schönheit versteckt. Aber mit ihrer Beschreibung sollte es doch gar kein Problem mehr sein, das Hauptziel der Wanderung zu finden.
Da wir aber nicht nur langweilig zu diesem einen Ziel wandern, sondern eine einigermaßen ordentliche Runde gehen wollten, startet die Wanderung erst mal in die falsche Richtung. Vom großen Parkplatz in Saupsdorf geht es auf der Fahrstraße in den Ort hinein, bis zur abknickenden Vorfahrtsstraße. Hier wandert man geradeaus. Diese Straße würde eigentlich nach Hinterhermsdorf führen, ist aber für den normalen Straßenverkehr gesperrt. Am Ortsende befinden sich auf der rechten Straßenseite ein paar riesige Ställe, in denen einerseits Rindviecher gehalten werden, aber viel interessanter, auch Halle_mit_Schafen_in_Saupsdorf_kleineine Schafherde von mindestens 200 Tieren beheimatet ist. Gleich am letzten Stall verlässt die Wanderung die Fahrstraße nach rechts. Wenn man Glück hat, dann steht das riesige Stalltor offen und die Schafherde ist gerade im Stall. Dieser Anblick verströmt eine wunderbare Ruhe und man kann sich gut vorstellen, dass die Schafe sich hier wohl fühlen. Die Wanderung führt auf die Felder/Wiesen östlich von Saupsdorf hinaus. Nach dem ersten ¼ Kilometer Feldweg biegt man an der Kreuzung nach links ab, um dann nach den nächsten 350 Metern wieder nach links zu gehen. Die erste Möglichkeit, nach rechts weiter zu wandern (nach ca. 100 Metern), sollte man nutzen und dann ist auch schon das schwierigste Stück von der Beschreibung geschafft. In der Natur sind diese drei Abzweigungen sehr eindeutig zu sehen und zu finden. Die Wanderung führt ganz angenehm durch den Wald, bis man auf der Rückseite der Sonnenhofaussicht aus dem Wald tritt. Obwohl wir schon einige Male durch das Saupsdorfer Räumicht gewandert sind und die Beschilderung der Sonnenhofaussicht gelesen haben, waren wir tatsächlich erst mit dieser Wanderung das erste Mal hier oben. Aussicht_Sonnenhof_kleinVon dieser Aussicht hat man einen Blick in große Teile des Tales mit seinen vereinzelten Gebäuden. Zwischen der Aussicht und der Gaststätte Sonnenhof befindet sich die Wiese der Galloway-Rinder, die für die weitere Wanderung überquert werden muss. Dazu muss man aber nicht über die Weide wandern, sondern kann über einen abgetreten Pfad bis zur Gaststätte runter steigen.
Am Sonnenhof (www.sonnenhof-hinterhermsdorf.de) könnte man eine kurze Rast einlegen. Dann wandert man weiter das Räumicht aufwärts auf der Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt. 400 Meter hinter dem Sonnenhof passiert man einen wunderbar sanierten Gebäudekomplex. Bei diesen Gebäuden handelt es sich um einen uralten Hof, der über mehrere Jahre saniert worden ist und heutzutage wirklich wunderbar aussieht. Das Gebäude ist über mehrere Jahre als Ferienhaus angeboten worden und dabei konnte man auf der Internetseite sehen, dass es im Inneren noch viel schöner und schicker aussieht als die Außenseite schon vermuten lässt. Die Wanderung geht noch ein kurzes Stück durch das Hintere Räumicht, bis die Gnauckmühle erreicht ist. Hier biegt die Wanderwegmarkierung nach rechts ab und folgt der bekannten Straße nach Hinterhermsdorf. Noch vor der ersten Kurve (nach 150 Metern) verlässt man wieder die Straße und es geht geradeaus weiter. Die ersten paar Meter sind überraschend breit ausgebaut, aber dann wechselt der Weg in einen schwer zu findenden Pfad.Teich_unterhalb_Luisenquelle_klein Luisenquelle_beim_Weifberg_kleinWenn man sich aber an dem Bachlauf orientiert, dann passiert man bald mehrere Teiche und erreicht die Luisenquelle. Die Einfassung der Quelle ist erst vor kurzem (1995) neu angelegt worden. An der Quelle hilft eine kleine Brücke, den Bachlauf zu überqueren und es geht weiter bergaufwärts. Als wir die Wanderung im Herbst 2009 unternommen haben, standen hier in der Senke einige Hinweisschilder für Wanderer. Die Schilder sehen leicht anders aus als die gewöhnlichen Schilder, da sie von der Gaststätte/Hotel Am Wald (www.landhotel-am-wald.de) eingerichtet worden sind. Die Wanderung steigt in die Richtung des Weifbergs mit seinem Aussichtsturm weiter hoch und passiert auf dem Weg den Wagen “Waldfrieden”. Von hier hat man schon eine ganz nette Aussicht über ein liebliches Tal, aber die Aussicht kann noch viel toller werden, wenn man die 170 Stufen hoch auf den Weifbergturm unternimmt. Dazu geht es ein paar Meter auf der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich nach rechts und dann folgt man der Beschilderung. Die Aussicht vom Turm des Weifbergs ist schon wirklich toll und sehr einfach zu erreichen. Ein bisschen komisch kann die Aussicht vom Weifbergturm werden, wenn es stürmisch ist. Dann fängt der Turm leicht an zu schaukeln, aber hier spielen nur die Empfindungen verrückt. So eine Holzkonstruktion muss sich leicht bewegen und hält so einiges aus.
Für die weitere Wanderung geht es jetzt wieder auf der roten Wanderwegmarkierung zurück und der Weg führt in die Richtung des Wandergrenzübergangs. Noch vor dem Waldrand biegt der markierte Weg nach links ab und man muss so einige Höhenmeter überwinden. Die Wanderung führt auf den Wachberg hoch, von dem man dann auch wieder mal eine andere Aussicht genießen kann. Hier oben lädt die Wachbergbaude (www.wachbergbaude.de) zu einer kleinen Rast mit einer netten Aussicht ein. Der rot markierte Wanderweg führt einmal komplett über den Wachberg und damit steigt man auf der westlichen Seite wieder von dem Berg ab. Nach ¼ Kilometer fällt am Hang des Wachberges auf, dass sehr viele Felsmurmeln herumliegen. An der ersten Felsmurmel, die Menschengröße hat, noch wenige Meter vor dem Zaun auf der Felsmurmel_mit_Nackter_Frau_kleinlinken Seite, Nacktedei_am_Wachberg_kleinführt nach links ein unscheinbarer Pfad in das Murmelfeld. 50 Meter abseits des markierten Weges findet man einen weiteren relativ großen Steinblock, in den auf der Vorderseite (Richtung bergabwärts) eine gut erkennbare Nackte eingearbeitet ist. Vom Stil her würden wir tippen, dass der Künstler diese Arbeit in der Zeit des dritten Reiches durchgeführt hat. Es kann aber auch sein, dass die Jahreszahl (1956) einen Stein höher irgendetwas mit der Entstehung des Kunstwerks zu tun hat. Im Jahre 2015 hat es auch einen Fernsehbericht im MDR gegeben, in dem der damalige Wirt der Wachbergbaude von einem Gast berichtete, der der Urheber des Bildnisses gewesen sein könnte. Die Lage etwas abseits des normalen Weges lässt vermuten, dass es zu der Entstehungszeit bestimmt noch nicht erlaubt war, eine Nackte so einfach der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wir wussten laut der unterschiedlichen Beschreibungen, dass irgendwo hier dieses Abbild zu finden sein musste und so haben wir mit einem relativ kurzen Kreuzundquer durch den Wald die Plastik gefunden.
Um jetzt zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück zu kommen, geht es natürlich wieder auf den markierten Wanderweg zurück und dann weiter abwärts nach Saupsdorf. nebeliges_Saupsdorf_kleinNach ein paar Metern taucht rechts oberhalb des Weges ein größeres Anwesen (www.puttrichberg.de) auf, das komischerweise, obwohl es sehr nah an Saupsdorf liegt, nur über die Fahrstraße des Wachbergs erreicht werden kann. Nach einem kleinen Abstieg erreicht die Wanderung die Mitte von Saupsdorf und damit dann auch den Ausgangspunkt der Wanderung.
Uns hat die Runde viel Spaß gemacht, da sie sehr angenehm ruhig war und ein paar tolle Aussichten und eine ganz besondere Überraschung beinhaltete. Noch besser war, dass ein fast 80jähriges Saupsdorfer Urgestein die Nackte nicht kannte und so wir „Jungspunde“ mit einer solchen Überraschung aufwarten konnten. Die Nackte ist immerhin nur 600 Meter von seinem Bauernhof entfernt.

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    Anreise:

    Öffentlicher Nahverkehr:
    Anreise mit Bus bis zur Haltestelle Saupsdorf Am Wachberg mit dem VVO-Navigator
    Auto:
    Empfohlener Parkplatz: Saupsdorf

Niedermühle

Zufälligerweise hatten wir erfahren, dass während unseres Aufenthaltes in der Sächsischen Schweiz der Mühlentag ist. Durch eine kurze Recherche auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) e.V (www.muehlen-dgm-ev.de) haben wir festgestellt, dass unter anderen die Niedermühle bei Hinterhermsdorf an dieser Veranstaltung teilnahm. Die Möglichkeit, diese einmal zu besichtigen, war ein willkommener Grund für eine neue Wanderung ins Kirnitzschtal. Die Wanderung sollte aber nicht auf irgendeinem der großen markierten Wanderwege entlang gehen, sondern eher auf einem weniger besuchten Waldweg. Kirche_von_Hinterhermsdorf_kleinDer Start für die Runde liegt in der Dorfmitte von Hinterhermsdorf. Vom Parkplatz bzw. Erbgericht geht es ein paar Meter in die Richtung der Oberen Schleuse auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich, aber schon beim Heimatmuseum verlässt man die gekennzeichneten Wanderwege nach links. Auf der linken Wegseite steht oben am Hang die Hinterhermsdorfer Kirche. Der Weg geht leicht ansteigend aus der Ortschaft heraus, um nach ½ Kilometer über ein ganz kurzes Stück (weniger als 50 Meter) Neudorf_von_Hinterhermsdorf_kleinauf dem gelb markierten Wanderweg gelber Punkt zu gehen. Hier biegt man nach rechts ab, um auf vollkommen gleich bleibender Höhe in Richtung Langk zu wandern. Der Weg geht relativ parallel zur Hinterdaubitzer Straße, nur dass man hier oben eine viel schönere Aussicht als unten in der Senke hat. Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Häuser hinter Hinterhermsdorf noch irgendwo am Hang herumstehen. Auf den ersten 2 Kilometern stößt man gleich auf eine Vielzahl dieser einsam stehenden Häuser. Ungefähr 1 ½ Kilometer hinter dem markierten Wanderweg erreicht man eine Wegkreuzung, an der man nach rechts runter auf die Hinterdaubitzer Straße kommen würde, hier empfiehlt es sich aber, nach links den Langkweg entlang zu wandern. Der Weg geht in einem Zickzack um ein Wohnhaus drum herum, um dann nach einem kurzen Abwärtsstück an der Zufahrt zur Oberen Mühle anzukommen. gefuellter_Kalksteinbruch_Obere_Muehle_kleinAuch wenn die Zufahrt zur Oberen Mühle eine Sackgasse ist, so sollte man trotzdem mal einen kurzen Abstecher bis kurz vor die Gebäude unternehmen, da hier auf der rechten Wegseite ein wild romantischer Teich liegt. In diesem wassergefüllten Kalksteinbruch wurde früher direkt an der Lausitzer Überschiebung Jurakalk abgebaut. Die Grenze der Lausitzer Überschiebung verläuft genau an diesem Steinbruch entlang.
Die Wanderung geht wieder zurück auf den Wanderweg und über die ganz neu gebaute Brücke über den Heidelbach auf den breiten Forstweg. Diesem gut ausgebauten Weg folgt man nach links den Berg hoch. Auf der linken Seite steht der mächtige Stumpf einer Andachtsbuche. Leider ist die Buche abgestorben, aber gleich daneben ist eine neue Buche zur Erinnerung gepflanzt worden. Ziemlich genau 100 Meter hinter der Buche verlässt die Wanderung den breiten Forstweg und biegt nach rechts ab. Dieser Waldweg steigt auf den Steinberg an und deshalb heißt er auch Niederer Steinbergweg. Nachdem im Winter 2013/2014 am Steinberg mit großer Technik der Wald zum Teil gerodet wurde, sind einige Waldwege neu entstanden. So gabelt sich z.B. nach 200 Metern der Niedere Steinbergweg und der Weg nach rechts sieht verführerisch aus. Tatsächlich soll man für diese Wanderung aber nach links leicht ansteigend weiter gehen. Zumindest im Sommer 2015 sind die Spuren der Holzfällungen gut zu erkennen, aber auch, dass die Natur sich wieder erholt und ein neuer und schönerer (keine Fichten-Monokultur) Wald entsteht. Nach 400 Metern biegt nach rechts im spitzen Winkel ein deutlich sichtbarer Waldweg ab, dem man folgt. Nach 200 Metern knickt dieser Waldweg nach links und hier erreicht man einen aufgeforsteten Bereich, der zumindest zu meiner Wanderzeit noch ziemlich wüst aussah. Ganz besonders gemein ist, dass der ursprüngliche Waldweg hier um ein Mehrfaches verbreitert wurde und man dadurch geneigt ist, immer weiter geradeaus zu wandern. Praktisch biegt aber der Weg durch den Eulengrund 100 Meter hinter dem Knick links ab und führt mit einem angenehmen Gefälle ins Weißbachtal. Ganz komisch ist, dass sich die Natur auf dem gerade beschrittenen Waldweg von den Waldarbeiten noch sehr wenig erholt hat, aber im Eulengrund die Spuren verschwunden sind. Hier wachsen selbst auf dem Weg schon wieder viele Fichtensprösslinge und der Weg ist sehr natürlich. Nach 400 Metern Abstieg erreicht man an dem Grenzstein 22/11 den Wanderweg im Weißbachtal.
Dem Weißbach folgt man nach rechts, also bachabwärts. Nach ein paar hundert Metern erreicht man die Mündung des Weißbaches in die Kirnitzsch und auch diesem Bach geht es nun weiter hinterher. Ab dem Weißbach ist der Wanderweg mit dem gelben Strich gelber Strich markiert und führt als nächstes an zwei Häusern vorbei, bei denen ich mir immer vorstelle, wie es in einem ordentlichen Winter ist. Die beiden Häuser mit der netten Bezeichnung “Im Loch” sind beide ganzjährig bewohnt und hier muss man sich bestimmt drauf einstellen, dass man im Winter auch mal mehrere Wochen nicht mehr nach Hinterhermsdorf hinauf kommt. Aber in den letzten Jahren sind die Winter ja sowieso fast ausgefallen und so sollte diese einsame Lage kein Problem sein. Kurz hinter dem zweiten Haus Niedere_Muehle_Hinterhermsdorf_Muehlentag_2008_kleinbiegt der markierte Wanderweg vollkommen unauffällig nach links in den Wald ab, um nach einem kleinen Abstieg unterhalb des Mönchsteins auf einem ungewöhnlichen Rastplatz zu enden. Damit erreicht man dann auch wieder die Hinterdaubitzer Straße. Wir haben auf dem ganzen Bogen über den Steinberg nur zwei kleinere Wandergruppen getroffen. Das änderte sich jetzt schlagartig, da wir überraschenderweise nicht die einzigen waren, die am Mühlentag zur Niedermühle (www.niedermuehle-hinterhermsdorf.de) unterwegs warenSaegewerk_Niedere_Muehle_klein. Der größte Teil der Besucher kam über die Straße von Hinterhermsdorfer heruntergewandert und wir waren vollkommen überrascht, wie viele Besucher schon an der Niedermühle herumsaßen. Netterweise war für Riementrieb_Zahnrad_Niedere_Muehle_kleinBewirtung in Form einer Gulaschkanone und Getränke gesorgt. Außerdem konnte man sich so ziemlich überall die Mühlentechnik ansehen. Zum Teil war es zwar ein ziemliches Rätselraten, wie denn wohl früher die ganzen Räder miteinander funktioniert haben, aber genau das machte es auch richtig interessant. Auch fand ich es sehr gut, dass in einem der oberen Räumen eine Rohrturbine mit Erklärung stand, so konnten wir uns gut vorstellen, wie heutzutage die Riemen und der Generator angetrieben werden. Vor ein paar Jahren stand der Komplex der gesamten Niedermühle noch ziemlich trostlos leer im Kirnitzschtal, aber jetzt sieht man, dass wieder richtig Schwung in das uralte Gemäuer gekommen ist und wir hoffen, dass den neuen Besitzern nicht zu große Hindernisse in den Weg gelegt werden.
Nach dieser sehr interessanten Besichtigung hatte man damals noch die recht bequeme Möglichkeit, direkt durch das Kirnitzschtal weiter zu wandern. Hier überquerten gleich zwei Brücken die Kirnitzsch, aber leider ist die hintere beim Hochwasser 2010 so sehr beschädigt worden, dass sie 2015 dann ganz abgerissen wurde. Deshalb muss man einen kleinen Schlenker am Hang entlang unternehmen. Der markierte Wanderweg (immer noch der gelbe Strich) steigt vor dem letzten Gebäude rechts den Hang ein kleines Stück aufwärts. Dieser Pfad ist der ursprüngliche Weg und stößt mit einem kurzen Auf und Ab nach 400 Metern wieder auf den breiten Weg im Tal. Gleich darauf steigt der Wanderweg aus dem Kirnitzschtal heraus und irgendwie kamen mir die 100 Höhenmeter besonders anstrengend vor, obwohl es sich eigentlich um einen recht angenehmen Aufstieg ohne jegliche Stufen handelt. Blick_auf_Niedere_Muehle_vom_Taubenstein-Aussicht_kleinNach den 100 Höhenmetern erreicht man ein Hinweisschild zur Taubenstein-Aussicht. Eigentlich liefern die Aussichten im hinteren Kirnitzschtal nichts besonders Aufregendes, da das Tal ziemlich dicht bewaldet ist, aber in diesem Fall kann man ganz gut auf die Niedermühle hinuntersehen und deshalb lohnt sich der Abstecher doch. Von dieser Aussicht geht es über das letzte Stück zurück nach Hinterhermsdorf. Gedenkstein_Wilhelm_Poehlig_am_Lehmhuebelweg_kleinDie Wanderung führt weiterhin auf der gelben Wanderwegmarkierung auf die Ortschaft drauf zu. Dieses Teilstück ist ziemlich angenehm zu wandern, da der Weg über den Lehmhübelweg fast ohne Höhenunterschied verläuft. Am linken Wegesrand steht ein Gedenkstein für Wilhelm Pöhlig von 1889. Die Inschrift auf dem Stein lautet wie folgt: Hier verschied am 24. Juli 1889 der Waldarbeiter Wilhelm Pöhlig aus Hinterhermsdorf auf dem Heimweg von der Arbeit in Folge eines Schlagflusses. Sein Andenken gewidmet von den Mitarbeitern. Der Wanderweg tritt kurz vor dem Neudorf von Hinterhermsdorf aus dem Wald und hier stehen einige Bänke, die zum Verweilen und Genießen der Landschaft einladen. Der markierte Weg führt die Wanderung bis ins Zentrum von Hinterhermsdorf zurück. Damit ist eine eigentlich ganz nette Wanderung zu Ende gegangen, die mit sehr ruhigen Teilstücken aufwartet. Leider ist der Streckenverlauf am Steinberg nur sehr schwer zu erahnen und ohne eine gute Wanderkarte wie z.B. die Karte Hinterhermsdorf von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) kaum zu finden. Super interessant war die Besichtigung der Niederen Mühle im Kirnitzschtal. Wir waren vollkommen überrascht, wie viele Besucher zur Mühle herunter gewandert waren.

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Obere Schleuse

Auch wenn ich schon einige Male mit den Bootchen auf der Oberen Schleuse gefahren bin, so ist es doch immer wieder schön und wenn man für seine kleinen Töchter eine besondere Belohnung braucht, dann bietet sich diese Wanderung ganz besonders an.
So startet die Wanderung am riesigen Parkplatz der Buchenparkhalle mit der kompletten Familie und geht neben der Kleingartenanlage auf der Wanderwegmarkierung blauer Strich blauer Strich in die Richtung Obere Schleuse. Zum Anfang verläuft der Weg ohne jeglichen Höhenunterschied durch den Wald. Auf diesem breiten Weg fährt, zu den üblichen Touristenzeiten, sehr häufig eine Pferdekutsche und bringt Urlauber hoch und runter zur Oberen Schleuse. Nach einem halben Kilometer trennt sich der Wanderweg von dem Pferdekutschenweg, da man mit der Kutsche nur sehr schlecht den Treppenstufen folgen kann. Es geht weiterhin auf der blauen Markierung den Berg hinunter. Krinitsch_kleinNach einigen Stufen und mehreren Überquerungen des Pferdekutscheweges erreicht man die Kirnitzsch und damit dann auch die Obere Bootsstation. Zuerst kauft man sich ein Ticket und dann geht es meistens ganz schnell los. Leider war es bei unserer Wanderung nicht so. Schon die ganze Zeit konnten wir leichtes Donnern hören und das war für die Bootsführer ein Grund nicht mehr mit den Booten auf dem angestauten Fluss zu fahren. Insgesamt haben wir in der Hütte eine Stunde gewartet, aber immer wenn wir dachten jetzt ist das Gewitter weggezogen, kam wieder ein Donnern und wir hatten verloren. Irgendwie war ich in dem Moment ein wenig saurer, da wir den ganzen Tag noch keinen Blitz gesehen hatten und die Staustufe nun wirklich kein See ist, sondern in einer engen Schlucht liegt.
Aufstieg_Hermannseck_kleinIrgendwann musste ich dann meiner großen Tochter eine andere Belohnung versprechen und dann sind wir die 500 Meter zu Fuß weiter gegangen. Hinter der Staumauer geht es noch 150 Meter weiter auf dem blauen Strich, bis man nach rechts auf der Wegmarkierung roter Strich roter Strich wieder aus dem Tal heraus steigt. Es gibt zwei unterschiedliche Aufstiege, die unterschiedlichem komfortabel sind. Abstieg_Hermannseck_kleinDer markierte Weg geht über normale Stufen den Berg hoch. Wer es etwas aufregender mag, der geht durch die Felsspalte zum Hermannseck hoch. Hier gibt es aber die Einschränkung, dass man mit einem großen Rücksack, einem Kind im Tragegestell oder mehr als 100 Kilogramm nicht hoch kommt. Am Ende der Felsspalte kommt man zur Aussicht Hermannseck. Auch wenn man den bequemeren Weg hoch gewählt hat, dann sollte man den kurzen Abstecher bis zu dieser Aussicht unternehmen. Schutzhaus_Hermannseck_kleinNach dem etwas anstrengenden Ausstieg geht es erstmal ebenerdig auf einem Forstweg bis zum Wettinplatz. Hier weißt ein Findling und eine Erklärungstafel auf das 800. Jubiläum des sächsischen Fürstenhauses Wettin hin.
Von diesem unauffälligen Platz geht es jetzt wieder ein paar Höhenmeter auf dem breiten Weg nach links herunter. Der Weg ist weiterhin mit dem roten Strich markiert und führt auf einem direkteren Weg, als der Forstweg, nach unten. Nach ungefähr 1,1 Kilometer verlässt der markierte Wanderweg nun endgültig den Forstweg und biegt nach rechts ab. Über einen schmaler werdenden Pfad geht es durch einen Tunnel hoch zum Königsplatz. Dieser Aussichtspunkt ist wirklich fantastisch und lädt zum Verweilen ein. Als ich das erste Mal diesen Aussichtpunkt entdeckt habe, da bin ich auch von unten zu der Aussicht hochgestiegen und konnte mir kaum vorstellen, dass diese Strecke jemals ein König hoch gekrochen sein soll. Wenn man dann aber weiter auf der roten Wegmarkierung geht, kann man sehr schnell feststellen, dass der Weg fast keinerlei Höhenunterschied hat und man sehr bequem bis zum Ausgangspunkt an der Buchenparkhalle zurück gehen kann.
Damit ist eine nette Runde in der Sächsischen Schweiz beendet und ich habe noch die Aufgabe meine Tochter mit eine anderen Belohnung zu versorgen.

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Panoramaweg von Hinterhermsdorf

Die Wanderung startet am Wanderparkplatz Räumicht. Der ganze Wanderweg hat eine eigene Markierung. Es ist der gelbe Punkt gelber Punkt. Dadurch ist die Wanderbeschreibung eigentlich sehr einfach. Gehen Sie dem gelben Punkt hinterher und Sie werden eine sehr schöne Wanderung erleben.
Von dem besagten Parkplatz geht es auf der gegenüberliegenden Straßenseite zur Siedlung Räumicht. Hier befinden sich gleich mehrere gute sehr nette Übernachtungsmöglichkeiten und mindestens eine tolle Möglichkeit, sich zu erfrischen. Auf der Terrasse der Gaststätte Sonnenhof lässt es sich bei schönem Wetter sehr gut aushalten und man möchte fast nicht mehr weitergehen. Der Weg verläuft zwar auf einer Fahrstraße zwischen Saupsdorf und Hinterhermsdorf, aber normalerweise fahren hier keine Autos, da die Straße ab Saupsdorf für den normalen Verkehr gesperrt ist. Der Weg hat nur eine leichte Steigung und es macht viel Spaß, die Landschaft zu genießen. An der Gnauckmühle wird durch eine Gedenktafel an einen sehr dunkeln Teil der Geschichte dieses Ortes erinnert:
“Am 21. April 1945 ermordete hier ein SS-Kommando der Todeskolonne aus dem KZ Schwarzheide die Antifaschisten Harry Braun, Josef Lichtenstein, Josef Ruzicka, Paul Polacek, Oskar Sabota und einen unbekannten Franzosen.”
Waldfrieden_Holzfaellerhuette_kleinIch hoffe, dass so etwas nie wieder passiert und jeder alle Mitmenschen freundlich akzeptiert. Von der Gnauckmühle geht es nach rechts noch ein paar Meter auf der Straße entlang, bis geradeaus ein kleines Häuschen von der Wasserwirtschaft steht. Hier befinden sich leider keine Wanderwegmarkierungen. Es geht links an dem Häuschen vorbei, immer geradeaus mit anwachsender Steigung den Weifberg hoch. Blick_von_Weifbergturm_nach_Saupsdorf_kleinDer Weg führt knapp links neben den drei Fischteichen vorbei und dann auf den Rast-/Informationsplatz mit dem Namen Waldfrieden. Von der putzigen Waldarbeiterhütte geht es ein paar Meter fast ebenerdig rüber zum Weifberg. Am breiten Weg angekommen geht es nach rechts, um nach ein paar Metern wieder nach links zum Weifbergturm aufzusteigen. Den Weifbergturm sollte man sich aus mindestens zwei Gründen nicht entgehen lassen: 1. Auch für Nichttechniker ist es ein kleines Wunderwerk, einen so stabilen Holzturm zu bauen und 2. man hat einen der besten Rundblicke auf die Sächsische und Böhmische Schweiz. Die paar Stufen (173) sind, für das, was man geboten bekommt, wirklich lohnenswert.
Emmabank_Hinterhermsdorf_kleinAuf dem Weifberg ist der gelbe Punkt auch mal wieder ordentlich ausgeschildert und es geht auf der entgegengesetzten Seite wieder vom Berg herunter. Flugsicherungsanlage_Hinterhermsdorf_kleinDer Weg führt ziemlich direkt bis hinüber zum Pfarrberg. Auf diesem befindet sich diese riesige Flugsicherungsanlage (UKW Drehfunkfeuer). Da man von hier oben einen wirklich ordentlichen Rundblick genießen kann, ist es auch überhaupt kein Wunder, dass auch hier eine Emmabank herumsteht. Diese Bänke stehen anscheinend überall dort, wo man ohne großen Höhenunterschied zu einer schönen Aussicht kommt. Es geht wieder hinunter in die Ortschaft. An den großen Hallen eines Metallbaubetriebes kommt man wieder auf die Straße. Hier geht es nach links die nächsten 100 Meter und dann gegenüber von dem schicken Apartmenthaus “Zum Wildschütz” an dem Forstamt entlang. Der Weg geht unterhalb der Gartenanlage zur Buchenparkhalle. Blick_von_Hackkuppe_auf_Hinterhermsdorf_kleinAuf der Zufahrtsstraße zur Buchenparkhalle geht es ein paar Meter den Berg hoch und dann gleich wieder rechts am Waldrand weiter. Von der Hackkuppe hat man einen hervorragenden Blick auf Hinterhermsdorf. Die gelbe Wanderwegmarkierung führt einen zuerst über den Berg und dann geht es ein paar Meter wieder bergab. Fast am unteren Wildzaun stößt man auf den Dorfbach. An ihm geht es wieder den Berg hinauf bis auf die Hauptstraße von Hinterhermsdorf. Jetzt führt einen die gelbe Wanderwegmarkierung wieder mal den Berg runter. Leider geht dieses letzte Teilstück auf der Fahrstraße entlang. Zum Glück liegt Hinterhermsdorf in einer der hintersten Ecken des Landes, sodass diese Straße wirklich nur den Verkehr von und nach Hinterhermsdorf aufnehmen muss. Nach ungefähr 1,5 Kilometern bergabwärts erreicht man den Ausgangspunkt der Wanderung. 

Sehr komisch ist, dass es zwei Streckenverläufe für den Panoramaweg gibt. Der hier beschriebene Verlauf ist der in der Natur am meisten markierte und am einfachsten zu finden. Im Zentrum von Hinterhermsdorf kann man den gelb markierten Weg aber auch noch entdecken und dort geht er vom Haus des Gastes hinauf zum Weifberg und dann auf den bekannten Wegen weiter. Noch eine weitere Streckenführung ist auf einer gezeichneten Karte von Hinterhermsdorf am Haus des Gastes/dem Erbgericht zu sehen. Dort führt die gelbe Wanderwegmarkierung von der Gnauckmühle auf der Straße vor der Gaststätte Hotel am Wald bzw. heutzutage heißt sie Kräuterbaude vorbei und dann ins Dorf hinein. Dieser Verlauf ist anscheinend der ursprüngliche, aber auf der Straße vor der Kräuterbaude befinden sich heutzutage überhaupt keine Wegmarkierungen mehr.

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Peschkestein

Diese Wanderung ist dadurch entstanden, dass ich mal wieder mit dem Finger über die Wanderkarten von Dr. Böhm (www.boehmwanderkarten.de) gefahren bin und auf der Karte Hinterhermsdorf den Eintrag “Peschkestein 1822” entdeckt habe. Dieser Punkt liegt blöderweise in einer Sackgasse im hintersten Winkel der Sächsischen Schweiz und ist damit nur mit einer ganz separaten Wanderung zu erreichen. Aber eine Jahreszahl 1822 ist schon was Besonderes und so geht es gleich mal auf eine kleine Erkundungstour.
Der Startpunkt liegt im Zentrum von Hinterhermsdorf. Von dem großen Parkplatz geht es geradeaus, gleich rechts neben dem Haus des Gastes, auf der Weifbergstraße. Markiert ist der Weg bis zum Weifberg mit dem blauen Strich blauer Strich. Die Weifbergstraße ist eine sehr angenehme Dorfstraße, die zuerst noch an ein paar Häusern kleine_Grenzsteinsammlung_Hinterhermsdorf_kleinvorbeiführt und am Dorfrand noch einen ganz besonders interessanten Zwischenstopp bietet. Hier hat ein Anwohner seinen privaten Parkplatz mit einer Vielzahl unterschiedlichster Grenzsteine geschmückt. Es ist schon ziemlich verwunderlich, wie viele Sorten es gibt und wie sich diese über die Jahrzehnte deutlich geändert haben. Der Weg über die Weifbergstraße steigt leicht an und ab dem Ortsrand sieht man das erste Ziel der Wanderung vor sich: den Weifberg mit dem Aussichtsturm. Ab dem Dorfrand ändert sich der Name des Feldweges in Alte Nixdorfer Straße. Die Wanderung passiert einen eingegrabenen Wasserbehälter und auf der linken Wegseite kann man oberhalb von Saupsdorf den Wachberg mit der Wachbergbaude entdecken. Am Waldrand vor dem Weifberg geht es nach rechts bis zu einer kleinen Schutzhütte mit einem Rastplatz. Hier kann man schon mal die schöne Aussicht genießen und danach auf der Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt bis hoch zum Gipfel aufsteigen. Die Aussicht vom Gipfel des Weifberges ist wirklich nicht besonders toll, solange man nicht auf den Aussichtsturm gestiegen ist. Deshalb geht es gleich weiter über die ca. 170 Stufen bis nach oben. Von hier oben hat man eine wirklich gigantische Aussicht auf die Felsen der Hinteren Weifbergturm_gesehen_von_Nixdorfer_Strasse_kleinSächsischen Schweiz und das Böhmische Land. Der Aussichtsturm ist überraschenderweise sehr häufig nur von wenigen Besuchern bevölkert und so hat man die Chance, die Landschaft in Ruhe zu genießen. Blick_vom_Weifbergturm_auf_die_Hintere_Saechsische_Schweiz_kleinEin bisschen lustiger ist es, wenn ein leichter Wind weht. Dann fängt der Turm an zu schaukeln, aber man braucht sich keine Gedanken zu machen, weil er schon viel wilderen Stürmen getrotzt hat. Dadurch, dass der Aussichtturm eine Holzkonstruktion ist, kann er sich im Wind elastisch bewegen und hat trotzdem durch seine Bauweise eine ausreichende Stabilität. Außerdem lassen sich die Sinnesorgane des Menschen schon von wenigen Zentimetern Bewegung beeindrucken.
Von dem Turm geht es wieder herunter (eigentlich klar, dass es hier oben nicht weiter geht) und an der westlichen Seite des Weifbergs über die Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich abwärts. Der breite Waldweg bis zur nächsten Kreuzung ist ein sehr angenehmer Abstieg und dann geht es auf der schon bekannten Alten Nixdorfer Straße nach rechts. Der Weg ist hier immer noch mit dem roten Strich markiert. Schon nach wenigen Metern erreicht die Wanderung eine sehr schöne Allee, die über eine Wiese führt. Auf der gegenüberliegenden Seite wird der markierte Wanderweg verlassen und man folgt nach rechts der Ausschilderung Schäferräumicht. Auch dieser Weg ist relativ breit, wird aber von anderen Wanderern nur selten benutzt. Eigentlich ist es mehr die hintere Zufahrt zum Schäferräumicht und dem darüber liegenden Stall. Nach ein paar hundert Metern abgebrochene_Fichte_beim_Schaeferraeumicht_kleinbefindet sich auf der linken Wegseite die Quelle Heidelbach und eine freistehende Fichte. Der Baum sieht ziemlich ungewöhnlich aus, da er einen mächtigen Stamm hat und auch ziemlich breit ist. Aber auf ein paar Metern Höhe hört der Baum abrupt auf. Solche Baumformen sind eigentlich immer nur in bewohnten Gebieten anzutreffen, wenn mal wieder jemand Angst um seine Gebäude oder die schöne Aussicht hatte. In diesem Fall ist es wohl entweder das Ergebnis eines Blitzschlags oder ein Sturmschaden, was aber in der Höhe sehr ungewöhnlich wäre.
Der Wanderweg Wegweiser_zum_Schaeferraeumicht_kleinführt bald an der Seite vom Schäferräumicht vorbei. Das Schäferräumicht liegt am Zugang zum wunderbaren Weißbachtal, Schaeferraeumicht_Hinterhermsdorf_kleinaber hier wandern nur sehr wenige Leute entlang und so ist die Gaststätte nur am Wochenende in den typischen Wanderzeiten (10:00 bis 17:00) geöffnet. Auf der Vorderseite der Gaststätte trifft man auf die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich, der man ein Ministück von 100 Metern nach links folgt. Obwohl dieser Weg zu meinem Lieblingstal hinunter führt und ich damit schon wirklich häufig hier entlang gewandert bin, habe ich tatsächlich noch nie gesehen, dass kurz hinter dem Waldrand, noch vor dem Regelwerk des Nationalparks, ein Weg nach rechts abbiegt. Für diese Erkundungswanderung geht es genau auf diesem Weg weiter. Der Waldweg fällt ziemlich angenehm ab und dass man hier andere Wanderer trifft, dürfte eine ganz besonders große Seltenheit sein. In dieser hinteren Ecke der Sächsischen Schweiz sind nur selten andere Wanderer unterwegs und selbst oben auf dem Folgenweg mit den zwei Wanderwegmarkierungen geht nur manchmal jemand entlang. Auf dem jetzt begangenen Seitenweg mit dem Namen Pferdegärtchenweg sind ganz sicher mehr Eichhörnchen oder Rehe unterwegs als Menschen. Auf der rechten Wegseite schlängelt sich ein Bächlein runter ins Tal und bildet ein paar Pfützen und einen Teich.
Nach etwas mehr als einem Kilometer endet dieser sehr schöne Wanderweg auf dem Heidelbachweg. Teich_an_der_Oberen_Muehle_Hinterhermsdorf_kleinAuf diesem breiten Forstweg geht es nach rechts weiter abwärts. Der Weg ist mit dem bekannten roten Strich roter Strich ausgeschildert und wird fast einen ¾ Kilometer begangen, bis nach rechts der Zugang zur Oberen Mühle (www.obere-muehle-hinterhermsdorf.de) abgeht. Auf dem Gebiet des Nationalparks Sächsische Schweiz gibt es nur ganz wenige Pensionen und zu denen zählt die Obere Mühle. Aber eigentlich ist es überhaupt kein Wunder, weil die Mühle schon mindestens seit 1586 hier mit unterschiedlichsten Funktionen steht und dadurch Bestandsschutz genießt. Auch die Obere Mühle ist genauso wie das Schäferräumicht in der Wandersaison am Wochenende geöffnet und hier kann man nett für einen kleinen Zwischenstopp im Biergarten einkehren.
Die Wanderung führt über die Wiese der Oberen Mühle, um dann auf der gegenüberliegenden Hangseite auf einen Waldweg zu treffen. Dieser Weg beginnt an der oberen Grundstücksgrenze und steigt schräg den Hang hoch. Er ist angenehm zu wandern, aber auch dieser Waldweg macht den Eindruck, als ob er nur ganz selten begangen wird. Nach einem relativ angenehmen Aufstieg endet der Waldweg auf dem Kalkbuschweg. Die Obere Mühle hieß in ihrer langen Geschichte auch schon mal Mühle am Kalkbruch und Kalkofenmühle. Das liegt einfach daran, dass hier die Grenze zwischen Sandstein und Lausitzer Granit verläuft und sich an dieser Grenze Kalk abgelagert hat und dann von den Menschen abgebaut wurde. Vielleicht erklärt genau das auch die tiefe Furche des Kalkbuschwegs. Der Weg steigt insgesamt ¼ Kilometer an, um dann nach rechts verlassen zu werden. Der nun erreichte Waldweg ist eigentlich eine Sackgasse und deshalb wächst auch eine nette Grasschicht auf ihm. Nach etwas mehr als 100 Metern biegt er nach links ab und verläuft knapp oberhalb eines Grundes entlang. Auf der gegenüberliegenden Talseite kann man schon einen weiteren Weg erkennen, der eigentlich das nächste Ziel sein soll. Je länger man auf dem linken (südlichen) Weg wandert, desto weiter kommt man in den Grund hinunter und der Seitenwechsel wird einfacher. Als ich die Erkundungstour im Frühjahr 2012 unternommen habe, Peschkestein_kleinwar der Waldweg nach 100 Metern durch eine ausgerissene Wurzel blockiert und so bin ich über einen Wildwechsel die paar wenigen Höhenmeter abgestiegen. Der Weg auf der gegenüberliegenden Seite war irgendwie kurz vorher Inschrift_Peschkestein_kleinneu ausgebaut worden und so ging es auf einem ordentlich matschigen Weg weiter nach links. Wiederum 100 Meter weiter erreicht man das Ziel dieser Wanderung. Der Peschkestein steht ungefähr 30 Meter neben dem Waldweg und irgendwie macht er den Eindruck, als wenn er mit dem Ausbau des Weges dorthin umgesetzt worden wäre. Für einen Gedenkstein aus dem Jahre 1822 ist er sehr gut erhalten, aber leider habe ich es trotzdem nicht geschafft, die Inschrift vor Ort zu entziffern.
Nachdem auch diese kleine Besonderheit der Sächsischen Schweiz entdeckt wurde, geht es auf den Heimweg. Seltsamerweise ist auch der breite Waldweg auf dieser Grundseite eine Sackgasse und deshalb muss man auf der nördlichen Seite des Grundes zurück wandern. Nach 300 Metern biegt nach links ein gut sichtbarer Waldweg ab. Dieser sogenannte Schulbuschweg steigt erst durch den Wald und dann über eine der typischen Wiesen südlich von Hinterhermsdorf an. Nach ungefähr ½ Kilometer auf dem Weg passiert man einen Bauernhof, der sich hier vollkommen abseits der Ortschaft befindet. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie im südlichen Teil von Hinterhermsdorf Häuser, Mühlen und Bauernhöfe vereinzelt herumstehen. Hier beschwert sich ganz sicher keiner, wenn man mal etwas lauter Musik hört oder die Kinder spät am Abend noch Basketball spielen. Dafür wird das Autofahren im Winter eine gehörige Portion schwieriger.
Oberhalb des Bauernhofes steht gleich am Waldrand eine Bank mit einer netten Aussicht über die Wiesen. UFO_Pfarrberg_Hinterhermsdorf_kleinHier kann man noch mal eine kleine Rast einlegen, um dann das letzte Stück der Wanderung zu unternehmen. Dazu geht es noch ¼ Kilometer weiter, bis nach links die Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt abbiegt. Dieser Weg passiert bald das seltsame Ufo auf dem Pfarrberg bzw. der Emmabank. Hier hat man eine fantastische Aussicht rüber zur Hinteren Sächsischen Schweiz und einen netten Rundumblick. Genau aus dem Grund ist auch das Funkfeuer der Luftstraße A4 (Berlin-Schönefeld – Prag) auf dem Hügel angebracht.
Die Wanderung geht weiter in Richtung Hinterhermsdorf, auch wenn nach ungefähr 200 Metern der gelbe Punkt nach links abbiegt. Jahreszahl_1804_Haustuere_Hinterhermsdorf_kleinHier geht es nach rechts weiter, um dann bald dem gelben Strich gelber Strich nach links bis zum Ausgangspunkt zu folgen. Gleich neben dem Pfarrhaus steht ein Wohnhaus mit der auffälligen Jahreszahl 1804. Es ist wirklich beeindruckend, dass ein Wohnhaus schon zwei Jahrhunderte besteht und noch so hervorragend aussieht. Vermutlich liegt es daran, dass wir in Deutschland einfach in einer Region wohnen, die kaum von Naturkatastrophen (z.B. Hurrikans oder Erdbeben) oder besonders gemeinen Tiere (z.B. Termiten) heimgesucht wird und dann auch noch die Häuser handwerklich ordentlich gebaut werden. Damit ist diese überraschend angenehme Wanderung zu Ende gegangen. Wer eine Wanderung sucht, auf der ein ganz besonders verstecktes Denkmal zu finden ist und außerdem selbst bei Hochbetrieb in der Sächsischen Schweiz noch herrliche Ruhe herrscht, der ist mit dieser Runde genau richtig unterwegs.

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Sebnitz – Nixdorf

Der Weg beginnt unterhalb der Gaststätte Waldhaus. Der unangenehmste Teil dieser Wanderung sind die 300 Meter auf der asphaltierten Straße Richtung Sebnitz. Am Waldhaus folgt man dem Waldweg nach rechts. Ausgeschildert ist er mit den Worten Tomášov (Thomasdorf) und dem gelben Strich gelber Strich. Der Hügel hinter dem Gaststättengelände ist eine alte Müllhalde, die heutzutage mit mehreren Schichten abgedeckt ist und eigentlich nur noch durch den Zaun und den fehlenden höheren Bewuchs auffällt. Auf dem weiteren Weg passiert man gleich zweimal Stellen, die nach links einen schönen Blick in Richtung Sebnitz bzw. auf Hertigswalde ermöglichen. Nach einer Strecke von etwas weniger als einem Kilometer erreicht man die Grenze, die zwar hier immer noch sehr gut gegen Fahrzeuge gesichert ist, aber als Wanderer kommt man heutzutage sehr angenehm rüber. Es geht noch ½ Kilometer weiter auf der gelben Wanderwegmarkierung, bis man die kleine Siedlung namens Tomášov (Thomasdorf) erreicht. Gaststaette_Thomasdorf_kleinKapelle_Thomasdorf_kleinGleich hinter der kleinen Kapelle auf der rechten Seite befinden sich eine Gaststätte und eine Ferienhaussiedlung. Die Wanderung verlässt die gelbe Wanderwegmarkierung nach links auf dem ersten ernstzunehmenden Weg und man wandert einen sehr gut ausgebauten Waldweg entlang. Der Weg führt einmal ¼ um den Tanečnice (Tanzplan) herum, um dann nach 2 Kilometern auf eine Kreuzung mit der Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich zu stoßen. Nach links würde es nach Sebnitz hinunter gehen, aber das nächste Ziel ist der Gipfel des Tanečnice (Tanzplans) und deshalb wandert man nach rechts weiter. Dafür, dass der Berg mit 597 Metern höher ist als der höchste Berg der Sächsischen Schweiz (Großer Winterberg mit 556 Metern), kommt man überraschend angenehm hinauf. Ein bisschen muss man aufpassen, dass man nach einem ¾ Kilometer nicht übersieht, dass es nach rechts auf einem Pfad hoch zum Gipfel geht. Die Markierung zeigt es zwar an, aber sie ist ziemlich unauffällig und der Weg geradeaus sehr verführerisch. Die letzten 30 Höhenmeter sind dann auch schnell geschafft und auf Tanzplan_Turmdem Gipfel befindet sich eine Gaststätte mit sehr angenehmen Preisen und super freundlichen Bedienungen. Gleich daneben steht der 26 Meter hohe Bismarckturm. So richtig hinter die Öffnungszeiten der Gaststätte bin ich noch nicht gekommen. Im Moment scheinen es nur die Tage zwischen Mai und September zu sein. Auch Tanzplan_Restaurantwenn die 15 Kronen Turmbesteigungsgebühr (Stand Winter 2016/17) in der Gaststätte bezahlt werden sollen, darf man in der kalten Jahreszeit den Turm auch ohne Eintritt besteigen. Ohne den Turm steht man in einem dicht gewachsenen Wald ohne Aussicht da und so ist der Aufstieg selbstverständlich und auch wirklich lohnenswert.

Vom Tanzplan geht man die Fahrstraße den Berg wieder hinunter. Nach ein paar Metern stellt man fest, dass man auch bis fast zum Gipfel mit dem Auto fahren könnte, da ein Parkplatz auftaucht. Aber wer will schon mit dem Auto auf einen Berggipfel fahren. Also weiter die Straße runter. Giebel_Kirche_Nixdorf_kleinAm Ende des Weges geht man nach links Richtung Mikulášovice (Nixdorf). Auch wenn die Straße auf Wanderkarten nach einer echten Straße aussieht, ist sie doch nur eine Innenraum_Kirche_Nixdorf_kleinZufahrtsstraße und deshalb nicht besonders stark befahren. Nach 2 Kilometern erreicht man die Hauptstraße von Mikulášovice (Nixdorf) und wandert diese nach rechts. Wenn man sich die Gebäude ansieht, dann kann man sehr gut sehen, Nixdorf_schoenes_Hausdass diese Stadt/Dorf irgendwann mal reich gewesen ist. So ist die Kirche ein Augenschmaus und einige Häuser werden auch wieder schön hergerichtet. Auf der nächsten Straße nach rechts (wieder Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich) geht es schon wieder aus Nixdorf hinaus. Man folgt der Beschilderung Hinterhermsdorf/alte Nixdorfer Straße. Nixdorf_Schwimmbad_3Einen Kilometer nach Verlassen der Hauptstraße kommt man an das gut gepflegte Natur-Freibad von Nixdorf. Hier ist es bestimmt im Sommer sehr gut auszuhalten. An der Weggabelung geht es nach links. Nixdorfstrasse_BlitzopferMan folgt der alten Nixdorfer Straße, vorbei an einem Grabstein, der an ein Blitzschlagopfer erinnert, bis an die Grenze. Sehr interessant sind die Erklärungstafeln über die Berge, die umliegenden Dörfer und die Wege. Vom Grenzübergang geht es zum Weifberg. Von dem 32 Meter hohen Weifbergturm_2Aussichtsturm hat man eine wunderschöne Aussicht über die ganze hintere Sächsische Schweiz. Der Ausblick ist beeindruckend und auch von nicht ganz so geübten Wanderern gut zu erreichen. Das einzige kleine Hindernis könnte die Windempfindlichkeit des Turmes sein. Bei stärkerem Wind bewegt sich der Turm in der Spitze schon ziemlich hin und her. Vom Weifberg geht es ein paar Meter den Weg wieder zurück und vor dem Wald nach links auf den Prof. Meiche-Weg. Auf diesem sehr ruhigen Weg geht es so ziemlich über Stock und Stein die 5 Kilometer zum Parkplatz zurück. Der Weg ist die ganz Zeit mit dem blauen Strich ausgeschildert. Aussicht_vom_Wachberg_Saupsdorf_kleinZwischendurch kann man noch eine Rast auf dem Wachberg machen. Der Wachberg ist der Hausberg von Saupsdorf und mit einer Gaststätte auch für das leibliche Wohl seiner Besucher zuständig. Auch auf diesem Berg hat man einen schönen Blick über Saupsdorf und Teile der hinteren Sächsischen Schweiz. In die Böhmische Schweiz kann man von diesem Berg nicht sehen. Vom Wachberg wandert man die Reststrecke bis zum Parkplatz immer am Wald entlang.

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Umrundung Hinterhermsdorf

Es war mal wieder an der Zeit, eine etwas größere Runde zu unternehmen und da fiel mir auf Anhieb eine weiträumige Umrundung von Hinterhermsdorf ein. Als Tag hatte ich mir einen schönen sonnigen Sonntag in den Herbstferien ausgesucht. Mal schauen, wie viele Besucher an einem solchen typischen Wandertag in einem der hintersten Zipfel von Deutschland anzutreffen sind. Der Startpunkt liegt an dem Parkplatz Räumicht und von hier geht es zuerst mal über die einzige offizielle Zufahrtsstraße von Hinterhermsdorf und dann gleich gegenüber ins Räumichttal. Wenn man von der Zufahrtsstraße nach links hinunter sieht, dann entdeckt man den Mühlteich und daneben das alte Mühlengebäude. Es ist schon ziemlich überraschend, wenn man hört, dass an der Stelle schon seit 1547 eine Sägemühle steht. Die alte Mühle ist zwar zwischendurch mindestens einmal abgebrannt, aber das jetzt sichtbare Gebäude ist auch schon immerhin mehr als 160 Jahre alt.
Nach 200 Metern gabelt sich das Sträßchen und es ist eigentlich egal, welchen Weg man wählt. Wenn man links geht, dann kann man vielleicht den Duft von frisch gebackenem Brot beim Bauernstübel (www.bauernstuebel-roellig.de) genießen. Das Brot wird in einem großen Holzbackofen hinterm Haus gebacken und schmeckt super lecker. Nach 300 Metern stoßen die beiden Wege wieder aufeinander und es geht weiter durch das Tal aufwärts. Spätestens ab dieser Kreuzung folgt die Wanderung der Wanderwegmarkierung gelber Punkt gelber Punkt. Galloways_beim_Sonnenhof_kleinAls nächstes kommt man am Sonnenhof (www.sonnenhof-hinterhermsdorf.de) mit einer schönen Terrasse und den Galloway Rindern hinterm Haus vorbei. Die Wanderung führt weiterhin aufwärts und passiert ein ganz besonders schönes Ferienhaus auf der linken Wegseite und dann wird bald die Gnauckmühle erreicht. Diese Mühle ist die jüngste Mühle des Tals, aber trotzdem ist sie vor über 130 Jahren gebaut worden. Leider hat das Wasser aus dem Bächlein hier oben nicht für einen wirtschaftlichen Betrieb gereicht und so ist die Mühle schon relativ schnell zu einem Ferienheim umgebaut worden. Eine Tafel an der Hauswand erinnert an einen dunklen Teil der deutschen Geschichte.
An der Gnauckmühle geht es nach rechts weiter. Eigentlich handelt es sich bei dieser Straße um die kürzeste Verbindung zwischen Saupsdorf und Hinterhermsdorf, aber offiziell ist die Straße gesperrt und so kann man sie ganz gut als Wanderweg benutzen. Nach 150 Metern macht die Straße eine spitze Kurve, aber der markierte Wanderweg geht geradeaus weiter. Markierungen sind zwischendurch zwar nicht so richtig zu finden, aber  Luisenquelle_Hinterhermsdorf_kleines geht einfach immer weiter in der Senke bergauf. Gleich drei kleinere Teiche werden mit dem Aufstieg passiert und im obersten Teil erreicht man die Luisenquelle. Ziemlich ungewöhnlich für die Sächsische Schweiz sind die etwas anders gearteten Wanderweghinweisschilder in diesem Bereich. Diese kleineren Wanderwegmarkierungen stammen von der Kräuterbaude (www.kraeuterbaude-am-wald.de) und sollen die Hausgäste auf besonders schönen Wegen führen. Weifberg_bei_Hinterhermsdorf_kleinDer markierte Wanderweg erreicht bald den unteren Rand des Weifberges. Auf den Berg bzw. den Turm sollte man unbedingt hinaufsteigen. Man könnte zwar auch an der südlichen Seite drum herum wandern, aber der Turm und die Panoramaaussicht ist schon wirklich etwas ganz besonderes. Weifbergturm_bei_Hinterhermsdorf_kleinEiner von den besonders erwähnenswerten Punkten bei dem Turm ist, dass der Aufstieg schon seit einigen Jahren kostenlos ermöglicht wird. Die einzigen beiden Gründe, den Turm nicht zu besteigen, sind Nebel und Sturm. Der Turm ist aus Holz gebaut und so fängt er ganz schön an zu schaukeln, wenn es ordentlich stürmt. Aussicht_vom_Weifberg_kleinAls ich auf den Turm hoch gestiegen bin, herrschte wunderbares Wetter und komischerweise war nur noch ein anderer Wanderer hier oben. Als ich dann aber auf die Zufahrtsstraße von Hinterhermsdorf zum Weifberg sah, konnte ich einige andere Wanderer (mindestens 15) auf den Berg zuwandern sehen. Hatte ich einfach nur Glück, oder lag es an dem relativ frühen Start (10:00 gestartet und um 10:45 am Weifberg) der Wanderung?

Panorama_Weifbergturm_Richtung_Saechsische_Schweiz_klein

Die Wanderung verlässt den Weifberg auf der gegenüberliegenden Seite mit der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich. Der Abstieg vom Weifberg ist ziemlich einfach und nach wenigen hundert Metern erreicht man den gut ausgebauten Feldweg in Richtung Schäferräumicht. Die Gaststätte Zum Schäferräumicht ist die letzte Einkehrmöglichkeit für eine sehr lange Zeit bei dieser Wanderung und kommt mir immer so vor wie die Schilder an Tankstellen vor der Autobahn: Letzte Gaststätte vor dem Tal. Jetzt geht es in die Richtung des Weißbachtales weiter. Vom Schäferräumicht führt zuerst ein schnurgerader Weg leicht abfallend durch den Wald. Hier verläuft die ganze Zeit schon die Wanderwegmarkierung gelber Strich gelber Strich parallel des Weges und mit ihr biegt die Wanderung dann auch nach links ab. Der jetzt folgende Weg (mit dem komischen Namen Bammelweg) steigt überraschenderweise noch mal ein richtiges Stück an. Im Herbst 2010 haben einige Forstfahrzeuge und die ausgiebigen Regenfälle den Weg in ein äußerst unangenehmes Matschloch verwandelt, aber mit dem Überqueren des nächsten großen Forstweges (Kalkstraße) wird es wieder viel besser. Die Kalkstraße ist sowieso etwas ganz komisches. Bis zu dieser Straße kann man immer mal wieder andere Wanderer treffen, sobald man die Kalkstraße aber in die Richtung des Weißbachtals überquert hat, herrscht vollkommene Ruhe und andere Wanderer sind eine echte Seltenheit. An der Kreuzung ist der weitere Verlauf der gelben Wanderwegmarkierung nicht so ohne weiteres zu erkennen, da mehrere andere Wege verführerischer wirken.Weissbachtal_Hinterhermsdorf_klein Der gelbe Wanderweg geht links vorne weiter in einen relativ dunklen Wald. Schon nach 300 Metern und 30 Höhenmetern ist der Weißbach erreicht. Diesem Minibach geht es jetzt auf einem Wanderpfad bachabwärts hinterher. Das Weißbachtal ist ein relativ enges Tal, das in großen Teilen mit Fichten bewachsen ist. Dadurch wirkt das Tal immer besonders dunkel bzw. die Bäume sind besonders dicht. Nach ungefähr 2 ½ Kilometern erreicht man die zwei Häuser mit dem komischen Namen „Im Loch“. gebrochener_Staudamm_Boehmische_Muehle_kleinHier hat früher mal, genauso wie einen ¾ Kilometer weiter, eine Mühle gestanden. Von der Mühle Im Loch kann man überhaupt keine Spuren mehr finden. Die Böhmische Mühle ist auch vollkommen verschwunden, aber wenigstens sind noch Teile der Stauanlagen an der Kirnitzsch zu erkennen.
Knapp hinter der Böhmischen Mühle erreicht man die Niedermühle, die zwar heutzutage auch nicht mehr als Brettschneidemühle benutzt wird, aber immerhin von einem sehr fleißigen Besitzer erhalten wird. Niedermuehle_Hinterhermsdorf_kleinAn der Niedermühle bieten sich zwei unterschiedliche Streckenverläufe an. Zu den Zeiten, als es noch eine ernstzunehmende Grenze (die Kirnitzsch war der Grenzfluß) zwischen Deutschland und Tschechien gab, führte der offizielle Wanderweg rechts hinter den Gebäuden ein paar Meter den Hang hinauf und dann nach einem kleinen Schlenker wieder herunter. Heutzutage kann man wieder über den viel älteren Weg einfach geradeaus und damit zweimal über die Grenze wandern.
Nach ¼ Kilometer treffen die beiden Wanderwege wieder aufeinander und es geht weiter in Richtung der Oberen Schleuse. Erst wenige Meter vor der oberen Bootsstation nehmen die Besuchermengen wieder deutlich zu. Auf der Strecke zwischen der Niedermühle und der Oberen Schleuse wechselt die Wanderwegmarkierung auf den roten Strich roter Strich, aber eigentlich braucht man keine Wanderwegmarkierung, weil man einfach nur dem Bach weiter folgt. Die Obere Schleuse mit der Bootsfahrt ist schon eine besondere Attraktion und man sollte sie sich nicht entgehen lassen. Man könnte die Strecke zwar auch auf einem Wanderweg rechts oben bewältigen, aber eine kleine Entlastung der Beine ist bei solch einer Wanderungslänge ganz angenehm.
Hinter der unteren Bootsstation bzw. der Schleuse geht es weiter der Kirnitzsch hinterher. Zwischendurch wechselt mal wieder die Wanderwegmarkierung, jetzt auf den blauen Strich blauer Strich. Nach ungefähr einem Kilometer erreicht man eine ganz besondere Streckenführung. Baerenhoehle_Kirnitzsch_kleinHier biegt der markierte Wanderweg auf einmal nach links ab und steigt ein paar Stufen abwärts in die Richtung der Kirnitzsch. Dann kommt die Bärenhöhle, die netterweise mit ganz vielen Brettern ausgelegt ist. Trotzdem ist die Gangart mit zunehmender Körpergröße hier für die meisten Mitmenschen ordentlich belustigend und so mancher hat sich den Kopf an der Höhlendecke gestoßen. Auf der anderen Seite der Höhle geht es noch ein paar Steinstufen mit extrem kurzen Stufen abwärts, bis man am Ufer angekommen ist. Das nächste Teilstück erfolgt schon so ziemlich auf Bachhöhe und nach einem weiteren Kilometer weitet sich auf einmal das Tal und man kann an sehr vielen Tagen im Jahr merken, dass es schlagartig wärmer wird. Bogen_der_Kirnitzsch_kleinDadurch, dass das Tal sich weitet, hat die Kirnitzsch die Möglichkeit, den Bachlauf immer wieder umzugestalten. Wenn man häufiger durch das Tal wandert, kann man deutlich erkennen, wie immer mal wieder Teile weggespült werden und auf einmal ein Schlenker ganz woanders langläuft. Auch wenn ich bis heute noch keinen gesehen habe, aber hier kann man sich sehr gut vorstellen, dass sich hier einer der Fischotter (insgesamt sollen es in der Kirnitzsch 5 Stück sein) aufhält. Nach ungefähr 1 ½ Kilometern stößt zu dem markierten Weg von links ein weiterer Weg aus dem Böhmischen dazu und die weitere Wanderung erflogt auf einem gut ausgebauten Forstweg.
Vielleicht ist das jetzt kommende Teilstück ein bisschen langweilig, aber ich finde es immer wieder schön, an der Kirnitzsch entlang zu wandern. Wenn man so einigermaßen aufmerksam und nicht ganz so laut unterwegs ist, dann kann man auch die seltene Wasseramsel oder einen Fuchs beim Balancieren beobachten. Kirnitzschtal_Niedere_Schleuse_kleinWarum auch immer, aber genau diese Beobachtungen kann man ganz hervorragend an der Niederen Schleuse (nach 3 Kilometern auf dem gut ausgebauten Weg) machen. Nach dem Hochwasser 2010 ist die Niedere Schleuse wieder überraschend gut aufgeräumt und wenn man denn die vielen Ablagerungen wieder entfernen würde, dann könnte dieses Bauwerk auch wieder eine kleine Rolle beim Hochwasserschutz spielen. Hinter der Niederen Schleuse führt die Wanderung weiter an der Kirnitzsch entlang. Auch wenn zwischendurch die Wanderwegmarkierung blauer Strich abbiegt, so geht es weiter am Bach entlang, bis 2 Kilometer hinter der Niederen Schleuse der Dreisteigenstieg mit der grünen Wanderwegmarkierung grüner Strich kreuzt. Hier geht es nach rechts hoch zu den beiden Pohlshörnern. Da bis hinauf zum Großen Pohlshorn immerhin 160 Höhenmeter bewältigt werden müssen, ist der Anstieg so richtig anstrengend. Aussicht_vom_Grossen_Pohlshorn_kleinUm zur Aussicht vom Großen Pohlshorn zu gelangen, muss man ein kleines Stück von 150 Metern nach links vom eigentlichen Weg abbiegen, aber dafür wird man mit einer sehr schönen Aussicht in die Hintere Sächsische Schweiz belohnt. Der Weg über das Große Pohlshorn ist ziemlich abwechslungsreich und durch eine paar Naturtreppen ganz gut zu bewältigen.
Die Wanderung für weiterhin auf der grünen Wanderwegmarkierung und schon nach ein paar hundert Metern erreicht man das unscheinbarere Kleine Pohlshorn. Eigentlich ist das Kleine Pohlshorn ein wirklich langweiliger Felsen, wenn man vorher schon auf dem Großen Pohlshorn gewesen ist. Da der Felsen aber mit nur ganz wenig Anstrengung (ca. 150 Meter und 30 Höhenmeter) bezwungen werden kann, sollte man ihn nicht auslassen. Ganz besonders, weil man auf diesem Felsen im Gegensatz zu vielen anderen doch sehr häufig eine angenehme Ruhe vorfindet. Von dem Kleinen Pohlshorn geht es wieder herunter und auf der grünen Wanderwegmarkierung in Richtung Hinterhermsdorf. Nach 200 Metern erreicht man eine größere Kreuzung und es geht einen Kilometer weiter auf dem breiten Forstweg (Hirschewaldweg). Dann biegt nach links ein Weg ab, der mit dem Ausgangspunkt (Saupsdorfer Räumicht) ausgeschildert ist. Nach etwa 300 Metern ist der Parkplatz erreicht und damit ist eine wirklich tolle Runde beendet. Ich hatte schon so ungefähr eine Vorahnung, dass es eine sehr nette Wanderung wird, aber dass es eine der schönsten Runden der Sächsischen Schweiz werden würde, war mir vor der Wanderung nicht bewusst.

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Wachberg

Die Wanderung Wachberg startet an dem riesigen Wanderparkplatz in Saupsdorf. Hier findet man ganz sicher immer einen Parkplatz. Irgendwie war ich leicht irritiert über den Parkscheinautomaten. An ihm klebte ein Zettel mit dem Hinweis, dass im Moment keine Papierrolle mehr in dem Automaten wäre, aber der Automat trotzdem funktioniert. Jetzt kam bei mir die Frage auf, warum ich den dann Geld in den Automaten werfen sollte. Bekannte aus Saupsdorf haben mich dann ein paar Tage später aufgeklärt, dass der Parkscheinautomat mehr als eine Spendenmaschine zur Verschönerung von Saupsdorf angesehen werden muss. Wenn ich genau hingesehen hätte, dann wäre mir bestimmt auch das Schild oberhalb des Automaten mit dem passenden Hinweistext aufgefallen und dann erklärt sich auch der Post-It.
Von dem Parkplatz startet die Wanderung nach rechts auf der Straße mit dem eindeutigen Namen “Hohe Straße”. Der Wanderweg ist am dem Parkplatz mit einer ganzen Anzahl Wanderwegmarkierungen gekennzeichnet aber verfolgenswert ist der grüne Strich grüner Strich. Zuerst geht es an dem alten Genossenschaftsgelände vorbei, das mit einem riesigen, nagelneuen Einfahrtstor versehen worden ist. Saupsdorfer_Raeumicht_kleinDer Weg steigt zum Anfang noch leicht an. Hier sollte man sich unbedingt noch einmal in Richtung Saupsdorf umdrehen und den Anblick genießen. Oberhalb vom Dorf kann man schon das Ziel der Wanderung sehen: Der Wachberg. Es geht weiter auf dem markierten Weg, durch eine etwas ungewöhnliche Landschaft. Auf der Rückseite des Berges befinden sich einige große Wiesen, auf denen noch ein paar Kleingärten angelegt sind. Wenn man sich aufmerksam umsieht, dann entdeckt man, dass es vor einiger Zeit noch viel mehr gewesen sind, aber heutzutage nicht mehr genutzt werden. Sturmbauers_Eck_kleinDas ganze Gebiet nennt man Räumicht. Wenn man dem Wanderweg folgt, erreicht man bald den Aussichtspunkt Sturmbauers Eck. Diese Aussicht liegt zwar oberhalb der Verbindungsstraße zwischen Kirnitztal und Hinterhermsdorf, aber trotzdem ist es ein angenehmer, ruhiger Platz.
Von der Aussicht steigt man über einen schmalen Pfad runter ins Tal. Jetzt kommt das unangenehmste Teilstück, man muss nämlich nach links auf der Fahrstraße die nächsten 300 Meter gehen. Zum Glück ist der Verkehr auf dieser Straße nur gering und so geht es bis zur nächsten kleinen Brücke, um davor nach links auf dem Waldweg weiter zu wandern. Warum auch immer der markierte Weg auf der Straße weiter geführt wird, auf dem Waldweg ist das Wandern viel angenehmer. Raeumichtmuehle_kleinKurz vor der Räumichtmühle wird der Waldweg zu einem Pfad und endet am Gartenzaun der Gaststätte wieder auf der Straße. Auf der Verkehrsinsel an der Räumichtmühle steht ein uralter Straßenvermessungsstein von 1860. Raeumichtmuehle_Strassenvermessungsstein_kleinAuf der Straße geht es bis zur Bushaltestelle, um dann auf der rechten Seite der Straße wieder parallel auf einem Waldweg weiter zu wandern. Auch dieser Weg landet nach ein paar hundert Meter (genau gesagt 650 Meter) wieder auf der Straße. Jetzt geht es ca. 50 Meter zurück auf der Straße, um dann nach rechts auf der Zufahrtsstraße zur Rölligmühle/Hütte des Sächsischen Bergsteigerbundes weiter zu wandern. An der Straßenkreuzung wird mal wieder an einen dunkeln Teil der deutschen Geschichte mit einem Gedenkstein erinnert. Der Inhalt des Gedenksteines ist:
Am 23.April 1945 wurden hier die Häftlinge der Todeskolonne aus dem Faschistischen KZ Schwarzheide Ernst Stern, Josef Kohut, Kurt Klauber, Franz Grünfeld, Otto Ledec, Viktor Weisel, ein unbekannter Franzose und ein Pole von SS-Mördern erschossen.
Huette_des_Saechsischen_Bergsteigerbundes_Vorderseite_kleinZuerst geht es an der so genannten Hütte des Sächsischen Bergsteigerbundes (www.bergsteigerbund.de) vorbei. Das Wort Hütte finde bei diesem sehr schönen Haus, die nicht ganz passende Beschreibung. Auf dem weiteren Weg durchquert man die Rölligmühle. Das ist sogar wörtlich zu nehmen, da es durch die Durchfahrt des Haupthauses geht. Auch wenn man auf einer Fahrstraße entlang wandert, Roelligmuehle_Saegehaus_Teich_kleinso ist der Autoverkehr nur sehr gering. Normalerweise sind es nur die Anwohner/Gäste zu den einzelnen Mühlen und der Gaststätte des Sonnenhofs im Hinteren Räumicht. Roelligmuehle_Wohnhaus_kleinAm Sonnenhof weißt eine sehr informative Tafel auf die unterschiedlichen Verwendungen des Sonnenhofes hin. Aus meiner eigenen Erfahrungen sind die Übernachtungs- und Essensmöglichkeiten im Sonnenhof sehr gut und weiter zu empfehlen. Ich hatte selber amerikanische Gäste, die in Hinterhermsdorf übernachten wollten und die waren sehr zufrieden mit dem Sonnenhof und der Gastfreundlichkeit.
Der Weg verläuft weiter durch dieses extrem ruhige Tal, vorbei an der Gnauckmühle. Auch hier weißt eine Gedenktafel an die Schandtaten aus dem Dritten Reich hin. Es geht nach links auf der asphaltierten Straße in die Richtung Saupsdorf weiter. Auch auf dieser Straße zwischen Saupsdorf und Hinterhermsdorf ist normaler überhaupt kein Verkehr, da sie für den normaler Verkehr gesperrt ist. Dieser Straße folgt man ungefähr 500 Meter, bis sie einen Knick nach links macht. Nach rechts geht es auf einem Feldweg weiter bis nach ungefähr 100 Metern ein kleiner Pfad, am Waldrand entlang, den Berg hoch geht. Diese Abzeigung ist mit einem unauffälligen Schild “Zugang Meiche Weg” gekennzeichnet und steigt bis zum besagten Prof.-Alfred-Meiche-Weg an. Das man den Weg erreicht hat, kann man ganz einfach daran erkennen, dass dieser Weg mit zwei Wanderwegmarkierungen gekennzeichnet ist. Auf der Wanderwegmarkierung roter Strich roter Strich geht es nach links weiter in die Richtung Wachberg. Der Weg schlängelt sich durch den dichten Wald bis auf den Wachberg hoch. Oben angekommen hat man in der Wachbergbaude die Möglichkeit sich bei einem hervorragenden Ausblick zu stärken. Vor der Gaststätte gibt es ein paar Plätze zum draußen Sitzen.
Von der Terrasse geht der rot markierte Weg nach rechts den Berg runter nach Saupsdorf. In Saupsdorf sind noch einige der uralten Umgebindehäuse zu sehen. Auch in Saupsdorf befindet sich gleich an der Hauptstraße eine der Tafel zum Thema KZ-Häftlinge. Der Inhalt dieser Tafel ist:
Vom 21. bis zum 23.April 1945 lagerten in den Gehöften Sturm, Berger und Henke Kirche_von_Saupsdorf_kleindie KZ-Häftlinge der Todeskolonne aus Schwarzheide. Der 16. jährige Jaroslav Fried verteilte Getreidekörner gegen den quälenden Hunger.
 In Saupsdorf erreicht man wieder den Ausgangspunkt der Wanderung. Auch wenn die Wanderung einige Meter auf asphaltierten Straßen entlang geht, so ist dieses nicht besonders unangenehm und man wird mit dem Ausblick vom Wachberg belohnt. Es muss einen nicht verwundern, wenn der Wachberg auch die Krone der Sächsischen Schweiz genannt wird.

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Waldhusche

Ich habe die Waldhusche irgendwann mal aus einem Zufall heraus entdeckt. Eigentlich war ich auf dem Weg von Hinterhermsdorf ins Kirnitzsch und bin dabei durch das Gebiet der Waldhusche gekommen. Da ich die damals gesehenen Ausstellungsstücke schön für sehr interessant empfunden habe, haben wir, Familie Geier, einen Ausflug zu dem Gelände unternommen.

Eingang_WaldhuscheAls erste Empfehlung zu der Erkundung, man sollte sich unbedingt vor Beginn der Runde in der Gaststätte Buchparkhalle den kleinen Waldführer kaufen. Er kostet 2,50 € und man bekommt sogar noch einen Teilausschnitt aus H. Böhm seiner Hinterhermsdorfkarte. Der Waldführer erklärt alle Stationen und liefert noch ein paar wissenswerte Details zum Wald. An den Stationen befinden sich keine erklärenden Hinweise. Die Wanderung lässt sich mit einem Kinderwagen und einem bisschen gutem Willen bewältigen.

WurzelgangDer Startpunkt ist der große Parkplatz an der Buchenparkhalle. Von dort geht es durch das unübersehbare Eingangsportal. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen der gelben Wegmarkierung zu folgen und deshalb geht es wenigstens die ersten paar Meter auf diesem Weg entlang. Nach ein paar Metern kommt schon die erste Attraktion, die aber schon leicht abseits liegt. Die rote Markierung zweigt nach links ab und man kann den Wurzeltunnel erreichen. Es ist so super interessant wie unterschiedlich die einzelnen Wurzelform und -größen sind. Noch besser ist die Idee, dass man unter den Wurzeln her kriechen kann. So bekommt man einen wirklich anschaulichen Eindruck und es macht auch Kindern mehr als ausreichend Spaß.

LohrindengewinnungVon dem Wurzelgang geht es wieder zurück auf den gelb markierten Weg. Nach ein paar Metern erreicht man eine Station, an der aus Baumrinde zwei kleine Gestelle gebaut worden sind, um Baumrinde zu trocknen. Diese Baumrinde ist früher zur Herstellung von Gerbsäure benutzt worden,  um Leder und Häute zu Bearbeitung. Die Station heißt Lohrindengewinnung. Hinter dieser Station ist uns die gelbe Wegmarkierung verloren gekommen, da sie wieder auf dem gleichen Weg zurückgeht.

Kreuzspinne_WHWir sind also auf dem gleichen Weg weitergegangen und haben vermutlich die unterhaltsamste Station für unsere Tochter entdeckt. Es ist ein riesiges Spinnennetz mit einer wirklich großen Spinne. Es ist so groß das sie drunter, als auch drauf herum klettern konnte. Wirklich sehr schön gemacht. Hoffentlich machen nicht irgendwelche Wahnsinnigen das Ding kaputt, bzw. hoffentlich hat der Nationalpark immer das Geld kleine Wartungsarbeiten an dieser Station durchzuführen.

Klafter_WHWeiter geht es auf dem Weg, der an der Stelle mit der roten Markierung versehen ist, bis zum großen „Kreisverkehr“. An diesem Platz sind gleich zwei unterschiedliche Stationen aufgebaut. Einerseits sind an einer Stelle unterschiedlich große Holzstapel aufgeschichtet. Sie verdeutlichen sehr gut, das es unterschiedliche Größen an Holzmaßen gibt:

Fußlänge Ein Klafter ist Entspricht

Schragen_WH

Preußen 0,31385 Meter 108 handelsübliche Kubikfüße 3,3389 m³
Sachsen 0,2833 Meter 108 handelsübliche Kubikfüße 2,45 m³
Darmstadt 0,25 Meter 100 handelsübliche Kubikfüße 1,5625 m³

SaegegatterAußerdem wird an einem andern Holzstapel das historische Verkaufmaß in Sachsen, genannt Schragen, verdeutlicht. 1 Schragen beinhaltet 3 Klafter, wobei beim Nadelholz die Scheitlänge ./. Ellen (0,86 m), die Stapelhöhe 3 Ellen (1,7 m) und die Stapelbreite 3 Ellen (5,1 m) entspricht. Beim Hartholzschragen kann die Scheitlänge entweder ./. Ellen (1,0m) oder ./. Ellen (1,27m) betragen. Die zweite Station an dem „Kreisverkehr“ ist ein nachgebautes Sägegatter. An dem Ding kann man sich sehr gut vorstellen, wie früher Baumstämme längs getrennt würden.

Waldhusche_obenHinter dem Sägegatter geht es auf der gelben Markierung den Berg runter. Der markierte Weg biegt nach ein paar Metern vom dem Forstweg nach links in einen kleineren Weg ab. Der Weg führt zu einer der aufwendigsten Stationen, der Waldhusche. Waldhusche_PrallwandDie Namensgeberin der Ausstellung ist eine riesige Holzrutsche, um gefällte Baumstämme kontrolliert den Hang runter zu bekommen. Leider habe ich das bis jetzt noch nie im Einsatz gesehen. Das dürfte wirklich beeindruckend sein, wenn ein Baumstamm mit Schwung den Berg runter schießt und dann unten von einer Prallwand aufgefangen wird. Um die Wanderung mit einem Kinderwagen bewältigen zu können, muss man jetzt auf den Forstweg zurück und dann den Berg runter. Für alle anderen geht es gleich neben der Waldhusche den Hang runter zum unteren Ende der Rutsche.

KaeferspielUnten aus der Senke geht es jetzt weiter über den gelben Strich auf der anderen Seite den Berg hoch. Fast oben auf dem Berg angekommen erreicht man neben der Hinterhermsdorfer Wettineiche die nächste Station. An dieser Station geht es um Identifizierung von unterschiedlichen Käfern. Anhand eines simplen Spieles kann man die Namen der Käfer, ihrer Spuren und ihrem Aussehen zuordnen.

AussichtsplattformWeiterhin geht es auf dem gelben bzw. auch roten und blauem Weg. Für die Fahrer eines Kinderwagens geht es ein paar Meter weiter geradeaus und dann im spitzen Winkel wieder zurück, die anderen folgen einfach nur dem Weg über die Stufen den Berg hoch. Nach ein paar Metern erreicht man eine wirklich schön gemachte Aussichtsplattform, die zu einer kleinen Rast einlädt. Bei schönem Wetter lädt die Aussichtplattform auch zu einem kleinen Picknick ein.

Feldgehoelz_FernrohrDie nächste Station ist nur einen Katzensprung von der Station Aussichtplattform entfernt. An der Station Feldgehölz kann man durch eine Art Fernglas einen Grünstreifen mit sehr unterschiedlichen Sträuchern und Bäumen beobachten. Das Fernglas sieht zwar eher so aus, als wenn es eine Kanone wäre, aber man kann wirklich gut gezielt einzelne Bäume anpeilen und dann auch mit mehren Personen nacheinander ansehen.

Balancierparcour_Station_StaemmeJetzt geht es auf der Wegmarkierung roter Strich weiter zur letzten Station dem Balancierparcour. Eigentlich sind es zwei unterschiedliche Stationen, die aber beide etwas mit Balancieren zu tun haben. Auf der einen Station sind einige Holzstämme im Boden eingegraben und man kann von einem zum anderen Stamm springen bzw. balancieren. Balancierparcour_Stationsteil_2Der zweite Teil der Station sind zwei Baumstämme, die sich immer weiter von einander entfernen. Das ist bestimmt witzig wenn man zu zweit auf dem Ding rumturnt. Jetzt geht es die letzten paar Meter weiter bis zum Ausgangspunkt dem Parkplatz an der Buchenparkhalle. Die Runde hat mir und meiner Familie so gut gefallen, das wir ganz sicher dieses Jahr noch mal zur Waldhusche kommen werden um uns dann die restlichen Stationen auch noch anzusehen.

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Waldkundliche Führung

Vom Nationalpark Sächsische Schweiz werden einige geführte Wanderungen angeboten und so habe ich im Juni 2006 auf der Internetseite des Nationalparks folgende Beschreibung gefunden:

Waldkundliche Führung in der Waldhusche
Ziele und Methoden von Waldpflegeeingriffen am Beispiel der diesjährigen Durchforstungen in dem waldgeschichtlichen Freigelände Waldhusche in Hinterhermsdorf.
Termin:               
SA 10.06.2006   10.30 Uhr
Anmeldung:         keine
Treffpunkt:           Eingang Waldhusche, Buchenparkhalle Hinterhermsdorf
Zeitdauer:            ca. 2 Stunden
Konzept und Durchführung: Matthias Böttger (Sachgebietsleiter Nationalparkwacht)

Auch bei dieser Führung war es wie schon wie bei den beiden anderen Führungen (Bastei mit Nationalpark Ranger und Waldhuschenführung), dass die Teilnehmerzahl sehr überschaubar war. Außer uns war nur noch eine Familie mit zwei Mädchen dabei. Zum Glück hat der Nationalpark Ranger noch ein paar Minuten gewartet, sonst hätten wir eine Einzelführung gehabt. Diesmal hatten wir das Glück, das Herrn Matthias Böttger die Führung durchführte. Er ist der Nationalparkwachtleiter und überzeugte mit einem gigantischen Hintergrundwissen. Startpunkt der Wanderung war der Eingang in die Waldhusche am Parkplatz der Buchenparkhalle. Von dort ging es erstmal geradeaus in die Richtung des Eingangs Beize. Herr Böttger erklärt den Sinn der Durchforstungsmaßnahmen, dass man versuche wieder die ursprünglichen Baumsorten wie z.B. die Tanne im Nationalpark zu stärken und durch eine Gruppenbildung die Baumsorten in ihrem Artenschutz zu unterstützen. Durchforstung dient dazu, konkurrenzschwächere Baumarten in bestimmten Anteilen erhalten zu können (sie würden sonst mehr oder weniger von konkurrenzstärkeren (Buche) verdrängt werden). Darüber hinaus soll noch die genetische Information aller standortheimischen Bäume erhalten werden. Zum meiner großen Überraschung ist die ganz normale Tanne in den deutschen Wäldern eine Baum, der nur noch sehr selten vorkommt. So stehen in ganz Sachsen nur noch 2000 Alttannen und davon in der Sächsischen Schweiz 600 Stück.  AussichtsplattformKurz vor dem Ein- bzw. Ausgang Beize sind wir nach links auf die Aussicht oberhalb des alten Försterhauses gegangen. Herr Böttger erklärte dort, welche Baumsorten zu den Ursprungssorten der Region gehörten. Leider habe ich mir nur gemerkt, dass es die Eichen, Weißtannen und Buchen sind. Durch einen netten nachträglichen Hinweis von H. Böttger (per Mail) weiß ich inzwischen wieder etwas mehr zu den Baumarten, die ursprünglich in der Sächsischen Schweiz heimisch waren:

  1. auf trockenen nährstoffarmen Standorten: Kiefer, Birke, Eiche (z. T. Buche)

  2. auf mittleren Standorten (meist mit Lößlehmaufwehung): Buche, Weißtanne, Zitterpappel, Linde, Eberesche, Weißbuche, (+ Baumarten von 1)

  3. auf guten Standorten (Bachauen, Basaltdurchbrüche, Granit der Lausitzer Überschiebung): Ahorn, Ulme, Esche, Erle, (+ Baumarten von 2)

  4. nur in den feuchtkühlen Schluchten: Fichte (neben Baumarten von 2 und 3)

Heutzutage befinden sich aber in den Wäldern der Sächsischen Schweiz einige Bäume wie z.B. Lärchen, Fichten, Roteiche, Weymoutskiefer, Lärche, Douglasie usw. die nicht standortheimisch sind und dadurch verdrängen sie durch ihre Konkurrenzkraft standortheimische Baumarten. Bei einigen dieser Bäume versucht man die Sorten wieder zu reduzieren und zurückzudrängen.
Von der Aussicht ging es über ein paar Stufen runter auf den Wanderweg mit der roten Markierung roter Strich. Gleich am Ende der Stufen steht eine Douglasie, an der die Teilnehmer der Führung abschätzen sollten, wie hoch sie ist. Da am Stamm in gleichem Abstand breite Ringe angebracht waren, konnte man sich die Höhe ungefähr ausrechnen. Aber die ganze Gruppe war schon ziemlich von den 38 Metern überrascht. 
Waldhusche_obenDer Weg führte weiter runter ins Tal. Es ging vorbei am alten Försterhaus, das in naher Zukunft als weitere Informationsstelle ausgebaut werden soll. Am Feuchtbiotop wurde ein kleiner Zwischenstopp eingelegt, um das Leben in dem kleinen Teich zu bestaunen. Es waren Libellen, Kaulquappen und Molche zu sehen. Von diesem Punkt ging es am Namensgeber des Gebietes, der Waldhusche, den Hang hoch.  Prallwand_WaldhuscheDie Waldhusche wurde nicht in Aktion gezeigt, da nachmittags noch die Waldhuschenführung stattfand und dann diese riesige Holzrutsche zum Einsatz kam. Am oberen Ende der Waldhusche verließ die ganze Gruppe die normalen Waldwege und es ging nach rechts quer durch den Wald. Zum Glück hatten wir den Nationalpark Ranger dabei und so brauchten wir uns weniger Gedanken machen, ob der Weg richtig ist. Der Weg durch den Wald verlief über einen schmalen Pfad, auf dem gefällte Bäume mit Hilfe einer Seilbahn sehr schonend durch den Wald transportiert worden sind. Leider war diese Seilbahn schon wieder demontiert worden. Diese Konstruktion hätte ich doch sehr gerne gesehen. Auf jeden Fall waren die Spuren auf dem Waldboden nur sehr unwesentlich und im Verhältnis zu einem normalen Forstfahrzeug überhaupt nicht zu erkennen.
Nach dem Abstieg den Hang hinter, haben wir dann einen Pfad mit dem Namen Mühlleite erreicht. Diesem Pfad sind wir ein kleines Stück (ca. 80 Meter) nach links gefolgt und dann noch ein weiteres Stückchen den Hang hinunter gestiegen. Nach ein paar Metern hat uns Herr Böttger anhand einer einzelnen Tanne erklärt, dass hier Waldpflegearbeiten zum Schutze dieser einen Tanne durchgeführt wurden. Diese Tanne stand eingeklemmt durch ein paar Fichten im Wald. Damit die Tanne wieder genug Platz zum Wachsen hatte, sind die Fichten drum herum gefällt worden. Die größte Überraschung war, dass die Tanne genauso alt war, wie die jetzt weiterer entfernten Fichten. Der einzige Unterschied ist, dass die Fichten einen Stammdurchmesser von geschätzten 30 – 40 cm und die Tanne mit mickrigen 10 – 15 cm haben. Beide Baumsorten sollen ein ungefähres Alter von 60 Jahren haben. Es ging wieder die paar Meter bis auf den Pfad zurück und dann weiter nach rechts. Vierzonenwald_kleinDem Pfad sind wir 250 Meter gefolgt, um dann nach rechts zu einem Aussichtpunkt oberhalb der Dorfbachwand abzubiegen. Von der Aussicht hat man einen sehr guten Überblick in den Talkessel und hier hat H. Böttger erklärt, wie man früher die Wälder in einem Rollsystem immer wieder gepflanzt, herangezogen und gerodet hat. Auf dem südlichen Hang des Pohlshorns kann man noch sehr deutlichen einen dieser vierstufigen Wälder von der Aussicht aus sehen.
Von der Aussicht ging es dann weiterhin auf dem Pfad entlang und damit wurde der Aschhübel einmal umrundet. Der Weg erreichte den “Kreisverkehr”, an dem die alten Holzmaßeinheiten dargestellt werden und die nachgebaute Brettholzsäge ausgestellt ist. Der weitere Weg führte rechts neben der Säge auf dem Forstweg bis zur Spinne mit ihrem riesigen Spinnennetz. Hier durften die Kinder eine kleine Spielpause einlegen und H. Böttger berichtete, dass die Konstruktion des Spielgeräte schon einmal nachgearbeitet werden musste, da man nicht davon ausgegangen war, dass auch eine ganze Schulklasse in das Spinnennetz gehen könnte. Von diesem sehr schönen Anschauungsobjekt ging es dann die letzten paar Meter bis zum Parkplatz. Hier mussten wir uns leicht sputen, da die Wanderung ein ganzen Stückchen länger gedauert hatte, als zum Anfang veranschlagt und wir Nachmittags auch noch die Waldhuschenführung mitmachen wollten.
Auch diese Führung hat uns sehr gut gefallen und langsam verstehe ich, warum manchmal in der Kernzone, bzw. die Ranger sprechen lieber vom Ruhebereich, des Nationalparks noch so mancher Baum mit einer Säge umgelegt wird. Nochmals ein Danke schön an H. Böttger von der Nationalparkwacht. Er hat die Führung sehr interessant gemacht und sein gigantische Fachwissen auch Laien wie uns sehr gut rüber gebracht.

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